Serie•Teil 10 / 37Matthäus-Evangelium
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Einordnung der bisherigen Abschnitte
Aber ihr könnt euch vorstellen, wenn ihr das lest, was heute Morgen dran ist: Immer wenn ich vorne stehe, geht es ein kleines Stück weiter im Matthäusevangelium. Und wenn ihr euch erinnert, wo wir im Moment stecken, nämlich in Kapitel vier, dann werdet ihr feststellen, dass wir in den letzten beiden Predigten einmal den Abschnitt hatten, über dem steht: Bußpredigt in Galiläa, und dann den nächsten Abschnitt, der heißt: Die ersten Jünger.
Heute kommt ein Abschnitt, bei dem man sich fragen kann, ob es sich wirklich lohnt, darüber zu predigen. Da steht: Predigt und Heilungen. Es ist der Teil in den Evangelien, bei dem man im Allgemeinen immer weitergeht und sagt: Okay, jetzt werden wieder ein paar Leute geheilt, das steht jetzt im Text, aber interessieren tut es mich eigentlich nicht so groß. Ich lese mal schnell drüber, um dann wieder zur nächsten interessanten Geschichte zu kommen.
Ich denke aber persönlich, dass diese drei Abschnitte, also einmal dieser Komplex Bußpredigt, dann der Komplex Berufung der Jünger und auch der Komplex, den wir heute Morgen haben, inhaltlich zusammengehören. Deswegen möchte ich gern noch einmal einen Rückblick machen.
Wir hatten, als wir über den Abschnitt Bußpredigt in Galiläa gesprochen haben, diese Folie zum ersten Mal gesehen. Es geht darum, dass ich versucht habe, grafisch darzustellen, was im Leben eines Menschen passiert, der zu Gott umkehrt. Da ist einmal der Start, das sogenannte alte Leben, ein Leben, bevor er zu Gott umkehrt. Und in diesem alten Leben passieren verschiedene Dinge. Er spricht mit Leuten, er liest in der Bibel, er hört Predigten, und im Laufe der Zeit versteht er, dass er ein Sünder ist. Nicht einer, der nur ab und zu mal etwas Falsches tut, sondern jemand, der tatsächlich ein persönliches Problem mit Sünde hat. Wie ein Alkoholabhängiger, der nicht mit Alkohol, sondern immer ohne Alkohol ein Problem hat, so ist es bei uns. Wir haben ein Problem, dass wir nicht aufhören können zu sündigen.
Und wir merken: Die Lösung für unser Problem ist das Evangelium. Wir hatten uns angeschaut, dass Jesus das Evangelium predigt und zur Buße aufruft, zu einer Umkehr. Nicht nur zu einem oberflächlichen Christsein, nicht nur dazu, dass man mal in den Gottesdienst geht, mal ein Glaubensbekenntnis auswendig lernt, eine Konfirmation über sich ergehen lässt, sondern wirklich zu einer inneren Umkehr, zu einer totalen Veränderung der persönlichen Einstellung Gott gegenüber. Diese Umkehr ist dann der Startpunkt, und das war das Thema vom letzten Mal: Berufung der Jünger.
Umkehr oder Buße, das Wort, das man in der Bibel findet, das vielleicht weniger verständlich ist, führt weiter in die Nachfolge. Wir haben uns beim letzten Mal die Berufung der Jünger angeschaut, und wir haben festgestellt, dass so eine Nachfolge eine heikle Sache ist, oder? Nachfolge Christi heißt, dass wir bereit sind, dorthin zu gehen, wo Jesus hingeht. Und das kann für den einen oder anderen gefährlich sein. Das wird uns mindestens dazu bringen, Dinge zu tun, bei denen Menschen den Kopf schütteln und sagen: Hey, wie kannst du dir das denn antun?
Ich mache mal ein Beispiel, ein Beispiel, bei dem ihr das sofort testen könnt. Da stehen Leute Sonntagmorgen auf, vielleicht um acht, manche noch früher, und du wirst nicht glauben: Die gehen in einen Gottesdienst! Das ist doch absurd, oder? Sonntagfrüh in den Gottesdienst gehen. Ja, doch! Und warum tun sie das? Weil sie sagen, dass sie sich mit anderen Christen treffen wollen. Und warum wollen sie sich mit anderen Christen treffen? Weil sie sagen, sie wollen Jesus nachfolgen. Und das war Jesu Idee: eine Gemeinde zu schaffen, die sich zu einem Gottesdienst trifft.
Merkt ihr das? Andreas und Petrus haben ihren Beruf aufgegeben, Jakobus und Johannes sogar ihre Familie. Sie haben ihren Vater zurückgelassen. Und sie machen mit ihrer Entscheidung deutlich: Meine allererste Priorität im Leben ist nicht mein Beruf. Das ist die Sache, wo viele Männer schnell ihre Identität daran festmachen. Es ist nicht meine Familie, das ist vielleicht das, wo Frauen schnell ihre Identität finden, sondern die erste Priorität in meinem Leben soll Jesus sein.
