Serie•Teil 29 / 53Lukas-Evangelium
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Einleitung: Worum es bei den Prioritäten geht
Es ist schon immer wieder schön, wie man die richtigen Dinge singt. Dieses Große wird groß, und Kleines wird klein. Ja, genau, da stecken wir immer noch bei diesem Thema: Prioritäten.
Was muss in unserem Leben eigentlich groß werden? Was darf, gelinde gesagt, klein werden oder klein bleiben? Vielleicht ist es ja noch gar nicht groß. Wo müssen wir die Prioritäten hinsetzen? Und wenn wir das machen, mit welcher, hm, ich sage mal, Opposition haben wir denn dabei zu rechnen? Denn es werden nicht alle in die Hände klatschen und sagen: Super, schön, dass ihr mit Gott so geradeaus lebt. Das wird einfach nicht passieren.
Wir haben in den zurückliegenden Predigten über das Lukasevangelium schon etwas über richtige Prioritäten gehört, darüber, dass es wichtig ist, auf Gott zu hören, mit Gott zu reden, und letztes Mal, dass man im Umgang mit Besitz, Wohlstand und Geld sehr vorsichtig sein muss. Jesus hatte uns als seine Jünger aufgefordert, in unserem Denken radikal anders zu sein als die Menschen um uns herum. Ich kenne wenig Stellen, die für moderne Ohren radikaler klingen als das, was wir letztes Mal gelesen haben.
Ich möchte euch einfach einsteigend noch einmal aus Lukas 12 ein paar Verse vorlesen, einfach noch mal so zur Erinnerung. Da heißt es in Vers 29: Und ihr trachtet nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe. Überlegt mal, das steht in der Bibel. Vers 31: Trachtet jedoch nach seinem Reich, und dies wird euch hinzugefügt werden. Vers 33: Verkauft eure Habe und gebt Almosen, macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört.
Es ist eineindeutig, wenn man so einen mathematischen Begriff mal verwenden darf. Es ist eineindeutig, es lässt sich einfach nichts dran rütteln, dass die Perspektive unseres Lebens das ewige Reich Gottes sein soll und dass uns die Frage umtreiben soll: Wie können wir Gottes Reich fördern? Die ganz simple, naheliegende Antwort lautet: Investiere das, was du hast, in die ganz reale Not, sei es geistlich oder materiell, um dich herum.
Rettung als umfassender Auftrag
Wer am Mittwoch dabei war: Mir hat der Mittwochs-Vortrag diesmal aus dieser Reihe „Wie ist Gott?“ ganz viel Spaß gemacht. Er hat mir deshalb so viel Spaß gemacht, weil ich über „Gott ist Retter“ predigen konnte.
Wir beschränken unsere Vorstellung von Gott dem Retter oft auf das Kreuz und darauf, dass Jesus uns von unserer Schuld errettet. Mir war es wichtig zu zeigen, dass Rettung in der ganzen Breite Gottes Kernkompetenz ist. Er ist einfach der Retter. Und er möchte uns so viel praktische Weisheit vermitteln, dass er uns auch in unserem Alltag aus den unterschiedlichen Schwierigkeiten erretten kann.
Ich studiere gerade das Buch Sprüche, und da heißt es dann, ich zitiere einfach mal zusammenhängend ein paar Verse: Mein Sohn – und das gilt auch für Töchter, nur der Sohn, der da angesprochen wird – mein Sohn, wenn du meine Gebote bei dir verwahrst, dann verstehst du Gerechtigkeit. Weisheit zieht ein in dein Herz, um dich zu retten.
Also: Gott ist einer, der dasteht und sagt: Ich gebe dir meine Weisheit, weil ich dich retten möchte. Ich möchte nicht nur von der Schuld und von der Macht der Sünde befreien, ich möchte eigentlich sein ganzes Leben zu einem riesigen Beispiel dafür machen, was es heißt, dass ich Retter bin.
Und jetzt kommt Jesus als die Krönung dieser Rettungsabsicht auf die Erde, stirbt am Kreuz und sagt: Ich übernehme den größten Part. Und dann schickt Jesus, der Retter, uns in die Welt mit folgendem Auftrag: Johannes 20,21.
Johannes 20,21:
Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Friede euch! Und hier spricht Jesus zu den Jüngern, und er sagt zu ihnen: Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch.
Gott der Vater – wir hatten das ein bisschen mit Dreieinigkeit, Sendung – das macht Gott der Vater. Gott der Vater sendet Gott den Sohn in diese Welt, um das schwerste Stück der Rettung zu managen, um am Kreuz das zu erledigen, was kein anderer erledigen kann. Und dann, wo wir denken: Super, jetzt ist doch alles in Ordnung, stellt sich der Retter der Welt hin und sagt: Wie der Vater mich als Retter in die Welt gesandt hat, sende ich euch eigentlich mit demselben Auftrag wieder in die Welt hinaus. Nicht als Retter, sondern verzeiht mir das, aber als Retterlein.
Ja, du bist nicht der Retter der Welt, aber du bist ein bisschen Retterlein der Welt. Da an der Stelle, wo du lebst, mit den Menschen, die Gott dir anvertraut hat, da, wo du Einfluss sein kannst, da bist du Licht, Salz, Retterlein. Und da kannst du mit deinen Möglichkeiten Rettung bringen.
