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Kleine Leute ganz groß - aus 250 Jahren Missionsgeschichte

03.02.1999
Mission beginnt dort, wo du nicht auf Sicherheit setzt, sondern auf Ruf und Hingabe. Kleine Leute können Großes bewegen – und gerade im Scheitern wirkt Gott oft weiter.

Einleitende Rückfragen und der Blick auf die Aufgabe der Vereinigung

Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wir dürfen Prälat Schäffbuch vorher noch ein paar Fragen stellen. Sie waren bis jetzt Vorsitzender der Ludwig-Hofacker-Vereinigung. Wie viele Jahre waren Sie dort in der Leitung?
Ganz schwierig zu sagen, weil ich an der Seite von Fritz Grünzweig durch all die Jahre seit 1970 eigentlich mit ihm zusammenarbeiten durfte. Offiziell bin ich Vorsitzender seit 1981 und werde es noch zwei Tage sein.
Also fast ein historisches Ereignis, dass wir Sie dabei noch erleben. Was war in diesen langen Jahren Ihr Anliegen für die Ludwig-Hofacker-Vereinigung?
Die Ludwig-Hofacker-Vereinigung wurde 1951 gegründet, als wir sahen, dass in der Kirche sehr viel falsch läuft. Daher hat Direktor Beck von Kalf aus allen Gemeinschaftsverbänden Leute zusammengerufen und gesagt: Dann müssen wir umso mehr in der Kirche die klare Botschaft vom Erlöser sagen. Und für größere Veranstaltungen, für Abendbibelschulreihen in Regionen, lasst uns da zusammenrücken, ähnlich wie es die Evangelische Allianz sonst macht mit den Freikirchen.
Daraus ist die Ludwig-Hofacker-Vereinigung mit unseren Hofacker-Konferenzen geworden. Wir wollten nicht das tun, was die Gemeinschaftsverbände selbst tun. Wir wollten keine Konkurrenz machen, aber es war eine Plattform des Zusammenschaffens in den letzten 30, 40 Jahren, über die wir bloß dankbar sein können. Nun wünschen wir uns, dass es so weitergeht.
So kurz vor der Jahrtausendwende schaut alles in die Zukunft. Was bewegt Sie dazu, heute Abend mit uns den Blick in die Vergangenheit zu werfen?
Die Geschichte ist dazu da, dass man nicht alle Dummheiten noch einmal macht. Und dass man auch dankbar wird, dass manche Entscheidungen schon einmal getroffen wurden, auf die man aufbauen kann. Wir müssen das Rad nicht noch einmal neu erfinden, sondern was etwa Graf Zinzendorf für die Missionsmitarbeiter gesagt hat, das ist so aktuell gültig, wie wenn es heute geschrieben wäre.
Deshalb aber vor allem die wichtigste Frage ist unser treuer Herr Jesus, in dessen Namen keine Arbeit umsonst ist. Er lässt uns oft gar nicht so direkt sehen, dass es nicht umsonst war. Er wartet eine Zeit zu.
Der Missionar Krapff, der in Korntal beerdigt ist, hat gedacht: Ich habe umsonst gearbeitet. Fünf Jahrzehnte in Afrika, seine Frau gestorben, Kind gestorben, er konnte nicht einen einzigen Afrikaner taufen. Und heute ist die große Erweckungsbewegung in Ostafrika, und sie sagt: Ludwig Krapff hat es begonnen.
Über den Scherben unseres Tuns schafft unser Herr Neues. Und deshalb müssen wir für das, was er in den nächsten 150 Jahren tun wird und erhellen wird, nicht sorgen, sondern sehen auf die Vergangenheit, wie unser Gott aus schwachen kleinen Leuten Großes machen kann.
Vielen Dank, jetzt will ich Sie nicht mehr davon abhalten, Ihren Vortrag zu halten.
Herr Jesus, wir danken dir, dass du so viel gewirkt hast und deine Christenheit aufgeweckt hast aus der Verschlafenheit. Gib, dass wir uns auch mitnehmen lassen dorthin, wo du wirkst. Amen.

Erfahrungen aus Curitiba und der Blick auf die Ganzheit der Mission

Vor 14 Tagen durfte ich noch in Curitiba sein. Ich hatte gehofft, ich würde strahlend braun erscheinen, denn Südamerika ist jetzt Hochsommer. Conrad Eisler hat gesagt: Nimm nichts Warmes mit, du gehst kaputt vor Hitze.
Und jetzt war Tropenregen 14 Tage lang, als ich bei der Feldkonferenz der deutschen Indianer-Pioniermission in Curitiba war. Man bekam fast Grippe bei dem Wetter. Und trotzdem wurde es mir nicht langweilig, weil das Zusammensein mit den Missionsfamilien, mit den Missionarinnen und Missionaren höchst eindrücklich war. Was die auf vorgeschobenstem Posten machen im Amazonasgebiet, wo sie bloß noch auf einsamen Lehmpisten mit ihren Jeeps vorfahren können oder von Wycliffe-Flugzeugen abgesetzt werden bei einsamen Indianerstämmen, das ist sehr bewegend.
Oft ist es so, dass sie nicht viel Erfolg sehen. Zuerst müssen sie die Sprachen erforschen und das Vertrauen gewinnen. Bei diesen Ärmsten der Armen hat mich das zutiefst bewegt. Und gerade von der Eidlinger Schwesternschaft, was Schwester Anne Rose tut, als Missionarin, aber zugleich als Landbauexpertin im Umgang mit Tieren und mit Saatgut, ist sehr eindrücklich.
Die Mission war von Anfang an nicht so, wie heute oft behauptet wird: Die hauen den Eingeborenen das Evangelium um die Ohren. Nein, nein, sondern man sieht die Not des ganzen Menschen, seine Gesundheit, seine fehlenden Bildungsmöglichkeiten, aber auch das Versklavtsein an Medizin, an die dämonischen Mächte. Und man versucht, Menschen herauszuholen aus diesen Ängsten und Bindungen, auch herauszuholen aus einer primitiven Stufe, bevor die Zivilisation kommt.
Furchtbar war es, dass die Transamazonika durch das Land gebaut wurde und eine ganze Generation von Menschen ausgelöscht hat durch die Krankheiten, die die Arbeiter mitgebracht haben. Die Eingeborenen hatten keine Immunkräfte gegen die simpelste Grippe, gegen Diphtherie, und so wurde eine ganze Generation ausgelöscht. In dieser Welt die Botschaft von der Liebe Gottes weiterzugeben, ist hoch eindrücklich. Und herzlichen Dank, dass sie Schwester Anne Rose für diese Aufgabe zur Verfügung gestellt haben.
Kleine Leute, ganz groß. Schwester Anne Rose ist nicht klein, aber sie macht keine Schlagzeilen. Die großen Leute dieser Welt machen Schlagzeilen. Und die Leute, die Schlagzeilen machen, die waren von jeher in den letzten 250 Jahren gegen Mission. Lasst doch den Leuten ihren Glauben, auch wenn sie eine primitive Religion haben.
Schon zu Lessings Zeiten, vor über 250 Jahren, hat man gesagt: Der primitive Mensch ist der edle Mensch, der unverbildete Mensch. Haben Sie schon mal Robinson Crusoe gelesen, von Daniel Defoe? Es ist nicht bloß ein Kinderbuch. Da wird gezeigt, wie dieser Eingeborene, Freitag, so wurde er von Robinson genannt, erscheint. Das ist der Idealmensch, der hilfreiche Mensch, der bildungsfähige Mensch.
