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Apostelgeschichte 10,25-48

Apostelgeschichte 10,25-10,4817.01.2016
Serie•Teil 20 / 64Apostelgeschichte
Gott macht keine Menschen zweiter Klasse: Frieden mit ihm gibt es für alle, nicht nur für die „richtigen“. Die Frage ist simpel und unbequem: Hast du ihn schon?

Ein Wendepunkt in der Geschichte der Gemeinde

Mein Name ist Jürgen Fischer für alle, die mich nämlich nicht kennen, also für die, die das erste Mal da sind. Wir stecken mitten in einer Reihe über die Apostelgeschichte. Wir stecken wirklich mittendrin: Apostelgeschichte 10.
Und wir befinden uns, wenn man sich die Kirchengeschichte betrachtet, ja, das ist ja Kirchengeschichte, was wir uns in der Apostelgeschichte anschauen, an einem ganz entscheidenden Wendepunkt. Neun Kapitel lang wird in der Apostelgeschichte das Evangelium gepredigt, und die Empfänger sind Juden oder die ihnen glaubensmäßig sehr verwandten Samariter. Da ist immer klar: Okay, das Evangelium, das ist halt für Juden.
Die Frage, ob auch so ein normaler Heide eigentlich etwas vom Evangelium hat, die hat sich nie gestellt. Juden haben zu Juden gesprochen, und die hatten eh keine heidnischen Freunde. Von daher hat sich das irgendwie gar nicht so ergeben. Und jetzt in unserem Predigttext, Apostelgeschichte 10, Vers 25-48, erleben wir, wenn wir das lesen, ein zweites Pfingsten.
Und beim ersten Mal, als Pfingsten passiert, Apostelgeschichte 2, wer steht da im Mittelpunkt? Petrus. Petrus ist der, der da predigt. Petrus ist der, der nach vorne tritt und sagt: Hört mal her, ich weiß ganz genau, was Sache ist, was hier gerade passiert. Petrus ist, auch wenn wir nicht an den Papst glauben, so glauben wir doch daran, dass, wenn Jesus sagt: Auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, er derjenige ist, der beim ersten Mal alles richtig gemacht hat, dafür gesorgt hat, dass nach seiner Predigt dreitausend Leute sich bekehrt haben. Und auch jetzt, beim zweiten Mal, steht Petrus wieder im Mittelpunkt und legt für den nächsten großen Schritt in der Entwicklung von dem, was wir heute Gemeinde oder Kirche nennen, das Fundament.
Frage: Wie macht er das? Antwort: Ganz einfach, er predigt. Er predigt das Evangelium von dem Juden Jesus, der so viel mehr ist als nur ein Mensch. Er predigt dieses Evangelium von einem Gott, der Mensch wurde, um Menschen von ihrer Sünde zu befreien. Zuerst seine jüdischen Zuhörer, aber dabei bleibt er nicht stehen.
Also nicht, dass Petrus das von sich aus erkannt hätte. Also nicht, dass wir jetzt denken: Na ja, Petrus hat halt lange nachgedacht. Wenn es nach Petrus gegangen wäre, dann hätte es völlig gereicht, dass die Juden, seine Mitvolksgenossen, seine Mitjuden, dass die in Jesus den Messias erkennen, dass sie diesem Messias von ganzem Herzen vertrauen und dass sie dadurch Vergebung ihrer Sünden bekommen. Für den Juden Petrus hätte es völlig gereicht, dass alle anderen Juden auch Kinder Gottes werden und ins Reich Gottes eingehen und gerettet werden. Das wäre völlig okay. Das ist ja schon mal was, wenn man so sein eigenes Volk irgendwie mit dem Evangelium erreicht.
Zum Glück geht es in geistlichen Dingen nicht nach unserem Kopf, nicht nach dem, was uns reicht. Und wenn uns das reicht, dass jetzt, was weiß ich, unsere Freunde alle Vergebung der Sünden bekommen, dann gibt es glücklicherweise Gott, der, wenn wir so denken, einfach viel größer denkt und sagt: Nein, ich möchte tatsächlich, dass alle Menschen gerettet werden. Das ist das, was Gott will.
Du gehst zu Gott und sagst: Gott, was möchtest du? Und Gott sagt: Du möchtest wissen, I have a dream. Okay, also was wäre so mein Gott-Traum, wenn ich mir was wünschen dürfte? Also ich würde mir wünschen, dass alle Menschen gerettet werden. Das wäre so mein Traum.
Und nicht, dass Jesus an anderer Stelle nicht der Realität ins Auge geblickt hätte. Jesus sagt: Der Weg ins Verderben ist breit, und viele gehen auf diesem Weg. Also Jesus weiß, dass der Weg zum ewigen Leben eine ganz schmale, angefochtene, fast schon exklusive Größe ist und dass wenige auf diesem Weg gehen. Wenige sind bereit, zu den Konditionen, die Gott gibt, sich retten zu lassen. Und trotzdem, obwohl Gott das sieht, dass so viele Menschen, dass die Mehrzahl der Menschen sagt: Ich möchte eigentlich mit dem, was du mir da anzubieten hast, nichts zu tun haben, trotzdem würde man, wenn man in das Herz Gottes hineinschauen würde, sehen, dass Gott sich das wünscht, dass keiner verloren geht, dass jeder zum ewigen Leben durchbricht.
