Einleitung und Predigttext
Unser Predigttext steht im Epheser Brief zweiten Kapitel Vers 17-22
Jesus ist gekommen und hat verkündigt im Evangelium den Frieden euch, die
er ferne wart, und den Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben
wir den Zugang alle beide in einem Geist zum Vater. So seid ihr nun nicht
mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes
Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, wobei Jesus
Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt
wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr
miterbaut werdet zu einer Behausung Gottes im Geist.
Herr, erkläre uns dein Wort. Amen.
Liebe Gemeinde, geht es ihnen jetzt auch so, dass in diesem Monat sich
alles zusammendrängt durch die nahen Ferien, sonst hatte man immer noch
mehr Zeit, um seinen Urlaub ein bisschen vorzubereiten. Jetzt drängt sich
alles auf wenige Wochen zusammen, weil die Termine vorgeschoben sind, und
da hört man dann, wie die Reisepläne noch einmal überarbeitet werden, und
wie man noch einmal neu bucht, wie man noch einmal Karten studiert, wohin
man fährt. Und der Urlaub beginnt ja erst in dem Augenblick, wenn man dann
endlich im Zug drin sitzt und die Räder rollen. Oder wenn das Auto Richtung
Autobahn fährt und endlich also alles in Bewegung ist. Aber es gibt immer
wieder Augenblicke, dass wir solche Termine verpassen. Wenn Sie oben in
Echterdingen am Flughafen stehen, dann hören Sie immer wieder die
eindrucksvolle Ansage: dies ist der letzte Aufruf für die Maschine Alitalia
nach Mailand. Und dann da irgendwo so ein lieber Tourist mit seinem Auto
und steht in der Schlange am Rotlicht und kommt nicht durch. Am Flughafen
ertönt es: dies ist der letzte Aufruf. Er verpasst die Maschine. Was war
der Grund? Vielleicht hat er nicht richtig aufgepasst, vielleicht blieb
seine Uhr stehen, vielleicht hat er noch ein wenig herumgewurschtelt an
seinem Schreibtisch und hat gedacht, das reicht noch gut. Er hat den
Verkehrsstau nicht mit eingeplant. Vielleicht hat er nur oberflächlich auf
die Abfahrtszeiten gesehen. Es ist peinlich, wenn dann der Aufruf kommt:
jetzt geht die Maschine ab. Die Stewardessen machen im Warteraum den Schlag
zu, den Durchgang zu, der letzte Bus fährt zum Flugzeug. Er kann dann noch
atemlos anrennen, das Flugzeug ist weg, vielleicht sieht er es noch von
ferne. Es rollt zum Start, aber er hat den Anschluss verpasst. Sind Sie
auch schon einmal auf den Bahnsteig gerannt, Koffer unter dem Arm,
schwitzend, und dann sehen Sie gerade noch den Zug hinausfahren? Es ist
interessant, wie ein Zug von hinten aussieht, der so langsam in Schwung
kommt, aber das denkt man nicht, man wäre selber gerne darin gewesen, man
weiß, ich möchte ja mitfahren, es ist ja alles schon vereinbart, und meine
Termine liegen da drin.
