Zum Inhalt

Ergreife deine Lebenszeit

Seminar auf dem Missiotreff 2026
EventTeil 6 / 6Missiotreff 2026
Lebenszeit bewusst ergreifen: Eine praktische Einladung, Entscheidungen, Prioritäten und Einflüsse zu prüfen — zwischen Carpe Diem und Zukunftsplänen — und dein Leben aus Gottes Perspektive zu investieren.

Anfang: Einladung und erstes Gebet

Herzlich willkommen in dem Workshop „Ergreife deine Lebenszeit!“ Bevor wir anfangen, würde ich noch gerne ein Gebet sprechen.
Herr Jesus, danke, dass wir auch jetzt dieses Wochenende miteinander verbringen dürfen. Danke, dass wir uns damit beschäftigen wollen, wie du uns ergriffen hast und dass auch wir uns bewusst für ein Leben mit dir entscheiden. Wir wollen dieses Leben bewusst leben.
Sei du jetzt mit uns, damit wir in diesem Workshop viel aus deinem Wort lernen und uns reflektieren können, wo wir uns verändern lassen müssen. Ich bitte, dass du unsere Herzen veränderst, Herr. Amen.
Wahrscheinlich seid ihr hier, weil ihr glaubt, es sei sinnvoll, über das eigene Leben nachzudenken und wie man es sinnvoll gestalten kann. Natürlich könnte man jetzt ausführlich über den Sinn des Lebens philosophieren, aber wir wollen den Fokus heute etwas anders setzen. Ich habe es vorhin ein bisschen spaßeshalber gesagt mit dieser Statistik, dass zehn von zehn Menschen sterben müssen. Ich denke, euch allen ist bewusst, dass es eine Tatsache ist: Wir haben nur ein Leben. Dieses einmalige Leben ist eine besondere Chance, die wir von Gott bekommen haben.
Oft macht man sich darüber aber gar nicht so viele Gedanken. Ich weiß nicht, inwiefern ihr schon mit dem Tod in Berührung gekommen seid. Bei mir war es so, dass letztes Jahr Opa und Oma gestorben sind. Sie wurden 90 Jahre alt und hatten ein erfülltes Leben, wahrscheinlich mit vielen Schwierigkeiten, aber doch mit viel Lebenszeit.
Genauso betroffen war ich vor zweieinhalb Jahren, als ein Kumpel von mir sehr plötzlich mit gerade 23 Jahren gestorben ist. Man ist dann schockiert, wie kurz das Leben manchmal sein kann.
Man merkt: Jemand hat nicht viel Lebenszeit bekommen. Dann muss man sich fragen, wie man sein Leben so leben möchte, dass man diese Zeit wirklich sinnvoll nutzt und sie zu Gottes Ehre einsetzt.
Ich will niemandem Angst vor dem Tod machen. Mir geht es darum, dass wir uns bewusstmachen, was dieses Leben wirklich bedeutet. Dass das Leben gerade durch seine Begrenzung so hohe Bedeutung und Stellenwert erhält, macht den Tod so etwas Krasses.
In Psalm 90,12 steht: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. In dem Bewusstsein des Todes entsteht überhaupt erst ein Bewusstsein für das Leben.
Ich habe mal einen Vergleich gehört: Es wäre vielleicht gut, wenn wir manchmal eine Uhr an unserem Handgelenk tragen würden, eine Lebensuhr, auf der steht, wie viel Zeit wir noch haben. Dann würde man Entscheidungen vielleicht ganz anders treffen, sich bewusst Zeit für andere Dinge nehmen und auf andere Dinge Wert legen.

