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Prediger 3, 1-22

Prediger 3,1-2201.01.2005
SerieTeil 4 / 12Prediger
Alles kann dich leer lassen – Erfolg, Spaß, sogar Verzicht. Wirklich erfüllt wirst du erst, wenn du das Leben nicht festhältst, sondern Gott anvertraust: Dann bekommt auch das Schwierige Sinn.

Rückblick auf das, was nicht trägt

Zum dritten Kapitel, das Endergebnis, Punkt sieben:
Nachdem der Prediger festgestellt hat, dass alles nichts bringt, weder Weisheit noch Ausgelassenheit, weder Lachen noch Freude, Arbeit oder Frauen, letztlich gibt es keine Erfüllung. Er hat dies erkannt und wendet sich jetzt an Gott.
Es ist auch wichtig festzustellen: Die Erfüllung findest du weder in der Annahme all dieser Dinge noch in der Ablehnung. Manche Menschen machen den Fehler und sagen: Reichtum macht nicht glücklich, also muss ich arm werden. Aber ich kenne viele Arme, die sind auch nicht glücklich. Armut macht nicht glücklich, genauso wenig wie Reichtum. Weder in der Annahme noch in der Ablehnung liegt die Erfüllung, sondern darin, dass man zu Gott geht mit all den Dingen. Darin liegt die Erfüllung.
Es hilft nicht, wenn es da ein Skatwurst oder Eremit oder so ein Säulenheiliger da vor ein paar Jahren auf der Adelmeckhütte getroffen hat. Das war einer, aber ein totaler. Das war interessant. Der hat zum Beispiel keine Bergschirche gehabt, nur Gummisäulen von Reifen, und der hat das hier oben zusammengeflickt. Der hat keine Wand gehabt, nur so Sachen, was er sich selber irgendwie so Säck, was er sich zusammengenaht hat und so. Da ist er mit den Gummischuhen auf dem Gletscher wesentlich weit runtergekommen.
Aber dann habe ich ihn gefragt, warum er halt so lebt. Der ernährt sich zum Beispiel von Böch, von Grossfristen und so weiter, ein bisschen extremer war es. Dann habe ich ihn gefragt, warum er das so tut. Der Lukas war bei mir, mein Bub, der war ganz begeistert von dem. So habe ich ihm gesagt, er sagt ja wohl der Gummimensch, weil er ... Und dann hat er gesagt: Ja, weil diese Menschen sind alles Affen. Da habe ich gesagt, aber du bist eigentlich auch ein Mensch. Da habe ich gesagt: Ich bin ein fortgeschrittener Affe.
Aber so die Leute gibt es, nur das bringt auch nicht Erfüllung. Es kommt darauf an, aus der Hand Gottes zu nehmen.
Jetzt lesen wir bitte im Kapitel 2 die letzten paar Verse, Verse 24 bis 26. Das Endergebnis all seines Forschens. Und das Endergebnis ist folgendes:
Vers 24: Es gibt nichts Besseres für den Menschen, als dass er isst und trinkt und seine Seele Gutes sehen lässt bei seinen Mühen. Auch das sah ich, dass dies alles aus der Hand Gottes kommt. Denn wer kann essen und wer kann fröhlich sein ohne mich? Denn dem Menschen, der vor ihm wohlgefällig ist, gibt er Weisheit und Erkenntnis und Freude. Dem Sünder aber gibt er das Geschäft, einzusammeln und aufzuhäufen, um es dem abzugeben, der vor Gott wohlgefällig ist. Auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind.
Er sagt hier folgendes, und zwar drei Dinge:
Vers 24 sagt er: Der Mensch kann nichts von sich aus tun. Er kann nichts Besseres, das steht übrigens nicht im Urtext, da steht: Er kann nichts tun. Dann sagt er: Denn alles kommt aus der Hand Gottes. Und Vers 25 steht: Denn wer kann essen und fröhlich sein ohne mich, sagt Gott.
Und da haben wir drei Einsichten aus diesen Versen:
a) Alles kommt von der Hand Gottes. Was uns als Kind Gottes geschieht, kommt alles aus seiner Hand. Übrigens wichtig ist das Wort alles. Auch Schmerz, Leid, Verlust und Enttäuschung kommen von Gott, genauso wie Fröhlichkeit, Glück und Ausgelassenheit.
Stellt euch einmal vor, wie oberflächlich würden wir bleiben, wenn unser Leben nur aus Lachen und Spaß bestehen würde. Wir wären die oberflächlichsten Menschen, die es gibt. Wie wertvoll sind oft die schweren Stunden, die uns barmherzig machen. Menschen, die viel mitgemacht haben und in Dankbarkeit durchgegangen sind, sind schöne Menschen. Sie können dich verstehen, wenn du leidest. Der Mensch, der nie leidet, kann andere nicht verstehen.
Und so ist es Römer 8,28. Lesen wir: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Alle Dinge, auch die schweren, dienen dir immer zum Besten. Das erkennt der Prediger hier. Alles kommt aus der Hand Gottes.
b) Gott will, dass wir klug werden und Freude haben. Gott ist nicht darauf aus, unser Leben mies zu machen. Ich war früher im Ausland und dachte, Gott stehe da oben auf dem Balkon und schaue euch und sage: Was, ihr habt ein Kadi, hört auf! Das Leben ist ernst. Das ist ein Blödsinn.
 1. Timotheus 6,17: Gott gibt uns alles reichlich zum Genuss. Wir dürfen das Leben und das, was Gott uns gegeben hat, genießen. Das ist das Zweite, was der Prediger sagt.
c) Das Leben besteht einzig und allein aus Beziehungen. Gott sagt: Wer kann essen und fröhlich sein ohne mich? Ihr braucht mich, um wirklich fröhlich sein zu können.
Wisst ihr, was ich reiche Menschen ab und zu frage, da unsere Gäste, was ich aber so kenne, da sind reiche Leute dabei. Das kennt man, wow, allerhand, was der so hält. Aber wisst ihr, was ich Leute überfrage dann? Ich frage: Hast du irgendwem, dem du dafür danken kannst? Und ich habe schon Menschen getroffen, die haben gesagt: Nein, nur mir selber.
Welch ein trauriges Leben, wenn du niemanden hast, dem du Danke sagen kannst. Das ist das traurigste Leben, was es gibt. Ein erfülltes Leben hast du erst dann, wenn du zu jemandem hingehen kannst und sagst: Danke Gott für die guten Gaben. Danke für deine Liebe. Danke. Dann wird das Leben erst lebenswert, vorher nicht. Das ist es, was der Prediger hier sagt.
Übrigens, das Leben besteht nur aus einer Sache, und nur aus einer Sache: aus Beziehungen. Beziehung zu Gott und Beziehung untereinander. Das ist Leben. Arbeit ist nicht Leben. Reichtum ist nicht Leben. Gesundheit ist nicht Leben, weil du stirbst nämlich. Leben ist Beziehungen. Beziehung zu Gott, Beziehung zu Menschen.
