
Johannes 1,19-2317.04.2014
Serie•Teil 1 / 3Die Identität des Christen 2014
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Begrüßung und persönlicher Einstieg
Wie muss ich euch denn jetzt ansprechen? Liebe Ober-, Mittel-, Unterfranken und Pfälzer und was noch alles Westböhmen?
Schön, ich freue mich, euch zu sehen und wiederzusehen. Viele von euch waren entweder schon vor drei Jahren bei der Freizeit in Immenreuth dabei oder erst vor wenigen Monaten in Strullendorf, als ich dort einmal im Einsatz war. Schön, dass wir hier auf dem Ebenhof sein können.
Wir haben ein ziemlich kompliziertes Thema. Es klingt kompliziert, ist aber ganz einfach und biblisch: unsere Identität in Christus, unsere wahre Identität in Christus und heute Abend, wie Christoph schon gesagt hat, unsere verlorene Identität und wie wir sie wieder zurückgewinnen können.
Da manche von euch meine Frau immer noch nicht persönlich kennengelernt haben, habe ich sie einmal mitgebracht, wenigstens da oben. Das ist mein größtes irdisches Geschenk, das Gott mir gegeben hat. Das ewige Leben ist mehr, aber danach kommt schon sie. Wir sind jetzt schon bald dreißig Jahre verheiratet. Ich bin sehr, sehr dankbar für meine Silvia, ohne die ich diesen Dienst nicht tun könnte. Dasselbe sagt sie auch von mir, aber das ist ja noch schöner, wenn man sich in der Ehe so ergänzen darf.
Und das sind unsere beiden großen Kinder, die inzwischen auf dem Papier erwachsen sind: unser Sohn 25 und die Tochter 22. Benjamin hat einmal hier vier Wochen im Haus gewohnt. Er hat ein Praktikum bei Christoph in der Firma gemacht, also die Simons kennen ihn schon ganz gut. Und das ist die Amelie. Junge Männer sind keine da, die hätte ich sonst enttäuschen müssen. Sie ist schon vergeben, ja.
Gut, wir sind dankbar für die beiden, die wir haben dürfen.
Die Frage nach dem eigenen Selbstverständnis
Jetzt zurück zu unserem Thema, unserer Identität in Christus. Da fangen wir mit einer negativen Feststellung an: unserer verlorenen Identität und wie wir sie wieder zurückgewinnen können.
Vor einiger Zeit traf ich bei einer christlichen Veranstaltung einen Mann. Ich sah ihn zum ersten Mal in meinem Leben. Und dann hat er sich mir wie folgt vorgestellt: „Guten Tag, Herr Block, mein Name ist so und so, ich habe vier Kinder. Mein Ältester ist Architekt, der zweite Ingenieur, die Tochter Ärztin und der Jüngste Rechtsanwalt.“
Da hat er noch nicht viel gesagt, aber doch schon eine Menge über sich verraten. Wer war er denn? Er war nicht Heinz Müller, er war der Vater von vier akademisch gebildeten Kindern.
Wir schmunzeln vielleicht innerlich ein bisschen über diesen Mann oder wir erheben uns sogar über ihn. Aber vielleicht sollten wir etwas vorsichtiger sein. Wie steht es denn mit unserer Identität? Damit wollen wir uns in diesen Tagen befassen.
Die Geschichte der Bibel ist eine Geschichte der Identität: geschenkte Identität, verlorengegangene Identität und wiederhergestellte Identität. Jetzt habe ich das Wort schon ein halbes Dutzend Mal gebraucht, und wir haben es noch gar nicht erklärt. Machen wir das gleich, ja? Ich bin sicher, dass nicht jeder so eine ganz genaue Vorstellung davon hat.
Von dem Begriff Identität: Identität ist die Antwort auf die Frage: Wer bin ich? Wenn dich jemand fragt: Wer bist du?, was sagst du dann? Kannst du sagen: Ja, ich bin ein Maurermeister. Dann wird er dir antworten: Nein, das ist dein Beruf. Wer bist du? Ja, ich bin ein Familienvater. Ja, das ist dein Familienstand. Wer bist du? Ja, ich bin Mitglied in einer Gemeinde in Strullendorf. Alles gut, aber wer bist du?
Wir merken: Wenn wir diese Frage wirklich beantworten wollen, wenn wir auf den Grund gehen wollen, dann müssen wir schon etwas tiefer graben.
Johannes der Täufer als Beispiel für klare Selbstdeutung
Die Frage kommt in der Bibel vor. Die erste Stelle, die ich mit euch anschauen möchte, ist Johannes 1. Dort wird diese Frage nämlich an Johannes den Täufer gerichtet. Und da lernen wir gleich etwas sehr Wichtiges.
Johannes 1,19-23: Da kommen Leute aus Jerusalem, Abgesandte, und die sollen herausfinden: Wer ist dieser Johannes der Täufer? Der Prediger und die ganzen Leute laufen zu ihm hin. Ist das vielleicht der Messias? Auf den warteten ja viele Israeliten.
Und da lesen wir Johannes 1,19: „Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten sandten, damit sie ihn fragen sollten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus.“
Identität hat auch damit zu tun, wer wir nicht sind, von wem wir uns abgrenzen. „Ich bin nicht der Christus, ich bin nicht der Messias“, sagte er frei heraus.
Und sie fragten ihn: „Was denn? Bist du Elija?“ Und er sagt: „Ich bin’s nicht.“ „Bist du der Prophet“, von dem Mose in 5. Mose 18 gesprochen hatte, der kommen sollte und Wunder tun sollte? „Bist du dieser Prophet?“ Und er antwortete: „Nein.“
Und sie sprachen nun zu ihm: „Wer bist du dann, damit wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben? Was sagst du von dir selbst?“
Merken wir: Das sind zwei Fragen. „Wer bist du?“ Und: „Was sagst du von dir selbst?“ Das ist nicht unbedingt identisch. Manchmal sagen wir etwas über uns, und es stimmt gar nicht. Ja, es hat mit unserer Identität wenig zu tun.
Er sprach: „Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Macht gerade den Weg des Herrn“, wie Jesaja, der Prophet, gesagt hat.
Nur mal bis dahin. Da merken wir: Bei Johannes war das Denken über sich und das Reden über sich deckungsgleich, um es mit einem Fremdwort zu sagen. Das war stimmig, das stimmte überein. Sein Denken über sich und das, was er gesagt hat.
Denn er definierte sich über die Schrift. Er sagte: „Ich bin eine Stimme, die Stimme eines Rufenden in der Wüste.“ Das hatte er in Jesaja 40 entdeckt. Johannes kannte das Alte Testament, und da hatte er entdeckt, dass dort von ihm prophetisch geredet worden war, siebenhundert Jahre zuvor, dass er der Vorläufer des Messias sein würde.
Und so nennt er sich: „Ich bin nur eine Stimme, die Stimme eines Rufenden in der Wüste.“ Also, er hat seine Identität in der Schrift gefunden.
Was Identität bedeutet und wie sie sich entwickelt
Nun ist natürlich von uns in der Schrift nicht die Rede, weder im Alten noch im Neuen Testament. Trotzdem können auch wir als neutestamentliche Christen unsere Identität in der Schrift finden. Die Bibel sagt uns letztlich, wer wir sind und was das bedeutet.
