Einleitung und Predigttext
Nun bitte ich Sie, in Ihren Bibeln aufzuschlagen Hesekiel 18Ganz selten predigen wir über den Propheten Hesekiel. In den Predigttexten,
die auf sechs Jahre verteilt sind, nach der Ordnung unserer Kirche ist das
ganz selten der Fall. Ich vermute auch, dass bei Ihrem persönlichen
Bibellesen sie die Kapitel des Hesekiel etwas schneller durchlesen und sich
weniger Trostworte herausklauben können und doch ist sein Wort so
hilfreich. Er hat zu Israel gesprochen nach der Zerstörung Jerusalems und
setzt sich auseinander mit dem schrecklichen Geschehen, das damals über dem
Volk Israel lag. Und wie ist das einzuordnen in den Glauben? Und wir haben
einige Verse, um nicht das ganze Kapitel zu nehmen, zuerst Vers eins bis
vier:
Und des HERRN Wort geschah zu mir: Was habt ihr unter euch im Lande Israels
für ein Sprichwort: »Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den
Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden«? So wahr ich lebe, spricht
Gott der HERR: dies Sprichwort soll nicht mehr unter euch umgehen in
Israel. Denn siehe, alle Menschen gehören mir; die Väter gehören mir so gut
wie die Söhne; jeder, der sündigt, soll sterben.
Und in Vers 21:
Wenn sich aber der Gottlose bekehrt von allen seinen Sünden, die er getan
hat, und hält alle meine Gesetze und übt Recht und Gerechtigkeit, so soll
er am Leben bleiben und nicht sterben. Es soll an alle seine Übertretungen,
die er begangen hat, nicht gedacht werden, sondern er soll am Leben bleiben
um der Gerechtigkeit willen, die er getan hat. Meinst du, dass ich Gefallen
habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr
daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt? Und wenn
sich der Gerechte abkehrt von seiner Gerechtigkeit – das ist jetzt der
umgekehrte Fall, das ist genauso möglich – und tut Unrecht und lebt nach
allen Greueln, die der Gottlose tut, sollte der am Leben bleiben? An alle
seine Gerechtigkeit, die er getan hat, soll nicht gedacht werden, sondern
in seiner Übertretung und Sünde, die er getan hat, soll er sterben.
Vielleicht lesen wir jetzt von Vers 29 ab, das ist immer schwierig, wenn
man nur so einzelne Verse herausgreift.
Und doch sprechen die vom Hause Israel: Der Herr handelt nicht recht.
Sollte ich unrecht handeln, Haus Israel, ist es nicht vielmehr so, dass ihr
unrecht handelt? Darum will ich euch richten, ihr vom Hause Israel, einen
jeden nach seinem Weg, spricht Gott der HERR. Kehrt um und kehrt euch ab
von allen euren Übertretungen, damit ihr nicht durch sie in Schuld fallt.
Werft von euch alle eure Übertretungen, die ihr begangen habt, und macht
euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Denn warum wollt ihr sterben,
ihr vom Haus Israel? Denn ich habe kein Gefallen am Tod des Sterbenden,
spricht Gott der HERR. Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben.
Die schrecklichen Ereignisse, die uns immer wieder quälen
Liebe Schwestern und Brüder, man kann mit den ganz alltäglichen
Geschehnissen beginnen jetzt in der Predigt. Was man so täglich hört, das
ist entsetzlich, ja und grausig. Mir geht das immer wieder so, wenn mir
Menschen erzählen, was sie an Hartem durchmachen und durchleiden müssen.
