Generierte Mitschrift
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Eröffnung und geistliche Ausrichtung
Heute Morgen lesen wir im Losungsbüchlein die Worte: Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding. Wer kann es ergründen? Ich, der Herr, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun.
Wir haben die Worte so angesprochen, und ich denke, das sollte auch heute für den Gottesdienst die Linie sein: Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.
Herzlich willkommen zu unserem Gottesdienst, und ich möchte Sie einladen, in dieses Lied einzustimmen. Ich freue mich in dem Herrn, wo das besungen wird. Das ist die große Freude, dass der Herr die unheimlichen Tiefen meines Herzens in der Vergebung geheilt hat. Ich hoffe, dass Sie fröhlich einstimmen können, alle vier Verse von 482.
Wir wollen beten:
Lieber treuer Herr, dieser Dank soll aus diesem Herzen kommen, das so oft verzagt und trotzig ist, wo wir oft jammern und klagen. Und doch empfinden wir an diesem Morgen so viel von deiner Güte, wo du uns überschüttest mit so viel Gutem.
An diesem deinem Tag wollen wir dir Dank und Lob sagen für die Gesundheit, für die Kraft zum Leben, für die äußere Versorgung, für die Menschen, denen wir begegnen, für den Frieden, den du unserem Land gibst, aber am allermeisten für deine unbeschreiblich große Gnade, mit der du uns immer wieder alle alte Schuld wegnimmst.
Wir wollen heute an diesem Morgen vor dir nichts verschweigen. Du weißt alles, du siehst alles, du bist ein Richter der Gedanken des Herzens, und wir bitten dich um deine Heilung, um deine wunderbare Vergebung, auch dort, wo wir oft keinen Frieden finden, wo uns alte Dinge nachgehen. Herr, gib uns die völlige Befreiung in dir.
Und wir wollen jetzt in der Stille mit dir reden: Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft. Amen.
Gemeinsames Hören auf den Psalm
Nun bitte ich Sie, dass Sie in Ihren Bibeln den Psalm 32 aufschlagen, überschrieben vom Segen der Sündenvergebung.
Ich lese meist die Schriftlesung, aber warum sollen wir das nicht alle miteinander tun? Wenn Sie jetzt keine Bibel dabei haben, bringen Sie einfach nächstes Mal eine mit, das ist sowieso mein Wunsch. Aber es wäre schön, wenn wir den ganzen Psalm laut miteinander als ein Bekenntnis des Lobes und der Freude über die Macht der Vergebung beten könnten:
Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist.
Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird.
Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.
Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst. Darum werden, wenn große Wasserfluten kommen, sie nicht an sie gelangen.
Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.
Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dich mit meinen Augen leiten.
Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die ohne Verstand sind, denen man Zaum und Gebiss anlegen muss, sonst kommen sie nicht zu dir.
Der Gottlose hat viel Plage, wer aber auf den Herrn hofft, den wird die Güte umfangen.
Freut euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten. Und jauchtet, alle ihr Frommen.
Wenn man laut liest und mitliest, hat man viel mehr davon.
Vergebung als Quelle der Liebe
Es steht ja oft im Neuen Testament, wie Jesus daran erinnert: Nur Menschen, die in ihrem Leben überwältigend Vergebung ihrer Schuld erfahren haben, können wirklich lieben. Und Jesus geht so weit, zu sagen, dass Menschen, die tief gefallen waren, aber Vergebung empfangen haben, mehr lieben können als alle Gerechten. Er sagt damit auch, dass die Macht der Sünde die Gnade nur umso mächtiger macht. Das ist ein ganz fast gefährlich missverständlicher Satz.
Einer, der das in seinem Leben erfahren hat, und von dem ich immer wieder erzählt habe, war John Newton. Er war ein Mann, der im achtzehnten Jahrhundert tief im Sklavenhandel drin war. Nach einem Seesturm kam er durch eine Predigt in einer Londoner Kapelle zum Glauben. Er stellte sein Leben daraufhin völlig um und wurde später Prediger in der anglikanischen Kirche.
Man hat ihn verspottet als Methodist, obwohl er gar kein Methodist war. Aber Sie wissen ja, das ist immer mit Schlagwörtern so: Man sagt dann eben andere Dinge. Er war ein Mann, der so überwältigt war von der Gnade Jesu, dass man von ihm sonst eigentlich gar nicht mehr viel weiß. Er nahm einen ganz bescheidenen Platz ein, als er den 26-jährigen jungen Parlamentarier Wilberforce in einer seelsorgerlichen Aussprache ermutigte und zu ihm sagte: Du als der jüngste Parlamentarier Englands und der Disraeli, suche nicht die Karriere, suche die Befreiung der Unterdrückten!
Er brannte vor Liebe für diese Sklaven. Das war die Bewegung, die in England die Abschaffung der Sklaverei erreicht hat.
