Einen wunderschönen guten Morgen und herzlich willkommen zu unserem Gottesdienst. Ich möchte euch alle mit einem Wort aus Psalm 92 begrüßen: Gut ist es, dem Herrn zu danken und deinem Namen zu lobsingen, du Höchster. Am Morgen deine Gnade zu verkünden und in den Nächten deine Treue. Auch das wollen wir heute Morgen tun.
Zunächst einmal ganz herzlich willkommen an alle Gäste unter uns. Jetzt sehe ich zumindest ein paar von euch. Auch Viktoria ist zum ersten Mal da – herzlich willkommen! Markus und Deborah freuen sich über den allerersten Platz hier vorne. Markus wird uns heute mit dem Wort dienen. Herzlich willkommen auch euch.
Lasst uns nun gemeinsam ein Lied singen. Ein Lied, das beschreibt, warum wir heute hier zusammengekommen sind, warum wir gemeinsam Gottes Wort hören wollen, warum wir im zweiten Teil auch das Abendmahl feiern, gemeinsam singen und überhaupt, warum du auf dieser Erde bist. Was ist das Ziel von all dem? Alles geschieht zu Gottes Ehre.
Das wollen wir im ersten Lied gemeinsam zum Ausdruck bringen: Soli Deo Gloria – allein zu deiner Ehre. Allein zu deiner Ehre hast du die Allein. Allein ich steh ein Schuh ein zu Dein. Du hast, Christi, uns mit dir selbst versöhnt zum Lob, als deiner Gnade und Spannigkeit. Stimmt zuvor ein zu Dein und Salmsang ein Ort. Durch das deinen Schein um dein Unterpräsid in der Lage seid.
Ihr dürft gerne aufstehen.
Die Bedeutung der Ehre Gottes im Gottesdienst
Allein zu deiner Ehre, so haben wir es zum Ausdruck gebracht, fällt es uns nicht immer leicht, das zu leben. Doch es ist dein Ziel für uns, dass die Ehre allem gilt, was wir mit dir erfahren und erleben. Diese Ehre soll auf dich fallen und auch an diesem Tag durch das, was wir gemeinsam zum Ausdruck bringen, gemäht werden.
Wir betrachten dein Wort miteinander und hören dich daraus reden. Auch das soll deine Ehre vergrößern. Dich groß machen in unserem Leben, ja, dich einfach verherrlichen.
Danke, dass du dein Wort in unsere Mitte stellst, sagt Markus in diesem Dienst, den er tut. Auch die Kinder, die dann in den Kinderstunden ihren Unterricht haben, sollen erleben, dass du groß bist und dass deine Ehre das ist, was auch ihr Leben ausmachen soll.
Danke, dass du uns ermöglichst, das alles zu tun: dich zu erfahren und gemeinsam dich anzubieten. Danke für den Tag, für die Zeit miteinander und für das, was du uns schenken willst. Amen!
Ja, nehmt Platz! Dann wollen wir mit den Kindern ein gemeinsames Kinderlied singen. Danach gehen die Kinder in die Kinderstunden. Dazu Gottes Segen euch!
Und dann hören wir auch die Botschaft von Markus. Danke schon mal!
Gemeinsames Kinderlied als Ausdruck des Glaubens
Er hält die ganze Welt in seiner Hand. Er hält die ganze Welt in seiner Hand. Er hält die ganze Welt in seiner Hand. Er hält die ganze Welt in seiner Hand. Er hält die ganze Welt in seiner Hand.
Er hält den Regen und den Wind in seiner Hand. Er hält den Regen und den Wind in seiner Hand. Er hält den Regen und den Wind in seiner Hand. Er hält den Regen in seiner Hand.
Er hält die ganze Welt in seiner Hand. In seiner Hand hält er die Sonne und den Mond. In seiner Hand hält er die Sonne und den Mond. In seiner Hand hält er die Sonne und den Mond.
In seiner Hand hält er das Leben und den Tod. In seiner Hand hält er das Leben und den Tod. In seiner Hand hält er die ganze Welt und mich. In seiner Hand hält er mich.
Einführung in das Thema Spaltung und Einheit
Einen wunderschönen guten Morgen! Heute haben wir ein sehr spannendes Thema vor uns, besonders wenn man in einer Gemeinde eingeladen ist. Wir möchten uns nämlich über das Thema Spaltung unterhalten – und zwar nicht über Kernspaltung, sondern über Streit. Streit in der Gemeinde, Streit in Beziehungen, vielleicht Streit mit einem Partner, Parteiungen innerhalb der Gemeinde und die Spaltung in der Gesellschaft, die immer stärker zunimmt.
Mit jeder neuen Regelung hat man oft das Gefühl, dass die Spaltung noch größer wird. Natürlich macht das auch vor der Gemeinde keinen Halt. Die Frage ist: Wie können wir uns davor schützen? Und zwar nicht nur vor der Spaltung an sich, sondern auch davor, dass man beginnt, dem anderen zu misstrauen und sich kleine Gruppierungen in der Gemeinde bilden.