Wir sind nicht dazu berufen, die erste Generation zu sein, die Fertigpizza ist. Oder wir sind nicht zuerst dazu berufen, da jetzt vielleicht – von den Jugendlichen sind nicht ganz so viele da – aber da gibt es so Leute, die warten endlich auf den nächsten Film der Twilight-Serie. Ja, wann kommt der endlich ins Kino? Das ist dieses Vampir-beißt-Nicht-Vampir-und-so-weiter, es ist ein bisschen komplizierter. Aber es gibt so: Wann ist das endlich so? Oder manch einer hat sich jetzt zwanzig Jahre auf ein Wiedervereinigungserlebnis gefreut. Ja, das ist schön, aber das ist nicht unsere Berufung.
Unsere Berufung besteht nicht darin, das alles zu genießen oder zu erleben oder danach zu jiepern, wann wird das endlich kommen. Unsere wirkliche Berufung besteht darin, Gottes Reich zu bauen, ein Reich zu bauen, in dem Liebe regiert. Und das fängt eben ganz praktisch damit an, dass wir Almosen geben. Dass da, wo jemand etwas hat und ich weiß: Ja, der hat jetzt Not, und dann gebe ich dem etwas.
Und das geht rüber bis dahin, wo wir das Evangelium predigen. Also von ganz simpler materieller Not, wo ich mehr habe und geben kann, bis dahin, wo ich mit jemandem das Beste teile, was ich habe: meinen Glauben an Gott. Und ich ihn Stück für Stück an die Hand nehme und sage: Du, lass mich dich dorthin führen. So wie ein Andreas den Petrus genommen hat: Lass dich zum Messias führen.
Das gesamte Spektrum hat mit Errettung zu tun, nicht nur die eine Seite. So nach dem Motto: Evangelium ist wichtig, aber was so in der Gesellschaft passiert, das braucht uns eigentlich nicht weiter zu interessieren, ja, die geht ja eh irgendwann kaputt. Das stimmt. Und trotzdem fängt Rettung hier an und geht bis hier rüber. Und Gott stellt uns in eine Welt hinein, mit den Talenten, die wir haben, mit dem Geld, was wir haben, um sein Reich zu bauen, um Menschen Liebe zu bringen, die Liebe, die Gott in unsere Herzen ausgegossen hat.
Das war der erste Grund, den wir uns letztes Mal angeschaut haben, warum wir unser Herz nicht an Besitz und an unseren Wohlstand hängen sollen. Antwort: Wir haben Besseres zu tun. Wir bauen Gottes Reich.
Wachsamkeit und die Frage nach der Bereitschaft
Es gibt einen zweiten Grund, den lese ich euch vor: Lukas 12,35-40. Da heißt es: Es seien eure Lenden umgürtet.
Das ist ein Bild, das öfter im Alten Testament verwendet wird. Ihr müsst euch so ein Sackgewand vorstellen, wie man es vielleicht bei Fasching anzieht, so ein Ding, das herunterhängt und mit dem man aber nicht laufen kann. Wenn man da einen großen Schritt machen will, verheddert man sich.
Die Lenden umgürten heißt nun: Dieses Gewand hochziehen und hier oben einen Gürtel herum machen, damit man sich frei bewegen kann. Das heißt, die Lenden umgürten. Es ist ein Bild für Flexibilität, für die Möglichkeit, etwas zu stemmen, für Freiheit.
Seien eure Lenden umgürtet und die Lampen brennend, und ihr seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen mag von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich aufmachen. Glückselig jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich umgürten und sie sich zu Tisch legen lassen und wird hinzutreten und sie bedienen. Und wenn er in der zweiten Wache kommt oder in der dritten Wache kommt, also später in der Nacht, und findet sie so, glückselig sind jene.
Dies aber erkennt: Wenn der Hausherr gewusst hätte, zu welcher Stunde der Dieb kommen würde, so hätte er gewacht und nicht erlaubt, dass sein Haus durchgraben würde. Durchgraben deshalb, weil es da keine Betonfundamente drin gab. Da konnte man unten durchgraben. So hätte er gewacht und nicht erlaubt, dass sein Haus durchgraben würde.
Auch ihr, das ist die Kernbotschaft, auch ihr seid bereit. Denn der Sohn des Menschen kommt in der Stunde, da ihr es nicht meint.
Simpel, oder? Verschiedene Bilder, aber die Botschaft ist klar: Sei bitte vorbereitet, warte, lass dich nicht ablenken.
Wir wissen nicht, wann Jesus wiederkommt. Aber Jesus erwartet, dass in dem Moment, wo er wiederkommt, er nicht an unsere Lebenstür anklopft und wir von innen rufen: Geht gerade nicht, wir sind mit etwas anderem beschäftigt. Also: Jesus, später. Wenn du noch drei Stunden Zeit hast, dann bin ich fertig mit dem, was ich gerade tue. Aber im Moment passt es mir eigentlich nicht. Hat es noch ein bisschen Zeit?
Da sagt Jesus: Das möchte ich nicht. Ich möchte, wenn ich anklopfe, wenn ich wiederkomme, dass da einer ist, der vorbereitet ist, der in diesem Moment damit rechnet, mir zu begegnen.