Das ist einer der alltäglichen Autounfälle, die auf den Fernstraßen
passieren: Ein Auto schleudert, und gerät über den Grünstreifen in die
Fahrbahn eines anderen. Und dort sitzt eine fröhliche Familie, die in den
Urlaub fahren will. Die Frau ist tot, die Kinder sind tot, und der Mann
lebt nach Monaten zwischen Tod und Leben, jahrelang im Rollstuhl. Und wenn
Sie dort hingehen, und mit dem Mann reden, dann wird er, wenn er irgendwie
zu Ihnen Vertrauen hat, sagen: Du willst Christ sein, dann sag mir doch
mal, was, warum lässt das Gott geschehen? Habe ich vielleicht mehr
gesündigt als die anderen Menschen in der Welt? Hab ich das verdient? Ich
will doch gar nicht mehr leben! Da steht ja viel mehr hinter der Hacketal-
Frage heute. Doch nicht um die Spritze hin oder her, sondern: Was ist mein
Leben überhaupt noch, dass Menschen überdrüssig sind und sagen: Ich will
und kann nicht mehr leben. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, um
Ihnen Beispiele zu geben. Sie kennen sie doch alle selbst. Ich habe in
Israel eine jüdische Violinsolistin kennen gelernt, die aus München
stammte. Sie hat im KZ im Steinbruch ihre Hand gebrochen. War nicht
schlimm. Sonst gar nichts. Nie mehr einer Geige Töne entlocken können. Das
ist ein so schweres Schicksal, wo man nicht damit fertig werden kann. So
harmlos das aussieht, und gehen Sie doch jetzt durch die Intensivstationen
unserer Kliniken, gehen Sie in die Pflegeheime, und stehen Sie dort an den
Betten, wo jahrelang Menschen leiden, was soll denn das alles, und warum
lässt denn das Gott geschehen, warum schweigt denn Gott zu all dem? Soll
man jetzt von Kriegen reden, von dem Schweren, was Menschen anderen
zufügen, von zerbrochenen Ehen, wo Menschen enttäuscht sind, ich hab doch
vertraut und gebaut auf Liebe und nun zerbricht dies alles. Ich denke, dass
die meisten Menschen heute deshalb an Gott irrewerden. Und das geht doch
ganz tief in unser eigenes Herz hinein. Es wird keiner unter uns sein, der
nicht ganz tief von diesen Fragen selbst beunruhigt ist und sagt: Ich
zweifle über meiner schweren Lebensfügung und ich sehe meinen Weg nicht
mehr und ich weiß nicht mehr, was ich tun kann. Damals haben sie Jesus die
gleiche Frage gestellt und das war eines dieser Tagesereignisse, wo jeder
sein Entsetzen nicht verbergen konnte über dieser schrecklichen Tat des
römischen Besatzungsregimes, das alle heiligen Rechte einfach zerstört hat.
Und Jesus erinnert an den anderen sensationellen Unglücksfall damals, wo
unten an der Wasserleitung, wahrscheinlich waren dort Arbeiten in Siloah,
war ja die Wasserversorgung Jerusalems unten im Tal, irgend durch
Grabarbeiten ein Turm zusammenstürzte, und 18 Arbeiter, die unten in der
Grube waren, überschüttet hat, und die wurden nur noch tot geborgen. Warum
geschehen denn solche Dinge? Und die Antwort Jesu – haben Sie sie vorher
verstanden? Das ist Welt. Das ist normal. Und wir sagen: Gott, aber warum
ist das normal in dieser Welt? Das ist eine Welt ohne Gott. Das ist eine
Welt, von der Paulus einmal sagt: Gott hat diese Welt dahingegeben. Diese
Welt steht unter den eigenen Gesetzen. Das ist nicht Gott, der hier wirkt.
Das sind immer Menschen, und Sie können es ganz genau untersuchen, wer das
Leid zugefügt hat. Warum diese Unglücksfälle passieren. Das ist doch kein
Zufall, dass ein Auto schleudert. Das ist doch keine höhere Gewalt. Meist
ist es Unvorsichtigkeit, Fahrlässigkeit, Fehler von Menschen. Das ist die
Welt, in der wir leben, in der so Grausames geschieht, in der Krankheiten
kommen. Jetzt muss ich sie auf eins drauf hinweisen: Sie können, wenn Sie
wollen, an dieser Stelle in der Sackgasse stehen bleiben und sagen: Dann
weiß ich nicht weiter, und die Antwort reicht mir nicht. An dieser Stelle
kommen Sie nicht weiter. Ich möchte Sie bloß davor warnen, dass Sie
probieren, als seien Sie der Erste, der durch dieses Dunkel dringt. Sie
kommen an dieser Stelle nicht weiter.