Wie können wir uns davor schützen? Welches Mittel gibt uns die Bibel gegen Streit und Spaltung? Was ist der Schlüssel zu Frieden und Einheit? Wenn ihr eine Bibel dabei habt, könnt ihr schon einmal Gottes Wort aufschlagen – und zwar im Philippabrief. Den Abschnitt, den wir heute lesen, könnte man auch überschreiben mit den Worten „Weihnachten aus Gottes Perspektive“.
Nun, es ist schon ein paar Wochen her, ich weiß, ich bin etwas zu spät, aber der Zusammenhang, in dem Paulus diese Worte niederschreibt, ist heute genauso relevant wie damals. Und er gilt das ganze Jahr über.
Das Thema für heute ist die Demut Gottes – die Demut Gottes als Schlüssel zur Einheit. Am Ende werden wir auch sehen, was diese Demut Gottes mit unserem Streit, mit der Spaltung, die vielleicht manchmal bei uns herrscht, und mit dem Thema Einheit zu tun hat und wie das Ganze zusammenhängt.
Die Demut Jesu als Vorbild für Einheit
Wir lesen in Philipper 2,5-11:
Philipper 2,5: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war. Er, der in der Gestalt Gottes war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein. Stattdessen entäußerte er sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde den Menschen gleich. In seiner äußeren Erscheinung als Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist. Damit in dem Namen Jesu sich alle Knie beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind. Und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters."
Ich möchte direkt mit euch in den Text einsteigen. Am Ende werden wir noch einmal auf den Zusammenhang eingehen, in dem Paulus diesen Abschnitt schreibt.
Wir betrachten zwei Punkte und richten unseren Fokus auf die Verse 6 bis 8. Der erste Punkt ist die Erniedrigung Jesu, genauer gesagt die Erniedrigung und der Gehorsam Jesu. Dabei legen wir den Hauptaugenmerk auf die Erniedrigung Jesu.
Die innere Einstellung als Grundlage des Verhaltens
Und wenn ihr in den Text schaut, steht dort im Vers fünf das Wort „Gesinnung“. Es ist die Gesinnung Jesu gemeint. Dort heißt es, ich sollte gesinnt sein, wie Christus Jesus auch war.
Dieses Wort „Gesinnung“ spricht von der inneren Einstellung, die ein Mensch hat, von der Art und Weise, wie er denkt. Das Besondere an dieser inneren Einstellung, an dieser Gesinnung, ist, dass man sie am Verhalten erkennen kann. Man sieht am Verhalten, wie ein Mensch im Inneren denkt.
Zum Beispiel: Wenn du schlecht über jemanden redest, liegt das nicht daran, dass dir aus Versehen mal etwas rausgerutscht ist. Vielmehr zeigt sich darin deine innere Einstellung gegenüber dieser Person.
Oder wenn ihr zum Beispiel Fußball schaut, Sport verfolgt oder selbst spielt: Man sieht an der Art und Weise, wie sich ein Spieler auf dem Platz verhält, seine innere Einstellung. Du merkst sofort, ob er wirklich Lust hat zu spielen, ob er sein Bestes gibt oder ob er lieber auf dem Sofa sitzen möchte.
Man sieht die innere Einstellung am Verhalten. Auch jetzt, an deinem Gesichtsausdruck und an der Art, wie du da sitzt, erkennt man die innere Einstellung, die du zu diesem Gottesdienst hast. Auch dein Gegenüber merkt das.
An der Art und Weise, wie du mit ihm redest, erkennt dein Gegenüber deine innere Einstellung. Er sieht und merkt, was du von ihm denkst, was du von dir selbst hältst und ob du überheblich bist.
An deinem Verhalten wird diese innere Einstellung, die Gesinnung, sichtbar. Auf dieselbe Weise sehen wir auch an dem, was Jesus tut, wie seine Gesinnung ist.
Paulus nimmt uns mit in diese Herrlichkeit Gottes und zeigt uns die Einstellung Gottes. Er zeigt uns die Art und Weise, wie Gott denkt. Wir sehen die Demut Gottes.
Die wahre Bedeutung von "Gestalt Gottes"
In Vers 6 heißt es: „der, als er in der Gestalt Gottes war“. Das Wort „Gestalt“ ist hier etwas unglücklich übersetzt und kann leicht missverstanden werden. Wenn wir an „Gestalt“ denken, meinen wir oft die äußere Form oder den Umriss einer Person. Wenn wir eine Person noch nicht klar erkennen können, etwa weil es dunkel oder neblig ist, sehen wir nur die Umrisse, die Form – also die Gestalt.
Paulus möchte hier jedoch nicht sagen, dass Jesus dieselbe äußere Form wie Gott hat oder äußerlich so aussieht wie Gott. Das Wort „Gestalt“ bezieht sich hier auf das Wesen, den Charakter und die Eigenschaften. Es geht nicht um das äußere Erscheinungsbild. Es heißt also nicht, dass Jesus das äußere Aussehen Gottes hatte, sondern dass er dem Wesen Gottes entspricht. Jesus besitzt Gottes Eigenschaften und entspricht seinem Charakter.