Und ich habe mir diese Frage schon oft gestellt: Wie wird der Moment sein, wenn wir Jesus begegnen? Wird das ein Moment sein, in dem wir uns vielleicht in den Problemen und Vergnügungen oder auch materiellen Sorgen des Lebens verloren haben, und es wird uns richtig durchschütteln? Werden wir fast wie aus einem Traum aufwachen und denken: Ja stimmt, da war ja noch was, Jesus wollte ja auch noch wiederkommen. Und wir waren mit unseren Gedanken aber ganz woanders?
Oder wird es so sein, dass wir uns Zeit genommen haben für sein Reich und für die Gemeinschaft mit ihm? Und wenn er kommt, gar nicht überrascht sind, sondern sagen: Stimmt, ja, war klar. Schön, dass du heute da bist. Jetzt hättest du auch morgen kommen können, wäre auch nicht schlimm. Aber hey, ich freue mich darüber.
Haben wir das verstanden, dass der Alltag das Übungsfeld ist, wo wir lernen, die Regeln von Gottes Reich zu praktizieren? Dass wir nicht leben dürfen wie die Heiden, deren Streben, deren ganzes Denken darauf ausgerichtet ist zu überlegen, wie komme ich hier durch? Oder auch wir haben die Pharisäer schon angeschaut, die es einfach verpassen, praktische Erfahrungen mit der Liebe Gottes, mit der Gerechtigkeit Gottes zu machen.
Vers 37 nochmals: Glückselig jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird. Denn ich sage euch: Er wird sich umgürten und sie sich zu Tisch legen lassen und wird hinzutreten und sie bedienen.
Jesus will uns dienen. Für mich ist das tatsächlich einer dieser unglaublichen Gedanken: Der, der am Kreuz für mich bezahlt hat, will mir dienen?
Frage an dich, wenn du den Satz liest: Kannst du das genießen, wenn du daran denkst, Jesus wird dir dienen? Und du stellst dir das einfach mal vor, wie auch immer das dann praktisch aussieht. Kannst du das genießen? Oder kommt dir das fremd vor? Ist das eine Vorstellung, die dir vielleicht sogar ein Stück unangenehm ist? Jesus so nah, dass ich da sitze und er kommt dann und zieht sich an wie so ein Haussklave und dient mir?
Kann es sein, dass wir das gar nicht als attraktiv ansehen, dass wir uns fast ein Stückchen davor fürchten? Und wenn das so ist, woran könnte das liegen? Dass dieser Gedanke, Jesus dient mir, eher Unbehagen erzeugt.
Kann es daran liegen, dass ich instinktiv fühle, dass das eigentlich nicht passt, dass ich das nicht verdiene, dass mir heute schon die Vertrautheit mit Jesus fehlt, dieser natürliche Umgang, und dass ich nicht wirklich darauf vorbereitet bin? Dass, wenn Jesus wirklich wiederkäme, er mich eigentlich ein Stück überrascht vorfinden würde.
Verantwortung, Lohn und die Ernsthaftigkeit des Gerichts
Lesen wir mal weiter die Verse 41 bis 45 erst. Jesus bringt einen sehr, sehr ähnlichen Gedanken einfach noch mal. Er sagt, und zuerst darf Petrus mal fragen: Petrus aber sprach zu ihm: Herr, sagst du dieses Gleichnis zu uns oder auch zu allen?
Herr Jesus, wir haben das schon verstanden, das ist ein Gleichnis, das hast du uns gesagt. Ist das auch für die anderen? Gilt dieses Prinzip, dass, wenn du wiederkommst, gilt dieses Prinzip generell?
Und klar, auf der einen Seite gilt es auf alle Fälle für die Gläubigen. Gott hat uns massiv viel anvertraut: Talente, Geld, Zeit, Personen. Auf der anderen Seite, nur das ist jetzt nicht unser Schwerpunkt, gilt das schon noch ein Stück breiter. Jeder Mensch ist von Gott beschenkt. Jeder Mensch hat Gaben.
Ja, aber ich bin so ein armer kleiner Wicht, ich bin, was weiß ich, ich kann nicht wirklich viel, und es geht mir auch körperlich nicht so richtig gut und ... hm, vergiss es.
Ich wette, wenn ich in dein Leben hineinschauen dürfte, du hättest Dinge, die du verschenken kannst. Und vielleicht kannst du nicht mehr krauchen und laufen, ja, aber wir haben Telefon. Meinst du, es wäre toll, jemanden anzurufen und ihn zu ermutigen?
Also, ich finde was. Ich finde jeden von euch, wie er hier sitzt, ihr seid über die Maßen begabt, egal, wie ihr euch fühlt. Davon bin ich überzeugt. Und wenn ihr wollt, könntet ihr euch auf unterschiedlichste Weise mit den Gaben, die ihr habt, in Menschen investieren. Ihr könntet einen Riesenunterschied machen mit eurem Leben. Es ist nicht kompliziert, es ist nicht eine Frage des: Ach, ich habe ja nichts. Es ist eine Frage, wie wir uns einsetzen. Und wir haben alle genug.
Jetzt antwortet Jesus ein Stückchen breiter. Der Herr aber sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, um ihm die zugemessene Speise zu geben zur rechten Zeit?
