Apologetik - Die P-A-L-M-E oder Argumente für die Existenz Gottes
21.02.2016
Serie•Teil 2 / 7Predigtreihe Apologetik
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Generierte Mitschrift
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Einordnung und Ausgangspunkt
Da sind, die uns tatsächlich auffressen können. Die ganze Zeit mitlaufen, denkst du dir im Nachhinein: Wie blöd muss man denn sein? Aber dieser irrationale Schritt da, der Slow, also gut, okay.
Ich habe euch jedem in das Liedblatt etwas hineingelegt. Wenn ihr also ein Liedblatt habt, dann habt ihr auch schon ein Skript zu der Predigt.
Wir haben letztes Mal eine neue Reihe angefangen: Apologetik, Evangelisation. Was ihr eigentlich inzwischen wissen solltet, ist, was der Begriff Apologetik bedeutet, nämlich Verteidigung des Glaubens. Das Zweite, was wir letztes Mal hatten, war die Betonung, dass wir dazu berufen sind, zu evangelisieren, das Evangelium zu predigen. Wir sind das diplomatische Korps Gottes, Botschafter des Himmels an eine verlorene Welt. Wir sind hier, um zu sagen: Lasst euch versöhnen mit Gott. Das ist unser Job. Deswegen hat Gott uns hier gelassen, sonst wären wir schon weg.
Und dann, weil ich weiß, dass nicht alle die Mutigsten sind, habe ich mir erlaubt, am Ende noch einmal 1. Petrus 3,15-16 zu bringen, damit man so einen gemeinsamen Basisansatz hat. Also, was muss jeder ein Stück weit an der Stelle bringen? Na ja, wenn dich jemand fragt: Sag mal, was ist denn da los in deinem Leben? Immer wenn ich dich sonntags zur Formel 1 einladen will, sagst du: Ich kann nicht, ich muss in den Gottesdienst. Erklär doch mal. Dann sollten wir ein paar schlaue Antworten bereit haben.
Das war 1. Petrus 3,15-16, und da möchte ich weitermachen, genau an der Stelle. Was dürfte neben der Leitfrage, die wir nächstes Mal machen, der Hauptvorwurf sein, den Atheisten den Gläubigen machen? Ich denke, es ist der Vorwurf: Hör her, du kannst nicht beweisen, dass es Gott gibt. Du glaubst an etwas, das du nicht beweisen kannst. Beweis mir Gott, und ich würde auch glauben. Aber es gibt keine Beweise für die Existenz Gottes, und deshalb bist du blöd, weil du glaubst, und ich, der Atheist, bin schlau.
An dieser Stelle möchte ich einsetzen. Bevor ich das tue, bevor ich zeige, dass es klug ist und intelligent ist, an die Existenz Gottes zu glauben, eine Vorbemerkung: Ein klein bisschen hat der Atheist nämlich Recht. Es ist an dem Argument: Ich kann Gott nicht beweisen, etwas Wahres dran. Wenn Gott wirklich Gott ist, dann ist die Idee, Gott zu beweisen, irgendwie unmöglich. Das wäre in etwa so, als würden zwei Kaffeetassen da hinten auf dem Tisch versuchen, miteinander zu beweisen, dass intelligente Wesen sie wieder hingestellt haben. Dieser Sprung, so wie zwei Kaffeetassen sich über uns Gedanken machen, so ist das, wenn wir uns Gedanken machen über Gott. Diesen Sprung kann man nicht schaffen.
Er ist Gott. Er ist ewig. Er ist Schöpfer. Er ist nicht vollständig denkbar. Wir können mit ihm keine Experimente durchführen. Wir können, und das ist total verrückt, von ihm überhaupt nur das erfassen, was er offenbart hat. Also, wenn Gott sich gesagt hätte: Na ja, also wisst ihr was, ich zeige euch gar nichts, dann hätten wir auch nichts von ihm gewusst. Hat er aber. Also, in letzter Konsequenz können wir Gott nicht verstehen. Er wird immer ein Mysterium bleiben, und da kommen wir einfach nicht dran vorbei.
