Serie•Teil 8 / 10Gesellschaftlich akzeptierte Lügen
Generierte Mitschrift
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Einordnung und Ausgangspunkt
Gesellschaftlich akzeptierte Lügen entlarven und bewerten.
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und heute geht es um Spiritualität.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich mir beim Sport eine Arte-Dokumentation mit dem Titel „Moderne Spiritualität – der Traum vom optimierten Ich“ angeschaut habe und fast nicht glauben konnte, was ich sah. Eine Messehalle in München voller Menschen, die ihre Hände in die Höhe strecken und erwarten, dass das Universum sie mit Energie auflädt. Sorry, da fällt mir nicht mehr viel ein.
Woher die neue Spiritualität kommt
In unserer Episode heute geht es um Spiritualität oder Lüge Nummer acht: Du kannst Gott in dir finden.
Vielleicht fangen wir einmal damit an, dass wir uns fragen, woher die neue Spiritualität kommt. Und ich sage das so bewusst am Anfang, damit wir uns der Zerstörungskraft dieser Strömung bewusst werden, die sich nach außen hin so positiv, so beruhigend, menschenfreundlich, verbindend und demütig gibt.
Wenn wir uns mit Esoterik, New Age, Mystik oder neuer Spiritualität beschäftigen, dann begegnen wir dem Dämonischen. Wer mir das nicht glaubt, der mag einfach nur einmal schauen, woher die Einsichten dieser Richtung kommen. Am Anfang steht, soweit ich das sagen kann, immer die Begegnung mit dem Übernatürlichen, sei es ein Geist oder eine innere Stimme, die dann den Empfänger mit übernatürlichem Wissen versorgt.
Wo Gott sich für Christen in der Bibel offenbart, offenbart sich das vermeintlich Göttliche der Spiritualität im Menschen selbst. Lasst es mich bitte noch einmal in aller Deutlichkeit sagen: Wenn wir uns auf fernöstliche, spirituelle oder andere, den Verstand bewusst ausschaltende Praktiken einlassen, dann brauchen wir uns nicht darüber zu wundern, dass wir irgendwem begegnen. Nur einer wird es nicht sein: der Geist Gottes.
Warum nicht? Weil gerade er uns vor okkulten Praktiken warnt. So heißt es in 5. Mose 18,10-11: Es soll unter dir niemand gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, keiner, der Wahrsagerei treibt, kein Zauberer oder Beschwörer oder Magier oder Bandsprecher oder Totenbeschwörer oder Wahrsager oder der die Toten befragt.
So, das waren die okkulten Praktiken der damaligen Zeit. Mag sein, dass es heute noch andere okkulte Praktiken gibt, aber die Warnung bleibt bestehen. Und deshalb meine herzliche Bitte: Hände weg von spirituellen Übungen, auch wenn sie in einem christlichen Gewand daherkommen, und besondere Vorsicht, wenn ihr auf folgende Ideen stoßt.
Die Vorstellung eines allgegenwärtigen Göttlichen
Idee Nr. „Gott ist in allem und wir alle sind eins.“ Das ist ein Kerngedanke der neuen Spiritualität. Gott ist kein persönlicher Gott mehr, also nicht jemand, zu dem man eine Beziehung aufbauen kann. Stattdessen wird aus Gott ein göttliches Bewusstsein, eine göttliche Energie, die das Universum durchfließt und alles und jeden miteinander verbindet.
Formal ist das Pantheismus. Natürlich würde es aber kein Pastor so bezeichnen, wenn er Gott als Lebenskraft oder als die kreative Energie in der Schöpfung oder als eine nie endende göttliche Vitalität beschreibt. Und doch ist das dann nicht mehr Gott, sondern es ist Spiritualität in christlichem Gewand.
Deshalb lasst uns sehr vorsichtig sein, wenn wir davon lesen, dass zum Beispiel Jesus zwei Frauen ein Buch eingibt und dann Dinge sagt wie: „Wo deine Seele ist, da bin ich und warte auf dich. Komm nur zur Ruhe, um mit mir Gemeinschaft zu haben.“ Oder: „Vergiss nicht, in jedem von uns ist Gott. Ich kann in dir sehen, was kein Mensch sehen kann, den Gott in dir.“
Soweit die freien Übersetzungen aus dem Buch „God Calling“. Das ist übrigens das Buch, das Sarah Young inspirierte, ihre Botschaften von Jesus aufzuzeichnen. Und ihr ahnt schon, dass auch Sarah Youngs Jesus dann sagt: „I am above all as well as in all“ – ich bin über allem und genauso auch in allem.