Ein neues Bild: Du bist immer noch Knecht, aber du sollst dich um andere Knechte kümmern. Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt – wieder der Gedanke: der Herr ist weg, er kommt wieder – Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird. In Wahrheit sage ich euch, dass er ihn über seine ganze Habe setzen wird.
Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt sich Zeit – und das könnten wir doch sagen, er ist zweitausend Jahre nicht gekommen. Welche Generation könnte nicht das Argument besser bringen als wir? Er lässt sich Zeit. Und wer zweitausend Jahre nicht gekommen ist, der kommt auch morgen nicht, richtig? Mein Herr lässt sich Zeit mit dem Kommen – und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen und zu essen und zu trinken und sich zu berauschen. Da fängt einer an und sagt sich: Jetzt lasse ich es mir gut gehen, jetzt habe ich so viel bekommen, jetzt nutze ich das mal so richtig für mich.
46 bis 48: So wird der Herr jenes Knechtes kommen, an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn entzweischneiden. Hässliches Wort, klingt nicht gut. Ich weiß nicht genau, was damit gemeint ist, aber es klingt definitiv nicht gut. Er wird ihn entzweischneiden und ihm sein Teil setzen mit den Ungläubigen.
Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn wusste und nicht bereit war und auch nicht nach seinem Willen getan hat, wird mit vielen Schlägen geschlagen werden. Wer ihn aber nicht wusste, aber getan hat, was der Schläge wert ist, wird mit wenigen geschlagen werden. Jedem aber, dem viel gegeben ist, viel wird von ihm verlangt werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern.
Auch hier eine ganz simple Botschaft: Gott hat dir Dinge anvertraut. Vielleicht bist du ein schneller Denker, oder du hast im Gegensatz zu mir keine zwei linken Hände, sondern bist ein Praktiker. Oder du hast 350 mehr im Portemonnaie als andere. Oder aber du bist jemand, der gut organisieren kann. Oder du bist jemand, der sich mit Musik auskennt. Oder du hast so einen seelsorgerlichen Touch oder so einen Drang dazu, Menschen zu helfen. Keine Ahnung, wo du stehst, was du für Begabungen hast, ich weiß nicht, wie viel Zeit und Geld dir geschenkt ist.
Aber wenn Jesus kommt, werden alle seine Diener verantwortlich sein. Und unsere Aufgabe besteht darin, das, was Gott uns gegeben hat, zum Wohl, jetzt hier in dieser Analogie, der anderen Knechte, der Menschen um uns herum, die irgendwie auch dazugehören, einzusetzen.
Und vielleicht sind wir erschrocken, wie grob Jesus dieses Beispiel beendet, dass er sagt, er wird wiederkommen, und vorher klang das so nett: Er wird sich dann gürten und uns alle zu Tisch legen lassen, da wird der Herr hinzutreten und sie bedienen. Ja, schön, das klingt so nach Chill-out, nach Party. Man sitzt da so ein bisschen, und dann gibt es ein paar Häppchen, im Hintergrund prasselt der Kamin, und nett.
Und jetzt kommt so die andere Seite. Was ist denn, wenn das nicht so klappt? Und das Erste, was uns auffällt, dass der Herr Jesus anscheinend davon ausgeht, dass es Menschen gibt, die sich für Christen halten, es aber gar nicht sind. Dass er wiederkommt und sich anschaut, wie Leute gelebt haben, und da sind einige dabei, die haben einfach untreu und dumm, andere unterdrückt, ihre Gaben verprasst. Und Jesus muss sagen: Du nennst dich vielleicht Christ, aber ich kann, wie sagt er hier, und ihm sein Teil setzen mit den Ungläubigen, ich kann eigentlich nur, weil dein Lebensstil es beweist, zur Kenntnis nehmen, dass du im Grunde deines Herzens nicht gläubig bist.
Egal, was ein Mensch von sich behauptet: Wenn er fortgesetzt unchristlich, ungeistlich lebt, kann er kein Gläubiger sein. Es geht einfach nicht. Und es wird, wenn Jesus wiederkommt, auch offenbar werden.
Und deswegen müssen wir, wenn wir über diesen Text nachdenken, darüber nachdenken: Okay, was heißt das jetzt für uns? Wie sieht ein geistliches Leben aus, wo Segen und Belohnung am Ende stehen?
Vers 44: In Wahrheit sage ich euch, dass er ihn über seine ganze Habe setzen wird. Habt ihr den Satz verstanden? Jesus kommt wieder, und dein Leben, was du jetzt lebst, ist ein Training für die Zukunft.
Eigentlich ist alles das, was du hast, und es mag dir viel vorkommen: Es sind ein paar Talente, es ist etwas Zeit, es ist mehr oder weniger Geld, es sind ein paar Menschen, vielleicht ein paar Kinder, ein paar Arbeitskollegen, ein paar Nachbarn, die hat Gott dir anvertraut. Aber die Idee dahinter ist, dass du dich in diesem Training für die Zukunft bewährst, dass Gott sich anschaut, wie gehst du mit dem um, was ich dir anvertraue. Da gibt es nämlich eine Zukunft. Ein eigentliches Leben. Und dieses Leben, auf das kommt es eigentlich an.
Da sagt Gott: Ich möchte dich gemäß deines Charakters übermäßig beschenken. Ich möchte dir geben, geben, geben. Jetzt hast du ein bisschen was. Und ich möchte einfach mal sehen, wie du damit umgehst.