Zugleich hat Graf Ludwig von Zinzendorf, einer der großen Missionspioniere, gesagt: Lasst euch nicht draus bringen, auch die Indianer saufen wie die Löcher. Das mit dem idealen Menschen stimmt doch gar nicht, der hat die gleichen Gefährdungen wie wir auch.
Die anderen haben gesagt, die Religionen, all die Weltreligionen, die haben ja alle bloß einen Splitter, wenn es hochkommt, einen Splitter von Wahrheit. Wer sind wir Christen, dass wir meinen, die Wahrheit gepachtet zu haben? Helft doch den Hindus, dass sie bessere Hindus werden, den Buddhisten, dass sie bessere Buddhisten werden. So sagt es etwa heute noch Frau Dorothee Sölle, falls sie den Namen kennen. In zehn Jahren wird niemand mehr davon sprechen. Aber die macht Schlagzeilen. Die hat die Parole hineingegeben: In unsere Welt einen Juden zu missionieren, ist eine Schweinerei. Und das wird in der Zeitung nachgedruckt. Die machen Schlagzeilen.
Ich habe vorhin den Namen von Gotthold Ephraim Lessing, diesem großen Philosophen der Aufklärung, genannt. Vor etwa 250 Jahren hat er gelebt und das Theaterstück Nathan der Weise geschrieben. Wenn Sie Gelegenheit haben, gehen Sie mal hinein. Da ist nämlich deutlich gemacht: Weder Judentum noch Islam noch Christentum hat die Wahrheit. Aber lasst uns doch alle uns in der Nächstenliebe betätigen. Es geht doch gar nicht um Religion.
Da ist ein Abschnitt in diesem Theaterstück Nathan der Weise, über eine Christin wird da gesprochen: Ach, die arme Frau ist eine Christin, die arme Frau ist eine von den Schwärmerinnen, die da wähnen, den einzig wahren Weg zu Gott zu wissen und andere, die diesen Weg verfehlen, auf den richtigen Weg zu führen durch die Schwärmerei. Die arme Frau, die meint, sie hätte die Wahrheit. Unser ganzes Abendland hat begeistert diese Theorie bis heute festgehalten.
Sogar das dänische Missionskonsistorium, das königlich dänische Missionskonsistorium, hat Anfang 1700 ein Gutachten geliefert. Ich weiß gar nicht, warum die Missionskollegium geheißen haben, wie unsinnig es sei, Heiden zu missionieren. Die stünden doch den Affen näher als den Menschen. Um 1700.
Und als William Carey, der englische Flickschuster, auf eigene Faust nach Indien ging, kleine Leute, ganz groß, da hat er zuvor eine Schrift geschrieben für England, für die englische Öffentlichkeit, für die anglikanische Kirche und für die Methodisten, für die Baptisten: von der Pflicht der Christenheit, zu den Heidenvölkern den Namen Jesu zu tragen. Die ganze gelehrte Welt Englands, die hochachtbaren Bischöfe der Anglican Church, haben sich den Bauch gehalten vor Lachen, dass ein kleiner Flickschuster ihnen sagen will, was wichtig ist, was dran ist. Kleine Leute, die keine Schlagzeilen machen.
Aber auch große Leute können sich irren, selbst Martin Luther, der Reformator. Er war überzeugt, Jesus hat zu den Aposteln gesagt: Geht hin in alle Welt, und die sind offenbar auch hingegangen, die waren durch sicheren Befehl Jesu gehorsam. Und wenn jetzt die Völker in Asien und Afrika nicht an Jesus glauben, sind sie selber schuld. Er war nicht davon überzeugt, dass Mission nötig ist.
Kein Kirchenfürst, kein Bischof, kein evangelischer Landesherr hat die Aufgabe der Mission begriffen, anders als die Katholiken. Die katholische Kirche hat durch all die Jahrhunderte hindurch missioniert. Franz Xaver bis nach Japan. Und dann kam er zurück nach Paris durch die Studentenquartiere und hat gesagt: Am liebsten würde ich rufen, gebt doch eure kleinen Ambitionen auf, da soll mal was Gelehrtes, Großes werden, und geht hinaus, den Namen Jesu bekannt zu machen, denn einen größeren Herrn gibt es nicht. Der katholische Missionar Franz Xaver.
Wir wüssten wahrscheinlich heute kein Vaterunser, keine zehn Gebote, keine Seligpreisungen, wenn nicht um 700 nach Christus sich aus der sturmumtosten kleinen Insel westlich von England die sogenannten iroschottischen Mönche aufgemacht hätten und dann zuerst nach England übergesetzt. Und dann über den Kanal nach Europa. Da haben unsere Vorfahren wahrscheinlich noch auf den Bäumen gelebt, die Germanen.
Und dann ist der Gallus, weshalb heißt es Sankt Gallen, der Pirmin bis auf die Reichenau oder Kilian, dessen Spuren in Würzburg und Heilbronn zu sehen sind, mit einfachsten sackartigen Gewändern durch die Lande gezogen, zu Tode geschlagen, oft von der Bevölkerung. Wie viele Mörder gab es nur? Nur um den Namen Jesu bekannt zu machen, getrieben von dem Befehl: Macht mich bekannt unter den Völkern. Wir verdanken jenen ersten Missionaren, dass überhaupt Europa vom Christentum erfasst wurde. Bonifatius.
Ich gehe gerne nach Kalifornien, so wie unser Bruder Schäfer zu einer Zeit, wo wir sagen: Die Europäer, die Spanier und die Portugiesen kamen und haben die Indianer unterjocht und ausgebeutet. Da kamen auch einzelne Missionare. Wenn Sie die Namen ansehen an der kalifornischen Küste von San Diego über Santa Barbara über Carmel über San Francisco, schauen Sie bei der Landkarte nach, wie viele Heilige dort sind.
Gut, es war katholische, vorreformatorische Zeit. Heute gibt es dort tolle Fernstraßen, damals gab es nur Saumpfade. Überdies schwierige Faltengebirge. Die wurden oft überfallen von einheimischen Indianern, von den Mexikanern. Wenn Sie die Friedhöfe ansehen in Dolores, in San Francisco, Carmel und die Einrichtung der alten Klöster, wie primitiv. Da ging es nicht darum, dass die groß herauskommen, sondern im Gehorsam gegen ihren Herrn Jesus haben sie die Botschaft von diesem Jesus ins Land getragen, bevor die ersten Eroberer da waren. Sie wollten die Ersten sein, sie wollten nicht erst Wunden heilen, die die Zivilisation den Leuten geschlagen hat.
Es ist eine erstaunliche Geschichte, die die katholische Mission durch all die Jahrhunderte geschritten hat. Und die Evangelischen haben geschlafen. Mit wenigen Ausnahmen.
In der Reformationszeit war es ein um seines Glaubens vertriebener Freiherr Hans von Ungnad. Gut, er war Freiherr mit Adelstitel. Grund genommen war er ein armer Flüchtling, der mit dem Rucksack ankam und in Urach, damals war es noch nicht Bad Urach, aufgenommen wurde, Bleibe bekam. Der Herzog Christoph von Württemberg hat ihm eine Bleibe verschafft. Und der Hans Ungnad hat gesagt, man muss doch den Völkern in Südosteuropa die Botschaft von Jesus bringen.