Nein, ist er nicht. Jesus ist ein verherrlichter Mensch, der jetzt im Thronsaal Gottes herrscht, aber kein pantheistisches Konzept, das die Schöpfung irgendwie durchdringt. Man muss echt vorsichtig sein, wem man da glaubt.
Von dieser ersten falschen Idee ist es im klassischen Spiritismus nämlich nur ein kleiner Schritt zur zweiten falschen Idee.
Die Vergöttlichung des Menschen
Idee Nummer zwei: Du bist Gott. Irgendwie logisch, oder? Wenn Gott in allem ist, dann auch in mir. Also bin ich irgendwie ein kleiner Gott. Um das zu begreifen, braucht es nur ein bisschen Erleuchtung, oder, da wird es dann ganz pervers, ein Christusbewusstsein.
Es wird in der Spiritualität einfach behauptet, dass der Herr Jesus nicht Gott ist, der Mensch wurde, sondern ein Mensch war, der für sich erkannte, dass er eigentlich Gott ist. Und dieselbe Einsicht kann jeder Mensch haben. Finde das Licht in dir, glaube an dich selbst, du bist genug, alles, was du brauchst, steckt schon in dir, entfessle den Gott in dir.
Falls du denken solltest, dass dieser Gedanke, „Ich bin Gott, wenigstens ein kleiner Gott“, dass solche Gedanken niemals einen Christen betören könnten, weil sie so offensichtlich blasphemisch sind, dann schau einfach mal bei den Vertretern des sogenannten Wohlstandsevangeliums vorbei. Da gibt es ganz viele, die genau das sagen.
Aber zurück zur klassischen Spiritualität. Wie werde ich erleuchtet?
Der Weg über innere Leere und Achtsamkeit
Schräge Idee Nummer drei: Meditation ist der Weg zum höheren Bewusstsein. Also sich hinsetzen, still werden, nichts denken und schauen, wem man begegnet. Das Finden, was in mir steckt, das ist Meditation oder ihre kleine Schwester, die Achtsamkeitsübung.
Inzwischen habt ihr hoffentlich verstanden, dass Gott nicht in mir steckt. Und ich ihn da auch nicht finden kann, weil er sich auf diese Weise nicht finden lassen will. Dass wir uns richtig verstehen: Wer diesen Weg einschlägt, der wird etwas finden, keine Frage. Im besten Fall nur etwas Ruhe, im wahrscheinlicheren Fall, wie man das bei Sarah Young recht gut zeigen kann, einen betrügerischen Geist, der sich zwar für Jesus ausgibt, sich dann aber schon mal irrt, wenn er die letzten Worte an die Jünger zitiert.
Und wer jetzt denkt, der Verlag hätte daraufhin das Buch „Jesus Calling“, zu Deutsch „Ich bin bei dir“, vom Markt genommen, nein, das hat er nicht. Da werden Jesus in der Jubiläumsausgabe einfach andere Worte in den Mund gelegt. So einfach ist das. Wer würde schon eine millionenfache Leserschaft irritieren?
Und seien wir ehrlich: Wer kann mit Theologie gegen ein gutes Gefühl etwas ausrichten? Wir sind so leicht beeinflussbar.
Schlussfolgerung und praktische Anwendung
Und deshalb lasst mich das Thema Spiritualität so abschließen: Gott ist nicht in allem. Ich bin kein Gott, auch kein kleiner Gott. Ich bin einfach Mensch, Geschöpf.
Und Meditation ist kein Weg zu Gott, sondern bestenfalls ein Weg, um Dämonen zu begegnen. Und darauf habe ich echt keine Lust.
Was könntest du jetzt tun? Du könntest dir überlegen, wo dir Pantheismus, die Vergöttlichung des Menschen oder esoterische Praktiken in christlichem Gewand kürzlich begegnet sind.
Das war’s für heute? Zum Weiterlesen, was das Thema Mystik angeht, verlinke ich dir im Skript den kostenlosen Download des Buches „Gefährliche Stille“.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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