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Die Bibel hat wirklich recht

Jesaja 40,814.02.2012
Kannst du dich auf Gottes Wort wirklich verlassen, wenn alles wackelt? Die Antwort ist radikal einfach: Nicht Gefühle, nicht Trends tragen dich – nur ein Wort, das bleibt.

Rückblick auf die ersten Schritte im Glauben

In meinem Alter denkt man gern zurück. Da habe ich mir zunächst überlegt, wie das damals war. Ich war 13 Jahre alt, als ich mein Taschengeld zusammengenommen und mir meine erste Bibel gekauft habe. Damals war eine Buchhandlung noch so etwas wie ein Notladen nach dem Krieg. Und wenn man dann selbst seine Entdeckungen macht, da könnten Sie jetzt viel davon erzählen.
Zur Konfirmation habe ich eine Senfkornbibel bekommen. Und dann, nachdem man im Glauben ernst gemacht hatte, war es herrlich, mit der Bibel seine Entdeckungen zu machen. In der Jugendarbeit einen Jugendbibelkreis zu haben, war in Stuttgart ein ganz seltenes Unternehmen. Ich bin heute noch dankbar, dass es möglich war, mit jungen Menschen zusammen das Wort Gottes zu lesen.
Ich kann es überhaupt nicht verstehen, wenn es irgendwo eine christliche Jugendarbeit gibt, in der man nicht das Wort Gottes miteinander auslegt. Und als ich im ersten Pfarramt angefangen habe, haben die Leute auch gestöhnt: Das sind so viele Dienste, die man machen muss. Jetzt lassen wir mal alles andere weg, wir fangen mit einer Bibelstunde an. Bibelstunde? Am Anfang kamen wir zu dritt oder zu viert zusammen. Aber das war das Herz der Gemeindearbeit.
Und ich würde heute immer bloß noch sagen: Auch in den 30 Jahren, die wir in der Stuttgarter Innenstadt waren, in der Hofallgemeinde, war das Allerschönste die große Bibelstunde. Wir hatten noch eine extra mit jungen Leuten, auch im großen Saal. Das ist so interessant, wenn wir einfach sagen: Wir wollen hören, was das Wort Gottes uns jetzt sagt.

Warum die Frage nach der Bibel so grundlegend ist

Jetzt ahnen Sie ja auch, dass ich in meinem Leben oft von Leuten gehört habe, die mit der Bibel gar nicht viel anfangen können. Das hat man bei Hausbesuchen gehört. Am schwersten war es aber, dass man es natürlich im Theologiestudium gehört hat. Und dann hat man es von vielen anderen in der Christenheit gehört, die viele Zweifel am Wort Gottes hatten.
Das ist doch von Menschen geschrieben! Ich erinnere mich noch an einen Volkshochschulvortrag. Da war ich VK in Tuttlingen, und der Referent im großen Saal der Volkshochschule hat sich dreiviertel Stunden lang bemüht zu zeigen, dass die Bibel von Menschen geschrieben ist. Neben mir saß ein junger Gewerbelehrer. Der hat gesagt: „Melde ich doch mal.“ Ich konnte mich ja nicht selbst melden. Er hat gesagt, das hätte er eigentlich schon immer gewusst. Das stehe ja in der Bibel drin, dass das der Paulus und der Matthäus geschrieben haben. Er solle doch endlich mal sagen, warum die Bibel Gottes Wort ist.
Der Referent wohnte bei mir im Haus, und am nächsten Tag hat er eine interessante Frage aufgegriffen, die dort gestellt worden war: warum dieses Wort der Bibel überhaupt Gottes Wort ist. Darum ist das die Kernfrage.
Schon kleine Kinder fragen, wenn wir ihnen Geschichten erzählen: „Papa, ist das eine wahre Geschichte, die du mir erzählst?“ Das ist auch schon bei Märchen so. Wir brauchen keine Märchen, wir brauchen keine Ideen und Fantasien. Wir brauchen wahre Geschichten.
Kann man sich auf dieses wunderbare Wort absolut verlassen, auf das, was in der Bibel drinsteht? Es kam gerade ja in den Nachrichten, dass bei einem A380, das ist dieser Großraumflieger, in den 600 Leute oder mehr reinpassen, feinste Haarrisse entdeckt wurden. Aber was ist das? Das sind ja gar nicht so kleine Dinge, diese Haarrisse. Und jetzt müssen alle Flugzeuge am Boden bleiben.
Deshalb würde ich sagen: Das interessiert uns noch viel mehr. Ist das Wort Gottes absolut zuverlässig für mich? Kann ich mich darauf verlassen? Das ist ja die große Frage, die dahintersteht.

Die Gegenwart im Licht biblischer Verheißung

Ich bin überzeugt, dass dies auch der Grund ist, warum unsere Kirchen überall so leer werden. Ungläubige Menschen haben ein sehr feines Gespür dafür, wo es noch etwas gibt, das man in dieser Zeit ernst nehmen kann und worauf man sich absolut verlassen kann.
Dann stellt sich auch oft die Frage: Passt denn die Bibel noch in unsere Zeit? Neulich gab es im Sonntag aktuell auch eine solche Umfrage. Dort kamen verschiedene Persönlichkeiten zu Wort, unter anderem die Wetterfee Kleinert mit der Wespentaille, die ich auch vom Wetter her kenne. Sie meinte ebenfalls, man müsse die Bibel vielleicht um ein paar Themen erweitern. Sie schlug vor, man solle ein Kapitel über Aids aufnehmen. Das ist ja toll.
Ich erinnere mich an einen Synodalwahlkampf in Stuttgart, wo der theologische Mitbewerber dann sagte, man müsse die Bibel für unsere Zeit neu schreiben. Ja, wie denn? So verrückt, wie unsere Zeit ist? Oder wer soll denn sagen, was da drin ist?
Aber dann kommen die allgemeinen Weisheiten, dass man sagt: Ja, heute gibt es Computer, heute gibt es Autos, Weltraumfahrt, Technik und Wissenschaft. Dann kann man alles aufzählen, was in unserer Zeit da ist. Neulich hat mir ein großer Computer-Verkaufsmann ganz schlicht gesagt: Sicher gibt es im Technischen viele Veränderungen unserer Zeit, aber es ist alles gleich geblieben wie vor Tausenden von Jahren, nämlich das böse Herz des Menschen.
Es gibt keinen Menschen, der mit seinem Gutsein den Himmel erreichen kann. Und das ist das Problem, in das das Wort Gottes hinein spricht. Darum ist es so aktuell und so zeitnah für uns heute. Und ganz besonders in unserer Zeit ist es ganz wichtig, dass wir die absolute Zuverlässigkeit der Bibel entdecken, weil wir in diesen Tagen erleben, wie in der Welt alles wackelt und wankt, die großen Erschütterungen unserer Zeit.

Weltkrisen und die bleibende Zusage Gottes

Es ist ja unheimlich! Dass der Euro so schnell baden geht, hätte ich in den kühnsten Träumen nicht erwartet. Das geht ja rasend schnell. Was die Menschen an großen Planungen haben, und dann diese schrecklichen Erdbeben!
Hätte Sie das je für möglich gehalten, dass sogar unsere Regierung in Bonn plötzlich die Atompolitik total ändert, um 180 Grad? Das ist ja Wahnsinn, alles, was da kommt: die Tsunamis, dann die Aids-Infektionen, der Terror und was wir alles haben, die Hungerprobleme in der Welt. Alles ist erschütternd, sodass man Angst hat. Wie geht denn das überhaupt noch weiter, und wie wollen wir denn die Zukunft bewältigen?
Aber man sage: Sie haben, das hat doch der Herr Jesus schon gesagt. Lesen Sie doch mal Matthäus 24, da steht doch alles drin. Es wird Hunger sein, teure Zeit. Wir haben doch so tolle Volkswirtschaftler und Bankensachverständige, die müssen doch mal endlich das eine Problem in den Griff bekommen, dass das Geld wenigstens das wert ist, was es wert ist. Nein, Teuerung wird sein. Und dass es nicht möglich ist, obwohl die Erde genügend Lebensmittel produziert, dass alle Menschen satt werden.
Und dass die Ungerechtigkeit überhandnimmt, die Gesetzlosigkeit nimmt überhand, die Lieblosigkeit nimmt überhand. Und die Verführung im Glauben nimmt überhand. Ja, das ist ja ganz wild, dieses Wirrwarr in unseren Zeiten, genau wie es Jesus uns vorausgesagt hat. Und die Gemeinde zerfällt, es wird immer schlimmer. Wie aktuell ist das, wenn man das sieht!
Eine Nation erhebt sich gegen die anderen. In Afrika sind diese ganzen großen Völker unheimlich, die man gar nicht zusammenhalten kann. Aber bei uns? Hätte einer noch nie gedacht, dass wir in Europa so einen schmutzigen Krieg kriegen, wie wir ihn da im Balkan gehabt haben. Was war das furchtbar, mit Massenerschießungen, was da alles Grausames passiert ist, wie es der Herr Jesus vorausgesagt hat. Und die Liebe wird in vielen erkalten.
Ja, woran kann man sich denn in dieser verrückten Zeit noch halten? An das Wort Gottes. Denn das Wort Gottes bleibt, auch wenn alles um uns her wackelt und bebt.