Vom Bewusstsein der Endlichkeit zu unterschiedlichen Lebensreaktionen

Deshalb ist das auch eine der wichtigsten Fragen: Was hat wirklich Wert?
Wenn man sich des Einmaligen des Lebens bewusst ist, führt das zu unterschiedlichen Reaktionen. Ich denke, was man heutzutage oft durch Social Media präsentiert bekommt, ist: Hey, du lebst nur einmal, erlebe so viel, wie du kannst. Also: geh reisen, gib Geld aus, mach dies, mach das, triff deine Freunde, tu alles, was dir Spaß macht und dir etwas gibt. Man versucht, so viel wie möglich aus dieser kurzen Zeit herauszuholen, denkt dabei aber sehr kurzfristig und lebt für den Moment, in dem man gerade ist.
Das andere Extrem ist, dass Menschen alles dafür tun, sich auf eine Zukunft vorzubereiten. Sie arbeiten jahrelang, machen sich kaputt und versuchen, so viel Geld wie möglich anzusammeln, um irgendwann eine sichere Rente zu haben und dann im Ruhestand das Leben zu genießen. Auch das ist wieder ein Extrem und etwas überspitzt dargestellt.
Ich denke, dazwischen müssen wir einen Mittelweg finden und hinterfragen, welche Dinge wirklich Wert für die Ewigkeit haben. Diese Dinge entscheiden mit darüber, was in unserem Leben relevant ist. Dann können wir Handlungen setzen, die langfristig sinnvoll sind, und gleichzeitig darauf achten, was ich aktuell tun kann und welche Möglichkeiten ich gerade habe.
Über diese Dinge wollen wir uns im Laufe des Workshops Gedanken machen. Ich möchte auch, dass alle immer wieder mitarbeiten und selbst Dinge ausarbeiten. Ich starte mit einer ersten Frage: Was wisst ihr, oder welche Bibelstellen kennt ihr — was sagt die Bibel konkret über unsere Lebenszeit? Wo spricht die Bibel darüber, wie wir unser Leben leben sollen?
"Kauft die Zeit aus." Ja, "kauft die Zeit aus", genau. Es gibt noch den Denkanstoß, dass du sterben wirst. Genau: "Sechzig Jahre, und wenn es hochkommt, achtzig Jahre."

Vom biblischen Auftrag zur konkreten Verantwortung

Ich habe auch aufgeschrieben, einmal diesen Vers, den du genannt hast, aus Epheser: kaufe die Zeit aus. Dieser Vers sagt eigentlich schon aus, dass wir eine Verantwortung dafür haben, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Das Gegenteil davon wäre, die Zeit zu vergeuden. Zeit kann man nicht speichern, sondern nur ausgeben. Die Frage ist aber, wie genau.
Das Zitat „Zeit kann man nicht speichern, sondern nur ausgeben“ fand ich sehr treffend. Ebenso Psalm 90,12: „So lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Auch dieser Vers ist sehr treffend.
Auch aus 2. Korinther 5,10: „Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi; damit jeder empfange, was er durchs Leben hindurch getan hat, es sei gut oder böse.“ Dieser Vers zeigt ebenfalls, dass wir eine Verantwortung haben. Gott bewertet, wie wir unsere Zeit verwenden.
Was würdet ihr sagen, welche Dinge haben einen Einfluss auf den Verlauf unseres Lebens? Die Gedanken, das Gebet, genau das Umfeld, genauso Dinge, die man nicht kontrollieren kann, was passieren kann, Schicksalsschläge vielleicht auch.
Ich habe auch wieder ein paar Dinge aufgeschrieben. Das Wichtigste, oder wahrscheinlich das mitunter wirkungsvollste, ist, wie wir Entscheidungen treffen. An Entscheidungen hängen meistens, oder eigentlich immer, Konsequenzen. Viele Konsequenzen lassen sich nicht mehr rückgängig machen.
So wie ich mich für Dinge entscheide, so verläuft dann auch oft das Leben. Die wichtigsten Entscheidungen trifft man häufig schon als Jugendlicher, wenn man vielleicht noch gar nicht so viel Ahnung vom Leben hat. Dort entscheiden sich Dinge wie die Berufswahl, die Partnerwahl, welche Dienste man ausübt, vielleicht auch, ob man in die Mission geht. Oft werden solche Dinge schon in einem sehr jungen Alter, oft in den Zwanzigern, relativ final getroffen.