Jesus hat ähnliche Bilder gebraucht, weil er davon
gesprochen hat, dass man im Leben den Anschluss verpassen kann. Es ist nur
so vergleichbar, was er uns anbieten will. Er sagt: heute, heute, so ihr
meine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht! Ist Ihnen das bewusst, dass
Ihnen heute der lebendige Gott ein ganz großes Angebot machen will? Er will
heute Ihr ganzes Leben verändern! Er will heute Ihre Sorgen wegnehmen. Er
will heute in Ihrem Leben einkehren und Ihr ganzes Leben nun so verändern,
dass Sie es nicht mehr wiedererkennen. Heute! Aber wichtig ist, dass Sie
zusteigen, dass Sie die Hand dieses Herrn fassen! Wichtig ist, dass Sie
nicht plötzlich dastehen und sagen: Ich wollte doch eigentlich mit, und der
Zug ist abgefahren! Dass sie auf einmal in Ihrem Leben sagen: Ja, ich habe
immer gemeint, mit mir sei Gott! Sie merken erschreckt, ich stehe auf dem
Bahnsteig und der Zug ist abgefahren. Ich habe doch eigentlich immer
gemeint, ich gehöre dazu, und Sie gehören nicht dazu. Ob das nicht die Not
vieler Menschen ist, die sich Christen nennen, dass sie meinen, sie seien
dabei, und sind nicht dabei. Sie stellen sich das so vor, man muss drin
sein, und wer zugestiegen ist. Wer weiß, ob er dazugehört, oder ob er
draußen steht? Ich möchte Ihnen drei Punkte dazu sagen:
Er räumt die Hindernisse weg
Er räumt uns die Hindernisse weg, das ist das erste. Wir haben es ja immer
schwer in unserem Leben, mit Gott ganze Sache zu machen. Wir tun uns gar
unglaublich schwer, einfach da Gott beim Wort zu nehmen, und sagen, jetzt
möchte ich dir gehören, und möchte mit dir leben. Und ich möchte alles auf
deine Karte setzen, und ich möchte dir vertrauen. Was sind denn das für
Hindernisse? Da gibt es zuerst äußerliche Hindernisse, äußerliche. Es ist
ja nicht ganz leicht, wenn heute einer in unserem Gottesdienst herein
kommt, und zum ersten Mal dazugehört, dann denkt er, ist das etwas für
mich? Ich sitze da, ich kenne die Menschen nicht, Hindernisse, dass
Menschen einfach durch äußere Schranken von uns getrennt sind. In der
Apostelgeschichte lesen wir von einem Farbigen, der aus Afrika nach
Jerusalem reiste in der Sehnsucht, Gott zu finden. Dieser Mann hatte eine
Unruhe und wurde die nicht los, und dachte: Ich will all die Heiligtümer
dieser Welt abklappern und suchen, ob ich nicht irgendwo dabei entdecke.
Und dann wallfahrtet er da hinauf auf den Tempelberg und oben an der Pforte
an diesem großen Tempeltor steht ein Schild: Durchgang für folgende
Personen verboten: Und da ist er darunter genannt. Das war
alttestamentliches Gesetz, und da stand er draußen und starrt auf die Tafel
und sagt: Ich darf nicht rein. Ich suche doch nach Gott. Und es gibt in
dieser Welt Schranken, wo wir einfach merken: Ich komme nicht daran weiter.
Und dann geht er zum Basar in Jerusalem und kauft da zum Schluss eine
Buchrolle und die liest er im Wagen sitzend auf dem Heimweg, wie er in der
Gaza-Wüste unten ist. Und jetzt ist es, dort schickt Jesus seinen Boten
hin. Dort läuft ein Apostel namens Philippus die gleiche Straße, der hört
zu mit halbem Ohr. Damals lasen die Leute nicht so wie wir in der Stille,
sondern die lasen laut vor sich hin plappernd, auch wenn sie alleine lasen.
Dann hörte er plötzlich, da liest der irgendetwas Biblisches, und der hält
sich am Wagen hin und fragt ihn, verstehst du auch, was du liesest? Und da
kommt so es zu einem Gespräch. Wissen Sie, dass unser Gott so bestrebt ist,
jeden Menschen zur Wahrheit zu führen, damit sie zum Glauben kommen können?
Es gibt keinen Menschen auf der Welt, dem Gott nicht nachgeht auf eine ganz
besondere Weise. Ich glaube, jetzt könnte jeder von uns erzählen, wie das
bei ihm selbst ablief. Wie er von Gott auf eine eigentümliche Weise geholt
wurde. So räumt Gott Hindernisse weg.