Vor kurzem kam meine Tochter zu mir und sagt: Papa, kann ich deine Kreditkarte haben? Ich habe sie ihr gegeben. Aber nur, weil ich wusste, wie sie mit ihrem Taschengeld umgegangen ist. Das Taschengeld ist das Trainingsfeld. Wenn ich weiß, ihr hättet mit dem Taschengeld immer nur Unsinn angestellt, dann hätte ich mich wahrscheinlich ein klein bisschen, naja, da hätte ich ein bisschen sagen können: Können wir das nicht gemeinsam bestellen, bevor du da irgendwie an den Rechner gehst?
Aber so konnte ich ihr die Kreditkarte geben. Gott möchte uns eine Kreditkarte geben. Das ist die Ewigkeit. Und heute sind wir Kinder, die haben noch nicht die Ewigkeit geschenkt bekommen. Die dürfen noch nicht spielen mit den ganz großen Dingen, die haben noch keine Ewigkeit, die haben erst mal 24 Stunden am Tag. Schau mal, wie man mit 24 Stunden umgeht, das ist ja auch schon was.
Die haben ein Leben, so 70, 80 Jahre, wenn es hochkommt. Schau doch mal, was du aus 70 Jahren machst, bevor wir dich eine Milliarde Jahre da irgendwo hinstellen. Schauen wir mal, wie du mit einem durchschnittlichen Einkommen auskommst, was du damit machst, ob das alles für dich ist oder ob noch etwas übrig bleibt, wie du mit dem Wort Gottes umgehst, ob Gott in dein Leben hineinsprechen darf, dir nahe sein darf, dich herausfordern darf, dich begaben darf und du lebst diese Berufung.
Gott gibt dir ein ganz, ganz, ganz kleines bisschen. Ich weiß, dieses Leben, das wir haben, das sieht so gigantisch aus, wir haben ja alle Chancen und blättern dadurch die Prospekte. Nein, es ist etwas Kleines. Das Eigentliche kommt erst noch.
Es ist das Traurige, wenn man so Pärchen hat, die frisch heiraten, ihnen sagen zu müssen: Ganz ehrlich, egal wie verliebt du jetzt in diesem Moment bist, es ist nicht das Eigentliche. Das Eigentliche kommt, und es wird viel besser. Ah, das geht doch gar nicht. Doch, das geht. Es ist traurig, aber es ist die Realität. Das Beste wartet vor uns.
Und hier ist die Quali, die Qualifizierung. Ich bin definitiv kein Fußballer, aber ich kriege immer so am Rande mit, wenn wir es wieder irgendwo in einem Qualifikationsspiel doch geschafft haben sollten. Wir haben es jetzt, glaube ich, gerade zweimal geschafft Richtung EM. Deutschland ist froh.
Aber unser Leben hier verhält sich zur Ewigkeit wie dieses Qualifikationsspiel zur eigentlichen Europameisterschaft. Wenn wir hier Murks machen, sind wir später nicht dabei. Wenn du hier auf dem Platz keine Leistung bringst, dann wirst du, selbst wenn wir dabei sind, am Ende nicht aufgestellt.
Und das ist das, was Jesus hier sagt: Ich möchte dir das Eigentliche geben. Ich möchte wiederkommen, dein Leben anschauen und sagen: Wow, genial, du bist mit dem bisschen, was ich dir anvertraut habe, so gut umgegangen. Ich möchte dich eigentlich über ... wir werden dann später in Lukas 16 noch ein bisschen über das Thema reden ... ich möchte dich über das Eigentliche, ich möchte über das, was du eigentlich bist, da möchte ich dich drüber setzen.
Gericht, Gnade und die Frage nach der Bestrafung
Hatte euch dieses Thema Strafe, dieses Entzweischneiden, Schläge, viele Schläge, wenig Schläge, aber immer noch Schläge, ein bisschen erschrocken?
Also nicht nur, dass Jesus das so grundsätzlich sagt, sondern dass er das sagt im Blick auf mich. Gott kann mich doch nicht bestrafen, oder? Ich bin doch jetzt im Himmel. Ich bin gläubig, ich liebe Gott, er hat mich bekehrt, ich lese sogar in der Bibel, komme Sonntag früh hierher. Also muss doch alles in meinem Leben gut sein.
Und jetzt kommt Jesus. Ich finde es schön, dass das Jesus sagt. Wenn ich das sagen würde, hättet ihr mich rausgeworfen. Aber Jesus sagt: Wenn ich wiederkomme, schaue ich mir dein Leben an. Und ja, ja, ja, du bist schon gerettet, das ist nicht das Thema. Aber wenn du dein Leben vergockst als Geretteter, werde ich dich trotzdem bestrafen.
Ganz hässliches Thema. Eine dieser großen Lebenslügen, in denen Christen leben, ist die, dass sie glauben: Wenn mir vergeben ist, werde ich nicht mehr bestraft. Das stimmt aber nicht. Gott kann uns unser Leben, unsere Schuld, unsere Sünde vergeben, und er wird uns trotzdem für das, was wir falsch machen, bestrafen.
Du kommst nicht in die Ewigkeit, und egal, wie du gelebt hast, sagt Gott: Schon gut, schön, dass du da bist. Geh mal zu den anderen spielen. Nee, Gott kommt rein.
