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Gottes Freude über Buße – Teil 1

Jesu Leben und Lehre | Episode 569
Lukas 15,1-712.05.2025
SerieTeil 1 / 6Gottes Freude über Buße
Gott freut sich nicht über perfekte Leute, sondern über jeden, der umkehrt. Die eigentliche Frage: Kannst du glauben, dass im Himmel wirklich Freude über deine Rückkehr herrscht?
Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 569: Gottes Freude über Buße, Teil I.

Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg Wahrheit und Leben ist. Episode 569 Gottes Freude über Busse, Teil I.

Der Blick auf die Unerwarteten

Christen sind das Salz der Erde. Deshalb ist es wichtig, dass sie ihre Salzigkeit auf dem Weg der Nachfolge nicht verlieren. Wir werden in dieser Welt gebraucht. Warum? Weil Gott ein Anliegen für diese Welt hat, das weit über uns hinausgeht.
 Lukas 15,1-2: Es nahten sich aber zu ihm alle Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen.
Merkt ihr: Gott hat ein Anliegen für Zöllner und Sünder, also für Leute, die es in den Augen der Pharisäer und Schriftgelehrten nicht wert waren, dass man sich mit ihnen abgibt. Die Underdogs.
Seht ihr den Übergang von Lukas 14? Dort endet Jesus mit: „Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ Und wer kommt jetzt, um genau das zu tun, nämlich zu hören? Es sind die Typen, die in der Gesellschaft weniger angesehen sind, sei es aufgrund ihres Berufes oder aufgrund ihres Lebensstils. Und prompt wird Jesus dafür kritisiert, dass er sich mit solchen Leuten abgibt: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen.
Was Jesus jetzt tut, ist, dass er ein Gleichnis erzählt.
 Lukas 15,3: Er sprach aber zu ihnen dieses Gleichnis und sagte:
Wichtig: Wir haben es hier mit einem Gleichnis zu tun, das aber aus drei Teilen besteht. Es ist so etwas wie ein Gleichnisdiskurs. Es ist ein Diskurs übers Verlieren, der sich immer mehr zuspitzt. Von hundert Schafen verliere ich eines. Von zehn Drachmen verliere ich eine. Von zwei Söhnen verliere ich einen.
Fangen wir mit dem ersten Gleichnisteil an.

Das erste Bild vom Verlorenen

 Lukas 15,4-7. Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eins von ihnen verloren hat, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht dem Verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es mit Freuden auf seine Schultern. Und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und die Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die die Buße nicht nötig haben.
Lasst mich euch noch einmal an die Hermeneutik erinnern, das heißt an die Auslegungsgrundsätze von Gleichnissen. Es geht bei Gleichnissen um den Vergleichspunkt. Wozu wird es erzählt? Diese Frage ist wichtig, damit wir nicht unnötigerweise zu viele Aspekte der Bildrede übertragen. Manches, ja sogar vieles von dem, was in einem Gleichnis gesagt wird, ist nur Beiwerk. Der Vergleichspunkt hingegen ist sehr wichtig. Hier findet sich der Vergleichspunkt am Ende: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die die Buße nicht nötig haben.
Aber fangen wir vorne an. Jesus stellt eine rhetorische Frage in Lukas 15,4: Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eins von ihnen verloren hat, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht dem Verlorenen nach, bis er es findet? Wer hundert Schafe hatte, der war nicht reich. Dieser Eindruck wird noch dadurch gestützt, dass sich der Besitzer selbst um sein Vieh kümmert und keinen Hirten anstellen kann. Die Antwort auf die Frage ist offensichtlich: Wer hundert Schafe hat und eins verliert, der sucht es natürlich. Er lässt die neunundneunzig in der Wüste zurück, natürlich bewacht, und geht dem einen Verlorenen nach, und zwar bis er es findet.
 Lukas 15,5-6. Und wenn er es gefunden hat, so legt er es mit Freuden auf seine Schultern. Und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und die Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.
Jetzt sind wir beim Kern des Gleichnisses: Freude, freut euch mit mir. Die Freude des Hirten ist so groß, dass er sie mit seinen Freunden und Nachbarn teilt. Das spricht im Umkehrschluss auch für die Sorge, die er um das eine Schaf hatte, das verlorengegangen war.