Ja, das Wort Identität habt ihr in der Bibel noch nicht gefunden, falls ihr jetzt nachdenkt. Nein, nein, das kommt in der Bibel nicht vor. Es ist ein relativ junger Begriff. Er entstand Ende des sechzehnten Jahrhunderts und kommt eigentlich von idem, dem lateinischen Wort idem: der, die, das Selbe. Identität ist die Lehre davon, wer man wirklich ist, dass man derselbe ist. Nicht heute der und morgen der und nächste Woche der und bei der Arbeit der und bei Freunden der und im Urlaub der, sondern man ist derselbe. Man hat eine Identität. Man ist nicht gespalten, man hat keine Ichspaltung, keine Schizophrenie. Wenn es krankhaft wird, die Ichspaltung, dann nennt man das Schizophrenie. Sondern man hat eine Identität, und die lebt man rund um die Uhr, und nicht jetzt so und ein andermal so.
Idem, das Wort hieß eigentlich Idem-dität, aber das kann man schwer aussprechen, und dann wurde es geglättet zu Identität. Man unterscheidet prinzipiell zwischen der selbst wahrgenommenen Eigenidentität, also wie man über sich denkt, für wen man sich hält, was man von sich sagt, und der von außen wahrgenommenen Fremdidentität, dem sogenannten Image. Das ist ein Begriff, den kennen auch viele von uns: Oh, der hat dieses Image, oder ich habe mir ein neues Image zugelegt, sagt man so. Ich bin jetzt Rennfahrer oder Motorradfahrer oder was weiß ich. Ich habe ein neues Image.
Uns geht es jetzt um die Eigenidentität, nicht um das Image. Darüber wollen wir uns Gedanken machen. Wer bin ich wirklich, was ist meine Identität? Um so fragen zu können, was meine Identität ist, muss man zuerst einmal ein Ichbewusstsein haben. Ich habe noch vergessen zu sagen: Wenn man versuchen würde, das Wort Identität mit einem einzigen deutschen Wort wiederzugeben, dann kommt wahrscheinlich das Wort Selbstbild am nächsten. Welches Selbstbild habe ich? Wie denke ich über mich? Wer bin ich? Welches Selbstbild habe ich? Identität trifft es nicht ganz, aber es kommt wahrscheinlich am nächsten.
Also, um so fragen zu können, muss ich ein Ichbewusstsein haben. Wir sind nicht mit einem Ichbewusstsein geboren worden. Der Säugling kann nämlich zunächst einmal sich und die Umwelt gar nicht voneinander unterscheiden. Da können wir uns nicht mehr daran zurückerinnern, aber so war es auch mal bei uns. Und irgendwann merkt dann der Säugling, dass er eine von der Umwelt unterscheidbare Größe ist, nämlich eine Person. Dann fängt er auch schon an, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Er spielt mit seinen Fingern und Zehen und wundert sich, dass das alles zu ihm gehört. Und wenn er dann irgendwann sprechen lernt, das Kleinkind, dann spricht es zunächst von sich noch in der dritten Person. Lukas hat Hunger, Emily hat Durst. In der dritten Person, so haben wir alle angefangen.
Und irgendwann kommt der von den Eltern gefürchtete Augenblick, wo das Kind zum ersten Mal „ich“ sagt. Aber, ihr lieben Eltern, ihr müsst ja gar nicht fürchten, das muss kommen, das geht nicht anders. Das ist gut. Das ist nicht immer schlecht, wenn ein Kind mal „ich“ sagt. Es muss zu dem Ichbewusstsein kommen. Und schon bald wird auch die Frage auftauchen: Wer bin ich? Sobald es „ich“ sagen kann. Wer bin ich? Diese Frage wird es vielleicht sein Leben lang nicht mehr loslassen.
In der Pubertätszeit, so der Umbruch von der Kindheit zum Erwachsenwerden, da tritt die Frage groß in den Vordergrund: Wer bin ich? Und dann kann es sein, wenn man sich im Beruf und in der Familie etabliert hat und so weiter, dann kann es sein, die Frage tritt mehr in den Hintergrund. Dann hat man meistens eine vorläufige Antwort gefunden. Aber dann wird sie immer wieder aufbrechen in Krisen unseres Lebens, vor allen Dingen bei Verlust, bei Trennung, bei Scheidung, bei Tod eines geliebten Angehörigen oder bei anderen Ereignissen, wenn eine Firma pleitegeht, wollen wir für niemanden hoffen. Ja, aber wenn so etwas passiert, dann wird immer wieder die Frage plötzlich aufbrechen: Wer bin ich? Es sei denn, ich habe eine wirklich befriedigende Antwort gefunden. Ich habe gesucht, gebetet, angeklopft und auch gefunden, wirklich gefunden.
Auch der Alterungsprozess stellt die Identität vor so manche Frage, vor allem wenn man seine Identität vornehmlich in Jugend, Schönheit, Gesundheit und Schaffenskraft gefunden hatte. Dann kann es eine Störung geben oder eine Krise, wenn man eben altert, und das ist doch bei uns allen der Fall.
Der Bruch durch den Sündenfall und seine Folgen
Es gibt übrigens nur eine einzige Person, die kein Identitätsproblem hat, und das ist Gott. Er hatte nie eins und wird nie eins haben. Denn sein Name ist hebräisch Yahweh, oder Yahweh sagen auch manche, aber eigentlich Yahweh. Und das ist eine Verbform, das heißt: Ich bin, der ich bin, und ich werde sein, der ich sein werde. Beides steckt da drin.
Gott ist immer derselbe. Er ist, der er ist, der er immer war. Er hat kein Identitätsproblem. Und dann merken wir: Nur in der Beziehung zu Gott können auch wir eine echte Identität finden. Bei dem, der kein Identitätsproblem hat, da können wir vor Anker gehen. Da können wir wirklich Identität finden.
Aber bevor wir zum Finden kommen, muss ich erst einmal über das Verlieren sprechen: den Identitätsverlust durch den Sündenfall. Wenn wir die ganze Menschheitsgeschichte anschauen, müssen wir an den Anfang gehen, an die Schöpfung und an den Fall. Denn dort entscheiden sich ganz viele menschliche Probleme.
Die ganze Bibel fußt auf Schöpfung und Fall, auf den ersten elf Kapiteln der Bibel. Da ist keimhaft alles enthalten, was in der späteren Bibel entfaltet wird. Vielleicht ist euch das schon einmal aufgefallen. Alle wichtigen Lehren, die sich durch die Bibel ziehen, haben wir schon in 1. Mose 1-11. Das ist die DNA der Bibel, und alles andere wird dann später entfaltet. Aber schon die ersten elf Kapitel zeigen die ganze Botschaft der Bibel.
Das kann ich jetzt nicht entfalten, das ist nicht meine Aufgabe. Wir sprechen über den Identitätsverlust bei unseren Vorfahren. Gott schuf den Menschen in seinem Bild. „Im Bild Gottes schuf er ihn“, heißt es im ersten Kapitel der Bibel. Als Mann und Frau schuf er sie. Und ich gehe davon aus, dass wir das alle wirklich von Herzen glauben können, dass wir davon überzeugt sind, dass wir direkt aus Gottes Schöpferhand hervorgegangen sind.
