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Im Lichte Gottes

10.06.2020
Ein Vortrag von Kim Lotz beim Frauentag des Württembergischen Christusbundes in Weilheim unter Teck im Juli 2019.

Einleitung und Rückblick

zu machen. Ob wir das morgen noch wissen oder nicht, Gott kann das gebrauchen. Der Heilige Geist kann das wieder hervorbringen, wenn Gebrauch ist.
Und wie gesagt, werde ich auch die Bibelstellen zu euch schicken lassen. Ich habe auch das leckere Essen sehr genossen und gute Gespräche. Ich hoffe, es ist auch euch so gegangen.
Und jetzt wollen wir weiter mit dem Thema: „Wie finde ich Frieden in Christus?“ Ich möchte den Vers aus 2. Petrus 1,2 einen Teil davon wieder vorlesen: Gnade und Friede sei euch vermehrt in der Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn.
Und da haben wir heute Vormittag ein bisschen Erkenntnis von Gott bekommen, gesehen aus seinem Wort. Wir haben sein Wesen und seinen Charakter ein bisschen mehr entdeckt oder in Erinnerung gebracht, wie er sich in seinem Wort, der Bibel, offenbart.
Und wenn wir Frieden in Christus finden wollen, müssen wir bei unserem Gottesbild anfangen. Das ist das Wichtigste, was wir haben können. Und Gott ist so gut zu uns, dass er sich in seinem Wort offenbart hat. Wir können jederzeit dort lesen, wie er ist, und ihm jederzeit in seinem Wort begegnen. Das ist wirklich ein Geschenk für uns, finde ich.
Und das, was wir schon von Gott gesehen haben, finde ich mindestens beeindruckend. Wisst ihr noch, wie Gott ist? Lauter! Ich habe allmächtig, souverän gehört, allgegenwärtig, gerecht, allwissend, treu, heilig. Ihr habt das Wichtigste gehört.
Und dazu kommen wir. Ja, bis jetzt haben wir Souveränität, Heiligkeit und Eifer für seine Ehre gesehen. Und was bedeutet es für uns, dass Gott so ist? Es könnte für uns eine schlechte oder eine gute Nachricht sein, wenn es um inneren Frieden geht.
Und damit werden wir uns für die nächste halbe Stunde oder so beschäftigen.

Der Mensch vor Gott

Es geht um die Menschen, besonders um die Frauen, und besonders um uns im Licht Gottes. Ich denke, dass ihr alle mit dem Schöpfungsbericht aus 1. Mose 1 und 2 vertraut seid. Dort lesen wir, dass Gott den Menschen als Mann und Frau nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Den Mann Adam hat er zuerst geschaffen, und aus Adams Seite die Frau. Und er hat die Frau genauso wie den Mann nach seinem Ebenbild geschaffen; da gibt es keinen Unterschied.
Sie sollte aber eine Gehilfin für Adam sein, die ihm entspricht. Dieses Wort Gehilfin heißt auf Hebräisch Eser, und das Wort wird im Alten Testament oft für Gott selbst gebraucht. Im Neuen Testament wird der Heilige Geist von Jesus als Helfer bezeichnet. So sehen wir, dass diese Bezeichnung bei der Frau zwar auch ihre Unterordnung unter den Mann betont, wir diese Unterordnung aber auf keinen Fall als etwas Negatives sehen sollen, als Minderwertigkeit oder Unfähigkeit im Vergleich zum Mann. Das bedeutet dieses Wort überhaupt nicht.
Nach dem Fall bekommt die Frau von Adam den Namen Chawa, auf Deutsch Eva. Das ist ebenfalls ein hebräisches Wort, das so etwas wie „Lebenspenderin“ bedeutet. Und so widerspiegelt die Frau besonders in ihrer Fähigkeit, Kinder zu gebären, aber auch auf viele andere Weisen, ihren Schöpfer, den Gott, von dem alles Leben kommt.
Die Frau und der Mann, das haben wir schon gesehen, hat Gott zu seiner Ehre geschaffen. Und sie sollten in Abhängigkeit von ihm und in Gemeinschaft mit ihm die Erde mit seiner Herrlichkeit füllen. Am Ende von 1. Mose 2 lesen wir: Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht. Das heißt, sie lebten in Frieden mit Gott und in Frieden miteinander.
Aber dieser Frieden wurde plötzlich in Krieg verwandelt, als die Sünde in die Welt kam. Gott hatte Adam und damit auch Eva geboten, nicht von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu essen. Er hatte gesagt: An dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben. Der Bericht vom Sündenfall in 1. Mose 3 ist ein Kriegsbericht.
Krieg entsteht, wenn zwei Parteien denselben Grund beherrschen wollen. Und Gott war der Schöpfer und der berechtigte Herrscher über den Menschen. Aber als Adam und Eva über sich selbst herrschen wollten und gegen Gottes Gebot verstießen, begann ein Krieg. Und dieser Krieg zerstört den Frieden bis heute.