Und John Newton hat uns dieses herrliche Lied gebracht, das wir nachher gleich hören. Dietmar Hoene spielt es uns am Klavier. Wir haben leider keine Liedblätter da, sodass wir es nicht miteinander singen können. Aber Sie kennen es: Amazing Grace, die wunderbare Gnade.
O Gnade Gottes wunderbar, hast du errettet mich.
Ich war verloren ganz und gar, war blind, jetzt sehe ich.
Die Gnade hat mich Furcht gelehrt und auch von Furcht befreit.
Seitdem ich mich zu Gott bekehrt, bis hin zur Herrlichkeit.
Durch Schwierigkeiten mancher Art wurde ich schon geführt.
Doch hat die Gnade mich bewahrt, die Ehre Gott gebührt.
Gott tritt vor unsere Schuld und spricht uns frei, wo wir sie bekennen und loslassen wollen.
Wir wollen miteinander singen: Ist Gott für mich, so tritt er gleich alles wider mich. 250, die ersten drei Verse. 250.
Die Josefsgeschichte als Spiegel menschlicher Schuld
1. Mose 42
Ich habe diesen Abschnitt ausgewählt, weil ich noch nie darüber gepredigt habe. Und die Josephsgeschichten sind so anschaulich, vor allem hilft uns dieser Abschnitt sehr, Vergebung zu begreifen, ganz anschaulich und plastisch.
1. Mose 42, von Vers 5 bis Vers 22. Es wäre natürlich schön, wenn wir noch weiterlesen könnten, aber das müssen Sie alleine tun.
Josef war nach Ägypten verkauft worden. Sie kennen die ganze Geschichte mit der Frau von Potifar, Josef im Gefängnis, Josef war erhöht. Er hat ja den Politikern den guten Rat gegeben, den man manchmal heute noch den Regierenden geben würde: in guten Jahren Vorräte zurückzulegen für die schlechten Jahre und nicht in guten Jahren neue Schulden zu machen. Aber das soll heute nicht das Thema sein, sondern jetzt kommt die schwere Zeit, die Hungersnot, die auch das Land Kanaan erfasst.
Vers 5: So kamen die Söhne Israels Getreide zu kaufen, samt anderen, die mit ihnen zogen; denn es war auch im Lande Kanaan Hungersnot. Aber Josef war der Regent im Lande und verkaufte Getreide allem Volk im Lande. Als nun seine Brüder kamen, fielen sie vor ihm nieder zur Erde auf ihr Angesicht. Und er sah sie an und erkannte sie, aber er stellte sich fremd gegen sie und redete hart mit ihnen und sprach zu ihnen: Woher kommt ihr? Sie sprachen: Aus dem Lande Kanaan, Getreide zu kaufen.
Aber wiewohl er sie erkannte, erkannten sie ihn doch nicht. Und Josef dachte an die Träume, die er vor ihnen geträumt hatte, und sprach zu ihnen: Ihr seid Kundschafter und seid gekommen zu sehen, wo das Land offen ist. Sie antworteten ihm: Nein, mein Herr, deine Knechte sind gekommen, Getreide zu kaufen. Wir sind alle eines Mannes Söhne, wir sind redlich, und deine Knechte sind nie Kundschafter gewesen.
Er sprach zu ihnen: Nein, sondern ihr seid gekommen zu sehen, wo das Land offen ist. Sie antworteten ihm: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, eines Mannes Söhne im Lande Kanaan, und der Jüngste ist noch bei unserem Vater, aber der eine ist nicht mehr vorhanden.
Josef sprach zu ihnen: Es ist, wie ich euch gesagt habe, Kundschafter seid ihr. Daran will ich euch prüfen. So wahr der Pharao lebt, ihr sollt nicht von hier wegkommen, es komme denn her euer jüngster Bruder. Sendet einen von euch hin, dass er euren Bruder hole. Ihr aber sollt gefangen sein. Daran will ich prüfen, ob ihr mit Wahrheit umgeht. Andernfalls, so wahr der Pharao lebt, seid ihr Kundschafter.
Und er ließ sie zusammen im Gewahrsam legen, drei Tage lang. Am dritten Tag aber sprach er zu ihnen: Wollt ihr leben, so tut nun dies, denn ich fürchte Gott. Seid ihr redlich, so lasst einen eurer Brüder gebunden liegen in eurem Gefängnis. Ihr aber zieht hin und bringt heim, was ihr gekauft habt für den Hunger, und bringt euren jüngsten Bruder zu mir. So will ich euren Worten glauben, sodass ihr nicht sterben müsst. Und sie gingen darauf ein.
Sie sprachen aber untereinander: Das haben wir an unserem Bruder verschuldet. Denn wir sahen die Angst seiner Seele, als er uns anflehte, und wir wollten ihn nicht erhören. Darum kommt nun diese Trübsal über uns. Ruben antwortete ihnen und sprach: Sagte ich’s euch nicht, als ich sprach: Versündigt euch nicht an dem Knaben? Doch ihr wolltet nicht hören. Nun wird sein Blut gefordert.
