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Gottes Freude über Buße – Teil 3

Jesu Leben und Lehre | Episode 571
Lukas 15,2014.05.2025
SerieTeil 3 / 6Gottes Freude über Buße
Warum zurückkommen, wenn du dich so weit entfernt hast? Gerade dann wartet Gott nicht mit Vorwürfen, sondern mit offenen Armen – und freut sich mehr über deine Umkehr als du denkst.

Einleitung und thematische Verortung

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 571: Gottes Freude über Buße, Teil drei.
Jesus ist dabei, den Schriftgelehrten und Pharisäern zu erklären, welche Freude Gott an bußfertigen Leuten hat, die zu ihm umkehren. Er tut das, indem er ein Gleichnis erzählt, das aus drei Teilen besteht.
Der dritte Abschnitt des Gleichnisses dreht sich um eine Familie mit zwei Söhnen und einem Vater.

Der Weg des verlorenen Sohnes und die Tiefe menschlicher Bedürftigkeit

Der jüngere Sohn lässt sich das Erbe auszahlen, geht in die Fremde, verjubelt sein Vermögen und steht während einer Hungersnot vor der Wahl, ob er zurückkehrt, um bei seinem Vater als Tagelöhner zu arbeiten, oder ob er verhungert.
Wir wissen aus den vorangehenden zwei Gleichnisabschnitten schon, wofür der jüngere Sohn steht. Er ist der Sünder, der Buße tut. Und so wie der jüngere Sohn in der Fremde zwei Dinge findet: erst ein bisschen Spaß und dann den Tod, so finden alle Menschen ohne Gott im Leben erst ein bisschen Vergnügen an dem, was Gott ihnen schenkt, um dann verloren zu gehen.
Alle Menschen sind wie der jüngere Sohn. Sie nehmen das Gute von Gott, im Gleichnis ist dies das Erbe, und verprassen es in der Ferne. Ich finde diesen Gedanken übrigens immer wieder spannend. Ich meine, dass alle Freude im Leben von Gott kommt. Wir können als Menschen Freude nicht machen, weil wir gar nichts, nicht einmal unseren nächsten Atemzug, in der Hand haben. Jeder Atemzug, den wir tun, jede Tasse Tee, die wir noch aufbrühen, jedes gute Buch, das wir noch lesen, und jedes Lächeln sind Geschenke Gottes. Wir verdienen sie nicht, aber Gott gibt sie uns. Jakobus 1,17
Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch eines Wechsels Schatten.
Jeder Mensch ist wie der verlorene Sohn. Er wird von Gott mit Gutem beschenkt, jeden Tag. Aber er läuft weg, um das Gute ohne Gott zu verprassen. Was am Ende bleibt, ist Hunger. Hunger auf Leben. Hunger auf ein Leben, das nicht allein an dem hängt, was ich habe und mir leisten kann. Hunger auf ein Leben, von dem ich noch gar nicht genau weiß, was es ist, das ich aber nur dort finden kann, wo der Geber aller guten Gaben ist, also bei Gott.

Gottes Güte als Einladung zur Umkehr

Versteht ihr, was die Bibel sagen will? Gott ist ein Gott, der den Menschen beschenkt, und zwar mit Gutem. Gott ist ein gütiger Gott. Er hätte es nicht nötig, den Menschen zu beschenken, aber er tut es trotzdem. Warum? Weil Gott den Menschen durch Güte zur Umkehr bewegen will.
Deshalb kann der Apostel Paulus auch fragen: Römer 2,4. Oder verachtest du den Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet?
Weißt du nicht, warum dir all das Gute im Leben geschieht? Ist es halt Schicksal? Nein, ist es nicht. Wir leben nach dem Sündenfall, es ist Gottes Güte. Wir leben nicht im Paradies, wir leben in der Vorhölle. Glauben wir doch nicht, dass der Teufel uns das Gute gönnt, das Gott uns schenkt. Nicht einen Atemzug gönnt er uns, und erst recht keine guten Freunde, keinen atemberaubenden Sonnenuntergang oder die Schokomuffins, die meine Tochter bäckt.
Wenn es nach dem Teufel ginge, wären wir alle schon längst tot. Er ist ein Menschenmörder. Er möchte uns alle tot sehen. Er möchte, dass wir in der Fremde krepieren, und zwar als solche, die die Schweine hüten und verhungern. Der Teufel möchte uns mit Unreinheit beschäftigen und uns das vorenthalten, was wir wirklich zum Leben brauchen, nämlich Gott selbst.
Aber er hat die Rechnung ohne diesen Gott gemacht. Der ist nämlich nicht so, wie wir uns das vielleicht denken. Er ist nicht nur unverschämt gütig, sondern er ist auch unverschämt barmherzig. Und Gott sehnt sich nach uns. Er kann uns nicht zwingen, dass wir zu ihm umkehren, aber er kann auf uns warten. Er kann immer mit offenen Armen dastehen, wenn wir stinkend, halb verhungert und reumütig zu ihm zurückkehren.

