
Matthäus 13,3-909.06.2024
Generierte Mitschrift
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Einleitung und erste Zuspitzung
Organisation, ob sich der Aufwand lohnt. Ich habe eigentlich drei Punkte. Der erste Punkt heißt: Seid verschwenderisch wie Jesus mit dem Aufwand.
Ist ja klar, ich bin hier in einer Region Deutschlands, wo die Armut Überhand genommen hat. Das sieht man schon an diesem Gebäude. Okay, deshalb: Aufwand. Wo betreiben wir den Aufwand? Es darf nicht zu teuer werden. Geld ist das eine, Zeit, Aufwand und Kraft ist ja auch okay. Wir machen zweimal, dreimal im Jahr Urlaub, aber zu viel Aufwand darf es für die Evangelisation nicht sein. Das Wort Gottes, das macht der Heilige Geist schon. Da muss man sich nicht so bemühen darum.
Also, irgendwie hat Jesus anders gedacht. Ich lese einfach mal aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 13. Jesus erzählt Gleichnisse:
Siehe, ein Sämann ging aus zu säen. Und indem er säte, fiel etliches an den Weg; da kamen die Vögel und fraßen es auf. Anderes fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und ging bald auf, weil es keine tiefe Erde hatte. Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und weil es keine Wurzeln hatte, verdorrte es. Anderes fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen empor und erstickten es. Anderes fiel auf das gute Land und brachte Frucht, etliches hundertfach, etliches sechzigfach, etliches dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre.
Wozu soll man die Ohren sonst gebrauchen?
Ich hatte einen evangelistischen Freund, der ist tödlich verunglückt, schon vor vielen Jahren: Wolfgang Dick. Er war zwölf Jahre im Knast und hat dort alle Philosophen gelesen und Theologie für sich studiert. Und er hatte eine Berufung. Das war der beste Evangelist, den ich in meinem Leben kennengelernt hatte. Weil der ging in den Knast, und die Leute haben ihm zugehört. Der hat mit Rockerbands im Ruhrgebiet gearbeitet. Außerdem war er ein Arbeitspferd. Der ging morgens fünf Stunden in die Berufsschulen und machte eine Stunde nach der anderen. Nachmittags machte er mit seinem VW Variant in der Fußgängerzone Straßenevangelisation. Dann kam die offizielle Veranstaltung von acht bis zehn Uhr. Und wenn er damit fertig war, dann ging er in die Nachtclubs, löste den Discjockey ab, kommentierte die Platten, die er auflegte, und erzählte den Leuten in den Nachtclubs das Evangelium.
Wann er geschlafen hat, weiß ich nicht. Der Herr berief die besten Leute ab. Er starb auf einer eiskalten Straße im Westerwald, nachts auf der Rückkehr von einem Einsatz. Er rutschte mit seinem Auto unter einen LKW und hatte den Kopf ab. Das war Wolfgang Dick.
Und den habe ich einmal erlebt, wo ein Haufen junger Leute gesagt hat: Das ist doch ... kennt ihr die Gnade Gottes? Die Gnade Gottes ist, dass euch die Ohren nicht am Arsch angewachsen sind. Entschuldigung, der hatte so diese erlesene hochdeutsche Ausdrucksweise. Da guckten die alle so: Ja, sag mal, sonst säßtet ihr jetzt alle drauf und könntet mir nicht zuhören. Das ist Gnade Gottes. So ist es.
Wer Ohren hat, der höre, sagt Jesus. Und weil er nicht genau weiß, ob die Leute das so kapieren, seine Jünger waren nicht so schnell, nicht die schnellsten Slowlearner, so nennt man das wohl, hat er das erklärt. So hört nun ihr dies Gleichnis vom Sämann: Wenn jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, so kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät ist. Das ist der, der an den Weg sät.
Der verschwenderische Sämann und die Logik der Großzügigkeit
Man hält ja manchmal die Leute, so einen Bauern, so einen doofen Bauern, aber so etwas gibt es doch gar nicht. Ich habe ja auf der Westbank gelebt, und das ist eigentlich ganz normal. Im Juni ist dann Weizenernte, und wenn abgeerntet ist, dann ist es heißer Sommer. Dann liegt das Land brach, bis irgendwann im Oktober oder November wieder gesät wird, wenn der Regen gekommen ist.
