Serie•Teil 7 / 26Höningen 2013 - Das Buch Josua
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Einleitung und thematische Rahmung
Rahabs Bekenntnis und Glaube
Ich bin schon wieder nicht zufrieden mit meiner Gliederung. Rahabs Bekenntnis und Glaube, man muss das zusammennehmen, hier bis Vers 21. Rahabs Bekenntnis und Glaube, denn das gehört ja zusammen, Vers 8 bis Vers 21.
Die Vorvergangenheit im Bericht und Rahabs erstes Bekenntnis
Hier haben wir wieder eine Vorvergangenheit. Das ist immer das Problem im Hebräischen, im Alten Testament. Also beachten Sie, wenn Sie mit den Zeiten nicht klarkommen, ob es sich nicht um Vorvergangenheit gehandelt haben kann.
Ehe sie sich niedergelegt hatten, war sie zu ihnen hinaufgestiegen auf das Dach und hatte zu den Männern gesagt. Warum? Inzwischen waren ja schon die Leute da und hatten gefragt, wo sie sind. Das Gespräch war ja vorher.
Ich weiß, dass Yahweh euch das Land gegeben hat und dass der Schrecken vor euch auf uns gefallen ist und dass alle Bewohner des Landes vor euch verzagt sind. Denn wir haben gehört, dass Yahweh die Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat, als ihr aus Ägypten zogt, und was ihr den beiden Königen der Amoriter getan habt, die jenseits des Jordans waren, Sihon und Og, die ihr verbannt habt.
Wir hörten es, und unser Herz zerschmolz, und es blieb kein Mut mehr vor euch in irgendeinem Menschen. Denn Jachwe, euer Gott, ist Gott im Himmel oben und auf der Erde unten.
Die müssen gestaunt haben, diese Kundschaft. Gott führt sie zu einer Frau, die vorbereitet ist, alles vorbereitet. Die hat schon erkannt, dass hier der Gott Israels am Werk ist. Und die hat, wie ein Bruder mir gerade gesagt hat, viel mehr, oder wie es der Wiesbier auch geschrieben hat, viel mehr Glauben als die zehn Kundschaft damals. Sie hat viel mehr Glauben, diese Frau, dass Gott den Sieg gibt, als diese Kundschafter, die damals nicht glauben wollten, dass Gott den Sieg geben kann gegen solche starken Städte und große Riesen in dem Land.
Also Vers 10: Wir haben gehört, dass Yahweh die Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat. Vor vierzig Jahren hat sich das herumgesprochen, und das blieb. Das blieb. Hier ist ein Volk in der Wüste, ein ganz besonderes Volk, vierzig Jahre in der Wüste. Die waren zum Teil ungläubig, und Gott hatte sie züchtigen müssen. Und dennoch war der Schrecken vor ihnen immer noch da.
Was ihr den beiden Königen der Amoriter getan habt, die jenseits des Jordans waren, Sihon und Og, die ihr verbannt habt. Bitte: Das Wort verbannen heißt Gott weihen. Man kann etwas Gott weihen, indem man etwas Gott gibt, damit er es zum Guten verwendet. Oder man kann Gott etwas weihen, indem er es zum Gericht verwendet. Hier ist die Verbannung eine Weihe zum Gericht. Also man hat es Gott übergeben, und Gott hat das Gericht ausgeführt. Das ist gemeint. Der Bann ist hier eine Weihe im negativen Sinn.
Und wir hörten es, und unser Herz zerschmolz.
Der Gott über Himmel und Erde und die Umkehr von den Götzen
Als diese Frau erkannt hat, wer dieser Gott ist, hat sie erkannt, dass Gott sich alles nehmen kann, was ihm gehört, und dass er sich auch alles nehmen wird, was ihm gehört. Ihr war auch irgendwie klar, dass die Flut des Jordan für diesen Gott kein Hindernis ist. Diese Frau hatte gewaltigen Glauben an Gott. Eine große Schau von Gott. Er ist der Herr über die Natur, und auch die Flut des Jordan kann ihn nicht zurückhalten, ins Land zu kommen und sein Volk ins Land zu bringen.