Das Zeugnis der Schrift über Vergänglichkeit und Bestand

Darum ist es ganz wichtig, wenn einer sagt, man brauche dem Glauben einen festen Standpunkt, einen festen Halt unter seinen Füßen. Das kannst du nur im Wort Gottes finden. Sonst bist du wirklich hin und her geworfen wie eine Daune, die irgendwo im Wind davonfliegt, ganz leichtgewichtig und ohne zu wissen, wohin das geht.
Gerade wenn man älter ist, wird das besonders deutlich. Neulich habe ich mit meiner Frau darüber gesprochen, und ich habe gesagt: Stell dir mal vor, wir wären nicht in Jesus geborgen. Dann steht man in seinem Alter da und fragt sich: Wohin gehst du? Was kommt auf dich zu?
Ich habe das ja oft erlebt bei den Trauergesprächen, wenn dann die Angehörigen erzählt haben und gesagt haben: Jetzt geht es der Oma gut. Wenn man dann ganz einfach fragt: Bist du sicher? – dann ist das genauso fragwürdig. Oder wie neulich bei Hästers gesagt wurde: Damit sinkt er im Himmel weiter. So ein Quatsch, das glaubt doch kein Mensch. Solche dummen Sprüche werden in der Welt verzapft, und was soll das alles? Da wird dann im Chor gesagt: Wir kommen alle in den Himmel. Und jeder weiß, es kann doch nicht wahr sein. Es kann doch nicht wahr sein.
Die Bibel sagt es anders. Die Bibel sagt es anders, und das ist interessant, weil schon im Alten Testament in völliger Klarheit von den großen Erschütterungen gesprochen wird. Von dem, was wir bisher immer gemeint haben: Ja, die Welt, die geht munter weiter, und die lebt da einfach weiter. Da heißt es schon in Psalm 102: Erde und Himmel werden vergehen. Du aber bleibst. Sie werden alle veralten wie ein Gewand.
Manche von Ihnen haben die Bibel dabei. Dann schlage ich Sie mal auf Jesaja 34,4 auf. Das ist doch toll. Gucken wir uns die Stelle an, wie oft das in der Bibel vorkommt und wie klar das dort steht:
 Jesaja 34,4Alles Heer des Himmels wird dahinschwinden, und der Himmel, die ganzen Weiten über uns, wird zusammengerollt werden wie eine Buchrolle. Und all sein Heer wird hinwelken wie ein Blatt, das am Weinstock verwelkt, und wie ein dürres Blatt am Feigenbaum.
Wir haben gar nichts in den Händen. Selbst das, was wir als fest ansehen, wird vergehen.
 Jesaja 51,6Wenn es zu schnell geht, dann ist das auch nicht schlimm, wenn Sie dann nur halb hören: Hebt eure Augen auf gegen den Himmel und schaut unten auf die Erde; denn der Himmel wird wie ein Rauch vergehen, ein Dampf, und die Erde wie ein Kleid zerfallen. Und die darauf wohnen, werden wie Mücken dahinsterben. Und dann kommt’s: Aber mein Heil bleibt ewiglich, und meine Gerechtigkeit wird nicht zerbrechen.

Die Kraft des göttlichen Wortes im persönlichen Leben

Mensch, war sie mir reich! Warum kannst du das glauben? Weil es dir das Wort Gottes sagt. Ganz wunderbar, kann ich Ihnen sagen, ich glaub’s nicht, das darf man ja auch nicht einfach so machen, natürlich. Aber wunderbar ist es, wenn dir der Heilige Geist das Licht aufgehen lässt. Anders geht es überhaupt nicht. Man kann nie anders glauben.
Der Mensch mit seinen genialen Fähigkeiten, der so Tolles in der Technik konstruieren kann, der Geheimnisse der Wissenschaft erforschen kann, kann in die Welt Gottes nicht eindringen. Es bleibt ihm verschlossen. Im Buddhismus bleibt es verschlossen. Er kann bloß versuchen, sich in sich selbst zu versenken, und die Hindus können sich mit den Geistern beschäftigen, aber sie können nie zu dem lebendigen Gott vordringen.
Am schönsten ist es dann in Jesaja 40 gesagt, und die Stelle kennen Sie gut: Jesaja 40,8, von der Vergänglichkeit der Dinge. Wir fangen an mit Vers 6. Es spricht eine Stimme: Verkündige!, heißt es. Prediger, verkündige, ruf das in die Welt hinein, sei ein Evangelist, ein Bote, sag das allen Menschen. Und ich sprach: Was soll ich denn verkündigen?
Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Manche von Ihnen haben Freude, Kinder, Enkel, liebe Menschen, und gucken sich an, es sei herrlich. Doch Menschenleben ist wie Gras, wie Gras vergeht. Da auf dem Friedhof ist mein Großvater beerdigt, verwest, vergangen. Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, denn des Herrn Odem bläst drein. Ja, Gras ist das Volk. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das ist toll in der Bibel: Das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.
Also, das kann man gar nicht glauben. Ich sage immer gern: Zweifeln tun wir alle. Natürlich zweifeln wir auch, wenn der Arzt sagt, wir sind unheilbar krank. Dann zweifeln wir auch, ob das Gott noch in der Hand hat. Und wenn du nicht mehr fühlst von der Gnade Gottes, kommen die Zweifel. Dann kannst du dich nur an das Wort Gottes halten. Und dein Glaube lebt nur davon, dass du das Wort Gottes hast.

Begegnung mit Sterben, Trost und dem lebendigen Wort

Jetzt muss ich bekennen, dass ich als junger Pfarrer auch so dumm war, dass ich meinte: Ach, die Bibel, das ist so ein bisschen von gestern.
Ich will es mit meinen Worten sagen: Damals war ich 22 Jahre alt, mein Studium war schon fertig, ich hatte mit dem Vikariat begonnen, war ganz stolz und dachte, ich bin jetzt richtig in der Jugendkraft. Und ich sage das so charmant und so nett.
Da war ich beim ersten Krankenbesuch im Krankenhaus in Tuttlingen einem sterbenden jungen Mann aus Thalheim bei Tuttlingen gegenübergekommen. Er lag da im Sterben, beide Nieren abgequetscht mit seinem Moped. Damals gab es noch die alten Granitsteine am Straßenrand, und da war er dagegen geflogen. Er hatte Streit mit dem Vater gehabt und fragte mich: Muss ich sterben? Ich sagte: Wahrscheinlich schon.
Und dann merkte ich erst, was ich gesagt hatte. Ich kam mir vor wie ein Henker. Er starb zwei Tage später. Und dann habe ich gemeint, ich kann gar nichts anderes mehr sagen als Gottesworte: Und ob ich schon wanderte durchs finstere Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.
Und dann fragte Ernst: Und was kommt dann? Er sagt: Da wartet Jesus auf dich.
Auf einmal merkt man, dass das Wort Gottes eine Macht ist, weil der lebendige Gott spricht. Wir haben erst in acht Tagen das andere Thema, eigentlich habe ich es jetzt auseinander: die Kraft des Wortes Gottes, Gottes Erhimmung dazu. Warum wirkt denn das Wort Gottes so gewaltig? Das hat eine Kraft, die mit keiner Menschenkraft vergleichbar ist. Das, was kein Mensch kann, kann das Wort Gottes. Es dringt durch, selbst durch den Widerstand.
Und wie viele Leute erzählen und sagen: Ich war ein Hasser Gottes, und ich war ganz weit weg. Und da sah ich ein Bibelwort, da hat mir einer ein Bibelwort gegeben, das hat mich getroffen und hat mich umgedreht.
Aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