Umfeld, Begabungen und die Rolle Gottes im Alltag

Gesagt wurde auch: Das Umfeld prägt genau, und zwar positiv, aber auch negativ. Gute Freunde, schlechte Freunde und die Familie haben Einfluss auf mich. Aber auch die Gemeinde, in die ich gehe, wirkt auf mich ein.
Vorhin wurden Gedanken angesprochen; ich habe es vielleicht ein bisschen anders mit "mein Ego" betitelt. Bin ich bereit, auf Ratschläge zu hören, die andere Menschen mir geben? Oder ist meine Sicht, dass ich das Leben eigentlich schon verstanden habe und alle anderen gar nicht wissen, was ich will oder was meine Überzeugungen sind? Dann denke ich: Ich habe ja meine Vorstellungen, die sind richtig, und deshalb gehe ich auch diesen Weg.
Wichtig ist auch das Verständnis von Stärken und Schwächen. Wo bin ich begabt, wo nicht? Das kann dazu führen, dass ich sehr frustriert bin von dem, was ich zu tun habe, von meiner Arbeit oder anderen Aufgaben, weil mich das auslaugt und überfordert. Oder ich kann mich sehr gut einbringen in Bereichen, in denen ich weiß, dass Gott mich begabt hat und ich Stärken habe.
Eine der wichtigsten Fragen ist auch: Welche Rolle spielt Gott in meinem Leben? Vielleicht ignorierst du komplett den Anspruch, den Gott auf dein Leben hat, oder er spielt nur eine Nebenrolle. Du sagst, du glaubst zwar, aber das Leben willst du dann doch nach deinen Vorstellungen leben. Vielleicht ist aber auch der Wunsch da, dass Gott wirklich an erster Stelle steht. Dann richtest du dein Leben nach den Anweisungen aus, die wir in der Bibel finden. Du pflegst die Beziehung zu Gott und willst ihr mit deinem Leben Ehre machen. Du bist dir bewusst, dass Jesus für dich gestorben ist und dein Leben jetzt ihm gehört.
Ein letzter Punkt ist, wovon wir uns prägen lassen. Dinge haben einen sehr starken Einfluss. Das kann positiv sein, zum Beispiel das Wort Gottes oder Christen im Umfeld. Es kann aber auch negativ oder inhaltslos sein, etwa YouTube, Social Media oder bestimmte Filme, die meine Lebensvorstellungen prägen.

Bewusstwerdung und erste Selbstreflexion

Zu diesem Punkt vielleicht ein abschließender Satz: Seid ihr euch bewusst, welche Dinge euer Leben beeinflussen? Es lohnt sich, auf diese Einflüsse zu achten, denn sie haben oft großen Einfluss auf das Leben.
Wenn darüber nachgedacht wurde, dass das Leben bewusst gelebt werden soll, stellt sich die Frage: Wie sieht das Leben einer Person aus, die ihre Lebenszeit bewusst ergriffen hat? Und wie sieht das Gegenteil aus? Wie lebt jemand, der sich bewusst ist, dass er nur einmal lebt und sein Leben deshalb bewusst gestaltet, und wie lebt jemand, dem das völlig egal ist?
Einerseits kann es gut sein, im Hier und Jetzt zu leben. Dann macht man sich weniger Sorgen über die Zukunft und genießt die gegenwärtigen Dinge. Allerdings besteht die Gefahr, dass dieses Verhalten zu kurzfristig ausgerichtet ist. In der Vergangenheit war das oft bei Sportlern zu beobachten: Sie verdienen viel Geld, die Karriere endet und plötzlich sind sie privatinsolvent. Im Moment wurde gelebt, viel Geld ausgegeben, aber es wurden keine Gedanken darüber gemacht, was danach kommt.
Das Gegenbeispiel, also die positivere Variante, ist eine Person, die sich Gedanken macht. Sie hat vielleicht einen Plan für die Richtung ihres Lebens und ergreift konkrete Maßnahmen, um die Ziele zu erreichen.
Da viele Dinge das Leben prägen, folgt nun eine kurze Reflexion. Zu der Frage und den aufgeführten Punkten kann in den nächsten drei bis fünf Minuten selbst etwas notiert werden: Womit verbringt man in einer normalen Woche am meisten Zeit? Es geht um verschiedene Kategorien, sodass sich reflektieren lässt, wie die Lebenszeit investiert wird.
Anschließend kann jede Person für sich die Frage beantworten: Wenn das aktuelle Verhalten fortgesetzt wird, wohin führt das — auch im geistlichen Bereich? Beim Blick auf das Geschriebene stellt sich oft Erstaunen ein: Wie viel Zeit geht für einzelne Dinge wirklich drauf? Eine Visualisierung kann helfen, weil sich die tatsächliche Zeit sonst nur schwer fassen lässt.
Je nachdem, wie zufrieden man mit dem Niedergeschriebenen ist, lohnt es sich, über mögliche Veränderungen nachzudenken.