Und da hat er einen anderen Flüchtling gefunden, den Pfarrer Primus Truber, der auch um seines Glaubens willen verfolgt war. Überhaupt Leute, die mit kleinem Gepäck reisen, die keine Häusle hin und ein Gärtle und ein Gütle haben, sind die besten Missionare. Wir können nicht sagen: Ich muss zuerst noch unsere Eigentumswohnung abzahlen, vielleicht in zehn Jahren. Die sind bereit, sich senden zu lassen.
Dieser Primus Truber aus Slowenien war umgetrieben von dem Gedanken: Die Völker in meiner Heimat, die kroatisch-slowenisch sprechen, denken Sie heute an das Kampfgebiet Kroatien, Jugoslawien da unten. Da ist nämlich mal die Sprache erforscht, die wissen nichts von der Herrlichkeit des Evangeliums. Und da hat er sich hingesetzt und die Sprache erforscht, und der Hans Ungnad hat Geldmittel beigeschafft, und der Herzog Christoph hat geholfen, dass im heutigen Seminar oder Stift Urach eine Druckerei eingerichtet wurde.
Ja, wie bringen wir die Bibeln durch katholische Länder, wo die Bibel bis vor kurzer Zeit verboten war, nach Slowenien? Nach Kroatien? Da hat der Hans Ungnad in Gedanken gehabt: Wir setzen auf Ulmer Schachteln, Fässer, die wir halb mit Wein füllen, und die Hälfte vom Fass ist dann ein Raum für Bibeln und für Druckschriften, so wie man im Osten in den letzten Jahrzehnten Bibel nach Russland geschmuggelt hat.
So kam das Evangelium nach Slowenien, verstehen Sie, von ein paar einzelnen kleinen Leuten. Später war Primus Truber Pfarrer, dann in deren Dingen, und dort ist er auch gestorben. Und als es zum Sterben ging, kam der Vikar und hat dem sterbenden Pfarrer aus einem Gebetbüchlein vorlesen wollen. Und da hat Primus Truber gesagt: Nichts da, nichts da, Wort, Bibel, ich möchte nicht ein Gebetbüchlein, ich möchte das Wort Gottes haben.
Das war die Kraft, die die Leute beseelt hat, Opfer aufzubringen. Der Primus Truber hat jahrelang eigentlich kaum mehr nachts geschlafen, bis er die slowenische, kroatische Sprache in Schriftsprache gefasst hat und die Bibel in diese Sprache übersetzt hat. Ach, was geht es darum, dass ich meinen Schlaf habe, das Evangelium muss unter die Leute!
Hundert Jahre später hat sich Europa verzehrt, auch die Katholischen und die Evangelischen im furchtbaren Dreißigjährigen Krieg. Mitten im Dreißigjährigen Krieg war es wieder ein Vertriebener, ein Freiherr und trotzdem als Vertriebener ein abgerissener armer Mann, der in Ulm lebte: Freiherr Justinian von der Wels. Über dem Lesen der Bibel ist er zum persönlichen Glauben gekommen. Und dann hat er eine Idee gehabt: Das muss doch bekannt werden, diese gute Botschaft, dass es den Erlöser gibt, der mich erlösen kann von all den Kräften, die mich wie mit tausend Stricken in den Schmutz ziehen, von der Angst vor dem Sterben, vor der Schuld, die sich mit jedem Tag in meinem Leben vergrößert. Ich brauche doch den Erlöser.
Das muss bekannt werden in der Welt. Da brauchen wir Geld dazu. Leute müssen ausgebildet werden. Vielleicht können wir unter den Magistratsleuten oder den vornehmen Leuten finden, die andere vornehme reiche Leute darum bitten, dass sie Geld geben. Und dann müssen wir Lehrer bitten, dass sie die fremden Länder erforschen. Und wir müssen unter den Theologiestudenten Leute finden, die bereit sind, sich ausbilden zu lassen und senden zu lassen.
Liebe Schwestern und Brüder, was wir heute haben in Missionsgesellschaften, ist nichts anderes als das, was Freiherr Justinian von der Wels damals schon als Idee hatte. Wir brauchen Finanzier, wir brauchen Ausbilder, wir brauchen Geographen, wir brauchen Experten, die uns informieren, wie es in den Ländern aussieht und wo Mission gebraucht wird. Und dann hat er geworben von einer Hochschule zur anderen unter den Theologen, ob sie sich nicht als Missionare senden lassen.
Dann heißt es in alten Aufschrieben in Ulm: Und als er niemand fand, der sich senden ließ, sandte er sich selbst. Er hat sich selbst ordiniert, ausgereist nach Suriname in Südamerika. Und dort ist im Busch von Suriname seine Spur verloren. Vermutlich ist er von wilden Tieren überfallen und getötet worden. Da er niemand fand, der sich senden ließ, sandte er sich selbst.
Aber jetzt können Sie ja fragen: Haben denn die nicht Recht, die sagen, lass doch den Leuten ihren Glauben? Dazu bloß ein paar Antworten aus der heutigen Zeit.
Der Bischof Festo Kivengere, manche von Ihnen haben ihn erlebt, fester Landeskirche, bei unseren Gemeindetagen, im Stadion, fröhlicher Christ, gehörte zur anglikanischen Kirche von Uganda. Und er erzählte uns, wie die Religion seines Stammes im Südwesten von Uganda ausgesehen hat. Er war Häuptlingssohn, kannte sich aus, und die Religion sah so aus: Der wahre gute Gott, der die Welt geschaffen hat, hat längst die Menschheit hinter sich gelassen. Er hat sich so mit den Menschen herumgeärgert, dass er gesagt hat: Die lasse ich hängen, mit denen will ich gar nichts mehr zu tun haben. Und seitdem haben wir es mit einem Heer von dämonischen Geistern zu tun, die uns beherrschen. Unser Welt ist der Teufel los.
Und wir kriegen bloß die einzelnen Dämonen los, indem der Medizinmann die kleinen Dämonen vertreibt und mit Hilfe eines stärkeren Dämons, der dann allerdings uns besetzt, Herr wird über die kleinen Dämonen. Aber wie kriege ich dann den stärkeren Dämon los? Eine tolle Religion.
Manchmal hat man ja heute bei uns den Eindruck, in unserer Welt ist wirklich der Teufel los, in der Politik, in der Wirtschaft, aber auch hinter meiner Glastür. Da nehme ich mir morgens vor, was ich für ein anständiger, lieber Mensch bin. Eine halbe Stunde später. Neulich Sonntagmorgen habe ich Frühstück vor 14 Tagen, als ich heimkam von Curitiba, das Frühstück gedeckt, wunderbar, mit duftendem Kaffee. Und zum Frühgottesdienst gegangen. Und als ich kam, versuchte unsere liebe Tochter Eidlingen ausgebildet, die letzten Reste des Fiaskos zu beseitigen. Sie hat im Eifer des Gefechts die Kaffeekanne umgeworfen über den Wundwarn. Sie hätten sehen sollen, wie ich explodiert bin. Ich habe mich doch selber nicht mehr gekannt. Die dämonischen Geister sind doch nicht bloß in Kroatien, sondern bei mir hier.