Und wisst ihr, da müssen wir besonders oft am Schalter umlegen im Denken. Man denkt oft so: Ich muss dies da und da und da und da, und nimmt sich keine Zeit, um Beziehungen zu pflegen. Dann versäumt man das Leben.
Interessant, als man älter wird, das ist auch ab 40, rufen die Männer wieder alte Freunde an. Früher und eben ich auch. Nein, das ist interessant, weil bis 40 ist der Mann so beschäftigt, etwas aufzubauen, dass er Beziehungen eigentlich fast vergisst. Ab 40 denkt er sich: Ja, so, ich habe es eh schon erreicht. Aber was ist Leben? Das kann doch nicht Leben sein. Wo sind meine Freunde? usw.
Da müssen wir uns wirklich überlegen, was Leben bedeutet. Und so können wir das Kapitel gut zusammenfassen mit den Worten Jesu, das Kapitel 2, wo Jesus sagt: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, nach der Beziehung mit Gott. Dann wird euch das andere alles zufallen. Aber zuerst müssen wir auf die Beziehung mit Gott achten, das ist das Erste. Das ist eigentlich die Botschaft von Kapitel 2.
Jetzt kommen wir zum Kapitel 3. Kapitel 3, Hauptsinn: Zeit und Ewigkeit.
Lesen wir bitte Kapitel 3, die Verse 1 bis 9, die lesen wir mal durch. Das ist ein Abschnitt, den manche von euch kennen. Das ist so der berühmteste, der bekannteste Abschnitt von dem ganzen Buch. Wird oft zitiert, auch von Nichtchristen, wegen der Poesie dieser Verse.
 Prediger 3,1: Für alles gibt es eine bestimmte Stunde, und für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit. Zeit fürs Gebären, Zeit fürs Sterben. Zeit fürs Pflanzen und Zeit fürs Ausreißen des Gepflanzten, Zeit fürs Töten und Zeit fürs Heilen, Zeit fürs Abbrechen und Zeit fürs Bauen, Zeit fürs Weinen und Zeit fürs Lachen, Zeit fürs Klagen und Zeit fürs Tanzen, Zeit fürs Steinewerfen und Zeit fürs Sammeln, Zeit fürs Umarmen und Zeit fürs Sich-Fernhalten vom Umarmen, Zeit fürs Suchen und Zeit fürs Verlieren, Zeit fürs Aufbewahren und Zeit fürs Wegwerfen, Zeit fürs Zerreißen und Zeit fürs Zusammennähen, Zeit fürs Schweigen und Zeit fürs Reden, Zeit fürs Lieben und Zeit fürs Hassen, Zeit für Krieg und Zeit für Frieden. Welchen Gewinn hat also der Schaffende bei dem, worin er sich abmüht?
Da geht es um den Wert der Zeit. Und ich habe auch jetzt ein paar Punkte:
Erstens: a) Der absolute Wert der Zeit, wir haben sie nur einmal. Ich lese ein Krawassvieh, dauert nur dreißig Sekunden, Minuten, eine Bankgeschichte, die Bank, Reiker oder so, Reiber, weißt es jetzt.
Stell dir vor, deine Bank stellt dir jeden Tag 86.400 Schilling zur Verfügung. Schilling, der noch, habe ich schon vor ein paar Jahren geschrieben. Du kannst das Guthaben nicht in den nächsten Tag mitnehmen. Jeden Abend wird das, was du nicht genutzt hast, vom Konto gelöscht. Und am nächsten Tag sind wieder neue 86.400 Schilling auf deinem Konto. Was würdest du tun? Du würdest jeden Schilling täglich gebrauchen.
Jeder von uns hat eine solche Bank, ihr Name ist Zeit. Jeden Morgen gibt sie dir 86.400 Sekunden. Jeden Abend wird gelöscht, was du nicht sinnvoll gebraucht hast. Du kannst nichts in den nächsten Tag hinübernehmen. Du kannst das Konto auch nicht überziehen. Jeden Tag wird ein neues Konto für dich eröffnet. Jeden Abend wird das übrig gebliebene verbrannt. Wenn du das tägliche Guthaben nicht verbrauchst, ist es dein eigener Verlust. Du kannst nicht zurückgehen, und es gibt keinen zweiten Versuch. Du kannst nichts mitnehmen in den nächsten Tag. Du musst in der Gegenwart leben. Investiere dein Guthaben weise, die Uhr läuft.
Das ist die Zeit, die wir jeden Tag haben. Die Zeit ist eine interessante Sache. Erstens: Sie wartet auf niemanden, auf den Reichen und auf den Armen auch nicht. Sie ist neutral, sie bevorzugt niemanden. Die Zeit steht niemals still, die geht immer. Die Zeit steht nie still. Du kannst es nie aufhalten. Wir müssen uns der Zeit unterordnen, wir haben keine Wahl. Wir können uns von der Zeit treiben lassen oder wir können sie nützen. Du kannst mit der Zeit tun, was du willst, aber nur einmal. Das ist das Absolute an der Zeit.
Und er hat dazu geschrieben: Wir haben auch in dieser Zeit, in diesem Leben, wir haben dieses Leben nur einmal, um uns für Christus zu entscheiden. Dieses Leben heißt nur einmal, es gibt kein zweites. Hebräer 9,27 lesen wir: Es ist dem Menschen gegeben, einmal zu sterben, nicht zweimal oder dreimal, einmal zu sterben, danach aber das Gericht. Es gibt nur ein Leben. 2. Korinther 6,2 sagt der Paulus: Siehe, jetzt ist die rechte Zeit, jetzt ist der Tag des Heils, jetzt! Weil morgen kann es vielleicht nicht mehr gehen.
Und ich habe da was dazugeschrieben auf dem Ding, lesen wir das durch: das Phänomen von Zeit. Wenn die Zeit reden könnte, würde sie so sagen: Ich heiße Zeit. Ich bin nicht immer da gewesen, und ich werde auch nicht immer da sein. Übrigens: Zeit hört auf. Zeit ist Materie, das können die Mathematiker beweisen. Zeit ist nicht absolut, sie hört auf. Zeit ist auch relativ, sie ist nicht immer gleich. Zeit ändert sich. Das ist eine ganz interessante Einsicht.
Aber heute bin ich dabei, das Leben zu messen. Die Menschen warten auf mich, unterwerfen sich mir, sie fürchten mich. Aber niemand außer Gott kann mich aufhalten. Er hat mich in der Hand, und er sagt: Ich gehe zu Ende. Die meisten Menschen glauben, dass ich immer da bin, aber das stimmt nicht. Wenn ich aufhöre, ist die Ewigkeit da. Dann wird es zu spät sein. Zu spät für Buße, zu spät, um mit Gott durch Jesus Christus ins Reine zu kommen, zu spät für den Glauben. Es gibt dann nur ein Ewiges in Frieden und Freude oder in Schrecken und Vorwürfen. Heute ist der Tag der Erlösung. Was du in der Ewigkeit bist, entscheidest du heute.