Auf der anderen Seite müssen wir, wenn der Atheist sagt, es ist unvernünftig, an Gott zu glauben, dann müssen wir genauso vehement widersprechen und sagen: Nein, es ist total vernünftig. Ich habe als Gläubiger nicht meinen Verstand bei der Bekehrung irgendwie an der Garderobe abgegeben, um so blind mittelalterlichen Vorstellungen von so einem allmächtigen Überwesen zu glauben. Ich kann euch das nur für mich sagen: In meinem Leben war es so, mit der Bekehrung hat das Denken überhaupt erst angefangen. Ich habe vorher viel weniger gedacht als nach meiner Bekehrung. Und die Bibel sagt, dass die Sünde das Denken vernebelt und nicht Gott. Ich glaube, dass das ganz, ganz arg wahr ist. Also, ich habe es in meinem Leben so verstanden und erlebt.
Wenn also der Atheist sagt: Du, es gibt keine Beweise für Gottes Existenz, dann möchte ich, dass ihr am Ende der Predigt sagt: Doch, ich habe da mal fünf Stück, hör dir die doch einfach mal an. Und der Clou ist: Das, was ich euch jetzt vorstelle, das hört sich vielleicht ein bisschen flapsig an, und ich habe versucht, es einfach zu formulieren, damit man es sich merken kann. Aber wenn du an der Stelle sagst: Ich muss mehr wissen, dann fress dich rein. Ganz ehrlich, du kannst bei jedem dieser Argumente so fies tief gehen, dass du philosophisch und argumentativ wirklich etwas hast, was du dagegen halten kannst. Das braucht man vielleicht nicht immer, aber wenn du an der einen oder anderen Stelle mal musst, dann friss dich richtig in die Literatur ein. Ich habe euch letztes Mal eine ganze Reihe Bücher vorgestellt. Mach das.
So, und weil man sich Dinge immer nicht so leicht merken kann, haben meine Praktikanten ein Akronym ausgedacht. Akronym, ja: Du hast ein Wort, und jeder Buchstabe in dem Wort steht für einen Begriff, den man sich dann merken muss. Das Wort heißt Palme. Und ich glaube, Laura war das, die meinte, man müsste die Predigt nennen: Wie man einen Atheisten auf die Palme bringt. Also, fünf Gründe, Palme. Wir fangen mit dem Ersten an: P, ja, P und dann kommt A, L, M, E. Gar nicht schwer: Palme. Fünf gute Gottesbeweise, also: Woher weiß ich, dass es Gott gibt? P, P wie Prägung.
Die innere Ausrichtung des Menschen
Also, ich weiß nicht, wie es euch mit philosophischen Gottesbeweisen geht. Ich bewundere immer Wolfgang für sein Gedächtnis. Unterhaltet euch mit Wolfgang, und er hat einfach Dinge im Kopf, da denke ich: Er hat zwei oder drei Köpfe, weil das passt nicht alles in einen rein.
Mir geht es ganz ehrlich so, und ich darf das einmal bekennen: Diese ganzen philosophischen Gottesbeweise fallen mir schwer. Ich kann sie mir einfach nicht merken. Ich kann sie aufschreiben und euch predigen, und übernächste Woche habe ich sie wieder vergessen.
Aber es gibt diesen ersten Beweis, der mir total leichtfällt. Es geht dabei um die Frage: Wie bin ich als Mensch geprägt? Wie ticke ich? Wie bin ich gepolt, wie bin ich veranlagt? Gibt es in mir drin, so in der Art, wie ich als Mensch bin, einen Hinweis darauf, dass ich von Gott und für Gott gemacht bin?