Ein Beispiel aus dem Alltag und die Schwierigkeit, über Schuld zu sprechen
Lassen Sie mich zuerst mit einer ganz anderen Geschichte beginnen: einer Männerrunde in unseren Tagen. Sie machen miteinander ein paar Urlaubstage und sitzen abends zusammen. Und wie es da so bei Männern ist, lachen sie tüchtig, erzählen sich Witze, die Wände wackeln, es wird auf den Tisch geschlagen, und so, wie man eben redet, über dies und das.
Und als alle Witze erzählt waren, die man eben wusste, kam man auf die Skandale zu sprechen. Der Spiegel hat wieder einiges berichtet, in der Bildzeitung stand manches. Und so mittendrin sagt plötzlich einer, es war ein Geschäftsmann, der hatte so ein Installationsgeschäft, zu seinem Nachbarn, einem Wirtschaftsjuristen: Du steckst ja auch ganz tief in so dunklen Geschäften.
Kurze Stille. Die anderen lachen wahnsinnig über den tollen Witz, und der setzt noch eins drauf und sagt: Ja, ich hätte es nicht gedacht, aber gestern, sagte er ganz leise, wurde mir vertrauliches Material zugespielt.
Die anderen lachen über den herrlichen Witz. Man denkt nichts Böses. Am nächsten Morgen, als sie verabredet zum Frühstück kommen, fehlt der Jurist. Schließlich geht man in sein Zimmer, und er hat sich das Leben genommen. Da lag ein Zettel auf dem Nachttisch: Nachdem ihr alles wisst, kann ich nicht mehr weiterleben.
Die wussten überhaupt nichts. Es war doch ein dummer Witz, aber er war tödlich, weil er wahr war. Ich weiß nicht, wie Sie sich fühlen würden, wenn jetzt hier alle um Sie herum wüssten, was alles im Geheimen und im Finstern in Ihrem Leben schon los war. Da wollten wir alle versinken, wir könnten einander nicht mehr in die Augen schauen. Es ist ein Glück, dass es Distanz gibt, dass wir uns selber nicht kennen, und einander auch nicht ganz. Gut so.
Man sagt ja, das Thema der Schuld sei heute nicht interessant, das interessiere den modernen Menschen nicht. Dieser Satz wird ja fortwährend erwähnt: Der moderne Mensch frage nur noch nach dem gnädigen Nächsten, nicht mehr nach seiner Schuld vor Gott und so weiter. Gucken Sie sich doch einmal die Magazine an oder die Presse und die Fernsehberichte. Ein Thema, das allein interessiert und Auflagen steigert, ist Schuld.
Warten Sie mal, wenn bei den Berlusconi noch einiges aufgedeckt wird, wie interessant das wird, wie alle danach gieren. Schuld ist das Thema unserer Tage, fortwährend. Wir können aufdecken bei anderen, aber unsere Schuld? Ja nun, von unserer Schuld reden wir nicht im Gespräch. Wenn wir dann also miteinander zusammen sind und über Skandale und so reden, müssen wir ja nur den Test machen.
Und bei Ihnen? Sie sind sicher auch vollkommen und fehlerlos und sagen: Nein, nein, ich bin ja auch nicht ganz sündlos. Wenn Sie Nachbarn fragen: Ja, was hast du denn? Es wird nie einer von sich über seine Schuld reden, nie. Das ist viel zu blamabel. Da sagt man höchstens: Ja nun, ich habe auch schon so kleine Dinge gehabt und so, was jeder so macht und so. Ich bin ja auch nicht so ganz.
Vergessen, Verdrängen und das Aufwachen alter Lasten
Es fällt uns unheimlich schwer, über unsere Schuld zu reden, und das ist keine Erscheinung des modernen Menschen. Denken Sie einmal an die ersten Menschen im Paradies: Adam und Eva. Sie brachten es nicht über die Lippen, über ihre Schuld zu reden. Das ist uralt und tief in uns drin. Das steckt uns so tief im Blut.
Gut ist in unserem Leben nur, dass wir vieles vergessen. Wir klagen oft, dass wir vergessen, weil uns die Termine aus dem Kopf rutschen, dass wir vielleicht auch manchmal die Namen vergessen. Und dann sagen wir, das sei so schlimm, dass wir jetzt alles vergessen. Seien Sie froh, dass es in Ihrem Leben ein Vergessen gibt.
Es gibt Stunden, in denen wir uns von unserer Schuld schier erdrückt fühlen, und wir wissen nicht mehr aus und ein. Wir können nachts nicht mehr schlafen, und dann haben wir es Tage später vergessen. Es ist wunderbar, das Vergessen. Verführerisch ist das Vergessen, ganz toll. Wenn Sie alles noch wüssten, so wie es Sie schon manchmal geplagt hat, wenn das Gewissen schlägt, würden Sie es ja gar nicht mehr aushalten. Sie könnten den Tag heute nicht durchbringen.