Und sie folgen Jesus nach, und sie tun plötzlich Dinge, bei denen andere nur noch den Kopf schütteln und sagen: Das kann nicht dein Ernst sein. Sie fahren auf so ein Sommerlager und schaut euch die Bilder an und verkleiden sich wie Kinder. Petrus mit seinem Hirtenstab da in der Hand. In Wirklichkeit Doktor der Chemie, ist doch absurd! Oder Nero, da läuft Martin mit so einem langen Gewand und so einer roten Schärpe herum, so etwas Blödsinniges. Aber sie tun es. Sie tun es, weil sie ein Ziel haben, weil sie sagen: Wir wollen etwas erreichen, und wir sind bereit, all das zu tun, überall dorthin zu gehen, wo der Herr uns hinführt, bis an den Punkt, dass man uns ablehnt und verfolgt, bis hinein in körperliche Verfolgung und Tod.
Das ist Nachfolge. Das war das Thema zum letzten Mal.
Die Schwelle zum nächsten großen Thema
Heute kommen wir zu einem Text, der, soweit ich ihn verstehe, ein Scharnier ist. So eine Tür hängt doch in so einer Angel, und diese Angel verbindet das Türblatt mit dem Rahmen außen herum. Genau das Gleiche macht der Text, den wir heute Morgen miteinander betrachten wollen. Er schließt quasi die ganzen Geschichten, die wir bislang gehört haben, ab und leitet über zu einem neuen Thema.
Und das neue Thema wird die Bergpredigt sein. Denn ab Kapitel 5, Vers 1 beginnt das, was wir klassisch Bergpredigt nennen. Jetzt ist die Frage: Wie rundet Matthäus all das ab? Wie kommt er da hin? Wie beantwortet er noch die ausstehenden Fragen? Er tut es dadurch, indem er das Thema Nachfolge erst einmal abschließt.
Also: Jesus beruft Menschen in die Nachfolge. Und eine Frage, die sich mir stellt, ist: Warum macht Gott das? Warum geht Gott diesen Weg? Er nimmt eine Botschaft, und nicht irgendeine Botschaft, sondern die wichtigste, beste und größte Botschaft, die es im Universum jemals gegeben hat, nämlich das Evangelium. Und Gott nimmt sich vor: Diese Botschaft soll rausgehen, das sollen alle Menschen mitbekommen.
Und dann sagt Gott: Ich weiß auch, wie ich das mache. Ich nehme diese Botschaft und ich gebe sie dem Till und dem Hansjörg, ich gebe sie Bärbel, ich gebe sie Uriah, Daniela, Tobi, und ihr geht in die Welt und bringt die Botschaft in die Welt. Ist doch toll, oder?
Und ich denke darüber nach und denke mir: Vater im Himmel, das ist eine ziemlich gefährliche Kiste, die du da tust. Du nimmst das Beste, was du hast, und vertraust es Menschen an, die ja faul sein könnten, träge, nachlässig. Die einfach vielleicht nicht über das nachdenken, was sie tun. Und ehrlich gesagt, ich sehe es ja in meinem eigenen Leben, dass ich faul und träge bin, dass ich manchmal Dinge tue, wo ich im Nachhinein sage: Dann hättest du deine Zeit auch besser einteilen können.
Und Gott vertraut uns seine Botschaft an. Aber was, wenn wir diejenigen sind, die faul und träge sind? Was wäre dann? Hat Gott dann noch so einen Plan B? Schublade auf, okay, die haben es nicht gepackt, hier ist meine Wunderwaffe. Mit dieser Wunderwaffe werde ich jetzt das Evangelium doch noch in die Welt bringen.
Du kannst die Bibel einmal vor- und du kannst sie einmal zurücklesen, du wirst diesen Plan B nicht finden. Gott hat das Evangelium Menschen anvertraut. Und wenn diese Menschen, wenn wir, die Botschaft nicht weitergeben, dann hat diese Welt, dann hat Berlin tatsächlich schlechte Karten.
Und wenn man das so überlegt, dann stellt man sich die Frage: Warum geht Gott dieses unglaubliche Risiko ein? Der erste Punkt, den ich euch heute Morgen zeigen möchte, ist, dass Gott zwar ein Risiko eingeht, in der Tat, weil er sich von uns abhängig macht, dass er auf der anderen Seite aber trotzdem den besten Weg wählt, den er hätte gehen können. Der Weg des Evangeliums: Wie könnte das Evangelium in diese Welt hineinkommen? Es gibt da theoretisch erst einmal drei Ideen.
Warum Gott weder Zwang noch bloße Zeichen wählt
Die erste lautet: Gott manipuliert den Menschen. Also ist es so eine Sache, dass der Mensch sich entscheiden muss. Der Mensch muss sagen: Ich möchte mit Gott leben.