Übergang: Gemeinsame Bibelarbeit ankündigen

Ich wollte jetzt als Nächstes mit euch eine Bibelarbeit machen. Wir schauen dabei ein bisschen darauf, wie Gottes Perspektive eigentlich auf unser Leben ist.
Damit es nicht zu lange dauert, gehen wir das gemeinsam durch. Ich würde bitten, dass dann immer jemand den dort angegebenen Bibelvers vorliest.
Wir starten mit Epheser 5,15-16. Jemand liest die beiden Verse. Herr Präsident! Den Vers haben wir vorhin schon gehört. Gott fordert uns hier heraus, wirklich darüber nachzudenken, wie wir unser Leben führen wollen.
Also: Jeder von uns hat andere Prioritäten. Manche Dinge sind dir wichtiger als mir und andersherum genauso. Deshalb bewerten wir individuell Dinge anders, für die wir uns entscheiden, beziehungsweise wie wir unsere Zeit investieren. Grundsätzlich gilt: Wir sollen dabei weise sein.
Der Ausdruck, die Zeit „auszukaufen“, zeigt, dass es sich um ein begrenztes Gut handelt. Es ist eine Ressource, die wir als wertvoll ansehen sollen. Wenn etwas wertvoll ist, achte ich darauf und versuche, es möglichst sinnvoll zu nutzen.
Ich weiß nicht, wer von euch gerne kocht, aber wenn man ein besonderes Gewürzgeschenk bekommt, überlegt man vielleicht, in welches Essen man es wirklich gibt. Irgendwann ist es leer. So ist es vielleicht auch mit der Zeit: Wir sollen sie als eine Ressource sehen, die aufgebraucht wird.
Dann die nächsten Verse: Philipper 1,21 und Markus 8,34. Markus 8,34: „Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugnet er sich selbst und nimmt sein Kreuz und folgt mir nach.“ Dankeschön!
An diesen Stellen werden wir zu einem radikalen Christenleben aufgerufen. Ein Leben, bei dem Jesus wirklich der Mittelpunkt ist und Jesus das Ziel ist. Paulus sagt: Christus ist mein Leben. Jesus selbst sagt hier, wir müssen uns selbst verleugnen, wenn wir ihm nachfolgen wollen.
Das ist mit Opfern verbunden. Nachfolge bedeutet, eigene Bedürfnisse und Wünsche hinten anzustellen. Das ist das Leben, das Jesus von uns möchte.

Nachfolge konkret: Mission, Karriere und Abwägung

Ich denke, man hat meistens so ein Bild vom Missionar: Er verlässt sein Umfeld, zieht mit seiner Familie in den Dschungel und lebt minimalistisch, um alles für Gott zu investieren. Das ist das, was viele vor Augen haben, wenn sie an ein hingebungsvolles, aufopferungsvolles Leben denken.
Auf der anderen Seite gibt es aber sehr viele Menschen, die einen anderen Weg gehen. Sie arbeiten, machen eine Ausbildung oder studieren, um Karriere zu machen. Jetzt neigt man vielleicht dazu zu sagen, das eine sei besser und das andere schlechter.
Ich denke aber: Wenn die Person, die sich für die Karriere entscheidet, das Ziel hat, Christus auf diesem Lebensweg in den Mittelpunkt zu stellen, dann kann auch das eine Form von Zeugnis sein. Gerade in Umfeldern, in denen möglicherweise Menschen mit höherem gesellschaftlichem Status unterwegs sind, kann jemand, der dort Jesus bezeugt, von Gott gebraucht werden. Es muss also nicht pauschal schlechter sein.
Am Ende müssen auch Menschen Geld verdienen, um Missionare zu unterstützen. So werden verschiedene Gesellschaftsschichten mit dem Evangelium konfrontiert. Auch dort kann Gott wirken.
Man muss dabei jedoch die Konsequenzen eines solchen Lebens abwägen. Wer Karriere machen möchte, muss oft sehr viel Zeit investieren. Jeder muss für sich beantworten, ob dadurch die Familie vernachlässigt wird, Dienste in der Gemeinde ausbleiben oder andere Dinge wie Mission zu kurz kommen. An diesen Punkten lässt sich bewerten, ob die Entscheidung gut oder problematisch ist.
Karriere an sich ist nicht pauschal schlecht. Wenn sie jedoch verhindert, ein hingegebenes Leben für Jesus zu leben, ist sie nicht gut. Tendenziell gibt es eher zu wenig Missionare als zu viele, und das kann wiederum ein Argument dafür sein, den missionarischen Dienst nicht zu vernachlässigen.