Heute bin ich da und bewege mich fort. Eines Tages wird es nicht mehr so sein, dann hast du mich nicht mehr. Wenn ich einmal nicht mehr bin, gibt es auch keine Gelegenheit mehr, für dich eine Entscheidung über deine Ewigkeit zu treffen. Zeit ist sehr absolut in ihrem Wert.
Das Zweite, was Sie dazu geschrieben haben: Wir haben diese Zeit, dieses Leben, als Christen nur einmal, um für Christus zu leben. Darum ist es wichtig, darüber nachzudenken: Warum tue ich, was ich tue? Kolosser 4,5 sagt der Apostel Paulus: Kauft die gelegene Zeit aus, verschwendet sie in der Zeit nicht, kauft sie aus. Das ist der absolute Wert.
Übrigens, es gibt viele Sprichwörter über Zeit. Man sagt halt: Die Zeit heilt alle Wunden, kennen wir. Man sagt: Zeit ist Geld, das hören wir öfter. Dann sagt man: Ich habe alle Zeit der Welt. Meistens hört man: Ich habe keine Zeit, ich bin im Stress.
Nur nebenbei: Wisst ihr übrigens, dass Stress ein modernes Wort ist? Es gibt es erst seit 1937, ein Ausdruck Kanadens hat den Ausdruck erfunden. Der Mensch vor hundert Jahren hat ja nicht weniger gearbeitet als wir heute. Aber wir heute haben Stress. Und manche haben Stress, und da fragt man sich: Wieso? Weil manche haben Stress und haben gar nicht so viel zu tun. Und manche haben Stress und haben eigentlich nicht selber das Wichtigste da.
Es gibt den sogenannten Freizeitstress. Unsere Leute müssen auf die Planei zehnmal rauf und runter, und nachher sind sie fertig. Dann denken wir: Eigentlich bist du ja auf Urlaub, oder? Ja, weil ich muss Freizeitstress.
Ein Verhaltensforscher hat einmal Folgendes gesagt, und das hat mir gut gefallen. Er hat gesagt: Der Grund, warum der Mensch heute Stress empfindet, hat damit zu tun, weil er die Ewigkeit verloren hat. Seit über tausenden Jahren hat der Mensch an den Himmel geglaubt. Sie wussten in ihrem Arbeiten: Das Schönste kommt noch. In den sechziger und siebziger Jahren haben wir den Himmel weg erklärt. Dumm, ist für Kinder. Himmel und Ewigkeit haben wir weggeworfen, es ist alles Blödsinn, das gibt es nicht.
Aber jetzt haben wir ein Problem. Wir müssen jetzt alles, was wir tun wollen, in die Barjahre einpressen, und das erzeugt Stress. Wir haben die Ewigkeit verloren, und darum empfinden wir Stress.
Es gibt einen anderen Grund: In unserer westlichen Welt ist ja alles perfekt. Ihr wisst genau, wenn man in ein Geschäft fährt und da muss man schon anstehen, fünf Minuten, nachher denkt man sich schon: Jetzt ist was schief gelaufen. Das darf nicht sein, ich habe nicht Zeit. Weil in unserer westlichen Welt, wo wir wohnen, ist alles durchorganisiert, und wenn eine Sache nicht funktioniert, dann bin ich angefressen.
Weißt du was Interessantes? Wenn ich ab und zu nach Rio de Janeiro geflogen bin, wo wir so eine Arbeit mit Straßenkindern unterstützen, da erwartest du, dass überhaupt nichts funktioniert. Wenn kein Bus kommt, wenn kein Geschäft offen ist, wenn die Nernteile da sind, das ist völlig normal, das erwartest du. Und wenn 20 funktionieren, dann bist du ganz begeistert. Bei uns erwartest du, dass 100 funktioniert. Und wenn nur 95 funktioniert, dann bist du angefressen. Das ist der Grund, warum der moderne Mensch Stress empfindet.
Wenn man Gott ausklammert, die Ewigkeit ausklammert, dann ist die Zeit dein größter Gegner. Die Zeit arbeitet immer gegen dich. Du wirst jeden Tag älter, schwächer, hässlicher, runzeliger und langsamer. Das ist es so, da brauchen wir gar nicht drüber zu reden. Und es wird nicht besser, es wird nur letzter.
Wenn ich jetzt anfange, Gott in mein Leben einzubeziehen, wenn ich sage, diese Zeit ist nur die Vorbereitung für die Ewigkeit, dann kann ich so sagen wie der Paulus, 2. Korinther 4,16: Der Paulus hat gesagt, mein äußerer Mensch vergeht, ja, das sieht jeder, aber der innere Mensch wird erneuert Tag für Tag. Der innere Mensch, der lebt. Und der innere Mensch lebt für ewig.
Und der David hat so schön gesagt im Psalm: Meine Zeit, das haben wir ein Lied davon, steht in deinen Händen. Ich brauche keinen Stress haben. Meine Zeit steht in deinen Händen, Gott, ich bin geborgen in dir für jetzt und für ewig.
Und weißt du, was ein englischer Soziologe gesagt hat? Darum haben die Christen, die an Gott glauben, keinen Stress. Der Mensch hat noch nie einen Christen getroffen, haben wir. Aber seine Schlussfolgerung ist richtig: Wenn der Christ richtig leben würde, bräuchte er keinen Stress haben. Das Blöde ist, dass wir es andauernd vergessen. Darum haben wir trotzdem Stress. Aber wir müssen uns daran erinnern: Meine Zeit steht in deinen Händen.
Dann das Zweite ist der relative Wert der Zeit, sie vergeht. Alles, was du und ich tun, hat eine bestimmte Zeit, mehr nicht. Zeit ist Gott sei Dank nicht ewig, und wir dürfen der Zeit keinen größeren Wert geben, als sie hat. Sie vergeht. Sie hat keinen Ewigkeitswert. Ein weiser Mensch bist du dann, wenn du dem Zeitlichen und dem Ewigen den ihm zustehenden Wert gibst. Zeit vergeht und hat darum weniger Wert. Ewigkeit besteht für immer, darum hat sie mehr Wert.
Bei unserem Hauseingang, beim Wortschlüssel, haben wir in 2. Korinther 5,1 draufgeschrieben, wo steht, dieses Haus, damit ist der Körper gemeint, da habe ich uns aufs Haus bezogen, dieses Haus vergeht. Aber Gott baut uns ein Haus im Himmel, das für ewig besteht. Unsere Buden, die brechen auch. Aber Gott hat ein Haus, das für ewig besteht. Und Jesus hat gesagt in Johannes Kapitel 14: Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen, er bereitet eine Wohnung für uns vor.