Und so bekehrt sie sich weg von ihren Götzen hin zu Gott und übergibt sich diesem Gott. Dann kommen diese Kundschafter, und es ist ein großes Risiko, diese Kundschafter aufzunehmen. Ein großes Risiko. Was macht sie jetzt, oder? Bitte!
Das kann gut sein, dass der Name Gottes schon durch den Ruf vorausgeeilt ist. Das haben ja alle Völker mitbekommen. Der Name Gottes wurde ja schon damals bei dem Pharao großgemacht. Der Pharao hatte schon gespottet über den Namen: Wer ist denn dieser Yahweh, dass ich euch ziehen lassen sollte? Aber dann hat Gott gesagt: Na warte, Pharao. Eigentlich soll ich dich umbringen, aber jetzt lasse ich dich leben, damit mein Name allen Völkern kundgetan werde, damit mein Name bekannt wird. Und er wurde auch bekannt, der Name Yahweh. Aber nicht nur der Name, sondern auch die Person.
Von daher war der Name schon bekannt und kann schon lange nach Jericho gekommen sein, der Ruf von Gott, der Gott der Israeliten. Das steht im Zweiten Mose, Zweiten Mose 9, vielleicht noch kurz Zweiten Mose 9, Vers 16: Deswegen stellte ich dich auf, oder ließ ich dich leben, ließ ich dich stehen, auf dass ich meine Kraft an dir erzeige und damit man meinen Namen kundtue auf der ganzen Erde.
Und was hatte ich gesagt? Ich denke, ich hatte das so gelesen. Das ist schon richtig: Gott ist oben im Himmel und auf der Erde unten. Es ist schon gleich. Aha!
Das meine ich. Das ist eigentlich die eigentliche Aussage für das bessere Verständnis für die Geraden, weil es ja zeigt, dass Rahab da bewusst war, wer Gott ist. Ja, der Gott der Natur, der Gott über Himmel und Erde, der Gott hat alles in der Hand. Diesem Gott gehört das Land Kanaan, diesem Gott gehört der Jordan. Dieser Gott ist mit den Israeliten, und da muss man sich wirklich fürchten, zu Recht.
Die Ursünde: Gaben ohne den Geber
Ja, die Hure, das ist ein interessanter Beruf, den sie hatte. Die Frau, man sagt, das älteste Gewerbe. Lust ohne Liebe, Männer kommen und Männer gehen. Männer, die Liebe ohne Treue wollen, Lust ohne Liebe und Liebe ohne Treue, eine Lust und Liebe ohne Moral. Das war auch für die kanaanitische Zivilisation charakteristisch.
Die Kinder Kanaans waren in ganz besonderer Weise in der geschlechtlichen Unzucht und Sünde sehr stark. Schon der Kanaan selbst beziehungsweise der Ham hatte sich einmal über seinen Vater lustig gemacht, und dann kam ein Fluch auf seinen Sohn Kanaan. Und die Kanaaniter stammen von ihm ab. Und hier also eine Sache, die alltäglich war in Jericho: Liebe ohne Treue.
Diese Kanaaniter wollten die Gaben Gottes haben und die Freuden, die der Geber gibt. Aber sie wollten nicht den lebendigen Gott selbst haben. Das ist die Ursünde, oder? Man will die Gabe des Gebers, aber man will nicht den Geber. Man will die Gabe Gottes, aber man ist nicht interessiert an ihm als Person. Das ist das Gleiche, wie wenn ich eingeladen wäre. Da, ich war vor kurzem bei der Familie Wiebe eingeladen, und ich hätte mich da zum Tisch gesetzt. Und da hätte mich der Bruder Wiebe gefragt, wie es mir geht und so, und ich sage nur: Ach, ich möchte ein gutes Essen haben. Und dann fragt er mich weiter und möchte gern mit mir Gemeinschaft haben, und ich interessiere mich nur dafür, was es denn zum Dessert gibt. Ich bin nur interessiert an seinen Gaben, aber nicht an Gemeinschaft mit ihm selbst.
Das ist das Wesen der Sünde. Man will die Gaben des Schöpfers nehmen, aber man interessiert sich nicht für den Schöpfer selbst. Das sind Menschen, die sehr begabt sind: Künstler, eine Musikerin, die spielen kann, oder eine Sängerin, und Gott hat ihr eine Stimme gegeben, oder verschiedenste Leute haben große Gaben, aber sie interessieren sich für den, der ihnen die Gabe gegeben hat, gar nicht. Es ist die Ursünde des Menschen. Und das war die kanaanitische Zivilisation. Man will Gottes Gaben und Freuden, aber nicht den Geber.