Darum hat der Prophet Hesekiel am
Anfang dieses Kapitels 18 das genauso klar zu diesen Menschen Israels
damals gesagt. Die haben ja sich beschwert und sagten: Wir müssen da eine
Suppe auslöffeln, das ist doch das Bild, von den sauren Trauben. Wir müssen
eine Sache auslöffeln, die wir uns gar nicht eingebrockt haben. Unser Leben
ist deshalb so schwer, weil unsere Eltern einst diese ganze unheilvolle
Politik gemacht haben und jetzt ist Jerusalem zerstört und wir als die
Kinder müssen das Erbe unserer Väter tragen. Das ist doch ungerecht von
Gott! Und Gott beantwortet diese ganze Frage nicht, das stimmt ja. Wir
müssen die Geschichte unserer Väter tragen, auch die unheilvolle Geschichte
des deutschen Reiches. Müssen wir junge tragen und weiterführen. Aber Gott
rechtet jetzt gar nicht mit uns, sondern er stellt uns eine ganz wichtige
Ankündigung vor: Dass er Menschen ruft. Er will einem jeden Menschen
begegnen. Gott sucht dich. Jeder Mensch ist Gott bekannt. Jeder Mensch ist
Gott wichtig. Gott hat einen Plan mit jedem Menschen. Jetzt möchte ich sie
einfach bitten: Ich wollte jetzt – am liebsten unter vier Augen mit Ihnen
weiter reden. Bleiben Sie nicht stehen an den vielen Fragen, die Ihr Leben
erschüttern und bewegen! Sondern hören Sie den Ruf Gottes, dass er Sie
sucht! Und dass er Ihnen nachgeht. Du sollst leben! Du sollst leben, ich
rufe dich! Damals ist er diesen Israeliten nachgegangen und hat gesagt:
Jeder Mensch hat seine eigene unmittelbare Begegnung mit Gott.
Zwei Blickrichtungen
Jetzt merken
wir auf einmal: Es gibt zwei Blickrichtungen.
Ich kann immer wieder
hängenbleiben an den schweren Geschehnissen meines Lebens. Wenn ich dies
tue, werde ich nie zu Gott durch finden. Und wenn sie diesen Weg gehen
wollen, müssen wissen, was Sie tun. Sie werden ein Leben lang ohne Gott
bleiben. Sie werden nie, Sie werden nie Gott finden Ihr Leben bleibt
verlassen, einsam, leer, dahingegeben, dem Tod überlassen. Sie können Sie
können gegen Gott klagen und schimpfen, Sie können die Faust ballen, Sie
können fluchen, Sie können alles tun, aber Sie werden Gott nicht finden.
Und da ruft Gott hinein durch seinen Propheten: Ich will doch nicht deinen
Tod! Wenn ich zu Kranken komme und zu Alten, und zu Leidenden, dann möchte
ich diesen Ruf Gottes weitergeben und das sagen: Gott ruft dich, weißt du
das? Gott sucht dich, Gott will doch nicht deinen Tod, Gott freut sich doch
nicht mit an deinem Leiden, Gott quält sich doch selbst mit ab unter der
Last dieser Welt. Und wenn Sie es nicht glauben wollen, dann müssen Sie
doch das Bild Jesu vor Augen haben, der in diese Welt kam und als erstes
die Leiden dieser Welt auf sich gezogen hat. Und sie an seinem eigenen Leib
einfach ausgehalten hat und unser Bruder wird. Das weiß doch Gott, wie
gelitten wird. Und das war sein Beitrag, dass er sich drunter stellt unter
diese ganzen Leiden unter diese Welt: Unter Krankheit, unter Verrat, unter
Leugnung, unter Verspottung, unter Enttäuschung von Menschen, unter
Wortbruch, das hat er alles an seinem Leben ausgehalten. Aber er hat uns
nie, nie erlaubt, dass wir mit Fingern dastehen und die böse Welt
verurteilen. Mich wundert, dass heute das so viele als eine christliche
Haltung ansehen: Schau mal, wie bös die Welt ist. Sondern, Jesus hat
gesagt: Wenn nur du dich herausretten lässt aus dieser unheimlichen Welt.