Die Bibel kennt keine präadamitische Rasse, wie es in der Evolutionstheorie gelehrt wird, sondern Gott hat den Menschen geschaffen in seinem Bild. Und dann kommt die große Katastrophe in 1. Mose 3. Das kennen wir natürlich alle, aber lasst uns das einmal für ein paar Augenblicke gerade unter dem Aspekt der Identität anschauen. Da werden ganz wichtige Aussagen gemacht, nämlich:
Die Schlange war listiger, schillernder, anmutiger – ein ganz eigenartiges Wort, das hier im Hebräischen steht – als alle Tiere des Feldes, die Gott der Herr gemacht hatte. Und sie sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft?
Wir merken: Der alte satanische Trick, die alte Taktik. Er nimmt die Wahrheit Gottes und setzt einfach frech ein Fragezeichen dahinter. Gott hatte gesagt, sie dürfen von diesem Baum nicht essen. Und er sagt: Sollte Gott gesagt haben ...? Pünktchen, Pünktchen, Fragezeichen. Da kommt noch etwas dazwischen.
Da sprach die Frau zu der Schlange: Von der Frucht der Bäume im Garten dürfen wir essen. Da standen ja viele Bäume, Hunderte, Tausende womöglich. Aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Esst nicht davon. Das hat Gott gar nicht gesagt, dass dieser Baum in der Mitte ist. In der Mitte war wahrscheinlich der Baum des Lebens, und das war ja der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
Aber bei Eva war dieser Baum schon in der Mitte, weil die Schlange sie darauf fixiert hatte: Von diesem Baum darfst du nicht essen. Wie wirst du jemals glücklich werden, wenn du von diesem Baum nicht essen kannst? Ja, das schwingt ja damit. Und rührt sie auch nicht an – das hatte Gott auch nicht gesagt. Sie zieht das schon auf die menschliche Ebene runter: damit ihr nicht sterbt.
Da sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs werdet ihr sterben. Erst der raffinierte Zweifel, dann die massive Lüge. Keineswegs werdet ihr sterben. Gott hatte gesagt: Ihr werdet ganz gewiss sterben, geistlich sterben, die Gemeinschaft mit mir wird abreißen. Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet. Ihr werdet eine Bewusstseinserweiterung erfahren, würde man das modern nennen, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist.
Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch, der bei ihr war, und er aß.
Und dann kommt diese Aussage: Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, aber nicht so, wie sie dachten, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Das waren sie vorher auch gewesen. Da war es kein Problem, da waren sie unschuldig, da waren sie in Gemeinschaft mit Gott, ganz natürlich, da war nichts Böses dabei. Aber jetzt erkannten sie, dass sie nackt waren. Und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich Schurze.
Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war. Und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen im Garten.
Jetzt müssen wir fragen: Was hat der Sündenfall in Bezug auf das Problem der Identität bewirkt? Der Mensch hat seine Herrlichkeit verloren, oder anders ausgedrückt: seine Gottebenbildlichkeit. Er war im Bilde Gottes geschaffen worden, und jetzt war er gefallen, jetzt war er ein Sünder geworden. Getrennt von Gott.
In Römer 3,23 heißt es, wir sind alle ohne Ausnahme Sünder. Und „mangelndes Ruhmes“ hat Luther gesagt, das hat er unglücklich ausgedrückt. Mangelnde Herrlichkeit steht da. Doxa heißt Herrlichkeit. Wir haben nicht mehr die Herrlichkeit, die Unschuld, die Reinheit, die Gottebenbildlichkeit. Wir haben sie verloren. Wir sind getrennt von Gott, wir sind geistlich gestorben, das ist passiert.
Und damit, weil unsere Identität vom Schöpfer kam und nur in der Gemeinschaft mit dem Schöpfer gelebt werden konnte, haben wir unsere Identität verloren. Da ist ein Bruch passiert, eine Mauer, eine Scheidewand, ein Abgrund entstanden, wie wir es auch ausdrücken wollen. Der Mensch verlor durch den Sündenfall seine Identität in Gott. Er ist nicht mehr in dieser vertrauten Gemeinschaft gewesen. Er war vorher per du mit Gott.
Die ersten Menschen haben Gott wahrscheinlich sogar gesehen. Es steht nicht ausdrücklich da, aber es heißt ja, dass Gott sich dann zurückzog und dass sie ihn nur noch hörten. Nach dem Fall haben sie ihn wahrscheinlich vorher sogar sehen können.
Und jetzt können wir eine erste Definition ableiten, hier aus 1. Mose 3, im Blick auf Identität: Sünde ist die Unfähigkeit, in Übereinstimmung mit der ursprünglich von Gott geschenkten Identität zu leben. Das können wir nicht mehr als gefallene Menschen. Zunächst nicht. Wir haben die Identität verloren in Gott. Wir sind nicht mit ihm in Verbindung, in Frieden, in Gemeinschaft. Er ist nicht unser Freund und Vater, sondern wir müssen ihn erst als Feind und Richter fürchten. Erst wenn wir wieder durch Christus mit ihm versöhnt sind, dann kann das alles wiederhergestellt werden.
Aber noch ein Aspekt, der auch hier drin ist und der für das Thema Identität wichtig ist: Schaut, der gefallene Mensch kann jetzt auch seine Bedeutung und seine Sicherheit nicht mehr in seinem Schöpfer finden. Jeder Mensch braucht Bedeutung. Er muss wissen, dass er einen Wert hat. Wenn er sich für bedeutungs- und wertlos hält, kann er nicht leben.
Jeder Mensch hat das Grundbedürfnis nach Bedeutung und auch nach Sicherheit, nämlich er möchte zugehören zu einer Gruppe. Er möchte irgendwo angenommen sein. Er hat das Bedürfnis nach Sicherheit, und das kann er jetzt in seinem Schöpfer nicht mehr finden. Das hat er verloren durch den Fall, und daher sucht er seine Identität zunächst einmal woanders.
Keiner von uns hat schon mit drei, vier Jahren angefangen, Gott zu suchen. Oder auch nicht mit dreizehn, vierzehn, fünfzehn. Und mancher noch nicht mit dreißig und vierzig, bis er endlich begriffen hat, wo er wirklich seine Identität finden kann.
Adam und Eva fürchteten sich. Warum? Weil sie ihre Sicherheit verloren hatten. Sie waren nicht mehr in Gott, da war dieser Riss, sie mussten Gott fürchten. Die Wiege der Angst steht da im Garten Eden nach dem Fall. Und sie versteckten sich, weil sie ihre Bedeutung verloren hatten. Sie fühlten sich völlig wertlos, sie konnten Gott nicht mehr unter die Augen treten, sie mussten sich verstecken.
Das geht ganz tief, liebe Geschwister. Der Mensch hat durch den Fall seine Bedeutung und seine Sicherheit verloren. Und alle Nachkommen Adams, das sind wir, wir sind alle so zur Welt gekommen, wir suchen irgendwo unsere Bedeutung und unsere Sicherheit. Aber meistens zunächst einmal ganz woanders: irdisch, vergänglich, vordergründig, diesseitig, horizontal, nicht in der Beziehung zu Gott.
Und das wissen viele von uns. Ich denke, nicht alle kommen aus gläubigen Elternhäusern, sondern manche haben vielleicht erst Jahrzehnte später ihren Frieden gefunden und eben ihre Bedeutung und Sicherheit. Unsere seelisch-geistlichen Bedürfnisse nach Sicherheit und Bedeutung sind Folge des durch den Sündenfall erlittenen Identitätsverlustes, ganz tief gesehen. Darum suchen wir nach Sicherheit und Bedeutung.