Ein Tor, ein Dummkopf bin ich dann, wenn ich das Zeitliche so ernst nehme, als sei es ewig, und wenn ich Ewigkeit so wenig ernst nehme, als sei sie belanglos, dann bist du ein Tor, sagt die Bibel. Man muss der Zeit und der Ewigkeit den richtigen Wert geben, dann ist man weise. Psalm 49 steht im Vers 11: Die Toren glauben, dass ihre Häuser für ewig bestehen, das glaubt nur der Dummkopf. Die vergehen.
 Lukas 12 haben wir die Geschichte vom dörrrigen Bauer. Er sagt: Ah, jetzt habe ich so eine große Ernte, was tue ich jetzt? Ich baue mir noch ein paar Scheunen, dann mache ich die Scheunen alle voll und dann genieße ich den Rest des Lebens. Und weißt du, was Jesus sagt? Du Dummkopf, du Tor, noch heute Nacht werde ich dein Leben von dir fordern. Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinne und nehme doch Schaden an seiner Seele? Das ist die Botschaft.
Und das Dritte dann: Jede Begebenheit hat ihre zugewiesene Zeit. Und ich muss sagen, diese Verse haben mich schon oft getröstet. Geht es bitte zum Vers 2. Prediger, lest mal Vers 1 und Vers 2:
Für alles gibt es eine bestimmte Stunde, und für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit. Und weißt du, was interessant ist: Für das meiste kennen wir überhaupt nichts dafür. Das haben wir nicht unter Kontrolle. Die Zeit ist uns gegeben.
Vers 2: Es gibt eine Zeit fürs Gebären. Hast du ausgesucht, wann es geboren wird? Nein, das ist dir gegeben, diese Zeit. Und es gibt die Zeit zum Sterben. Keiner von uns hat einen Einfluss darauf, wann er stirbt. Aber erinnert euch: Wir haben einen Einfluss darauf, wie wir leben. Du hast keine Ahnung, wie du stirbst und wann du stirbst, aber du hast einen Einfluss darauf, wie du lebst, und das ist das Entscheidende.
Vers 2: Es gibt eine Zeit fürs Pflanzen und eine Zeit fürs Ausreißen vom Gepflanzten. Das bestimmt man auch nicht selber, das bestimmt die Saison. Heute sind die Blumen gekommen wieder daheim. Ja, nicht so eine Freude, aber sie schon. Jedes Jahr das Gleiche, es kommt alle am gleichen Tag. Balkonblumen einsetzen, im Herbst schmeißen wir es weg, alle über das Gleiche, haben wir letzte Woche besprochen.
Vers 3: Es gibt eine Zeit fürs Töten, es gibt eine Zeit fürs Heilen, es gibt eine Zeit fürs Abbrechen, es gibt eine Zeit fürs Bauen. Gott hat für alles die rechte Zeit.
Vers 4: Es gibt eine Zeit fürs Weinen und es gibt eine Zeit fürs Lachen. Oft im Sommer haben wir unsere Abbot-Bauen-Programme. Übrigens möchte ich auch sagen, den Sommer: Wir machen das erste Mal Upward Bound, das heißt, da sind wir klettern und auf den Hütten schlafen und Canyoning und Raften und all das nehmen wir für Teenager. Das wäre vielleicht etwas für engere Kinder, so zwischen dreizehn und sechzehn Jahren machen wir das heuer das erste Mal für die Kinder in dem Alter. Eine Woche, das dauert sechs Tage, von Sonntag an geht bis Samstag.
Wir machen so gute Erfahrungen mit dem, weil wir miteinander unterwegs sind. 24 Stunden ist man übereinander, man zeigt die Natur, man erlebt den Menschen und man öffnet das Wort, alles von Gott. Und so verstehen sie oft, was es bedeutet, Christ zu sein.
Und in Upward Bound, da ist es oft so, wenn wir mit den Erwachsenen, da machen wir oft lange Touren, acht Stunden, um und um sind wir unterwegs, und dann ist es kalt, schneit es oben, nass sind es, miert es uns, der Buckel saugt dort, weil ... Und total fertig und so weiter. Und dann zittert sie sich her, und wenn es so richtig kalt ist und Wind, dann tue ich so ein Zaum, und dann sage ich ihr oft: Es gibt eine Zeit zum Weinen, es gibt eine Zeit zum traurig sein, es geht momentan überhaupt nicht schief. Die meisten Fängste sind momentan angefressen, das weiß ich, aber auch für das gibt es eine Zeit.
Und dann, als wir in der Hütte sind, alles wieder schön drucken, Kaffee trinken, er fühlt sich wieder wohl, es gibt Zeit zum Lachen. Und oft, wenn er kalt ist, dann sage ich: Ist eng kalt, dann sagen sie: Ja, du Trottel. Nachher sage ich: Wisst ihr was, es gibt Zeit fürs Kaltsein. Ich verspreche, es kommt wieder eine Zeit, wo es warm ist.
Aber weißt ihr was, das klingt jetzt ein bisschen blöd, aber das ist nicht so blöd. Es ist so wichtig zu erkennen: Es gibt für alles eine Zeit. Und wenn ihr erkennt, jetzt ist einmal eine Zeit, wo es kalt ist, ja, dann ist es halt einmal kalt. Danke Gott, jetzt ist es einmal kalt. Es kommt sicher wieder eine Zeit, wo man warm ist, wo man lernt, die Zeiten anzunehmen und nicht immer davon zu laufen, ist ein unheimlich großer Gewinn.
Ich weiß es in meinem Leben, jeder von uns muss es lernen. Wenn wir gestritten sind so daheim, weil sie wieder mal schlecht aufgelegt ist oder so, dann denken wir: Ja, für das gibt es auch eine Zeit. Es ist eine Zeit, wo man mal nicht miteinander redet, und ich muss mir jetzt nicht einen Überstress machen. Es kommt wieder die Zeit, wo man redet oder wo man Misserfolg hat. Es gibt eine Zeit für Misserfolg. Und man kann das zulassen. Es kommt wieder eine Zeit, wo man Erfolg hat, wo man gesundheitlich angeschlagen ist. Bei uns ist es auch ein Lebfuhl, ich habe auch Antibiotika gekriegt, da tagt man nicht so richtig. Aber einmal am Abend, wenn man denkt, ja, es ist halt einmal eine Zeit, wo man ein bisschen krank ist, es kommt wieder die Zeit, wo man gesund ist.