Inzwischen aber gibt es Trampelpfade über den Weg. Und im Orient und in Israel wurde damals, und ich weiß nicht, wie viel heute noch, erst gesät und dann gepflügt, wenn man das Pflügen nennen darf. Denn die Erdkruste ist nur so dünn, dass das Meer, ich glaube, Eggen nennt man das, nur aufgekratzt wird. Und deshalb wird selbstverständlich auch auf die plattgetretenen Stücke von dem quer über den Acker getrampelten Pfad gesät. Und bis der dann anschließend kommt und das Erdreich aufraut und die Saat unterarbeitet, haben die Vögel längst einen Sturzflug gemacht und den Weg abgeerntet. Deshalb war das nicht so blöd, sondern auf dem Weg war einiges ganz normal. Das war das Erste. Das ist schon mal futsch, vergeblich investiertes Saatgut.
Der aber auf felsigem Boden gesät ist, das ist der, der das Wort hört und es sofort mit Freuden aufnimmt. Aber er hat keine Wurzel in sich, sondern er ist wetterwendig. Wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so kommt er sofort zu Fall. Das ist das Zweite, auch weg, vergeblich, felsiger Boden.
Der aber unter die Dornen gesät ist, das ist der, der das Wort hört, und die Sorgen der Welt und der trügerische Reichtum ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht. Dritte Portion weg.
Nur eine Sorte Land bringt Frucht: der aber auf das gute Land gesät ist. Der Same, das ist der, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt. Der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der andere dreißigfach.
Ich meine, damit kannst du nichts werden. Also einen solchen Wirkungsgrad, ich meine, deshalb gibt es ja unendlich viele Diskussionen und Ausbildungsstätten und Seminare. Wir denken darüber nach, wie wir wirkungsvoll das Evangelium unter die Leute bringen, denn wir haben überhaupt keine Lust, so verschwenderisch, ineffizient wie Jesus das hier von Gott, dem Sämann, erzählt, zu arbeiten. Das Dreiviertel der Gegend, wo man draufsät, da kann jeder vernünftige Mensch wissen, dass das für die Katz ist. Das macht man einmal und nie wieder.
Und Jesus erzählt die Geschichte und sagt: So ist es. Und kein Wort zu sagen, lernt daraus, ihr müsst das effizienter machen, nicht so unnötigen Aufwand betreiben. Was ist denn das Motiv? Das Motiv ist die Großzügigkeit und Liebe Gottes. Er riskiert es, und das ist die ganze Geschichte von Anfang der Bibel bis zum Ende: Er riskiert es lieber, dass er mit seiner Barmherzigkeit und seinem Wort, seinem Einsatz für die Menschen, verachtet, bespuckt und mit Füßen getreten wird, als dass irgendeiner einen Grund hätte zu sagen: Zu mir ist nicht gekommen.
Es wird verschwenderisch gesät. Und oft gebraucht er das ja weiter und sagt: Unsere Aufgabe ist das Säen. Unsere Aufgabe ist es weder, das Wachstum zu machen – du kannst nicht dran ziehen – noch auch in der Ernte zu sortieren, was gut und nicht gut ist. Im gleichen Kapitel sagt Jesus, da wächst Unkraut mit dem Weizen, da müssen wir Unkraut aussetzen, sag mal, lasst mal. Das ist Gottes Sache, er hat seine speziellen Mitarbeiter, die Engel beim Gericht, und die sortieren trotzdem.
Arbeiten die christlichen Gemeinden seit Jahrhunderten daran, wir sind die bessere und die reine Gemeinde und so, und rupfen dauernd Unkraut, dauernd Unkraut, immer in der Sorge, sie könnten da irgendwie Qualitätsverlust haben. Wir kapieren halt nicht, was Jesus sagt. Säen ist unsere Sache, verschwenderisch säen ist unsere Sache. Ja, mit der Perspektive gehen 75 verloren. Aber aus Liebe scheuen wir das nicht. Wir sind nicht geizig in der Verteilung des Wortes Gottes. Das ist das Erste.