Und deswegen kurz die eine Frage mal vorneweg an dieser Stelle, eine Zwischenfrage, wir sind noch nicht beim Text, wir sind gleich beim Text, keine Sorge. Aber die Zwischenfrage vorneweg: Weiß jeder, der heute Morgen hier ist, dass er Frieden mit Gott hat? Weiß jeder, der heute Morgen hier ist, dass seine Sünden, und keiner kann mir erzählen, dass er nicht weiß, dass er schon mal was falsch gemacht hat, Entschuldigung, ja, also um die Dinge, die man so nicht weiter erzählt, das ist so Sünde, weiß jeder, dass diese Sünden wirklich vergeben sind?
Und ich möchte von Herzen einladen: Wenn irgendjemand hier sitzt und diese Frage nicht mit einem ganz klaren Ja beantworten kann, also vielleicht so ein Stück unsicher ist, vielleicht schon auf so einem Weg ist mit Gott und irgendwie verstanden hat, dass Gott etwas von ihm will und dass Gott vor seiner Herzenstür steht und anklopft und da rein möchte, und irgendwie hat man die Tür schon mal so ein bisschen aufgemacht, schon mal rausgelugt oder vielleicht durch den Spion geschaut, wer da draußen steht, aber so richtig aufgemacht, ihn reingelassen, das hat man noch nicht. Wenn das so ist, heute ist Sonntag und es ist noch ein bisschen Zeit, bis man wieder zu Hause ist. Es ist eine unglaublich gute Gelegenheit, dieses Thema, diese Frage: Bin ich mit Gott im Reinen, bin ich mir ganz sicher, dass meine Sünden vergeben sind, heute in Ordnung zu bringen.
Wie einfach und wie offen das Evangelium ist, und Evangelium beschreibt diese frohmachende Botschaft von Jesus, wie Gott wirklich jeden einzelnen Menschen erreichen will, das merkt man an dem Text, den wir heute betrachten. In der Vorbereitung habe ich mir die Frage gestellt: Jürgen, was sollst du bloß über diesen Text heute predigen? Der war einfach zu simpel. Versteht ihr? Du liest einen Text und denkst dir: Der ist einfach zu einfach. Eigentlich könnte man den Text wirklich vorlesen, müsste vielleicht zwei, drei Begriffe erklären, und dann hätte jeder von euch verstanden, was Sache ist.
Und während ich da so in meinem Arbeitszimmer auf und ab ging und Gott fragte: Gott, was soll ich denn da beten, was soll ich denn da predigen? Und während ich da betete, da bekam ich den Eindruck: Jürgen, genau das ist doch der Clou. Was erwartest du denn? Dass da, wo es um das Evangelium geht, alles super kompliziert ist? Dass nur die mit einem IQ über 150 und am besten mit einer universitären Ausbildung überhaupt eine Chance haben, das zu verstehen? Es muss doch einfach sein!
Aber dann wäre es nicht das Evangelium. Es kann nicht anders sein, wenn wir diesen Moment betrachten, wo das Evangelium durchbricht, von den Juden zu den Heiden, dass es ganz simpel ist. Weil ja Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden. Deswegen wünsche ich mir so ein bisschen, dass wir das heute feiern, dass wir die Einfachheit dieses Textes feiern, dass wir feiern: Gott macht es den Menschen nicht schwer. Gott macht es sich selbst schwer, aber den Menschen macht er es nicht schwer.
Mein Wunsch: Der Text heute ist keine intellektuelle Überforderung, das weiß ich. Aber habt im Blick, dass es darum geht, Gott zu präsentieren als einen liebenden Vater, der mit ausgebreiteten Armen dasteht und der sich wünscht, dass mehr und noch mehr Menschen verstehen, was der Sinn des Lebens ist. Und wie man ewiges Leben bekommt, Vergebung seiner Schuld, wie man Frieden mit Gott findet und wie man sicher sein kann, dass das Gericht, das auf einen zukommt, einmal nicht einfach wegschwemmt und das ganze Leben in Schutt und Asche legt oder offenbart, wie nichtig dieses Leben war, sondern dass das Gericht, das kommt, für uns eine Freudenfeier wird, weil es gar kein Gericht ist, sondern eine Begegnung mit einem Richter, der schon lange unser Retter ist.
Eigentlich das, was die Bibel dann als ein Hochzeitsmahl bezeichnet, also so ein Moment allergrößter Freude. Das wünsche ich mir. Und in diesem Sinn lasst uns bitte gemeinsam diesen ganz simplen Text mal anschauen, mit dem wir es heute zu tun haben: Apostelgeschichte, Kapitel 10, die ersten beiden Verse.
Die Vorgeschichte: Der Apostel Petrus ist auf dem Weg zu einem Heiden namens Cornelius. Dieser Cornelius ist ein ganz toller Typ, fromm, gottesfürchtig, das einzige, was er nicht ist, ein Jude. Petrus geht zu ihm, und dann heißt es in Vers 25: Als es aber geschah, dass Petrus hereinkam, nämlich in das Haus von Cornelius, ging Cornelius ihm entgegen, fiel ihm zu Füßen und huldigte ihm. Also er wollte ihn anbeten.