Das Vergessen ist ein Stück Hilfsmittel, überhaupt bei manchem Bösen, bei manchem Schwermutsgedanken, bei manchen Verletzungen. Wir können in unserem Leben sehr genau noch oft aufzählen, wer uns Böses tat: die Eltern, die uns vielleicht die Berufsausbildung vorenthalten haben, die vielleicht einen Bruder oder eine Schwester bevorzugt haben oder bei uns nach der Schule Unrecht widerfahren ließen, wo wir auch zu Unrecht eine Ohrfeige bekommen haben. Wir wissen ja alles noch genau, aber unsere Schuld verdrängen wir, wir vergessen.
Und jetzt passiert es immer wieder, dass oft nach Jahrzehnten alte Schuld wieder aufwacht. Darüber kann man mit niemandem reden. Wir kennen niemanden. Und oft wird auch in den Gottesdiensten gesagt, die Schuld sei heute nicht mehr interessant und nicht mehr aktuell. Das sei vielleicht früher zu Martin Luthers Zeiten noch so gewesen, dass da junge Menschen unter ihrer Schuld zerbrochen wären.
Ich weiss, dass heute Menschen auch dann oft in der Stille des Alters es nicht mehr aushalten und niemanden finden, mit dem sie über die alten Dinge reden können. Da fallen einem Dinge ein, mit denen man sich an den Eltern versündigt hat. Dinge, die uns vielleicht ganz klein vorkommen, die aber so schwer werden, dass man darüber am Leben verzweifelt. Da waren Dinge, wo man sich kurz bereichert hat, vielleicht einen Griff irgendwo in eine fremde Kasse. Und jetzt ist es geschehen. Da lächeln vielleicht die anderen darüber, dass man darunter leidet, unter einem Steuerbetrug oder unter einer Schwarzfahrt mit der Straßenbahn.
Aber wenn das aufwacht, nach Jahren, wird es uns oft so unheimlich schwer. Und ich darf Ihnen sagen: Dass das aufwacht, das ist eine Gnade Gottes. Wenn es uns in dieser Welt vor dem jüngsten Tag noch einmal kommt, damit wir es bereinigen können, damit wir frei werden, ist das eine Gnade Gottes. Wir sollen froh sein, wenn es ans Licht kommt, dass nie mehr bei uns diese flotten Sprüche über die Lippen gehen, als ob der Mensch eben gut sei, nur so ein paar Erziehungsfehler hätte und, wenn er es recht meint, sein Leben schon ganz recht führen könnte. Das stimmt doch gar nicht.
Und das ist gut. Ich wünsche, dass das bei Ihnen alles aufwacht, was noch ans Licht muss. Lesen Sie die Bibel. Wenn Sie die Bibel lesen, sind Sie immer am Leben dran. Da fällt auf, dass die größten Gottesbegegnungen, die Menschen hatten, nicht durch Träume, nicht durch Offenbarungen passiert sind, sondern immer über der Schuld haben Menschen Gott erkannt.
Wenn Sie fragen, wie kann ich Gott erkennen, da warten manche auf irgendeinen Engel oder auf ein goldenes Papier oder auf ganz merkwürdig übernatürliche Dinge. Und Sie müssen es doch an der Bibel einmal sehen, dass Menschen über ihrer Lebensschuld, über dem aufgewachten Gewissen, Gott erkannt haben. Abraham und Petrus und Paulus und die große Sünderin und David und wer das war: Sie haben Gottes Güte und seine Gnade erst entdeckt, wie das in ihrem Leben wahr geworden ist.
Die Brüder im Licht Gottes und die Unmöglichkeit, Schuld zu verharmlosen
Und die Josefsgeschichte gefällt mir ganz besonders. Denn in der Josefsgeschichte, wenn ich es recht gezählt habe, kommt Gott in zehn Kapiteln nur einmal vor. Das ist eine ganz alltägliche Geschichte aus dem Leben. Da steht nur: „Und der Herr war mit Joseph.“ Und das ist auch nur eine Ergänzung, damit der Leser besser versteht.
Aber die Geschichte ist durchsichtig für den gegenwärtigen Gott, der in unser Leben hineinleuchtet, der alles transparent macht und redet. Und was wir zuerst dort sehen, ist, wie alte, unbereinigte Schuld aufwacht. Die Brüder Josephs hatten die alten Dinge ja längst vergessen. Vielleicht waren Jahrzehnte ins Land gegangen, und jetzt war die Hungersnot da. Das könnte auch viel länger gewesen sein, aber wir waren schon zwanzig Jahre. Und in der Hungersnot hören sie, dass man in Ägypten Getreide kaufen kann.
Ja nun, das ist ein Geschäftsvorgang. Sie rüsten eine Karawane aus und gehen nach Ägypten. Und dort kommt irgendein Scheich, so ein gestrenger Herr, der sie verhört. Nun, das ist nicht verwunderlich, sie hatten ja eine ausländische Staatsangehörigkeit, und da prüft er das. Und nun läuft das Ding irgendwie komisch. Sie haben ja auch schon solche Situationen erlebt, sie sind aus dem Leben gegriffen. Der Herr traut ihnen nicht, er verdächtigt sie: Ihr seid Spione!