Die Zeiten anzunehmen ist unheimlich wichtig fürs Leben, und das sagt der Prediger. Es gibt eine Zeit zum Weinen, und es gibt eine Zeit zu lachen. Und wenn du weinst, dann wein ruhig, läuft überhaupt nichts falsch, du bist völlig normal, denn es gibt eine Zeit dafür. Es gibt auch wieder eine Zeit zum Lachen. Dann sagt er: Es gibt eine Zeit zum Tanzen, eine Zeit zum Klagen, es gibt eine Zeit fürs Tanzen, es gibt eine Zeit zum Klagen, und wenn du klagst, brauchst du nicht rauslaufen, du bist völlig normal, es gibt nämlich eine Zeit dafür. Das ist die Botschaft vom Prediger. Und es gibt uns eine, ich nenne es, eine göttliche Gelassenheit fürs Leben. Es gibt Zeiten für gewisse Dinge.
Und dann sagt im Vers 5: Es gibt eine Zeit für Steine werfen und eine Zeit für Steine sammeln. Das ist angeblicher jüdischer Ausdruck, der beschreibt, dass es eine Zeit gibt, wo man Freunde verliert, und dann gibt es eine Zeit, wo man Freunde gewinnt. Ich habe beides erlebt. Und man darf beides zulassen. Es gibt Zeiten, da verlierst du Freunde, es gibt Zeiten, da gewinnst du Freunde.
Dann steht: Es gibt eine Zeit im Vers 5 zum Umarmen und es gibt eine Zeit, sich fernzuhalten vom Umarmen, auch das gibt's. Man soll ihn immer umarmen, die Zeit ist nicht immer da. Ich behandle auch nicht jede Menschen gleich. Ich behandle meine Frau anders wie meine Mitarbeiter, wie die Studenten, ich behandle fremde Kinder anders wie meine eigenen Kinder. Jetzt kannst du sagen, das ist rassistisch. Ich kann ein leichtes Gegenteil beweisen. Wenn ich die Sekretärin jeden Tag so begrüße mit meiner Frau, habe ich ein Problem. Man behandelt nicht alle Menschen gleich. Es gibt einen Unterschied. Einen umarmt man, einen umarmt man nicht. Und beides hat seine Zeit.
Dann geht es weiter, es ist Zeit zum Schweigen, Zeit zum Reden. Das ist im Vers 7. Es gibt eine Zeit für das Reißen, Zeit für das Zusammennähen, es gibt eine Zeit für das Schweigen und eine Zeit für das Reden. Wisst ihr was, es war so gut, ich wünsche mir das für mich, wenn ich die Zeit erkenne, jetzt ist die Zeit zum Reden und jetzt ist es Zeit, dass du einmal stark bist. Viele Menschen reden, wenn sie längst schon still sein sollten. Noch schlimmer: Viele Menschen schweigen, wo sie eigentlich schon längst reden sollten.
Wisst ihr, was Weisheit ist? Geht’s zu Kapitel 8, Vers 5. Prediger 8,5: Wer das Gebot hält, weiß um keine böse Sache, und das Herz eines Weisen kennt die richtige Zeit und das rechte Verhalten. Weise bist du dann, wenn du die Zeit erkannt hast, wie man sich verhält.
Dann der letzte Zettel, Verse 11 bis 15. Das ist für mich, muss ich sagen, so einer der Höhepunkte dieses Briefes, Verse oft zitiert. Herbert Raffald hat den Vers in sein Neumbuch eingeschrieben.
Vers 11: Alles hat er, Gott, schön gemacht zu seiner Zeit. Auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt. Nur dass der Mensch das Werk nicht ergründet, das Gott getan hat, vom Anfang bis zum Ende. Ich erkannte, dass es nichts Besseres bei ihnen gibt, als sich zu freuen und sich seinem Leben gütlich zu tun, aber auch, dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Ich erkannte, dass alles, was Gott tut, für ewig sein wird. Es ist ihm nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen. Und Gott hat es so gemacht, damit man sich vor ihm fürchtet. Was da ist, war längst, und was sein wird, ist längst gewesen, und Gott sucht das Entschwundene wieder hervor.
Im Vers 11 lesen wir: Gott hat die Ewigkeit in ihr Herz gelegt. Vorher haben wir gerade gelesen: Jedes Ding hat seine Zeit, das stimmt. Aber Gott hat die Ewigkeit in das Herz des Menschen gelegt. Alle Dinge von Vers 1 bis 8 sind nicht ewig, sie sind nur zeitlich begrenzt. Und suche nie den Lebenssinn in zeitlich begrenzten Dingen, du findest ihn nicht. Weißt du warum? Weil Gott die Ewigkeit in unser Herz hineingelegt hat.
Der dänische Philosoph Søren Kierkegaard war Christ, hat gesagt, das ist ein interessanter Vers, hat er gesagt: Was die Zeit nötig hat, lässt sich in einem Wort sagen: Ewigkeit. Was die Zeit nötig hat, ist Ewigkeit. Darum, weil Gott die Ewigkeit in unser Herz gelegt hat, kann nichts anderes als ewige Werte dein Herz jemals erfüllen. Zeitliches kann dich nicht erfüllen, weil wir auf Ewigkeit ausgelegt sind, und darum sind alle Versuche, die Erfüllung des Lebens hier zu finden, zum Scheitern verurteilt. Es muss scheitern, weil wir auf Ewigkeit gebaut sind. Wir sind gebaut, um in Beziehung zu leben mit Gott und dem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Und erst wenn dieser ewige Gott in dein Herz kommt, das Ewigkeit hat, erst dann erlebst du Frieden.
Kanzel Friedensgruß jeden Sonntag in der evangelischen Kirche Philippi 4,7: Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Nur der Friede Gottes kommt durch den ewigen Gott, sonst nie. Den Frieden kannst du sonst nirgends finden. Du kannst in dieser Welt viel Spaß finden, viel Freude, viel Gaudi, aber keinen Frieden, den gibt es nur beim ewigen Gott.
Unser Herz ist auf ewig ausgelegt. Der Augustin hat es so schön gesagt, dieses berühmte Wort vom Augustin, Kirchenvater: Denn auf dich hin hast du uns geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet, Herr, in dir. Und ich glaube, viele in diesem Raum können dieses Zeugnis geben, die wir sagen: Ich habe mein Leben lang gesucht, aber erst als ich Christus gefunden habe, den ewigen Gott, habe ich Ruhe gefunden, vorher nicht. Nicht, dass das Leben jetzt perfekt ist, ohne Probleme, im Gegenteil, aber die Ruhe, der Friede ist da, der vorher nicht da war.
Manche Theologen sagen, diese Ewigkeit in unserem Herzen ist das gottgegebene Vakuum in unserem Leib. Da ist ein Vakuum in unserem Herzen, und wir versuchen ein ganzes Leben, dieses Vakuum zu füllen. Einen Mann, den ich oft zitiere, Doktor Viktor Frankl, der hat gesagt: Der beste Beweis, dass es so etwas wie Wasser gibt, ist die Tatsache, dass der Mensch Durst hat. Der beste Beweis, dass es einen Sinn im Leben gibt, ist die Tatsache, dass der Mensch nach einem Sinn fragt. Und ich würde hinzufügen, er hat es nicht getan, er war kein Christ, ich würde hinzufügen: Der beste Beweis, dass es einen ewigen Gott gibt, ist die Tatsache, dass der Mensch nach einem Gott fragt.