Und das macht irgendwo in der damaligen Zeit Sinn. Stell dir vor, du bist gerade am Beten, machst gerade morgens deine stille Zeit, dann triffst du auf einen Engel, und der Engel sagt: Hol mal den Petrus. Wenn der Petrus dann da ist, von dem du weißt, dass Gott ihn zu dir geschickt hat, und wenn du weißt, dass dieser Petrus dir Worte sagen soll, direkt von Gott, na ja, dann könnte man schon auf den Gedanken kommen, den mal irgendwie so ein bisschen anzubeten.
Wie immer gilt Vers 26: Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, auch ich bin ein Mensch. Gut, also ganz wichtiger erster Punkt: Menschen werden nicht angebetet. Der heilige Petrus ist nicht heiliger als irgendein anderer Gläubiger. Anbetung, das ist, dass wir unser Leben einer Sache weihen, dass wir jemanden richtig gut finden. Anbetung gehört nur Gott.
Wir verehren keine Menschen, wir verehren keine Institutionen, wir verehren keine Gemeindetypen. Wir wissen, dass rechter Glaube nicht davon abhängt, wer ihn predigt. Das sage ich noch mal: Rechter Glaube hängt nicht davon ab, wer ihn predigt. Oder in welcher Kirche ich zum Glauben komme. Rettender Glaube hängt genau an einer einzigen Sache, und das ist Jesus selber, dass ich verstanden habe, wer Jesus ist und was Jesus von mir verlangt. Und deswegen muss Petrus hier sagen: Stopp, ey, das geht gar nicht, was du hier machst.
Vers 27: Und während er sich mit ihm unterhielt, ging er hinein und findet viele versammelt. Cornelius ist, fast möchte ich sagen, ein Netzwerker. Also Cornelius kriegt diesen Besuch von dem Engel, und dann lädt er Leute ein, Verwandte und Freunde. Und wie wir sehen werden, sind das Menschen fast so wie er. Also es sind auch fromme, gottesfürchtige Menschen, die darauf warten, von Gott zu hören, wie man sich bekehrt. Und die sind da schon drin, die warten.
Wahrscheinlich muss man sich das so vorstellen: Man hat die Knechte losgeschickt, den Petrus zu holen, dann hat man so ausgerechnet, wie lange wird es ungefähr dauern, bis der wieder da ist, so ungefähr vier Tage, wenn die sich ein bisschen beeilen, und dann warteten die da halt. Da gab es ja nicht so wie heute eine SMS: „Komme in fünf Minuten“ oder „Stehe jetzt am Bahnhof in Velten“. Nee, da musste man so einen halben Tag schon mal einplanen. Die waren schon mal da.
Und jetzt kommt Petrus rein, und ich weiß nicht, wie es ihm ging. Die ganze Zeit ist Petrus nicht der mit dem großen Durchblick. Eigentlich versteht er gar nichts. Und eigentlich hat er auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht alles verstanden. Er geht einfach mit Gott immer den nächsten Schritt, den er sieht. Gott gibt Licht für den nächsten Schritt, und wenn Petrus das nicht so versteht, dann gibt es auch schon mal eine Extraportion Licht, damit er dann wenigstens weiß, was er machen soll. Und er geht den nächsten Schritt weiter.
Und er steht vor diesem Haus eines Heiden, und für einen Juden war es in der damaligen Zeit undenkbar, ein heidnisches Haus zu betreten. Das hat etwas mit der Vorstellung von Unreinheit zu tun, also von kultischer Unreinheit, davon, dass ich nicht mit Gott so richtig eins bin oder dass ich irgendwie nicht richtig beten kann oder nicht richtig in den Tempel gehen kann, wenn ich mich verunreinigt habe. Und Heiden, die sind per se unrein.
Und an dieser Stelle steht er davor, und ihr müsst euch vorstellen: Das erste Mal, Petrus ist noch nie in das Haus eines Heiden gegangen. Das wäre einfach bäh. Das wäre so für mich wahrscheinlich, ich bin noch nie in einem Bordell gewesen. Wenn jetzt Gott sagen würde: Predige da drin. So, der erste Schritt, weißt du, du hast ja diese rote Glasscheibe mit dem roten Licht und diesen roten Vorhängen. Ja, du klopfst dann da an: „Ja hallo, da kommst du mal rein.“ Das ist für mich, der ich an dieser Stelle null Erfahrung habe.
Und jetzt stell dir vor, du gehst da rein, und da sitzen die schon alle, so ein bisschen nicht ganz overdressed, sondern vielleicht ein bisschen underdressed. Und da sitzen die, von denen du immer dachtest, dass man zu denen nicht predigen und mit denen nicht reden und mit denen keinen Umgang haben darf, und schauen dich mit erwartungsvollen Augen an und sagen: Okay, wir sind da, und du?
Ja, also das passiert hier in etwa emotional. In Wirklichkeit ist das natürlich kein Bordell, in Wirklichkeit ist das das Haus eines frommen Heiden, aber für uns nur mal übertragen wäre es in etwa so, als würde Gott uns da hinführen und würde sagen: Ich habe ein Wort an diese Damen, und die warten darauf, dass ja, und so weiter.