Und dann macht man sich eigene Götter, Götzen, Götzen, die ihnen erlaubten, ihre Triebe auszuleben, wie es passt, oder Fruchtbarkeitsgöttinnen und die Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit und was es da alles gab. Baal und Astarte und wie sie alle hießen, Fruchtbarkeitsgötter, die erlaubten, nach Lust und Laune zu leben, eine Lust ohne echte Liebe, ohne eine Liebe, die mit Treue gepaart ist. Gottes Gedanken waren immer so, dass Liebe mit Treue gepaart ist. Liebe gehört mit Treue zusammen.
Auch in der heutigen Welt ist es so. Da sind junge Leute, die haben da irgendeine Beziehung, irgendeine Affäre, und dann gibt es vielleicht ein Kind, und dann ist er verschwunden, der Vater, weil dann müsste man Verantwortung übernehmen. Und Verantwortung will man nicht übernehmen. Oder das Kind wird schnell abgetrieben, das ist noch besser. Schrecklich. Und so ist es auch im Geistlichen, geistlicher Ehebruch. Und Gott achtet das als geistlichen Ehebruch, wenn das Volk sich nach anderen Göttern umschaut.
Der Götzendienst Kanaans war also eine Entpersönlichung Gottes, also ein unpersönlicher Götze, der ist stumm. Der kann nicht reden, der kann keine Beziehung aufnehmen. Einen Götzen muss man herumschleppen, sagt mal Jeremia, ist es, oder? Jeremia sagt dem Nebo, dann müssen sie ihn auf die Schulter packen und fliehen. Dann nehmen sie ihre Götzen mit. Die können sie nicht selber helfen. Jetzt kommen die Feinde, jetzt müssen wir schnell unsere Götzen zusammenraffen und mit den Götzen in den Händen fliehen. Dann müssen wir die Götzen beschützen. Was sind das für Götter, die man beschützen muss? Der macht sich lustig, zu Recht.
So ist es auch heute. Wir haben eine Entpersönlichung des Universums. Es gibt keinen Gott, nichts ist dahinter, es ist alles unpersönlich. Die meisten Menschen denken so, an einen unpersönlichen Gott, zu dem man keine Beziehung hat. Man spricht noch irgendwie: „Grüss Gott“, und so weiter. Man nimmt den Namen noch in den Mund, aber man hat keine Beziehung zu Gott.
Und hier ist die Hurerei eine entpersönlichte geschlechtliche Verbindung, also eigentlich etwas, was Gott geschaffen hat, um Persönlichkeiten zu fördern, um persönliche Beziehung zu stärken und überhaupt, was ein wichtiger Faktor in der persönlichen Beziehung von Mann und Frau ist. Und hier wird die Unzucht, die Hurerei, etwas ganz Entpersönlichtes, eine Lust, eine entpersönlichte Lust, geschlechtliche Lust. Diese hatte viele Männer gehabt, die keine Treue kennen.
Warum sage ich das? Weil das hier wichtig ist im Zusammenhang. Die Frau hat jetzt gehört von einem Gott der Treue, von Yahweh, und diesen Namen kennt sie jetzt mit Namen. Yahweh bedeutet: „Ich bin, der ich bin.“ Ich bin treu. Ich stehe zu meinen Verheißungen. Ich bin, der ich bin, und ich werde sein, der ich bin, und ich werde sein, der ich war. Wenn ich etwas gesagt habe, werde ich es halten. Gott, der Ewige und der Treue, ist Yahweh.
Jetzt hört sie von diesem Gott, und sie verlässt ihre Götzen. Sie merkt, ihre Götzen können gar nichts bringen. Jetzt kommen diese Kundschafter, und diese Kundschafter dienen einem Gott, der mit ihnen einen Bund geschlossen hat. Und dieser Bund Gottes mit Israel ist ein Bund, der auf Treue beruht. Es ist ein bundestreuer Gott, den sie haben, ein Gott, der einen Bund schließt und den Bund hält. Das ist genau das, was Ehe ist. Ein Bund wird geschlossen, und der Bund wird gehalten. Und diese Frau hat so viel mit untreuen Männern zu tun gehabt und weiß nicht, was Bundestreue heißt. Das gibt es nicht in ihrem Leben und in ihrem Denken.