Jesus hat sich an einzelne gewandt. Siehst du, dass heute der ewige Gott
sich von dir finden lässt in deinem Leid, in deiner Not, in dem
schrecklichen, was passiert. Du brauchst doch nicht jetzt klagen, was mir
an Schwerem geschieht. Gott hat nicht Gefallen am Tode des Gottlosen,
sondern dass er sich bekehre. Alle Menschen gehören mir, sagt er im vierten
Vers. Alle Menschen gehören mir, die Väter und die Söhne. Jeder, der
sündigt, soll sterben. Jeder hat das selbst abzutragen. Auch wenn dein
Leben so aussieht, wie wenn du in einer ganz schweren Lebensfügung drin
bist, wegen deinen Voreltern, wegen deinem Geschick, das dich getroffen
hat. Du kannst heute eine unmittelbare Verbindung mit dem ewigen Gott
haben. Und er will dir begegnen, dir nahe kommen. Dein Leben unter seinen
Segen stellen. Jetzt muss ich ein Wort dazu sagen, warum ist das oft bei
uns so problematisch, Gott zu finden. Wissen sie, warum? Wir sind so weit
von Gott weg, dass, wenn wir uns Gedanken über Gott machen, sind das immer
unheimliche Gedanken. Was sind die normalen, typischen Gedanken, die
Menschen über Gott haben. Nicht die oberflächlichen, theoretischen
Gedanken, sondern wir Menschen denken, sobald wir an Gott uns erinnern, an
sein Gericht. Gott kommt mit seiner strafenden Hand über uns. Und es ist
erstaunlich, wie die meisten Menschen, sofort, wenn sie an Gott erinnert
werden, ein schlechtes Gewissen haben. Das ist gar kein Wunder. Zu den
Versäumnissen ihres Lebens, und aus den ganz konkreten Gebotsübertretungen
heraus. Wenn wir Menschen einladen zum Gottesdienst, die wollen nicht.
Wissen Sie, warum die nicht wollen? Die haben Angst, die haben Angst vor
Gott. Und dann erinnern sie sich ganz oberflächlich, das gibt es doch, dass
Gott so schlimme Gerichtsurteile vollzogen hat, das steht doch in der Bibel
drin, wie er ganze Städte zerstört hat. Ich hab einfach Angst, dass Gott
mein Leben zerstört. Und sie fühlen sich einigermaßen nur sicher, wenn sie
von Gott weglaufen. Jetzt ist interessant, dass die meisten Menschen ihre
einzige Rettung noch sehen, viel, viel weiter noch von Gott weg zu laufen.
Noch viel weiter weg, und das bestärkt sie gerade noch darin, ich will mein
Leben selber führen, ohne Gott.
Das Gericht Gottes
Das ist einfach zu sagen, dass wir eine
völlig falsche Meinung von Gott haben, und deshalb hat Gott hier durch
seinen Propheten Hesekiel uns so viel Informationen gegeben. Das lässt sich
nicht verrechnen, was an Schwerem in unserm Leben geschieht, und wir
sollten das Wort vom Gericht Gottes nicht mehr leichtfertig gebrauchen. Das
stimmt. Dass es Gericht Gottes gibt. Aber es vollzieht sich normalerweise
in der Heilsgeschichte Gottes. Da, wo Gott die Ägypter zurückhält. Dass sie
nicht das Volk Israel schnappen können, als sie durchs Rote Meer
hindurchgehen, da hat Gott manchmal eingegriffen, und durch sein Gericht
gehandelt. Aber normalerweise kommt das Gericht ja erst am Jüngsten Tag,
heute noch nicht. Unser Leben steht doch nicht unterm Gericht Gottes,
selbst wenn Ihnen ganz schwere Unglücksfälle widerfahren, ist doch nicht
Gericht Gottes. Das Gericht Gottes ist noch etwas ganz anderes. Darum ist
so wichtig, das uns hier wieder klare Information gegeben wird.
Gott sucht Dich in seiner großen Liebe
Gott sucht
dich doch in seiner großen Liebe. Er geht dir nach. Er will dich finden.
Jetzt möchte ich Sie bitten, gehen Sie zu den angefochtenen Menschen und
sagen Sie dies ihnen weiter. Ich meine immer wieder, es kann gar keinen
Trost geben bei den Leidenden, wo wir nicht dies gewaltige Evangelium
verkündigen: Jesus hat die Schuld deines Lebens gebüßt. Darum ist es lauter
Liebe. Ohne das könnte es ja kein aufrichtiger Mensch glauben. Gott hat
dich lieb. Er sucht dich. Er will dich nicht loslassen. Und er will dich
tragen. Gott hat nicht Freude an deinem Scheitern. Gott will nicht, dass du
zerbrichst. Sondern Gott will deine Umkehr, und deine Heimkehr. Und wieder
ist uns ganz einfach illustriert an den Bildern, die uns von Jesus
gezeichnet werden, wie Jesus hinausging, wieder raus und die Männer
hofften, in den Aussätzigenasylen, man kann sich keinen schlimmeren Anblick
vorstellen, als diese eiternden und stinkenden Wunden, und diese
verzweifelten, hoffnungslosen Gesichter, und Jesus redet mit ihnen darüber,
er versucht doch nicht, die Sinngebung, die wir immer probieren. Meinen
Sie, wir könnten immer wieder die Sinngebung fertigkriegen in dieser Welt?