Wo ist der stärkere Erlöser, der mich in die Hand nimmt? Das ist doch nicht bloß eine Sache für die Indios, sondern für mich, dass ich den starken Erlöser brauche. Und hat Festo Kivengere gesagt: Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für eine Befreiung das war, von Jesus zu hören. Der sagt, Matthäus 12, ich bin dazu gekommen, dass ich in das Haus des Starken einbreche. Im Choral heißt es ja: Jesus ist gekommen, der starke Erlöser bricht dem gewappneten Starken ins Haus, sprengt des Feindes befestigte Schlösser, führt die Gefangenen siegreich heraus.
Zweites Geschichtchen: Also heute Abend erzähle ich viele Geschichten, bis Ihnen der Kopf schwirrt.
Die junge Pfarrerin in Ulm war schon lange her. Hatten wir so viele Zimmer in unserem Pfarrhaus, dass immer die Gäste der Kirchengemeinde bei uns untergebracht waren, da war auch ein Studentenpfarrer aus Korea, Doktor Lee. Korea heißt: Drei Viertel der Bevölkerung Ri oder Li. Und ich habe ihn dumm gefragt: Sind Sie zum Glauben gekommen oder waren Ihre Vorfahren schon Christen?
Gelächelt, vornehm, wie Asiaten das tun können, hat er gesagt: Das Christentum konnte erst 1912 nach Korea kommen. Bis dahin haben unsere Machthaber Korea abgeschottet vor dem Christentum. Und als der erste amerikanische Missionar ins Dorf kam, mein Vater war ein Lehrer des Konfuzius, also sozusagen ein Priester, hat mein Vater einen Antrittsbesuch mit seinem langen schönen Kaftan, mit seinem langen Gewand, bei dem amerikanischen Missionar gemacht, der mit seinen kurzen Hosen und mit seinen Stachelbeerbeinen da saß, und hat gesagt: Was müsste ich tun, wenn ich Christ werden wollte?
Er hat sich nicht einmal die Mühe gegeben, richtig koreanisch zu lernen, sondern er hat gehofft, der würde offenbar Englisch verstehen, hat gesagt: Du musst zuerst mal die Bibel lesen, ich gebe dir eine Bibel mit. Hat natürlich zu ihm Du gesagt, furchtbar. Aber in koreanischer Höflichkeit hat er es akzeptiert und hat das Neue Testament aufgeschlagen und sich furchtbar geärgert über all die Geschichten von Dämonenaustreibung und Sturm auf dem Meer und Heilungen. Die Bergpredigt ist gut, so ähnlich hat Konfuzius auch was gesagt: Selig sind die Sanftmütigen. Und dann, als er durch war, hat er noch mal angefangen.
Und dann kam er zum amerikanischen Missionar und hat gesagt: Ich möchte gerne auf den Namen Jesus getauft werden. Ja, Horkam. Du warst doch nie bei einer meiner zündenden Predigten dabei. Nein, aber ich habe das Neue Testament gelesen, und die Bergpredigt ist so ähnlich wie das, was der Konfuzius sagt. Und am Anfang habe ich gedacht, die Geschichten, die helfen nicht, bis ich gemerkt habe, ich kann doch das gar nicht tun, was ich bis jetzt meinte. Die ganzen Lehren zur Sanftmut, zur Nächstenliebe, ich kann es doch gar nicht, bin doch egoistisch, mein Zorn, meine Ungeduld. Und ich bin froh, dass es den Jesus gibt, der Stürme stillt, der Kranke heilt, der sich um einzelne annimmt. Zu diesem Jesus möchte ich gehören.
Schön, das Wort erschließt, auch wenn Missionare töricht es sagen sollten. Und dieser Junge, der Sohn Lee, hat den Namen Jesu bekannt gemacht in Korea unter der Studentenschaft. Wir freuen uns heute, dass einer der großen Erweckungsgebiete unserer Welt Korea ist. Also, Menschen brauchen das Evangelium.
Jetzt will ich einfach ein paar Geschichten von kleinen Leuten erzählen. Ich habe ja schon angefangen mit diesem Justinian von der Wels, mit diesem Hans von Ungnad. Der große Aufbruch der Weltmission kam von Halle aus. August Hermann Francke hat ja ein Schulwesen entwickelt, es gibt sogar Sonderbriefmarken von Weisenhaus in Halle, nicht? Aber hat auch entdeckt, da sitzen schwedische Offiziere gefangen in Tomsk, denen müssen wir Bibel schicken. Du, Graf von Canstein, baue eine Bibelgesellschaft.
Es war ein Mann mit einer Vitalität. Sie müssen mal, wenn Sie nach Halle kommen, das Naturalienkabinett sehen. Und er hat gesagt, wir müssen auch zu den armen Menschen, die Jesus noch nicht kennen, Missionare schicken. Nun hat Deutschland damals ja gar keine Kolonien gehabt, deshalb hat er sich angehängt, als der Hofprediger Lütkens von Dänemark sagt: Ich brauche einfach einen Missionar. In Dänemark finde ich niemanden für die dänische, kleine dänische Kolonie Trankebar im Nordosten von Indien. Hast du nicht jemanden, Francke? Ja doch, ich habe einen, den sie durchs Examen fallen ließen: den Bartholomäus Ziegenbalg. In seinen Zeugnissen steht: Homo, corpore et animo infirmus. Schwach an Leib und Seele. Also wenn einer schwach war, dann der.
Jetzt machen wir einen Riesensprung. Durch Gottes Gnade bin ich befreundet geworden mit einem indischen Professor, Doktor Secharaj, war dreißig Jahre alt, durch die Mission zum Glauben gekommen, heute Professor in Madras, und er schafft über Ziegenbalg. Das meiste von Ziegenbalg konnten wir bis heute nicht lesen, weil er auf getrocknete Palmblätter geschrieben hat. Ihm ist wahrscheinlich das Konzeptpapier ausgegangen. In Indien geritzt hat er mit einer Art von Griffel, und das wurde mit Holzkohle überstrichen. Als man die Buchstaben sah, konnte niemand in Tamil entschlüsseln, aber Doktor Secharaj hat es entschlüsselt. Auch beim Britischen Museum lagen noch solche Palmblätter, und er hat gesagt: Er hat unsere Kultur erforscht, bevor er gepredigt hat. Er hat sieben Jahre lang überlegt, wo stehen die denn in ihrer Religion, die Inder? Und was fehlt ihnen? Wohin muss sich die Jesusbotschaft übersetzen? Keineswegs etwas war von der Kulturzerstörung der Missionare.
Übrigens, die Württemberger waren dann als Kirche die Erste, die diese Mission von Ziegenbalg unterstützt haben. Die dänische Kolonialregierung hat ihn ein halbes Jahr eingesperrt, weil es ihnen gar nicht recht war, dass der Missionar plötzlich den armen, kastenlosen Indern einen Wert gibt, dass sie auch Menschen sind und nicht bloß Ameisen. Aber dieser Ziegenbalg hat dort die erste Gemeinde gegründet, und als später die Basler Mission nachgestoßen ist, ist sie auf den Spuren von Ziegenbalg gegangen.
Großartig, was bis heute erforscht wird: Kultur nicht zerstört, aber er hat Befreiung gebracht. Er war gegen die Witwenverbrennung. Er hat dafür gekämpft, dass die Kastenlosen als Geschöpfe Gottes anerkannt werden und das Evangelium bekommen. Leider ist die Mission Ziegenbalgs bald nach seinem Weggang von Indien kaputtgegangen, als seine Nachfolger sagten: Ach, das Evangelium verkündigen ist nicht so wichtig, wichtige Schularbeit und Handarbeit und Landbauschulen. Wenn das Evangelium von Jesus nicht mehr die Kraft ist und den Dienst der Mission prägt, gehen auch die Schulen bald kaputt.