Aber warum eigentlich? Könnte man es nicht anders machen? Könnte man nicht sagen: Gott fehlt dem Menschen, ihm zu gehorchen. Also: Du wachst eines Morgens auf und denkst dir, bislang hatte ich ja noch nichts mit Gott am Hut, aber jetzt bin ich gläubig, das merke ich richtig. Und du versuchst zu sündigen, und es klappt einfach nicht mehr. Du merkst: Es passt einfach nicht mehr. Du versuchst, einen schlechten Gedanken zu haben, und er kommt nicht.
Es gibt da so eine Filmsequenz, die ich mal gesehen habe, von jemandem, der sich vorgenommen hat, eine gewisse Zeit lang immer die Wahrheit zu sagen. Und er versucht dann, eine Lüge aufzuschreiben. Ja, und die Hand weigert sich so lange, bis er aufgibt. Es geht einfach nicht. Wäre das nicht klasse?
Du bist in einem Gespräch, und eben noch sagst du etwas, und es ist falsch, und es kommt gar nicht raus. Du willst zornig werden, weil der andere etwas gegen dich getan hat, und bevor der Zorn kommt, plupp, ist plötzlich Liebe für den anderen da. Du fällst ihm in den Hals und sagst: Super, ich habe dich so gern. Das wäre doch nett, oder?
Das einzige Problem dabei ist, und das steht auch da dran: Menschen sind wir dann nicht mehr. Wir sind bestenfalls Marionetten. Wir sind solche, wir hängen an langen unsichtbaren Fäden und werden eben von oben gezogen. Und genau das ist das, was Gott nicht wollte. Gott hat zu dieser Lösung ein Nein.
Ein Nein deshalb, weil er sagt: Ich möchte, weil ich Liebe bin, ein Gegenüber haben. Und dieses Gegenüber soll mich lieben, und ich will dieses Gegenüber lieben. Und ich will es nicht durch Zwang und durch Manipulation dazu bringen, dass es das tut, was ich sage. Also war es eine Entscheidung, dass Gott sagt: Ich möchte nicht manipulieren, weil ich ein wirkliches, ein echtes Gegenüber suche.
Na gut, werdet ihr sagen, die Idee war wirklich ein bisschen weit hergeholt. Es gibt doch noch eine Möglichkeit: Wunder tun. Also, ihr wacht morgens auf, ihr reißt die Gardine weg, ihr schaut an den Himmel, und da steht es wieder, wie gestern auch: Johannes 3,16. Denn so hat Gott die Welt geliebt, groß und breit. Und nachts, wenn ihr auch zu den Sternen hochschaut, bilden die Sterne eine Schrift: Denn so hat Gott die Welt geliebt. Das wäre doch toll, oder? Du könntest sofort sehen: Stimmt, es muss diesen Gott geben. Und dann würden sich doch alle Menschen bekehren, oder?
Wir könnten uns noch viel mehr überlegen. Überlegt euch, was ihr wollt, aber dieser Ansatz funktioniert nicht. Und woher weiß ich das? Ich weiß es daher, dass Jesus ein Leben dieser Art gelebt hat. Menschen haben Wunder erlebt, Wunder über Wunder. Und ich denke, niemand hat jemals beeindruckendere und größere Wunder getan als Jesus.
Und wenn wir jemanden in der damaligen Zeit gefragt hätten: Glaubst du an Jesus? Dann hätte der gesagt: Meinst du den Jesus, der all diese großen Wunder tut? Ja, genau den. Na logisch glaube ich an den. Ist doch super. Ich habe da Brot zu essen bekommen, und ich bin gesund geworden. Und mal schauen, was er heute wieder drauf hat. Das war toll.
Und wie sah die Realität aus? Die Realität war die, dass die Leute gesagt haben: Ja klar, wir glauben an ihn. Aber in dem Moment, wo Jesus persönlich wurde, in dem Moment, wo es darum ging, nicht mehr die Vorteile zu haben, das Brot, die Heilungen und all das, sondern wo Jesus mit dem persönlichen Anspruch kam, wo er gesagt hat: Ihr sollt an mich glauben, ich bin das Brot des Lebens, nehmt doch bitte dieses Wunder nur als ein Hinweiszeichen auf das Eigentliche, und das bin ich. In dem Moment, wo Menschen mit ihm konfrontiert worden sind, dann sind Rückzieher gemacht worden. Sie wollten den Wunderheiler, aber sie wollten nicht den Retter, der einen Anspruch auf ihr Leben hat. Man wollte satt und gesund sein, aber keine persönliche Beziehung eingehen.
Und deswegen heißt es ganz traurig in Johannes 12,37: Obwohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn.