Wenn ihr fragt, wie viel Aufwand, lohnt sich der ganze Aufwand in der Evangelisation, dann sage ich euch: Seid verschwenderisch wie Jesus. Das sollte der Maßstab sein.
Frucht durch Hingabe und das Geheimnis des Erfolgs
Und das Zweite, was ich euch sagen will, ist: Seid erfolgreich wie Jesus.
Natürlich möchte man erfolgreich sein. Ich finde es so wunderbar, dass Jesus überaus klar sagt, wie das Erfolgsrezept des Dienstes aussieht. Im Johannesevangelium, Kapitel 12, kann man das nachlesen. Dort kommen Leute aus der Diaspora des Judentums zu ihm, Griechen, zu einem Fest. Sie sind neugierig, haben von Jesus gehört, wollen ihn gerüchteweise sprechen. So entsteht eine interessante Begegnung in Johannes 12. Jesus reagiert dann in dieser Begegnung mit einem Schlüsselsatz in Johannes 12,25. Da beschreibt er, was das Geheimnis des Erfolges für sein Leben ist und auch für das Leben seiner Nachfolger, und zwar im gleichen Satz. Er gebraucht dafür ein absolut treffendes Bild.
Er sagt: Amen, Amen, ich sage euch. Also Achtung: Die Bibelleser wissen das. Im Unterschied zu der christlichen Tradition, wo Amen immer zum Schluss gesagt wird, finden wir im Neuen Testament viele Jesusworte, wo Amen zweimal am Anfang gesagt wird. Also gewissermaßen ein Ausrufezeichen vorweg. Das heißt immer: Jesus signalisiert, das Wort, das ich euch jetzt sage, ist absolut Gottes Wahrheit. Ihr solltet jetzt alle Ohren aufmachen. Das muss man kapieren.
Also: Amen, Amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein. Wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.
Klare Antwort. Das Erfolgsrezept von Jesus heißt: sterben. Gut, Erfolg, das klingt säkular. In der Bibel wird von Frucht geredet, aber das ist dasselbe. Es kommt etwas dabei heraus, es wird etwas draus aus dem, was man gesät hat. Und Jesus sagt ganz einfach: Wie ist das beim Weizenkorn? Die Voraussetzung dafür, dass es sich vermehrt, ist, dass es beerdigt wird. Das sieht so aus, als verschwindet es unter der Erde und ist weg. Jetzt ist es weg, jetzt haben wir gar nichts mehr. Wir haben gesät und jetzt haben wir gar nichts mehr. Das heißt: Jeder Bauer weiß natürlich, das ist völliger Quatsch. Das ist die Voraussetzung dafür, dass es sich vermehrt. Und nur wenn es erstirbt, nur wenn es beerdigt wird, stirbt es.
Und das sagt er auf dem Weg zum Kreuz. Danach kommen dann bald die Abschiedsreden von Jesus, und die Passionswoche beginnt. Er sagt es: Das ist Erfolg, durch Sterben Vermehrung. Und er sagt dann auch gleich hinterher: Wer sein Leben lieb hat, der verliert es, und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird es bewahren zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der folge mir nach. Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein.
Das heißt, es geht im Leben der Jesusnachfolger nach dem gleichen Prinzip. Er sagt: Ich möchte Frucht bringen. Johannes 15, Weinstock: Ihr sollt Frucht bringen, dazu seid ihr gesetzt. Ihr habt mich erwählt, sagt er, ich habe euch erwählt und gesetzt, dass ihr Frucht bringt und eure Frucht bleibt, sagt er.