Also: Hast du Hunger? Ja. Warum hast du Hunger? Na, weil es etwas zu essen gibt. Auf der natürlichen Ebene ist klar: Wenn ich Hunger habe, dann habe ich Hunger, weil es für diese Sehnsucht Hunger eine Befriedigung gibt: Essen. Es ist nicht so, dass du sagst: Ich habe Durst, aber es gibt nichts zu trinken. Es wäre ganz komisch, wenn auf der materiellen Ebene eine Sehnsucht da wäre und es gäbe keine Entsprechung.
Das Witzige ist: Auf der geistlichen Ebene gibt es genau das. Oder das heißt: Gibt es das? Es gibt Sehnsüchte in uns, die kein Ding dieser Welt stillen kann. Und wenn es diese Sehnsüchte gibt, C. S. Lewis hat das schön gesagt, kann es dann nicht sein, dass, wenn kein Ding dieser Welt die Sehnsucht in mir stillen kann, und es ist zum Beispiel die Sehnsucht nach Vergebung, nach Gerechtigkeit, nach Unsterblichkeit, danach, etwas Höheres zu verehren, dann ist es doch naheliegend zu sagen: Ich bin einfach für eine andere Welt gemacht. Ich bin für die Begegnung mit etwas Höherem, Nichtmateriellem gemacht.
Und wenn ich dann auf Leute treffe, die mir sagen: Ich habe diese Begegnung, ich habe da etwas erfahren, ich bin bei Gott zur Ruhe gekommen, ich habe diese Sehnsucht bei Gott gestillt bekommen, ich habe ewiges Leben gefunden, ist es dann nicht naheliegend zu glauben, dass sie recht haben?
Okay, zweites Beispiel. Ich habe noch mehr. Ich schaue in mich hinein und entdecke ein Gewissen. Wo kommt das eigentlich her, das Gewissen? Der gröbste Gottesleugner, das ist total spannend, also jemand, der überhaupt nicht an Gott glaubt, wird trotzdem dem Grundsatz zustimmen: Handle nie gegen dein Gewissen. Also wenn du jemanden fragst, soll man gegen sein Gewissen handeln? Der muss nicht gläubig sein. Aber gegen sein Gewissen handeln? Nein, das macht man nicht.
Woher bekommt das Gewissen eines Menschen eigentlich eine so hohe Autorität? Die naheliegende Erklärung ist: Weil es jemanden über mir gibt, Gott, der mir das Gewissen gegeben hat, weil er mich leiten will. Sonst macht Gewissen null Sinn.
Okay, noch ein Beispiel. Ich war gestern auf einer Jugendbibelkonferenz. Und ich habe meinen ersten selbstgemachten Gottesbeweis gebracht. Ich finde ihn einfach so schön. Also natürlich ist er nicht wirklich selbstgemacht, er ist irgendwo geklaut, aber ich habe ihn so noch nicht in einem Buch gefunden, und deswegen präsentiere ich ihn euch.
Also, mein Gottesbeweis lautet so: Es gibt Gespenstergeschichten, und deshalb gibt es Gott. Cool, so einfach. Ich finde ihn einfach schön.
Verstehst du das Argument? Es gibt Spukgeschichten. Warum funktioniert eine Spukgeschichte? Na, weil man sich gruseln kann. Und Gruseln ist nicht Fürchten. Gruseln ist so ein anderes Gefühl. Grusel ist die heidnische kleine Schwester von einem unglaublich mächtigen anderen Gefühl, nämlich dem Erschaudern vor Gott.
Wir sind fähig, unsere Abhängigkeit, Geschöpflichkeit, Begrenztheit, Nichtigkeit zu erfassen und etwas Unheimliches, Übersinnliches zu erspüren. Warum? Antwort: Weil Gott uns so gemacht hat. Weil Gott uns so gemacht hat, dass wir seine Andersartigkeit erspüren und fürchten können.