Es gibt Schwierigkeiten, zum Glauben
zu kommen. Es sind sehr viele Hindernisse, die uns aufhalten: Da sind
Christen, die uns abstoßen. Dann verstehen wir das oft nicht, was wir aus
der Bibel lesen, wir reden da immer so oberflächlich, Vokabeln die wir gar
nicht begreifen. Und dann auf einmal geht Gott uns nach, wie bei diesem
Kämmerer aus dem Mohrenland. Er räumt Hindernisse weg, die uns aufhalten.
Und dann beschreibt Paulus noch andere Hindernisse, die dem Glauben im Weg
stehen. Wissen Sie, welche Hindernisse dem Glauben im Weg stehen? Was
bremst denn bei uns? Dass wir unser Leben ganz Gott zu eigen geben. Es ist
ein Hindernis. Das wird hier erwähnt. Wir haben einen ganz heftigen
Widerstand gegen Gott. Da haut es automatisch bei uns die Bremsblöcke rein.
Das ist wie die Bremsen blockieren beim Auto und das Auto quersteht. In
jedem Menschen ist so ein Blockieren da, wenn Gott uns anspricht. Und dann
sträuben wir uns. Bei keiner Sünde sträuben wir uns, bloß wenn der Vater
uns ruft, dann sträuben wir uns. Das ist ein Hindernis. Deshalb ist es so
schwer, zu Gott durchzustoßen. Und dann sagt Paulus, das ist ganz wichtig,
dass Jesus die Hindernisse weggeräumt hat. Und er hat uns ein Zeichen
gegeben, an das man sich halten kann, wenn bei uns immer so wieder dieses
Blockieren kommt; wenn wir Angst haben, kann ich mich denn so ganz dem
lebendigen Herrn anvertrauen? Sie, wir, haben Angst, ob wir gar nicht zu
kurz kommen, ob die Freude in unserem Leben nicht dann einfach verloren
ist. Und dann sagt Paulus Nein, er hat die Hindernisse abgeräumt, die
dagegen standen, er hat uns sein Kreuz als Zeichen gegeben, wo Jesus starb.
Damit wir wissen, für solche Leute, die blockieren, die gar nicht zu Gott
hin können, starb Jesus, damit er uns seine Liebe zeigt, damit wir das fest
und gewiss wissen. Er will uns alles in ihm schenken, wir dürfen alles in
ihm haben. Er will uns ein erfülltes liebreiches, lohnendes, glückliches
Leben schenken. Er räumte Hindernisse weg. Ich könnte nie zu Gott kommen,
wenn er nicht mir auch die Blockierungen wegnehmen würde. Und wenn wir zu
ihm kommen, dann ist das erste, dass wir darüber reden, und sagen, Herr, in
meinem Leben ist ein Widerstand gegen dich, das ist meine Schuld, die gar
nicht will, dass ins Licht kommt, aber du kommst her zu mir, und du nimmst
die Hindernisse weg. Das zweite was ich sagen will:
Die Tür ist offen
Die Tür ist offen. Wir sprechen davon, dass Gott uns einlädt, mitzukommen,
in dieses reiche Leben, das er uns anbietet. Das erste, dass er die
Hindernisse wegräumt, das zweite, er öffnet eine Tür. Da sieht man, wenn
die Tür offen steht, auf einmal sieht man ein Vaterhaus Gottes. Da will er
uns mitnehmen, das will uns zeigen, dass mit dem Vaterbegriff hat seine
Schwierigkeit für uns alle. Sie wissen, dass wir irdischen Väter ja alle
recht krumme Figuren sind. Wir können ein Stück des Bildes an uns irdischen
Vätern gut ableiten, da kommen die Kinder zu ihren Vätern gerannt, der
Teddybär, da ist der Kopf abgerissen oder beim Fahrrad ist Plattfuß, der
Vater muss helfen. Dass kommt da kommen die Kinder mit ihrer Not. Gestern
Abend um neun, wo wir schon längst dachten die Kinder schlafen, dann kommen
die Kleinen rausmarschiert, der Vater muss noch einen Zahn rausdrücken. Das
sind die Kümmernisse der Kinder, wie sie zu ihrem Vater rennen. Und das ist
das Schöne, wenn dieses Bild gebraucht ist, wir haben doch Gott zum Vater!