Vers 28: Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, wie unerlaubt es für einen jüdischen Mann ist, sich einem Fremdling, das ist ein Heide, anzuschließen oder zu ihm zu kommen. Das ist seine alte Geschichte, diese klare Grenze: hier sind die Juden, dort sind die Heiden, wir haben nichts mit denen zu tun. Und mir hat Gott gezeigt, keinen Menschen gemein oder unrein zu nennen. Ich habe euch das beim letzten Mal schon gesagt: Das Wort gemein, das heißt nicht fies, sondern so viel wie unheilig, jemand, mit dem man einfach keinen Umgang hat. So, mir hat Gott etwas gezeigt, nämlich dass kein Mensch unrein ist.
Es ist so simpel und für den Juden Petrus so absolut befremdlich. Versucht das mal zu fassen, wie es ihm hier geht. Die ganze Zeit gibt es in seinem Kopf zwei Schubladen: Die Guten, das sind die Juden, und die Bösen, das sind die Heiden. Und jetzt kommt Gott und sagt: Misch die mal, weil eigentlich sind mir alle, die in ihrem Herzen sich nach mir ausstrecken, gleich lieb. Und Petrus muss das erst mal verarbeiten, und er versteht mit einem Mal: Vor Gott sind tatsächlich alle Menschen gleich.
Ja, es hat einen Sinn, dass man das Evangelium in einem bestimmten Volk heranwachsen lässt. Es macht Sinn, aus allen Völkern sich das Volk Israel zu schnappen und zu sagen: An diesem Volk da bringe ich der ganzen Welt bestimmte grundlegende Lektionen über Gott bei. Dort wächst auch ganz organisch der Messias, da kommt ein Mann raus, der dann wirklich Messias, Retter, der Gott-Mensch ist. Dafür ist das Volk Israel da. Aber zu sagen, deswegen gilt: Hat Gott nur Israel lieb, ist einfach völlig falsch, denn Gott wollte immer schon durch dieses Volk die ganze Welt erreichen. Und das passiert jetzt.
In dem Moment, wo der Apostel Petrus versteht, wie kann es sein, dass Gott gar nicht so denkt, wie ich ticke, dass Gott anders denkt, dass Gott wirklich sagt: Alle Menschen haben dasselbe Problem, Sünde, und für alle gibt es dieselbe Lösung, nämlich Jesus. Kann es sein, dass das im Herzen von Gott steckt? Gilt das auch für Neonazis? Gilt das auch für Frauen begrapschende Asylanten? Gilt das auch für korrupte Politiker? Ja, das tut es, das ist das Verrückte.
Wir würden ja nie die Schublade Jude-Heide machen, ja, aber vielleicht machen wir die Schublade Gutmensch-Nichtgutmensch. Und wir haben Leute in dieser Nichtgutmensch-Schublade drin, wo wir sagen: Also die brauchen das Evangelium vielleicht auch, aber ob die es kriegen müssen, ich weiß ja nicht so genau. Und jetzt kommt Petrus an den Punkt, dass er sagt: Ich habe das verstanden, dass es diese Trennung vor Gott nicht gibt.
Vers 29: Darum kam ich auch ohne Widerrede, als ich geholt wurde. Ich frage nun: Aus welchem Grund habt ihr mich holen lassen? Ich weiß nicht, ich mag den Humor der Bibel einfach. Versteht ihr, was Sache ist? Petrus steht da, und er hat jetzt die erste Lektion verstanden: Aha, ich darf hier reinkommen. Irgendwie hat Gott nicht im Kopf so diese Trennung, die ich mache. Aber sagt mal, Freunde, warum bin ich eigentlich da?
Er weiß bis zu diesem Moment überhaupt nicht, was er tun soll. Er geht einfach mit Gott den nächsten Schritt, und er geht jetzt durch die Tür rein, und dann steht er da in diesem Haus voller Leute. Und jetzt, ich finde das so herrlich hier: Aus welchem Grund habt ihr mich holen lassen, was wollt ihr von mir? Also nicht, dass er schon so weit wäre, zu verstehen: Ah, wenn vor Gott alle Menschen gleich sind, dann ist das Evangelium auch für alle Menschen. So weit sind wir noch nicht. Wir kommen gleich dahin. In diesem Moment stellt er einfach die Frage: Ey, was soll ich denn hier?
Und Cornelius sprach, Vers 30-33: Und jetzt erzählt ihm Cornelius noch einmal, was wir schon wissen. Ich lese es euch mal vor: Und Cornelius sprach: Vor vier Tagen betete ich in meinem Haus bis zu dieser der neunten Stunde. Und siehe, ein Mann stand vor mir in glänzendem Kleid, das war der Engel, und spricht: Cornelius, dein Gebet ist erhört, und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. Sende nun nach Joppe und lass Simon holen mit dem Beinamen Petrus. Dieser herbergt im Haus Simons eines Gerbers am Meer. Sofort nun sandte ich zu dir, und du hast wohl getan, dass du gekommen bist. Jetzt sind wir nun alle vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn aufgetragen ist.
Zum dritten Mal kriegen wir jetzt die Geschichte von diesem Engel und dem Cornelius. Frage: Warum? Ich meine, die Geschichte wird ja nicht spannender dadurch, dass man sie dreimal innerhalb eines Kapitels erzählt bekommt. Es geht darum, dass wir als Leser genau dasselbe begreifen, was damals Petrus begreifen musste: dass hinter dem, was hier passiert, hinter diesem ganzen Neuen, dass wirklich Gott dahinter steht, dass der Moment in der Kirchengeschichte, wo das Evangelium durchbricht zu den Nichtjuden, dass das kein Versehen ist, sondern dass das Gottes Wille war.