William Barclay möchte dieses Wort mit einem Beispiel erklären. Er unterscheidet zwischen der „Gestalt“, wie sie in der Bibel verwendet wird, und der „Form“ oder dem Umriss, wie wir sie im Alltag verstehen. Er schreibt: Die wesentliche Gestalt im Sinne, wie Paulus sie hier verwendet, ist bei jedem Menschen zum Beispiel die Menschlichkeit. Diese ändert sich nie. Die äußere Form hingegen ändert sich ständig. Ein Baby, ein Kind, ein Jugendlicher, ein Mann mittleren Alters und ein alter Mann haben immer die Gestalt der Menschlichkeit, aber ihre äußere Form verändert sich ständig.
Demnach war Christus nicht äußerlich wie Gott, sondern er ist dem Vater in jeder Hinsicht gleich. Das bestätigen auch andere Stellen in der Bibel. Im Hebräerbrief 1 heißt es über Jesus: „Er ist die Ausstrahlung der Herrlichkeit des Vaters und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft.“ Dies zeigt, dass Jesus in der Gestalt Gottes ist.
Die Präexistenz Jesu und seine Gleichheit mit Gott
Wenn ihr den Text betrachtet, seht ihr, dass das Wort „war“ im Griechischen eigentlich nicht in der Vergangenheitsform steht, sondern in der Gegenwart. Das bedeutet, es heißt eigentlich: „Er ist in der Gestalt Gottes.“ Dieses kleine Wörtchen spricht von seinem Sein, von seiner Existenz, von einem anhaltenden Zustand. Er war Gott, er ist Gott und er wird auch immer vollkommen Gott sein. Jesus existiert seit ewigen Zeiten vollständig und ganz und gar.
Der Grund, warum man sich dennoch entschieden hat, es mit „war“ zu übersetzen, wird durch den Zusammenhang deutlich. Wenn ihr in Vers 7 schaut, heißt es: „Er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen.“ Dort beschreibt Paulus, was eigentlich zu Weihnachten geschehen ist. Vers 6, den wir uns gerade angeschaut haben, spricht von der sogenannten Präexistenz Jesu. Jesus existierte bereits, bevor er hier auf der Erde lebte. Er existierte schon vor seiner Geburt, und Jesus selbst bestätigt das. In Johannes 8,58 sagt er: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.“
Auch im Alten Testament wird bereits über Christus prophezeit. Dort wird Christus vorgestellt und ihm werden verschiedene Namen gegeben. Es heißt: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Man nennt seinen Namen …“ Und dann folgt eine Auflistung der Namen, einer davon ist „Ewig Vater“ oder wörtlich „Vater der Ewigkeiten“. Das bedeutet, aus ihm gehen die Ewigkeiten hervor.
Eine weitere Stelle im Alten Testament bestätigt das ebenfalls: „Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda, aber aus dir soll mir hervorgehen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist.“ Er ist also „von den Tagen der Ewigkeit her gewesen.“ Das bedeutet, in Bethlehem ist Jesus aus der Ewigkeit heraus in unsere Zeit getreten.
All diese Verse machen eines deutlich: Jesus existiert seit ewigen Zeiten als vollständig und ganz und gar vollkommener Gott.
Jesu Verzicht auf göttliche Privilegien
Aber er, als er in den Text schaut, heißt es, hielt es nicht wie einen Raub fest, Gott gleich zu sein. Und dieses Wort „Gott gleich zu sein“ – dieses Wort „gleich“ spricht von etwas, das gleich ist, sei es Anzahl, Größe oder Qualität. Paulus spricht hier von völliger Gleichheit, von völliger Übereinstimmung. Er ist vollkommen Gott.
Eine andere Stelle in Johannes 14 spricht ebenfalls davon. Jesus sagt zu Philippus: „So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Es macht also keinen Unterschied, ob wir Jesus oder den Vater sehen, weil sie so vollkommen gleich sind.
„Aber er hielt nicht daran fest“, lesen wir. Diese Formulierung „wie einen Raub festhalten“ hat zwei Nuancen von Bedeutungen. Zum einen kann es bedeuten, dass man etwas mit Gewalt festhält, was man besitzt. Man ist bereit, Gewalt anzuwenden, damit man das, was man hat, nicht verliert – etwas festhalten, sich an etwas festklammern.
Jesus besaß alle Rechte und Privilegien Gottes. Er ist ewiger Gott und konnte das niemals verlieren. Trotzdem klammert er sich nicht daran. Er hielt nicht mit Gewalt daran fest. Jesus lehnte es ab, sich selbstsüchtig an diese bevorzugte Position als Gott zu klammern, um in diese Welt zu kommen.