Wir haben doch ihn so, wie die Kinder kommen, wenn sie nachts nicht
schlafen können, und sagen, Vati, drücke mir doch den Zahn raus. Das drückt
mich noch, was Sie in der kommenden Woche bewegt, und was Sie heute
umtreibt, Sie haben doch Gott zum Vater. Aber Sie müssen aufpassen, dass,
was die Bibel mit Vater hier sagt, es noch viel mehr, als alle irdischen
Väter zusammengenommen. Er ist das Urbild des Vaters. Er ist der
Barmherzige. Er ist der, der eine Verantwortung trägt für uns. Und niemand
hat das größer sagen können als Jesus in diesem Bild vom verlorenen Sohn.
Als der Sohn längst in der Welt verloren war, da steht der Vater täglich
auf dem Balkon und sieht hinaus, wo ist mein Sohn. Das macht kein irdischer
Vater. Wir Eltern, wir schreiben unsere Kinder ab irgendwo doch, und wir
sagen, da kann man nichts mehr daran ändern. Der himmlische Vater, der hat
keine Ruhe mehr, der kann sich nicht damit abfinden, bis sie heimfinden zu
ihm, bis sie das erfüllte reiche Leben haben. Und deshalb zeigt uns Jesus
dieses Vaterhaus, zu dem wir umkehren sollen. Er zeigt uns diesen Vater,
der auf uns wartet.
Und wenn Jesus uns heute aufruft, doch den Ruf Gottes
zu hören, da möchte er uns das zeigen: Ist euch das klar, habt ihr denn den
Vater vor euch? Wie sieht denn Ihr Christenleben aus? Haben Sie diese
schlichte Verbindung zum Vater? Können Sie so vertraut mit Gott reden? So,
wie der verlorene Sohn in seinen Lumpen beim Vater in die Arme sinkt, und
sagt: Vater, ich habe gesündigt, aber ich will dein Sohn sein. Wo ich dein
Sohn heißen kann, da ist mein Leben erfüllt. Das ist das Glück von
Christen, und das muss man wissen. Sagen Sie nicht, ich bin nicht so
gewiss. Das muss man wissen, gehöre ich dem Vater, hat er mich, oder hat er
mich nicht als sein Kind? Bin ich sein eigen, das ist doch die Freude des
Christenstandes. Das schreibt der Paulus noch von den Hausgenossen mit den
Heiligen, das ist ein schönes Wort. Wir sollen Hausgenossen Gottes sein.
Gleichzeitig mit den Heiligen zusammen gehören. Mitbürger der Heiligen,
wenn Sie an die großen Gestalten der Kirchengeschichte denken, an
Bodelschwingh, an Franz von Assisi, an Martin Luther, das sind ja alles
ehrwürdige Leute, da müsste man ja einen Frack anziehen, wenn man sich in
die Reihe dieser Personen stellen soll. Und dann sagt der Paulus: Ihr seid
Mitbürger der Heiligen, ihr gehört in diese Reihe dieser Leute hinein.
Manchmal denkt man, da passe ich doch gar nicht dazu, ich bin doch ein ganz
kleiner Mann, eine ganz kleine Nummer irgendwo im Reich Gottes.
Ich habe in
einer Predigt von Friedrich von Bodelschwingh gelesen, der so anschaulich
predigen konnte, wie er dort in Bethel vor den Kranken sprach. Und da sagte
er nur: wir denken immer, wir passen nicht so zu den Heiligen hin. Und da
habe ich auch dran gedacht, das ist einfach eine zu große Nummer für uns.
