Einführung in das Thema der engen Pforte
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 549: Rettung ist schwer, Teil 3.
Lasst uns einen letzten Blick auf Lukas 13,24 werfen. Dort sagt der Herr Jesus: „Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen, denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und werden es nicht können.“ Jesus spricht hier von der Pforte ins Reich Gottes.
Ich dachte mir, es könnte gut sein, die wichtigsten vier Punkte noch einmal zu wiederholen, die Jesus in Form von Gleichnissen über das Reich Gottes sagt. Das ist mir wichtig, weil auch ich dazu neige, das Thema Reich Gottes auf eine klassisch evangelikale Weise auszulegen. Der Schwerpunkt meiner Betrachtung liegt dann oft auf dem Moment der Bekehrung und darauf, wie andere Menschen mir dabei im Weg stehen können.
Von dem, was ich bisher gesagt habe, möchte ich nichts wegstreichen. Mit der Bekehrung betrete ich das Reich Gottes. Es ist nur so, dass die Zeitform von „ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen“ ein Imperativ Präsens ist. Jesus meint also nicht nur, dass wir uns bekehren sollen. Es geht ihm um ein Verhalten, das sich immer wieder gewohnheitsmäßig in unserem Leben zeigen soll.
Es reicht also nicht, wenn wir Nichtchristen sagen: „Streng dich an, das Evangelium zu verstehen, tu Buße und bekehr dich.“ Das ist wichtig, und die Apostel tun das auch. Aber damit sind wir noch nicht fertig.
Vier Gleichnisse über das Reich Gottes
Und deshalb ganz kurz die vier Dinge, die Jesus über das Reich Gottes in Form von Gleichnissen sagt.
Erstens: Das Reich Gottes ist für die, die bereit sind, alles zu geben. Wer den verborgenen Schatz im Acker finden und die sehr kostbare Perle kaufen will, muss alles, was er hat, investieren.
Zweitens: Das Reich Gottes wird klein anfangen und sich dann über die ganze Erde ausbreiten. Es ist wie Sauerteig, der das Mehl durchdringt, oder wie ein Senfkorn, das zu einem großen Baum wird.
Drittens: Viele von denen, die irgendwann Teil des Reiches Gottes sind, werden am Ende ausgeschlossen werden. Sie sind Unkraut im Acker oder törichte Jungfrauen, die kein Hochzeitskleid haben, sie vergraben ihr Talent oder ihr Glaube verdorrt.
Viertens: Das Reich Gottes besteht bis zur Wiederkunft Christi aus einer Mischung aus Gutem und Bösem. Es gibt das Unkraut und den Weizen, es gibt gute Fische im Netz und faule.
Jesus beschreibt mit diesen Gleichnissen die sichtbare Kirche. In ihr gibt es echte Gläubige, die Söhne des Reiches, und es gibt die Söhne des Bösen.
Bedeutung der Bekehrung und des Verharrens im Reich Gottes
Warum ist mir das wichtig? Ganz einfach: Wir Evangelikale betonen immer wieder, wie wichtig die Bekehrung ist. Ich selbst bin ebenfalls dafür, dass wir Bekehrung und Buße predigen.
Allerdings dürfen wir dabei nicht vergessen, dass der Herr Jesus noch viel stärker betont, wie wichtig es ist, dass wir uns am Ende, also genau dann, wenn er wiederkommt, als echt erweisen. Das Bild von der Pforte kann also auf doppelte Weise für den Eintritt ins Reich Gottes stehen: sowohl für die Umkehr zu Gott als auch für die abschließende Beurteilung.
Maßgeblich ist für Jesus jedoch nicht primär die Bekehrung, sondern unser Verharren im Reich Gottes durch ein gehorsames Leben, das Frucht bringt. Wahre Nachfolge ist eine liebevolle, folgsame und fruchtbare Beziehung zu dem Herrn Jesus.
Wir werden das noch im Detail sehen, wenn Jesus davon spricht, dass er der Weinstock ist und wir die Reben sind. Reben bringen ganz natürlich Frucht, wenn sie am Weinstock bleiben. Genau das erwartet Jesus als König von uns als seinen Untertanen.
Warnung vor falscher Sicherheit im Glauben
Aber kommen wir zurück zu Lukas 13. In Lukas 13, Vers 24 heißt es: „Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzukommen. Denn viele, sage ich euch, werden hineingehen wollen und es nicht können.“
Wenn Jesus davon spricht, dass wir fortwährend darum ringen sollen, durch die enge Pforte hineinzukommen, dann ist diese Aufforderung besonders wichtig für Menschen, die in einem kirchlichen oder, wie im Fall der Israeliten, in einem religiösen System leben.
