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Echte Schafe glauben – Teil 3

Jesu Leben und Lehre, Teil 538/697
07.03.2025Johannes 6,44
SERIE - Teil 538 / 697Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 537: Echter, scharfer Glaube, Teil 3

Einführung in das himmlische Jerusalem als geistlicher Ort der Begegnung

Bevor wir weitermachen, noch ein Nachschlag zum himmlischen Jerusalem. Ich sagte in der letzten Episode, dass es sich beim himmlischen Jerusalem um ein nichtirdisches Konzept handelt, quasi die geistliche Übertragung einer Stadt aus Stein auf die Begegnung mit Gott. Aus einem leibhaftigen Ort der Begegnung wird ein geistlicher Ort der Begegnung.

Wenn wir zum himmlischen Jerusalem kommen, erfahren wir das Betreten dieser Stadt als eine enge Beziehung mit Gott. Ich habe euch vielleicht in der letzten Episode schon verwirrt, aber bitte erlaubt mir noch einen Nachschlag. Solltet ihr euch dadurch noch mehr verwirren, sorry.

Während wir das Betreten des himmlischen Jerusalems als Bekehrung und die anschließende Beziehung mit Gott erfahren, heißt das natürlich nicht, dass diese geistliche Erfahrung nicht auch mit einer himmlischen Realität verbunden sein kann, die wir als Lebende noch nicht vollumfänglich erfahren können.

Himmlische Realität und irdische Abbildungen am Beispiel der Stiftshütte

Was meine ich damit? Nehmen wir die Stiftshütte als Vergleich. Von ihr heißt es, dass sie ein Abbild und Schatten himmlischer Dinge ist (Hebräer 8,5).

Sie dient dem Abbild und Schatten der himmlischen Dinge, wie Mose eine göttliche Weisung empfing, als er im Begriff war, das Zelt aufzurichten. Denn er sagt: „Sieh zu, dass du alles nach dem Muster machst, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist.“

Es gibt also ein Muster im Himmel, das Mose sieht. Danach soll die Stiftshütte gebaut werden. Es gibt somit eine Realität im Himmel und ein Abbild auf der Erde.

Jesus, als ewiger Hoher Priester, geht nach seinem Sterben am Kreuz mit seinem Blut in die himmlische Stiftshütte, die nicht von dieser Schöpfung ist, hinein, um uns dort eine ewige Erlösung zu erwerben.

Was für die Stiftshütte gilt, gilt meines Erachtens auch für Jerusalem. Das irdische Jerusalem ist ein Abbild des himmlischen Jerusalems.

Die Verbindung zwischen Jesus, dem himmlischen Jerusalem und dem Gläubigen

Dort, wo sich der Herr Jesus aufhält, und ich habe keine Ahnung, wie es im Paradies sein wird, aber dort, wo Jesus ist und wohin unsere Seele auch nach dem Tod gehen wird – wir werden ja nach dem Tod bei Christus sein –, dort, wo Jesus ist, gibt es meines Erachtens ein himmlisches Gegenstück zum irdischen Jerusalem.

In gewisser Weise sind wir bereits dort, so wie Paulus über den Stand der Christen schreibt: Epheser 2,6: Er hat uns mit auferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt, in Christus Jesus. In Christus sind wir Himmelsbürger.

Oder mit Philipper 3,20: Unser Bürgerrecht ist in den Himmeln. Wir sind also in Christus schon in das himmlische Gegenstück zum irdischen Jerusalem hineingegangen.

Aber wir erfahren als Menschen, die noch im Leib sind, dieses Hineingegangensein auf der Erde, wenn man so will, nur als tiefe Beziehung mit Gott. Das heißt, wenn wir sterben, wird sich die Beziehung zu Gott als solche nicht verändern. Es wird nur so sein, dass wir sie an einem Ort ausleben dürfen, wo Gott uns auf eine unbeschreiblich erfüllende Weise begegnen wird.

Aus Glauben wird dann Schauen, aus Wissen wird Erfahrung.

Das Paradies und die Realität des himmlischen Jerusalems

Das Paradies, oder wie Paulus es auch nennt, der dritte Himmel, ist eine Realität, die wir erleben werden. Ein Teil dieser Realität ist das himmlische Jerusalem.

Wenn ihr euch jetzt fragt, wie die Beschreibung des heiligen Jerusalems aus Offenbarung 21 und 22 hier hineinspielt, muss ich ehrlich sagen: Ich weiß es nicht genau. Das heilige Jerusalem ist eine Beschreibung der Braut Christi, so viel kann ich sagen.