Denn das ist nicht bloß so bei uns, dass man sich über Schüler ärgern kann, über junge Leute. Was haben sich meine Lehrer über mich geärgert, oh, man darf gar nicht daran denken, nicht? Sondern draußen auch. Die sind doch gar nicht gewohnt, so lange stillzusitzen. Wenn sie keine Schule kennen, wenn man sich nicht von Gott Nerven schenken lässt wie breite Nudeln, hält man nicht durch. Es ist ein Gottesgeschenk, dass man jeden Tag neu anfängt: Herr Jesus, ich bitte dich, lass mich nicht durchdrehen, sondern lass mich deine Liebe weitergeben.
Beten Sie auch hier bei uns für die Lehrerinnen und Lehrer, die brauchen es, wenn die Klassen so aufgeregt sind, aber erst recht auch in der Mission, dass aus der Liebe Jesu heraus geschieden wird. Also die Arbeit ist zerbrochen.
Großer Missionsaufbruch 1731, das Datum steht genau in jedem Losungsbüchlein in jedes Jahr: die ersten Missionare aus Herrnhut, Nitschmann und Dober, werden ausgesandt. Das ist der Beginn der protestantischen Mission. Keine Kirche hat die Notwendigkeit erkannt. Bis heute ist es eigentlich so, dass 98 aller Missionskräfte durch freie Spenden finanziert werden. Es ist keine Kirchensteuer dabei. Die Kirche hat bis heute noch nie recht begriffen, wie Mission ihre Aufgabe ist.
Es wird sehr viel getan bei Entwicklungshilfe, Schulenbau, Brunnenbohren, aber die Aufgabe der Mission, Menschen vom herrlichen Erlöser Jesus zu sagen, wird einfach schwer begriffen von offiziellen Kirchen.
Von dem Zinzendorf wissen Sie vielleicht, dass er in Herrnhut gelebt hat. Er hat da ein Gut gehabt in der Oberlausitz, da gab es den Hutberg, und da kam eines Tages eine Gruppe von Exulanten, Flüchtlingen, die aus Böhmen vertrieben waren um ihres evangelischen Glaubens willen, und haben den Zinzendorf gefragt: Reichsgraf Ludwig von Zinzendorf, dürfen wir hier da am Hutberg unsere Blockhütten aufbauen? Ja, okay.
Aber unter diesen Flüchtlingen war ein Anführer, Christian David. Kaum hat er die erste Blockhütte gebaut, hat er gesagt: Wir dürfen uns doch hier nicht festsetzen. Der Herr hat uns am Leben erhalten in der furchtbaren katholischen Verfolgung, wir müssen doch die Botschaft von Jesus weitertragen. Er war einer der ersten Missionare, die dann in Grönland waren, in Lettland, in Pennsylvania. Er hat einen schönen Vers gedichtet: Muss ich die Welt durchgehen, wenn du mit deinen Nähen mir nur stets tröstlich bist.
Das dürfen sie auch beten. Auch wenn sie nicht die Welt durchgehen: Herr Jesus, sei mit deiner Nähe mir tröstlich, so will ich dich bekennen und stets den Namen nennen, der mir der liebste Name ist: Jesus. Das hat einen Missionsimpuls, diese Dynamik des Christian David nach Herrnhut gebracht. Und zwei junge Leute, Nitschmann und Dober, haben gesagt: Graf, wann dürfen wir ausreisen? Graf Zinzendorf hat gesagt: Ich habe an die Sache noch keinen Henkel, noch keinen Handgriff.
Und als er 1731 bei der Krönung von König Christian in Dänemark war, hat er plötzlich einen Weg gefunden und auch entdeckt: Wenn Mission, dann zu den Ärmsten der Armen. Zu den Ärmsten der Armen gehörten damals die Samojeden im Norden von Russland, die Eskimos, von denen man kaum etwas wusste, heute sagt man die Inuit, Grönland, Labrador und die Indianer in Amerika. Dass es Südamerika-Indianer sind, wusste man auch kaum. Und die versklavten Schwarzen, die aus Afrika versklavt in die heutigen Südstaaten von Amerika gebracht wurden, die kamen. Die Hälfte der Versklavten war unterwegs auf See verendet, die anderen hat man auf den Inseln Saint Croix und Saint Thomas in der Karibik aufgepäppelt, in einer Art Riesenschweineställen, bis man sie dann auf den Sklavenmärkten von Alabama verkaufen konnte.
Da hat Zinzendorf gesagt: Wenn Mission, dann zu denen. Und so wurden Nitschmann und Dober ausgesandt, kleine Leute, Schuhmacher, Schneidergeselle, die wussten noch nicht mal, welche Sprachen dort gesprochen werden, die wussten noch nicht mal, wo sie das Reisegeld bekommen bis nach Kopenhagen, wie sie dort ein Schiff finden in die Karibik, ob sie dort angenommen werden, sie wussten nicht, welche Tropenkrankheiten es gibt, es gab ja auch keine Tropenimpfungen. Zinzendorf hat zu Nitschmann gesagt: Sie werden euch einsperren wie die Sklaven. Da hat Nitschmann gesagt: Dann können wir umso besser den Sklaven predigen.
Kleine Leute, groß. Und dann sind sie hinaus und haben den gesamten Ärger der Sklavenhalter auf sich gezogen, weil, wenn man das Evangelium verkündigt, gibt man dem Menschen die Ehre, dass der lebendige, ewige Gott mich kennt, eine Liebe zu mir hat. Das ist ein größerer Adel, als wenn ich Reichsgraf wäre und mich so heißen würde. Das wollten die Sklavenhalter nicht haben.
Und die Entehrtesten unter diesen Sklaven waren die Mischlinge, wo irgend so ein Sklavenherr mal schon in Afrika dann eine Negerin missbraucht hat und dann die Mischlingskinder herangewachsen sind, ausgestoßen von Schwarzen, ausgestoßen von Weißen. Als einer der ersten Missionare das merkte, dass die Verachtetsten, die Mischlinge sind, hat er ein solches Mischlingsmädchen geheiratet. Der Gouverneur hat gesagt: Sind Sie in der Sprache von Hitler Rassenschande, das gibt es doch nicht. Hat die beide ins Verlies geworfen. Der Missionar kam nach einiger Zeit wieder heraus, aber als Zinzendorf hörte, 1739, dass die Mulattin, die mulattische Frau des Missionars, gefangen liegt, hat er sein Schiff diese Insel ansteuern lassen. Sie hat über alle Toppen geflaggt: Da kommt ein Reichsgraf aus Europa, toller Besuch!
Der Gouverneur stand unten am Fallreep, hat den Reichsgrafen begrüßt, und Zinzendorf gesagt: Wo ist das Gefängnis? Wo kommt sie mit? Wo ist die Mulattin? Man hat den Verschlag aufgerissen, und dann ist Zinzendorf hinein in gebeugter Haltung und hat die Hand der Gefangenen ergriffen und hat ihr einen Handkuss gegeben, sich über die Hand gebeugt, wie man an den Fürstenhöfen Europas eine Reichsgräfin begrüßt. Da war nachher keine Frage mehr, ob sie weiterhin eingesperrt bleibt.