Und deswegen: Wenn du mal einen ganz simplen Gottesbeweis brauchst, Gänsehaut ist ein Gottesbeweis. Weil du dich gruseln kannst, weil du so gemacht bist, dass Gott sagt: Ich schaffe dich auf eine Weise, dass du mir begegnen kannst. Du findest in dir Prägungen, wo du sagst: Das macht eigentlich nur Sinn, wenn ich irgendwie mehr bin als ein Tier. Also es macht einfach keinen Sinn.
Okay, ich mag das Argument. Wenn ihr es nicht so toll findet, ich habe noch mehr.
Der Ursprung des Kosmos
Also, Punkt eins: Palme, P-A-A, wie Anfang.
Gehen wir einfach mal an den Anfang des Universums zurück. Für die, die nachlesen wollen: Das Argument ist relativ ausführlich in der Literatur beschrieben, auch Kalam-Argument genannt. Es geht etwa so:
Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache.
Erster Punkt.
Zweiter Punkt:
Das Universum begann zu existieren.
Punkt drei:
Also hat das Universum eine Ursache. Und ich werde zeigen, dass die Gott ist.
Wenn ich die ersten beiden Aussagen beweisen kann, folgt die dritte automatisch daraus. Also schauen wir uns die ersten beiden an.
Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache. Kann man das belegen? Ja, irgendwie schon. Es sollte einem irgendwo einleuchten. Es ist nicht so, dass wir durch die Welt gehen und überall ploppt einfach aus dem Nichts irgendetwas ohne Ursache ins Sein.
Also, wenn man glaubt, dass das Universum aus dem Nichts, ohne Ursache, einfach plopp machte und da war, stellt sich die Frage: Warum passiert das bei Fahrrädern nicht? Ja, oder bei der fertigen Bügelwäsche. So plopp, da ist sie.
Wenn man sagt, das ist ganz normal, dass etwas aus dem Nichts einfach ploppt, dann müsste das doch die ganze Zeit passieren. Das ist aber nicht so. Also glaube ich, dass alle mit mir übereinstimmen: Alles, was zu existieren beginnt, hat irgendwie eine Ursache.
Okay, gut.
Zweites: Das Universum begann zu existieren.
Da gibt es jetzt zwei Ansätze, das zu beweisen. Das eine ist: Das Universum kann nicht unendlich alt sein. Das ist logisch nicht möglich.
Begründung: Weil es ein Heute gibt. Ja, schön, oder? Also, es gibt eine Gegenwart. Ich muss das erklären.
Stell dir die vergangenen Ereignisse der Weltgeschichte wie eine Abfolge von Dominosteinen vor, die nacheinander umfallen, bis in dieser Abfolge von Dominosteinen der letzte Stein umfällt. Und dann ist heute. Wenn diese Reihe unendlich ist, kann der letzte Stein, sprich der heutige Stein, nie umfallen. Du kommst da nie hin.
Weil es aber ein Heute gibt, kann das Universum nicht unendlich sein. Verstanden? Nee? Okay, macht nichts, weil du hast die komplette Naturwissenschaft auf deiner Seite.
Also für den Fall, dass dir die Sache mit den Dominosteinen zu kompliziert ist: Kein Problem. Naturwissenschaftlich bist du super abgesichert. Wer sich hinstellt und sagt: Nee, das Universum ist ewig, der ist so ... Also, das glaubt keiner mehr.
Das muss man eigentlich einfach so sehen. Du hast quasi alle Physiker auf deiner Seite.
Also erstens: Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache. Okay.
Zweitens: Das Universum begann zu existieren. Okay, glauben wir auch.
Dann ist der dritte Schluss erlaubt: Also hat das Universum eine Ursache.
Bleibt die Folgefrage: Hat das Universum sich selbst verursacht?
Das geht nicht, denn dann müsste es ja existiert haben, bevor es existierte, um sich selbst zu verursachen. Und das ist irgendwie jetzt nicht ganz logisch.
Das heißt, ich brauche eine Ursache des Universums, die darüber hinaus transzendent ist und das Ur-Universum verursacht hat. Also ich brauche eine Ursache, die größer ist als das Universum, was hintenbei rauskommt.