Das ist es: Er will, dass unser Leben Frucht bringt, Erfolg bringt, dass das Leben aus Gott, das in unser Leben durch Jesus hineingekommen ist, sich vermehrt. Frucht bringen ist ein qualitatives Wachstum nach innen. Klar, in unserem Leben soll etwas wachsen, aber es soll sich auch quantitativ einfach vermehren. Es ist uns nicht gegeben, dass es bei uns nur Blüten treibt und Frucht in uns bringt, sondern dass es sich einfach vermehrt. Das ist der Punkt. Und Jesus sagt, wie das passiert: durch Sterben. Durchsterben.
Weltweite Bewegung trotz Widerstand
Und jetzt fange ich einmal so an: Wenn man ganz praktisch ist und fragt, wie sieht das heute in der Weltgeschichte aus? Fragt man einmal, wo schrumpfen die christlichen Kirchen und Gemeinden, und wo wachsen die christlichen Kirchen und Gemeinden heute?
Der einzige Teil der Welt, in dem christliche Gemeinden schrumpfen, ist im Schnitt natürlich Westeuropa und Nordamerika. Dort gibt es auch Gemeinden, die wachsen, und andere, die zugemacht werden. In allen anderen Teilen der Welt wächst die kirchliche, die christliche Gemeinde. Und in manchen Teilen ist das für Atheisten besorgniserregend.
Besonders in Bereichen, in denen die ausgebufftesten, brutalsten und raffiniertesten Methoden entwickelt wurden, um den Christen das Licht auszuknipsen. China zum Beispiel. In China gibt es bei ganz konservativer Schätzung heute mehr bekennende Jesusnachfolger, als es in ganz deutschsprachigen Europa Namenschristen gibt. Namenschristen, also alle Karteileichen mitgerechnet.
Und in meiner Kirche ist es ja so: Wir sind jetzt in den evangelischen Kirchen, das sind noch 22 oder 24 Millionen in Deutschland. Aber von unseren Kirchenmitgliedern in meiner Kirche gehen keine drei Prozent der Kirchenmitglieder sonntags in einen Gottesdienst. Das heißt, 97 Prozent von denen, die Kirchensteuern zahlen, sind großzügig, nutzen das aber überhaupt nicht. Gott urteilt, was im Herzen ist, aber das heißt also: Das Gejammere von Kirchen, was alles nicht geht heute, dröhnt ja im ganzen Land.
So, allein in China. Und in einem Bereich, in dem es am dramatischsten wächst, das ist meinem Herzen so nah, weil ich damals, als ich in Jerusalem war, da weiß ich noch genau: Ich bin nicht mehr durch die Wüste gelatscht damals. In den Sommerferien habe ich auch einige Wochen lang in St. George's in der Altstadt von Jerusalem an einem ganz hochkarätigen Islamkunde- und Missionsseminar teilgenommen. Da habe ich solche Ohren gekriegt, weil es bedeutende Leute aus der Mission, der islamischen Welt und Kirchenleute dort ganz im Nahen Osten waren. Wir sind zusammengekommen, und ich habe ihnen zugehört und so.
Und da waren diese Experten zusammen, und ein Thema war damals: Können wir es eigentlich noch verantworten, dass wir Muslime zum Glauben rufen, dass sie sich bekehren, sich entscheiden, Jesus zu folgen? Warum fragten sie das? Weil, wenn ein Muslim zum Glauben kommt, er aus seiner Familie ausgestoßen wird. Das passiert überall. Im Orient kannst du aber ohne Familie überhaupt nicht leben. Das heißt: Arbeitsversicherung, Sozialversicherung, Krankenversicherung, Altersversicherung – die Familie, das ist alles. Du brauchst die Familie zum Überleben. Da flogen sie also raus. Du kannst nicht heiraten, wenn dir andere Familien nicht eine Frau dazu geben. Also es geht halt nicht so wie bei uns: Man verliebt sich und sucht sich einen Partner oder so. Du brauchst die Familie, um in jeder Weise zu leben.
Aber die Muslime fliegen raus, immer. Bis heute ist es so, zum Teil mit dem Tode bedroht, in liberaleren Verhältnissen jedenfalls raus. Das Tragische ist bis heute: In den christlichen Gemeinden, Kirchen werden sie nicht aufgenommen. Das gilt bis heute. In den christlichen Gemeinden werden Muslime, die sich zu Jesus bekehren, nicht aufgenommen.