Gottes Eigenschaften als Herausforderung

In dieser Situation können wir, denke ich, verstehen, dass alles, was wir schon über Gott gelernt haben, für uns eine schlechte Nachricht ist. Gott ist souverän, allmächtig, allwissend und allgegenwärtig. Wir sind durch den Sündenfall seine Feinde geworden. Gegen diesen mächtigen Herrscher können wir den Krieg nicht gewinnen; er ist stärker als wir. Er weiß alles, und er ist überall.
Dazu kommt, dass Gott heilig ist. In ihm ist keine Sünde. Er ist gerecht, treu, und er verändert sich nie. Wir sind Sünder, die in seiner heiligen Gegenwart nicht bestehen können. Sein Urteil über uns wegen unseres Ungehorsams ist das Todesurteil. Er wird in seiner Treue bei seinem Urteil stehen, und er wird seine Meinung nie ändern.
Schließlich ist Gott höchst motiviert von seinem Eifer für seine Ehre. Und nun wollen wir sündige Menschen Gott seiner Ehre berauben. Hochmut, Selbstsucht und Egoismus sind nicht nur Merkmale der Menschen, und das sieht man vielleicht noch mehr bei den Frauen heutzutage; diese Eigenschaften werden von unserer Kultur gelobt und gefördert.
Was hält Gott davon ab, sein Todesurteil einfach durchzuführen?
Ihr habt vielleicht schon gemerkt: Es ist schon gesagt worden, dass ein sehr wichtiger Bestandteil von Gottes Wesen im ersten Vortrag gefehlt hat.

Die Liebe Gottes und der Weg des Evangeliums

Gott ist nicht nur souverän, heilig und voll Eifer für seine Ehre. In 1. Johannes 4,8 steht: Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe. Ja, ein sehr bekannter Vers, der auch von Ungläubigen oft zitiert wird.
Gott ist Liebe. Wegen seiner Liebe, womit er die Welt geliebt hat, hat Gott schon beim Sündenfall einen Erlöser verkündigt. So sagt er zu der Schlange in 1. Mose 3,15: Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
Zur richtigen Zeit, so wird hier gesagt, würde ein Mensch, und das heißt Evas Same, kommen und die Kraft Satans, das heißt die Kraft der Schlange, zerstören. In Johannes 3,16 sehen wir, wer dieser Mensch, dieser Erlöser, ist. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Gottes Liebe für Sünder, auch für dich, hat er durch den Tod seines Sohnes Jesu Christi am Kreuz bewiesen. Da sehen wir ganz groß die Liebe Gottes geschrieben. Und wer in Christus ist, wer an sein Opfer für die Sünde glaubt, sein Leben ihm anvertraut hat und sich seiner Herrschaft untergeordnet hat, für den ist der Krieg vorbei. Gott allein herrscht im Leben seiner Erlösten.
Die erlöste Frau, und ich hoffe, dass du es bist, ist nicht mehr Gottes Feind, sondern Gottes geliebtes Kind. Gott ist nicht mehr ihr Gegner, sondern ihr liebender Vater. In Christus hat sie Frieden mit Gott.
In Epheser 2 schreibt Paulus: Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seines großen Liebewillens, mit dem er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr errettet.
Dieser Vers sagt uns etwas über Gottes Liebe. Sie zeigt sich durch seine Barmherzigkeit. Gott sieht unser Elend und hat Mitleid mit uns. Als tote Sünder hätten wir keine Chance, aus diesem Elend allein zu entkommen. Es war auch nichts an uns, weder in unserem Wesen noch in unseren Taten, das Gottesliebe hervorgerufen hätte. Wir sind aus Gnade errettet.
Ich weiß, das ist etwas, was wir alle wissen. Aber denken wir daran und schöpfen wir daraus den Frieden, der darin steht. Ich denke, manchmal verstehen wir nicht, wie groß die Liebe Gottes ist, weil wir auch nicht verstehen, wie abscheulich wir sind in seinen Augen als heiliger Gott.