Schlagen wir mal auf: 2. Korinther 5,10. Und das Erste, was uns in der Gegenwart Gottes begegnet, ist 2. Korinther 5,10. Und es geht hier nicht um Himmel und Hölle. Es geht um eine Betrachtung, um eine rückblickende Betrachtung unseres Lebens.
Da heißt es: Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht hat, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses.
Der Begriff Richterstuhl ist nicht der Stuhl, auf dem ein Richter sitzt, so wie wir es im Gericht haben. Sondern es ist der Stuhl, auf dem ein Preisrichter sitzt. Also bei Olympischen Spielen so einer. Es ist eigentlich der Stuhl, wo man hochgeht und dann oben diesen Lorbeerkranz aufgelegt bekommt.
Es geht nicht um Himmel oder Hölle, aber es geht um erster, zweiter oder dritter Platz. Es geht um gut gemacht oder nicht gut gemacht. Und es gibt ein reales Nicht-gut-gemacht. Und das ist das, was Jesus sagt.
Eine andere Stelle: 1. Korinther 3. Da heißt es in 1. Korinther 3,9-10.12-15. Da schreibt Paulus: Denn Gottes Mitarbeiter sind wir, Gottes Ackerfeld, Gottes Bau seid ihr.
Also aus der Perspektive eines Apostels und Gemeindegründers sagt er: Wir arbeiten, ihr seid das Ackerfeld, der Bau.
Vers 10: Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt, ein anderer aber baut darauf. Jeder aber sehe zu, wie er darauf baue.
Also einfach so in der Gemeinde mitarbeiten und Gemeindebau machen und sich um Leute kümmern, das ist eine schöne Sache. Aber bitte schön nicht einfach darauf loswursteln. Schau ein bisschen, was du da eigentlich machst.
Vers 12: Wenn aber jemand auf den Grund nun Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Denn der Tag, gemeint ist der Tag des Gerichts, wird es klar machen, weil er im Feuer geoffenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer erweisen.
Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Da ist dieser Gedanke: Wir gehen durch eine Form von Gericht. Das ist eine Prüfung. Und wenn das, was dein Leben darstellt, Gewicht hat, Sinn gemacht hat, dann bleibt es auch.
Wenn jemand das Werk verbrennen wird, dann schaust du zurück auf ein Leben und denkst: Boah, ich habe doch so viel, und es ist nichts übrig. Mir gefällt dieses Bild von jemandem, der mit nichts in den Himmel kommt und quasi noch die Unterhosen brennen. Alles verbrennt irgendwie, und du rettest dich gerade noch so in den Himmel hinein.
So wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klar machen, weil er im Feuer geoffenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer erweisen. Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer.
Wir gehen mit unserem Leben vor den Richterstuhl Christi. Und es wird eine Prüfung geschehen. Da wird jemand mal schütteln oder mal so eine Fackel heranhalten und mal schauen, was von dem, was du da gelebt hast, eigentlich wert ist, dass es in der Ewigkeit noch eine Bedeutung hat. Was bleibt denn eigentlich übrig von deinem Leben?
Und wenn wir Pech haben, und das wollen wir natürlich nicht, und deswegen gibt es diesen Text in Lukas 12, wenn wir Pech haben, bleibt nichts übrig, und wir haben nur für uns gelebt. Das Reich Gottes hat keine Rolle gespielt. Und Jesus kommt wieder, und wir fühlen uns total fremd und wissen eigentlich gar nicht, was uns da passiert, ein bisschen peinlich berührt, dass es irgendwie doch wahr ist.
Massstab, Verantwortung und persönliche Begabung
Wovon hängt dieses Maß der Strafe ab? Jesus sagt, es sind zwei Dinge. Einmal Lukas 12,47-48. Je mehr ich über den Willen Gottes weiß, umso deftiger ist die Strafe.
Übrigens: Wenn ihr jemals mich nicht mehr bestätigen wollt und eine wirklich gute biblische Begründung sucht, hier ist sie. Das muss euch klar sein: Das ist die beste Begründung, zu sagen: raus mit dem Kerl. Denn jede Predigt, die du hörst und die sich am Wort Gottes orientiert, bringt dir, wenn du heute nach Hause gehst, fünfundvierzig Minuten Wissenszuwachs. Dieser Wissenszuwachs befähigt dich einerseits, dein Leben zu hinterfragen und vielleicht anders zu leben. Auf der anderen Seite erhöht er, weil du den Willen des Herrn kennst, auch die Seite der Verantwortung.
Das ist der eine Punkt: Je mehr Wissen wir über den Willen des Herrn haben, desto gravierender ist die Strafe. Und das andere, was am Ende steht: Je mehr Gott mir anvertraut hat, desto größer ist meine Verantwortung.
Wir sind unterschiedlich begabt, das ist doch klar, oder? Wir haben unterschiedliche Möglichkeiten. Wenn jemand, ich sage es mal von seinem Charakter her, ein sehr niedergeschlagener Mensch ist, der in einer Lebenssituation steckt, in der ihm nicht viele Freiräume geschenkt sind, dann hat er eine andere Verantwortung, eine andere Menge an Verantwortung, als jemand, der vielleicht optimistisch mit einem Riesenpotenzial, mit unglaublich vielen Talenten und in einer Familiensituation, die ganz schön ist, einfach davonstürmen kann. Wir sind unterschiedlich begabt.
