Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 408: Warnung vor Sünde, Teil 3
Die Bedeutung von Gottes Gericht und der Furcht vor Gott
Der Herr Jesus warnt seine Jünger in einem Maß vor Sünde, das mich als Gläubigen des neuen Bundes immer wieder erstaunt. Dieses Erstaunen legt sich jedoch, wenn ich darüber nachdenke, auf welcher Grundlage Gott mein Leben und damit auch meinen Glauben bewertet.
In 1. Petrus 1,17 heißt es: „Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person, nach eines jeden Werk richtet, so wandelt die Zeit eurer Fremdlingsschaft in Furcht.“ Gottes Gericht ist also immer ein Gericht nach eines jeden Werk.
Petrus bringt es hier sehr gut auf den Punkt. Reife Gottesfurcht entsteht aus dem Wissen, dass Gott ohne Ansehen der Person jeden Menschen – also auch mich – nach dessen Werken richten wird.
Wenn es um das Gericht geht, beurteilt Gott stets die Taten eines Menschen. Deshalb kann ein Glaube, der sich nicht im Leben zeigt, auch kein Glaube sein, der mich retten kann.
Gnade als Kraft zur Überwindung der Sünde
Die Gerechtigkeit aus dem Gesetz, also unsere guten Werke, können uns nicht retten. Rettung geschieht immer durch Glauben aus Gnade.
Aber Vorsicht! Die Gnade Gottes ist eine Kraft, die herrschen will. Sie tritt deshalb in meinem Leben an die Stelle der Sünde.
In Römer 5,21 heißt es: „Damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrscht durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.“
Wo wir Sklaven der Sünde waren, sollen wir jetzt Sklaven Gottes sein, das heißt Sklaven der Gerechtigkeit.
Lasst uns das bitte gut verstehen: Gnade als Begriff steht für Gottes Reaktion auf meine Umkehr zu ihm. Ohne Umkehr gibt es keine Gnade. Die Gnade Gottes ist nicht bedingungslos; sie verlangt vorher eine Neuausrichtung meines Lebens.
Gnade ist auch nicht folgenlos. Sie will mich erziehen und verändern.
Titus 2,11-12 sagt dazu: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen, gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf.“
Die Entscheidung für ein Leben in Gerechtigkeit oder Sünde
Als Christen müssen wir uns immer wieder neu entscheiden, wessen Sklaven wir sein wollen. Nach Römer 6,16 können wir entweder Sklaven der Sünde zum Tod sein oder Sklaven des Gehorsams zur Gerechtigkeit. Die Wahl liegt bei uns.
Was nicht geht, ist die Behauptung, ein Knecht Gottes zu sein und gleichzeitig ein Leben in der Sünde zu führen. Das ist nicht möglich. Eine solche Behauptung ist ein Widerspruch in sich selbst.
Natürlich kann ein Knecht Gottes sündigen und wird dann seine Sünde bekennen. Ein mehr oder weniger bewusstes Leben in der Sünde ohne Reue, ohne Bekenntnis und ohne den Wunsch, die Sünde in den Griff zu bekommen, ist jedoch nicht akzeptabel.
Gott steht auf der Seite derer, die gegen die Sünde kämpfen und der Heiligung nachjagen. Er hat ein Herz für alle, die sich dabei schwer tun. Er kennt unsere Kämpfe und unseren Schmerz, wenn wir versagen.
Mit Menschen, die kämpfen, hat Gott kein Problem. Aber er hat ein massives Problem mit denen, die leichtfertig sündigen und praktisch Sklaven der Sünde sind.
Wir können Gott nicht täuschen. Er begnadigt den, der von seiner Sünde umkehrt und Buße tut. Aber wehe dem, der sich irgendwann entscheidet, wieder als Heide leben zu wollen.
Die Notwendigkeit radikalen Kampfes gegen die Sünde
Liest man Matthäus 18, stößt man dreimal auf dieses Thema. Es geht zunächst um diejenigen, die nicht radikal gegen grobe Sünde kämpfen. Dann gibt es die, die sich nicht von Geschwistern in der Gemeinde korrigieren lassen. Zum Schluss folgt ein Gleichnis über jemanden, der Vergebung empfängt, aber selbst nicht vergeben will.
Der Mangel an Radikalität, an Einsicht und an gelebter Barmherzigkeit deutet immer auf eines hin: Da ist jemand, der zwar irgendwie in der Gemeinde ist, Teil der Gemeinschaft und formal Jünger Jesu, aber nicht wirklich auf dem Weg Richtung ewiges Leben. Was auch immer er sein mag, er ist ganz falsch unterwegs. Niemand kann Gott täuschen.