Aber jetzt lernt sie diesen Gott kennen, jetzt erfährt sie von diesem Gott der Treue, und dann kommen diese Männer herein. Und jetzt sagen die Männer: Wenn du uns jetzt rauslässt, dann werden wir dich, wenn Joshua kommt, bewahren. Wir versprechen dir das. Ja, Männer, die etwas versprechen. Männer versprechen vieles, versprechen ihren Frauen, dass sie treu sind, dann kommen sie zu mir, zur Hure. Wie kann sie jetzt wissen, ob diese Männer wirklich treu sind? Wie kann sie jetzt wissen, ob diese Männer ihr Wort halten werden?
Um sich die Treue der Männer zu garantieren, verwendet sie etwas, das Größte, das sie kannte: Yahweh, den Gott der Treue. Und dies heißt hier in Vers zwölf: Und nun schwört mir bitte bei Yahweh, schwört mir bitte bei Yahweh, weil ich Freundlichkeit an euch erwiesen habe, dass auch ihr an dem Haus meines Vaters Freundlichkeit erweisen werdet, und gebt mir ein zuverlässiges Zeichen. Und lasst meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder, meine Schwestern und alle ihre Angehörigen am Leben und rettet unsere Seelen vom Tode!
Also schwört mir bei dem Gott der Treue! Wenn Gott wahr ist und ihr gegenüber treu ist, dann ist sie sicher. Jetzt beruht ihre Sicherheit nicht auf der Treue dieser Männer, sondern jetzt beruht ihre Sicherheit auf der Treue des Gottes dieser Männer. Auf den vertraut sie, nicht auf die Männer selbst vertraut sie. Sie vertraut darauf, dass er, dieser Gott dieser Männer, ihr treu bleiben wird. Und eine echte Liebe ist treu. Echte, wahre Liebe ist treu.
Es ist interessant, dass dieser Gott selbst geschworen hat bei Abraham, oder er schwört bei sich selbst, weil er ein treuer Gott ist. Bei sich selbst schwört er, es gibt nichts Festeres als sich selbst. Und wenn er etwas sagen will, was ganz sicher ist, wenn er den anderen eine feste Gewissheit geben will, eine doppelte Gewissheit geben will, dann sagt er: Ich schwöre bei mir selbst.
Und so vertraut jetzt diese Frau, setzt jetzt ihr ganzes Vertrauen auf ihre Existenz, ob sie überleben wird oder nicht. Sie setzt jetzt ihr ganzes Vertrauen auf den Gott dieser zwei Männer, dass er ihr treu bleiben wird. Hier erfährt sie zum ersten Mal, was wahre Liebe ist, eine Liebe, die mit Treue gepaart ist. Echte Liebe ist treu.
Erwartung des Gerichts und Rettung durch den Bund
Ja, und dann kann sie ruhig sein. Dann kann sie ganz ruhig warten auf das Gericht Josuas, der zum Gericht kommen wird. Sie erwartet einen Joshua, der zum Gericht kommt, aber nicht für sie zum Gericht. Wenn er kommt, kommt er zum Gericht, aber nicht für sie. Wenn er kommt, dann kommt er zum Gericht über die anderen, um sie zu retten.
Sie hat sich von ihren Götzen bekehrt zu dem lebendigen und wahren Gott, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Joshua aus dem Transjordanien zu erwarten, der sie vor dem Gericht befreien wird. Vor allem göttlichen Zorn ist Gericht. Das ist interessant, oder?
Man denkt unwillkürlich an 1. Thessalonicher 1,9-10, wo Paulus über die Thessalonicher schreibt, wie ihr euch zu Gott bekehrt habt, von den Götzenbildern umgekehrt habt zu einem lebendigen und wahren Gott, um einem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn aus dem Himmel zu erwarten, den er von den Toten auferweckt hat, Jesus, der uns befreit vor dem kommenden Zorn. 1. Thessalonicher 1,9-10
Sie hat sich bekehrt, weg von den Götzen, hin zu dem lebendigen und wahren Gott. Treuer Gott heißt das im Griechischen: wahr und treu. Das ist miteinander verwandt. Zu dem treuen Gott, um jetzt ihm zu dienen, und sie wartet jetzt auf einen Joshua, der zum Gericht kommen wird. Aber wenn er zum Gericht kommt, dann wird er sie retten, der sie vor dem kommenden Gericht retten wird.