Verstehen Sie, Mission will Menschen, entwürdigten Menschen, die Würde Gottes geben. Zinzendorf hat unheimlich viel für die Mission getan. Ich weiß etwa, die Schorndorfer Missionare durften ja 14 Jahre in Schorndorf wirken. Die ersten Missionare, die von Schorndorf auszogen, die ganze Mannschaft, zwölf, dreizehn junge Leute, sind nach Grönland und dann nach Labrador. Etwa der junge Pflästerer Karl Knaus. Pflästerer, heute gesuchtes Handwerk, damals war es eins der niedrigen Handwerke. Dieser Pflästerer Karl Knaus nach Okak in Labrador, wissen Sie, da ist dreiviertel des Jahres Winter, keine Sonne. 47 Jahre lang war er ohne Heimaturlaub mit seiner Frau in Okak, und dann musste er, als er total von Schneeblindheit erblindet war, nach Hause. Und er schreibt: Nun müssen wir unser geliebtes Okak und seine Menschen verlassen.
47 Jahre ohne Urlaub, ohne einen grünen Strauch zu sehen, plötzlich aber wahrscheinlich so von Robbenfleisch sich genährt. Der hat nicht gefragt: Wo ist mein Einkommen, was habe ich für ein Sparkonto? Mein geliebtes Okak, die haben ihr Herz verloren, diese kleinen Leute, und Gott hat die Arbeit gesegnet. Als wir in diesem Sommer in diesem nördlichen Atlantik kreuzten mit einer christlichen Kreuzfahrt, sind wir plötzlich auf die Spuren gestoßen in Grönland und in Labrador. Kirchen, lebendige Gemeinden unter diesen verachteten, von Europäern, von Seefahrern verachteten Eskimos. Jesus hat Gemeinde gebaut.
Noch etwas, was ich sagen wollte: Zinzendorf hat etwa 40 Anweisungen gegeben für Missionare, die heute auch wichtig sind. Erstens: Wir fangen keinen Händel untereinander an. Das muss der Hauptgrundsatz sein. Wissen Sie, wenn man so einsam ist auf der Missionsstation, kann man sich an sich selbst aufregen und über die anderen. Wir fangen keine Händel an. Wenn wir das für unsere Gruppen, Kreise, Gemeinden auch lernen wollten, für unsere ZfH-Emsen-Gemeinschaft. Wir fangen keinen Händel an, und wenn Streit da ist, darf er nicht älter als ein Tag werden. Lass die Sonne nicht über dem Zorn untergehen.
Wir wollen nicht erst in den Ländern, in die wir gehen, überlegen, was wir wollen. Das muss vorher klar sein. Und wenn es keinen Erfolg gibt, ist nicht immer schlecht. Unser Heiland hat auch nicht immer Erfolg gehabt. Die Hauptsache ist, dass unser Gott dabei sein kann.
Wir wollen uns keinen Gedanken von Kommoditäten einfallen lassen. Wir wollen nicht fragen: Wie wäre es bequemer? Wann habe ich endlich meine Freizeit? Wir wollen uns einfach keinen Gedanken von Kommoditäten einfallen lassen. Das ist nicht bloß für Missionare, sondern wir sollen ja von den Missionaren für uns lernen.
Zinzendorf hat gesagt: Ich sehe die Zeit vor mir, dass von den Ländern, in die wir das Evangelium bringen, Boten zu uns kommen, wenn Europa fast ganz ohne Evangelium sein wird, um uns noch einmal das Evangelium zu bringen. In dieser Zeit sind wir heute. Ich habe es bei den süddeutschen Missionswochen, die wir von der Ludwig-Hofacker-Vereinigung ausrichten durften, gedacht, wenn der Adeyemo da war oder Osaimensa, die konnten so das Evangelium sagen, dass wir es noch mal neu begriffen haben.
Als Festo Kivengere im Neckarstadion beim ersten Gemeindetag 75 gesprochen hat, hat er gesagt: Around Jesus there is a perfume of life. In der Nähe Jesu gibt es wie ein Wohlgeruch Leben. Und dann hat er, so wie die Afrikaner das in Ostafrika machen, wenn sie begeistert sind über etwas, so ein kicherndes Lachen eingeschlossen. Ja, um Jesus gibt es eine Atmosphäre, einen Wohlgeruch des Lebens.
Kraft Zinzendorf wäre viel zu ihm zu sagen. Auch von Herrn Huthon. Vielleicht haben Sie schon gehört, dass in England die große Erweckung durch Wesley begonnen hat. Wesley hatte einen interessanten Lebenslauf, auch als Christ. Als er schon eigentlich Jesus gehören wollte, da kamen immer wieder dumme Frauengeschichten. Das kann auch bei Christen passieren.
Sein Leben, er hatte nie richtig Glück gehabt mit Frauen. Seine spätere richtige Frau hat ihn behandelt wie ein Schrubber, also furchtbar, an den Haaren durchs Zimmer gezogen, also Zeichen, dass er keine Perücke hatte, so richtige Haare, bei mir wäre es nicht mehr möglich. Aber wegen einer Frauengeschichte musste er nach Georgia gehen, heutigen Amerika. Er hat natürlich nicht gesagt wegen dieser dummen Geschichte, sondern er wollte Indianer bekehren. Man kann auch den Bruch seines Lebens fromm garnieren: Indianerbekehrung.
Und hat auf dem Schiff den Peter Böhler getroffen. Wir gehören Jesus. Uns hat ihm Eindruck gemacht, dass sie die niedrigsten Arbeiten, das ganze Schiff war voll gespuckt, und die Gepäckstücke sind im Zwischendeck übereinandergefallen. Die niedrigsten Arbeiten haben die Herrnhuter gemacht. Ein Wort: Der Heiland hat es noch schlimmer gehabt. Wir wollen uns ihn zum Vorbild nehmen. Das hat den Wesley ungeheuer beeindruckt.
Und er hat dann eine Predigt, als mir ein bisschen stiller war, gehalten und hat der Peter Böhler gesagt: Dein Hochmut gefällt mir nicht. Lieber Bruder, du musst deinen Hochmut ablegen, bevor du überhaupt predigen kannst. Und da hat Wesley gesagt: Ja, kann ich denn überhaupt noch predigen? Da hat Peter Böhler ihm gesagt: Predige den Glauben, bis du ihn hast, und dann predige den Glauben, weil du ihn hast. Toll: Predige den Glauben, bis du ihn hast, und dann predige den Glauben, weil du ihn hast. Müssen wir jedem Jungscheihelfer sagen, der sagt, ich glaube nicht so richtig, dann verkündige Jesus, bis du Jesus hast.
Dieser Peter Böhler hat, und damit knüpfe ich wieder an das vom Anfang an, über das Gelächter der gelehrten Welt als Missionar auf Grönland, als er sieben Jahre umsonst gearbeitet hatte, keinen taufen konnte und als dann der erste Taufbewerber kam, der gesagt hat: Ich möchte von diesem Jesus hören, dem Erlöser. Das war das Stichwort. Hat Peter Böhler gedichtet: Die Welt mag immer lachen bei unseren Sachen und fragen, was wir Schwachen hier draußen tun, Grönland. Wir wollen unsere Nachen nicht lassen ruhen. Erinnerung an die Petrusgeschichte mit einer Nachen hinausfahren. Wir wollen vor der List des Drachen das Haus bewachen, vor der List des Teufels das Haus bewachen und heilende Heiden selig machen. Sie wollen nun. Einer war da Zeichen, dass Jesus wirkt. Sie wollen nun, die Welt mag immer lachen bei unseren Sachen und fragen, was wir Schwachen hier draußen tun.