Gottes Liebe im Kontrast zur menschlichen Liebe

Ich habe vor ein paar Jahren eine Geschichte gelesen, die mir geholfen hat, dies zu verstehen und zu begreifen, dass Gottes Liebe ganz anders ist als die menschliche Liebe. Ich möchte euch diese Geschichte vorlesen. Sie steht in dem Buch Liebe, die nicht scheitert von Wolfgang Wegert.
Ich lese einfach vor, dass unsere Zuneigung immer von außen bewirkt wird, habe ich durch ein kleines Alltagserlebnis ziemlich gut vor Augen geführt bekommen. Vor einiger Zeit lief uns ein kleines Kätzchen zu. Es richtete sich an unserer Terrassentürscheibe auf und tönte herzergreifend sein Miau in unsere Küche hinein. Es hatte großen Hunger. Wir riefen auch unsere Enkelkinder, alle waren fasziniert von diesem entzückenden Wesen. Wir gaben dem Tier Nahrung, und bis heute wohnt es bei uns.
Einmal kam mir der Gedanke, ob wir uns auch so freundlich verhalten hätten, wenn die zugelaufene Kreatur nicht ein Kätzchen, sondern eine Ratte gewesen wäre. Bei diesem Gedanken wollte ein Ekel in mir aufsteigen. Da erkannte ich das Wesen meiner menschlichen Liebe. Sie kam nämlich nicht ursächlich aus mir selbst, sondern die Liebe zu dem Tier war durch seinen bezaubernden Reiz in mir geweckt worden. Der Grund für meine Zuneigung lag nicht in mir, sondern in der Katze. Und weil eine Ratte diesen Liebreiz nicht hat, liefert sie mir auch keinen Grund, sie zu lieben und sie bei uns wohnen zu lassen.
Und wenn wir verstehen, dass wir Ratten sind, dann können wir wirklich verstehen, wie groß Gottes Liebe ist. Seine Liebe kommt aus ihm selbst und wird nicht von uns irgendwie erweckt. Ja, die Liebe Gottes, aus der seine Barmherzigkeit und Gnade entspringen, ist ganz anders als unsere Liebe. Und diese Wahrheit ist sehr wichtig für unseren Frieden in Christus. Denn was bedeutet sie für uns? Sie bedeutet, dass wir Gottes Liebe nicht nur nicht verdienen können, sondern sie auch nicht verlieren können. Weil Gott treu ist und weil er sich nicht ändert, bleibt seine Liebe zu seinen Kindern fest.
Ja, Gottes Souveränität, seine Heiligkeit und sein Eifer für seine Ehre wären nur angsterzeugend für uns sündige Menschen, wenn er nicht auch Liebe wäre. Dies müssen wir wissen und verstehen, um Frieden in Christus zu finden.