Wo liegt das Problem? Ganz einfach: Man denkt, dass man gläubig und gerettet ist, weil man geistlichen Autoritäten oder religiösen Traditionen folgt. Diese werden wichtiger als ein gehorsames Leben. So entsteht ein Glauben daran, gerettet zu sein, obwohl man in Wirklichkeit getäuscht wird.
Für die Juden war es selbstverständlich, dass sie zum Reich Gottes gehören. Ebenso kann es heute sein, dass Menschen meinen, zum Reich Gottes zu gehören, weil sie als Babys getauft wurden, weil sie streng reformiert glauben, weil sie vor Ostern vierzig Tage fasten oder jede Woche zur Messe gehen, um dort die Eucharistie zu empfangen.
Vorsicht! Viele Christen glauben, sie seien sicher gerettet, weil sie sich auf ein Dogma, ein Ritual, eine geistliche Erfahrung oder ihre Kirchenzugehörigkeit berufen. Doch genau darauf legt Jesus nicht den Fokus.
Gerettet werden die Gerechten, gerettet werden die, die Frucht bringen, gerettet werden die Überwinder – und sonst niemand.
Konsequenzen eines ungerechten Lebensstils
Das mag uns vielleicht nicht gefallen, aber Ungerechte werden das Reich Gottes nicht erben. Paulus sagt das den Christen in Korinth, er spricht also nicht zu Heiden. Auch Christen ernten das, was sie säen.
Paulus fährt fort in Galater 6,8: „Denn wer auf sein Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten, wer aber auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten.“
Man erkennt die Herrschaft Jesu daran, dass wir das tun, was er sagt. Deshalb reicht es nicht, nur irgendwie formell Teil von Kirche oder Gemeinde zu sein. Es geht vielmehr ganz praktisch um die Frage: Wie lebe ich? Tue ich das, was Jesus sagt? Denn wenn nicht, wenn ich lebe, worauf ich Lust habe, also auf mein Fleisch säe, dann erwartet mich dieses Schicksal.
Matthäus 13,41-42 sagt dazu: „Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Fallstricke zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun, und sie werden sie in den Feuerofen werfen. Da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.“
Man merkt: Es gibt keine gesetzlos lebenden Christen, die gerettet werden. Deshalb braucht es im Leben eines Jesusnachfolgers nicht nur die Entscheidung zur Nachfolge, sondern auch das Dranbleiben an Jesus. Es braucht ein fortwährendes Ringen um einen gerechten Lebensstil, der sich an den Worten Jesu ausrichtet. Wir jagen der Heiligung nach.
Und wo wir fallen, braucht es das aufrichtige Bekennen von Sünde und ein fröhliches Vertrauen auf die Treue und Gerechtigkeit Gottes. Wir leben als Nachfolger Jesu aus Gnade, aber gleichzeitig leben wir unter seiner Herrschaft. Deshalb gibt es auch keine geistliche Wiedergeburt ohne ein daraus folgendes gerechtes Leben.
Erkennungszeichen echter Nachfolge
Erster Johannesbrief Kapitel 2, Vers 29
Wenn ihr wisst, dass er gemeint ist, Jesus, dass er gerecht ist, so erkennt das auch jeder, der die Gerechtigkeit tut, aus ihm geboren ist.
1. Johannes Kapitel 2, Verse 3 und 4
Und hieran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten.
Wer sagt, ich habe ihn erkannt und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in dem ist nicht die Wahrheit.
Merken wir uns das gut: Lukas Kapitel 13, Vers 24 ist eine Warnung. Viele werden am Ende nicht ins Reich Gottes hineingehen, und zwar einfach deshalb, weil ihre bösen Werke sie für das Reich Gottes disqualifizieren.
Es ist wirklich nicht einfach, gerettet zu werden.
Schlussgedanken und Ermutigung
Du kannst jetzt handeln. Überlege, ob es bewusste Sünde in deinem Leben gibt. Lies dazu 1. Korinther 6,8-10.
Das war es für heute. Christen brauchen eine Gemeinde, in der sie sich einbringen und mitarbeiten können. Wir sind keine Einzelkämpfer.
Der Herr segne dich, schenke dir seine Gnade und lass dich in seinem Frieden leben. Amen.