Zu überfliege ich William Carey, ich werde dem liebsten davon erzählt, aber weil in Korntal der Missionar Rebmann und der Missionar Krapff bestattet sind, auf dem alten Friedhof gehen Sie mal auf den alten Friedhof, große Ostafrika-Missionar. Ich habe vorher gesagt, Krapff konnte nie einen taufen, Rebmann konnte wenigstens einen verkrüppelten Ostafrikaner taufen. Aber der Krapff hat gesagt: Wenn der Herr Jesus mal anfängt und die Galas gewinnt, die Oromos, dann geht es in Afrika sprungschnell vorwärts.
Und im letzten Jahr hat Johannes Beierhaus, der Sohn von Professor Beierhaus, heute Missionslehrer in Ostafrika, oben am Mount Kenia eine Tafel befestigen wollen zur Erinnerung an Ludwig Krapff, weil Ludwig Krapff auch den Mount Kenia entdeckt hat. Was immer entdecken heißt, die Afrikaner wussten längst, dass es den gibt, nicht? Aber er hat die Meldung gegeben nach Europa: Da ist ein Sechstausender. Die haben gemeint, er ist verrückt geworden, unten am Äquator ein Schneeberg, das gibt es doch gar nicht. Die Tübinger philosophische Fakultät hat ihm dafür den Ehrendoktor gegeben, dass er als Weißer einen Berg in Afrika entdeckt hat.
Aber wie gesagt, der Krapff hat keine Bekehrten, tolle Ideen gehabt, wie man eine Apostelstraße durch Afrika bauen könnte. Dem hat die ostafrikanische Erweckungsbewegung, die größte Erweckungsbewegung, die es heute auf unserer Erde gibt, die lebendigsten Gemeinden in Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Kenia, Uganda große Feiern gemacht, weil sie gesagt hat: Gott hat dieses schwache Werkzeug Krapff und seinen Gefährten Rebmann benutzt, um uns das Evangelium zu bringen, das wir jetzt so herrlich haben dürfen.
Ich war vor einigen Jahren auf den Spuren dieser ostafrikanischen Erweckungsbewegung und kam auch nach Wusa und Lalo am Ende der Usambara-Berge. Kommen vielleicht die Usambara-Pfeilchen her, aber wir haben keines mehr gesehen, vielleicht weil bei uns so viel verschenkt wird. Da ist dann auf diese Berge in der Folge der Mission mit der Berliner und Bremer Mission der Missionar Wohlrab mit seinem Gefährten Johannsen gekommen.
Wir haben dort in Lalo die Tochter vom Missionar Wohlrab erlebt, achtzigjährig, und sie hat uns erzählt, wie das war, als ihr Vater, Missionar Wohlrab, mit seinem Gefährten Johannsen schließlich auf der Höhe angekommen ist, meist in den Wolken da oben, die hohen Usambaraberge. Und sie kannten ja die Sprache nicht, haben dem Häuptling deutlich gemacht, wir wollen da unser Zelt, das die Träger tragen, aufschlagen. Der Häuptling hat Zeichen gegeben: Bitte hier, auf dieser Wiese, wunderbar, ebene Wiese wie ein Fußballplatz, am Rand der alten Ahnengeisterbäume.
Über diese Wiese ging kein Eingeborener, weil sie Angst hatten, die Geister der Ahnen sitzen in den Ästen dieser Bäume. Wenn einer vorbeigeht, dann wird er erschlagen von den Geistern. Bitte, ihr Missionare, dürft mal probieren. Die haben ihr Zelt aufgeschlagen, aus den herumliegenden Ästen ein Kreuz gebaut, vor dem Zelt aufgebaut, ihr Abendgebet gesprochen, ihr Abendlied gesungen und sich ins Zelt verkrochen. Und hinten in den Büschen haben die Afrikaner gewartet, dass sich nichts mehr regen wird am Morgen.
Aber am nächsten Morgen sind die fröhlich aufgestanden, rasiert haben sie sich nicht, die haben deshalb unsere Väter im Gerben tolle Bärte gehabt, es war zugleich auch Schutzdecke über Bronchien, und haben ihr Morgenlied gesungen, ihr Gebet gesprochen. Da sind die Afrikaner gekommen, bevor sie noch ein Wort des Evangeliums hörten. Sie haben einen Baum, der stärker ist als unsere Bäume. Sie meinten: das Kreuzeszeichen ist stärker als die Geisterbäume. Heute ist das eine ganz lebendige Gemeinde da oben in Lalo.
Verstehen Sie, die Missionare konnten nicht sagen, das haben wir geschafft. Nein, der Herr Jesus geht seinen Zeugen voraus. Als die Welt gelacht hat über die Versuche von Herrnhut, dass da Missionare ausgesandt werden nach Sainte Croix und Saint Thomas, da hat Zinzendorf ihnen ein Lied mitgegeben: Jesu, geh voran auf der Lebensbahn. Das ist kein Lied für Hochzeiten, es wäre auch komisch, wenn man da gleich singen würde: Soll es uns hart ergehen, gell, sondern es ist ein Lied für Missionare, für die Streiter Jesu: Soll es uns hart ergehen, ja, es wird uns hart ergehen, lass uns feste stehen und auch in den schwersten Tagen selten über Lasten klagen.
Niemals, probieren Sie es mal daheim, Sie sind noch kein Missionar, niemals in der Schule, in Ihren Kursen, niemals über Lasten klagen. Denn durch Trübsal, hier geht der Weg zu dir, rührt eigener Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leid von den Indianern wie die Schwester Anne Rose, die sieht die Not der Indianischen, kümmert uns ein fremdes Leiden, oh so gib Geduld zu beiden. Geduld, wenn die das Saatgut wieder aufessen, weil das viel einfacher ist als das Saatgut auszusäen und zu warten, bis die Ernte kommt. Gib Geduld zu beiden, richte unseren Sinn auf das Ende hin, richte unseren Sinn darauf, was du daraus machen kannst.
Das Lied hat Zinzendorf den Missionaren mitgegeben. Das hatten sie vor sich: Jesu, geh du voran. Und hinter sich hatten sie das 24-Stunden-Gebet der Gemeinde, nicht Fürbitte bloß für die Missionare. Wir, die wir Jesus gehören, wissen: Er ist vor dem Vater und bietet für uns. Unser Zinzendorf hat die Namen der Sklavenhalter nennen lassen in der Fürbitte, der Gouverneure, die gegen die Mission sind. Und wir Christen regen uns auf, wenn der Bundeskanzler nicht mehr die Formel sagt: Gott helfe mir. Dann sollten wir für ihn beten. Wenn der nicht beten kann, wir sollten in der Fürbitte für Leute eintreten, die selber nicht den Namen des Herrn anrufen können.
Das 24-Stunden-Gebet der Gemeinde hat bei den Samojeden, bei den Indianern, bei den Inuit Wege geöffnet und hat Wege gebahnt, die bis heute wichtig sind. Deshalb erzähle ich von vorgestern, weil das bis heute uns vorgebahnt hat, wie Mission aussehen soll.