Aber dann hätte er einfach einmal darüber nachgedacht, was waren denn das
für Heilige? Was waren das für heilige Leute? Und dann hat er gedacht, das
waren solche, so wird es uns im Neuen Testament erzählt, die auf die
Palmbäume geklettert sind, und Zweige herunter gerissen haben. Und
Bodelschwingh sagte damals seinen Kranken, das waren Straßenjungen wie ihr,
das waren Lausbuben. Aber die eine Liebe zu Jesus hatten. Und die Mädchen,
die oben am Tempel standen, und ihre Jesus-Lieder sangen, das waren doch
junge Leute, wie all die jungen Leute damals. Aber in ihrem Leben war das
eingetreten, dass sie Jesus gehörten, und das machte sie zu Heiligen. Aus
ihren Augen sprach die Freude, wir gehören Jesus, wir gehen auch den Weg
mit ihm. Wir wollen sein eigen sein. Ihr seid jetzt Mitbürger mit den
Heiligen und Gottes Hausgenossen. Ihr seid in die Familie des himmlischen
Vaters aufgenommen. Ich möchte Sie die ganze Predigt über fragen, nehmen
Sie das jetzt nur so wie einer, der sagt, vielleicht verreise ich, das
Flugzeug geht um 9:25 Uhr ab... Oder haben Sie ihr Ticket gebucht, haben
Sie gesagt, ich sitze im Flugzeug, ich fliege mit. Ich habe das Angebot
angenommen, ich möchte mit, ich möchte dabei sein. Das war unser zweiter
Punkt, die Türe ist offen, und das dritte:
Vom Fundament hängt alles ab
Vom Fundament hängt alles ab. Eine Baustelle sieht nicht schön aus, da
liegen die Verschalungsbretter herum, unten steht die Betonmischmaschine
und der Kran steht da. Ein fertig gebautes Haus, wenn alles abgeräumt ist,
und der Landschaftsgärtner seiner Arbeit auch gemacht hat, da wird es
schön! Aber eine Baustelle, die ist nicht schön. Und dann vergleicht Paulus
eine Gemeinde mit einer Baustelle, mit einem Bauwerk, und das sagt er: bei
euch sieht es nicht schön aus, eine Baustelle sieht nicht schön aus. Es ist
noch nicht fertig, was werden soll. Und das ist gut, dass wir nicht so
machen müssten, als sei bei uns alles fertig. In meinem eigenen Leben ist
auch nicht alles fertig, sind Sie fertig? Im Glauben sind wir nie fertig.
Erst einmal in der Ewigkeit werden wir fertig sein. Aber er sagt: bei der
Baustelle ist alles eigentlich schon in Ordnung, wenn die Fundamente
richtig liegen. Wenn da gute Fundamente gegraben wurden, und dann der Beton
hineingelegt wurde, dann kann nachher die Mauer darauf stehen. Und das ist
jetzt nur wichtig, dass das Fundament richtig liegt, das Fundament ist
Jesus Christus, auf dem ruht alles, Nein, das Fundament trägt nicht, das
Fundament trägt mich. Wenn Sie sagen, ich will nur der Mensch sein, das
trägt nicht. Wenn Sie sagen, ich will mich anstrengen, das trägt nicht.
Aber wenn Sie davon ausgehen, Jesus hat mich lieb, und seine Geduld und
sein Erbarmen mit mir ist so groß, und ihm wenig glauben, und ihm willig
vertrauen, dann können Sie eine Erneuerung in ihrem Leben erfahren, weil er
so mächtig ist, und jetzt auf einmal wird unser Leben wichtig. Es ist ein
Baustein.
Es ist interessant, dass Paulus hier von Bausteinen redet, und
nicht sagt, jeder Christ ist ein Bauwerk, sondern er sagt, jeder Christ ist
nur ein Stein in einer Mauer. Und jeder Stein hat dann seine Bedeutung,
wenn er einen anderen mitträgt. Das sehen wir hier noch bei unseren
Backsteinwänden, die übergipst sind, wie der eine Backstein den anderen
trägt, und einer mit dem anderen zusammenhängt, und das macht die Mauer
aus. Darin besteht die Bedeutung von Ihnen als Christen, dass Sie einen
anderen mittragen. Es ist ein unvollkommenes Bauwerk noch, aber es wächst
langsam. Jetzt müssen Sie nur sehen, wo Sie mit anderen zusammengehören, wo
Sie andere erhalten können, wo Sie andere tragen können, und wie das mit
anderen zusammenhängt.