Okay, wenn ich das glaube, dann kann ich einfach mal sagen: Ich brauche eine Ursache, die selbst ohne Ursache ist. So etwas wie eine Erstursache ohne Ursache.
Und sie muss über Raum und Zeit hinausgehen, weil sie ja Raum und Zeit erst geschaffen hat. Und deswegen muss sie immateriell sein. Also sie darf nicht körperlich sein, weil sie ja alles, was sich anfassen lässt, erst gemacht hat.
Sie muss unvorstellbar mächtig sein, da sie alles an Energie und Materie geschaffen hat. Und dann muss sie noch ein persönliches Wesen sein.
Warum?
Wenn wir sagen, dass die Ursache für das Universum immer schon existiert hat, aber das Universum nicht immer schon existiert, brauche ich eine Ursache, die sich entscheiden kann, irgendwann zu sagen: Jetzt mache ich mal ein Universum. Und das nennt man einen freien Willen. Ich brauche ein persönliches Wesen, das einen freien Willen hat.
Die Erschaffung des Universums ist eine freiwillige Handlung, wo eine erste Ursache ohne Ursache, nennen wir sie einfach mal Gott, der ein persönliches Wesen ist, selbst keinen Anfang hat, enorm mächtig ist, unveränderlich ist, immateriell ist, sich hinstellt und sagt: Ich stehe über Raum und Zeit, aber ich mache mal Raum und Zeit.
Ich kann mit dieser Predigt heute nicht beweisen, dass der Gott der Bibel der Schöpfergott ist. Es geht mir heute nur darum, ganz grundsätzlich zu zeigen, dass es vernünftig ist, an ein höheres Wesen, an Gott, zu glauben. Aber wenn ich das so formuliere, ganz ehrlich: Jeder, der die Bibel kennt, dem klingt das schon ganz schön nach unserem Vater im Himmel, oder?
Das war A.
Also, wir haben jetzt, wenn wir die Palme betrachten:
Punkt eins: Prägung,
Punkt zwei: Anfang.
Kommen wir zu Punkt drei: H wie Leben.
Die Ordnung und Schönheit der Schöpfung
Es gibt Leben auf dem Planeten Erde. Das ist für uns irgendwie total normal, bis dich mal jemand fragt, was Leben eigentlich ist. Dann wird es total spannend. Aber es ist normal.
Normal ist auch, dass wir die Schöpfung bestaunen. Und zwar egal, ob sie sich nachts zeigt. Das machen wir meistens im Urlaub, wenn man dann mal rausgeht und an einem Ort mit sauberer Luft sagt: Boah, so viele Sterne gibt es, hätte ich gar nicht gedacht. In Berlin sind es immer ein paar weniger. Und dann sieht man irgendwann die Milchstraße. Boah, ja, tatsächlich, das kann man bestaunen.
Ich weiß noch, ich habe mal, verzeiht mir, das klingt fast ein bisschen lächerlich, aber ich habe mal bei einer BBC-Sendung, das war so eine Dokumentation, die wirklich atemberaubende Eleganz von balzenden Paradiesvögeln gesehen. Das ist irre! So bunt, wie die sind, und was die da machen, da schaut man sich an und sagt sich einfach: Hammer!
Also überall, wohin wir in der Schöpfung schauen, finden wir Schönheit. Und wir finden gleichzeitig unglaubliche Komplexität. Ich würde euch gerne mit hineinnehmen, das kann ich aber nicht, in die Feinabstimmung der Naturkonstanten. Wie exakt das ist, wenn euch das interessiert, lest unbedingt an der Stelle weiter. Die ist so exakt, dass gerade nicht irgendein Universum entstanden ist, sondern genau das, in dem Leben möglich ist.