Warum? Mein Freund Dr. Yasser Erik sagt dann immer: Ja gut, haben wir Verständnis dafür, es ist verboten in den Staaten, also in Ägypten zum Beispiel. Die Regierung verbietet, wenn also Bekehrung vom Islam, das steht unter Strafe. Also wenn eine christliche Gemeinde bekehrte Muslime aufnimmt und tauft, dann kriegen sie es mit der Regierung zu tun. Das ist dann per Gesetz nicht erlaubt.
Das ist die harmlose Variante, das ist auch wahr. Aber es gibt auch den Druck der Rache, wirklich Gewalt, die hasserfüllten Gegner. Die einen die Hütte anzünden, also die Kirchengebäude, und dass gemordet wird. Und zu meiner Zeit damals sagten die arabischen Christen dann oft: Ja, die fallen ja sowieso wieder ab. Aber sie fallen doch wieder ab.
Wenn du zwanzig Jahre lebst und nicht heiraten konntest, weil dir keine christliche Familie eine Tochter zum Heiraten gibt und weil du keine Familien gründen kannst, hattest du überhaupt gar kein Netzwerk, um zu überleben. Dann hast du nur Druck gehabt, nur Schwierigkeiten, von den Christen keine Annahme, von der früheren Muslim-Community Druck und Morddrohung. Da hat nicht jeder die Nerven, das durchzuhalten. Die meisten sind nach einer Zeit wieder zurück.
Eine neue weltweite Gemeinschaft und das Zeugnis des Leidens
Auf diesem Hintergrund ist das, was wir heute erleben, eine absolute Sensation. Im Augenblick bekehren sich Tausende Muslime in der arabischen Welt, im Iran insbesondere, aber auch in anderen arabischen und islamischen Ländern, vom Maghreb, also von Marokko bis Indonesien.
Was haben sie davon? In der Regel wandern sie in den Knast, sie haben nur Schwierigkeiten, und trotzdem bekehren sie sich. Sie werden nicht aufgenommen. Das hat dazu geführt, dass vor etwa sieben Jahren hier in Deutschland eine Gruppe von bekehrten Muslimen unter der Leitung von Yasser Erik, dessen Lebensgeschichte Sie unbedingt lesen sollten, Hass gelernt, Liebe erfahren, der bei Stuttgart lebt und lehrt, gegründet wurde. Er kam früher aus einer führenden muslimischen Familie des Sudan. Seine Familie stellte Generäle und Minister. Sein Großvater war ein Gründer der Muslimbruderschaft, also einer der radikalsten Gruppierungen des Islam, bis heute die gefährlichste Truppe. Sein Großvater gründete sie im Sudan.
Er kam zu Jesus, hat große Schwierigkeiten, und die ganze Geschichte kann ich nicht erzählen, obwohl es sich lohnen würde. Er lebt jetzt unter Bedrohung seines Lebens in Deutschland, und wir können ihn gar nicht schützen. Schwäbisch geprägt, mit wunderbaren Kindern, und man muss eigentlich, man kann nur jeden Tag Gott um Erbarmen bitten.
Er reist in den Nahen Osten und kommt wieder und erzählt, es war in der Türkei und im Irak, wo er zahllose MBB getauft hat, Muslim Background Believer, also Christen muslimischer Herkunft. Und Sie haben vor einigen Jahren jetzt, das ist eigentlich so etwas wie eine weltweite Kirche, weil die alle alleingelassen werden, gesagt: Das kann doch nicht wahr sein. Diese Leute, die das am eigenen Leib erlebt haben, sagen: Das kann doch nicht sein, wir können nicht warten.
Wir kommen nach Deutschland, und die Kirchen in Deutschland sagen: Muslime wollen wir gar nicht bekehren, wir sind im Dialog. Und so, der Dialog soll nicht bekehren, sondern nach dem Dialog soll der Christ ein besserer Christ und der Moslem ein besserer Moslem sein. Auf keinen Fall. Sie sind schon geflüchtet, sagt ein Oberkirchenrat in meiner rheinischen Kirche, haben alles verloren, wollen wir ihnen jetzt noch ihren Glauben nehmen? Also, so ist das Klima.