Für sie wird das Kommen Josuas ein Kommen zur Rettung sein, nicht ein Kommen zum Gericht. Für uns auch: der himmlische Joshua, unser Joshua. Wenn er kommt, wird er zum Gericht kommen. Aber sein Kommen zum Gericht wird für uns ein Kommen zur Rettung sein. Der Herr kommt nur einmal in der Zukunft, und dann kommt er zum Gericht. Aber für die Gläubigen wird dieses Kommen zum Gericht ein Kommen zur Rettung sein, denn er wird sie gerade vorher direkt mit sich mitnehmen. Er wird sie herausholen, bevor er dann die Mauern umschmeißt auf dieser Welt, umwirft.
Der Schwur, das Zeichen und die Rettung im Haus
Aber lesen wir den Text, wo war das, Vers vierzehn: Und die Männer sagten zu ihr: Unsere Seele soll an eurer Stadt sterben, wenn ihr diese unsere Sache nicht verratet. Es soll geschehen: Wenn Yahweh uns das Land gibt, so werden wir Freundlichkeit und Treue an dir erweisen. Steht das bei ihnen so: Wir werden Güte und Treue an dir erweisen?
Das Wort, das hier steht, kann Wahrheit bedeuten oder Treue. Aber hier passt Treue wirklich. Wir werden Treue erweisen, wir werden dir treu sein, weil wir einen Gott haben, einen Gott der Treue, und auf den setzt du deine Hoffnung. Also werden wir Freundlichkeit und Treue an dir erweisen.
Da ließ sie sie an einem Seil durch das Fenster hinunter, denn ihr Haus war in der Stadt, in der Stadtmauer. Übrigens, die Stadtmauer war doppelt, wie die Ausleger beschreiben, die sich damit befasst haben. Sie hatten doppelte Stadtmauern, und dieses Haus stand offensichtlich dazwischen. Das heißt also: Dieses Haus war mit der einen Seite ganz an der äußeren Mauer, so dass sie sie da hinunterlassen konnte.
Ihr Haus war in der Stadtmauer, nicht an der Stadtmauer, sondern in der Stadtmauer. Es war in die Stadtmauer eingebaut. Und sie wohnte in der Stadtmauer. Und sie sagte zu ihnen: Geht in das Bergland, damit die Verfolger euch nicht treffen, und verbergt euch dort drei Tage, bis die Verfolger zurückgekehrt sind. Und danach geht eures Weges.
Und die Männer sagten zu ihr: Wir werden von diesem Eid entbunden sein, den du uns hast schwören lassen. Siehe, wenn wir in das Land kommen, so sollst du diese Karmesin-Schnur ins Fenster binden, also eine rote Schnur, durch die du uns hinuntergelassen hast. Und du sollst deinen Vater und deine Mutter und deine Brüder und das ganze Haus deines Vaters zu dir ins Haus versammeln.
Und es soll geschehen: Wer irgend aus der Tür deines Hauses auf die Straße gehen wird, dessen Blut sei auf dem Haupt, und wir werden von unserem Eid entbunden sein. Jeder aber, der bei dir im Hause sein wird, dessen Blut sei auf unserem Haupt, wenn Hand an ihn gelegt wird. Und wenn du diese unsere Sache verrätst, so werden wir von dem Eid entbunden sein, den du uns hast schwören lassen.
Und sie sagte: Nach euren Worten, so sei es. Und sie entließ sie, und sie gingen weg. Und sie band die Karmesin-Schnur ins Fenster, natürlich dann, als es nötig war, nicht schon Tage vorher. Es wäre ja auffällig gewesen. Als es dann nötig war, hat sie die Schnur ins Fenster gebunden.