Petrus handelt nicht auf eigene Faust und dann schwuppdiwupp werden halt auch ein paar Heiden gläubig, sondern die ganze Zeit ist Gott am Handeln. Und Petrus selber, dem man vorwerfen könnte: Na ja, du hast da halt einen Fehler gemacht, Petrus, kann sich hinstellen und sagen: Sorry, ich war immer nur am Reagieren.
Und ich habe mir diese Geschichte angehört, und dann endet Cornelius mit dem Satz: Ja, wir sind hier, um alles zu hören, was dir vom Herrn aufgetragen ist. Frage: Was ist bitteschön dem Petrus aufgetragen? Antwort: Na gar nichts. Nirgendwo im Text lesen wir, dass Petrus eine besondere Predigt, eine besondere Lektion für diese Heiden hat. Gott sagt einfach nur: Geh hin. Und jetzt steht er da, weiß nicht, was er sagen soll, und Cornelius sagt ihm: Sag mir, was du mir sagen sollst.
Versteht ihr die Spannung? Der eine sagt: Ich weiß nicht, was ich hier soll. Der andere sagt: Na ja, du sollst mir sagen, was du mir sagen sollst. Und während wir noch schmunzeln, begreifen wir hoffentlich, was Petrus jetzt denken muss. Weil es ist klar: Wenn Cornelius davon ausgeht, dass er einen Auftrag hat, er selber sich aber keines neuen Auftrags bewusst ist, ja, welchen Auftrag muss er dann erfüllen? Na ja, den, den er immer schon hatte.
Das heißt, er steht genau da, wo er an Pfingsten steht. Es gibt kein Extra-Evangelium für Nichtjuden, es gibt keinen Sonderauftrag für Heidenmissionen. Es ist genau das, was wir in Markus Kapitel 16 lesen. Lest euch das einfach nur mal vor, das ist der eine Auftrag, den er jetzt hat. Und wenn Cornelius sagt: Ja, sag mir, was du sagen sollst, dann denkt der nach und denkt: Was ist denn grundsätzlich mein Auftrag? Und in Markus, Vers 15, da lesen wir: Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. So, das ist der Auftrag. Das war immer der Job von Petrus. Und auch jetzt gibt es keine Extra-Einladung.
Und was macht Petrus in dieser Situation? Ich mag Petrus. Also man kann über Petrus denken, was man will, aber er ist klasse. Also er ist klasse im Sinne von: Er sieht den nächsten Schritt und er geht ihn einfach. Er ist nicht der Schnellste, die Schritte zu begreifen, und braucht auch manchmal ein bisschen länger, aber wenn er was hat, dann macht er es. Er ist nicht so der Zögerling, dem man alles fünfmal erklären muss.
Und jetzt kommt das theologische Zentrum unseres ganzen Textes, Apostelgeschichte 10, Vers 34 und 35. Petrus aber tat den Mund auf und sprach: In Wahrheit begreife ich, das müsst ihr euch irgendwann noch mal merken, da werde ich in ein paar Predigten noch mal drauf zurückkommen, das ist ein literarischer Marker, haltet das schon mal so ein bisschen im Gedächtnis, in Wahrheit begreife ich, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern in jeder Nation ist, wer ihn fürchtet, und Gerechtigkeit wirkt, ihm angenehm.
Das theologische Zentrum unseres Textes: Gott sieht die Person nicht an. Gott ist nicht voreingenommen, Gott ist nicht parteiisch, Gott hat keine Lieblingskinder. In jeder Nation ist, wer ihn fürchtet, und Gerechtigkeit wirkt, ihm angenehm. Für Petrus ist das ganz neu, das hätte er vorher so nie gedacht. Für ihn war klar: Ja, es gibt schon Heiden, die irgendwie auch gerecht und gottesfürchtig sind, aber das sind bestimmt nur bei Gott Menschen zweiter Klasse, nicht ganz so schlecht wie die anderen, aber auch nicht wirklich gut. Das war sein Denken.
Und ich möchte an dieser Stelle euch noch mal eine Frage stellen: Gibt es in deinem Denken Menschen zweiter Klasse? Also einer da, der sagt: Ich sehe Personen nicht an, ich schaue mir nicht die Leute an, weil irgendwas an ihnen dran ist – Bildung, Hautfarbe, Einkommen, Nationalität –, deswegen mag ich die nicht. Das macht Gott grundsätzlich nicht. Und Petrus muss das lernen. Und die Frage ist: Haben wir diese Lektion gelernt?
Gibt es in deinem Denken irgendwo so eine Schublade mit Menschen, von denen du, ohne das vielleicht auszusprechen, aber doch irgendwie denkst, die verdienen es, weniger gerettet zu werden? Oder Menschen, wo du sagst, selbst wenn die sich anstrengen, die werden nie zu mir aufschließen, die werden immer irgendwie so zweite Klasse bleiben. Gibt es sowas bei dir?
