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Der Konflikt in Nazareth - Teil 3

Jesu Leben und Lehre, Teil 118/697
09.03.2022Lukas 4,27-30
SERIE - Teil 118 / 697Jesu Leben und Lehre

Einführung in den Konflikt um die Messiasoffenbarung

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 118: Der Konflikt in Nazaret, Teil drei.

Der Herr Jesus hatte sich in der Synagoge als Messias offenbart. Nun steht er vor dem Problem, dass die Zuhörer dies nicht so recht annehmen wollen.

In Lukas 4,24 sagt er: „Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet ist in seiner Vaterstadt angenehm.“

Dieses Prinzip gilt bis heute: Dort, wo man zu Hause ist, erhält man selten die Anerkennung, die man verdient.

Doch im Blick auf den Messias ist diese Haltung lebensgefährlich.

Deshalb weist der Herr Jesus seine Nachbarn und Freunde auf Elija hin. Elija versorgte mitten in einer Hungersnot durch ein Wunder eine heidnische Witwe, obwohl es genügend Witwen in Israel gab, die dasselbe Wunder hätten gebrauchen können.

Wir müssen die Lektion dahinter gut verstehen.

Das Prinzip des Glaubens am Beispiel der Witwe aus Sarepta

Die Witwe aus Sarepta zeigt ihren Glauben, indem sie das Risiko eingeht, das Essen für ihren Sohn dem Propheten zu geben. Sie vertraut ganz auf die Verheißung des Elija.

Sie gibt alles, was sie hat, dem Propheten des Herrn. Daraufhin erlebt sie einen Segen im Überfluss: Das Mehl im Topf geht nicht aus, und das Öl im Krug nimmt nicht ab. Dies geschieht nach dem Wort des Herrn, das er durch Elija gesprochen hatte.

Eine gläubige Heidin erhält somit, was ungläubigen Witwen in Israel verwehrt bleibt. Es gibt noch weitere Beispiele, die dieses Prinzip belegen.

Glaube als Voraussetzung für Heilung am Beispiel Naamans

 Lukas 4,27: Da sagte Herr Jesus: „Viele Aussätzige gab es zur Zeit des Propheten Elisa in Israel, und keiner von ihnen wurde gereinigt, außer Naaman, dem Syrer.

Diese Geschichte finden wir in 2. Könige 5. Naaman ist ein syrischer Edelmann, der sich vom Propheten Elisa vom Aussatz heilen lassen will. Er reist also zum Propheten. Doch Elisa kommt nicht einmal aus dem Haus, sondern schickt Naaman einfach mit der Anweisung weg: Geh hin und bade dich siebenmal im Jordan.

Natürlich ist Naaman zuerst empört über dieses Verhalten und den ungewöhnlichen Auftrag. Es dauert eine Weile, bis seine Diener ihn überzeugen, seine Meinung zu ändern und sich tatsächlich siebenmal im Jordan zu baden. Und siehe da, kaum tut er es, wird er gesund.

Die Frage lautet: Warum ändert er seine Meinung? Die Antwort ist: Weil er Aussätziger ist. Für ihn gab es genau zwei Optionen: Entweder er glaubt, was Elisa gesagt hat, oder er zieht weiterhin krank nach Hause zurück. So steht Naaman als Person für das Prinzip des Glaubens.

Um geheilt zu werden, muss er glauben und vertrauen, dass Elisa ihm den richtigen Weg zur Heilung zeigt. Er muss diesen Weg gehen, also sich siebenmal im Jordan untertauchen, um gesund zu werden.

Und wieder lesen wir: Viele Aussätzige waren zur Zeit des Elisa in Israel. Aber keiner von ihnen kommt zu Elisa. Wenn ich in den Genuss der Segnungen des Propheten kommen will, reicht es nicht, Landsmann zu sein oder dieselbe Nationalität zu besitzen. Es braucht mehr – es braucht Glauben.

Die Provokation der Nazarener durch Jesu Worte

Wir können uns gut vorstellen, wie sehr diese beiden Geschichten – die von der armen Witwe und die vom syrischen Edelmann – den Nazarenern gegen den Strich gegangen sein müssen.

Grundsätzlich beschreibt der Herr Jesus hier, wie Gott Heiden segnet und gleichzeitig die Israeliten links liegen lässt. Außerdem gibt es einen Vergleichspunkt: Die Zuhörer befinden sich genau an der Stelle, an der damals die ungläubigen Witwen und Aussätzigen zur Zeit von Elija und Elisa standen.

Wenn sie ehrlich wären, müssten sie zugeben, dass sie keinen Glauben an das haben, was Jesus, der Sohn Josefs, gesagt hat. Doch wer ist schon ehrlich? Es ist viel leichter, zornig zu sein.

Als dann das Beispiel von Naaman genannt wird, ist für die Nazarener das Fass voll. Es war schon schlimm genug, dass Jesus sie als geistlich blind bezeichnet hatte, als hoffnungslos und kraftlos, unter die Sünde und den Teufel versklavt. Aber wenn man ihnen dann auch noch sagt, dass sie dümmer sind als eine phönizische Witwe und ein aussätziger Heide, dann ist das Maß voll.