Die überraschende Begegnung zwischen Vater und Sohn

Das ist jedenfalls, was der verlorene Sohn im Gleichnis erlebt. Lukas 15,20: Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Wenn wir im Gleichnis nach einem Wendepunkt suchen, dann ist er hier. Warum? Weil das hier überhaupt nicht dem Protokoll entspricht. Aber in dieser Szene herrscht eben nicht die gesellschaftliche Erwartung, sondern Liebe und Barmherzigkeit.
Der Sohn macht sich also auf und geht zu seinem Vater. Und nun wird es interessant. Er hat sich ja eine Rede bereitgelegt und ist sicherlich gespannt, wie das erste Aufeinandertreffen mit seinem Vater ausgehen wird. Erzähltechnisch wird hier jetzt der Vater zum Zentrum des Gleichnisses. Der nämlich sieht seinen Sohn, ist innerlich bewegt und rennt los.
Was ist daran besonders? Ganz einfach: Es wurde als würdelos empfunden, wenn ein alter Mann rannte. Übertriebene Emotion und Eile waren für alte Männer völlig unpassend. Und doch rennt der Vater hier dem Sohn entgegen, fällt ihm um den Hals und küsst seinen ungewaschenen, nach Schwein und Schweiß stinkenden Sohn.
Merkt ihr: Bevor der Sohn auch nur ein Wort herausbringt, findet schon Annahme statt. Und wir haben es hier im Gleichnis mit einem Prinzip zu tun. Grundlage für die Versöhnung mit Gott ist immer allein Buße, es sind keine guten Werke, es ist kein Bekenntnis, auch kein Ritual. Natürlich muss die Buße echt sein. Ich kann nicht umkehren und weiterhin die Schweine hüten. Ich muss mich schon zu Gott aufmachen, weil ich die Hoffnung habe, bei ihm das zu finden, was mir in der Fremde, meiner Eigenwilligkeit und meinem Davonlaufen nicht geben konnten.
Aber einmal bei Gott angekommen, muss ich nichts mehr tun. Er steht da, mit offenen Armen, wartet auf mich, freut sich über die Maßen, mich zu sehen, mich in seine Arme zu schließen, mich zu küssen.

Der Weg der Umkehr und die Freude Gottes

Noch einmal: Wie funktioniert Versöhnung mit Gott?
Lasst es mich so sagen: Zuerst muss ich einsehen, wo ich stehe. Das ist das Problem der Hochmütigen und der Reichen. Es geht ihnen entweder zu gut, oder sie wollen nicht wahrhaben, wie verloren sie sind.
Dann muss ich den inneren Entschluss fassen, mein selbstgewähltes, altes Leben hinter mir zu lassen und zu Gott zurückzukehren. Das ist der Schritt, in dem ich aufhöre, etwas von mir zu erwarten, und alles von Gott erwarte. Ich will nicht mehr sein als sein Knecht. Dann kommt die eigentliche Umkehr: Ich mache mich auf den Weg.
Mit anderen Worten: Ich begreife, dass ich ein Sünder bin. Ich glaube ans Evangelium. Und ich bitte Jesus darum, dass er mich rettet. So geht Versöhnung mit Gott.
Wir brauchen keine Angst davor zu haben, dass Gott uns nicht annehmen würde. Wir mögen uns für unsere Vergangenheit schämen. Gott und mit ihm der ganze Himmel freuen sich über unsere Zukunft.
Was könntest du jetzt tun? Fühle dich doch einmal in die Freude des Vaters hinein, um etwas von der Freude zu erahnen, die Gott für dich empfindet.
Das war's für heute. Bete doch um Gelingen für ein Seminar zum Thema Heilung und Heiligung, das ich zusammen mit meiner Tochter nächste Woche in Rehe gebe. Es gibt noch freie Plätze.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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