Zeugnisse aus Geschichte, Leid und Gemeinde

Jochen Klepper, der Liederdichter, hatte große Not. Seine Frau, die Jüdin war, sollte ins KZ. Er wäre gern mit ihr gegangen, doch es wurde ihm verwehrt. Er hing ganz an seiner Frau, die ja älter war als er. Ohne seine Frau konnte er nicht leben. Es war ein ganz erschütterndes Leben.
In dieser ganzen Not hat er noch mit Eichmann versucht, eine Sondergenehmigung zu bekommen und so weiter, damit er ausreisen konnte. Doch auch das wurde verboten. Er ging durch die Berliner Kirchen und schreibt in seinem Tagebuch: „Wieder ging ich aus der Predigt leer hinaus, die Pfarrer sollten bloß mehr Bibel lesen, Bibelworte.“
Da stand ein Mann am Abgrund und hungert und hört irgendwelche Sprüche, die da erzählt werden über irgendetwas. Und er hungert doch danach, die Stimme des gnädigen Gottes in seinem verlorenen Leben zu hören.
So geht es doch uns allen in den Krisen unseres Berufes. Im Blick auf unser eigenes Sterben, bedroht von der Krankheitsnot, in der Sorge um unsere Kinder und Enkel und alles, was weitergeht in der Vergänglichkeit dieser Welt: Alles wackelt um uns herum, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewig.

Jesus als Mitte der ganzen Schrift

Und wie hat das Jesus noch einmal unterstrichen und noch einmal auf den Nenner gebracht? Übrigens war es so nett: Als wir mit einer Reisegruppe in Israel waren, besuchte ich einen führenden Mann der messianisch-jüdischen Gemeinde, Viktor Smadja. Er hat dort ein Druckhaus, in dem viele christliche Bücher gedruckt werden. Er schenkte unserer Reisegruppe ein Büchlein mit dem Titel Christus im Alten Testament.
Das fand ich so toll. Das wissen die Juden: Das ganze Alte Testament zielt auf Jesus. Und wenn du Jesus nicht im Alten Testament findest, hast du das Alte Testament noch nicht verstanden. Alles zielt auf Jesus, alles ist eine Einheit. Die ganzen Opfer zielen schon auf Jesus. Das ganze Gesetz, das Jesus im neuen Gehorsam erfüllt hat, ist ganz wunderbar. Und dann die großen, wunderbaren Verheißungen: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel wanken, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen. In Jesus ist das erfüllt, ganz wunderbar.
Und da hat Jesus gesagt: Himmel und Erde werden vergehen. Und darum ist das nur etwas ganz Kurzfristiges. Aber meine Worte werden nicht vergehen. Die Jesusworte, aber auch die ganzen Gottesworte, sind so entscheidend und wichtig für uns. Und wir wollen jetzt wieder anfangen, für unser Leben viel konzentrierter mit dem Wort Gottes zu leben und zu sagen: Der Tag soll gar nicht anders beginnen.

Das Hören als eigentliche Haltung des Glaubens

Ein wenig bedrückt war man, wenn man unsere Alten in der Gemeinde besucht hat. Das waren früher auch Säulen in der Gemeinde, und einer war Vorsitzender unserer Gemeinde. Da bin ich hingekommen, um zehn Uhr, und habe gesagt: Hast du schon die Bibel gelesen? Da habe ich gesagt, da reicht die Kraft nimmer. Da habe ich gesagt, aber Zeitung hast du gelesen? Ha ja, ich habe sie durchgeblättert. Muss man denn den letzten Überfall vom Park und die Straßenbahn zusammengestoßen und Preissteigerung und Lidl-Annoncen noch lesen?
Dass wir den Tag beginnen, dann, wenn unser Leben zerrinnt, mit dem Wort Gottes. Und dass sie es wissen, wenn sie einen Trauerbrief schreiben oder wenn sie zur Beerdigung gehen oder einen Krankenbesuch machen: nur ein Wort Gottes bringen. Ich habe dir das Wort Gottes mitgebracht. Da will ich es, dann lasst es doch schenken. Bringe eins und bete: Herr, lass es wirken.
Haben sie es auch schon oft erlebt, dass Leute sagen, das ist das Allergrößte, was du mitgebracht hast? Nichts, kein Blumenstrauß, Pralinen kann jeder Kranke nicht essen, und Blumen ärgern die Schwestern. Aber dass sie sagen: Ich habe dir ein Wort Gottes mitgebracht, ein Lied dazu, und ich bete noch mit dir. Und dann gehe ich bald wieder, denn der schwitzt sonst, und er hält es gar nicht aus, die Anstrengung des Besuchs. Aber das Allergrößte ist, ihm zu sagen: so ein Wort, es sollen wohl Berge weichen und Hügelchen fallen, meine Gnade soll nicht von dir weichen. Das ist ganz, ganz wunderbar, dass das wichtig ist.
Und wenn wir daran denken, das wird alles aufhören, noch einmal die Sorgen, die uns heute bewegen, was in der Zeitung aktuell ist, die Sorgen um unser Geld und um Sonne und Mond und um Schnee und Regen und Nacht und Tag und Leben und Tod und Wissenschaft und Forschung und Denken und Fühlen. Vergeht alles, aber das bleibt. Und daran kann man sich halten. Und das ist so wunderbar, dass wir einen Grund haben, über diese Schwelle des Todes hinaus zu blicken.

Gott redet wirklich: Offenbarung statt bloßer Religion

Jetzt muss ich Ihnen einen kleinen Einstieg geben und sagen, warum das so ist. Das grösste Wunder ist nicht, dass ein Krebskranker geheilt wird. Das habe ich auch erlebt, aber Gott macht das ja nicht überall. Es gibt viele Wunder, die man erlebt. Sie haben auch schon viel erlebt.
Es war ein Wunder, dass wir unsere Sinne noch gebrauchen können: Hände, Füsse, Zunge, Lippen und Ring. Es gibt ganz viele Wunder Gottes im Alltäglichen. Ein Wunder Gottes ist auch, dass der Frieden in unserem Land noch besteht.
Aber das grösste Wunder aller Zeiten ist, dass unser Gott redet. Jetzt wissen Sie, es gibt viele Religionen in der Welt. In keiner Religion der Welt gibt es so etwas, dass Gott redet. Es gibt das, dass man Gott Opfer bringt. Die Leute rutschen auf ihren Knien herum und nehmen Goldplättchen und legen sie auf die Dachplatten, und was die Völker alles tun, um Opfer für Gott zu bringen.
Aber das, was die Bibel sagt, ist ungeheuerlich: Gott redet wirklich, und zwar durch Menschen. Aber es war wirklich Gott. Ein Beispiel: Paulus schreibt im 1. Thessalonicher 2,13: Ich war bei euch in Thessaloniki, das ist eine griechische Stadt, und ihr habt das Wort, das ich euch verkündigt habe, so begriffen, wie es ist, als Gotteswort. Gott redet, und es passiert.
Sie lesen in der Bibel: Das hat mir Gott heute gesagt, er ist mir begegnet in seinem Wort. Aber es ist wunderbar, dass Gott wirklich redet. Und er redet in die Tiefe unseres Gewissens hinein.