Kommen diese bekehrten Jesusnachfolger, die Muslime waren, nach Deutschland, hören sich das Gequake hier an in europäischen kirchentheologischen Kirchen und sagen: Habt ihr sie noch alle? Begreift ihr irgendetwas vom Leben? Begreift ihr auch nur einen Hauch von dem, was Jesus gesagt hat und was wir erleben und erleiden als Jesusnachfolger?
Und dann haben sie jetzt die Communio Messianica gegründet, die Umma. Das ist die Gemeinschaft der Muslime eigentlich, die nennt sich Ummah, das ist die große Familie weltweit. Sie sagen Ummat al-Masih, die Gemeinschaft des Messias Jesus. Der lateinische Name ist Communio Messianica. In mindestens 80 Ländern inzwischen, man weiß die Statistik nicht genau, aber einige Millionen Mitglieder. Es passiert vor unseren Augen. In unserer Zeit ist das eine Entwicklung, die die meisten Christen bei uns überhaupt nicht kennen, die aber von kirchengeschichtlicher Bedeutung ist.
Was wir in Jahrhunderten nicht erlebt haben, noch nie hat es seit der Entstehung des Islam im siebten Jahrhundert eine solche Bewegung gegeben, wie wir sie in den letzten zwanzig Jahren jetzt in der Welt erleben. Und das ist die Bestätigung des Satzes, den Jesus hier sagt: Das Weizenkorn, wenn es beerdigt wird, bringt es Frucht. Sterben bringt Frucht.
In der frühen Christenheit war es der Kirchenvater aus Nordafrika, Tertullian, der den Satz gesagt hat: Semen est sanguis Christianorum. Das Blut der Christen ist das Saatgut der Christen. Und er meinte das Märtyrerblut derer, die als Zeugen für Jesus sterben.
Mut, Öffentlichkeit und die Kosten des Bekenntnisses
Nun, wir erhoffen das ja alle nicht, und wir haben keine Verfolgung in Deutschland. Da bin ich strikt dagegen, so etwas zu behaupten. Da bläst uns der Wind nur etwas kritisch ins Gesicht. Nur verwöhnte Leute behaupten, das wäre Verfolgung.
Ja, ist doch klar. Ich meine: Ihr seid einfach zu faul, um Antwort zu geben. Wir haben Freiheit, alles zu sagen. Aber es gibt kein Recht auf Widerspruchsfreiheit. Auch verwöhnte Christen, weil wir ein Staatskirchentum und so haben, sagen: Christen müssen alle im Kopf nicken, toll, was ihr macht, und so. Das ist überhaupt kein Anspruchsrecht, das wir haben.
Wenn sie uns kritisieren, haben wir Gründe zu begründen, warum wir zu Jesus stehen. Wenn wir keinen Grund dafür haben, warum wir zu Jesus stehen, wenn der Wind etwas steif bläst, dann sollten wir es gleich lassen.
Wenn wir nur Jesus nachfolgen, ist das Wohlstandsevangelium mit dem Versprechen: Wenn du an Jesus glaubst, dann bleibst du immer gesund, wirst ganz glücklich und reich wirst du natürlich auch. Das fördert die Mentalität, die wir haben: Ich mache nur das, was mir Nutzen bringt, was mir Vorteile bringt. Das ist natürlich auf Hälsen gesät. Mit Begeisterung machen wir mit, solange es Cash bringt und sich auszahlt. Und wenn es Druck gibt und es ein Verlustgeschäft ist, und Krankheit und Krebs kommen, dann sagen wir: Wie kann Gott so etwas zulassen? Lohnt sich alles nicht.