Die Befriedigung dieser Wünsche auf horizontaler Ebene ist nicht natürlich, ist nicht zielführend. Die ist sogar wiedergöttlich, da werden wir das Ziel nicht erreichen. Wir schaffen uns sogar auf diese Weise oft, ohne dass wir es merken, eine falsche Identität, eine Identität ohne Gott. Auf diese Aussage werde ich gleich noch einmal zurückkommen. Ja, so, da werde ich noch einmal drauf zurückkommen, auf diese Scheinidentitäten.
Gesellschaftliche Perspektive und das Vakuum ohne Christus
Ich darf noch ein paar Minuten einen anderen Aspekt hier einführen. Dann habt ihr das Schwierigste an diesem ganzen Wochenende überstanden.
Ich muss so beginnen, ja, wir müssen uns dem Thema so nähern. Wir haben jetzt als gute, bibeltreue Christen erst einmal in der Bibel angefangen, beim Sündenfall, und gesehen: Da ist die Wurzel allen Übels, da sind die Weichen falsch gestellt worden.
Aber man kann sich dem Thema Identität auch noch von der anderen Seite nähern, nämlich von der Soziologie, von der Gesellschaftslehre her. Keine Angst, wir bleiben bei der Bibel. Aber nur mal ein paar Minuten, damit ihr das seht.
Identität, sagen die Soziologen, ist das interne, sich selbst interpretierende Gedächtnis. Das klingt furchtbar kompliziert, ist aber nicht. Schaut mal: Wir haben ein Gedächtnis, wir interpretieren unser Leben, wir können uns zurückerinnern bis in die jüngste Kindheit, manche von uns bis ins dritte Lebensjahr. Und so fangen wir an und interpretieren uns, wir erklären unser Leben. Das können wir, das macht unsere Katze nicht. Sie hat noch nie darüber nachgedacht. Sie ist zufrieden, wenn ihr Futternapf voll ist und ihr Wasserschälchen, und dann ist gut, ihr Schlafplatz usw. Aber sie hat kein sich selbst interpretierendes Gedächtnis. Darüber denkt sie nicht nach. Aber wir sind im Bilde Gottes geschaffen, und wir denken darüber nach.
Und man könnte auch sagen: Identität ist die Summe aller Faktoren, die meine Persönlichkeit ausmachen. Nehmen wir mal an, wir lernen einen Menschen kennen, und wir wissen nicht, ob er Christ ist oder nicht. Wir lernen ihn kennen, so von außen gesehen. Da ist ein Mensch. Was macht einen Menschen aus? Auch uns.
Zum Beispiel körperliche Faktoren. Das werden wir ziemlich schnell feststellen. Ist das ein Mann oder eine Frau? Oder welche Hautfarbe hat er, welche Rasse, ja, Größe, klein, groß? Dick, dünn oder körperliche Fähigkeiten: Sieht er sportlich aus oder weniger sportlich? Das sind schon mal körperliche Faktoren.
Dann unsere Lebensgeschichte. Da muss man sich mit dem Betreffenden schon ein bisschen unterhalten, das kann man ihm nicht ansehen. Nämlich: Welches Elternhaus hatten wir, wenn wir eins hatten? Erziehung, die wir genossen oder erlitten haben, Erfahrungen, die wir gemacht haben, auch negative Traumata, die wir erlitten haben, also ganz einschneidende negative Erfahrungen in unserem Leben, oder Leistungen, die wir erbracht haben, Versagen, das wir erlebt haben – das ist unsere Lebensgeschichte.
Dann leben wir alle in sozialen Beziehungen. Identität ist ein soziales Gebilde, nämlich: Wir gehören zu einer Familie, wir haben Freunde, Mitschüler, Kommilitonen, wenn wir studieren, Arbeitskollegen, Nachbarn, Vereinsmitglieder, Geschwister in der Gemeinde. Soziale Beziehungen machen unser Leben aus.
Wir haben Vorlieben und Interessen, nämlich zum Beispiel unseren Wohnort. Ihr wohnt hier in einer herrlichen Gegend. Ich war gerade noch vor ein paar Tagen, das ganze Wochenende, in Frankfurt am Main, mitten in der Großstadt Frankfurt. Ich kann euch sagen: Ich bin froh, dass es hier keinen Fluglärm gibt. Ab fünf Uhr morgens, Punkt fünf Uhr, kommt der erste Flieger reingeflogen, ja, Punkt fünf, und drei Minuten später der nächste, und so geht es dann bis um 23 Uhr. Wahnsinn!
Unser Wohnort, unsere Einstellungen, die wir haben, wen oder was wir ablehnen, wen oder was wir bewundern: Lionel Messi, ne, schüttel den Kopf, war nur mal ein Beispiel, ja, und so weiter, Madonna oder wer da so die großen Idole sind; Aktivitäten, unser Beruf, Personen, die wir gerne beeindrucken möchten.
Dann gehören auch dazu Grenzen, die wir uns setzen oder ziehen. Alle Verheirateten unter uns haben eine Grenze gesetzt. Mit diesem Ehepartner bin ich verheiratet, alle anderen gehen mich in dieser Hinsicht nichts mehr an. Ja, wir haben Grenzen gesetzt. Oder wir wollen nicht so mit rechtsradikalen Gruppen identifiziert werden, da grenzen wir uns von ab. Das ist auch unsere Identität.
Dann ein fortlaufender Prozess der Veränderung: In diesem Sinne ist Identität nichts Statisches, sondern etwas Dynamisches, was immer wieder im Wandel begriffen ist. Unser Körper altert, verändert sich, wir machen ständig neue Erfahrungen. Also in diesem Sinne ist Identität nicht abgeschlossen. Und wir haben einen Sinn für die Zukunft. Manche haben heute Abend noch etwas vor. Manche wollen noch zu McDonald’s, hoffentlich nicht, aber meistens die Jugendlichen oder die Damen hier, die Schwestern wollen unbedingt noch etwas aus dem Gefrierfach nehmen, was sie morgen Mittag kochen wollen. Und manche von uns haben schon den Sommerurlaub geplant, es steht schon genau fest, wo sie hingehen, von wann bis wann, immer unter der Bedingung: wenn Gott will. Also wir haben einen Sinn für die Zukunft.
Seht ihr, ist doch nicht schlecht, wenn man das mal so sieht, was alles einen Menschen ausmacht. So kann man einen Menschen beschreiben. Jetzt haben wir uns mal von außen genähert, ja, das und noch viel mehr, aber das sind schon mal wichtige Dinge: Was macht einen Menschen aus?
Nur seht ihr das große Vakuum da in der Mitte, dieses große Loch? Das ist, wenn ein Mensch Christus nicht kennt, wenn er keine Identität in Christus hat. Dann ist da ein Riesenvakuum. Und so sieht es aus: Ein Christ, da ist Christus im Zentrum, und dann sind die anderen Dinge immer noch da. Das ist ja auch nicht schlecht, was wir da gesehen haben. Es gehört ja alles zu unserem Leben, zu unserer Identität. Aber wenn Christus nicht in der Mitte ist, dann ist sozusagen ein Minus vor der Klammer, der gesamte Klammerinhalt wird negativ.