Das Evangelium für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Und dann mache ich weiter mit etwas, was ihr alle schon wisst, was ihr alle schon gut kennt, was wir aber immer wieder vor Augen halten müssen, um Frieden in Christus zu finden.
Es gibt eine gute Nachricht. Das hörte sich alles ziemlich schlecht an, aber ein volles und richtiges Verständnis des Evangeliums ist entscheidend für unseren Frieden in Christus. Manchmal kennen wir das Evangelium nur oberflächlich, oder wir denken nicht mehr daran. Wir nehmen es als selbstverständlich.
In dem Nachfolgerkreis, den ich bei uns in der Gemeinde leite, haben wir uns dieses Jahr mit dem Brief des Paulus an die Kolosser beschäftigt. Und wenn du das Evangelium besser verstehen möchtest oder es dir immer wieder vor Augen halten willst, dann kann ich diesen Brief nur empfehlen.
Paulus hat diesen Brief geschrieben, weil er gehört hatte, dass die Christen in Kolosse von dem Einfluss irgendwelcher falscher Lehre bedroht wurden. Und wenn wir vom falschen Evangelium durch falsche Lehre weggeleitet werden, können wir den Frieden in Christus nicht finden.
Denken wir zurück an die Definition von Frieden, die wir ganz am Anfang gelesen haben. Ich weiß, diese Definition ist lang, und ich schicke sie euch auch. Innerer Frieden bezieht sich auf einen Zustand des geistigen und seelischen Friedens mit genügend Wissen und Verständnis, um sich angesichts von Druck oder Stress starkzuhalten.
Auch wenn dies eine weltliche Definition ist, beschreibt sie auch den Frieden, den wir in Christus finden wollen. Wir brauchen Wissen und Verständnis, erstens von Gott, zweitens von uns selbst und drittens vom Evangelium, das uns Kraft gibt, in allen Umständen des Lebens starkzuhalten.
Da stelle ich die Frage: Was genau ist das Evangelium? Paulus beschreibt im Kolosserbrief, wie das Evangelium unser ganzes Leben prägt: die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Wie sieht das aus? Das wollen wir jetzt sehen.

Die Vergangenheit unter dem Kreuz

Das Evangelium hat mit der Vergangenheit zu tun. Gott hat die Welt samt den Menschen geschaffen, auch dich und mich. Durch die Sünde wurde der Mensch, auch du und ich, von Gott getrennt. Wir waren, wie Paulus in Kolosser 1,21 schreibt, entfremdet und feindlich gesinnt in den bösen Werken. In Epheser 2,1-3 schreibt Paulus, dass wir tot waren durch Übertretungen und Sünden und von Natur Kinder des Zorns. Und wenn du noch nicht in Christus bist, dann beschreibt dies auch heute deinen Zustand.
Und wenn das so ist, und vielleicht ist es so, möchte ich dich ermutigen, dein Leben schon heute Jesus zu übergeben. Aber für alle, die in Christus sind, und das sind vielleicht wir alle, hat sich das geändert. Wir sind nicht mehr in diesem Zustand des Krieges.
In Kolosser 2,13-14 lesen wir: Er hat auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, mit ihm lebendig gemacht, indem er uns alle Übertretungen vergab. Und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete.
Das ist ein Bild. Ich weiß nicht, ob ihr das folgen könnt, aber es steht sozusagen vor Gott schriftlich: alle deine Sünden. Alles, was du getan hast, alles, was du gedacht hast, was gegen Gott ist, das steht dort. Und du wirst damit vor Gott beschuldigt, wie in einem Gericht.
Aber was hat Gott getan? Er hat dieses schriftliche Ding mit Jesus Christus ans Kreuz festgenagelt, geheftet, weggenommen, ausgelöscht, alles vergeben. Das finde ich so toll, ich hoffe, es geht euch auch so. Da habe ich meinen Platz verloren.
Ja, als Jesus am Kreuz starb, hat er die Sünden von allen, die ihn annehmen, ausgetilgt. Die Auferstehung von Jesus Christus ist der Beweis dafür, dass sein Opfer vom Vater angenommen wurde. Das hat gereicht.
Als du Jesus Christus als deinen Retter angenommen hast, ist dies alles in der Vergangenheit geschehen. Dir wurden deine Sünden vergeben, alle deine Sünden. Die gegen dich gerichtete Schuldschrift hat Gott ausgelöscht und ans Kreuz geheftet.
Nimm dir ein paar Sekunden und denke darüber nach. Ist das eine Erleichterung? Diese Wahrheit über die Vergangenheit, über deine Vergangenheit, soll immer ein Gefühl des Friedens in Christus erwecken. Und ich denke, dafür lässt Gott so etwas auch in seinem Wort schreiben, damit wir es immer wieder lesen können, sehen können und diesen Frieden bekommen können.