Die Freude des Himmels und die Frage nach der Umkehr

Nun zur Anwendung des Gleichnisses. Lukas 15,7: Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die die Buße nicht nötig haben.
Die Umkehr eines Sünders zu Gott ist ein freudiges Ereignis im Himmel. Genau genommen freut sich der Himmel über einen bußwilligen Sünder mehr als über neunundneunzig Gerechte, die die Buße nicht nötig haben. Und die Freude des Himmels, also die Freude Gottes an Menschen, die Buße tun, motiviert Jesus, sich mit Zöllnern und Sündern zu treffen und mit ihnen zu essen.
Bleiben wir an dieser Stelle kurz stehen. Gott freut sich über einen Sünder, der Buße tut. Dazu zwei Fragen: Erstens, kann ich das glauben? Und zweitens, warum macht Gott dann nicht, dass sich einfach alle Menschen bekehren?
Fangen wir mit der ersten Frage an. Kannst du das glauben? Kannst du glauben, dass Gott sich über Leute freut, die Buße tun? Ich frage das deshalb, weil mir die Antwort darauf wichtiger scheint. Kannst du glauben, dass du selbst, als du zu Gott umgekehrt bist, bei Gott einen Sturm der Freude ausgelöst hast? Dass im Himmel Party war, als du anfingst, an Jesus zu glauben? Und als du Jesus gebeten hast, dich zu retten, und als du die ersten kleinen Schritte in der Nachfolge gegangen bist, kannst du glauben, dass Gott deine Bekehrung gefeiert hat, wie wir vielleicht die Geburt eines Kindes feiern, auf das wir uns neun Monate freuen?
Geh ruhig in Gedanken zum Moment deiner Bekehrung zurück. Und falls du den nicht hast, dann zu deiner Taufe. Zu deiner ersten festen Gebetszeit oder deiner ersten kleinen Mitarbeit in der Gemeinde. Fühle dich in Gedanken in diesen Moment hinein, und dann lass die Idee zu, dass Gott dich sah und sich von ganzem Herzen über dich gefreut hat. Versuche, die Freude Gottes zu spüren, und genieße es, von ihm so geliebt zu werden.

Warum Umkehr nicht erzwungen werden kann

Die zweite Frage war: Wenn Gott sich so darüber freut, dass Menschen sich bekehren, warum machte er es dann nicht so, dass alle Menschen sich bekehren? Das wäre doch ein Leichtes für ihn, oder?
Und die Antwort lautet an dieser Stelle: Nein, das wäre es nicht. Auch Gott kann Buße nicht machen, weil Buße freiwillig sein muss. Natürlich kann Gott Menschen in seine Spur zwingen. Er kann sie so unter Druck setzen, dass sie gegen ihren Willen tun, was Gott will. Aber genau das ist es, was Gott nicht will: Menschen, die zähneknirschend die Ewigkeit mit ihm verbringen, weil es halt keine andere Alternative als den Himmel gab.
Und deshalb steht neben der Aussage, dass Gott will, dass alle gerettet werden, die Einladung aus Matthäus 11,28: „Kommt her zu mir alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.“
Gott sucht Menschen, die ihn lieben, und Liebe ist niemals gezwungen, sondern immer freiwillig.

Ein persönlicher Abschluss

Was könntest du jetzt tun? Fühle dich genau jetzt einmal ganz bewusst in die Freude hinein, die der Vater im Himmel an dir hatte, als du dich bekehrtest, und die er immer noch hat.
Das war’s für heute. Wenn dir Episoden besonders gut gefallen, teile sie doch mit deinen Freunden.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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