Das Wort für „Raub“ kann aber auch bedeuten, dass man seine Stellung ausnutzt, wenn man eine besonders hohe Stellung hat – dass man sie zu seinem eigenen Vorteil nutzt. Nun, er hat seine Macht und seine Autorität nie zu seinem persönlichen Vorteil ausgenutzt.
In Matthäus 26 wird Jesus gefangen genommen. Da sagt er zu Petrus: „Oder meinst du nicht, ich könnte meinen Vater bitten, und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel zur Seite stellen?“ Er hat also die Autorität und die Macht, sich jederzeit eine Armee von Engeln zu holen, die ihn da herausreißen. Aber er tut es nicht.
Der Zusammenhang macht doch klar, warum: Weil er sich vollkommen dem Willen des Vaters untergeordnet hat. Jesus hat niemals seine Autorität und seine Macht als Gott für egoistische Ziele ausgenutzt. Er hat sich nicht an seine Privilegien und seine Stellung als Gott festgeklammert, sondern entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen.
Die Kenosis-Lehre: Jesu Selbstentäusserung
Nun, „er entäußerte sich“ bedeutet wörtlich „er entleerte sich“. Von diesem griechischen Wort, das hier für „entleeren“ oder „entäußern“ verwendet wird, stammt der Begriff Kenosis in der Theologie ab. Kenosis ist die Lehre von der Menschwerdung Jesu.
Doch von was entleerte sich Jesus? Entleerte sich Jesus seiner Gottheit, sodass er hier auf Erden nicht mehr Gott war? Oder vielleicht nur von einem Teil seiner Gottheit?
Es gibt ein wichtiges Prinzip in der Hermeneutik. Hermeneutik ist die Lehre der Auslegung der Bibel. Dieses Prinzip besagt, dass die Bibel sich immer selbst auslegt. So auch an dieser Stelle.
Von was hat sich Jesus entleert? Was hat er zurückgelassen, was hat er aufgegeben, als er Mensch wurde?
Das erste, was wir in der Bibel sehen, ist, dass Jesus sich seiner Herrlichkeit entleerte. In Johannes 17,5 heißt es: „Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.“
Jesus verlässt also die Herrlichkeit beim Vater und setzt sich Verleugnung, Unglauben, falschen Anschuldigungen und Verfolgungen von sündigen Menschen aus. Seine Herrlichkeit war verborgen.
Auch das wird schon im Alten Testament prophezeit. Schaut in Jesaja 53: „Wie ein kümmerlicher Spross wuchs er vor ihm auf, wie ein Trieb aus dürrem Boden. Er war weder stattlich noch schön, er war unansehnlich und gefiel uns nicht. Er wurde verachtet, und alle mieden ihn. Er war voller Schmerz, mit Leiden vertraut, wie einer, dessen Anblick man nicht mehr erträgt. Er wurde verabscheut, und auch wir verachteten ihn.“
Er entleerte sich seiner Herrlichkeit.
Jesu Gehorsam und Unterordnung unter den Vater
Jesus entäußerte sich seiner Autorität, er legte seine unabhängige göttliche Autorität ab und unterordnete sich vollständig dem Willen des Vaters.
An mehreren Stellen macht er dies deutlich. So sagt er in Johannes 5,30: „Ich kann nichts von mir selbst aus tun; wie ich höre, so richte ich. Und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat.“
Auch in Johannes 6,38 heißt es: „Denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“
Darüber hinaus zeigt Jesus diese Haltung auch in seinem Gebet im Garten Gethsemane. In Matthäus 26 sagt er: „Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“
Weitere Aspekte der Selbstentäusserung Jesu
Ein dritter Punkt ist, dass Jesus sich seiner himmlischen Reichtümer entleerte. In 2. Korinther 8 heißt es: „Denn ihr kennt ja die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, obwohl er reich war, um eurer willen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich wurdet.“
Ein vierter Punkt ist, dass Jesus sich kurzzeitig seiner tiefen Beziehung zum Vater entleerte. In Matthäus 27, am Kreuz, steht: „Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, Lama Sabachthani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Jesus hat sich jedoch nie seiner Gottheit entleert. Er war Gott, er ist Gott und er wird immer Gott sein. Er hat aber abgelehnt, seine göttlichen Vorrechte und Privilegien in Anspruch zu nehmen. Ebenso hat er es abgelehnt, seine göttliche Macht und Autorität für sich selbst auszunutzen. Er hing nicht an seinen göttlichen Vorrichtungen und nutzte sie auch nicht für eigene egoistische Ziele.
Dies zeigt die Gesinnung Jesu, seine Einstellung und die Art und Weise, wie er denkt. Es offenbart seine Demut und seinen Charakter.
Macht als Offenbarung des Charakters
Nun, wie erkennt man den Charakter eines Menschen? Wie kann man feststellen, was der wahre Charakter eines Menschen ist und was wirklich in ihm vorgeht? Was kann man in einer solchen Situation tun?