Die Gegenwart in Christus

Und manchmal denken wir, dass das Evangelium hier aufhört. Wir kennen die Ereignisse des Evangeliums, wie Paulus sie in seinem ersten Brief an die Korinther erzählt. Dort schreibt er: Denn ich habe euch zuallererst das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften, und dass er begraben worden ist und dass er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften.
Damit hört das Evangelium aber nicht auf. Das, was schon passiert ist, auch deine Bekehrung, wenn du Christ bist, hat Auswirkungen für die Gegenwart.
Als Gott mich gerettet hat und mir alle meine Sünden vergeben hat, waren auch sexuelle Sünden dabei. Mein Lieblingsvers, mein Lebensvers, ist zum Teil deswegen 2. Korinther 5,17: Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden.
Eine Christin ist als neue Schöpfung in Christus rein. Nicht nur sexuell rein, sondern alle Sünden der Vergangenheit sind gelöscht worden.
Und jedes Mal, wenn wir als Christinnen sündigen, sagt uns 1. Johannes 1,9: Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.
Schon wieder ist Gottes Treue eine gute Nachricht für uns, und seine Gerechtigkeit auch. Da Jesus Christus für unsere Sünden bezahlt hat, kommen wir nicht mehr ins Gericht. Es ist alles auf ihn gelegt worden. Und weil Gott so ist, treu und gerecht, vergibt er uns immer wieder unsere Sünden, wenn wir sie bekennen. Und er reinigt uns immer wieder von aller Ungerechtigkeit. Auch diese Wahrheit bringt uns Frieden, wenn wir immer wieder an sie denken.
Als neue Schöpfungen leben wir auch unter einer neuen Herrschaft. Paulus sagt es so: Gott hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe. Das steht in Kolosser 1,13.
Nicht mehr herrschen über uns Satan, Sünde und Tod, sondern Jesus Christus ist unser Herr. Er hat das Sagen über unser Leben, über alles, was mit uns geschieht.
Und Römer 8,28 macht das klar. Vielleicht kennt ihr diesen Vers auswendig: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.
Nichts kann uns passieren, das nicht gut für uns ist. Dass Gott souverän ist, dass er allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist, kann nur eine gute Nachricht für uns Christen sein. Weil er so ist, können wir unseren Umständen mit Frieden in Christus begegnen. Es kommt alles aus seiner Hand.
Das Evangelium sagt uns auch, dass wir in Christus Zutritt zu Gott haben, zu dem Schöpfer und Herrscher des Universums. In Hebräer 10,20 steht, dass wir nun kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, das heißt in Gottes Gegenwart. Und in Hebräer 4 ermutigt uns der Autor: So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.
Was könnte mehr Frieden anbieten als dieser Zutritt zu Gott, bei dem wir Barmherzigkeit, Gnade und rechtzeitige Hilfe bekommen?
Aber unsere Gegenwart ist doch noch schöner, denn das Evangelium sagt uns auch, dass wir nun Kinder Gottes sind. Es stimmt, dass alle Menschen, jeder einzelne, nach Gottes Ebenbild geschaffen wird. Deswegen liebt Gott alle Menschen, doch nicht alle gleich. Denn genau wie wir hat er eine besondere Liebe für seine Kinder, und das sind wir, wie Johannes in seinem ersten Brief schreibt: Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen. Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes.
Und Johannes hatte schon in seinem Evangelium geschrieben, dass Gott allen, die Jesus aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an Jesu Namen glauben.
Frieden in Christus bedeutet ganz genau zu wissen, dass wir Gottes geliebte Kinder sind. Jesus selbst sagt in seinem Gebet in Johannes 17,23, dass die Welt erkennen soll, dass Gott Jesus gesandt hat und dass er die Jünger Jesu, und das sind wir, liebt, gleich wie er Jesus, seinen eingeborenen Sohn, liebt.
Ich lese das wieder, das Ende: Gott hat Jesus gesandt, und Gott liebt die Jünger Jesu gleich wie er Jesus, seinen eingeborenen Sohn, liebt. Gottes Liebe zu uns ist genau dieselbe Liebe, in derselben Maß, wie seine Liebe zu seinem Sohn Jesus Christus. So ist die Liebe Gottes für uns.
Eine letzte Wahrheit, die uns das Evangelium über unsere Gegenwart sagt, ist, dass Jesus Christus durch den Heiligen Geist in uns wohnt. Gott wohnt in dir, wenn du Christ bist. In Kolosser 1,27 beschreibt das Paulus so: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.
Er vertieft diesen Gedanken in Kolosser 2, wo er schreibt, in Jesus Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Und ihr seid zur Fülle gebracht in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist. Ja, in Jesus Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid zur Fülle gebracht in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist.