Also: Geht mal aufs Eis, wenn es dem Esel zu wohl wird, geht da aufs Eis. Ich begebe mich in den Bereich der Mathematik. Da seht ihr eine Klammer, ein Term, ein mathematischer Term, und da ist ein Plus vor der Klammer. Und wenn man das verändern würde und nur das Vorzeichen verändern und da ein Minus hinsetzen würde, dann bleibt das nicht so, dann sieht das nachher so aus, stimmt’s, ihr Mathe-Genies da auf der rechten Seite. Ja, also, und so ist das.
Ein Mensch, der Jesus nicht kennt, der kann trotzdem ein super Ehemann sein, ein treuer Familienvater, ein ganz hervorragender Handwerker, ein hilfsbereiter Nachbar und so weiter. Der kann viele gute, wertvolle Eigenschaften haben, und doch fehlt da das Entscheidende: Christus ist nicht in seinem Leben. Er geht verloren. Alle diese positiven Dinge, die ich aufgezählt habe, bringen ihn nicht in den Himmel. Jesus Christus, er allein, der Glaube an ihn, bringt das ewige Leben.
Also ganz entscheidend, dass wir eine Identität in ihm haben, dass unsere Zirkelspitze eingestochen ist bei ihm, dass wir wissen: Er ist mein Leben, ohne ihn bin ich nichts, und mit ihm alles. Das ist das richtige Vorzeichen für mein Leben. Das bedeutet, Identität in Christus haben.
Damit wollen wir uns morgen und übermorgen noch viel mehr befassen. Dann möchte ich wirklich zeigen, anhand der Paulusbriefe, was uns die Bibel darüber sagt, was das für ein Reichtum ist. Wir müssen erst mal einen Schritt nach dem anderen gehen. Heute Abend müssen wir uns erst mal mit diesen Gedanken befassen.
Scheinidentitäten und ihre Folgen
So, ich spreche jetzt zu Christen unter uns. Ich gehe mal davon aus, dass die allermeisten von uns, ich wünschte sogar, alle, wiedergeborene Christen sind.
Das war eine Schlagzeile in einer Zeitung in Österreich, in Salzburg: Lassie stieg als Schäferhund aus Wanne. Also, es gab mal eine Fernsehserie, da war ein Hund der Hauptdarsteller. Das war eine Lassie, so eine Colliehündin, und darauf bezieht sich die Schlagzeile.
Lassie stieg als Schäferhund aus Wanne, Salzburg. Als falscher Hund hat sich dieser Tage ein vermeintlich reinrassiger Collie erwiesen, als sein Frauchen dem erst kürzlich erworbenen jungen Vierbeiner ein reinigendes Bad verpasste. Der junge Hund stieg als Lassie in die Badewanne und tauchte als Schäferhund wieder auf. Zurück blieb nur rot gefärbtes Badewasser. Also, was es alles gibt, ja. Es gibt ja nichts, was es nicht gibt.
Die enttäuschte und vor allem getäuschte Hundebesitzerin erstattete daraufhin Betrugsanzeige gegen eine Salzburger Tierhandlung. Dort hatte sie den reinrassigen Colliewelpen für stolze fünfhundert Euro erworben. Dieser Schäferhund hatte eine falsche Identität, das Bad brachte es an den Tag.
Wie war das bei uns, liebe Brüder und Schwestern? Paulus spricht im Titusbrief auch von einem Bad, von einem Bad der Wiedergeburt. Hier haben wir die Worte: Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes unseres Heilands, machte er uns selig, rettete er uns, nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist.
Also, ihr seht: ein Bad der Wiedergeburt. Da wird etwas abgewaschen, und dann ist etwas neu. Davon spricht Paulus hier.
Nun ist aber die Frage: Was blieb im Badewasser übrig, als wir durch dieses Bad der Wiedergeburt gegangen sind? Sind unsere Lebenslügen, unser überhöhtes Selbstbild und unser Image zurückgeblieben, oder haben wir doch manches durch das Bad der Wiedergeburt hindurch gerettet in unser neues Leben?
Ich fürchte, dass wir das doch fertigbringen, da noch so manches mitzunehmen und dass es erst so nach und nach abgelegt werden muss, diese tief verästelten Dinge aus dem alten Leben.
Und da möchte ich auf dieses Stichwort mit den Scheinidentitäten, ich habe vorhin gesagt, ich komme darauf noch mal zurück, jetzt nämlich: Es gibt Scheinidentitäten. Man kann sich vor Menschen nach außen hin eine Identität basteln, eben ein Image natürlich. Geld und Besitz können zu unserer Identität werden, zu der falschen, bis hin zum Kaufzwang. Es gibt Menschen, die machen ihre Identität wirklich daran fest, wie viel Geld sie haben, wie viel Besitz, wie ihr Wohlstand ist und so weiter. Und manche, bei denen sieht man, dass da etwas schief ist, die haben sogar einen Kaufzwang.
Ich kenne einen Mann, über den kommt es manchmal, dann kriegt er einen Rappel, ich sage das mal so salopp. Dann geht er in ein Geschäft und kauft sich wieder eine teure Uhr. Er hat bereits Uhren zu Hause für über 15 Euro, und seine Frau kriegt jedes Mal einen Ohnmachtsanfall, wenn er wiederkommt mit einer teuren Rolex oder irgend so etwas. Aber dann ist er jemand, wenn er aus dem Laden kommt und wieder so eine tolle Uhr am Handgelenk hat. Könnt ihr das verstehen? Ich kenne diesen Mann.
Geld und Besitz können zu unserer Identität werden, bis hin zum Kaufzwang. Wir sprechen von Statussymbolen: ein großes Haus, eine teure Villa, ein teures Auto, Markenkleidung. Der Volksmund sagt sogar: Kleider machen Leute. Das stimmt nicht. Kleider kreieren höchstens ein Image. Noch nie hat irgendeine Faser, die wir anhaben, etwas mit unserer Identität zu tun gehabt, gar nichts.
Beispiele für falsche Sicherheiten und soziale Rollen
Der reiche Kornbauer ist zum Beispiel in der Bibel. Er hatte seine Identität in seinem Reichtum, immer noch mehr Scheunen, immer noch mehr und noch mehr. Dann kam das göttliche Gerichtswort in der Nacht zu ihm. Geld und Besitz sind falsche Identitäten.
Wenn Gott uns gesegnet hat, durch Fleiß oder wenn wir durch ehrliche Arbeit usw. zu einem gewissen Wohlstand gekommen sind oder etwas geerbt haben, sagt die Bibel nichts dagegen. Fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran. Das ist die Lehre der Bibel. Aber es ist nicht unsere Identität, unser Status in der Familie zum Beispiel oder überhaupt.
Denkt an diesen Mann, den ich im Eingangsbeispiel zitiert habe, mit den vier Kindern, die akademisch gebildet waren. Oder wir finden es in der Bibel in 1. Mose 29,30 die beiden Frauen von Jakob beschrieben, Lea und Rahel. Lea war die Ungeliebte, sein Herz hing ja an Rahel, und Lea wollte die Liebe Jakobs gewinnen, indem sie ihm Söhne gebar. Und dann gebiert sie ihm vier Söhne nacheinander, und man merkt es an den Namen, die sie den Söhnen gibt, wie sie Jakob, wie sie das Herz ihres Mannes gewinnen will, durch ihren Stand in der Familie. Sie ist eine Frau, die ihm Kinder schenken kann, Rahel nicht zu dem Zeitpunkt, die war noch unfruchtbar.