Wenn Wunder der Weg gewesen wären, wie das Evangelium die Welt durchdringt, dann hätten in der Zeit Jesu alle gläubig sein müssen. Und deswegen gibt es die dritte Alternative, und das ist, ich habe sie mal genannt: der Weg Jesu.
Wie hat Gott das Evangelium auf diese Erde gebracht? Indem Gott Mensch wurde. Es war quasi die Botschaft auf zwei Beinen. Und im Johannesevangelium heißt es über Jesus: In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Jesus kommt, und mit ihm kommt das Leben. Und ihr könnt diesen Begriff auch, wenn ihr das Johannesevangelium studiert, übersetzen mit: Mit ihm kommt Lebensqualität, mit ihm kommt Lebenssinn. Er ist derjenige, der den Durst nach Leben stillt. Und er bringt dieses Leben, und er geht noch weiter und sagt, dass er dieses Leben weitergibt. Und er gibt es an uns weiter. Und wir sind jetzt diejenigen in der Welt, die das Leben Jesu tragen, in uns. Und durch uns kann dieses Licht, wie es in Johannes 1,4 beschrieben wird, in die Welt hineinscheinen.
Ein Beispiel: Ihr seid wandern, irgendwo im Gebirge, von mir aus. Ihr habt euch verlaufen, es wird dunkel, es wird kalt, ihr habt Angst. Und ihr wisst nicht mehr weiter. Und plötzlich seht ihr etwas: Da vorne ist Licht. Da vorne ist ein Haus, da scheint Licht raus. Und du weißt: Da vorne ist Leben. Wenn ich da hinkomme, dann habe ich es geschafft.
Und in der gleichen Weise sollen wir als Christen Lichtträger sein. Wir bringen Licht in die Welt, so dass Menschen, wenn sie unser Leben sehen, merken: Der hat was, das will ich auch haben. Und wenn ich da angekommen bin, wo er hingekommen ist, in dieser Beziehung mit diesem Jesus, super, dann bin ich angekommen, da muss ich hin.
Und deswegen lässt Gott uns in dieser Welt, lässt Gott uns in den Schwierigkeiten dieser Welt, lässt es zu, dass wir die gleichen Schwierigkeiten durchmachen wie andere und vielleicht sogar manchmal mehr. Und die Menschen, die in den gleichen Herausforderungen drinstecken wie wir, können an unserem Leben sehen, dass der Anspruch stimmt, dass das Evangelium wirklich befreit, dass das Evangelium wirklich neue Menschen macht, dass das Evangelium an Stellen heil und gesund macht, wo nichts anderes geholfen hat.
Aber sie sehen es nicht durch Wunder. Sie sehen es nicht durch Manipulation. Sie sehen es durch Menschen, die ihren Glauben im Alltag leben. Deswegen geht Gott diesen Weg.
Jesu Weg durch die Wirklichkeit der Welt
Matthäus 5,23, ich lese das vor, wo wir jetzt im Text sind:
Und Jesus zog in Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches. Es klingt so einfach: Jesus geht dahin, wo die Menschen sind. Er bleibt nicht in irgendeinem Kloster und wartet darauf, dass die Menschen, die es leisten konnten, zu ihm kamen, sondern er geht dahin, wo die Menschen sind.
Später in der Apostelgeschichte wird das Gleiche passieren. Die Jünger werden rausgehen. Sie werden auch in der Synagoge predigen, aber auch an Flüssen, auf öffentlichen Marktplätzen, in Gefängnissen. Sie werden überall dorthin gehen, wo Menschen sind. Und das ist die einmalige Chance, die dieses Konzept hier hat: Wir können dort hingehen, wo die Menschen sind.
Nur haben wir dabei, ich sage es mal, immer wieder eine unangenehme Erfahrung. Wir leben in einer Welt, wir nennen das eine gefallene Schöpfung, eine Welt, die einfach nicht mehr sehr gut ist, eine Welt, in der Hass, Krankheit, Tod und Terror regieren, ob wir das wahrhaben wollen oder nicht. Und wir kommen mit der Botschaft des Evangeliums zu Menschen, die leiden, und zu solchen Menschen, die anderen Leid zufügen. Und wir stehen in diesem System mittendrin. Wir kommen da einfach nicht raus.
Und dann lesen wir in Matthäus 5, wenn wir weiterlesen:
Und Jesus heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen unter dem Volk. Und sein Ruf ging aus in das ganze Syrien, und sie brachten zu ihm alle Leidenden, die mit mancherlei Krankheiten und Qualen behaftet waren, und Besessene und Mondsüchtige, das sind wahrscheinlich Epileptiker, und Gelähmte; und er heilte sie.
Und wir lesen das und wir verstehen die Botschaft, die dahintersteht, sofort: Da ist Krankheit, da ist Not, und da kommt Hoffnung ins Leben dieser Menschen hinein. Jesus bringt Hoffnung mit, er bringt Besserung mit, er bringt Heilung mit, Befreiung.