Das rote Seil, die rote Schnur: Alle, die sich dort verbergen, sind gerettet. Da war diese Schnur, und die Familie kommt ins Haus. Und sie wissen: Die Schnur ist draußen, die Schnur hängt, das Seil. Das ist das Seil, das sie rettet.
Es ist interessant, dass es hier rot ist, vielleicht ganz bewusst rot, weil es an das Blutopfer erinnert, vielleicht. Jedenfalls hat dieses Seil sie sehen lassen. Das Seil ist hier ein Symbol für den Menschen, der sich bekehrt. Wenn er zu Christus gekommen ist, lässt er dieses Seil sehen. Er lässt sehen: Schau, ich bin gerettet. Das Seil, die rote Schnur, ist es, die mich rettet vor dem zukünftigen Gericht.
Eine schöne Darstellung des Evangeliums hier. Diesen Text kann man gut verwenden, um das Evangelium zu erklären und zu verkündigen, denn das ist wirklich äußerst passend. Das ist gut: Die Mauern bleiben nicht wegen dem Seil stehen, sondern das Seil hängt da. Weil das Seil hängt, ist sie gerettet. Das heißt: Jetzt werden alle, die sich dort in dem Haus versammeln, verschont bleiben.
Gott hat es dann so gemacht, dass die Mauern offensichtlich zusammengefallen sind, aber das Haus nicht. Da haben sie sich ja darin versammelt. Also kann das nicht zusammengestürzt sein. Das war ja in der Stadtmauer. Als alle Mauern da zusammenfielen, da muss dieses Haus stehen geblieben sein. Also von daher sind diese Zeichnungen schon richtig in der Kinderbibel, wo dieses Haus stehen bleibt, das Haus von der Hure Rahab.
Gerade dort haben sie sich versammelt, dort wurden sie gerettet. Und jeder, der dort hineinging, war gerettet. So kann man das Evangelium heute auf diese Weise verkündigen: Schau, da musst du hinein, du musst hinein zu denen, die ihr Vertrauen auf den Gott Yahweh setzen, den Gott der Treue. Das sind all die, die durch das Blut Christi gerettet sind.
Rückkehr der Kundschafter und die Botschaft an Josua
Vers 22: Und sie gingen weg und kamen in das Bergland und blieben dort drei Tage, bis die Verfolger zurückgekehrt waren. Übrigens bedeutet „drei Tage“ nicht einfach dreimal 24 Stunden. Das muss man hier schon mit hinzurechnen. Drei Tage heißt bei den Juden: ein Tag, also irgendwelche Stunden vom ersten Tag, das können die letzten Stunden sein, dann der zweite Tag und irgendwelche Stunden vom dritten Tag. Das heißt drei Tage. Im knappsten Fall könnte es 24 Stunden plus ein paar Minuten sein, wenn man so rechnen würde. So haben die Juden natürlich nicht gerechnet. Aber das heißt, es kann am Abend vom einen Tag, der ganze Tag, der zweite Tag und dann am Morgen vom dritten Tag sein. Dann sind es schon drei Tage. So zählen die Juden.
Das ist so wie wir, ich weiß nicht, ob man das hierzulande auch macht, sagen: Heute in acht Tagen treffen wir uns. Gibt es das hier, diese Aussage? Heute in acht Tagen, das sind ja gar nicht acht Tage, das sind ja eigentlich sieben nach genauer Rechnung. Aber man zählt da irgendwie ein bisschen anders. Man zählt den angebrochenen Tag von jetzt und den angebrochenen Tag von dort schon dazu. Das muss man hier wissen.
Drei Tage, bis die Verfolger zurückgekehrt waren, und die Verfolger suchten sie auf dem ganzen Weg und fanden sie nicht.
Vers 23: Und die beiden Männer kehrten zurück und stiegen vom Bergland herab. Und sie gingen hinüber und kamen zu Joshua, dem Sohn Nuns. Und sie erzählten ihm alles, was ihnen begegnet war. Und sie sagten zu Joshua: Yahweh hat das ganze Land in unsere Hand gegeben, und auch sind alle Bewohner des Landes vor uns verzagt.
Welch eine Freudenbotschaft! Leute, wir gehen hinüber, es ist alles vorbereitet. Eine ganz andere Botschaft als die Botschaft der zehn Kundschafter damals. Der Weg ist frei.