Ganz einfach: Gib ihm Macht. Gib ihm Macht und Privilegien. Gib einem Menschen Macht und die Freiheit, diese Macht auszuüben, ohne dass er jemals die Konsequenzen seines eigenen Handelns selbst tragen muss.
Gib einem Menschen unabhängige Macht – Macht, die er ausleben kann, wann und wo er will, ohne dafür Rechenschaft ablegen zu müssen. Dann wird sich sein wahrer Charakter zeigen.
Je mehr Macht ein Mensch hat und je weniger er Rechenschaft für sein Verhalten ablegen muss, desto mehr wird sein verdorbener Charakter zum Vorschein kommen.
Solange ein Mensch anderen für sein Verhalten Rechenschaft ablegen muss und die Konsequenzen für sein eigenes Tun selbst tragen muss, wird sein Inneres zurückgehalten. Sein wahrer Charakter wird nicht zum Vorschein kommen, weil er Angst vor den Konsequenzen hat, die er selbst tragen muss.
Aber je mehr Macht ein Mensch erhält und je weniger er anderen gegenüber Rechenschaft über sein Verhalten ablegen muss, desto mehr wird sein wahrer Charakter sichtbar.
Man sagt oft, Macht verdirbt den Charakter. Doch das ist völliger Unsinn.
Macht zeigt vielmehr, was tatsächlich in uns ist. Macht offenbart den wahren Charakter eines Menschen.
Ein Mensch, der viel Macht hat und niemandem Rechenschaft über sein Tun schuldig ist, bringt das hervor, was bereits zuvor in seinem Herzen war.
Deshalb gibt es bei uns Gewaltenteilung. Eine Gewalt kontrolliert die andere auf korrektes Verhalten.
Die Polizei kann nicht einfach tun, was sie will. Sie muss Berichte schreiben und es muss sichergestellt werden, dass alles, was sie getan hat, mit rechten Dingen zugeht.
Sie kann nicht einfach machen, was sie will. Sie muss Rechenschaft über ihr Handeln ablegen, weil man weiß – auch aus der Geschichte – dass von einem Menschen nichts Gutes zu erwarten ist, vor allem von jemandem, dem viel Macht gegeben wird, ohne dass er sich für sein Tun verantworten muss.
Der Charakter des Menschen kommt zum Vorschein, weil es nichts mehr gibt, das das Böse in ihm zurückhält.
Die Demut Gottes als Vorbild
Nun aber braucht Gott keine Gewaltenteilung. Sein Charakter ist rein und schön. Gerade bei ihm, dem allmächtigen Gott, der niemandem Rechenschaft schuldig ist, zeigt sich genau dieser reine Charakter.
Obwohl er alle Macht besitzt, entäußert er sich selbst und nimmt die Gestalt eines Knechtes an. Hier erscheint wieder dasselbe Wort wie in Vers sechs: Er war in der Gestalt Gottes. Jesus besitzt das Wesen Gottes und die Privilegien sowie Vorrechte Gottes. Doch er klammert sich nicht an diese fest, sondern nimmt das Wesen, die Vorrechte und die Privilegien eines Knechtes an.
Das griechische Wort, das hier verwendet wird, bedeutet eigentlich gar nicht Knecht, sondern ist das Wort Doulos. Es meint eigentlich einen Sklaven. Jesus zog also nicht nur äußerlich das Kleid eines Sklaven an, sondern er wurde tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Sklaven.
Die völlige Selbsthingabe Jesu
Nun, welche Privilegien oder Vorrechte hat ein Sklave? Gar keine. Ein Sklave besitzt überhaupt nichts. Selbst die Kleidung, die er trägt, gehört seinem Herrn. Alles, was er besitzt, sogar sein eigenes Leben, gehört dem Herrn.
Jesus besaß ebenfalls rein gar nichts. Er musste sich einen Esel leihen, um nach Jerusalem hineinzukommen. Auch einen Raum musste er mieten, um das Abendmahl zu feiern. Selbst das Grab, in das er gelegt wurde, war nur geliehen. Zwar brauchte er es nur für drei Tage, aber es war ebenfalls nichts Eigenes.
Derjenige, der alles erschaffen hat, beansprucht nichts als seinen Besitz. Der Herr der Herren wird zum Sklaven derer, die unter die Sünde versklavt sind. Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.
Er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Sklaven an und wurde wie die Menschen.
Die Menschwerdung Jesu in ihrer ganzen Realität
Und dieses Wörtchen „wie“ an dieser Stelle spricht nicht von absoluter Gleichheit, sondern von Ähnlichkeit. Er ist vollkommen gleich mit Gott dem Vater, aber er war nicht vollkommen gleich mit dem Menschen.
Er ist wie die Menschen. Er hatte nicht diese Verdorbenheit in sich, diese Sündennatur, also die Unfähigkeit, nicht zu sündigen. Ansonsten wurde er genau wie alle anderen Menschen. Er war ein echter Mensch unter Menschen.