Ich habe mir die Frage selber vor kurzem gestellt. Ich fand das total spannend, sich diese Frage jetzt gerade im Angesicht dessen, was man Flüchtlingskrise nennt, man könnte es ja auch Flüchtlingschance nennen. Aber ich fuhr mit dem Bus, ich wohne in Spandau, Berlin-Spandau, und wir haben eine Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge bei uns. Und ihr könnt euch vorstellen, wenn man dann so mit dem Bus fährt und an der entsprechenden Bushaltestelle hält, dann macht es flupp und der Bus ist voll. Und zwar voll mit Menschen, die alle anders sind als man selber. Also richtig anders. Die riechen anders, die reden anders, die haben zum Umgang miteinander so ein bisschen eine andere Art, da sind andere Hautfarben dabei, andere Arten, sich anzuziehen, ganz anders.
Und du stehst so als Spandauer in dem Bus, mit dem du halt immer fährst, und plötzlich macht es schwupp. Ja, und dann fand ich mich wieder so festgehalten, gestanden, durchgeschüttelt und schaute mich so um. Und ich schaute mich so um und ich dachte mir genau das: Jürgen, wie denkst du in deinem Herzen über diese Menschen? Kannst du glauben, dass Gott jeden Einzelnen, der in diesem Bus fährt, und wenn ich das so dachte, schaute ich so durch der und der und die und um, kannst du glauben, dass Gott jeden Einzelnen in diesem Bus mit derselben Liebe retten will, mit der er mir selber nachgegangen ist, dass Gott nicht sagt: Oh ja, du bist erste Klasse, und das ist alles zweite Klasse?
Fand ich total spannend. Also wenn ihr das noch nicht gemacht habt, macht sowas mal. Ich weiß nicht, wo ihr hingehen müsst, aber es gibt so Orte, wo man auf ganz viele unterschiedliche Leute trifft, und da muss man sich mal umschauen, einfach mal sagen: Kann ich glauben, dass Gott mit derselben Liebe, mit der er mich geliebt hat, liebt und immer lieben wird? Mit demselben Eifer, mit dem er mir nachgegangen ist, wo er mir die richtigen Leute in den Weg geschickt hat, die richtigen Bücher geschenkt hat, die richtigen Prediger geschenkt hat, die richtigen Freunde geschenkt hat, kann ich glauben, dass mit derselben Leidenschaft, wie Gott mir hinterhergelaufen ist, er diesen Menschen hinterhergehen möchte?
Der Clou bei Petrus ist: Er schafft den Sprung. Er versteht: Gott ist ein unparteiischer Gott. Und deshalb predigt er zum ersten Mal in der Geschichte das Evangelium an eine Gruppe frommer Heiden. Das sind jetzt nicht völlig Unwissende, weil die in der Zeit damals gelebt haben, und man hat sich Geschichten über Jesus erzählt, und trotzdem tut er das an einem Ort, nämlich in Caesarea, wo Jesus nie war, und er tut es das erste Mal.
Wir lesen Apostelgeschichte 10, 36-43. Das ist das, was er ihnen jetzt predigt. Und ihr werdet merken, es ist das ganz normale Evangelium, es ist kein Stück angepasst.
Das Wort, das er dem Söhnen Israel gesandt hat, in dem er Frieden verkündigte durch Jesus Christus, dieser ist aller Herr, kennt ihr. Die Sache, die angefangen von Galiläa durch ganz Judäa hin geschehen ist, nach der Taufe, die Johannes predigte. Er kann bestimmte Dinge voraussagen. Sie wissen was über Jesus. Sie haben das mit Johannes dem Täufer mitbekommen.
Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging und wohl tat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren. Keine neue Botschaft. Denn Gott war mit ihm, und wir sind Zeugen alles dessen, was er sowohl im Lande der Juden als auch in Jerusalem getan hat, den haben sie auch umgebracht, indem sie ihn an ein Holz hängten. Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt und ihn sichtbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern den von Gott zuvor erwählten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aus den Toten auferstanden war.
Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und eindringlich zu bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist. Diesem geben alle Propheten Zeugnis, damit jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen.
Versteht ihr jetzt, warum der Text so völlig unspektakulär ist? Das kann man einfach vorlesen. Das ist nichts Neues. Was soll man dazu sagen? Das ist das Evangelium. Das ist das Evangelium. Wenn dich jemand fragt: Kannst du mir sagen, woran du glaubst? Daran glaube ich. Ich glaube daran, dass Gott durch Jesus Christus Frieden verkündigt. Ich glaube daran, dass Jesus auf die Welt kam oder dass Gott auf die Welt kam in der Gestalt von Jesus Christus, und um ihn zu erkennen, hat er all diese Heilungswunder getan. Ich glaube daran, dass er umgebracht wurde, dass er am dritten Tag wieder auferweckt worden ist und dass er seinen Jüngern erschienen ist und dass die als seine Zeugen losgegangen sind, um etwas zu predigen, dass Jesus der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist.
Darum geht es. Das ist das, was Petrus sagt: Du hast ein Problem. Du hast das Problem, dass der, der dich retten will, als Richter wiederkommen wird, und wenn du dich nicht retten lässt, dann wird er dich richten. Aber Achtung, das ist nicht das Ganze, sondern da gibt es einen Ausweg, und dieser Ausweg ist Jahrhunderte vorher von den Propheten vorbereitet worden. Sie haben das vorhergesagt: Es gilt nämlich, dass jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen.