Hören statt Sehen, Erleben oder Gefühl

Es steht schon in der Pfingstgeschichte drin: Petrus hat eine Rede gehalten und noch einmal von David und vom Tod von Jesus gesprochen. Dann fuhr es ihnen ins Herz. Was ist das? Gott redet und sagt: Was sollen wir tun? Das Wort Gottes trifft sie, wühlt sie auf.
Und das ist das Allerwichtigste, was wir in unseren Tagen wieder brauchen. Ich bin immer wieder traurig, wenn in Bibelstunden Referate gehalten werden, Referate über Abschnitte des Neuen Testaments. Dann denke ich mir: Ach, ihr lieben Leute, das ist nicht das Entscheidende. Sondern: Was sagt Gott uns?
Da brauchen wir auch Verkündiger in ihrer jeweiligen Bibelstunde, in der Gemeinschaft, die sagen: Das gilt dir heute. Das hat der Herr mir aufs Herz gelegt, dass ich dir das vom Wort Gottes sage.
Im Evangeliumsrundfunk ist es so schön, wenn man dort Andachten hält. Ich mache das immer gern in der Verkündigung, dass ich, wenn es heißt: Fürchte dich nicht, sage: Das gilt dir. Aber jetzt am Radio: Das gilt dir!
Und der EHF hat so eine schöne Lektorenabteilung. Da müssen irgendwelche ganz braven Mädchen sitzen, die das mit ganz lieber Kinderschrift verbessern. Meine Frau ist eine helle Frau, die hat gesagt: Jetzt halt es doch einfach wieder so, wie du es geschrieben hast. Und das haben die noch gar nicht gemerkt.
Denn es ist so wichtig, dass es per Du geht, mein Großvater hier, der das Eisenwaren­geschäft hat, der hat gesagt: Was nicht per Du geht, das geht per Du, das verfliegt, das verdampft. Das Wort Gottes redet immer per Du. Das ist so wunderbar, dass ich das verstehen darf, dass das Wort Gottes und Gott per Du redet und redet.

Das Ohr des Glaubens und die Gefahr der Verstockung

Jetzt ist man in unserer Zeit ganz arg auf die Augen fixiert. Das kommt wahrscheinlich daher, vom Fußballgucken und vom Fernsehgucken. Und immer müssen wir jetzt irgendetwas von Gott sehen.
Aber die Augen kann man im Glauben nicht wahrnehmen. Die Augen sind in deinem Glauben immer nur ein Hindernis. Es ist schon mal aufgegangen: Nie hat Gott sich durch die Augen offenbart. Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben.
Nicht einmal am Ostermorgen haben sie mit ihren Augen gesehen, dass der Gärtner dabei war, es war der auferstandene Jesus selbst. Selbst im Sturm auf dem Meer haben sie gemeint, dass er ein Gespenst sei, als Jesus über den See kam.
Die Augen waren immer schlecht. Bei Simson, wenn er ein Mädchen gesehen hat, da sind alle Sicherungen bei ihm durchgebrannt. Und wie die Eltern gesagt haben: Das ist doch keine Frau für dich, das ist der ungläubige Freund, hat er gesagt: Aber sie gefällt meinen Augen. Es wurde ihm zum Verhängnis, und die Philister haben als Erstes seine Augen ausgestochen.
Die Augen sind dem Glauben untauglich, sagt uns die Bibel immer. Und deshalb ist dieses heutige Sehenwollen ganz gefährlich.
Hören ist das alte Bekenntnis Israels: Schma Israel, 5. Mose. Höre, Israel, dein Gott. Gott offenbart sich über die Ohren, durch das Hören seines Wortes.
Herr, öffne meine Ohren, dass ich höre wie ein Jünger, dass ich dein Wort begreifen kann.

Das Wort Gottes ist nicht an Stimmung, Ritual oder Zeitgeist gebunden

Heute gibt es noch eine andere Gefahr, die sehr stark aufkommt: dass wir Gott erleben wollen. Ich weiß immer nicht, was man da eigentlich erleben will. Irgendwie geht es dabei um die Psyche.
Ich habe tatsächlich gelesen, dass ein Kirchenmusiker gesagt hat, man könne bei gewissen fetzigen Melodien sogar in der Ekstase Gott begegnen. Das halte ich nicht für möglich. In der Bibel steht jedenfalls nichts davon. Welche Geister man dort in der Ekstase begegnet, wie im Rauschgift, das sind wahrscheinlich irgendwelche Trugbilder. In der Bibel steht nichts vom Erleben, auch nicht vom Gefühl.
Ich bin dankbar für die Väter des Glaubens, die mir noch als junger Mann gesagt haben: Pass auf mit den Gefühlen. Durch die Gefühle kannst du Gott nicht finden. Da hatten sie recht. Was gibt es für Gefühle, die uns heute besoffen machen, die junge Leute im Sex berauschen, gerade auch in all den Erregungen des Herzens? Der lebendige Gott ist nicht drin in den Erregungen unseres Herzens.
Passt bitte auf: Die Gefühle sind so verführerisch, weil sie ganz stark davon abhängen, ob ich gut gegessen habe, ob ich Zahnweh habe und so weiter. Ich kann in ein schönes Konzert gehen, eine Bachkantate hören und bin bewegt. Komme ich raus, ist der alte Schmerz wieder auf meiner Seele. Das hält nicht vor. Das Gefühl hält nicht lange vor.
Gott erleben hört man ja heute überall. Gott feiern, wir dürfen alles machen, wir dürfen Essen kochen und singen, es wurde ja alles schon mal gesagt. Das Entscheidende ist, dass wir heute bei all den neuen Formen, die wir haben, die Hauptfrage stellen: Wie hören Menschen das Reden Gottes?
Und da muss man gar keinen Jux dazu machen, da muss man auch kein Clown dafür sein. Sondern: Wie ist das? Hören, still werden, hören: Was hast du mir zu sagen?

Gottes Reden in der Schrift und die Einfachheit des Glaubens

Gott hat die Menschen immer wieder durch äußere Zeichen angesprochen. Natürlich sieht man das auch in der Bibel. Joseph hatte einen Traum, aber als Gott sich ihm offenbarte, geschah das nicht durch Träume. Das ist übrigens wichtig: Es ist nicht wahr, dass Gott sich immer nur in Träumen offenbart hat.
Bei Daniel zeigte Gott ihm gewisse Dinge. Bei Mose brannte ein Dornbusch. Später aber redete Mose mit Gott wie mit einem Freund, und das war das Entscheidende. Da brannte kein Dornbusch mehr. Auch die äußeren Zeichen können also wegfallen.
Bei Elija gab es am Horeb ein Erdbeben, und dann gab es ein sanftes, stilles Sausen. Aber auch dort war das Entscheidende, dass Gott seinen Plan in seinem Wort enthüllte. Das ist verständlich, und das Wunderbare ist: Jedes Kind kann es verstehen.
Ich freue mich darüber, dass junge Leute oft die Bibel verstanden haben, schon im Jungscharalter oder in der Kindergruppe, und das Wort Gottes angenommen haben. Früher habe ich immer gesagt: Kinderbekehrungen, daran glaube ich nicht. Bei unseren christlichen Fachkräften, die ja tolle Mitarbeiter sind und alles Fachleute auf ihrem Gebiet, waren es oft 70 Prozent der Kandidaten, die erzählt haben, dass sie im Alter von neun oder zehn Jahren angefangen haben, die Bibel zu lesen, und dass Gott durch sein Wort lebendig mit ihnen gesprochen hat.
Das ist etwas ganz Großes. Denn dieses Wort ist nicht kompliziert, und es ist auch nicht von der Zeit abhängig. Wenn Sie heute eine Zeitung von vor 50 Jahren anschauen und darüber lachen, dann ist das vergangen. Die Bibel ist nie vergangen. Selbst das Alte Testament, die Geschichte Abrahams, hat etwas für uns, das aktueller ist als vieles andere.
Das Wort Gottes ist für jede Zeit aktuell, vor zweitausend Jahren ebenso wie heute. Es ist für Menschen aller Bildungsgrade da. Einer kann drei Doktortitel haben, oder er kann ein ganz schwacher Mensch sein, und er versteht das Wort Gottes vom guten Hirten, der ihn durch das finstere Tal führt. Ja, oft verstehen Kinder es sogar besser als die supergelehrten Leute.
Es ist für Menschen aller Kulturen da, für die Indianer in Venezuela und Brasilien ebenso wie für die Nordkoreaner, die Menschen in Zentralasien und die Afrikaner aller Rassen und Völker. Es gibt nur ein unfeindliches Evangelium, das nirgendwo angepasst werden muss.