Und Arnold Fruchtenbaum sagt in seinem ersten Mosekommentar, dass Lea es nicht geschafft hat. Sie war ihm nie nahe gekommen. Erst als sie gestorben und beerdigt war, da wurde sie nämlich in seinem Grab beerdigt, da war sie ihm wirklich nahe, aber in Anführungsstrichen.
Drittens: Unsere gesellschaftliche Position kann zu unserer Identität werden. Früher der Adel, heute Herr Professor, Herr Doktor, MDL, MDB und was es da alles für Titel gibt. Die gesellschaftliche Position ist für manche Identität.
Wir finden auch in der Bibel ein Beispiel. Ich will nur immer ein Beispiel sagen, das genügt schon, nämlich Naaman, der Syrer, der syrische General. Der war ja erfolgreich, sonst wäre er nicht der General des syrischen Königs gewesen. Aber dann wurde er krank, aussätzig, und dann brach alles zusammen. Seine Scheinidentität brach zunächst zusammen.
Dann kriegt er den Tipp von einem geraubten israelitischen Mädchen: Bei uns im Land ist ein Prophet, Elisa. Der kann dich gesund machen. Und er geht nach Israel, nach langen Überredungskünsten, kommt endlich an und fährt davor vor der Hütte mit seinem großen Gespann. Und der Prophet kommt nicht mal raus, er schickt den Diener raus, den Gehasi. Nächste Demütigung für den großen Feldherrn Naaman.
Und der sagt auch noch, du sollst dich im Jordan siebenmal untertauchen. Und er flippt aus: Was, in der Dreckbrühe? Wir haben so schöne Flüsse in Syrien, und ich muss da in die Dreckbrühe reinsteigen? Und dann überreden ihn seine Knechte noch mal, und dann steht er endlich im Wasser. Siebenmal soll er untertauchen, und ich glaube, die haben mitgezählt: drei Mal, vier Mal, fünf Mal, sechs Mal – hör nicht auf, komm, sieben Mal hat der Prophet gesagt.
Warum denn siebenmal? Weil der Stolz nach jüdischer Tradition eine siebenfache Wurzel hat. Und ihr könnt selbst in 2. Könige 5 nachforschen, dass Naaman auf sieben Dinge stolz war. Eines von diesen Dingen war seine gesellschaftliche Position. Das kann man am Text erkennen, er war darauf stolz. Siebenfache Wurzel, und darum muss er siebenmal untertauchen. Ist auch die Zahl der Fülle, ja, wie wir wissen.
Also, wir sehen: Das alles sind Scheinidentitäten, die uns nicht wirklich helfen. Habt ihr mal gehört von Feldmarschall Potemkin oder Padjomkin, wie ihn die Russen nennen? Die sprechen das ein bisschen anders aus, die Russen und Deutschen: Feldmarschall Padjomkin. Der sollte seiner Herrin, nämlich 1787 war das, der Zarin Katharina der Zweiten, das eroberte Neurussland zeigen. Und dann hat er entlang der Wegstrecke, wo die Zarin mit der Kutsche fuhr, Scheindörfer aus bemalten Kulissen errichten lassen, am Horizont. Und die hat gesagt: Boah, großartig, Herr Feldmarschall! Ja, und das waren alles nur Kulissen, nur Attrappen, nur Pappmaché und so weiter, ja, und gar nichts dahinter. Aber die hat sich täuschen lassen, Katharina die Zweite.
Erinnert ihr euch an den falschen Lessi? Was blieb im Badewasser übrig? Was ist hinter der Fassade, die wir manchmal aufbauen, vor Leuten? Sind unsere Lebenslügen, unser überhöhtes Selbstbild, unser Image zurückgeblieben?
Wisst ihr, was ich ganz ätzend finde im Umgang, wenn Gläubige eine unrealistische Selbsteinschätzung haben? Wenn die sich manchmal für solche Kerle halten oder Kerlinnen, und ist nicht viel dahinter, das ist ganz schwierig mit solchen Menschen. Du denkst, das kann man ihnen zeigen, das ist ganz schwer, denen das zu zeigen, wenn die in ihren Augen so daherkommen, das ist ganz, ganz schwierig.
Ich kenne solche Menschen, Brüder und Schwestern, die ein völlig überhöhtes Selbstbild haben und nicht viel dahinter, nur so wie da. Ja, es ist ganz, ganz schwierig im Umgang.
Auswirkungen einer schwachen Identität
Nun, es hat Auswirkungen. Ich habe noch einen Gedankengang: Es hat Auswirkungen, wenn wir eine schwache, eine ungesunde oder gar eine fehlende Identität haben. Das wird sich auswirken, ob wir Single sind, im Umgang mit unseren Freunden usw. Aber vor allem, wenn wir verheiratet sind und einer der beiden hat eine schwache Identität. Meistens eher die Frauen, aber manchmal auch die Männer. Eine schwache Identität hat auch in der Familie und im Umgang miteinander in der Gemeinde Auswirkungen, wenn jemand eine schwache oder ungesunde oder fehlende Identität hat.
Es kann sich in Depressionen auswirken. Langsam, liebe Geschwister! Depressionen können Dutzende von Ursachen haben, Dutzende! Zum Beispiel, wenn es hier mit der Schilddrüse nicht stimmt oder irgendeine Stoffwechselstörung im Gehirn, kann Depressionen hervorrufen, bei dir oder bei mir. Es gibt viele Ursachen, aber eine von den vielen kann eine fehlende oder schwache, ungesunde Identität sein.
Ich gebe euch zwei Beispiele. Ich denke an jenen Bruder, der im Kinderheim aufwachsen musste und der heute immer wieder daran knabbert und immer wieder in dasselbe Loch fällt. Wenn irgendwelche Schwierigkeiten in seinem Leben auftreten, hat er immer gleich die Ursache parat: Meine Mutter hat mich damals ins Kinderheim gegeben. Ich meine, das ist eine schwere Hypothek. Ich bin nicht im Kinderheim aufgewachsen, ich weiß nicht, wie das ist, ja. Aber trotzdem frage ich an der Stelle, ich will nicht unbarmherzig sein: Kann die Identität in Christus nicht auch so etwas heil machen? Auf Dauer, nicht auf Knopfdruck, aber im Leben mit ihm können solche Defizite nicht überwunden werden?
Dass wir im Kinderheim waren oder einen Vater hatten, der getrunken hat oder der manchmal die Mutter oder die Kinder zusammengeschrien hat oder geschlagen hat, das sind alles Dinge, die wir mit in unser Leben bringen. Die haben ihre Auswirkungen. Aber ich frage: Kann das die Gnade nicht heil machen? Kann das die Identität in Christus nicht heil machen? Ich stelle die Frage.
Oder ich denke an jenen Bruder, der mit Anfang 50 einen schweren Arbeitsunfall erlitt und mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden musste. Heute, fünf Jahre später, ist er Invalide und findet keinen Job mehr. Seine Frau muss die Brötchen verdienen, er ist zuhause und ist Hausmann. Könnt ihr euch vorstellen, was das mit ihm gemacht hat? Könnt ihr euch mal in seine Situation versetzen? Was das mit ihm gemacht hat? Und trotzdem stelle ich wieder die Frage: Kann die Identität in Christus nicht auch in einer solchen Situation der tragende Grund sein, das Fundament, so dass wir nicht aus der Bahn geworfen werden, dass wir auch ein Ja finden zu diesen Lebensführungen und Umständen? Ich frage, es ist nicht leicht.