Oder denkt an die atemberaubende Komplexität einer einzelnen Zelle. Wenn man das im Biologieunterricht das erste Mal mitkriegt und denkt: Eine Zelle, das wird man schon lernen können. Und dann fängt er da an, all das aufzuzählen, was in dieser Zelle drin ist. Ich frage mich: Woher kommt das? Woher kommt die Information, die sich in jedem einzelnen Zellkern in Form von DNA findet?
Oder meine Frau erzählt mir im Urlaub, hat sich so ein Geo-Heft gekauft, Geo Kompakt, Das geheime Leben der Pflanzen. Und dann erzählt sie dir irgendeine so abgefahrene Geschichte über den wilden Tabak. Der wilde Tabak, wenn der angeknabbert wird von irgendeinem Fressfeind, dann erkennt er am Speichel, wer das ist. Und wenn das ein Käfer ist, dann produziert er eben mal als Abwehrstrategie die zehnfache Menge Nikotin. Das ist ein Nervengift, und der arme Käfer.
Aber wenn das jetzt kein Käfer ist, sondern die Raupe des Tabakschwärmers, dann weiß der: Nikotin bringt nichts. Dann lässt er das mit dem Nikotin und sendet einen Duftstoff aus. Und der lockt jetzt diese Raubwanzen an, die dann kommen und die Raupen fressen. Und du denkst: Hallo!
Ich weiß nicht, ob euch das fasziniert. Der wilde Tabak, hallo, der klingt nach irgendwas ganz Harmlosem, und da steckt so viel drin. Ich sehe dahinter das Grandiose, und ich bin von meiner Erstausbildung Biochemiker. Ich sehe die Kompliziertheit dahinter, und ich denke mir: Wo Ästhetik und Komplexität in dieser Größenordnung zusammenlaufen, da kann ich nicht anders, als an jemanden zu denken, der sich das ausgedacht hat.
Ein Auto oder ein Fahrradmotor, also diese E-Bike-Motoren, die brauchen einen Ingenieur. Und das menschliche Gehirn soll einfach durch Zufall entstanden sein? Sorry, ich weiß, wohin Zufall führt. Ich habe genug Kinderzimmer gesehen.
Aber wenn ich dieses, wirklich, wenn ich dieses wundersame Miteinander von Atomen, Organen, Ökosystemen, von Galaxien sehe, wo haarklein alles so gemacht ist, dass gerade der Mensch existieren kann, ey, sorry, da kann ich nicht mehr an den Zufall glauben. Dann bleibt für mich nur ein super, super intelligenter und ein sehr, sehr mächtiger Schöpfer übrig.
Und ich gebe dann Paulus total recht, wenn der am Anfang vom Römerbrief schreibt: Denn Gottes unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten, in der Schöpfung, erkannt und geschaut. Das ist einfach der Hammer.
Also, jetzt haben wir drei Punkte. Punkt eins: Prägung. Punkt zwei: Anfang. Punkt drei: Leben. Kommen wir zum vierten Punkt: M wie Moral.
Gewissen und objektive Maßstäbe
Niemand muss an Gott glauben, um ein moralisches Leben zu führen, damit wir uns da nicht falsch verstehen. Man kann objektive moralische Werte und Pflichten anerkennen, ohne an Gott zu glauben.
Aber was ich behaupte, ist Folgendes: Wenn Gott nicht existiert, dann gibt es keine objektiven moralischen Werte und Pflichten. Wenn man von dem Standpunkt eines Atheisten aus argumentiert und sagt, der Mensch ist nur ein hoch entwickeltes Tier, dann hat er keinerlei moralische Verpflichtungen.
Wenn der Löwe das Zebra schlägt, dann ermordet er das Zebra nicht, er tötet es einfach. Versteht ihr, es ist nicht böse, dass er das tut. Er macht es einfach, es liegt in seiner Natur. Wenn, gruseliges Beispiel, aber es ist halt so, der weiße Hai gewaltsam das Weibchen begattet, dann ist das keine Vergewaltigung, obwohl Gewalt im Spiel ist. Ein Tier kennt keine Moral.