Das Wort Name, das könnt ihr euch übersetzen mit Person, durch seine Person, durch das, was ihn auszeichnet, durch das, was er getan hat. Es gibt Vergebung. Herrlich! Und ich stehe da und denke mir: Was soll man dazu sagen? Das wisst ihr doch alle, oder? Wahrscheinlich könnte jeder hier vorne herkommen und sagen: Ja, ich erzähle das noch mal, wann ich das verstanden habe. Das ist das Zentrum unseres Glaubens.
Das ist so simpel. Ich glaube an einen Gott, der Mensch wurde, gestorben ist, wieder auferstanden ist, der wiederkommen wird. Ich glaube daran, dass meine Sünden vergeben sind, weil er am Kreuz dafür bezahlt hat. Es ist so simpel, so unglaublich simpel.
Die Frage bleibt über Jahrhunderte immer dieselbe, die wir anderen Menschen stellen dürfen: Möchtest du Frieden mit Gott? Das ist alles. Möchtest du Frieden mit Gott? Weißt du, du bist kein kleines Sünderlein, sondern ein ausgewachsener Sünder. Du hast ein massives Sündenproblem. Eigentlich haben wir ein Gerichtsproblem, denn die Sünden, die wir im Leben tun – Lügen, Dummheit, Betrug, all das ja, jede Form von Ichsucht und Gottlosigkeit – die brauchen Vergebung. Ich habe ein Gerichtsproblem. Ich muss mich mit dem Richter einigen, bevor er kommt.
Und der Richter steht da und sagt: Ich würde mich gerne mit dir einigen, ich würde dir gerne, bevor ich komme und dich richte, ewiges Leben schenken. So einfach ist das.
An wen muss ich glauben? Antwort: Nein, das können wir ein bisschen lauter machen. An wem muss ich glauben? Okay, das üben wir noch mal. Wir sind zwar keine so American Gospel, aber bitte mal: An wem muss ich glauben? Ja, an Jesus, ganz einfach. Das ist der Punkt, es ist so simpel. Wie gesagt, das kann in der Kinderstunde jeder Erstklässler verstehen. Das ist so simpel, dass ich ihm das einfach erzähle und erinnere: An wen muss man glauben? Jesus. So simpel, entschuldigt, an ihn glauben, ihn zum Zentrum meines Lebens machen, mir das Geschenk ewigen Lebens bei ihm abholen, ihm sagen: Herr, ich vertraue dir in diesem Leben bis ins Nächste, ich freue mich darauf, dich zu sehen, ich möchte für dich leben, ich möchte, dass allen Menschen weiter sagen, dass meine Sünden vergeben sind, dass ich Frieden mit Gott habe. Wahnsinn, das ist alles.
Versteht ihr, wie simpel das ist? Versteht ihr, wie dumm es ist, sich zu verstecken und das anderen Leuten nicht zu sagen, weil man vielleicht denkt: Ach, ich weiß nicht, ob ich das Evangelium erklären kann? Doch, kannst du, es ist so einfach. Du kannst jedem sagen: Du brauchst Jesus. Petrus macht das hier. Es ist sehr unaufgeregt, wie er das in meinen Augen sagt. Er sagt: Ihr wisst das eigentlich alle schon, ja, ich wiederhole noch mal kurz die Fakten, ja a b c d e, und du fragst dich: Ja und jetzt? Was erwartet ihr als Nächstes?
Ich sage euch, was ich erwarten würde im Text. Ich würde so etwas erwarten wie am Ende der ersten Pfingstpredigt, da kommt nämlich in Apostelgeschichte 2, Vers 37 und 38, da hören die Leute genau das Gleiche, dass Jesus Retter und Richter ist, und dann heißt es in Vers 37, Apostelgeschichte 2: Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz. Und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder lasse sich taufen.
Das ist die Urgeschichte. Und eigentlich würde ich jetzt an dieser Stelle in Apostelgeschichte 10, Vers 44 genau so einen Satz erwarten. Er predigt das Evangelium, und es dringt ihnen durchs Herz. Aber es kommt nicht. Also nicht, dass sie nicht gläubig wären, die sind total gläubig. Er sagt das an anderer Stelle in Apostelgeschichte. Nur der Satz kommt nicht. Warum? Weil nicht der Glaube der Heiden das Problem ist. Das Problem ist, dass der gute Petrus ja immer nur einen Schritt nach dem anderen geht.
Also, was soll ich predigen? Na, ich mache mal das, was ich immer gemacht habe: Schritt. Was machen wir jetzt? Keine Ahnung. Gott muss Petrus jetzt zeigen, was er tun soll. Die eine Sache ist, das Evangelium zu predigen. Das Zweite ist, zu glauben, dass das, was die Heiden da tun, wenn sie glauben, das Gleiche ist, was ein Jude tut, wenn er glaubt. Wie überzeuge ich einen Apostel davon, dass der Glaube der Heiden, der ja nur im Herzen passiert, man sieht den ja nach außen nicht, dass der vor Gott genau so viel gilt wie der Glaube der Juden?
Und was Gott tut, ist einfach dramaturgisch klasse. Was Gott tut, ist Folgendes: Er überlegt sich, wie könnte ich den Petrus überzeugen, und er geht ganz weit zurück. Was ist so Urpfingsten? Urpfingsten ist dieses, wie die Jünger erleben, wie der Geist ausgegossen wird und wie sie in Fremdsprachen reden, so dass es diese Sache da in Jerusalem gab. Und das ist genau das, was hier passiert. Hier steht nichts vom Glauben, aber trotzdem, während er das Evangelium predigt, fangen diese Heiden an zu glauben.
