
Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist? (7/10)
Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?
Von Chris Morphew
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und ich habe Urlaub. Deshalb diese exklusive Lesung.
Kapitel sieben
Wie kann ich im Alltag gute Entscheidungen treffen?
Vom Grundsatz zur Lebenspraxis
Okay, wie sieht das alles nun im praktischen Leben aus?
Bislang haben wir eine Menge Zeit damit verbracht, darüber nachzudenken, woher richtig und falsch kommen und wer diese Begriffe definieren darf. Es ist auch super und sinnvoll, über diese Dinge nachzudenken. Doch am Ende bleibt es bedeutungslos, wenn wir es nicht in die Praxis umsetzen und herausfinden, wie wir in der realen Welt leben können.
Außerdem haben wir bisher „richtig und falsch“ als Schwarz-Weiß-Kategorien angesehen, nach denen sich jede Entscheidung beurteilen lässt. Menschen zu lieben ist richtig, Menschen zu töten ist falsch.
Vielleicht hast du dich schon gefragt: Ist das reale Leben nicht deutlich komplexer? Was tun wir in all den Situationen, in denen nicht mehr eindeutig ist, was richtig ist? Was tun wir, wenn das Leben kompliziert wird, wir verwirrt sind und nicht mehr weiter wissen? Was tun wir, wenn wir nicht mehr nur zwischen einer guten oder einer schlechten Möglichkeit entscheiden? Was ist mit all den Situationen, in denen wir einen Haufen verschiedener Möglichkeiten vor uns haben, die alle ihre Vor- und Nachteile zu haben scheinen, wenn wir nicht nur herausfinden wollen, was gut ist, sondern was das Beste ist?
An dieser Stelle müssen wir die Weisheit mit ins Boot holen.
Wissen allein reicht nicht aus
Nehmen wir an, du willst gleich an den Strand gehen. Deine Freunde kommen in fünfzehn Minuten und holen dich ab. Weil du ein kluges Köpfchen bist, hast du dich bereits bestens informiert.
Erstens: Du weisst, dass es laut Wettervorhersage heute ein heisser, sonniger Tag werden soll. Zweitens: Du weisst, dass zu langes Sonnenbaden ohne jeglichen Schutz kurzfristig zu Sonnenbrand und langfristig zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko führen kann. Drittens: Du weisst, dass du eine Kappe, eine Sonnencreme und einen Sonnenschirm besitzt.
Das sind die Fakten, das ist das Wissen, über das du verfügst. All diese Dinge sind gut und interessant, aber nichts davon ist Weisheit.
Weisheit ist der nächste Schritt. Sie besteht darin, dass man nicht nur über das richtige Wissen verfügt, sondern es auch sinnvoll nutzt, um im Alltag gute Entscheidungen zu treffen. In diesem Fall bedeutet das, deine Kappe aufzusetzen, dich regelmässig mit Sonnencreme einzuschmieren und deinen Sonnenschirm aufzuspannen, um dich vor der Sonne zu schützen.
Weisheit bedeutet nicht einfach Klugheit, denn man kann sehr klug sein und trotzdem sehr schlechte Entscheidungen treffen. Weisheit bedeutet, das vorhandene Wissen praktisch anzuwenden. Soweit so klar.
Wenn Entscheidungen komplizierter werden
Ich würde behaupten, die Entscheidung, an einem heißen Tag eine Kappe zu tragen, erfordert Weisheit, aber nicht viel. Es gibt eine offensichtlich weise Entscheidung und eine offensichtlich nicht so weise Entscheidung.
Okay, wie verhältst du dich in der folgenden Situation? Zwei deiner Freunde hatten einen Streit und reden nicht mehr miteinander. Hältst du dich zurück und lässt sie es selbst klären? Oder mischst du dich ein und versuchst, mit ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden?
Das ist schwieriger, nicht wahr? Denn dafür gibt es kein Patentrezept. Manchmal ist es sinnvoll, sich einzumischen und Ratschläge zu erteilen, aber manchmal ist es am hilfreichsten, sich herauszuhalten.
Wie entscheidest du dich also? Wie lautet die richtige Antwort? Nun, das hängt von der konkreten Situation ab. In solchen Momenten ist Weisheit besonders notwendig und wertvoll, wenn es auf die Situation ankommt, um zu wissen, was das Richtige ist.
In diesem Fall bedeutet Weisheit, Fragen wie die folgenden zu stellen: Sind meine Freunde auf Hilfe angewiesen oder können sie diesen Streit allein lösen? Kann ich tatsächlich einen hilfreichen Beitrag leisten, oder finde ich das ganze Drama einfach nur super interessant und will mich deshalb einmischen? Bin ich wirklich der Geeignetste, um zu helfen, oder gibt es jemand anderen, den ich hinzuziehen sollte? Was werde ich als Erstes sagen, wenn ich mich einmische? Wie kann ich es vermeiden, Partei zu ergreifen und das Beste für beide Seiten zu erreichen?