In uns, in dir, wenn du Christ bist, wohnt eine unvorstellbare Kraft, die Kraft des Heiligen Geistes. Jesus hat ihn vor seiner Kreuzigung verheißen und ihn als Beistand und Helfer bezeichnet. Wir haben jederzeit in allen Umständen Zugang zu seiner Kraft, zu seiner Hilfe. Diese Gewissheit soll uns auch inneren Frieden schenken.
Dazu wissen wir aus Galater 5,22, dass der Frieden eine Frucht des Geistes ist. Diese Frucht wächst in jedem Christen, wie auch Liebe, Freude und die anderen Früchte des Geistes.
Es gibt viel mehr zu sagen, was das Evangelium für unser Leben hier und jetzt bedeutet, aber ich möchte jetzt mit euch an die Zukunft denken. Denn meistens fehlt uns der Frieden, auch der Frieden in Christus, weil wir uns Sorgen um die Zukunft machen. Wie hilft uns das Evangelium hier, Frieden in Christus zu finden? Was wissen wir über die Zukunft?
Als allererstes wissen wir, dass wir in der Ewigkeit, in der Gegenwart von Gott und von Jesus Christus, sein werden. Jesu Opfer am Kreuz hat Gottes Sohn gegen uns als Sünder gestillt. Wir kommen nicht mehr ins Gericht. Wie Johannes 3,16 uns sagt, hat Gott seinen Sohn gegeben, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Dieses ewige Leben wird mit Liebe und viel Zeit vorbereitet. Jesus sagt seinen Jüngern, deren Herzen erschreckt waren, sie hatten ihren Frieden verloren, weil Jesus gehen wollte: Da sagt Jesus, im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn nicht, so hätte ich euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.
Ja, so schenkt Jesus seinen Jüngern wieder Frieden, indem er ihnen sagt: Ich gehe, ich bereite einen Platz für euch vor, und ich komme und hole euch, und dann seid ihr bei mir. Und das stimmt auch für uns.
Und wer diese Wahrheit begriffen hat und festhält, das ist auch wichtig, dass wir solche Wahrheiten festhalten, der wird auch Frieden in Christus für die Zukunft finden.
Es erwartet uns aber noch mehr, viel mehr. Petrus spricht von einer lebendigen Hoffnung, die wir durch die Auferstehung Jesu haben. Diese Hoffnung bringt mit sich ein unvergängliches und unbeflecktes und unverwelkliches Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben. Das steht in 1. Petrus 1,3-4.
Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen. Dieses Erbe wird nicht irgendwie verderben oder verloren gehen, Gottes Kraft bewahrt es auf. Und wie wir gesehen haben, Gott ist allmächtig, seine Kraft reicht. Und wir werden dieses Erbe auch nicht irgendwie nicht erreichen, denn derselbe allmächtige Gott bewahrt auch uns.
In Epheser schreibt Paulus von einem unglaublichen Grund, warum Gott uns auserwählt und gerettet hat, und zwar, damit er in den kommenden Weltzeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus. Ist das nicht überwältigend? Ich finde das überwältigend.
Und ich lese das noch mal vor, diesmal ab Epheser 2,4: Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr errettet. Und er hat uns mit auferweckt und mitversetzt in die himmlischen Regionen in Christus Jesus, damit er in den kommenden Weltzeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus.
Das ist die herrliche Zukunft, die auf uns wartet und die uns das Evangelium verspricht.
Aber vielleicht bist du wie ich und du findest in Christus keinen Frieden, weil du dir deiner Sünde nur zu bewusst bist. Du versuchst, besser zu werden, aber jeden Tag siehst du, wie du versagt hast.
Und ich finde, das Beste, was die Bibel uns über die Zukunft sagt, ist: Wir werden eines Tages genauso sündlos sein wie Jesus Christus selbst. In diesem Leben nicht, aber in der Ewigkeit schon. Und diese erfreuliche Wahrheit finden wir mehrmals in der Bibel.
In Römer 8,29 schreibt Paulus, dass die, die Gott zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Gott wird das in uns machen.
An die Kolosser schreibt Paulus: Wenn der Christus, unser Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. Das steht in Kolosser 3,4.
Und Johannes schreibt: Noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
Im letzten Vortrag werden wir mehr darüber erfahren, wie diese Christusähnlichkeit schon jetzt geschehen kann, nicht ganz, sondern nach und nach. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass irgendwann, wenn Jesus wiederkommt, unser Kampf gegen die Sünde vorbei sein wird.
So sehen wir, dass das Evangelium eine gute Nachricht ist, sowohl für unsere sündhafte Vergangenheit, getrennt von Gott, als auch für unsere Gegenwart inmitten dieser gefallenen Welt und für unsere Zukunft mit Gott in der Ewigkeit.