Verheißungen für investiertes Leben und Prinzip der richtigen Zeit

Auch die nächsten Verse, die hier aufgeführt sind, möchte ich anführen. Sie haben einen positiven Aspekt für ein investiertes Leben für Gott. Es handelt sich um die Verse 1. Korinther 15,58 und Matthäus 6,33.
 1. Korinther 15,58 ermutigt: Seid nun fest, unerschütterlich, allezeit reichlich in dem Werk des Herrn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist bei dem Herrn. Matthäus 6,33 sagt: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Welche Zusagen finden sich hier? Was gibt Gott uns an Zusagen, wenn wir uns für ihn investieren?
Die Verse sind sehr ermutigend. Wenn man darüber nachdenkt, dass man als Mann beispielsweise eine Familie versorgen soll und Gott uns dafür Verantwortung gibt, neigt man leicht dazu, sich Sorgen zu machen. Man fragt sich: Kann ich überhaupt in die Mission gehen, wenn ich eine Familie habe? Genau hier sind diese Zusagen tröstlich. Zum einen sagt Gott: Die Arbeit für ihn hat hohen Wert und wird nicht vergeblich sein. Gott ist am Wirken, und daher wird diese Arbeit Früchte bringen. Zum anderen verspricht er, dass er für alles Weitere sorgen wird, wenn man sich für ihn einsetzt.
Es ist ermutigend, das so zu sehen: Gott steht hinter dem, was wir investieren. Alles, was wir an Lebenszeit und an anderen Ressourcen — sei es Geld oder sonstige Gaben — in das Reich Gottes investieren, hat einen Mehrwert. Dieser Mehrwert kommt Gott zugute, den Menschen in unserem Umfeld und letztlich auch uns selbst. Gott wird uns dafür belohnen und sich um uns kümmern. Es geht nicht darum, dass wir uns allein besonders anstrengen oder unsere Aufgaben besonders gut erfüllen, sondern darum, dass Gott es segnen möchte. Das ist das Größte: im Reich Gottes tätig zu sein, sich um ein Anliegen Gottes zu kümmern, das Werk des Herrn zu tun. Deshalb wird diese Arbeit nicht vergeblich sein.
Ein weiterer Aspekt lautet: Alles zu seiner Zeit. Dazu gehören Prediger 9,10 und Prediger 3,1.
 Prediger 9,10 mahnt: Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit deiner Kraft; denn im Totenreich, wohin du gehst, gibt es weder Tun noch Überlegung, weder Erkenntnis noch Weisheit. Prediger 3,1 stellt klar: Alles hat seine Zeit, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.
Als Jugendlicher hat man oft noch nicht die Klarheit, welche Gaben man hat und welche Aufgaben wirklich zu einem passen. Viele Menschen treffen wichtige Entscheidungen erst später. Die Redner an diesem Wochenende etwa haben sich teilweise erst mit etwa 30 Jahren entschieden, auf eine Bibelschule zu gehen. Vieles braucht Zeit, damit Gott uns zunächst prägen und uns zeigen kann, welchen Weg wir gehen sollen.
Vielleicht steht man jetzt an einem Punkt, an dem man noch nicht genau weiß, wie man sich in der Gemeinde einbringen kann. Der Wunsch, in die Mission zu gehen, kann klar sein, aber oft ist man noch zu jung. In solchen Fällen gibt es verschiedene Möglichkeiten, der aktuellen Zeit und Situation angemessen zu handeln. Man kann sich bei Verantwortlichen erkundigen, wie man sich einbringen kann. Dieser Abschnitt ermutigt dazu, die Dinge anzugehen, die jetzt möglich sind.
Auch wenn man gerade kein Missionsprojekt in Uganda leiten kann, lassen sich kleinere Aufgaben übernehmen. Das können einfache Dienste sein: beim Aufbau einer Veranstaltung helfen, als Betreuer bei einer Freizeit für Teens fungieren, bei einer Veranstaltung einen fünfminütigen Input geben oder als Fahrer bei einem Missionseinsatz mitwirken. Auf diese Weise kann man in kleinen Schritten lernen, wie man sich an größeren Aufgaben beteiligt. Es empfiehlt sich, so viele Dinge wie möglich auszuprobieren, solange man jung ist und Zeit sowie Kraft hat. Vieles, was man lernt, lässt sich später gebrauchen. Vielleicht findet man auf diesem Weg schließlich ein Anliegen oder einen Dienst, dem man ein Leben lang treu bleibt.
 Prediger 3,1 sagt: Alles hat seine Zeit, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde. Deshalb ist es wichtig, sich zu überlegen, was jetzt an der Zeit ist und was nicht. Prediger 9,10 fordert: Alles, was dir vor die Hände kommt, das tu mit deiner Kraft. Wenn wir etwas tun, sollen wir es mit voller Energie angehen und uns hineingeben. Gerade das, was wir jetzt tun können, sollen wir tun.
 Prediger 12,1 mahnt abschließend: Gedenke deines Schöpfers in der Jugend, ehe die bösen Tage kommen. Die Betonung liegt hier darauf, jetzt die Zeit zu nutzen, Gott ernst zu nehmen und nicht erst irgendwann später. Die Vorstellung, erst noch das Leben genießen und Erfahrungen sammeln zu wollen und Gott dann später ernst zu nehmen, ist trügerisch. Jetzt ist die Zeit, darüber nachzudenken, wie man sein Leben für Gott leben will.