Weißt du, was interessant ist? Du kannst in der ganzen Welt herumfahren, nach Nepal, nach Indien, nach Australien, nach Afrika, nach Südamerika, nach Alaska, du wirst Gegenden finden, da gibt es keine Schulen, du wirst Gegenden finden, da gibt es keine Krankenhäuser, da gibt es keine Banken, keine Geschäfte, aber weißt du, was du überall findest? Anbetungsstätten, wo Menschen Gott anbeten. Es gibt keinen Bereich auf dieser Welt, wo es keine Anbetungsstätte gibt. Der Mensch ist auf Gott ausgelegt, er sucht den ewigen Gott, egal wo er geboren ist, weil Gott hat die Ewigkeit in unser Herz gelegt. Das ist ein wunderbarer Vers, und er streicht zu euch den, den gebrauche ich sehr oft, wenn ich mit Menschen rede, die noch nicht an Jesus glauben, aber ihn suchen, das ist der Grund.
Dann: Der Mensch kann nicht ergründen, was Gott getan hat. Im Vers 11, lesen wir: Er hat die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, nur dass der Mensch das Werk nicht ergründet, das Gott getan hat, vom Anfang bis zum Ende. Der Mensch, der Wissenschaftler, kann Ewigkeit nicht ergründen, weil er nur das Zeitliche hat.
Wenn zum Beispiel ein Wissenschaftler behauptet, es gibt keinen Gott, ist eine völlige unsinnige Aussage. Weil er kann von diesem Bereich keine Aussage machen. Das ist wirr, das habe ich glaube ich schon mal erwähnt bei dir, was in Genesis da war, wie die Russen sich erstmal mit der Sputnik ins Weiteil geflogen sind, dann sind sie zurückgekommen und haben gesagt: Jetzt wissen wir es, es gibt keinen Gott, wir waren im Weltraum, wir haben nichts gesehen. Natürlich Blödsinn sowas, weil die Bibel sagt: Niemand hat Gott je gesehen, du kannst Gott nie mit den Augen sehen. Das Gleiche, wie du versuchst, die Temperatur mit dem Feuchtigkeitsmesser zu messen, das ist falsches Instrument. Du kannst nicht die Augen verwenden, um Gott zu sehen. Darum kann kein Wissenschaftler sagen, es gibt keinen Gott. Das ist eine unsinnige Behauptung, weil das ein Bereich ist, der einem nicht zugänglich ist.
Das ist immer so mit den Halbwahrheiten. Er hat einmal gesagt: Mit den Halbwahrheiten ist ein Problem, speziell wenn du dich an der falschen Hälfte festhältst. Es ist auch so, es ist uns nicht zugänglich. Weißt du warum? Weil es eine Beziehung ist.
Es hat mich auch beschäftigt, zum Beispiel in technischen Errungenschaften, in der Technik, in der Medizin, da können wir auf dem Wissen unserer Väter bauen. Unsere Väter haben etwas entdeckt, und wir bauen weiter, und unsere Kinder bauen weiter. Weißt du, wo man das nicht tun kann? Bei Beziehungen. Nur weil du eine gute Ehe lebst, heißt das längst nicht, dass deine Kinder eine gute Ehe leben. Das müssen sie selbst lernen. Und jede beginnt bei Null. Es gibt keine Generation, die aufbauen könnte in Beziehungen, jede beginnt bei Null.
Eine Beziehung kann ich nur vorleben, aber du kannst nicht auf meiner Beziehung bauen. Eine Freundschaft kann ich dir nur vorleben, aber eine Freundschaft kann ich nicht vererben. Mein bester Freund wird nicht automatisch der beste Freund für meinen Buben. Ich kann es nicht vererben, ich kann es nicht weitergeben. Und weißt du was, Christ sein bedeutet eine Beziehung zu Gott, darum kannst du sie nicht weitergeben. Jeder Mensch beginnt bei Null, was seine Beziehung zu Gott anbelangt, es ist nämlich eine Beziehung zu dem lebendigen Gott. Man kann es nur vorleben und davon erzählen, mehr nicht.
c) Zufriedenheit ist eine Gabe Gottes. Lesen wir Vers 12 und 13: Ich erkannte, dass es nichts Besseres bei ihnen gibt, als sich zu erfreuen und sich in seinem Leben gütlich zu tun, aber auch, dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Ich erkannte, dass alles, was Gott tut, für ewig sein wird. Es ist ihm nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen, und Gott hat es so gemacht, damit man sich vor ihm fürchtet. Was da längst ist, was da ist, war längst, was sein wird, ist längst gewesen, und Gott sucht das Entschwundene wieder. Zufriedenheit ist eine Gabe Gottes.
Wisst ihr was mich überrascht? Nicht überrascht, aber es ist so. Zwei Menschen erleben genau dasselbe. Der eine hat eine Riesenfreude und der andere schaut zudrein. Wenn unsere drei Kinder, da fahren wir zum Beispiel alle drei ins Kino, einer freut sich oder zwei und der dritte huckt zudrein, so ein Blödsinn. Mit denen genau das Gleiche, der eine freut den anderen nicht.
Zwei Menschen sind völlig gesund, der andere stellt in der Früh auf und sagt: Danke Gott für das Geschenk meiner Gesundheit, und der andere stellt auf: Das ist ja klar. Interessant, beide Menschen erleben genau das Gleiche und jeder reagiert völlig anders.
Zwei Menschen sehen die Sonne aufgehen, der eine sagt: Ist das nicht wunderschön, und der andere sagt: Der Depperte Glutmuggel, wir haben auch schon gehört. Zwei Essen am Mahlzeit, der eine kann es so richtig genießen und der andere zu wenig schulzen wieder. Ich kenne auch Familien, wo das eher dauernd sagt. Passt aber irgendwas nicht. Der andere nimmt es dankbar und der andere kann sich über alles beklagen.
Und wisst ihr, was ich daraus lerne? Ob ein Mensch sein Leben genießt oder nicht, hat nichts mit den Umständen zu tun, sondern mit mir. Nämlich, ob ich Gott dankbar bin. Es ist ein Geschenk. Weißt du, was da gestanden ist, Vers 13: Aber auch, dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Wenn Gott es dir schenkt und du kannst darum bitten, dann kannst du das Leben genießen, sonst ist das Leben für viele eine Plage.