Ich weiß nicht, ob du deine geistlichen Gaben kennst. Ich weiß nicht, ob du sagst: Ich weiß, wer ich bin. Aber die Gaben, die du hast, das sind die Gaben, die du leben sollst. Es war für mich persönlich ein ganz schwieriger Punkt. Ich musste da eine Entscheidung treffen. Kurz vor dem Sommer habe ich eine Entscheidung getroffen: Gehe ich mehr in Lehre oder gehe ich mehr in Gemeindegründung? Ich habe eine Entscheidung für mich getroffen. Und darauf werde ich mein Leben aufsetzen. An bestimmten Punkten werde ich Dinge nicht mehr tun und andere forcieren.
Wir müssen immer diese Entscheidung treffen, ausgehend von dem, was Gott mir anvertraut hat. Und mit dem Pfund, das du hast, musst du wuchern. Und wenn du ein kleines Pfund hast, so ein Pfündchen, dann sagst du vielleicht: Na ja, aus einem Pfündchen kann man zwei Pfündchen machen. Und wenn du ein richtiges Pfund hast, dann machst du aus dem richtigen Pfund zwei Pfund.
Wird Gott dich dafür verurteilen, dass du nur ein Pfündchen hast? Nein, denn das ist das, was Gott dir anvertraut hat. Gott wird hinschauen und sagen: Was hast du aus deinem Pfündchen gemacht? Zwei? Super! Was hat der mit einem Pfund gemacht? Auch zwei? Auch super! Schwierig wird es, wenn der, der ein Pfündchen hat, sagt: Das lohnt sich ja eigentlich gar nicht. Dann sagt Gott: Nein, nicht super! Und der, der ein Pfund hat, so wie der reiche Kornbauer sagt: Super, mit so einem Pfund lässt es sich doch hier auf der Erde schon so ein bisschen Himmel spielen. Das will ich für mich haben. Das ist beides schlecht.
Konsequenzen für den Alltag und die Reaktion der Umgebung
Zum Schluss: Wenn man das leben würde, stell dir das einmal vor. Stell dir vor, du würdest ernsthaft über diesen Punkt nachdenken. Die Ellenbogen einziehen, sagen: Gott auf Nummer eins. Die Frage: Wie kann ich Gottes Reich bauen? Auf einen großen Zettel schreiben, über deine Spüle hängen oder, was weiß ich, über deinen PC, und jeden Tag darüber nachdenken.
Du würdest zuallererst am Ende eines Tages darüber nachdenken: Was hat dieser Tag für Gottes Reich gebracht? Du würdest danach dein Leben strukturieren. Stell dir das vor. Und du würdest, wenn der Tag für Gottes Reich nichts gebracht hat, und ich bin da ganz nüchtern, ich bin kein Radikaler, ich würde einfach nur nüchtern diesen Blick in die Richtung schieben, dann würdest du dich ärgern. Und wenn er etwas für das Reich Gottes gebracht hat, würdest du dich freuen.
Ich weiß nicht, wann du dich abends freust, wenn du ins Bett gehst. Ich freue mich manchmal, wenn ich meine Arbeit geschafft habe, egal ob die etwas mit dem Reich Gottes zu tun hat oder nicht. Manchmal fällt das Reich Gottes hinten runter. Ich kann dein Leben nicht leben, aber stell dir vor, du würdest das tun.
Ich verspreche dir: Wenn du anfängst, diesen Radikalismus zu leben, wenn du sagst, ich will wirklich, ich habe verstanden, dass das hier nur das Vorspiel ist und das Eigentliche noch kommt, dann wirst du anecken. Ich verspreche dir, du wirst anecken. Du wirst in deiner nächsten Nachbarschaft anecken. Leute würden sagen: Spinnst du?
Interessanterweise: Wenn du einen Pfund hast, wird das lauter sein, dieses „Spinnst du“. Wenn du so ein Pünktchen hast, dann denken alle Leute, du hast einen Spleen, und das ist okay, das war immer schon ein bisschen komisch. Aber wenn du so einen Pfund hast, wenn du in dieser Welt eigentlich etwas reißen könntest, wenn du jemand werden könntest und du sagst: Ich möchte das nicht für mich verwenden, ich möchte das einsetzen für Gott, dann werden Leute kommen und sagen: Das kannst du nicht bringen, so kannst du doch nicht leben.
Dann werden womöglich Väter zu ihren Söhnen sagen: Mit der Begabung, ey, du könntest Karriere machen, du kannst dich doch nicht hier so in so eine drittklassige evangelisch-freikirchlich, wie war das, in sowas investieren oder eine freie evangelische Schule, ja? Da verdienst du doch kein Geld, Sohn, Bub, du musst aber an deine Zukunft denken und die Rente.
Du kannst machen, was du willst: In dem Moment, wo du dich auf das Reich Gottes einlässt, wenn du sagst, ich will das leben, wird es Leute geben in deiner engsten Umgebung, die sagen: Das geht doch nicht.