Jugend als Chance: Verantwortungsübernahme und Vorbereitung

Das hat zwei Seiten. Einmal: Du bist noch nicht entschieden für Jesus und denkst: „Später werde ich mich für Gott entscheiden.“ Dieser Vers sagt jedoch klar: Entscheide dich jetzt dafür, für Jesus zu leben.
Andererseits, wie ich es vorhin gesagt habe: Als junger Mensch hat man Kapazitäten, die man später nicht mehr hat. Solange man nicht für eine Familie sorgen muss oder andere Verpflichtungen hat, kann man vieles tun, was später nicht mehr möglich ist.
In 1. Timotheus 4,12 steht: „Niemand verachte dich wegen deiner Jugend, sondern sei ein Vorbild der Gläubigen im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben und in der Reinheit.“ Als Jugendliche haben wir genauso Verantwortung und auch Einfluss. Das ist nicht erst mit 30, 40 oder 50 so, sondern auch jetzt. Wir stehen in der Verantwortung, ein gutes Vorbild zu sein. Dann wird niemand dich wegen deiner Jugend verachten, sondern die Älteren in der Gemeinde werden schätzen, was du einbringen kannst.
Ja, und wir haben es im Werbeblock auch gehört: Dinge wie jetzt zum Beispiel einen Missionseinsatz zu machen oder auch das TfM sind Möglichkeiten. Mach es jetzt! Jetzt hast du Zeit und Kapazitäten. Wenn irgendwann eine Familie da ist, wird es ein bisschen schwieriger.
Deshalb möchte ich auch mitgeben: Bereite dich auf deine Zukunft vor. Wahrscheinlich wollen die meisten hier im Raum irgendwann einmal verheiratet sein. Vielleicht ist jetzt die Zeit, sich Gedanken darüber zu machen: Als Mann, welche Anforderungen hat Gott an dich als Ehemann? Als Frau, welche Anforderungen hat Gott an dich als Ehefrau? Versucht, in diese Verantwortung hineinzuwachsen und beschäftigt euch jetzt damit.
Als Mann: Suche nicht die perfekte Frau, sondern versuche, der perfekte Mann zu werden. Auch wenn das wahrscheinlich nie ganz gelingen wird, ist doch die Aufforderung, die Frau zu lieben, wie Christus die Gemeinde liebt. Das ist Selbstverantwortung.
Als Frau ebenso: Suche nicht nach dem idealen Mann, sondern arbeite zuerst an deiner Beziehung zu Gott und werde selbst die Frau, die die Bibel beschreibt.
Dafür können wir gezielt Dinge tun. Es können aber auch andere Ziele sein, nicht unbedingt das Heiraten. Vielleicht hast du den klaren Wunsch, Missionar zu werden. Dann kannst du dich jetzt schon damit beschäftigen, welche Dinge dafür relevant sind. Du kannst dich mit dem Papierkram auseinandersetzen, der auf dich zukommt, wenn du auswandern solltest. Du kannst aber auch dafür sorgen, dass die Bibel ein gutes Fundament in deinem Leben ist, dass du jetzt schon selbständig in der Bibel arbeitest und dein geistliches Leben aufbaust.
Im Moment bist du vielleicht in einer Gemeinde, die dich prägt und hält und in der du durch gute Predigten stark geprägt wirst. Aber was ist, wenn das alles wegfällt und du allein mit Gott dastehst? Funktioniert dein geistliches Leben dann genauso?
Vielleicht hast du auch vor, irgendwann in einer Gemeinde zu predigen. Dann kannst du dich als junger Mensch schon damit beschäftigen, wie man einen Text auslegt und wie man die Bibel studiert. Alles hat seine Zeit. Du musst in diesen Dingen jetzt nicht schon perfekt sein, aber Gott möchte, dass du jetzt alles dafür tust, in diese Bereiche hineinzuwachsen. Du hast jetzt die Möglichkeit, die Stellschrauben so zu stellen, dass du in diese Richtung leben oder dahin wachsen kannst.