Inwieweit ich das Aussehen dieser Stadt auf das himmlische Jerusalem übertragen darf, dazu erlaube ich mir keine Meinung. Vielleicht haben die Menschen, die diese Stadt in ihren Nahtoderfahrungen gesehen haben, wirklich eine himmlische Realität erlebt. Wer weiß?

Die Identifikation der Schafe im Johannesevangelium

Aber kommen wir zurück zu Johannes. In Johannes 10,26 heißt es: „Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe.“

Die Schafe in Johannes 10 sind dieselbe Personengruppe, die auch schon in Johannes 6 beschrieben wurde. Es handelt sich um die Israeliten, die die Stimme Jesu als die Stimme des guten Hirten erkennen. Dies geschieht, weil sie von Gott gelehrt wurden und der Vater sie zum Sohn hinzieht.

Wie wir in Johannes 6,44 lesen: „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht.“ Der Vater selbst gibt die gläubigen Juden an den Sohn.

Das bedeutet, ich werde nicht gläubig, indem ich die Stimme des Messias höre. Ich werde gläubig, wenn ich Teil des gläubigen jüdischen Überrests bin und dann begreife, dass Jesus der Messias ist.

Zuerst kommt die Bekehrung zu dem Gott Israels, und danach die Hinwendung zu Jesus.

Die Reihenfolge des Glaubens und die Bedeutung der Bekehrung

Frage: Ist das immer so bei allen Menschen? Muss ich immer zuerst an den Vater oder an Gott im Allgemeinen glauben, bevor ich an Jesus glauben kann?

Tja, gute Frage. Ich denke, dass wir nach Pfingsten – und vor allem an dem Punkt, an dem das Evangelium zu den Heiden kommt – und noch mehr, wenn es zu christlich sozialisierten Heiden gelangt, davon ausgehen dürfen, dass die Reihenfolge meiner Hinwendung zu den einzelnen Personen der Gottheit keine Rolle spielt.

Entscheidend dürfte am Ende nur sein, dass ich das Evangelium verstehe, wirklich Buße tue und mich von Herzen zu den Aspekten Gottes bekehre, die ich bereits verstanden habe. Das dürfte in den meisten Fällen Jesus sein.

Bei mir war es zum Beispiel so, dass ich mich mehr zum Vater bekehrt habe. Eine ausgewogene Theologie Gottes und eine biblische Christologie oder Pneumatologie – also eine biblische Lehre vom Christus oder vom Heiligen Geist – denke ich, dürfen wir getrost Gott für die Zeit nach der Bekehrung überlassen.

Merkmale der Schafe und die Bedeutung der Heilssicherheit

Also, was zeichnet die Schafe aus? Johannes 10, Vers 27 sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.“ Schafe hören und folgen. Wer hört und folgt, ist ein Schaf.

Ich werde zum Schaf durch die Buße zu Gott und dadurch, dass ich von Gott lernen will. Als Schaf kann ich dann die Stimme des Messias hören und ihm folgen.

Für die Juden zur Zeit Jesu bedeutete hören und folgen, den Sprung vom alten Bund in den neuen Bund zu wagen. Sie sollten dem guten Hirten folgen, der gerade dabei war, eine ganz neue Herde aus gläubigen Juden und gläubigen Heiden zusammenzustellen.

Dann heißt es hier: „Ich kenne sie.“ Warum ist es wichtig, dass Jesus sagt: „und ich kenne sie“? Ganz einfach: Weil alles davon abhängt, dass Gott mich kennt. Wer hört und folgt, weiß, dass er Schaf ist und gekannt wird.

Hier geht es um das Thema Heilssicherheit. Woher weiß ich, dass Jesus mich kennt, dass ich wirklich in ihm den guten Hirten meiner Seele gefunden habe und dass ich sicher bin? Ganz einfach: Ich bin in der Lage, seine Stimme zu hören und ihm zu folgen. Und zwar dorthin, wo er mich hinführen will.

Diese Fähigkeit gibt mir die Sicherheit, dass er mich kennt und ich Teil seiner Herde bin.

Abschluss und Ermutigung zur Vertiefung

Was könntest du jetzt tun? Im Skript sind heute viele Bibelstellen angegeben, die es sich lohnt, nachzulesen.

Ist das alles für heute? Warum machst du nicht aus einer Podcast-Folge einen Hauskreis? Das ist gar nicht schwer.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.