Was tut er? Er legt die Hand auf dieses Haupt, das so zerschunden ist. Sie
können doch einem Menschen in dieser Welt gar nicht mehr sagen als: Gott
hat dich lieb. Die Hand Jesu lässt dich nicht los. Weiter kommt mein Glaube
nie. Meinen Sie, ich verstünde das? Warum bin ich in Stuttgart geboren, und
nicht in Hannover? Warum wachse ich hier auf, in diesem Jahrhundert und
nicht in einem andern? Wir wissen doch keine Antwort auf diese Fragen des
Warum. Sondern dass Gottes Liebe mich heute sucht, das ist die einzige
Antwort, und dass er heute den Menschen begegnet, ja, die Stimme hört, es
ist kein Mensch auf dieser Welt, den Gott nicht heute sucht. Da sind wir in
einer ganz dummen Situation. Wir treten zu den Menschen. Aber heute sitzen
sie im Gottesdienst, die verzweifelt sind über den schweren Erlebnissen,
und sagen: Ich komme mit Gott nicht klar. Da müssen wir ihnen sagen: Du,
korrigiere du deine Bilder. Das ist gar nicht hübsch, was ich da sage, gar
nicht tröstlich. Wirf deine alten Bilder von Gott einmal in die Kiste. Und
dann nimm Gott so wie er zu dir kommt. Heute ruft er dich, er brennt in
Liebe nach dir, er sucht dich, begegne deinem Gott. Und er hat Gedanken des
Friedens mit dir und nicht des Leides. Und wir können dann sagen: Aber was
ist denn dann mit meinem Leben. Lass dein Leben einmal. Wer umkehrt, der
wird leben, sagt Hesekiel. Die Bekehrung ist ein großes Wunder, und ich bin
traurig, wenn Christen so wenig über Bekehrung reden. Dass Bekehrung
möglich ist, das ist eine harte Umkehrung der Dinge. Ich steh noch in
meinen Fragen, wo ich grüble, warum geht's mir so schwer. Und da muss ich
mich losreißen. Da muss ich meine alten Vorstellungen über Gott wegwerfen.
Die meisten Menschen haben falsche Vorstellungen über Gott. Für sie hat
Gott eine unheimliche Fratze. Und sie sehen das Liebesangebot Gottes in
Jesus nicht. Das ist nötig zur Bekehrung, dass ich meinen Blick ändere.
Jetzt muss ich es aber auch noch deutlicher sagen, weil Gottes Wort es hier
tut. Warum wir einen so falschen Blick auf Gott haben, und eine so falsche
Meinung, dass wir immer wieder hängen bleiben und sagen: Ach, Gott ist so
gemein. Dass er sich nicht erbarmt über mich, und dass er nicht nach mir
fragt, und mich nicht mehr sucht. Gott sucht mich doch. Kann Gott mich noch
mehr suchen? Als er mich schon sucht, er geht uns doch nach, wie oft
erinnert er uns, klopft er bei uns an. Hesekiel spricht hier von der großen
Not des Unrechts in unserm Leben.
Die klare Umkehr
Liebe Schwestern und Brüder, jetzt kommen wir an einen ganz harten Punkt,
und darum ist das nicht tröstlich, sondern das ist ein seelsorgerliches
Geschäft. Und wenn Sie einen Kranken, einen Verzweifelten, einen Mutlosen
trösten wollen, müssen Sie hart arbeiten seelsorgerlich, und müssen einem
Menschen helfen, dass er versteht: Wir sehen, das Bild von Gott falsch,
weil wir im Ungehorsam verhaftet sind. Das ist schwer. Darf ich das auch
noch einem Kranken sagen: Wir müssen darüber reden, vielleicht können wir
es am besten zeugnishaft, indem wir von unserem eigenen Leben und von der
eigenen Schuld reden. Gott sagt: Weil du drin steckst im Unrecht tun, darum
hast du immer wieder die Angst vor der Gerichtshand Gottes. Und darum
läufst du immer wieder davon und verläufst dich noch viel mehr, weiter weg
von Gott. Kehre um! Vers 21 Wenn sich der Gottlose bekehrt, dann soll alle
Schuld ausgelöscht sein, alles, was er getan hat, soll weggetan werden.