Und unter dieser ganzen Belastung, ach, jetzt, wie geht das? Bei uns läuft es genau so ab. Die biblischen Geschichten sind so hilfreich, um unser Leben zu deuten. Wir sind redliche Leute. Wie Sie das überzeugend sagen können: Wir haben noch nie jemandem etwas zuleid getan. Wir sind ordentliche Leute, wir haben einen Vater, wir stammen aus einem guten Stall, heißt das auf Deutsch nicht. Wir haben eine ordentliche Familie, intakte Familie heißt das, wir sind zwölf Kinder. Und dann kommen sie geschwind ins Stuttern: Einer ist zwar nicht mehr da, der ist irgendwo verschütt gegangen, wir wissen auch nicht genau, wo. Aber sonst ist alles eigentlich in Ordnung, einer ist noch bei Papa daheim.
War alles so intakt. Wir sind rechte, redliche Leute, dass der gestrenge Herr sich nicht darauf einlässt. Sie brauchen gar nicht viel darüber nachzusehen, das ist eine Lebenssituation. Warum traut er Ihnen nicht, warum glaubt er Ihnen nicht? Sie haben doch schon ein gutes Leumundszeugnis. Und er steckt sie drei Tage ins Gefängnis.
Jetzt würde ich die Geschichte von uns weiter erzählen, wenn mir das passieren würde. Ich würde sagen: In so einer scheußlichen Welt leben wir. Das sind die Despoten Ägyptens, da muss man dringend die Menschenrechte einklagen. Und was ist das? Ich habe das nicht verdient. Gott, warum lässt du so etwas zu, warum geht es mir so dreckig?
Haben Sie noch nie so gesprochen? Wenn es einen Gott im Himmel gäbe, dann müsste er mir auch mehr helfen. Wie oft höre ich diesen Satz.
Bei diesen Brüdern geschieht etwas, was man überhaupt nicht verstehen kann, und sie können es nur so deuten: Wenn Gottes Geist das Gewissen erweckt, dann ist das außergewöhnlich. Und mir ist bezeichnend, das mag oft in einer Evangelisationsversammlung passieren, in einem Gottesdienst, vielleicht durch ein Traktat, das mir einer in die Hand drückt. Das kann aber mitten im Geschäftsleben ablaufen, wo man gar nicht daran denkt. Es ist ein seltenes Geschehen.
Ich kenne ganz wenig Menschen, bei denen das Gewissen wach wird, sodass sie ihre eigene Schuld sehen. Und da sagen sie plötzlich im Gefängnis nichts von Anklagen, nichts von Protest, nichts von Vorwürfen, sondern sie sagen ganz einfach: Das haben wir an unserem Bruder verschuldet.
Was haben sie verschuldet? Es hängt doch überhaupt nicht zusammen. Zum ersten Mal in ihrem Leben sagen sie: Ich bin schuld. Es dauert ganz lange bei uns. Man kann sogar jahrelang in einem Gottesdienst sitzen und es doch nie richtig begreifen: Ich bin schuld. „Ich habe das mit meinem Leben verwirkt.“
Und dann wacht bei Ihnen das Alte, längst Geschehene aus unheimlich langer Zeit wieder auf. Ich weiß nicht, wo bei Ihnen das Gewissen aufwacht. Sind das Dinge, die ins Elternhaus zurückgreifen, aus Ihrer Schulzeit, aus Ihrer Lehrlingszeit oder wo das war? Dinge aus der Kriegszeit? Was ist da oft unbewältigt?
Aber manchmal so mit dem ganz Kühnen. Ein Offizier sprach, der sagte, er verstehe gar nicht, dass jemand verweigern kann. Und nach ein paar Minuten erzählte er mir, er habe jeden Einzelnen abschießen müssen und habe das Gesicht noch vor sich gesehen. Er wurde nie damit fertig.
Das sind unheimliche Wunden, über die wir nie reden wollen. Und was sind wir für eine herzlose Gesellschaft, dass wir dann so fest und so pausbäckig sagen: Das interessiert den Menschen heute nicht mehr. Statt dass wir Stätten schaffen, wo Menschen unter vier Augen, unter dem Beichtgeheimnis, abladen dürfen, sodass kein anderer Mensch es erfährt. Das hat die Jesusordnung.
Niemand darf davon wissen, bloß Gott allein. Vor ihm ausbreiten und Vergebung empfangen, alte Dinge bewältigen und loswerden, alte Dinge, die uns plötzlich so schwer auf der Seele liegen, wo wir sagen: Das haben wir an unserem Bruder verschuldet.
Die Last der Sünde vor Gott und die Notwendigkeit der Offenbarung
Jetzt möchte ich Ihnen einen Einschnitt machen, einen zweiten Punkt markieren.