Behaupte nicht, dass das auf Knopfdruck geht, dass da jeder einfach so drüberfliegen kann wie ein geistlicher Supermann. Das kann niemand, ich auch nicht, das weiß ich. Aber ich frage: Kann das nicht wieder heil werden?
Ihr seht, es hat Auswirkungen. Depression kann eine sein. Dann nenne ich einen zweiten Komplex, nämlich Minderwertigkeitskomplexe, Neid, Missgunst. Das hängt ja irgendwie zusammen, ist ja artverwandt miteinander: Minderwertigkeitskomplexe, Neid, Missgunst. Man muss sich immer mit anderen vergleichen und wird dabei zwangsläufig von Neid und Missgunst zerfressen und versinkt am Ende in Minderwertigkeitskomplexen, anstatt zu sagen: Von Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Punkt. Will man so sein wie der oder so sein wie die, und das Ergebnis ist viel Frustration. Vom Vergleichen kommt viel Not.
Ich denke an eine Schwester, die musste immer einer anderen in der Gemeinde nachmachen, was die gemacht hat. Wenn die eine etwas anfing, fing kurze Zeit später die andere dasselbe an und machte ihr das nach. Einige Zeit später machte die eine Schwester etwas anderes, kurze Zeit darauf fing die andere das auch wieder an. Ich weiß genau, wovon ich spreche, denn die erste Schwester, von der ich jetzt geredet habe, war meine Frau, und eine andere macht ihr immer nach, was sie machte. Und dann hat meine Frau das gemerkt und hat sie direkt darauf angesprochen, direkt. Meine Frau ist sehr direkt, ja. Und dann brach die innerlich zusammen und gestand und sagte: Ja, es tut mir leid, ich konnte das nicht ertragen. Aus Neid und Missgunst habe ich das gemacht, hat die wirklich zugegeben, ich war dabei. Da bin ich aus allen Wolken gefallen. Hätte ich nicht gedacht, dass es so etwas in der Gemeinde gibt, aber es gibt nichts, was es nicht gibt. Neid und Missgunst.
Dann möchte ich hier an der Stelle kurz ein Zeugnis einbauen von Dave Craft. Er ist ein Amerikaner und schreibt in einem seiner Bücher, es ist jetzt völlig unerheblich, wer das ist, diese Sätze: Es ist unheilsam, wenn wir versuchen, wie andere zu sein. Er redet jetzt nicht davon, dass wir Menschen zum Vorbild nehmen können. Ja, das ist biblisch und richtig. Wir dürfen, wenn wir sehen, der macht etwas gut oder die, das zum Vorbild nehmen. Es ist aber nicht dasselbe: Wir wollen so sein wie der, wir wollen so werden wie der. Das geht nicht.
Es ist unheilsam, wenn wir versuchen, wie andere zu sein. Ich möchte durch die Gnade Gottes der beste Dave Craft sein, und jetzt kannst du deinen Namen einsetzen: Ich möchte durch die Gnade Gottes der beste Wilfried Block sein, der möglich ist. Ich bin anders als alle anderen, weil Gott mich als diese einzigartige Kreatur geschaffen hat. Es gibt niemanden auf der Welt mit meiner Gabenkombination, Persönlichkeit, Entwicklung und Fähigkeiten. Einzigartig, singulär.
Und jetzt kommt der Satz: Ich befinde mich in einem kontinuierlichen Prozess der Befreiung von der Versuchung, irgendein anderer zu sein oder sein zu wollen, als ich bin. Ich brauche das nicht. Von Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und deswegen bin ich in einem kontinuierlichen, in einem ständigen Prozess der Befreiung von der Versuchung, ein anderer werden zu wollen. Ich brauche nicht der Robert zu sein und nicht der Christoph und nicht der Mike und keine andere hier im Raum. Brauche ich nicht, und du auch nicht. Von Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Ich habe meine Identität gefunden.
Wir reden über Auswirkungen einer schwachen, ungesunden oder gar fehlenden Identität, wenn da nichts ist in der Mitte von dem Kreis. Das hättet ihr jetzt nicht erwartet, aber ich muss noch ein drittes nennen: herrisches Auftreten. Aber gerade Leute, denen eine gesunde Identität in Christus fehlt und die folglich eine schwache Persönlichkeit haben, kaschieren das, sie kompensieren ihre Schwäche manchmal mit einem herrischen und geradezu diktatorischen Auftreten. Sie entwickeln ein starkes Anerkennungsstreben bis hin manchmal zu einer krankhaften Geltungssucht.
Auch diese Konstellation habe ich schon hautnah miterlebt in Gemeinden, liebe Geschwister. In Gemeinden, wo Männer plötzlich so aufgetreten sind und so richtige Machtallüren sichtbar wurden, herrisches Auftreten, und dahinter war nicht viel. Da war ein schwaches Männlein, das sich so aufgeblasen hat. War so.
Vertikale Orientierung und die neue Identität in Christus
Fazit: Wenn wir uns horizontal definieren, verstehen wir jetzt den Ausdruck: horizontal, das heißt in Erfolg, in Beziehungen oder in unserem Besitz, in all diesen vergänglichen, vordergründigen, diesseitigen Dingen, dann bauen wir uns Ersatzidentitäten auf, die eines Tages zusammenbrechen werden, wie die Patjomkinschen Dörfer, die zusammenbrechen. Das trägt nicht.
Wir müssen uns vertikal definieren. Vertikal heißt: in unserer Beziehung zu Gott, in ihm unsere Identität finden, sie von ihm her ableiten, wie Paulus sagen würde: Von Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und da ist mein Zirkel eingestochen, und das ist mein Fundament. Dann können die anderen Dinge mich schon einmal nicht mehr so aus der Bahn werfen.
Vertikal definieren in unserer Beziehung zu Gott, das heißt sogar: Es ist gut, wenn unsere Ersatzidentitäten, die wir uns unbemerkt aufgebaut haben, zusammenbrechen. Je früher, umso besser. Auf dem Sterbebett ist es ein bisschen spät. Da ist es immer noch gut, wenn sie zusammenbrechen, aber da können wir nichts mehr Neues aufbauen. Je früher sie zusammenbrechen, je früher wir diese Dinge identifizieren, desto besser. Da muss ein Antivirusprogramm drüberlaufen, muss diese Dinge identifizieren: Stopp! Scheinidentität, das brauche ich doch gar nicht. So definieren sich Weltmenschen, Nichtchristen, Gottlose, Heiden doch nicht. Ich bin doch nicht so. Ich bin doch ein Kind Gottes, so brauche ich mich doch nicht mehr zu definieren. Ich bin doch bei Gott in Wohlgefallen und habe ihn gefunden, und da ist meine Zirkelspitze eingestochen. Vertikal definieren, nicht horizontal.
So, letzte Folie: Wer bist du, was sagst du von dir selbst? Das wurde Johannes der Täufer gefragt, von den Abgesandten der Pharisäer und schriftgelehrten Hohenpriester in Jerusalem. Wir haben gesehen: Man muss sich bekehren, man muss zurückkommen zu Gott, zu Christus, zum Kreuz. Wir alle wissen das, wir alle haben das gehört, und ich hoffe, wir alle haben das auch so praktiziert.