Er war so offensichtlich ein Mensch wie andere auch, dass nicht einmal seine Familie, seine Jünger oder seine Geschwister von seiner Gottheit wussten – wenn Gott es ihnen nicht offenbart hätte. Er war offensichtlich ein ganz normaler Mensch ohne die Sünde, aber sonst ein ganz normaler Mensch.
Der Schöpfer wird selbst geschaffen; er wird seinen Geschöpfen gleich. Der, der deine Beine erschaffen hat, muss selbst wieder laufen lernen. Der, der das Wort ist, der sprach und es wurde ein ganzes Universum, muss selbst widersprechen lernen.
Der Schöpfer muss den Befehlen und den Regeln sterblicher Eltern gehorchen. Er ist der Schöpfer seiner eigenen Mutter und hat trotzdem das Gebot „Ehre deinen Vater und deine Mutter“ vollkommen erfüllt.
Jesu Kindheit und menschliche Schwächen
Nun, wir lesen zwar wenig über seine Kindheit, aber ich denke, er ist wie jedes andere Kind aufgewachsen. Er hat ganz normal in die Windeln gemacht, wie seine Geschwister auch. Als Kind brauchte er genau wie jedes andere Kind die Aufmerksamkeit und Fürsorge seiner Eltern.
Der ewige Gott benötigte die Fürsorge sterblicher Eltern. In gewisser Hinsicht wuchs und entwickelte er sich wie alle anderen Kinder. So heißt es in Lukas 2,52: "Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen."
Er hatte Schwächen wie jeder andere Mensch. Er wurde hungrig, er wurde durstig. Er litt Schmerzen und empfand Traurigkeit. Wie andere Menschen wurde er müde und schwach. Auch er brauchte Schlaf. Einmal war er so müde, dass selbst ein Sturm ihn nicht aufwecken konnte – so erschöpft war er.
Von Geburt an war er umgeben von Sündern, während er vollkommen sündlos war.
Jesu Umgang mit Menschen und sein Charakter
Also, der ewige Gott muss miterleben, wie seine Halbgeschwister ständig um irgendwelche Kleinigkeiten streiten, um Spielsachen oder um irgendetwas anderes. Und in seinem ganzen Leben geht das so weiter.
Er muss sich mit der Kleingläubigkeit der Jünger herumschlagen. Er muss ihre Engstirnigkeit ertragen und ihnen Dinge zweimal, dreimal erklären. Selbst dann haben sie es manchmal noch nicht verstanden.
Er musste die Volksmenge ertragen, die immer wieder zu ihm kam und ihn nie in Ruhe ließ. Und er wusste, warum die meisten zu ihm kamen. Sie kamen nicht, weil sie wirklich Interesse an ihm hatten. Es waren Schaulustige, die die großen Wunder sehen wollten. Andere kamen einfach nur, um geheilt zu werden. Die wenigsten hatten Interesse an ihm und an dem, was er sagte – und er wusste das.
Sie jubelten ihm zu und wollten ihn zum König haben. Aber auch das nur, weil sie wussten, dass er Wunder tun konnte und sie mit Brot versorgen konnte. Dasselbe Volk rief ein paar Tage später: „Kreuzige ihn!“
Er musste sich ständig mit den Pharisäern und Schriftgelehrten auseinandersetzen – immer und immer wieder dieselben dummen Fragen.
Und zu guter Letzt waren da noch die armseligsten Menschen dieser Zeit, der Abschaum der Gesellschaft: die Zöllner, die Huren, die, die ihn besonders nötig hatten. Keinen einzigen dieser Menschen hat Jesus jemals herablassend oder arrogant behandelt. Keinen einzigen.
Er, der Schöpfer des Universums, ist ihnen demütig, sanftmütig und mitführend begegnet. Und du nimmst dir heraus, einen anderen von oben herab zu behandeln, nur weil du etwas besser weißt oder etwas besser kannst.
Jesu Demut und Geduld als Vorbild
Nun, Jesus ist allwissend und allmächtig. Trotzdem achtet er die anderen höher als sich selbst. Er kam von oben herab, doch hat er niemals jemanden von oben herab behandelt.
Den Jüngern begegnete er immer wieder mit Geduld, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Er nahm sich Zeit, um es ihnen noch einmal zu erklären. Der Volksmenge begegnete er mit Mitgefühl. In Markus 6,34 heißt es: Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl, denn sie waren wie Schafe ohne Hirten. Deshalb nahm er sich viel Zeit, um sie zu belehren.
Nun sieht man, wie armselig unser Stolz und unser Hochmut ist, wenn wir diese Demut Jesu vor Augen haben. Der allmächtige, souveräne Gott offenbart seinen Charakter, zeigt seine Gesinnung und die Demut Gottes. Demut äußert sich aber nicht nur in Erniedrigung und darin, dass man mehr auf die anderen schaut.
Demut zeigt sich auch in Gehorsam. Gehorsam gegenüber dem Vater. Demut und Gehorsam gegenüber Gott gehören untrennbar zusammen. Ein stolzer Mensch ist auch immer ein ungehorsamer Mensch. Umgekehrt wird ein gehorsamer Mensch niemals von Stolz gekennzeichnet sein.