Für die Moral brauche ich mehr. Es mag sein, vielleicht gibt es in einer Gesellschaft Tabus, Dinge, die nicht förderlich sind, die geächtet sind, wo man sagt: Mach das mal lieber nicht. Aber wenn es Gott nicht gibt, dann gibt es niemanden, der mir sagen kann, dass das moralisch falsch wäre. Wir können uns als Gesellschaft darauf einigen, dass wir bestimmte Sachen nicht machen. Aber moralisch, damit es Moral gibt, objektive Moral, dazu brauche ich einen absolut gerechten Gott über mir, dessen Wesen, dessen Charakter gleichzeitig der Maßstab ist für das Gute und dessen Gebote unsere moralischen Pflichten darstellen.
Deswegen kann man dieses Argument so zusammenfassen: Wenn Gott nicht existiert, wenn wir nur Tiere sind, existieren auch keine objektiven moralischen Werte und Pflichten.
Der zweite Punkt wäre dann: Objektive moralische Werte und Pflichten existieren. Ich glaube, wir können zeigen, dass es einfach Dinge gibt, wo alle Leute sagen: Das ist falsch. Wenn du mir nicht glaubst, dann frag mal, ob du es für okay hältst, dass man in Indien Witwen verbrennt, der Kerl stirbt und man die Frau gleich mit dem Feuer mit hineinschickt. Wenn dann jemand sich hinstellt und sagt: Na ja, das ist halt so, ja, man könnte, also sorry, ja, das ist nur hartherzig, das wird keiner wirklich durchziehen. Jeder wird sagen: Nee, irgendwie, ja.
Und ich kann noch brutalere Beispiele bringen, um dich an den Punkt hinzuführen: Es gibt objektive moralische Werte und Pflichten. Und dann kannst du sagen: Okay, dann existiert Gott.
Letzter Punkt in meiner Prägung: Anfang, Leben, Moral. Und der letzte Punkt ist der, wo du vielleicht sagst: Nee, den darfst du nicht bringen. Der heißt nämlich Erfahrung. Aber ich bringe ihn trotzdem, weil ich ihn gut finde.
Persönliche Erfahrung als Hinweis
Deine Erfahrung ist ein gutes Argument für die Existenz Gottes. Du hast hoffentlich etwas mit Gott erlebt. Und das, was du erlebt hast, ist ein Gottesbeweis.
Ich weiß um übernatürlichen Trost, der kam, weil ich gebetet habe. Ich weiß, dass Gott mir in seinem Wort Ratschläge gibt, die einfach super funktionieren. Ich erlebe Gebetserhörungen, und ich nehme nur die besten Gebetserhörungen, also ganz schräge Sachen. Wenn du eine Weile darüber nachdenkst, musst du das mal aufschreiben. Und ich bin Naturwissenschaftler: Das ist statistisch signifikant. Das ist nicht alles nur so, dass man es auch anders werten könnte. Nein, ich erzähle dir gerne ein paar meiner besten Gebetserhörungen, wo du sagst: Stimmt, das ist wirklich echt komisch.
Ich erlebe Charakterveränderung, genauso wie die Bibel es sagt. Die Bibel sagt: Wenn ihr mir nachfolgt, werdet ihr immer mehr wie Jesus. Und das sehe ich.
Und der Clou ist: Deine Erfahrung ist nicht nur deine Erfahrung. Du stehst in der Weltgeschichte, du stehst da nicht alleine da. Der Atheismus ist die sonderliche Ausnahme, die gerade ein bisschen am Wachsen ist, das gebe ich zu. Aber heutzutage haben wir geschaut: Wenn man es ganz, ganz weit fasst, wie viele Leute könnte man irgendwie als Atheisten bezeichnen? Hardcore-Atheisten sind noch nicht mal dreihundert Millionen. Wenn man es weiter fasst, gebe ich dir 1,3 Milliarden von sieben Milliarden. Wir haben gerade mal, ja, also die allergrößte Masse von Menschen hat zu aller Zeit an etwas Göttliches geglaubt.