Die Reaktion der Nazarener und Jesu unerwartetes Entkommen

 Lukas Kapitel 4, Verse 28 bis 30

Alle in der Synagoge wurden von Wut erfüllt, als sie dies hörten. Sie standen auf, stießen Jesus zur Stadt hinaus und führten ihn bis an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, um ihn hinabzustürzen.

Er aber schritt durch ihre Mitte hindurch und ging weg.

Das war wahrscheinlich nicht das, was irgendjemand am Anfang dieses Tages erwartet hätte. Es entstand ein Mob, der Jesus lynchen wollte. Sie wollten ihn umbringen, indem sie ihn einen Abhang hinabstürzen. Möglicherweise wollten sie, falls das nicht ausreichte, ihn anschließend auch noch steinigen.

Dann geschah das Sonderbare: Er schritt durch ihre Mitte hindurch und ging einfach weg. Der Zeitpunkt seines Todes war noch nicht gekommen.

Lukas beschreibt nicht genau, wie sich dieses Weggehen ereignete. Klar wird nur, dass die Einwohner von Nazaret aufgebracht waren und Jesus umbringen wollten. Trotzdem ging er durch ihre Mitte hindurch und verschwand.

War das ein Wunder? Ich denke ja. Denn die Nazarener versuchten nicht noch einmal, Jesus zu töten, obwohl er sich später öfter in Nazareth aufhielt. Seine Zeit zu sterben war noch nicht gekommen.

Leider war die Zeit für die Bekehrung seiner Freunde und Verwandten auch noch nicht da.

Die Bedeutung der Ablehnung Jesu in Nazaret

Frage: Warum setzt Lukas diese Geschichte ganz an den Anfang seines Evangeliums? Es ist das Erste, was Jesus tut – die Predigt in Nazareth – und sofort trifft er auf Ablehnung.

Ich denke, Lukas beginnt mit dieser sehr traurigen Begebenheit, damit Theophilus versteht, was Menschen dazu bringt, den Anspruch Jesu abzulehnen. Bis heute ist es nämlich nicht ein Mangel an Beweisen, sondern die Weigerung, die eigene geistliche Verlorenheit anzuerkennen.

Wer in seinem Herzen schon entschieden hat, dass er nicht glauben will und keine Buße tun will, der kann nicht sehen, dass der Sohn Josefs der Messias ist. Oder mit den Worten von Jesaja und Johannes dem Täufer: Das Heil Gottes sehen nur die, die dem Messias den Weg ins eigene Herz bahnen.

Gottes Angebot und die menschliche Antwort

Die Wahrheit ist häufig nicht schwer zu erkennen, weder im Hinblick auf meine eigene Begrenztheit und Verlorenheit noch im Blick auf das Angebot, das Gott mir durch seinen Gesalbten macht.

Gott will Arme reich machen. Gott will Gefangene befreien und Blinden das Augenlicht geben. Gott will. Es sind die Menschen, die nicht wollen. Sie wollen nicht, weil der Reichtum, die Erlösung und der Durchblick, den Gott uns schenken will, nicht angenommen werden.

Aller Segen Gottes wird sich nur dann in einem Leben materialisieren, wenn ich glaube und mich auf Gottes Angebot einlasse. Die arme Witwe und der reiche Syrer sind beide mit ihren Möglichkeiten am Ende. Damit sind sie ein Bild für jeden Menschen, der lebt – Frauen, Männer, Kinder. Wir können uns nicht retten. Aber Gott kann es, und Gott will es.

Die Frage ist nur, wie ich mit dem umgehe, was Gott mir sagt. Bin ich bereit, mein letztes Bisschen Öl und Mehl einem Fremden zu schenken? Bin ich bereit, meinen Hautausschlag durch siebenmaliges Baden im Jordan zu heilen? Oder höre ich Gottes prophetisches Wort, wundere mich ein wenig über die Worte der Gnade, fange dann aber innerlich an, den Kopf zu schütteln, weil dieser Jesus aus Nazaret, Sohn des Josephs, keinesfalls mich meinen darf, wenn er von Menschen spricht, die dringend Hilfe brauchen?

„Ich brauche keine Hilfe“ oder im Bild gesprochen: „Ich habe noch genug Mehl und Öl, und was den Aussatz angeht, das kriege ich alleine hin.“ Schade, denn solange wir unsere eigene Armut und unser Kranksein nicht anerkennen, bleibt als Alternative nur, dass wir versuchen, das Wort Gottes zum Schweigen zu bringen.

Abschluss und Ausblick

Was könntest du jetzt tun? Du könntest dir die Geschichte von Elisa und Naaman im Zweiten Buch der Könige, Kapitel 5, durchlesen und noch ein wenig darüber nachdenken.

Das war's für heute. Heute Abend, um 19:15 Uhr, findet auf YouTube eine Online-Bibelstunde zum Ersten Johannesbrief statt.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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