Wir sind überaus dankbar, dass auch im Windschatten der Hofacker-Vereinigung christliche Fachkräfte entstehen konnten. Wo junge Leute alle zwei Jahre bei der Jugendkonferenz für Weltmission können Sie es erleben: 60, 70 junge Leute, Fachleute. Der junge Dekansohn von Geislingen, ein Geologe, der könnte Geld verdienen bei uns, hat sich hinaussenden lassen, Spezialist im Brunnenbau in Uganda, er forscht, wo Wasserarten sind, und ist zugleich ein Zeuge Jesu.
Sonst: Jetzt ist Jean Coteau aus Kamerun einst gekommen, schon vor 25 Jahren. Das war der Beginn christlicher Fachkräfte. Und hat gesagt: Die Entwicklungshelfer, die Deutschland schickt, sind feine Kerle. Aber wir brauchen Leute, die nicht, wenn wir morgens in unseren Lehrlingswerkstätten eine Andacht halten, auf die Seite gehen und ihre Zigaretten rauchen. Wir brauchen Leute, die mit Christen der ersten Generation bereit sind, zu beten und Bibel zu lesen und sich nicht überheblich vorkommen und sagen: Ja, Religionsunterricht haben wir gelernt, dass die Apostelgeschichte vielleicht nicht von Lukas stammt. Wir wollen, dass ihr mit uns euch unter das Wort stellt.
Damals sind christliche Fachkräfte entstanden. Wir sind dankbar, dass aus allen Berufen Leute hinausgehen als Fachleute, als Biologen. Wir hätten in letzter Zeit nach Nordkorea, nach China Ärzte schicken können. Informatiker, die als Christen hineingegangen wären, wenn wir sie nur gehabt hätten. Heute braucht die Mission Leute, die abrufbar sind.
Darf ich noch fünf Minuten übernehmen? Walter Arnold, einst, als ich beim Jugendwerk noch war, ruft bei mir an und sagt: Unser Leiter der Lehrlingswerkstatt in Accra ist ins Saufen hineingekommen, wir müssen den ganz schnell ablösen. Missionare sind keine Heilige, und wenn viele Enttäuschungen da sind, gibt es die Gefahr auch der Drogensucht, des Alkohols, des Davonlaufens. Wir müssen ablösen. Schau du mal nach einem Architekten oder Schreinermeister, den wir einsetzen können.
Ja, ich gucke mal. Wir brauchen den möglichst noch vorgestern. Ich bespreche es mit meinen Mitarbeitern. Danningerstrasen, die sagen: Ha, frag mal den Wilhelm Wagner von Messingen. Ich sehe noch mich. In der Röthestraße in Stuttgart, abends hat er noch in seinem Architekturbüro gearbeitet, hat er gesagt: Herr Wagner, kannst ruhig du sagen, wir sind Väterle. In Württemberg ist man mit jedem Väterle so.
Also, Wilhelm, wir brauchen einfach in Accra einen Schreiner, der die Arbeit übernimmt. Er hat gesagt: Wann? Weil er auch noch gesagt hat, möglichst vorgestern. Er hat gesagt: Das reicht nicht, aber Montag kündig, wenn das Flugzeug geht. Der ist heute noch draußen, der Berater der tansanischen Kirche in Dar es Salaam nach 30 Jahren, ein Bruder unter den afrikanischen Brüdern.
Abrufbereit! Leute, die erst einen Englisch- oder Französischkurs machen müssen, das hat keinen Wert. Deshalb ist es wichtig, dass er nebenher noch in der Volkshochschule einen Sprachkurs macht, dass in der Schule fit seid mit Sprachen. Spanisch wird dringend gebraucht, Portugiesisch, abrufbar, gesund.
Wie viele kommen und sagen: Ich würde so gerne in die Mission gehen, der Herr Jesus hat mich gerufen, aber mein Herz ist nicht so gut. Dann müsst ihr einfach joggen, joggen, joggen, bis das besser ist. Wir Europäer sind sowieso kaum für die Tropen tauglich, wenn wir nicht täglich dreimal duschen können und noch ein Spray machen.
Ich habe eine amerikanische Missionsfrau erlebt, die hat immer, wenn es zu den Moskitos kam, so einen Frischhaltebeutel über den Kopf gezogen, dass ja nichts an sie hinkommt. Da könnt ihr es bleiben lassen. Wenn ein Frischhaltebeutel zu den Afrikanern kommt, die sagen: Wir haben so Leute, die gehärtet sind, auch gesundheitlich, die fit sind, abrufbar.
Die ganzen Kräfte von christlichen Fachkräften sind meist Leute, Krankenschwestern, Ärzte, Architekten, Bauhelfer, auch Rentner. Ja, ich bin bereit. Zu meinem Bruder will ich, du kannst mich schicken, um als Christ unter Christen zu sein und mit ihnen, von ihnen zu lernen, wie elementar das Evangelium sprechen kann.
Wir haben ja ganz verlernt. Wir denken, Jesus ist Hilfe für Liebe zu den Menschen. Nein, er ist der Erlöser aus dem größten Dreck. Das müssen wir mal wieder lernen, dass wir ganz primitiv die Botschaft erfassen und uns vor Gott sehen, dass Gott ein Recht hätte, wie Festo Kivengere in seiner Stammesreligion gesagt hat, uns wegzuwerfen, wegzugehen. Aber jetzt beugt er sich herunter und fragt: Möchtest du nicht herauskommen aus dem ganzen Schmutz?
Ach, liebe Brüder und Schwestern, es ist ein Vorrecht, dass wir beteiligt sein dürfen am großen Werk der Mission. Württemberg hat, wir sagen es in aller Demut, und Nicht-Württemberger sollen sich aufregen darüber, wir Württemberger sind ja demütig wie sonst niemand auf der Welt. In der Demut lassen wir uns von niemandem überbieten, das ist immer ganz toll.
Und wir Württemberger haben im Unterschied, das haben ja auch Norddeutsche gesagt: Ihr habt so einen weiten Horizont. Kam das, weil ihr viel Auswanderer hattet? Nein, die Missionsarbeit hat uns den Horizont weit gehalten. Ich habe im Remstal eine alte Frau erlebt, die in Schneiderheim gewesen ist, und sie war einmal in Buach zur Hochzeit und einmal in Eichwald. Das war ein Radius von zehn Kilometern. Aber die hat gewusst, wo Jambala ist in Indien und wo das Grasland von Kamerun ist und wo Okak in Labrador ist. Einen weiten Horizont, weil sie am Werk der Mission Anteil genommen hat durch Information und durch Fürbitte und durch Opfer.
Und Gott kann jeden Markt, den wir für die Mission geben, unsagbar aufwerten, so wie wir es heute sonst bei den Banken gar nicht mehr gewohnt sind, dass er einen Segen darauf legt, dass Menschen den Erlöser finden.
Jetzt wird es Zeit, Schluss zu machen.
Herr Jesus Christus, herzlichen Dank für alles, was du die Frauen und Männer im weitgespannten Werk der Mission hast erleben lassen. Dass da Menschen waren und sind, denen es nicht in erster Linie darauf ankommt, bewahrt zu bleiben, sondern bewährt zu sein. Gib, dass nicht unser erstes Anliegen ist, dass nichts Böses an uns kommt, dass unser Leben leicht läuft, sondern dass du uns gebrauchen kannst, um aller Kreatur bekannt zu machen, wie großartig du bist. Amen.