Und dann das Letzte noch in dem Abschnitt:
d) Gott ist unwandelbar, Vers 14 und 15. Was gewesen ist, ist schon längst gewesen und so weiter. Da lernen wir einfach vier Dinge aus dem Graf geschrieben: Gott ist und bleibt derselbe, er ist permanent. Gott kann nichts lernen, er kennt das Ende vom Anfang. Gott ist beständig und absolut verlässlich, und Gott ist der einzige, der es verdient, angebetet, gefürchtet und geliebt zu werden. Dies lernen wir aus diesen zwei Versen.
Und dann zum Punkt drei, dann haben wir es bald, weil ich weiß, es ist ganz schön hart. Aber bauen wir halt wieder zu, passt eh nicht, weil du so warm wirst, bauen wir wieder zu.
Kapitel 3, Verse 16 bis 21, lesen wir die:
Kapitel 3,16: Ferner sah ich unter der Sonne: An einem Ort des Rechts, dort war die Ungerechtigkeit, und an dem Ort der Gerechtigkeit, dort war die Ungerechtigkeit. Ich sprach in meinem Herzen: Gott wird den Gerechten und den Ungerechten richten, denn es gibt eine Zeit für jedes Vorhaben und für jedes Werk. Ich sprach in meinem Herzen: Der Menschenkinder wegen ist es so, dass Gott sie prüft, und damit sie sehen, dass sie nichts anderes als Vieh sind. Denn das Geschick der Menschenkinder und das Geschick des Viehs, sie haben ja ein und dasselbe Geschick. Es ist dies: Wie diese sterben, so stirbt jenes, und einen Odem haben sie alle. Und einen Vorzug des Menschen vor dem Vieh gibt es nicht, denn alles ist Nichtigkeit.
So weit, so gut. Schauen wir nun noch zurück, Vers 16 und 17. Vers 16, da wirft er was auf, das ist er und ich beschäftigt. Ich sah unter der Sonne, an dem Ort des Rechts, dort war Ungerechtigkeit, und an dem Ort der Gerechtigkeit, dort war die Ungerechtigkeit. Wisst ihr was, wenn man in der Welt immer dumm schaut, das ist es, was einen zur Verzweiflung bringt, dass es so viel Ungerechtigkeit gibt. Die Politiker, die sich eigentlich kümmern sollen um unser Land, die bereichern sie nur selber. Die Richter, die eigentlich Recht sprechen sollen, sind bestechlich. Die Rechtsanwälte, die eigentlich das vortragen sollen, was ist, sagen nur das, um zu gewinnen und wollen zehnmal im Unrecht sind. Am Ort des Rechts dort geschieht Unrecht.
Und wisst ihr, was er aber dann sagt im Vers 17: Ich sprach in meinem Herzen, Gott wird den Gerechten und den Ungerechten richten, denn es gibt eine Zeit dort für jedes Vorhaben und für jedes Werk.
Habe mal Geschichte lesen, die ist so gegangen. Eine alte Geschichte erzählt, wie ein Bauer Gott herausfordern wollte und noch dazu seine religiösen Nachbarn ein bisschen ärgern wollte, indem er immer am Sonntag arbeitete. Da gibt es bei uns ganz schön viel was zu ärgern, aber bei uns ist es halt ein bisschen anders, im Gastgewerbe meine ich, es hilft nicht. Aber der Bauer, die Geschichte geht so: Diesen Sommer hatte er seine beste Ernte, und er schrieb einen Brief an den lokalen Zeitungsverlag, das war der einst tolle bei uns oder was, dass das Einhalten der Sonntagsruhe völliger Unsinn ist. Er schrieb: Ich habe diesen Sommer ein Experiment gemacht mit einem meiner Felder. Ich habe es an einem Sonntag gepflügt, habe die Saat an einem Sonntag ausgestreut und habe die Ernte an einem Sonntag geerntet. Und ich sage euch, ich hatte die beste Ernte von allen Bauern der Gegend.
Und der Zeitungsherausgeber, der den Artikel gedruckt hat, hat unten eine kleine Bemerkung dazu gemacht: „Gott macht seine Abrechnung nicht im Oktober.“
Und seht ihr, das ist ein bisschen die Botschaft hier, er sagt, ja, das Leben ist nicht gerecht, aber Gott macht seine Abrechnung nicht hier und nicht unbedingt jetzt. Wisst man, wenn es kein letztes Gericht gibt, dann kann man über die Ungerechtigkeit dieser Welt tatsächlich zynisch, zornig und bitter werden.
Aber wisst ihr, warum ich glaube, dass Gott Ungerechtigkeit zulässt? Gerade für uns Christen. Und das ist eigentlich ganz was Wichtigstes im Vers 18: Ich sprach in meinem Herzen, der Menschen Kinder wegen ist es so, dass Gott sie prüft und damit sie sehen, dass sie nichts anderes als Vieh sind.
Wisst ihr was, wenn Menschen über die Ungerechtigkeit dauernd nur schimpfen, weißt das, was du dich da entläufst als elender Sünder. Der Biertrinker am Biertisch, da geht’s auf, und die Hausfrau im Geschäft, die Gelehrten am runden Tisch und die Vidioten vor der Glotze, der tüchtige Unternehmer oder der Lebenskünstler, jeder, der andauernd schimpft über Ungerechtigkeit, entlarvt, dass er elender Sünder ist.
Wisst ihr, was ein äußeres Zeichen sein sollte für Christen, für Menschen, die Gott fürchten? Sie müssen nicht dauernd darüber schimpfen, über die Ungerechtigkeit, weil ein Christ weiß, dass Gott letztlich jeden vor Gericht bringt. Psalm 94,15 steht: Zur Gerechtigkeit wird das Gericht wiederkommen.
Und schlagt jetzt nur auf, das ist die letzte Story, was wir aufschlagen: 1. Mose 45. Das ist die Geschichte, wo der Joseph von seinen zehn Brüdern nach Ägypten verkauft wird. Kennt ihr die? Sie hauten zuerst in den Brunnen ein, der ist ein Glick trocken, sie sind aufgeschoffen, dann haben sie ihn wieder auffordern und dann sind sie so vorbeigegangen mit Kamele und haben sich gedacht, denen verkaufen wir es. Und dann ist er verkauft worden in Ägypten am Sklavenmarkt, siebzehn Jahre lang war er Sklave, dann im Gefängnis gewesen, alles mögliche Ungerechtigkeit, auch Ungerechtigkeit hat der Josef erlebt.
Und wisst ihr, was der Josef sagt, nachdem seine Brüder siebzehn Jahre später zu Ehren gekommen sind, weil sie nach Hause nichts zu essen gehabt haben, da war eine Hungersnot, dann sind sie nach Ägypten gegangen und haben um Essen gebettelt, und da war der Josef die rechte Hand vom Pharao. Und der Josef sitzt da und sieht seine zehn Brüder, und wisst ihr, was er zu ihnen sagt, das hat mich sehr beeindruckt. 1. Mose 45,4: Da sagte Joseph zu seinen Brüdern: Tretet doch zu mir heran! Und sie traten heran und er sagte: Ich bin Joseph, euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt!