Vor Gott wird uns das Schwere der Sünde erst richtig bedrückend. Was Sünde ist, darüber kann man natürlich lachen und an Filmtitel denken. Oder an Sünde, na ja, wenn man ein Kuchenstückchen zu viel isst oder so etwas. Sünde sollten Sie immer nur aus Ihrem Leben wissen, wenn der Heilige Geist sein Licht darauf richtet.
Es heißt in Psalm 50: Ich will dich strafen und es dir unter die Augen stellen. Laufen Sie Gott nicht davon! Viele Menschen laufen Gott davon. Sie sagen: Ich halte das nicht mehr aus. Weil sie nicht durchbrechen. Gott will Sie doch nicht zermalmen, er will doch heilen, er will doch die Brüder freimachen, er will doch retten. Sie müssen das verstehen. Aber es wird Ihnen in dem Augenblick oft noch furchtbarer.
John Newton hat das vorhin in dem Lied gesagt: Die Gnade hat mich zuerst die Furcht gelehrt. Ich habe zuerst das Abscheuliche meines Handelns erkannt, als ich zu Jesus kam. Und so geht es bei den Brüdern auch. In dem Augenblick, wo sie ihre Schuld erkennen, da sagen sie: Wir sahen die Angst seiner Seele bei dem Bruder Josef. Wir sahen die Angst seiner Seele, als er uns anflehte, und wir wollten ihn nicht erhören.
Jetzt sahen sie die aufgerissenen Augen ihres Bruders, die Tränen, die darunter liefen. Wenn Sie die Geschichte vorher noch einmal anschauen, wo sie den Josef in den Brunnen warfen und verkauften, steht kein Wort davon da. Da waren sie so im Hass und haben den Bruder weggegeben, da sahen sie gar nichts.
Und es mag bei Ihnen so gehen, dass Sie erst viele Jahre später sehen, wie das wirklich war. Für Sie war das nur ein kleiner Ehefehltritt, und die Frau hat es, glücklicherweise, weiß nicht gemerkt und so. Und dann meinen Sie: Was war ich für ein Fiesest meines Lebens? Was war ich für ein verlogener Kerl? Wie habe ich damals meinen Chef betrogen, wie habe ich ihn angelogen und dann das Gesicht geheuchelt, als er mich gefragt hat, unschuldig getan?
Wir können ja so pervers unsere Art spielen, und das ist von uns. Das zeigt uns Gottes Wort. Im Licht Gottes sieht man das: Du stellst unsere Sünde ins Licht vor deinem Angesicht. Und da kann man mit der Sünde nimmer spielen. Und die Sünde ist kein Witz und nicht irgendwo ein Kavaliersdelikt. Und das ist irgendwo nicht schick, wie heute die Sünde auch in den Christen offenbar schick geworden ist.
Die Sünde ist so fies, so hinterhältig, so schuftig, so gemein, so dreckig in all ihren Auswirkungen. Da können Sie einsetzen, wo Sie wollen. Sie müssen es vor den Augen Gottes sehen, und da will ich mit gar keinem darüber streiten. Das wird Ihnen so schwer.
Und dann geht es noch wie bei Ruben, der den Brüdern sagte: Ich habe es euch doch noch gesagt. Und Ihnen kommt es in Erinnerung: Da war noch einer, der uns gewarnt hat. Aber wir sind mutig durch und sagen: Ich brauche mein Recht, und ich kann mich nicht immer nach den alten Vorstellungen richten, und ich will doch auch ein moderner Mensch von heute sein.
Und Herr Ruben sagt: Warum habt ihr nicht auf meine Stimme gehört? Versündigt euch nicht an dem Knaben! Doch ihr wollt nicht hören. Jetzt wird sein Blut von unseren Händen gefordert.
Man kann mobben, ohne dass man ein Messer in der Hand hat, das wissen Sie. Man kann einem Menschen das Leben rauben, bloß indem man es ihm unsympathisch macht, indem man ihm den Lebensraum streitig macht. Und das Blut lastet auf uns.
Die unerwartete Größe der Vergebung
Und jetzt noch das Letzte: Ich wollte sagen, wie die Schuld erkannt wird und erweckt wird, wie die Schuld uns in ihrer ganzen Bosheit unerträglich wird und wie dann noch unbegreiflich die Vergebung ist.
Weil uns das schon als Kindern erzählt wurde, ist uns die Geschichte von Josef immer so lieb. Da stellt man sich den Josef so vor. Ich habe mir oft gewünscht, meinen Brüdern gegenüber so wie Josef zu sein und es ihnen einmal heimzuzahlen. Wissen Sie, so nach dem Motto: Jetzt sollen die auch schmachten, nicht? Kinder verstehen doch die Geschichten viel zu gut.