Vers 44: Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten. Warum? Na, weil sie glauben. Bitte, das müsst ihr jetzt voraussetzen. Vers 45: Und die Gläubigen aus der Beschneidung, das sind die Juden, so viele, die ihrer mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich. Logisch, denn für die bricht eine Welt zusammen. Das darf doch nicht wahr sein. Das sind Leute, die waren womöglich am Anfang mit dabei. Die haben die ersten Jünger erlebt, wie sie auf Kappaduzisch und auf Ägyptisch und auf ich weiß nicht welcher Fremdsprache da auf dem Marktplatz standen und geredet haben. Die haben das live erlebt, die wussten: Das ist das Original. Und jetzt passiert hier genau das Gleiche.
Die gerieten außer sich, dass auch auf die Nationen die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen worden war, denn sie hörten sie in Sprachen, Fremdsprachen reden und Gott erheben. Wow, kannst du dir vorstellen, du stehst da drin, ja, und plötzlich geht das los und du erkennst so ein paar Wortschätze und denkst dir: Boah, das erinnert mich an was, das erinnert mich an das allererste Mal, dann muss das echt sein, das ist das Original, das kann man nicht faken, das ist nicht Glaube zweiter Güte. Sondern das ist das Echte, das ist das Original.
Wow, was bedeutet das, wenn Gott seinen Geist sichtbar, greifbar, erfahrbar, hörbar den Heiden gibt wie auch den Juden? Es bedeutet, dass es nur eine große Familie Gottes gibt. Und es bedeutet, dass sie den Zugang bekommen sollen zu dieser Familie. Wie bekommt man den Zugang zu dieser Familie? Durch Glaube und Taufe. Taufe, das öffentliche Bekenntnis davon, dass Jesus mein Herr ist.
Und das ist das, was Petrus jetzt – er braucht ja immer ein bisschen, das habt ihr gemerkt – aber auch für einen Petrus ist klar: Ja, wenn die den Heiligen Geist haben, dann kann ich jetzt mich nicht hinstellen und sagen: Aber taufen tue ich euch nicht. Ja, es ist schon schlimm genug, dass ihr den Heiligen Geist habt, ja, aber die Taufe kriegt ihr von mir nicht, das geht nicht. Und deswegen endet unser Text dann auch damit, dass in Vers 46, hier Vers 47, dann antwortete Petrus: Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben, wie auch wir? Das ist eine rhetorische Frage. Nein, natürlich nicht. Wenn Gott ein ganzes Ja zu einem Menschen hat und sagt: Ich will in dir wohnen, dann kann ich ja bitteschön mich nicht hinstellen und sagen: Aber das bedeutet mir nichts.
Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen Jesu Christi. Dann baten sie ihn, einige Tage zu bleiben.
So, Frage: Was machen wir mit dem Text? Er ist ja wirklich zu simpel, oder? Ich habe vier Dinge.
Punkt eins: Wir freuen uns. Wir freuen uns, dass Gott Heiden liebt, und zwar bis heute. Das ist erst mal wichtig, dass Gott tatsächlich Heiden liebt. Wir können uns so ein bisschen die Frage stellen, ob wir auch Heiden lieben oder ob wir vielleicht insgeheim froh sind, in den Himmel zu kommen, und der Rest ist uns egal.
Zweiter Punkt: Wir sind begeistert von Gottes Unparteilichkeit, und wir dürfen uns fragen, ob wir ihm darin gleich sind, ob unsere Herzen wirklich so weit sind, dass Gott uns benutzen könnte, jeden Menschen zu erreichen.
Und ich hoffe, dass man das nur kurz macht und mit einem positiven Ergebnis, aber es ist durchaus erlaubt: Wir dürfen uns die Frage stellen, ob wir Frieden mit Gott haben. Damit meine ich Folgendes: In deinem Leben gibt es zwischen dem, was du denkst und behauptest zu sein, und dem, was du wirklich lebst, ist das eine Einheit, oder gibt es da eine Spannung? Nochmal: Ist das, was du denkst zu sein, vielleicht auch behauptest zu sein, und das, was du lebst, passt das wirklich zusammen? Hast du wirklich Frieden mit Gott?
Der Apostel Paulus fragt in 2. Korinther, Kapitel 13, Vers 5: Prüft euch, ob ihr im Glauben seid. Er fragt: Bist du im Glauben? Es ist nicht böse, sich diese Frage zu stellen: Ist mein Glaube echt? Bitte kurz und hoffentlich mit einem positiven Ergebnis, aber wenn du merkst, dass da so eine Spannung ist oder so eine leichte Unsicherheit, wenn du nicht wirklich weißt, ob du Frieden mit Gott hast, dann klär das heute.
Und zum Schluss: Ich glaube, dass dieser Text uns herausfordert und ermutigt, in der kommenden Woche das Evangelium in seiner ganz einfachen Form weiterzusagen. Und wir sollten vielleicht, kannst du das machen, Paul, am Schluss noch dafür beten, dass Gott uns dazu Gelegenheiten gibt. Amen.

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