Die eine Offenbarung und die Warnung vor falschen Quellen

Man muss begreifen, wie wunderbar Gott sich geoffenbart hat. Und wie wir das gerade in diesen Tagen erleben, wie die Botschaft rund um die Welt geht, in den großen Evangeliumssendern, ob sie da BBN Radio haben oder Far East Broadcasting, und wie die alle in China und überall das gleiche eine biblische Evangelium verkünden: Es gibt keine andere Bibel. Es gibt nur die eine Bibel, und diese eine Bibel offenbart das Reden Gottes.
Und da möchte ich gleich hinzufügen: Ganz wichtig ist, wie Jeremia sagt, warum dieses Reden so ist. Jeremia 23 ist die Stelle, die Sie auch einmal aufschlagen müssen. Das ist eine ganz wichtige Zentralstelle, auch in unseren Tagen. Man darf natürlich auch ein Thema über den Gottesdienst setzen, habe ich oft auch gemacht, damit die Leute angelockt werden. Aber wenn es um den Inhalt geht, dann kann es keinen anderen Inhalt geben als das Wort Gottes.
Jeremia: Da steht zuerst ein Gott, der nicht ferne ist, sondern der ganz nahe ist. Und dann heißt es in Vers 25, Jeremia 23,25: „Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge, weil sie sagen ...“ In meinem Land, das ist etwas ganz Furchtbares, wenn man im Namen Gottes unwahre Dinge sagt und Gott noch etwas in den Mund schiebt. Das ist das schlimmste Verbrechen. Das ist noch schlimmer, als wenn man den Wegzeiger umdreht, sodass alle Autos falsch fahren.
Wenn Falsches geredet wird und sie sagen: „Mir hat geträumt, mir hat geträumt“, dann wird jetzt ein Buch erschienen in einem evangelikalen Verlag, wo ein fünfjähriger Bub sagt: „Den Himmel gibt es echt.“ Ich brauche keinen fünfjährigen Buben, der mir über die Ewigkeit etwas sagt, weil Jesus sagt, nur er allein sei vom Himmel gekommen und könnte uns sagen, was dort Gottes Wirklichkeit ist. Und da lese ich nicht solche Bücher von fünfjährigen Kindern. Es mag ja sein, dass er das von irgendwo aufgeschnappt hat. Aber die Offenbarung geschieht durch das Wort Gottes, und Jesus ist das Wort Gottes in Vollkommenheit. Er hat uns alles offenbart, was wir brauchen, und niemand anderes.

Das Wort als Feuer, Hammer und tragender Grund

Und wenn sie morgen kommen und sagen: Das ist irgendein Zauber ohne Künstler. Oder wenn sie sagen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge, weil sie, wie ich sagen will, ihres Herzens Trug verkündigen und wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem anderen erzähle, wie auch ihre Väter meinen Namen vergaßen über dem Baal. Ein Prophet, der Träume hat, erzähle seine Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimt sich Stroh und Weizen zusammen, spricht der Herr? Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?
Das gehört dann in den nächsten Vortrag. Denn die Kraft des Wortes Gottes, der niemand widerstehen kann, ist von großer Bedeutung. Dann haben wir es in Psalm 50,1. Da heißt es: Gott, der Herr, der Mächtige, redet, ruft der Welt zu, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. Unser Gott kommt, redet und schweigt nicht. Da offenbart sich Gott. Und wir haben einen Gott, der redet. Das gibt es in keiner Religion der Welt. Nirgendwo ist das möglich. Kein anderer Mensch kann das ergründen.
Gott offenbart sich durch sein Wort. Das finden wir im Alten Testament. So spricht der Herr. So haben es die Väter erlebt. So hat es Noah erlebt, so haben es Kain und Abel erlebt, und Adam und Eva. Gott sprach. Gott offenbart sich durch sein Wort. Und da stehen wir auf einem festen Grund. Das ist für uns ganz wichtig.
Es gibt so viele Stellen in der Bibel, die dürfen Sie alle selber suchen. Der längste Psalm, den wir überhaupt haben, ist Psalm 119, und er handelt vom Wort Gottes. So schön ist das, und wie viele Geschichten es gibt. Da gibt es auch schöne Liedverse. Vergessen Sie die schönen Lieder nicht. Singen Sie doch die Lieder, tragen Sie darauf in einer Versammlung, denn die Lieder, die wir haben, sind vertontes Wort Gottes.
Und es gibt nicht bloß Lobpreis, sondern es gibt Lehre und Ermahnung. Ermuntert euch selbst mit Psalmen und Liedern. Die Liebe braucht es, dass die Lieder uns ansprechen. Da heißt es: Dein Wort ist unseres Herzens Trost und deiner Kirche wahrer Schutz. Dabei erhalt uns, lieber Herr, dass wir nichts anderes suchen mehr.

Gottes Handeln in der Geschichte und die Zusagen für die Schwachen

Dieses Wort Gottes ist so wunderbar. Dadurch hat Gott geredet. Das wird in allen Büchern der Bibel erzählt. Bei Daniel unter den Persern in der babylonischen Gefangenschaft, bei David in der großen Schuld: Immer hat Gott geredet. Dann kam der Prophet Nathan und sagte: Dies ist das Wort Gottes für dich.
Und Gott offenbart sich in seinem Wort. Wir wissen von Gott nur, was er in seinem Wort sagt. Darüber hinaus braucht man gar nicht nachzudenken. Wir können Gott zwar nicht in der Ewigkeit einmal erkennen, aber was er uns in seinem Wort sagt, das ist so groß.
Und dann all die herrlichen Worte: Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Immer eingeleitet mit dem herrlichen Wort: So spricht der Herr. Und sie haben das doch erlebt, auf der Intensivstation im Krankenhaus, so wohl es war in der Verzweiflung, wenn die Schwermut sie überwältigte. Wunderbar: Wir haben einen festen Grund, auf den wir uns verlassen können.

Warum Menschen das Wort oft nicht hören wollen

Jetzt noch ein Punkt: Warum hören wir denn so schlecht? Das Hauptproblem ist, dass wir nicht hören. Alle Menschen wollen nicht hören. Das ist am schönsten beschrieben. Aber jetzt erzählen Sie einfach biblische Geschichten in der Wüstenwanderung Israels.
Gott hat sich so mächtig offenbart. Es war für Israel immer das allergrößte Wunder, dass sich das Meer teilte. Sie konnten es sich ja gar nicht vorstellen. Sie waren ganz verzweifelt, wie sie da standen, und sagten Mose: Jetzt sitzen wir in der Falle, und die Soldaten vom Pharao sind hinter uns her. Und dann teilt sich das Meer. Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet still sein. Aber sie haben es immer noch nicht begriffen.
Und dann heißt es: Verstockt euer Herz nicht. Das Hauptproblem liegt nicht am Wort Gottes. Das Wort Gottes ist ganz leicht verständlich. Wer das Wort Gottes einmal begriffen hat, der sagt: Das ist doch klar. Verstehst du den 23. Psalm wirklich nicht? Der Herr ist mein Hirte.
Aber man kann das Herz verstocken, einfach zumachen, und man will nicht mehr hören. Wie es am Sinai gestanden hat, haben sie gesagt: Wir wollen Gott nicht reden hören. Mose wollte Gott reden hören, er sprach mit Gott. Und Mose musste ihnen Bilder machen, die Opfer, weil sie Gott über diese Rituale dienen wollten.
Das ist ja heute auch wieder eine Frage, ob man mit Ritualen und Symbolen und Kerzen und allem Gott dienen soll. Eigentlich wurden ja in der Reformation die Kerzen abgeschafft. Das ist ja heute ganz toll. Das ist natürlich nett, ich zündle auch gern in der Kerze herum. Meine Frau hat immer Probleme in der Adventszeit mit mir. Aber dass es mich nicht näher zu Gott bringt, um den Punkt geht es mir.
Man kann viele schöne Sachen machen, aber sie bringen uns nicht näher zu Gott. Alle Rituale, alle Formen sind nicht die entscheidenden Dinge. Sondern das Herz muss geöffnet werden, das Ohr muss geöffnet werden, damit ich höre wie ein Jünger hört.
Und wie hört ein Jünger? Das kennen wir schon bei Samuel: Rede, Herr, dein Knecht hört. Nicht als ein Besserwisser, der über Gott zu Gericht sitzt, sondern wie einer, der hungert nach dem Wort Gottes.