Zielorientierung, Bewertung und abschließende Reflexion

Ich denke oft: Wir sehen Menschen, vielleicht aus Biografien oder persönlich bekannte geistliche Vorbilder, und denken: Wow, was haben diese Menschen für ein Leben gelebt. Das ist einerseits ermutigend und andererseits frustrierend, weil man glaubt, weit davon entfernt zu sein. Dabei haben auch diese Menschen irgendwann einmal angefangen.
Deshalb müssen wir uns Gedanken machen: Wie kommen wir vielleicht dahin, dass wir am Ende unserer Lebenszeit zurückblicken und sagen können, das war gut so, ich habe wirklich mein Leben für Jesus gelebt.
Wir haben gesehen, dass es verschiedene Abschnitte in unserem Leben gibt. „Ergreife deine Lebenszeit“ bedeutet auch, sich bewusst zu sein, in welchem Abschnitt ich mich befinde. Ich muss versuchen, diesen Abschnitt so gut wie möglich den Umständen entsprechend zu nutzen, um mich vielleicht auch auf später vorzubereiten.
Der nächste Punkt ist: Alles, was wir tun, sollte ein gewisses Ziel haben. Auch dazu wurde wieder jemand gebeten, die Verse zu lesen: Kolosser 3,17 und Kolosser 3,23. Danke. Noch Kolosser 3,23, bitte. Dankeschön.
Lebst du für dich oder für Jesus? Das ist die Frage, die diese Verse aufwerfen. Die Aussage lautet: Alles, was ihr tut, das tut von Herzen für den Herrn, seien es Worte, seien es Werke.
Man kann einerseits seine Zeit verschwenden, alles darauf richten, möglichst viel Spaß zu haben. Man kann seine Zeit auch voll darin investieren, alle möglichen Aufgaben zu tun. Wenn es dabei aber nur darum geht, gesehen zu werden, dann ist das genauso ein egoistisches Ziel wie die verschwendete Zeit. Am Ende ist es dann für einen selbst und nicht für Jesus. Egal, was wir tun: Es geht darum, es für Jesus zu tun.
Auch hier kann man sich hinterfragen: Geht es mir darum, dass andere Menschen mich sehen, meine Aufgaben sehen und wie viel ich doch mache, oder geht es mir darum, Jesus groß zu machen? Ob als Missionar im Dschungel, als Student an der Uni oder als Abteilungsleiter in der Firma — am Ende sollten wir alle Dinge für Christus tun.
Noch ein Vers: 2. Korinther 5,10. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat in seiner Lebenszeit, sei es gut oder böse.
Wir haben von Gott die Verantwortung bekommen, unsere Lebenszeit bewusst zu ergreifen. Unsere Entscheidungen und das, was wir tun, haben Konsequenzen für unser Leben. Wir sind aufgefordert, für Gott zu leben und die Möglichkeiten, die wir haben, zu nutzen. Jeder hat andere Ressourcen, andere Kapazitäten. Das, was wir jetzt haben, sollen wir für Jesus investieren. Wie dieser Vers sagt: Am Ende schaut Jesus darauf und bewertet es.
Das soll nicht zu einer Werksgerechtigkeit führen, sondern aus der Motivation heraus geschehen, sich bewusstzumachen, wie wertvoll dieses Leben ist und was wir durch Christus empfangen haben. Weil Jesus am Kreuz gestorben ist und dieses unfassbar große Opfer gebracht hat, ist er alles wert, was ich opfern kann.
Ja, man lebt nur einmal — aber wie ergreift man seine Lebenszeit? Zum Abschluss gibt es noch ein paar Minuten Zeit für eine Reflexion, in der man darüber nachdenken und schriftlich festhalten kann, wie man seine Zeit ergreifen möchte.
Ich habe mögliche Satzanfänge formuliert, zum Beispiel: „Ich möchte anfangen, die Bibel zu lesen“ oder „die Bibel zu studieren“ und ähnliche Dinge tun. Gleichzeitig könnte man aufhören, so viel Zeit in Social Media zu verbringen, und darum beten, dass Gott das Herz in diesen Bereichen verändert.
Jeder sollte für sich Dinge aufschreiben, inwiefern er motiviert ist, etwas zu ändern. Weiteres Nachdenken und das Mitnehmen der Anliegen ins Gebet ist sinnvoll, denn am Ende ist Gott derjenige, der Veränderung bewirkt. Ich hoffe, dass es nicht nur bei Motivation bleibt, sondern auch in die Tat umgesetzt wird.