Entzweiung um Jesu willen
Lesen wir die letzten fünf Verse, 49 bis 53, überschrieben mit Entzweigung um Jesu Willen. Denn genau das wird passieren: Du lebst nach den richtigen Prioritäten, und das hässliche Entlein Opposition lugt so um die Ecke und sagt: Ich bin auch noch da.
Ich bin gekommen, sagte der Herr Jesus, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, es wäre schon angezündet. Ich habe aber eine Taufe, womit ich getauft werden muss, und wie bin ich bedrängt, bis sie vollbracht ist. Es ist die Leidenstaufe am Kreuz.
Denkt ihr, dass ich gekommen sei, Frieden auf der Erde zu geben? Denkst du, dass Jesus überall, wo er hinkommt, immer Friede, Freude, Eierkuchen gibt? Nein, sage ich euch, sondern vielmehr Entzweihung. Denn es werden von nun an fünf in einem Haus entzweit sein, drei werden mit zweien und zwei mit dreien entzweit sein, Vater mit Sohn und Sohn mit Vater, Mutter mit Tochter und Tochter mit der Mutter, Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochter und Schwiegertochter mit der Schwiegermutter. Damit wir es auch wirklich richtig verstehen: Es geht mitten durch.
Und es ist so: Wenn wir uns ganz an den Anfang der letzten Predigt erinnern, da kommt einer und sagt: Willst du Erbteiler sein? Und Jesus sagt: Ey, lasst mir bloß mit eurem Erbteilereizeugs in Ruhe! Und jetzt sagt er: Ich werde trennen, ich werde teilen zwischen den Ungläubigen, den Guten und den bösen Knechten. Und in gewisser Weise jetzt schon werde ich anecken. Ich werde keinen Frieden bringen, sondern Feuer, Gericht und Entzweihung.
Und in dem Moment, wo du auf meine Seite trittst, in dem Moment, wo du dich zu diesem Plan stellst, in dem Moment, wo du sagst, diese Welt ist nicht alles, in dem Moment wirst du das erleben, dass Opposition aufsteht. Opposition, weil nicht alle gerettet werden wollen. Opposition, und für mich war dieser Text wichtig, weil er mir so deutlich zeigt, wie Jesus tickt. Errettung ist für ihn kein Spiel. Es ist nicht so etwas wie: Wenn du Lust hast mitzuspielen, gut, wenn nicht, na ja, dann halt nicht.
Dieses Bußpredigen, was er tut, ist kein Zeitvertreib, sondern er will Menschen an einen Punkt bringen, wo sie eine Entscheidung treffen. Eine Entscheidung für ihn oder gegen ihn, für Gott oder für den Teufel, für Errettung oder für Verlorengehen, für den Himmel oder für die Hölle.
Und wenn diese Trennung, die da entsteht, mitten durch eine Familie durchgeht, traurig, wirklich traurig, Jesus sagt nicht: Super, ich freue mich darüber. Aber er sagt: Wenn es sein muss, wenn die Trennung mitten durchgeht, wenn du dich entscheiden musst zwischen deinem Vater, deiner Mutter und Jesus, dann wird Jesus sagen: Es tut mir leid. Du wirst es erleben, dass Menschen das nicht gutheißen werden. Du wirst Ablehnung in deiner eigenen Familie erleben. Das ist die Realität.
Auf der einen Seite wünscht Jesus sich dieses Gericht herbei. Er sagt: Wie wünschte ich, dieses Feuer wäre schon angezündet. Hier steht ein heiliger Gott, und er steht aller Unheiligkeit gegenüber und sagt: Ich kann damit nichts anfangen. Ich will diese ganze Gesetzlosigkeit nicht mehr ertragen.
Aber vorher, und das ist der letzte Gedanke, vorher muss er selber mit Leid getauft werden. Ich aber habe eine Taufe, womit ich getauft werden muss. Jesus muss selber unter Bedrängnis ans Kreuz gehen, muss die Voraussetzung schaffen für die Erlösung einer Menschheit, muss, bevor das endgültige Gericht, die endgültige Trennung kommt, selber noch einmal etwas erledigen.
Und ich hoffe, dass euch das klar ist: Wir reden über Trennung, wir reden darüber, dass in Familien ein Riss entsteht. Die endgültige Trennung, die große Scheidung, kommt, wenn Menschen im Gericht für ihre Schuld verdammt werden. Aber bevor es dazu kommt, kommt es zu einer viel schlimmeren Trennung. Vorher hängt der Messias, Gott der Sohn, am Kreuz, die Sonne verfinstert sich, die Erde bebt. Er hängt da und er ruft: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Bevor Jesus als Richter Menschen verdammt, verdammt er sich selbst, lädt die ganze Schuld der Menschen auf seine Schultern, wird zu einem Opferlamm, bewirkt die Sühnung der Sünden der ganzen Welt, damit niemand verloren gehen muss. Denn dieser Richter, der so gnadenlos deutlich macht, dass er Richter ist, will gleichzeitig Retter sein. Und damit diese Botschaft in ihrer ganzen Breite, in ihrer Radikalität, in ihrer Grausamkeit und Schönheit bei den Menschen ankommt, hat Jesus der Retter kleine Retterlein losgeschickt, die diese Botschaft in ihrer Umgebung bekannt machen.
Aber damit das klappt, musst du deine Prioritäten auf die Reihe bringen. Und das wünsche ich dir von ganzem Herzen. Amen.
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