Die Wüste ohne Wort und die Einfachheit der Gleichnisse

Das Allerschlimmste beim Amos ist, dass einmal Zeiten kommen werden, in denen man von einem Meer zum anderen läuft, das Wort Gottes sucht und es nicht mehr findet. Das Reden des lebendigen Gottes, liebe Freunde, ist heute bei uns in Stuttgart schon so. Ich kann Ihnen sagen: Es ist eine Wüste geworden.
Das war unsere Cannstatt, wo ich jetzt wohne, früher ein gesegneter Ort, wo es so viele Brunnen gab und das Wort Gottes ausgeteilt wurde. Es ist erschütternd, es ist erschütternd. Darum: Haltet die Brunnen frei, wo das Wort Gottes verkündigt wird, ganz schlicht und einfach. Man kann gar nichts Eigenes dazusetzen, sondern so schlicht, wie wir es hören.
Jesus hat eigentlich bloß immer mit Geschichten das gemacht. Ich würde Ihnen auch Mut machen: Erzählen Sie immer Geschichten, so wie wir es Kindern gegenüber tun. Was Sie Kindern richtig machen, ist gerade für die Erwachsenen richtig.
Wie einfach hat Jesus erzählt: Der Sämann, der streut den Samen aus. Aber man denkt: Der ist ja nicht bei der Sache. Was ist mit dem Mann los? Er streut einen ganzen Batzen Samenkorn auf den Felsen und die nächste Handbewegung in die Dornen hinein. Und dann auf den festgetrampelten Weg.
Da sagt der Jünger: Was ist denn los? Er sagt: Jesus, Gott ist der Sämann, der das Samenkorn sät. Das ist das Wort Gottes. So ist das Wort Gottes, es wird ausgeteilt. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samenkorn in mich fällt, Herr, lass es aufgehen.
Auch so aktuell, wie Jesus sagt: Der Betrug des Reichtums sind die Dornen. Der Betrug, das ist eine tolle Formulierung bei Jesus, wirklich steht da drin: Es erstickt das Wort Gottes, und er kann es nicht aufnehmen. Das ist unser Problem heute mit dem Reichtum.

Hören lernen statt das Wort zu verändern

Und dann wirkt das Wort Gottes nicht mehr. Es liegt nicht am Wort Gottes, das ist nicht das Problem. Es braucht auch gar keine Aufhellungsmittel, sondern es liegt an unserem Herzen.
Darum gilt: Wenn man heute unsere Gottesdienste beleben will, brauchen wir nicht noch mehr Firlefanz und noch tollere Musik und noch mehr. Wir brauchen Menschen, die sich zum Hören des Wortes Gottes zubereiten.
Wissen wir überhaupt noch, dass ich das brauche, dass ich bereit bin zum Hören, wie ein Jünger hört? Das ist zu allen Zeiten die Not gewesen. Und darum ist es der allerschlimmste Irrweg, wenn man meint, jetzt müssten wir das Wort Gottes noch an unsere Zeit anpassen und verändern und was weiß ich.
Das Wort Gottes widerspricht all meinen Erfahrungen. Ich kann mal so ganz grob sagen: Wenn Sie beim Bibellesen sagen, das gibt es doch nicht, was da steht, dann sind Sie richtig dran. Denn das Wort Gottes will Ihnen etwas sagen, was Sie noch nicht wissen, was Ihrem normalen Denken widerspricht.
Das ist mit allen Jesusworten so. Wenn Jesus sagt: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden, dann denkt man: Quatsch, Jesus hat doch keine Macht nach meiner Erfahrung. Der Teufel hat Macht in der Welt, und die bösen Menschen haben Macht.
Aber da sind Sie erst dran, dass genau das Wort von Jesus gilt, das meine Erfahrungen sprengt. Es gibt mir erst den Blick. Da lerne ich immer aus dem Wort Gottes, indem ich es neu lerne, weil es meine Erfahrung sprengt. Und dann merke ich, wie herrlich das ist, was er sagt.
Jetzt machen wir Frau Präsidentin!
Das Wort Gottes braucht auch keine künstliche Aktualisierung. Es meinen immer die Ausleger, so wie es Gott gesprochen hat, ist es oft gewaltig. Es braucht auch nicht an die Wünsche des Menschen angepasst zu werden, weil das Wort Gottes sich gar nicht anpasst, sondern zuschlägt. So war es in ihrem Leben.

Glauben gegen den Verstand und die Erfahrung

Und so ging es allen Glaubenszeugen in der Bibel. Sie haben Gott erlebt und erfahren. Und am allermeisten habe auch ich es erlebt, gerade dann, wenn es mit meinem Verstand und mit meiner Erfahrung nicht zusammenpasste.
Abraham wusste doch, wie Kinder entstehen. Und doch sagt Gott zu ihm, dass er noch einen Sohn bekommen soll. Da hat er gedacht, das muss ich wohl mit Hagar machen, das ist meine Möglichkeit. Das war ganz schlimm. So ist es immer bei uns, wenn wir unserem Wissen dem Wort Gottes nachhelfen wollen.
Und Sarah hat gelacht. War sie denn eine so große Glaubensfrau? Das Wort Gottes ist viel weiter als dein Denken und dein Verstehen. Wer bist du denn vor dem Wort Gottes? Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?
New York hat sechs Millionen Juden, wie Sand am Meer, mehr als in Israel leben, wie es in der Bibel steht. Ich war vor Jahren einmal im Libanon. Ich habe immer so gesagt, was in Hesekiel 24 und 26 steht, das ist nicht so wichtig für den Libanon. Wo die Stadt Tyrus war, da steht nämlich, dass Tyrus nicht mehr aufgebaut wird. Und wo die Stadt Tyrus war, da werden die Fischer ihre Netze spannen. Und da sind die Netze gespannt, heute, dreitausend Jahre später. Unglaublich. Da kommst du aus dem Staunen immer noch nicht heraus.
Chorazin, Betsaida, Kapernaum, alle Israel-Touristen, alle Städte werden wieder aufgebaut, weil Jesus es gesagt hat. Die Wahrheit des Wortes wird viel größer. Mag vieles gelten, was wir nicht verstehen, dann lass es stehen. Wenn du es nicht verstehst, brauchst du damit nicht abgeben. Ich habe so viel, was ich verstehen darf. Das reicht.

Trost, Lied und Vertrauen im Sterben

Die Hanna war damals für die Frauen ganz wichtig, einen Nachfolger zu haben. Und der Mann hatte einfach eine Nebenfrau genommen, die Peninna. Die hatte Kinder bekommen wie die Hasen, puff, und hat nur gespottet. Hanna hat im Heiligtum geweint, und der Herr sagt: Du wirst erfahren, dass er Herr ist.
Und selbst der verlotterte Eli, so wie manchmal die Hauptamtlichen sein können, dass sie gar nicht mehr viel verstehen, spürt etwas von dem allmächtigen Gott, dessen Macht sich in der Schwachheit offenbart, in der Hilflosigkeit.
Das Herrenwort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss. Du kannst dich immer daran halten, in den schwersten Stunden deines Lebens. Er hat’s gesagt, und darauf wagt mein Herz ist froh und unverzagt und lässt sich gar nicht grauen. So toll, wie die Lieder das uns wieder auslegen, dass man es auch noch in Reinform behalten kann. Auf dieses Wort Gottes kannst du bauen.
Und ich wünsche mir für meine Sterbestunde nicht Amorphium, sondern Menschen. Und wenn es bloß eine kranke Schwester ist, die einem ein Wort Gottes zuruft. Ich habe Ihnen die Geschichte vorhin nicht fertig erzählt von dem jungen Mann, der am Sterben lag in Tuttlingen. Der hat in der Nacht vor dem Sterben die liebe Zeller Nachtschwester gerufen und hat die Lieder zu seiner Beerdigung herausgesucht: Sollte ich meinem Gott nicht singen und Jesus Christus herrscht als König.
Das schafft das Wort Gottes, glauben Sie nicht. War neuer zur Vertagung im Mohnbachtal, war die Schwester wieder dabei, hat gesagt: So etwas habe ich nie mehr erlebt. Das heißt, es hat Gott mir geschenkt, dass sie weiß, was sein Wort ist, was er wirkt im Leben eines jungen Menschen.

