Psalm 10206.08.2021
Serie•Teil 5 / 5Gebete als Lieder
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Generierte Mitschrift
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Einleitung und Rückblick auf die Reihe
Gebete als Lieder: Fünf besondere Psalmen. Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und heute geht es um Psalm 102,13, 26-29.
Es geht eine Woche zu Ende, in der ich euch ein paar Gedanken zum Thema Gebet weitergeben wollte. Ideen, die unser Gebetsleben bereichern können. Abgeleitet aus fünf Psalmen, von denen es im Text heißt, dass sie, bevor sie Lieder wurden, als Gebete konzipiert waren.
Wir wissen inzwischen, wie wichtig es ist, in Zeiten der Not Gott darum zu bitten, dass er uns seinen Weg weist und wir ihn mehr fürchten als unsere Zukunft. Wir haben uns Gedanken um das Verhältnis von Sünde zu erhörlichem Gebet gemacht und auch über den Wert von echter Gottesfurcht.
Gestern stand die Idee im Raum, dass Gott mir in diesem Leben alles sein will. Heute schließe ich die kleine Reihe mit Psalm 102 ab.
Die Lage des Beters
Psalm 102,1: Gebet eines Elenden, wenn er verzagt ist und seine Klage vor dem Herrn ausschüttet.
Psalm 102 ist ein längerer Psalm. Der Autor ist unbekannt. Goldingay überschreibt ihn in seinem Psalmenkommentar mit Wiederherstellung. Als Person und als Volk. Die Überschrift passt.
Der Psalm beschreibt das Gebet eines Gläubigen, dem es selbst ganz schlecht geht. Hier ein paar Zeilen, um das zu illustrieren: Psalm 102,4-9.
Meine Gebeine glühen wie Brand, wie Gras ist abgemäht und verdorrt mein Herz, denn ich habe vergessen, mein Brot zu essen. Wegen der Stimme meines Seufzens klebt mein Gebein an meinem Fleisch. Ich gleiche der Eule der Wüste, ich bin wie das Käuzchen in den Ruinen. Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dach. Den ganzen Tag höhnen mich meine Feinde, die mich verspotten, schwören bei mir.
Diese persönliche Not des Psalmisten ist jetzt eingebettet in eine viel größere, gesellschaftliche Not. Gott hatte seine Verwünschung und seinen Grimm über sein Volk ausgegossen. Er hatte sie verlassen. Jerusalem und der Tempel sind ein Schutthaufen.
In Vers 21 heißt es: um zu hören das Seufzen der Gefangenen, um zu lösen die Kinder des Todes. Wir wissen nicht genau, was der Psalmist meint. Aber die Gefangenschaft in Babylon würde als Hintergrund zu diesem Psalm gut passen.
Hoffnung trotz sichtbarer Not
Was fasziniert mich an diesem Psalm? Es ist die Hoffnung, die er vermittelt. Die Situation, in der sich der Psalmist befindet, ist von Bedrängnis, Schwäche, Trauer und Seufzen geprägt. Im Moment ist wenig Hoffnung zu sehen. Aber das hält den Psalmisten nicht davon ab, Hoffnung zu haben. Und zwar eine Hoffnung, die nicht in den Umständen begründet ist, sondern in Gott selbst.
Für mich ist dieser Punkt sehr wichtig. Wichtig deshalb, weil wir als moderne Menschen in der Gefahr stehen, unsere Hoffnung nicht auf Gottes Wesen zu gründen, sondern irgendwie auf das, was wir uns gerade noch vorstellen können. Oder schlimmer noch: auf Berichte über Gottes Eingreifen, die wir von anderen gehört haben. Aber biblische Hoffnung ruht in Gottes Wesen und ist gleichzeitig etwas, das man nicht sehen kann.
Römer 8,24 Denn auf Hoffnung hin sind wir gerettet worden. Eine Hoffnung aber, die gesehen wird, ist keine Hoffnung. Denn wer hofft, was er sieht?