Aber für mich stellt sich eine Frage, und die Frage ist: Warum lässt Gott Leid und Terror überhaupt zu? Gott wird Mensch und kommt in eine Welt des Leides. Er lindert Leid, zumindest zum Teil. Aber die Frage ist: Warum lässt er das überhaupt zu?
Die nächste Folie, bitte.
Wenn es einen Gott gibt und dieser Gott allmächtig ist und Gott die Menschen liebt, und das predigen wir, warum lässt Gott Krankheit und Terror zu? Ist das nicht die Frage, die wir wirklich sauber beantworten müssen, wenn wir mit dem Evangelium in der Welt irgendjemanden hinter dem Ofen hervorlocken wollen? Ist es nicht so, dass die Tatsache, dass es Terror gibt, nicht dafür spricht, dass es Gott vielleicht gar nicht gibt, wie der Atheismus sagt, oder dass Gott nicht allmächtig ist, wie man zum Beispiel im Polytheismus annimmt, oder dass Gott vielleicht gar nicht die Liebe ist, gar nicht so liebevoll ist, wie wir uns das immer vorstellen? Kann es nicht sein, dass wir völlig falsche Vorstellungen von Gott haben? Hier, der Pantheismus, die New-Age-Religion, sagt: Gott ist gut und böse. Passt das nicht viel besser?
Wie können wir einen Gott, der allmächtig und liebevoll ist, predigen in einer Welt des Terrors, der Krankheit, des Hasses und der Not? Wo kommt bitteschön das Böse her?
Ich finde die Frage sehr wichtig, persönlich, und ich möchte sie heute Morgen klären. Die Frage, die ich jetzt stellen möchte, ist: Wie bringe ich einen Gott der Liebe mit einem Terroranschlag gegen das World Trade Center unter einen Hut?
Und das Erste, was ich sagen möchte, ist: Sünde kommt nicht aus Gott. Gott ist nicht der Ursprung von Sünde, und das müssen wir verstehen. Deswegen sage ich es noch einmal: Gott ist nicht der Ursprung der Sünde. Gott ist gut, und er hat eine perfekte Welt geschaffen. Und in sein Schöpfungswerk integriert hat er Wesen, nämlich Engel und Menschen, die eine freie Entscheidung treffen können, die moralisch gesehen eigenständige Entscheidungen treffen können. Und diese Entscheidungsfreiheit gibt ihnen jetzt die Möglichkeit, entweder Gott zu gehorchen oder auf der anderen Seite Gott zu misstrauen, von Gott wegzurennen, Gott ins Gesicht zu schlagen, zu sündigen.
Und in dem Moment, wo ein Mensch sich von Gott abwendet, passiert etwas ganz Schlimmes: Er wird nämlich kreativ, er wird schöpferisch. Das heißt, immer dann, wenn ein Mensch sich entscheidet, nicht das zu tun, was Gott sagt, das richtig ist, dann wird er zum Schöpfer des Bösen in seinem Leben. Das heißt, Gott hat nicht das Böse geschaffen, sondern das Böse entsteht dort, wo der Mensch sich gegen Gott entscheidet.
Und das ist die traurige Realität, die wir alle miteinander wahrnehmen müssen: Wir schaffen das Böse in unserem Leben selbst. Wir entscheiden uns, und Gott gibt uns diese Freiheit. Es ist Teil der Würde des Menschen, sich entscheiden zu können. Gott gibt uns die Entscheidungsfreiheit in die Hand, und wir stehen davor, in jedem Moment unseres Lebens zu sagen: Will ich das? Will ich Gott gehorchen, oder möchte ich doch in die andere Richtung gehen? Und indem wir die Entscheidung gegen Gott treffen, entscheiden wir uns dafür, etwas Neues zu schaffen: das Böse. Wir sind die, die für die Existenz des Bösen verantwortlich sind.
Und ich habe persönlich eine andere Frage auf dem Herzen, wenn ich über den Terroranschlag von New York und Washington nachdenke. Meine Frage lautet nicht so sehr: Wie kann es sein, dass Gott dieses Leid zulässt? Meine Frage lautet tatsächlich: Wie kann es sein, dass Gott, heilig und gerecht, immer noch diese Welt mit ihren Menschen erträgt?
Nicht einmal schnipp, und vorbei. Ende. Die Offenbarung beschreibt das: Himmel und Erde weg, kein großer Aufwand, zack, vorbei, wir machen was Neues. So wie wenn du bei deinem Computer den Resetknopf drückst: zack, Schluss damit, nie wieder diesen Unsinn. Und der Computer fährt alles runter und fährt wieder hoch. Neues Bild, neues Glück, vielleicht klappt es jetzt mit dem Programm.