Das stimmt doch nicht. Josef läuft hinaus und weint. Er war ein ganzer Mann. Aber es ist gut, wenn wir auch noch irgendwo ansprechbar sind, so dass etwas viel Tieferes in uns geschieht. Er kann das gar nicht ertragen, er kann nicht einmal seine Brüder ängstigen. Er hält es selber kaum aus, so schwer wird es ihm. Er will ihnen doch die wunderbare Vergebung zusprechen. Sie müssen das nachher noch lesen. Er eilt ihnen nachher nach, um alles zu erklären, nachdem noch dieser Becher da im Sack versteckt war. Er sagt: „Ich bin euch nur vorausgeschickt, um euch zu retten.“ Er will gar nichts heimzahlen. Es geht gar nicht ums Heimzahlen. Sie können ja die alte Schuld sowieso nicht rächen.
Wer meint, man könne Schuld irgendwie tragen oder wiedergutmachen, der täuscht sich. Es geht überhaupt nicht mit Wiedergutmachung, oder fast nicht. Die Steuerschuld können Sie vielleicht noch wiedergutmachen, und das mit der Straßenbahn können Sie auch noch wiedergutmachen. Aber sonst können Sie die meisten Dinge gar nicht wiedergutmachen. Das böse Wort, das gefallen ist, kann man nicht mehr wiedergutmachen, nicht mehr ungeschehen machen.
Es hat neulich eine polnische Frau so gut gesagt, das kam in allen Medien: „Ich kann vergeben, aber nicht vergessen.“ Ja, was ist das dann, wenn sie nicht vergessen kann? Es ist keine Vergebung. Da sehen wir: Gott will vergeben und vergessen, total auslöschen und wegnehmen.
Und das, was von Josef in der Bibel sichtbar wird, Josef ist, wie übrigens viele Gestalten in der Bibel, das sind wirklich historische Gestalten, aber sie sind vorweisende Vorbilder auf Jesus hin. So handelt kein Mensch. Und Josef zeigt mir etwas von der wunderbaren, vergebenden Gnade Jesu.
Vielleicht haben Sie ein ganz anderes Jesusbild, so ein schnulziges, süßes, kitschiges Jesusbild. Als ob Jesus uns zu jeder dunklen Sache unseres Lebens Jahr und Abend dazu sagen müsste: Kein Problem, wird alles okay. Sie haben nie gemerkt, wie Jesus auch hart sein kann, auch für Leute, die ihm gehören, wie er uns manchmal in die Zange nehmen kann, bis wir Schuld aussprechen. Und wie das bei seinen Leuten ihnen ausgetrieben wird, dass wir das nicht mehr sagen können, nie mehr sagen können: Ach, wir haben ein gutes Herz, und wir meinen es auch so recht, und alle Menschen sind eigentlich gut. Dieses Denken stammt vom seichten Humanismus unserer Tage, dass der Mensch sich nur mühen muss, um das Gute zu können. Nein, die Gnade wird uns teuer. Und wir sagen: Wir haben das in unserem Leben erfahren. Er hat uns herausgeholt, und täglich ist uns das das große Wunder.
Dass er in die Tiefen meines Herzens hineinblickt: „Herr, du erforschst mich und kennst mich.“ Du siehst meine schräge Art, mein böses Herz. Aber ich preise deine Gnade, dass ich ganze Vergebung vor dir bekomme, ganze Befreiung.
Darf ich Ihnen jetzt zusprechen, heute in diesem Gottesdienst, so wie wir es beim Abendmahl tun: Hiermit darf ich Ihnen im Namen Jesu die Vergebung aller Ihrer Schuld zusprechen. Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes: alles, was wir bekennen, bereuen, hassen und lassen. Wo Sie noch drinbleiben wollen, das müssen Sie selber sehen, wie Sie damit klarkommen. Aber das, was Sie loswerden wollen, das, was Sie vor Gott in Ihrer ganzen Art aussprechen wollen, das ist wunderbar.
Und wie Josef vor seinen Brüdern steht und sie dann umarmt und liebt, so können Sie die Liebe Jesu nie anders erfahren als über der wunderbar empfangenen Gnade Gottes. Die Gnade beugt uns tief und macht uns bewusst: Ich habe es nicht verdient.
Es kommt ganz selten in der Bibel vor, was die Brüder Josefs hier sagen: „Das haben wir uns zum Bruder verschuldet.“ Sie kennen es noch einmal vom Schächer am Kreuz, ein Mann, der nicht einmal getauft war, der aber den entscheidenden Satz sagt: „Wir empfangen, was unsere Taten wert sind.“ Das beugt die Gnade. Dann: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Nur dass einer beim verlorenen Sohn dem Vater vergibt und die Türen des Vaterhauses offen sind.
Die Gnade macht uns selig, die Gnade treibt uns, die Gnade prägt uns, und die Gnade müssen Sie nur in Ihr Leben aufnehmen, in Ihr Herz aufnehmen. Haben Sie Gottes Herrlichkeit erkannt? O Gnade Gottes, wunderbar! Amen.
Wir wollen von diesem Lied „Ist Gott für mich, so trete nun“ diese Verse singen, wo Paul Gerhardt das in seinen Worten so singt, dass man’s nie vergessen kann: „Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut, die Hölle und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut.“ 250, die Verse 5 bis 7.