Gottes Treue in der Geschichte und das Hören auf seine Stimme

Jetzt können wir von Mose erzählen, wie Gott mit ihm redet: Ich bin, der ich bin, und wie er ihn sendet, 2. Mose 3. Bei David, bei Josua, bei Gideon, der der Kriegsmacht gegenübersteht, bei Daniel, dass Gott sein Wort nicht bricht und sein Wort hält, und sie glauben dem Verheißungswort. Im Bibelausleg hat es so schön gesagt: Glauben heißt, Anker werfen im Filzengrund des Wortes Gottes. Wunderbare Formulierung. Ich bin der Herr und keiner mehr.
Und darum: Das gibt es im Islam nicht. Es gibt viel im Islam, es gibt auch keine Sündevergebung, auch keine Heilsgewissheit, aber es gibt keinen redenden Gott. Früher gab es die Grammophonmarke Elektrola, das hat mir so gefallen, mit so einer großen, wie heißt das da oben, wo der Ton rauskommt. Da saß ein Hund, und drunter saß: His Master’s Voice. Er hört auf die Stimme seines Herrn. So sollten eigentlich wir sein: Herr, sag mir, was du mit meinem Leben vorhast. Wenn wir Stille haben: Herr, ich will dir begegnen. Ich will das Geschwätz von irgendwelchen Leuten hören, mir geht es nicht um sonstige Dinge, mir ist es um dein Wort zu tun. Ich will deine Stimme und das lebendige Wort Gottes.
Ich sage nur: Das nächste Mal wird es interessant, was der Heilige Geist dort wirkt und warum das Wort Gottes mit dem Heiligen Geist verknüpft ist. Das Thema das nächste Mal. Aber wir können es noch einmal sehen: Sagt Gott in der Wüste zu dem Volk Israel, zum verstockten Herzen, 2. Mose 19: Ihr habt gesehen, wie ich euch auf Adlersflügel getragen habe und zu mir gebracht. Werdet ihr meiner Stimme gehorchen, so sollt ihr mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.
Es gibt keine guten Christen, es gibt auch keine begabten Christen. Es gibt nur hörende Christen, durch die Gott wirken kann und die in der Macht seines Wortes weiterbringen.

Christus als Vollendung der Offenbarung

Der grosse Mathematiker Pascal hat gesagt: Nur auf den Wegen, die das Evangelium lehrt, kann man Gott finden, genau, nur auf diesen Wegen.
Es geht mir um die Gottesbegegnung, die wir im Wort haben, wo Gott sagt: Ich habe dich lieb. Ich bin bei dir. Niemand kann dich aus meiner Hand reissen. Ein herrliches Wort. Dann können sie leben und sterben. Was soll denn noch geschehen können? Und dann hören sie meine Stimme, sagt Jesus vom guten Hirten.
Das Kennzeichen, das Wort Gottes, ist komprimiert zum Ende im Kommen von Jesus: Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Alles, was je an Gottesverheissungen gesagt wurde, im ganzen Alten, ist zusammengefasst in Jesus, dem sichtbaren Wort Gottes, das zu uns kommt. Und das ist ganz wunderbar, dass das in Jesus ganz sichtbar geworden ist und unter uns ist und wir in diesem Wort hören dürfen.
Weil uns das Jesus noch einmal zeigt: Alle Gottesverheissungen sind ja und amen in ihm, Gott zu Lobe durch ihn. Und wenn du das immer wieder siehst, diese ganz grossen Jesusworte, im Grund, das gibt es ja gar nicht, was Jesus sagt: Niemand kommt zum Vater als durch mich.
Da war neulich auf dem schönen Blick die Tagung für die Verfolgten. Da waren die pakistanischen Christen da. Es war erschütternd, was die erzählt haben, wie die da in den Polizeistationen gemetzelt werden. Und die sagen dann: Wir machen Open-Air-Evangelisation, und dann sind tausend Leute da, und dann sagen wir es in Gegenwart der Muslime: Niemand kommt zu Gott als durch Jesus.
Da haben sie sich gelbhaar gemeldet und gesagt: Haben sie die eigentlich noch nie, euch deshalb wegen Lästerung des Propheten? Totgeschlagen? Da hat Gott seine Hand drüber gehalten. Aber wir wollen niemandem verschweigen.

Das Bekenntnis der Kirche und die Einzigkeit des Wortes

Hoffentlich verschweigen Sie es nicht. Bei uns ist es so modern, dass unsere jungen Leute immer sagen: Wir wollen von Gott reden.
Ach, von Gott! Die Nazis waren gottgläubig, wie sie sich nannten. Wir sind gottgläubig. Alfred Rosenberg hat gesagt: Ich will von Christus nichts wissen, aber ich glaube an Gott. Das sagte er, bevor er noch gehängt wurde.
Aufpassen, aufpassen: So einen Feld-, Wald- und Wiesengott haben wir alle. Gott hat sich offenbart. In Jesus ist für uns der Name Jesus. Da ist Gott sichtbar geworden unter uns. In Jesus ist das alles erfüllt und gesehen, damit wir es erkennen können. Darum ist es so wichtig, wenn Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wenn Jesus ein guter Mensch gewesen wäre, hätte er so etwas nie sagen dürfen. Da scheiden sich Glauben und Unglauben an seinem Wort.
Sokrates hat nie gesagt: Ich bin das Licht der Welt. Marx auch nie, und Hitler auch nie. Aber Jesus hat gesagt: Ich bin das Licht der Welt. Durch ihn allein kommt der Lichtschein in die Welt. Und da haben wir die ganze Offenbarung Gottes, die in Jesus erfüllt ist.
Da brauche ich sonst nichts mehr, als dass ich aus dem Wort Gottes ganz nah zu Christus komme und immer mehr ihn entdecke und immer mehr ihn erfahre. Und das ist der größte Trost. Ein schönes Wort von Johannes dem Täufer und Johannes 3 am Schluss: Wer Jesus hat, hat das Leben, der hat alles; da gibt es nichts mehr daneben.
Du hast alles zusammengefasst, egal ob du krank bist oder ob du depressiv bist: Wer Jesus hat, hat das Leben. Und Jesus wird sich bei dir verherrlichen. Er wird zu dir reden.

Die eine Autorität der Schrift und die Verwerfung falscher Lehren

In der großen Not des Bekenntniskampfes im Dritten Reich wurde in Barmen dieses Bekenntnis formuliert. Wir haben es ja oft im Gottesdienst, wo wir heute Psalm gebetet haben, die These 1 und die These 2 schon hinten im Gesangbuch abgedruckt. Das kann man ruhig einmal machen, denn das ist sehr schön gesagt, gerade in der Nazizeit, wo alles verwischt war, auch durch die Nazichristen, durch die Deutschen Christen usw.
Da heißt es im ersten Abschnitt: „Ich, Jesus Christus, spreche: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern anderswo hineinklettert, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden.“
Es gibt keine Seligkeit in keiner Religion der Welt, in keiner Esoterik, sondern allein in Jesus. Das ist unser Lebenszeugnis, und das wollen wir so schlicht verkünden, auch wenn sich die Welt aufregt. Es könnte uns sogar das Leben kosten, aber es ist so, weil wir es entdeckt und erkannt haben.
Und dann heißt es in dem Barmer Bekenntnis: Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. So eine Formulierung muss man kennen. Das ist das eine Wort Gottes. Schauen Sie nach, wenn Sie in der Kirche sind: Hinter dem Barmer Bekenntnis sind diese Sätze abgedruckt. Schreiben Sie sich auf: das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. Nichts mehr dazu und nichts darüber hinaus, weil in ihm alles uns gegeben ist. Es gibt kein neues Evangelium, keine neuen Offenbarungen, keine neuen Erkenntnisse.
Da heißt es dann weiter: Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Wort Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.