Warum macht Gott das nicht? Da ist ein Programm, das sich nur ärgert. Also mir geht das manchmal so: Ich habe gerade ein Grafikprogramm, über das ich mich total ärgere, weil manche der Funktionen einfach nicht funktionieren. Da tut sich dann nichts. Wunderbar, es war preiswert, ja. Und manchmal bleibt nichts anderes übrig, als runterzufahren, hochzufahren, weitermachen. Warum macht Gott das nicht?
Und die Antwort dazu finden wir im zweiten Petrusbrief. Da heißt es in 2. Petrus 3,7.9-10:
Die jetzigen Himmel und die Erde aber sind durch dasselbe Wort aufbewahrt und für das Feuer aufgehoben zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen.
Die Bibel lässt tatsächlich keinen Zweifel daran, dass die Menschheit in ihrem gottlosen Zustand einmal gerichtet werden wird. Sogar diese ganze Erde wird gerichtet, und auch der Himmel. Und dann taucht die Frage auf im Text: Warum wartet Gott noch?
Dann schreibt Petrus:
Der Herr verzögert nicht, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen.
Und da verschlägt mir schon persönlich den Atem. Ein heiliger und gerechter Gott, der wartet, der mindestens knapp zweitausend Jahre gewartet hat, dass ich umkehren darf, der auf den Moment gewartet hat, bis ich sage: Herr Jesus, ich nehme dich in mein Leben auf, ich möchte von nun an mit dir und für dich leben. Und ich weiß noch, wie das war, wie ich in meinem Studierkämmerchen auf die Knie gegangen bin und Gott angefleht habe, mir zu vergeben und mir ein neues Leben zu schenken.
Und jetzt lese ich: Gott wartete darauf. Gott hätte doch einen Tag vorher sagen können: Schluss, vorbei. Dann wäre ich nicht dabei gewesen, und er hat es nicht getan. Jeder von euch, der diese Entscheidung getroffen hat, kann jetzt sein Datum einsetzen und kann sagen: Natürlich hätte Gott einen Tag vorher Schluss machen können, aber er hat es nicht getan. Er hat gewartet und gewartet, Grausamkeit über Grausamkeit ertragen.
Aber machen wir uns nichts vor: Der Tag kommt, wie es heißt, es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb. An ihm werden die Himmel mit gewaltigem Geräusch vergehen, die Elemente aber werden im Brand aufgelöst, und die Erde und die Werke auf ihr werden im Gericht erfunden werden. Das Gericht kommt. Aber Gott ist langmütig, und er erträgt diese Welt.
Und da bleibt es mir wirklich. Da sage ich: Was für einen Gott haben wir, was für einen Gott haben wir, der das erträgt und der da drunter bleibt? Und ich brauche nicht nach New York zu schauen, um mir diese Frage zu stellen. Ich kann in mein eigenes Leben hineinschauen und kann mir die Frage stellen: Was für ein Gott, der mich erträgt.
Heilungen als Zeichen und Hinweis
So viel zum Thema Leid, Leid und Terror in der Welt. Ich will noch etwas zu den Heilungen sagen.
Wir lesen in der Bibel bis zum Neuen Testament relativ wenig über Heilungen. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich habe den Eindruck, je länger die persönliche christliche Geschichte ist, also je früher man mit dem Christentum konfrontiert worden ist, desto mehr gewinnt man den Eindruck, dass in der ganzen Bibel immer ständig geheilt wird. Das liegt, glaube ich, daran, dass in Kinderstunden, Sonntagsschule, Jungschar sehr viele Heilungsgeschichten erzählt werden. Denn da passiert halt auch wirklich etwas. Sehr viele Geschichten aus dem Neuen Testament werden auch erzählt, in denen prinzipiell immer ein bisschen mehr geheilt wird.
Ich habe mir gedacht, ich zähle einfach mal, wie viele Heilungen es im Alten Testament gab. Was schätzt ihr? Wie viele Heilungen gibt es im gesamten Alten Testament? Inklusive Totenauferweckung, oder?
Inklusive Totenauferweckung. Drei. Drei ist die erste Schätzung. Zwanzig. Fünf? Okay, ich habe euch schon durch die Vorrede so ein bisschen die Chance genommen, jetzt auf 500 zu tippen oder so. Ich habe gefunden, und ihr mögt das nachzählen oder noch mehr finden, ich habe sieben Heilungen im gesamten Alten Testament gefunden, wobei eine Heilung dreimal berichtet wird. Das heißt, rein statistisch findest du etwa alle 130 Seiten im Alten Testament eine Heilung, eine übernatürliche Heilung. Und ich habe auch Miriam dabei, die ja an der Stelle eigentlich erst bestraft und dann wieder geheilt worden ist, und ich habe Jerobeam dabei, der auch erst bestraft und dann wieder geheilt worden ist. Ziemlich wenig.