Er hat es nicht vergessen. Und nun seid nicht bekümmert und werdet nicht zornig auf euch selbst, dass ihr mich hierher verkauft habt. Denn zur Erhaltung des Lebens hat Gott mich vor euch hergesandt. Denn schon zwei Jahre ist die Hungersnot im Land, und es dauert noch fünf Jahre, dass es kein Pflügen und Ernten gibt. Doch Gott hat mich vor euch hergesandt, um euch einen Überrest zu setzen auf Erden und euch am Leben zu erhalten für die große Errettung. Und nun, nicht ihr habt mich hierher gesandt, sondern Gott.
Wisst ihr, was der Josef gelernt hat? Mein Leben ist in Gottes Hand. Und er hat gesagt: Meine Brüder, ich habe es mir verkauft, aber ich möchte Ihnen etwas wissen lassen, Gott hat mir hergesandt. Die Brüder haben keine Gebetsgemeinschaft gehabt: Lieber Vater, soll ich mir unseren Bruder verkaufen oder nicht? Deren Absicht war total böse, total böse. Und trotzdem hat Josef gesagt: Gott hat mich hergesandt. Er hat nicht geschimpft, er hat nicht geklagt.
Und wisst ihr, was Jesus uns gesagt hat, Matthäus 5: Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen. Und wenn euch jemand auf die linke Backe schiebt, reicht ihm die rechte. Jesus sagt, ihr werdet ungerecht behandelt werden, aber wisst ihr was, es gibt ein letztes Gericht. Und Menschen, die andauernd über Ungerechtigkeit schimpfen, entlarven sich selbst als Sünder. In 1. Korinther 6,7 sagt Paulus sogar, ihr Christen, ihr geht miteinander vor Gericht, er sagt, ist ja Wahnsinn, warum lasst ihr euch nicht viel lieber Unrecht tun? Die Botschaft vom Neuen Testament.
Und wisst ihr was, dies geht mir zu hoch. Ich persönlich schaffte es nicht, meine Feinde zu lieben. Ich persönlich schaffte es nicht, das Unrecht einfach hinzunehmen. Dafür brauche ich Jesus. Und wenn ein Mensch erkennt, dass er es nicht schafft, dann läuft er zu Jesus und sagt: Herr Jesus, jetzt weiß ich, wozu ich dich brauche, sei du mein Leben. Und er kann es auch in und durch dein Leben. Das ist die Botschaft.
Und dann noch ein Letztes, dann sind wir fertig: Der Vergleich zwischen Mensch und Tier, weil das klingt ein bisschen fremd, das müssen wir noch ganz kurz lesen, dann haben wir es geschafft. Nur damit es dann daheim nicht wundert, was da steht:
Vers 19: Denn das Geschick des Menschenkindes und das Geschick des Viehs, sie haben ja ein und dasselbe Geschick, ist dies: Wie diese sterben, so stirbt jenes, und einen Odem haben sie alle. Einen Vorzug des Menschen vor dem Vieh gibt es nicht, denn alles ist Nichtigkeit. Alles geht an einen Ort, alles ist aus dem Staub geworden und alles kehrt zum Staub zurück. Wer kennt den Odem der Menschenkinder, ob er nach oben steigt, oder den Odem des Viehs, ob er nach unten zur Erde hinabfährt?
Was er da sagt, ist Folgendes: Er sagt ganz einfach, Mensch und Vieh atmen dieselbe Luft. Einer hat so nett geschrieben: Alle haben denselben Schnauf. Wir atmen dieselbe Luft. Mensch und Vieh haben Knochen, Haut, Kreislauf, Nervensystem, ein Hirn und eine Seele, und beide werden wieder zu Staub. Also äußerlich betrachtet unterscheidet sich der Mensch nicht vom Vieh.
Was den Menschen zum Menschen macht, ist die einmalige Bestimmung, Gott zu erkennen, Gott zu lieben, Gott zu dienen und mit Gott zu leben. Das ist halt nur der Mensch. Das macht den Menschen zum Menschen. Und das kann nur Gott uns den Unterschied zeigen. Und darum: Wenn du nicht an Gott glaubst, dann musst du an die Evolutionstheorie glauben. Das eben, dein Urgroßvater war halt ein junger Affe oder was. Es ist so, es ist tatsächlich so. Wenn du das glauben willst, dann sind deine Vorfahren heute auf die Barmherzigung gekrupft usw. Du hast keine Alternative.
Nur wenn du Gott einbeziehst, wirst du ein Wesen, das geliebt ist, das gewollt ist, das einen Sinn hat und das ein Ziel hat, sonst bist du nicht mehr als Vieh, sagt der Prediger. Rein unter der Sonne ist kein Unterschied zwischen Mensch und Tier. Erst wenn du Gott einbeziehst, kommt der Unterschied heraus, sonst nicht.
Und dann das Schlussergebnis ist der letzte Vers, Vers 22: Und ich sah, dass es nichts Besseres gibt, als dass der Mensch sich freut an seinen Werken, denn das ist sein Teil, denn wer wird ihn dahin bringen, hineinzusehen in das, was nach ihm sein wird. Unser Teil ist, das zu erkennen, was wir hier sehen, und uns daran zu erfreuen. Wer zeigt uns, was danach kommt? Nur einer, der Sohn Gottes, Jesus Christus. Er zeigt uns, was danach kommt.
Und darum sagt Jesus mit dem Vers Schließmer: Seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag. Jesus sagt, ich weiß, was danach kommt. Der morgige Tag wird für sich selbst sorgen, und Jesus ist so realistisch, das gefällt mir so, er sagt, jeder Tag hat übel genug. Sorg dir nicht um morgen, heut ist genug. Es gibt zwei Wochentage, um die du dich nicht sorgen sollst: gestern und morgen.
Wenn wir dies zu Herzen nehmen, dann lassen wir Leben, was eigentlich recht gelassen und entspannt sein kann und nicht so an Stress haben muss.
Ich bete nur: Lieber Vater, hab Danke für den Abend, hab Danke für Dein Reden, hab Danke für Dein Wort, danke für den Prediger, für die Weisheiten, die wir darin entdecken, und wir erkennen, es ist so aktuell, es ist so wahr, wir finden uns darin, ich finde mich darin, Herr. Aber danke, Herr, dass diese Sinnlosigkeit nicht das Letzte ist, sondern dass es einen Gott gibt, der in dieses Erdenleben hineingekommen ist, um uns Leben und Sinn zu geben. Nur du, Gott, kannst schenken, dass wir dieses Leben genießen in Dankbarkeit und für ewig mit dir vereint sind und bleiben. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Segne uns in deinem Namen. Amen.
Gut, er möchte eigentlich noch einen netten Abend wünschen, käme es gut nach Hause.