Die Antworten werden in jeder Situation anders ausfallen. Das macht Weisheit so kompliziert, aber auch so notwendig. Wir brauchen Weisheit, um unser Wissen zu nutzen, um in der realen Welt, in der die Dinge kompliziert sind und es nicht immer eine einfache Antwort gibt, gute Entscheidungen zu treffen.
Weisheit als Weg mit Gott
Wenn Weisheit also tatsächlich so wichtig und wertvoll ist, wie die Bibel es behauptet, wie kann man sie dann erlangen? Nun, dazu noch ein hilfreicher Tipp von Timothy Keller: Weisheit ist ein Weg, keine Tür.
Wie kommst du durch eine Tür? Mit einem Schritt. Du öffnest sie, trittst hindurch, fertig. Aber ein Weg funktioniert anders. Einen Weg bewältigst du nicht mit einem Schritt, sondern mit einem Schritt nach dem anderen. Genauso ist es mit der Weisheit.
Leider gibt es keine magische Abkürzung. Du erhältst die Weisheit nicht auf einen Schlag. Du bekommst sie Schritt für Schritt, Tag für Tag, durch jede weitere Entscheidung. Wenn du vor einer schwierigen Entscheidung stehst und eine gute Wahl triffst, großartig: Verbuch sie als Lernerfolg und geh weiter. Wenn du hingegen eine Entscheidung triffst, die sich als fatal herausstellt, nun, das ist schade. Aber steh wieder auf, lerne daraus und geh weiter. Jede Entscheidung, die du triffst, ist eine Gelegenheit, weiser zu werden.
Ich habe gesagt, dass es keine magische Abkürzung auf dem Weg der Weisheit gibt, und das stimmt auch. Aber die gute Nachricht ist, dass wir etwas noch viel Besseres als eine Abkürzung haben: Wir haben einen Leitfaden.
Vertraue dem Herrn von ganzem Herzen und verlasse dich nicht auf dein eigenes Urteilsvermögen. Achte auf ihn, was immer du tust, dann ebnet er dir den Weg. Sprüche 3,5-6, NGÜ.
Mit anderen Worten: Wenn du den Weg der Weisheit entlanggehen willst, kannst du das tun, indem du auf eigene Faust versuchst, alles allein herauszufinden. Oder du kannst die Menschen um dich herum um Rat fragen. Je nachdem, wen du fragst, könnte das ziemlich gut für dich ausgehen oder auch nicht. Aber wenn du wirklich Weisheit erlangen willst, ist es sicher am besten, direkt zur Quelle zu gehen.
Denn bei Weisheit geht es darum, wie wir unser Wissen einsetzen. Und wir wissen zwar einiges, aber Gott weiß alles. Bei der Weisheit geht es darum, die bestmöglichen Entscheidungen in der realen Welt zu treffen. Und natürlich haben wir schon eine Menge Zeit hier verbracht, aber Gott hat diese Welt erschaffen und kennt sie in- und auswendig. Er weiß um den bestmöglichen Weg in jeder möglichen Situation.
Jesus als Maßstab und Ziel
Weisheit ist ein Weg, und gerade befinden wir uns irgendwo auf diesem Weg. Hoffentlich sind wir heute weiter auf diesem Weg als vor einem Monat, vor einem Jahr oder vor fünf Jahren.
Gottes Liebe zeigt uns nicht nur wahre Güte, sondern auch wahre Weisheit. Letztendlich ist vollkommene Weisheit nichts anderes als vollkommene Liebe, die im alltäglichen Leben umgesetzt wird. Deshalb besteht der beste Weg, in der Weisheit zu wachsen, darin, Jesus kennenzulernen, die einzige Person, die Gottes Liebe in einem menschlichen Leben perfekt verkörpert hat.
Hier also mein Rat: Lies die Biografien von Jesus in der Bibel und lies sie immer wieder. Lerne Jesus durch Beten kennen und schließe dich einer Gemeinschaft von Nachfolgern Jesu an, die dir erzählen können, was sie bereits gelernt haben.
Wenn du dein Leben lebst und vor komplizierten moralischen Entscheidungen stehst, für die es keine eindeutig richtige oder falsche Antwort gibt, dann bete um Gottes Führung und prüfe diese Entscheidungen mit demselben einfachen Raster, das Jesus benutzt hat: Liebe ich Gott und andere Menschen? Behandle ich die Menschen so, wie ich möchte, dass sie mich behandeln?
Manchmal wird deine Antwort lauten: Ich weiß es nicht. Das ist okay. Denn Weisheit ist ein Weg, keine Tür. Du wirst nicht alles auf einmal begreifen. Doch je besser du Jesus kennenlernst und je mehr du auf seine vollkommene Weisheit vertraust, anstatt zu versuchen, alles selbst herauszufinden, desto mehr wirst du sehen, wie er den Weg vor dir ebnet und dir die Richtung zeigt.
Das war's für heute. Bitte bete für evangelistische Verteileinsätze, die rund um Ostern geschehen, dass Menschen berührt werden und verstehen, warum sie Jesus brauchen.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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