Und ich sage das deshalb, damit ihr versteht: Für die Leute der damaligen Zeit war eine sofortige Heilung eines Kranken genauso ungewöhnlich wie für uns. Also es war nicht so, Jesus kam, und alle dachten sich: Na ja, das kennen wir doch schon. Passiert doch hier um die Ecke, passiert doch überall hier, ständig werden Leute von irgendwelchen Heilern wieder gesund gemacht. So war es nicht. Es war absolut außergewöhnlich.
Und deshalb ist auch verständlich, dass wir hier lesen, dass alle Kranken gebracht wurden und dass bei solchen Möglichkeiten, die Jesus hatte, wie es in Matthäus 4,25 heißt, große Volksmengen aus dem Zehnstädtegebiet und Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan folgten. Ich zeige euch das mal.
Also große Volksmengen, richtig viele sind gekommen. Einmal natürlich hier aus Galiläa selber, logisch, denn er war hier in Kapernaum. Das war so ungefähr sein Wirkbereich, Kapernaum und noch ein bisschen drum herum. Und die kamen aus ganz Galiläa. Da kann man sagen: Okay, das verstehe ich.
Aber die kamen auch von hier unten, von Judäa und Jerusalem, in großen Strömen hier hoch. Große Volksmengen. Gut, das waren Juden. Aber nicht nur Juden. Jetzt kommen plötzlich auch Griechen. Hier drüben ist das hellenistische Gebiet. Hier lebten Leute, die einen stark griechischen Hintergrund haben, die die hellenistische Kultur, nicht die jüdische Kultur, bevorzugten. Und da haben wir gelesen, aus dem Zehnstädtegebiet, Dekapolis, hier, die kommen auch dahin. Und weil jetzt sowieso schon alle kommen, kommen die hier unten jenseits des Jordan aus Peräa auch noch dahin.
Also wahrscheinlich war es damals so: Du bist irgendwie unterwegs gewesen und hast da jemanden gefragt, der nach Norden zog: Ja, wo willst du denn hin? Na, zu Jesus. Wohin denn sonst? Große Volksmengen ziehen dahin. Jeder, der hörte, da ist einer, der kann Menschen gesund machen, der hat sich gedacht: Wunderbar, genau das habe ich gebraucht. Denn ich habe da einen guten Freund, einen Verwandten, ein Kind, das ist krank, und ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Und die Leute haben sich auf den Weg gemacht, hoch nach Galiläa, nur um diesen Jesus zu treffen und sich von ihm heilen zu lassen.
Aber warum heilt Jesus, wenn wir doch vorhin gesagt haben, dass Wunder gar nichts dazu beitragen, dass ein Mensch gläubig wird? Also Wunder bringen keinen Glauben. Aber warum heilt Jesus dann?
Und die Antwort lautet: Er heilt, damit Menschen erkennen können, dass er der Messias ist. Er heilt körperliche Gebrechen von Menschen, die später, nachdem sie gesund geworden sind, wieder krank werden. Die sind ja nicht ewig gesund geblieben. Er hat sie von einer Sache geheilt, und wenn die nächste Sache kam, waren sie wieder krank. Das heißt, er schafft für einige Zeit eine Lebenserleichterung. Aber warum macht er das? Er macht es, um zu zeigen: Ich möchte etwas ganz anderes in eurem Leben erreichen. Ich möchte die ewige Rettung deiner Seele.
Ich hatte Geburtstag in der vergangenen Woche, und dann rief ein naher Verwandter an und sagte: Hauptsache gesund, das wünsche ich dir, dass du gesund bleibst. Und es lag mir auf der Zunge, ihm zu sagen: Das ist Blödsinn, was du gerade sagst. Ich habe es nicht gesagt, aber es lag mir auf der Zunge, weil es wirklich blödsinnig ist, zu sagen: Hauptsache gesund. Daniel Herrmann hat mal formuliert: Die Gesundheit ist zum Tod. Und das stimmt. Egal wie gesund du bist, am Ende bist du eh tot. Und entscheidend ist nicht, was mache ich in dieser kleinen Zeitspanne, bevor ich tot bin, sondern wie geht es danach weiter. Es ist doch uninteressant, was ich in siebzig Jahren durchmache, wenn ich danach eine Ewigkeit vor mir habe. Ich kann doch nicht sagen, das Beste ist: Hauptsache gesund, aber in der Ewigkeit bin ich an dem schlimmsten Ort, den man sich nur irgendwie vorstellen kann. Das stimmt doch hier oben nicht. Das ist doch eine Weltsicht, die so eng ist, dass sie durch ein Schlüsselloch passt. Völlig unverständlich für mich, vor allem, dass es jemand ist, der, ich denke, siebzig ist jetzt.
Also, das kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Und trotzdem ist es so: Der Messias war angekündigt, und es gab bestimmte Zeichen, an denen man erkennen konnte, ist derjenige, der da jetzt kommt, wirklich der Messias oder nicht. Und so heißt es zum Beispiel im Propheten Jesaja in Kapitel 35: Da beschreibt Jesaja, wie wird es sein, wenn Gott kommt, um sein Volk zu erretten. Und er beschreibt das so: Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und jauchzen wird die Zunge des Stummen.