Was soll denn das ganze Bauwerk einer Gemeinde?
Warum kommen wir denn heute Morgen zusammen? Warum treffen wir uns in
Hauskreisen, warum treffen sich hier und da einige zu gebeten, bei sich
nach eigener Absprache, warum denn? Was wollen wir denn mit der Gemeinde?
Wollen wir angeben? Wollen wir protzen? Wollen wir sagen, wir sind eine
interessante Gemeinde, was wollen wir denn? Gott will eine Behausung machen
in dieser Welt. Gott soll man finden können. Und Gott wohnt überall in der
Welt, aber er lässt sich an bestimmten Orten finden, und das soll seine
Behausung sein, dieses schlichte Holzkirchlein, Ludwig Hofacker. Ein
Hauskreis, der sich dort in einer Wohnung trifft, wo ein paar
zusammenkommen, da will Gott eine Behausung machen. In eine Jungenschaft,
wo ein paar üble Burschen zusammen sind und grölend Lieder singen, weil sie
im Stimmbruch sind, eine Behausung Gottes im Geist. Das ist doch gewaltig.
Der große Gott erwählt sich solche Plätze, wo er wohnt. Wie erfahren wir
das, wenn der Bau plötzlich sichtbar macht, zu Menschen redet. Gott will
nicht weniger als in unserer Welt Wohnung machen. Und Sie sind aufgerufen,
das anzunehmen, und sagen, Herr, ich möchte dabei sein, wenn du Wohnung
machst. Ich will nicht nur einen Glauben haben, der Vermutungen äußert, ich
möchte einen gewissen Glauben haben. Dann muss man zusteigen in diesem Zug,
wenn heute unser Gott sagt, ich will Wohnung machen. Wir werden das
erfahren, wir wissen um dieses Geheimnis, dass unser Gott so gnädig ist,
dass er zu uns gekommen ist, dass er in uns Wohnung gemacht hat.
Wollen Sie
sich anschließen? Wollen Sie ihm näher kommen, ich lade Sie ein. Und nehmen
Sie doch diesen Gott mit in ihre Häuser. Wie groß ist das, wenn man schon
in der Familie Hausgemeinschaft machen kann, und Hausandacht, Hausgemeinde
sein darf. Sagen Sie, ich bin allein, dann suchen Sie sich noch einen dazu,
und machen Sie Hausgemeinde. Merkwürdig, dass Jesus gesagt hat, wo zwei
oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
Er hat nicht gesagt, wo einer andächtig von mir träumt, sondern gesagt, wo
zwei oder drei in meinem Namen sich treffen, wo Gemeinschaft unter meinem
Namen geschieht, da bin ich da. Da ist meine Behausung. Und das macht ja
unser Leben so reich, dass wir nicht nur vom fernen Gott reden, sondern
dass wir Begegnungen mit dem lebendigen Gott haben, hier in der Welt. Ich
habe versucht, Ihnen auf ganz einfache Weise diesen Text des Apostels
Paulus nahezubringen, wo er von der Gemeinde redet. Wo er uns das zeigen
will: Er räumt Hindernisse weg, Hindernisse, die Ihnen im Wege stehen, dass
Sie empfinden können, er öffnet ihnen die Tür. Und dann sehen Sie; Das
Vaterhaus, den Vater, und die Berufung zu dieser göttlichen Familie, zu den
Heiligen, wo Sie dazu gehören sollen! Heilige, das sind Leute, denen der
Herr Jesus die Sünden vergeben hat. Und dann dürfen Sie wissen, dass er
weiter baut, dass Ihr Leben ganz wichtig wird, wenn er da etwas daraus
machen kann, ihm zum Lobe. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und
sein Blut, Amen.

