Lappland: Ein Rätsel im Schnee (20/24)
Ankunft in einer ungewöhnlichen Poststation
Die Freunde betreten den Laden, in dem der Weihnachtsmann verschwunden ist, und trauen ihren Augen kaum. Sie sind in einer Poststation gelandet, doch nicht irgendeiner – dies scheint die Poststation des Weihnachtsmanns höchstpersönlich zu sein.
Überall stehen hohe Regale, in denen sich Briefe und Pakete stapeln. An Tischen sitzen Menschen und schreiben Postkarten. Ein kleines Mädchen wirft gerade ihren Umschlag in einen roten Briefkasten.
In der Mitte des Raumes steht ein Tannenbaum, der mit Briefmarken geschmückt ist. An einem langen Tresen warten Mitarbeiter mit roten Zipfelmützen auf Kundschaft. Und dort steht auch der Weihnachtsmann.
„Da, seht ihr? Den meinte ich.“
„Du meinst den Weihnachtsmann, der gerade mit der Verkäuferin redet?“
„Ja, Fehlalarm.“
„Wie, warum das denn?“
„Na, schau doch mal hin, der da trägt Handschuhe – und zwar beide.“
„Oh, stimmt.“
„Hm, Tatsache. Ah, jetzt kann ich auch sein Gesicht sehen.“
„Nee, das ist auch definitiv nicht Ole.“
„Schade.“
„Das kann doch nicht wahr sein.“
Das Weihnachtspostamt und der Glaube daran
Aber Leute, jetzt, wo wir schon mal hier sind: Was ist das? Das ist das Weihnachtspostamt. Gehört das dem Weihnachtsmann?
Zumindest gilt diese Station als das offizielle Postamt vom Weihnachtsmann. Und das glauben die Leute wirklich?
Hä, ist doch schön. Außerdem glaubst du ja auch an Jesus, also dürfen andere auch an den Weihnachtsmann glauben.
Hey, das kann man doch gar nicht miteinander vergleichen. Streitet nicht! Also, im Prinzip stimme ich Marie zu. Aber das mit dem Weihnachtsmann finde ich genauso schräg wie Toni.
Als ob ihr früher nicht daran geglaubt habt. Doch klar, mit fünf. Aber jetzt halt nicht mehr.
Begegnung mit der Helferin des Weihnachtsmanns
Ho ho ho, herzlich willkommen im Weihnachtspostamt! Erstaunt dreht sich die Crew um. Hinter ihnen ist eine junge Frau aufgetaucht, die offenbar zu den Mitarbeitern im Postamt gehört. Bei der roten Zipfelmütze und dem rot-weiß gestreiften Kleid gibt es keinen Zweifel.
„Hä, wer sind Sie denn?“
„Ich bin die rechte Hand vom Weihnachtsmann.“
„Sie meinen, Sie sind so etwas wie eine Weihnachtselfe?“
„Ich helfe dem Weihnachtsmann beim Geschenke packen und bei der Postzustellung.“
„Hilfe muss Hilfe sein! Wollt ihr vier auch einen Brief schreiben? Vielleicht, um jemandem eine weihnachtliche Freude zu machen?“
„Äh, ja, warum nicht?“
„Kommt der denn noch rechtzeitig an?“
„Na selbstverständlich! Rudolf und die anderen Rentiere überbringen jede Lieferung pünktlich.“
Zweifel und Diskussion über den Weihnachtsmann
Das ist doch jetzt gerade nicht ihr Ernst, oder? Ich finde das auch sehr komisch. Rentiere? Oh je, vielleicht weiß die Frau ja, wo Renate ist.
Ich glaube nicht, Sammy. Die meinen keine echten Rentiere.
Sondern unechte?
Ach, angeblich hat der Weihnachtsmann seine acht Rentiere, die ihm dabei helfen, alle Geschenke zu den Kindern zu bringen. Aber das ist doch nur erfunden.
Erfunden? Wie kommt ihr denn darauf?
Na ja, nichts für ungut. Aber wir glauben nicht mehr an den Weihnachtsmann.
Ach nein? Woran glaubt ihr denn?
Ähm, also ich gehe mal meinen Brief schreiben.
Unterschiedliche Glaubenshaltungen
Ich glaube an mathematische Regeln, an physikalische Gesetze und an die Naturwissenschaft im Allgemeinen. Und ich glaube an Jesus.
Ach so, du meinst die Geschichte mit dem Christkind in der Krippe. Ich denke, es geht um mehr als nur eine Geschichte. Jesus ist wirklich geboren und hat als Mensch auf der Erde gelebt. An Weihnachten feiern wir seinen Geburtstag.
Trotzdem finden viele Kinder es schön, zu glauben, dass der Weihnachtsmann kommt und Geschenke bringt. Ja, das verstehe ich. Aber viele wissen nicht genau, worum es an Weihnachten wirklich geht.
Die Geburt von Gottes Sohn hat wirklich stattgefunden. Sie ist nichts Ausgedachtes. Das ist etwas anderes als das ganze Tamtam um den Weihnachtsmann.
Unterschiedliche Sichtweisen auf Weihnachten und Geschenke
Ja, schön für dich. Vielleicht bringt der Weihnachtsmann dir ja deine Geschenke, das soll mir egal sein. Gott ist doch kein Wunschautomat. Er schenkt uns seine Liebe – nichts mit Geschenkpapier und Schleife drum.
Tja, siehst du, der Weihnachtsmann schon. Also, ich glaube eigentlich nicht an Gott, aber wir haben erst heute etwas erlebt, bei dem er uns etwas geschenkt hat. Deshalb muss ich Toni zustimmen: Gott kann schon Wünsche erfüllen.
Verwundert schaut Toni seinen Freund Phil an. Hat er das gerade wirklich gesagt? Vor allem, weil ihr Wunsch, Renate zu finden, ja nicht in Erfüllung gegangen ist – jedenfalls noch nicht. Trotzdem stellt sich Phil auf Tonis Seite.
Missverständnisse und die Suche nach dem Weihnachtsmann
Die Verkäuferin blickt stumm zwischen den beiden hin und her, als wüsste sie nicht, was sie sagen soll.
„Also, wir wollen Ihnen auf keinen Fall die Freude am Weihnachtsmann nehmen oder so. Nicht, dass Sie das falsch verstehen. Ja, wir glauben halt nur nicht daran. Wobei, Marie vielleicht schon.“
„Okay, und warum seid ihr dann hier?“
„Weil wir einen Weihnachtsmann suchen.“
Jetzt schaut die Frau sie an, als wäre sie verrückt. „Äh, sag mal, wollt ihr mich veräppeln? Eben noch die ganze Diskussion von wegen, ihr glaubt nicht an den Weihnachtsmann. Und jetzt seid ihr auf der Suche nach ihm?“
„Ich kann das erklären. Die Jungs sagen die Wahrheit. Wir sind auf der Suche nach einem Typen im Weihnachtsmannkostüm, der hier im Dorf die Leute beklaut.“
„Was, beklaut?“