Das wussten die Leute: Wenn der Messias kommt, wenn Gott sein Volk besucht, dann wird das passieren. Und deswegen hat Jesus geheilt. Aber es ist nicht das Wichtigste. Das Wichtigste ist das Ewige, nicht das Zeitliche. Das Wichtigste ist die Seele, nicht der Leib. Das Wichtigste ist meine Zukunft bei Gott und nicht in der Gottesferne.
Also warum heilt er? Wie so ein Echtheitszertifikat. Bei Computern habt ihr das manchmal, da stand, ich weiß nicht, ob das heute noch der Fall ist, da stand bei dem Prozessor immer drauf: Intel inside. Kennt ihr das, so ein Label hier, Intel inside. Und jeder konnte wissen: Boah, ich habe einen richtigen Intel-Prozessor in meinem Computer laufen. Und hier könnte man sagen: Gott inside. Du hast diesen Menschen Jesus, der diese Wunder tut, und jeder kann sagen: Da steckt Gott drin. Gott inside. Gott ist Mensch geworden und auf die Erde gekommen. Gott ist da, um zu heilen. Gott ist da, um zu retten.
Und später wird sich die Geschichte mit den Heilungen wiederholen. Die Apostel haben zu Beginn ihres Dienstes auch viele Wunder gemacht. Das ist die letzte Bibelstelle, da heißt es in Apostelgeschichte 5,12a und 16: Aber durch die Hand der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk. Es kam aber auch die Menge aus den Städten um Jerusalem zusammen, und sie brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte, die alle geheilt wurden.
Da wiederholt sich die Geschichte zu Beginn der Kirchengeschichte. Die Apostel heilen einfach jeden. Und was passiert dabei? Die Menschen sehen das. Und woran erinnern sie sich? Sie erinnern sich an die Heilungen, die sie bei Jesus gesehen haben, und sie merken: Die machen das genauso wie damals. Erinnert ihr euch noch, wie das in Galiläa zuging? Jetzt ist es in Jerusalem. Aber da werden ja auch alle heil. Und die Menschen merken: Diese Apostel sind echt.
Später wird Paulus den Korinthern, die an seiner Apostelschaft zweifeln, schreiben, dass unter ihnen die Zeichen des Apostels geschehen sind. Und die Zeichen des Apostels sind genau diese Wunderwerke, dass Menschen übernatürlich gesund werden. Das ist zu Beginn ihres Dienstes. Später dann scheint das weggegangen zu sein, scheint das nicht mehr da gewesen zu sein. Später muss Paulus seinem Mitarbeiter Timotheus schreiben, dass er einen Trophimus krank zurückgelassen hat. Also Paulus konnte nicht einfach sagen und schnipp, dann bist du wieder gesund. Er selber war krank, er konnte sich auch nicht heilen. Da scheint es eine Veränderung gegeben zu haben.
Aber wichtig ist, dass sowohl Jesus als auch die Apostel in ihrem Dienst Krankenheilungen und Wunder als Echtheitszertifikat verwenden. Und jeder konnte sehen: Ja, die sind es. Genau so, die sind es.
Das Ziel der Nachfolge und die offene Frage
In dem Text, den wir heute betrachtet haben, wurde uns einmal das Ziel der Nachfolge gezeigt. Das Ziel der Nachfolge ist, dass wir mit beiden Beinen in eine Welt hineingehen, das Evangelium im Gepäck, in der Leid und Not herrschen. Wir sollen uns auf diese Welt einlassen und, genau wie Jesus, dieser Welt die Heilung bringen, die das Evangelium für sie darstellt.
Auf der anderen Seite macht der Text aber auch ein wenig Lust. Mir geht es selten so, dass ich die ganze Zeit mit diesem Jesus konfrontiert werde und mir das dann in Gedanken so vorstelle: diese Menschenmassen, die nach Galiläa strömen. Man sieht das Funkeln in den Augen der Herbergsbesitzer, die sagen: Boah, wir sind überbelegt, wie bei einer riesigen Messe, hier ist alles voll. Ja, fünftausend Leute und noch einmal fünftausend Leute.
Man kann sich vorstellen, wenn es damals eine Zeitung gegeben hätte, wie die Reporter herumgerannt wären und ständig Leute interviewt hätten, welche Heilung sie erlebt haben. Da war richtig was los.
Aber bislang fehlt uns noch eine Sache: Wir wissen im Text noch überhaupt nicht, was eigentlich die Botschaft dieses Mannes ist. Wir wissen, er predigt das Evangelium, aber bitte schön, was sagt er eigentlich? Wäre es nicht spannend zu wissen, was er gesagt hat?
Und genau das kommt jetzt, ab Kapitel 5, aber erst beim nächsten Mal.
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