Fürbitte, Gemeindeleben und Segen
Herr, wir können nur immer wieder unter deinem Kreuz all das bekennen und vor dir aufdecken, wo wir gesündigt haben, nicht bloß in handfesten Taten, sondern auch in Gedanken und oft auch unbewusst. Und doch wollen wir über allem deine Gnade rühmen.
Wir können das nicht fassen, dass es dein größtes Ziel ist, schuldig gewordenen Menschen, die sich an dir vergangen haben, Gnade zu erweisen, und dass nur diese Gnade rettet. Wir danken dir, dass wir in Fülle diese überwältigende Gnade jetzt auch einfach für uns annehmen dürfen.
Und wenn der Teufel uns immer wieder mit alten Dingen Unruhe macht, dann danken wir dir, dass dein Wort dagegensteht, dass dein Blut uns ganz rein macht von aller Sünde, dass du weiß wäschst und dass das in des Meeres Tiefe versenkt ist, und dass du das uns gültig zusprichst.
Herr, erschüttere uns, wo wir oft uns selbst belügen. Du kennst auch die Art, wie wir oft dein Wort falsch anwenden und die Gnade billig machen. Hilf uns doch, dass uns immer wieder durchs Herz fährt, was du für uns tust.
Und wir möchten, dass wir uns nicht in die Hand nehmen, dass wir uns nicht in die Hand nehmen, dass wir uns nicht in die Hand nehmen, dass wir uns nicht in die Hand nehmen, dass wir uns nicht in die Hand nehmen, dass wir uns nicht in die Hand nehmen, dass wir uns nicht in die Hand nehmen, dass wir uns nicht in die Hand nehmen, dass auch viele, mit denen wir jetzt in den nächsten Tagen zusammenkommen, die Freude der Befreiung deiner Gnade erfahren. Gib uns eine Art, dass Menschen Vertrauen zu uns fassen, dass wir Seelsorger sein können für die vielen Belasteten, für die vielen, die nicht mehr aus und ein wissen, die zusammenbrechen unter ihrer Schuld, und dass wir deine uneingeschränkte Gnade ihnen verkündigen und dass deine Gnade größer ist als alles, was uns anklagen mag.
Lasst uns gemeinsam das Gebet des Herrn beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigen.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Wir wollen auch miteinander das Lied Mir ist Erbarmung widerfahren, den letzten Vers, singen, Nummer 277. Wir singen es nach der bekannten Melodie, nicht nach dem Gesangbuch, und singen da den letzten Vers.
Dann soll das andere nicht mehr Thema sein, dann wollen wir nicht mehr davon reden, vergessen, nicht verdrängt, vergeben und vergessen. Herrlich, wenn nur noch die Gnade unser Thema ist, die uns umgibt.
Liebe Grüße von der Mädchenfreizeit. Die haben angerufen, danke auch für alle Fürbitte. Wir haben nur gute Nachrichten. Wir freuen uns. Wann kommen die zurück? Am Montagmorgen, glaube ich. Die Eltern wissen es wahrscheinlich noch besser.
Jetzt liegen schon die Prospekte aus für die Friolsheim-Freizeit am 24. September. Ich habe mich auch getäuscht, es ist kein langes Wochenende. Es ist nur ein kurzes Wochenende, also nur Samstagmittag und Sonntag. Dafür ist der Preis günstiger.
Gucken Sie, nehmen Sie mit. Ich will Sie einladen, Gemeinschaft zu erleben. Nehmen Sie es gleich heute mit und melden Sie sich bald an. Wir freuen uns auf die Gemeinschaft, auch mit solchen, die noch bisher nie dabei waren.
Unser Opfer ist heute für die Arbeit, in der die Familie Kümmel steht, die lange auch in unserer Gemeinde war, an alkoholabhängigen Männern. Die ganze Not der Bindung, das hat ja oft auch einen Grund, wenn Menschen so an das Trinken gebunden sind, weil man das Alte nicht vergessen kann, will man sich betäuben. Und ich freue mich, dass die da so eine Arbeit mit dem Blauen Kreuz machen in Bayern an einer Stätte für Suchtkranke, wo ihnen vor allem auch seelsorgerlich geholfen wird und durch den Glauben die Befreiung zu erleben. Danke für Ihr Mittragen!
Bestattet wurde in der vergangenen Woche Georg Schinnerach, 74 Jahre alt, Schumacher-Meister, Danigerstraße 12.
Herr, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Und wenn der Herr sie sendet, dann sendet er sie als Freudenboten, als solche, die der Welt die einzige wirklich echte Befreiung verkünden können. Gehen Sie im Frieden des Herrn, und wenn Sie eine Aussprache suchen, dann suchen Sie sie bald. Gehen Sie in den Frieden des Herrn.
Herr, segne uns und behüte uns.
Herr, lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und gib uns deinen Frieden.