Zusammenfassung und Schluss

Ich hoffe, dass ihr aus diesen zwei Vorträgen sehen konntet, dass wir, um Frieden in Christus zu finden, über verschiedene Themen, wie in der Definition steht, genügend Wissen und Verständnis brauchen.
Das bedeutet erstens, dass wir Gottes Wesen verstehen müssen: dass er souverän, allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist; dass er heilig ist, ohne Sünde, gerecht und treu; und dass er sich nicht verändert und alles aus Eifer für seine Ehre tut. Das ist das Erste, was wir verstehen und erkennen müssen.
Zweitens müssen wir verstehen, wer wir sind. Dass wir nach Gottes Ebenbild geschaffen sind und was das für uns als Frauen bedeutet, darauf bin ich nicht im Detail eingegangen; das wäre noch einen Frauentag wert. Aber wir müssen auch verstehen, dass wir Sünder sind, von Natur aus Gottes Feinde, und dass wir seinen gerechten Zorn verdient haben. Dazu müssen wir immer daran denken, dass Gott Liebe ist, voll Barmherzigkeit und Gnade, und dass seine Liebe nicht ihren Ursprung in uns hat, sondern in Gott selbst.
Und drittens müssen wir das Evangelium richtig verstehen und was es für unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft bedeutet. Und das, wie ich schon gesagt habe, müssen wir uns immer wieder vor Augen halten. Wir sind wie Siebe: Es kommt rein und fließt raus. Sonntagvormittag hören wir etwas Schönes, und am Sonntagnachmittag ist es schon wieder ausgeflossen, weil Streit ins Haus kommt oder weil es zu viel zu tun gibt. Deshalb müssen wir es uns immer wieder vor Augen halten. Und dass Gott uns das schriftlich gegeben hat, ist wirklich ein Schatz, den wir unterschätzen.
So habe ich, hoffe ich, mit diesen ersten zwei Vorträgen die Grundlage gelegt, die wir brauchen, um Frieden in Christus zu finden. Ohne diese Grundlage des Wissens und Verständnisses suchen wir diesen Frieden umsonst. Wir brauchen diese Grundlage; ohne sie nützt es nichts, etwas anderes zu tun. Aber auch diese Grundlage müssen wir noch aufbauen, und das wird unser Thema nach der Kaffeepause sein.
Lass mich beten.
Herr, wir können dir nur danken, dass du Liebe bist und dass du deine Liebe gezeigt hast, indem Jesus Christus für unsere Sünden ans Kreuz gegangen ist. Danke, dass wir das alles vor Augen halten können, weil du uns das in deinem Wort schriftlich gegeben hast. Danke für das, was das für unsere Vergangenheit bedeutet: dass unsere Sünden vergeben sind. Und danke für unsere Gegenwart: dass wir Zutritt zu dir als unserem Vater haben. Und danke für die Zukunft, die du für uns vorbereitet hast, in der du uns deine Gnade und deine Güte immer weiter zeigen willst, in Ewigkeit. Wir danken dir dafür, Herr. Amen.