Die Wahrheit des Wortes gegen Erfahrung und Anpassung

War damals die große Not: Blut und Boden, Volk und Rasse und Amt? Nein, nur das, was durch Jesus bestätigt ist. Und dann sagt Jesus: Dieses Wort leitet uns in alle Wahrheit. Er wird uns das immer, immer größer machen. Dieses Wort der Wahrheit überführt uns auch mit unserer Schuld. Immer vor Jesus erkennen wir sie.
Und Jesus hat dann zum Vater gebetet im hohepriesterlichen Gebet, Johannes 17: Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Es gibt Leute, die sagen, es gibt es nicht. Doch, Jesus hat es so gesagt, und so ist es. Und Jesus sagt: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. Johannes 5,24. Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit.
Darum ist es wichtig, bei mir beim Wort zu bleiben, unverrückt und völlig. Der Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf hat uns so schön den Vers gegeben: „Herr, dein Wort, die edle Gabe, dieses Gold erhalte mir; denn ich ziehe es aller Habenden im größten Reichtum vor. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhen? Mir ist nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.“
Und das ist so aktuell heute. Ganz schlicht zu leben, Sie werden beschenkt sein im Wort. Sie werden sagen: Ich habe immer gemeint, ich kenne das Wort. Ich mache jedes Jahr einmal so Bibellese durch die Bibel, und da war ich Anfang des Jahres bei den Opfern im dritten Buch Mose, im vierten Buch Mose. Und da hat mir schon ein englischer Ausländer, Macintosh, ach, was hat er mir gezeigt vom Wort Gottes! Ich habe keine Ahnung gehabt. Für mich war das immer so ein bisschen, als würde man einfach durchblättern.
Wenn schon im Wort Gottes alles drinsteht, im Zeugnis auf Christus hin, dann ist das so überwältigend, wie das Opfer von Jesus schon vorgebildet ist. Diese ganz große Liebe, wie Jesus alle, alle meine Sünde wegtragen will und mich reinmachen will und mich gerecht machen will. Er will mich verändern und erneuern. Ich bin es nicht, aber er macht es. Und die herrliche Gabe des Evangeliums, ich habe ja schon gesagt, wir sind so Fans dieser Lieder. Es ist ja ganz klar: Man darf diesen Schatz nicht aufgeben.

Der Schatz der Lieder und das Bleiben beim Wort

Ich bin auch ein Fan der schönen Formulierungen von Luther im Katechismus. Die sind so grandios gut. Viele von euch haben sie noch gelernt. Jeder ist arm, der sie nicht gelernt hat. Aber auch das Lied, das Abendlied: Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiss, was es verspricht. Es spricht im Tod und auch im Leben.
Liebe Freunde, das ist so wichtig, dass wir diesen Schatz heute nicht leichtfertig aufgeben. Wir leben in der letzten bösen Zeit, das ist ganz klar. Und da sind viele Geister lebendig, und der Abfall in der Christenheit wird groß sein, wie auch Jesus das selber gesagt hat. Auch dass wir bei ihm bleiben und bei seinem Wort.
Zum großen Glück unseres Lebens gehört es, dass er uns sein Wort gegeben hat. Und wenn man das einmal verfolgt, was Jesus über das Alte Testament gesagt hat: Schon als Zwölfjähriger hat er seine Eltern verlassen. Ich muss sein in dem, was meines Vaters ist. Er hat das Alte Testament mit den Schriftgelehrten studiert. Und dann sagt Jesus: Die Schrift kann nicht gebrochen werden. Kann nicht gebrochen werden. So hat Jesus sich dahintergestellt.
Vielleicht gibt es bei jungen Leuten manchmal so ein bisschen Flapsigkeit, die sagen: Hey, aber das mit Jona und dem Fisch, das braucht man sicher nicht zu glauben. Gerade dies hat Jesus genommen, dass wir das glauben sollen, mit seinem Sterben und mit seinem Auferstehen, klugen Verstand zum Trotz.
Und da will ich immer wieder lieber von Menschen verlacht und verspottet sein, als das Wort Gottes zu brechen und auf die Seite zu tun.

Gemeinden, Verfolgung und das Wachstum durch das Wort

Man kann immer nur staunen, dass wir das Wort haben. Es tut mir eigentlich nur weh, dass man so wenig mit dem Wort Gottes lebt und dass das Wort Gottes oft an den Rand gedrängt ist. Ich kann nur sagen: Es ist so großartig, wenn man das erlebt.
Ich freue mich immer wieder, dass ich viel in Freizeitheime komme, wo man eine ganze Woche morgens und abends das Wort auslegen kann. Ich freue mich auch immer wieder über die Leute, die sagen: Ich will im Urlaub richtig auftanken im Wort Gottes. Da hat man noch genug Zeit, um im Wort Gottes zu wachsen, wieder richtig zu wachsen im Wort der Wahrheit und das zu entdecken und zu erkennen.
Wenn Sie heute wissen wollen: Das ist ja auch heute so eine Zwangsvorstellung mit den wachsenden Gemeinden. Das steht nicht im Neuen Testament. Die Zahlen waren Jesus nie wichtig. Da standen plötzlich nur noch elf Jünger da, und Jesus sagt: Ist das eine Katastrophe? Dann ist er wohl auch weggegangen. Dann sagt Petrus: Nein, du hast Worte ewigen Lebens. Darum bleiben wir bei dir. Die Worte sind es. Die Worte, die dringen durch, und die halten mich.
Bei diesen Zwangsvorstellungen: „Wir wollen alle eine große Gemeinde sein“ – hat es sich im Menschen immer wichtig gemacht, groß zu sein. Wenn sie ein dreijähriges Enkelkind haben, dann will es auch ganz groß sein. Auf dem Stuhl draußen: Guck mal, wie groß ich bin.
Wo wachsen heute die Gemeinden? Nur dort, wo das Wort Gottes in der Mitte steht und wo Verfolgung ist, wo der Kampf oft entbrannt ist. Nordkorea, wo Gott ja sogar die Tür geöffnet hat, dass wir dort Mitarbeiter haben dürfen, die dort wirken. Einer unserer Mitarbeiter hat eine Anstellung bekommen als Professor an der Nordkoreanischen Staatsuniversität in Pjöngjang, als Deutschlehrer. Wir wissen gar nicht, was Gott alles noch tut.
Und wenn wir das in China sehen: das größte Wachstum aller Zeiten, hundert Millionen aus der größten Christenverfolgung unter Mao. Gehen Sie mal in solche Gemeinden, da hat jeder seine Bibel im Gottesdienst. Sie wollen nicht das Pfarrerswort; das prüfen sie an der Bibel, am Wort Gottes. In Afrika hat jeder seine Bibel. In Südamerika, überall, wo auch Erweckung ist: Das Wort Gottes ist entscheidend, ob das Anglikaner sind oder ob es Charismatiker sind, das Wort Gottes ist entscheidend.
Und im Wort Gottes findet man Jesus, den einen guten Hirten, bei dem man die Stimme des guten Hirten hört.

Schlussbitte und Sendung in die Welt

Und wir wollen dann das nächste Mal das Thema behandeln. Heute ist mir es immer schwergefallen, noch ein wenig abzugeben, dass das Wort Gottes mächtig und kräftig ist, wirksam und durchdringend. Es hat eine ungeheure Macht. Es schafft Erweckung und Erneuerung, es bekehrt Menschen und führt zum Glauben.
Aber das wird nächstes Mal das Thema sein. Heute war es einmal wichtig, dass Sie vor diesem Wort stillstehen und hören, wie ein Jünger hört.
Ja, lieber Herr, wir wollen Dir danken für Dein Wort. Und wir erkennen, wie wir gesündigt haben, wo wir Deinem Wort nicht gehorsam gewesen sind, wo wir geredet haben, statt zuerst zu hören auf das, was Du uns sagen willst, und wo wir uns nicht haben senden lassen mit Deinem Wort, wo Du uns gerufen hast. Und wo wir auf unsere Gaben geschaut haben, statt auf Deine Verheißungen zu hören und Dir zu vertrauen.
Vielen Dank, dass wir wunderbare Erfahrungen machen dürfen. Und dann gebrauche uns dazu, dass wir Bekenner und Zeugen Deines Wortes sind, auch in dieser Welt mit ihren großen Erschütterungen, wo Menschen in Dunkelheit und Finsternis sitzen, in der Vergänglichkeit ihres Lebens, dass wir ihnen dieses Wort des Lebens von Dir sagen, von Deiner Liebe, die jeden ergreift.
Segne jeden von uns und gebrauche uns in Deinem Dienst. Dir befehlen wir uns an, auch in dieser Nacht. Amen.