Das, was geschehen kann in den großen Tiefpunkten unseres Lebens, in den
Augenblicken, wenn wir verzweifelt sind. Das ist, dass wir Vergebung neu
empfangen. Und die Liebe Gottes neu erfahren über unserem zerbrochenen und
geschundenen Leben. Ich hab vor ein paar Tagen mit einem bekannten
Architekten gesprochen, es war in Norddeutschland, und er hat mir gesagt,
wissen sie, dass ich am allerungernsten für Christen Bauaufträge mache? Ich
sag, warum gerade für Christen nicht? Da sagt er: Keiner verlangt von mir
so oft falsche Rechnungen auszustellen, falsche Steuerbescheinigungen zu
geben, als die Christen. Und ich hab am Anfang meiner Karriere gemeint: Ich
muss, wenn ich ein guter Architekt werden will, und viel Aufträge haben
will, dann muss ich mitmischen. Und ich konnte nachts nicht mehr schlafen.
Das war so furchtbar. Und dann habe ich gesagt: Ich muss vor Gott klar und
eindeutig leben. Das steht hier. Ich kann nicht Gott auf meiner Seite
haben, wenn ich Unrecht tue. Sondern, dass der Gottlose von seinen Wegen
lasse, kehrt um, kehrt euch ab von allen euren Übertretungen, von eurem
Ungehorsam, von dem, wo Unwahres, Unreines, Unrichtiges, Falsches, Ungutes
in meinem Leben ist, lass das! Mach einen Schnitt. Das ist ein konkretes
Tun. Und wenn Sie wissen wollen, wie Sie zum Glauben kommen, zum Frieden
und zur Freude, indem Sie einen Schnitt machen. Das ist doch Seelsorge beim
Kranken. Das ist auch Seelsorge beim Sterbenden. Ich kann anders nicht den
Frieden Gottes haben. Ich will loslassen, abschneiden, umkehren, vollkommen
und ganz, und dann kann ich die große Gnade Gottes fassen, die er mir
schenkt, seine Vergebung annehmen. Und dann kann ich wissen, dass mein
Leben erneuert und völlig verändert geworden ist. Aus ratlosen,
verzweifelten, traurigen Menschen sollen solche werden, die Gott dienen mit
ihrem Leben.. Wir haben heute angefangen diese Predigt, dass wir darüber
nachgedacht haben über die schrecklichen, grausigen Ereignisse, die uns
immer wieder quälen. Wo ist denn Gott? Gott steht vor Ihnen und ruft sie.
Sie dürfen nach Hause gehen, mit Gott reden, er will Ihnen begegnen, er
will Ihnen seinen Frieden geben, Sie können dies nur haben durch eine
völlige, eindeutige und klare und konkrete Umkehr. Durch Abkehr vom Bösen,
vom Falschen, vom Ungehorsam, das Wunder der Bekehrung ist das. Der größte
Augenblick, der möglich ist in dieser Welt, dass ein Mensch den heiligen
ewigen Gott findet und damit lebt. Sein Leben verändert. Und Gott in dieses
Leben einkehrt. Dieses Angebot habe ich Ihnen heute zu unterbreiten. Es ist
für Sie da. Gott will nicht Ihren Tod. Und Gott will nicht Ihr Leiden und
Ihr Zerbrechen, obwohl in dieser Welt Menschen millionenfach zerbrechen.
Gott will, dass Sie leben. Was denken Sie, was bei Gott an Jubel ausbricht,
wenn Sie jetzt, wenn Sie jetzt, hier in diesem Gottesdienst heute anfangen
und sagen: Konkrete Schritte will ich tun in meiner Ehe, in meinen
Gedanken, mit meinem Geld, im Umgang mit den Menschen, mit denen ich zu tun
habe, jetzt soll es nach Gottes Ordnung gehen. Ich will ihm gehören. Ich
will, dass seine segnende Hand auf meinem Leben liegt. Amen.