Weiterführende Hinweise, Literaturhinweis und Verabschiedung

Jetzt noch ein kleiner Werbeblock. Ich habe dieses Buch mitgebracht; findet ihr auch auf dem Büchertisch. Der Titel ist vielleicht negativ formuliert: Wie du dein Leben bis dreißig vergeigst. Ich finde, das ist ein sehr cooler Titel.
Inhaltlich geht es um verschiedene Punkte, die Einfluss auf unser Verhalten haben. Weil die meisten Entscheidungen bis zum Dreißigsten getroffen werden, ist es sinnvoll, sich damit auseinanderzusetzen, welche Dinge einen zum Scheitern bringen können. So wird man sich ihrer bewusst.
Ein anderes zu empfehlendes Buch ist von John Piper: Du lebst nur einmal. Das passt sehr nah an unseren Titel.
Außerdem wurde mir noch eine CD gegeben: Zeit erwachsen zu werden. Ich lese einfach mal, was hinten draufsteht:
Viele junge Leute unserer Zeit scheinen in einer Art verlängerter Jugend festzustecken. Dinge wie Verantwortung, Treue, Disziplin oder Standhaftigkeit sind irgendwie zu schwierig. Entscheidungen mit Tragweite lässt man lieber weiterhin Mama und Papa treffen. Dabei hält das Leben besonders für Menschen zwischen 15 und 25 so viel Geniales bereit. Lass dich herausfordern, über Social Media, Disziplin, Freundschaften oder den Umgang mit deiner Zeit nachzudenken, und lass dich von Marcells frischem und motivierendem Ton anstecken. Um reif zu werden, Frucht zu bringen und das Leben anzupacken.
Auch das klingt sehr passend. Genau diese Sachen findet ihr ebenfalls am Büchertisch. Ihr könnt sie entweder jetzt anschauen oder später drüben in der Halle.
Damit seid ihr entlassen, außer ihr habt noch irgendwelche Fragen oder Anmerkungen.