Mich erschrickt in diesem Zusammenhang immer wieder Hesekiel. Dort wird zuerst über den Gottlosen gesprochen, in Hesekiel 18,21-22: „Wenn aber der Gottlose umkehrt von all seinen Sünden, die er getan hat, und alle meine Ordnungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt, leben soll er und nicht sterben. All seine Vergehen, die er begangen hat, sollen ihm nicht angerechnet werden. Um seiner Gerechtigkeit willen, die er geübt hat, soll er leben.“
Merkt ihr, hier geht es um echte Buße. Das ist Buße, die man sieht, weil jemand Recht und Gerechtigkeit übt. Echte Buße ist die Voraussetzung für Gottes Gnade. Soweit ist alles gut. Das war der Gottlose.
Gottes ewiges Verständnis von Umkehr und Gerechtigkeit
Aber dann geht es weiter in Hesekiel 18,24: Wenn aber ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut, nach all den Gräueln, die der Gottlose verübt hat, und er es tut, sollte er leben? An all seinen gerechten Taten, die er getan hat, soll nicht gedacht werden, wegen seiner Untreue, die er begangen hat, und wegen seiner Sünde, die er getan hat. Ihretwegen soll er sterben.
Bitte sagt jetzt nicht: Das ist Altes Testament. Ja, das ist es, aber hier zeigt sich Gottes ewiges Verständnis von Bekehrung. Echte Umkehr hat Folgen, man kann sie sehen.
Deshalb ist in der Bibel der Gläubige immer ein Gerechter; es geht nicht anders. Und deshalb formuliert Johannes im Neuen Testament in 1. Johannes 2,4: Wer sagt, „Ich habe ihn, das heißt Gott, erkannt“, das heißt, ich bin Christ, und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in dem ist nicht die Wahrheit.
In 1. Johannes 2,29 heißt es: Wenn ihr wisst, dass er gerecht ist, so erkennt, dass auch jeder, der die Gerechtigkeit tut, aus ihm geboren ist.
Gott begnadigt den, der von Herzen ohne Hintergedanken zu ihm umkehrt. Merken wir uns das gut: Gnade ist nicht bedingungslos. Gott begnadigt den, der von all seinen Sünden umkehrt und sich nach Recht und Gerechtigkeit ausstreckt.
Gnade als Bindung an ein heiliges Leben
Und Gnade bewirkt noch mehr. Sie macht den reuigen Sünder zu einem Sklaven der Gerechtigkeit und bindet ihn an einen Lebensstil der Heiligung. Umkehr zu Gott ist deshalb die Entscheidung für einen solchen Lebensstil.
Als Christ möchte ich das alte Leben immer mehr hinter mir lassen und ein neues Leben führen. Ich will durch und durch ein neuer Mensch werden. Gerechtigkeit ist für mich keine lästige Pflicht, die es einfach zu erfüllen gilt, weil ich in den Himmel kommen will. Gerechtigkeit ist Freude. Freude, weil sie mich menschlicher macht, freier macht und passender für die Begegnung mit dem Einen, für den mein Herz schlägt.
1. Johannes 3,10: Hieran sind offenbar die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels: Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus Gott, und wer nicht seinen Bruder liebt.
Merkt ihr, unser Lebensstil zeigt, wer wir sind – entweder Kinder Gottes oder Kinder des Teufels. Echtheit ist keine Frage von theologischem Wissen, Mitarbeit in der Gemeinde oder irgendwelchen Ritualen. Wo es mir an Gerechtigkeit und Bruderliebe fehlt, da ist etwas faul. Dort ist jemand nicht aus Gott.
Die Dringlichkeit, Sünde radikal zu vermeiden
Und damit wir diesen wichtigen Zusammenhang nicht übersehen, formuliert der Herr Jesus in Matthäus 18,8-9:
Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, lahm oder als Krüppel in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Händen oder mit zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden.
Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist besser für dich, einäugig in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu werden.
Einladung zur Selbstprüfung und zum Gebet
Was könntest du jetzt tun? Du könntest in Ruhe Römer 6 lesen und darüber nachdenken, was dort steht.
Das war es für heute.
Wenn du dir nicht mehr ganz sicher bist, ob du wirklich Christ bist oder nur ein bisschen christlich sozialisiert, suche dir bitte jemanden, mit dem du reden und beten kannst.
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