Man kann die Hoffnung, die wir haben, nicht sehen, weil sie in Gott verborgen ist. Aber damit ist sie nicht unsicher, sie ist nur unsichtbar. Sie ist sogar sehr sicher, weil der Herr Jesus mit seiner Auferstehung bewiesen hat, dass unsere Hoffnung absolut sicher ist. Er wird, was er mit so viel Aufwand angefangen hat, auch garantiert zu Ende bringen.
Gottes Ewigkeit als Grundlage der Zukunft
Und nun zurück zu Psalm 102. Dort geht es nämlich auch um den Herrn Jesus, jedenfalls wenn wir dem Hebräerbrief glauben, der in Kapitel 1 den Schluss von Psalm 102 zitiert und auf den Herrn Jesus bezieht.
Frage: Worin fußt die Hoffnung des Psalmisten? Auf Wiederherstellung und Rettung? Antwort: In der Ewigkeit Gottes.
Hören wir dazu die letzten Verse aus Psalm 102, die Verse 26 bis 28:
Du hast einst die Erde gegründet, und der Himmel ist deiner Hände Werk. Ihr merkt schon: Weil es hier um die Schöpfung geht, verbindet der Hebräerbrief diesen Text dann auch mit dem Herrn Jesus. Also noch einmal: Du hast einst die Erde gegründet, und der Himmel ist deiner Hände Werk. Sie werden umkommen, du aber bleibst. Sie alle werden zerfallen wie ein Kleid; wie ein Gewand wechselst du sie, sie werden verwandelt. Hier geht es um die Neuschöpfung von Himmel und Erde.
Noch einmal der Vers:
Sie werden umkommen, du aber bleibst. Sie alle werden zerfallen wie ein Kleid; wie ein Gewand wechselst du sie, und sie werden verwandelt. Du aber bist derselbe, und deine Jahre enden nicht.
Der Psalmist beschreibt die Ewigkeit Gottes im Gegensatz zur Zeitlichkeit der Schöpfung. Himmel und Erde werden vergehen, Gott nicht. Gottes Worte übrigens auch nicht. Und weil er ewig ist, wird alles Zeitliche der Veränderung unterworfen sein.
Deshalb ist auch die endgültige Zukunft seiner Knechte sicher. Gott hat sich ein Volk erwählt. Mag auch in diesem Leben alles irgendwie durcheinander sein, nicht passen und uns überfordern. Aber wie endet der Psalm, letzter Vers, Psalm 102, Vers 29?
Die Söhne deiner Knechte werden wohnen bleiben, ihre Nachkommen werden vor dir Bestand haben.
Die Ewigkeit Gottes garantiert den Bestand seines Volkes. Es wird zugegebenermaßen, da müsste man jetzt die Verse 16 bis 23 lesen, ein neu geschaffenes, erlöstes Volk aus allen Nationen sein, das Gott als König dient und ihn anbetet. Nichtsdestotrotz wird es das Volk Gottes sein. Es wird größer sein, weltumspannend. Es wird den Denkrahmen des Psalmisten sprengen, aber es wird kommen. Niemand kann es aufhalten, niemand kann es eindämmen.
Die Gewissheit des Reiches Gottes
Und warum nicht? Weil der ewige Gott selbst auf seiner Seite steht. Mag heute das Reich Gottes auch noch so bescheiden, angefochten und unterdrückt wirken, wir werden siegen.
Wir haben Hoffnung, weil wir zugleich mit dem Psalmisten formulieren können: Psalm 102,12-13. Meine Tage sind wie ein gestreckter Schatten, ich verdorre wie Gras; du aber, Herr, bleibst auf ewig, dein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht.
Und mit ihm, mit Gott, bleiben wir, weil er unsere Hoffnung ist.
Abschluss und praktische Anregung
Was könntest du jetzt tun? Lies dir Psalm 102 in Ruhe durch und denke vor allem noch einmal darüber nach, wie er das zukünftige Reich Gottes beschreibt.
Das war’s für heute? Wenn du Fehler in meinem Podcast entdeckst, sich eine Folge nicht abspielen lässt oder noch eine Idee hast, was ich besser machen kann, lass es mich bitte wissen.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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