Demut und Gehorsam gehören untrennbar zusammen. Das wird in Vers 8 deutlich. In seiner äußeren Erscheinung als Mensch erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.
Jesu Leiden und Tod als Ausdruck von Demut und Gehorsam
Die äußere Erscheinung in Vers 8 bezieht sich tatsächlich auf die äußere Gestalt, also die Form. Er wurde als einfacher Mensch wahrgenommen. Zu der gesamten Demütigung in seiner Menschwerdung kommt hinzu, dass jeder ihn nur als einen einfachen Menschen betrachtete und ihn auch so behandelte.
Doch er erniedrigte sich selbst. Er unterordnete sich nicht nur dem Willen des Vaters. Der Schöpfer ordnet sich auch seinen Geschöpfen unter. Er wurde verspottet, zu Unrecht beschuldigt, bespuckt, mit Fäusten geschlagen und gegeißelt. Trotzdem verteidigte er sich nicht. Er war nie verbittert, nie fordernd und nie anklagend.
Er lehnte es ab, seine Rechte als Gott einzufordern. Sogar seine Rechte als Mensch, sein Recht auf ein gerechtes Urteil, lehnte er ab. Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.
Wenn wir uns die ganze Demütigung Jesu anschauen, würde man eigentlich erwarten, dass er irgendwann an den Punkt kommt, an dem er sagt: „Okay, jetzt reicht es.“ Doch er unterwirft sich dem Willen des Vaters. Er wurde gehorsam bis zum Tod, weil das der Wille des Vaters war. Und es war Jesu Wille, den Willen des Vaters vollkommen zu erfüllen.
Deshalb war er bereit, sich so weit zu demütigen, dass er sogar bereit war, am Kreuz zu sterben. Er wollte den Willen des Vaters erfüllen.
Die Grausamkeit der Kreuzigung
Die Kreuzigung ist eine der grausamsten, schmerzhaftesten und schändlichsten Formen der Hinrichtung, die sich je ein Mensch ausgedacht hat. Sie war den Sklaven, den niedrigsten Verbrechern und den Staatsfeinden vorbehalten. Ein römischer Bürger durfte niemals gekreuzigt werden.
Ein englischer Autor beschreibt die Kreuzigung folgendermaßen: Ein Tod durch Kreuzigung scheint alles zu beinhalten, was Schmerz und Tod an Schrecklichem und Grauenhaftem haben können. Schwindel, Krämpfe, Durst, Hunger, Schlaflosigkeit, traumatisches Fieber, Scham, Öffentlichkeit der Schande und lange anhaltende Qualen – all das wird bis zu dem Punkt verstärkt, an dem es kaum noch ertragen werden kann. Doch es bleibt knapp unter dem Punkt, der dem Leidenden die Erleichterung der Bewusstlosigkeit verschaffen würde.
Die unnatürliche Haltung macht jede Bewegung schmerzhaft. Die zerfetzten Venen und zerquetschten Sehnen pochen mit unaufhörlicher Qual.
Nun war Christus bereit, all das für dich zu erleiden, weil er dem Willen des Vaters gehorsam sein wollte und weil er vollkommen demütig ist.
Die Verbindung von Demut und Einheit in der Gemeinde
Nun, was hat das alles mit Spaltung und Streitigkeiten zu tun?
Unser Abschnitt beginnt in Vers 5 mit dem Wort „Denn“, einem Bindewort. Paulus knüpft damit unmittelbar an den vorherigen Abschnitt an. In Vers 2 schreibt Paulus die folgenden Worte: „Macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das eine bedacht.“
Offensichtlich gab es Uneinigkeiten in der Gemeinde in Philippi. Es lag noch keine Spaltung vor, die Gemeinde bestand weiterhin, aber es gab Streitigkeiten, Verteilungen und Gruppenbildungen. In Kapitel 4 geht Paulus auch explizit auf einen Streit zwischen zwei Frauen ein. Er schreibt ihnen, dass sie sich wieder vertragen sollen.
Paulus möchte Einheit in der Gemeinde erreichen und gibt ihnen den Schlüssel für diese Einheit. In Vers 3 heißt es: „Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des Anderen.“
Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Jesus Christus auch war. Demut ist der Schlüssel zur Einheit. Es gibt keine Einheit ohne Demut.
Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns mit dem, was an Weihnachten passiert ist, auch das ganze Jahr über beschäftigen. Dort offenbart Gott seine Demut und seinen Charakter. Nur wenn wir seinem Charakter nachahmen und seine Gesinnung annehmen, ist wirkliche Einheit möglich.
Selbstprüfung: Wie steht es um deine Demut?
Deswegen möchte ich euch ein paar Fragen stellen, die zeigen, woran man Demut erkennt. Ich lade dich ein, dich anhand dieser Liste von Fragen zu prüfen: Wie steht es um deine Demut?