Bekehrung ist die Akzeptanz einer neuen Identität. Da wird man neu, da hört das Alte auf, da kommt das Bad der Wiedergeburt. Durch die Wiedergeburt ist Christus unser Leben geworden, und damit wurde uns eine neue, perfekte Identität geschenkt. Perfekt heißt: Die kann man nicht mehr verbessern. Die Identität in Christus kann man nicht verbessern. Wenn man sie gefunden hat, dann ist sie nicht optimierbar, sie ist perfekt. Darüber wollen wir morgen und übermorgen natürlich nachdenken.
Diese neue Identität müssen wir uns aber durch Glauben zu eigen machen, durch Glauben. Jeder Christ, der neues Leben empfangen hat, der von neuem geboren ist, hat eine neue Identität in Christus. Aber ihm wird nach der Bekehrung nicht sofort alles klar sein. Es soll klar werden, aber er muss die Dinge geistlich in Besitz nehmen, im Glauben in Besitz nehmen. Anders geht es nicht. Alle geistlichen Wahrheiten, die uns in der Schrift dargelegt sind, müssen wir uns im Glauben zu eigen machen. Ich werde morgen genau erklären, wie das geht.
In Christus kann jedes Identitätsproblem seine Lösung finden, jedes, bei jedem Menschen auf dieser Erde. Das ist keine zu steile Aussage, die biblisch gedeckt ist. In Christus kann jedes Identitätsproblem seine Lösung finden.
Bitte habt Verständnis, dass wir erst einmal so ein bisschen theoretisch anfangen mussten. Ich hoffe, es war nicht ganz theoretisch, sondern auch ein bisschen praktisch. Aber es wird noch viel, viel praktischer werden, das verspreche ich. Wir müssen so beginnen, sonst fehlt uns dieser Aufbau, dieser Unterbau.
Morgen: Teil zwei, unsere Identität in Christus, das Fundament eines Christenlebens. Und wir werden uns nur mit Paulus befassen, denn bei keinem Autor der Bibel, den Gott gebraucht und inspiriert hat, finden wir so viele wertvolle Aussagen zum Thema Identität wie bei Paulus.
Hinweise zu Büchertisch und weiterführender Literatur
Wenn ich noch einen Augenblick lang eure Aufmerksamkeit beanspruchen darf: Ich hatte schon wieder vergessen, dass es hier auch einen Büchertisch gibt, einen stationären sozusagen, der hier immer ist. Ja, ihr dürft euch gerne hier umschauen, und wenn da etwas ist, was euch anspricht, könnt ihr euch dort bedienen. Irgendjemand ist da zuständig. Wer, wie geht das hier? Alexandra? Okay, die sitzt da oben. Irgendwie wird euch da geholfen.
Und ihr habt vielleicht beim Reinkommen gesehen: Ich habe einen ambulanten Büchertisch mitgebracht, einen Reisebüchertisch, der jetzt nur in diesen Tagen da ist. Ich habe eine gute Nachricht für euch: Ihr braucht kein einziges Buch zu kaufen, oder CD, oder was da liegt. Ihr braucht nichts zu kaufen. Die Tatsache ist nämlich, dass von dieser Arbeit niemand leben muss. Wenn der Wolfgang Bühne kommt mit seinem Lastwagen, der muss auch zwölf Leute bezahlen, die bei ihm in Lohn und Brot sind. Der muss auch mal ordentlich was verkaufen, und das macht er auch dann bei unseren KfG-Konferenzen. Das ist auch gut so. Ihr braucht nichts zu kaufen, ich nehme die alle wieder mit.
Ja, ich komme wieder zu Russlanddeutschen, die kaufen das alles weg, die lassen davon nichts übrig. Glaubt mir, also kein Problem. Wenn hier russlanddeutsche Geschwister unter uns sind, ich kriege einen russlanddeutschen Schwiegersohn, wisst ihr das schon? Neulich hat mich jemand getröstet und hat gesagt, das sei gar nicht so schlimm. Also von daher ...
Ihr habt wahrscheinlich schon geahnt, dass die Vorträge über Identität in diesem Buch drin sind, aus diesem Buch genommen sind. Nicht wortwörtlich, aber grob schon: Echte Identität, wie Lebensprobleme gelöst werden können. Das bin ich. Aber manchmal ist das überhöhtes Selbstbild, wenn man sich dann so vorkommt. Aber man kann es auch anders deuten: Das bin ich, und das ist mein Herr Jesus. Auch wenn es eine Dame ist, aber das war leider so die Vorlage. Das ist mein Herr, und bei ihm bin ich geborgen. So kann man es auch sehen. Echte Identität.
Wer merkt, das Thema geht mich an, da muss ich noch ein bisschen weitermachen. Ich kann nicht alles weitergeben, was in diesem Buch drin ist. Man könnte es vertiefen oder jemand anderem schenken, der nicht hier sein kann. Ihr seid die Ersten, die dieses Buch sehen. Das kam gerade vor ein paar Tagen aus der Druckerei, das ist noch fast warm vom Druck: Die biblische Lehre von Gott.
Wir haben uns heute mit Gott, dem Schöpfer, und so weiter befasst. Ernst G. Meier, das war einer der beiden Gründerväter der Konferenz für Gemeindegründung, in der ich mitarbeiten darf, schon etwa zwanzig Jahre. Ernst G. Maier war ein ganz ausgesprochen guter Lehrer. So schade, dass er schon, menschlich gesehen, mit 54 Jahren gehen musste. Ich habe noch einige Jahre von ihm gelernt. Ich war richtig bei ihm in der Schule. Ich habe viele, viele, viele Tage mit ihm verbracht. Ein ganz gesegneter Lehrer: Die biblische Lehre von Gott.
Man denkt, man wüsste schon so viel über Gott. Also wenn ihr das lest, das ist so gewaltig, was er da zusammengetragen hat. Und dann haben wir uns heute ein bisschen mit Identität befasst, aber auch mit, vorhin habe ich Bewusstseinserweiterung genannt und so. Ich darf auch mal ein Buch zeigen, das wird vielleicht nicht jedem schmecken von euch: Spürst du Gott schon oder liest du noch die Bibel?
Ein bisschen provokativer Titel, ja? Klingt nach Ikea-Werbung, kennt ihr alle, ja? Aber originell, der Titel: Spürst du Gott schon oder liest du noch die Bibel? von Thorsten Brennscheid. Er befasst sich hier mal mit so einigen Leuten, die die Christenheit so ganz schön prägen. Und da sind Namen dabei, wenn ich die nenne, wenn ich nur mal drei stellvertretend nenne, zum Beispiel Joyce Meyer, Max Lucado oder Sara Young. Leute, die Bestsellerautoren geschrieben haben, oder Bücher geschrieben haben, Bestsellerautoren, oder Joyce Meyer, die jeden Tag im Fernsehen auf zig Kanälen zu sehen ist.
Das muss nicht jeder lesen, aber wir sollten vielleicht auch die Wachen unter uns, die auch ein bisschen Hirten- und Wächterdienst tun, die sollten sich das schon mal anschauen, meine ich. Weil es wichtig ist, zu sehen, wie auch Evangelikale geprägt werden. Ich bin nicht einer, der auf alles schießt, was sich da bewegt und so. Ich will Leben und leben lassen. Aber es gibt auch Trends, die sind wirklich fragwürdig und sicher schädlich für die Gemeinden.