Und ich glaube, niemand bestreitet die Echtheit der dazugehörigen Gefühle, oder? Wenn da jemand Ehrfurcht erlebt oder wenn jemand ergriffen ist in der Anbetung, wenn jemand Bewunderung für das Göttliche oder Scheu und Furcht empfindet, dann sind das doch echt diese Gefühle. Wollen wir uns wirklich hinstellen und glauben, dass, wenn Gott nicht existiert, davon dann nichts, und zwar nie und zu keiner Zeit jemals echt war? Das ist doch nicht glaubhaft.
Wenn zu aller Zeit in allen Kulturen Menschen eine Erfahrung mit dem Göttlichen gemacht haben, glauben wir dann, dass alle sich, und zwar alle Menschen, die jemals gelebt haben, Milliarden von Milliarden von Menschen, dass die sich alle im Hinblick auf die Natur und im Hinblick auf den Inhalt dieser Erfahrung vollständig geirrt haben? Das ist doch völlig unwahrscheinlich.
Und deswegen darfst du gerne deine persönliche Erfahrung einbringen. Wir werden uns zukünftig in dieser Reihe auch noch einmal mit dem Thema des persönlichen Zeugnisses beschäftigen, weil es ein sehr mächtiges Zeugnis ist, zu sagen: Ich habe Gott erlebt. Mag sein, dass du keinen blassen Schimmer von Gott hast. Mag sein, dass Gott dir nie begegnet ist. Aber hey, ja, ich schon! Und ich würde dir gerne erzählen, was da passiert ist. Das machen wir später mal. Heute hören wir an der Stelle auf. Wir sind fertig.
Ihr habt fünf Punkte. Der Atheist kommt: Beweis mir Gott. Oh, kein Problem, mache ich gerne.
Also, Punkt eins: Wir sind auf Gott hin angelegt. Zeige ich dir. Warum hast du ein Gewissen? Was für einen Sinn macht das? Gruselt sich bei Gespenstergeschichten. Warum eigentlich? Was willst du damit?
Punkt zwei: Gott ist die Ursache für den Anfang des Universums. Oder wie stellst du dir vor, dass das Universum angefangen hat? Ja, ich glaube, es ist Zufall. Okay, und dann steigst du ein und sagst: Aus Zufall? Ist das ehrlich dein Ding? Ja, das macht doch keinen Sinn.
Dritter Punkt: Die Schöpfung bezeugt den Schöpfer. Und je mehr du an der Stelle einsteigst, wirst du merken, dass die Himmel die Herrlichkeit des Herrn bezeugen. Man muss sich nur darauf einlassen. Und ich glaube, wir müssen vielleicht als nüchterne Westeuropäer wieder neu lernen zu staunen, neu begeistert zu sein von der Schönheit der Schöpfung in ihrer ganzen Tiefe.
Viertens: Gott ist die Autorität hinter der Moral. Und fünftens, ganz super: Ich habe Gott erlebt.
Das sind fünf wirklich gute Argumente. Und mehr noch: Es sind eigentlich Überschriften über eine ganze Sammlung von Argumenten, die sich dahinter verstecken. Man könnte also noch tiefer einsteigen.
Letzter Gedanke: Bitte lest zu dem Thema Apologetik. Wenn ihr besondere Literatur braucht, irgendetwas Weiterführendes, sagt es mir. Ich will euch da gerne auch Sachen empfehlen. Ich möchte euch mit dieser Predigt Mut gemacht haben, selber noch tiefer zu graben.
Ihr müsst wirklich, wirklich, wirklich keine Angst haben, dass sich unter einer dünnen Schicht von Leichtgläubigkeit womöglich nur Unglaube versteckt. Das stimmt null und nichtig. Sei im besten Sinn kritisch, es lohnt sich, und bring Atheisten auf die Palme!
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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