Die erste Frage ist auch gleich die grundlegendste: Vertraust du Gott? Vertraust du seinem Charakter?
Im zweiten Teil unseres Textes, mit dem wir uns jetzt nicht beschäftigt haben, schreibt Paulus die folgenden Worte in Vers 11: „Und jeder wird anerkennen, Jesus Christus ist der Herr, so wird Gott der Vater geehrt.“ Jeder wird erkennen, dass Christus der Herr ist. Aber nur wer dies bereits hier auf dieser Erde tut, wird die Ewigkeit in seiner Herrlichkeit und nicht in seiner Hölle verbringen.
Demut beginnt mit der Erkenntnis und dem Bekenntnis, dass Christus der Herr ist. Demut beginnt damit, dass man sein Vertrauen auf Jesus wirft. Vertraust du ihm? Oder nimmst du dir manchmal einfach das Recht heraus, diesen allmächtigen und vollkommenen Gott in Frage zu stellen und ihn zu verurteilen?
Ist dein Augenmerk auf Christus oder eher auf dich selbst gerichtet? Betest du regelmäßig? Oft? Und lange? Betest du im Sinne der Bibel oder eher so, wie du selbst es für richtig hältst?
Bist du immer wieder überwältigt von Gottes unverdienter Gnade und Güte? Treibt dich diese Gnade immer wieder in die Anbetung? Begegnet du deinen Mitmenschen in Ehrfurcht? Begegnet du ihnen in Dankbarkeit? Zeigst du Milde und Geduld gegenüber deinen Mitmenschen?
In Römer 12, Vers 16 warnt Paulus uns und sagt, dass wir uns nicht selbst für klug halten sollten. Denkst du manchmal hoch von dir selbst, dass du der Klügere bist? Oder hast du ein gesundes Einschätzungsvermögen deiner eigenen Begabungen und Fähigkeiten? Oder überschätzt du dich eigentlich regelmäßig selbst?
Bist du ein guter Zuhörer? Sprichst du nur über andere, wenn es ihnen zum Wohl dient? Oder sprichst du lieber dann über andere, wenn es sie schlecht dastehen lässt, dich aber in einem guten Licht darstellt?
Ordnest du dich Autoritäten bereitwillig und gehorsam unter, egal ob es der Chef in der Arbeit oder die Regierung ist? Achtest du andere höher als dich selbst?
Bist du dankbar für Kritik und Zurechtweisung? Oder platzt dir der Kragen, wenn sich jemand herausnimmt, dich zu kritisieren? Bist du belehrbar? Bist du bereit dazu, dass andere dir etwas lehren?
Bist du stets darum bemüht, andere aufzubauen? Oder bist du eher damit beschäftigt, sie niederzumachen?
An die Galater schreibt Paulus: „Dient einander in Liebe.“ Bist du stets dazu bereit, anderen zu dienen? Bist du schnell dazu bereit, zuzugeben, wenn du Unrecht getan hast? Oder ist es dann doch meistens dein Partner, der als Erster nach einem Streit zu dir kommt und die Versöhnung anbietet?
Bist du schnell dazu bereit, die Sünde deines Nächsten zu vergeben? Und bist du genauso schnell dazu bereit, deine eigene Sünde zu bekennen? Führst du ein Leben, das von Buße gekennzeichnet ist?
Weshalb sagt Jesus in der Bergpredigt: „Weshalb siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, bemerkst aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht?“ Erkennst du deine eigenen Unzulänglichkeiten, deine eigenen Fehler und Schwächen? Und erfreust du dich grundsätzlich an deinen Mitmenschen?
In Römer 12, Vers 15 heißt es: „Freut euch mit denen, die sich freuen.“ Kannst du dich mit jemand anderem freuen, wenn er sich freut, auch wenn es dir vielleicht gerade nicht so gut geht?
Bist du ehrlich darüber, wer du bist? Und bekennst du auch, wo du noch Wachstum benötigst?
Die praktische Umsetzung von Demut in der Gemeinde
Nun, Gott will, dass die Philippa in Einheit miteinander leben. Um diese Einheit zu erreichen, ist Demut notwendig. Das heißt, jeder Einzelne trägt seinen Teil zur Einheit in der Gemeinde bei, indem er auf die Bedürfnisse seines Nächsten achtet.
Paulus geht sogar noch einen Schritt weiter. Er sagt ihnen, dass sie den anderen höher achten sollen als sich selbst. Dabei sollen sie ihre Privilegien und Rechte hinten anstellen und ihren Stolz überwinden.
Christus ist hier das perfekte Vorbild. Er war bereit, seine Vorrechte, seine Herrlichkeit und die Ewigkeit zu verlassen, um nicht nur Mensch, sondern sogar Diener der Menschen zu werden.
Darum hat Gott ihn auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist. So soll in dem Namen Jesu sich alle Knie beugen – die derer im Himmel, auf Erden und unter der Erde. Und alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. Amen.