Also achtet darauf, sterben. Und wenn ihr sagt: Ja gut, sollen wir jetzt auf die Verfolgung in Deutschland warten? Nein, das geht ja nicht. Wenn ihr fragt, wie wollen wir uns einsetzen im Gemeindedienst und im gemeinsamen Dienst jetzt, den ihr vorhabt in der nächsten Woche, finde ich toll, im nächsten Jahr: Dann sterben heißt ja, ich gebe meine Zeit, ich gebe meine Kraft, ich gebe mein Ansehen, ich gebe mein Geld. Das heißt, es sieht nach Sterben aus. Man kann ja auch seinen guten Ruf aufs Spiel setzen.
In meiner Erfahrung als Evangelist werde ich nie vergessen, als 2006 in München in der Münchener Olympiahalle pro Christ stattfand, mit Übertragung. Da kam ein führender Mann aus einer Gemeinde zu mir, der im Finanzberatungsbereich tätig war und die Spitzenleute in der Münchener Society beriet. Ich will den Namen und die Firma nicht sagen, weil alle die kennen. Mit dem kannte er sich gut aus und beriet ihn in allen persönlichen Fragen finanziell. Und dann ist er abgegangen und hat gesagt: Könnten Sie nicht mal einen Abend kommen? Wird interessant, Thema und so. Da hat er ihm glatt gesagt: In meiner Position kann ich mir nicht leisten, in eine solche Veranstaltung zu gehen.
Einer der mächtigsten Wirtschaftsführer unseres Landes. Welche Angst! Was denken die Kollegen, wie wirkt das in der Firma und so, wie kann das sein? Verstehst du, sterben heißt dann: Ich riskiere meinen guten Ruf, vielleicht meine Karrierechancen, den Beifall von Kollegen. Vielleicht gewinnt man ihn aber auch, vielleicht gewinnt man Respekt. Man weiß es eben vorher gar nicht. Aber die Angst, man könnte es verlieren, führt ja bei vielen schon dazu, ziemlich kleinlaut unterwegs zu sein. In solchen Sachen sterben, sterben.
Keine falschen Gegensätze in der Evangelisation
So, jetzt will ich unter dem Dritten noch etwas sagen. Darf ich eigentlich überhaupt noch? Ich habe nicht auf die Uhr geguckt, darf ich noch? Er ist schuld, Jonas ist schuld. Wenn Sie jetzt alle sagen, das wäre die Chance gewesen, dass der Handy abtritt: Jonas hat es toll gemacht.
Ich will als Drittes nur sagen: Erstens, seid verschwenderisch wie Jesus. Zweitens, seid erfolgreich wie Jesus. Und drittens: keine falschen Entweder-oder, keine falschen Entweder-oder.
Darauf will ich in drei praktischen Dingen hinweisen, die ich beobachte und die in der Christenheit in Deutschland heute eine gewisse Rolle spielen, wenn wir über Evangelisation diskutieren.
Die einen sagen: Also nur Worte, das ist inflationär, das geht gar nicht. Es ist auch nicht glaubwürdig, es wird zu viel geredet, die Leute glauben das nicht. Wir müssen es tun, also nicht so viel reden. Wir evangelisieren durch Diakonie. Also Gutes tun für die Menschen, das ist ja völlig selbstverständlich. Tut Gutes allermeist an den Glaubensgenossen, schreibt Paulus, also Gutes an jedermann, allermeist an den Glaubensgenossen. Gutes tun ist absolut völlig klar.
Ersetzt Diakonie Evangelisation? Oder ist Diakonie Evangelisation? Das darf man fragen. Ich kann ja ein Christ sein ohne Diakonie? Und Gemeinde leben ohne Diakonie, also ohne tätige, barmherzige Liebe im sozialen Bereich, untereinander, in der Gemeinde und, wo immer möglich, auch in der Gesellschaft herum? Das kann man sich überhaupt nicht vorstellen, wenn man Jesus nachfolgt, der die Kranken geheilt hat und die Hungrigen gespeist hat. Das dürfte doch keine Diskussion unter uns sein.
Was aber sehr problematisch ist: Wenn ich höre, dass Leute in Gemeinden sagen, wir wollen gesellschaftlich relevant sein, und das werden wir dadurch, dass wir uns sozial engagieren, dann heißt das ja: Wir wollen durch unser soziales Engagement die Autorität erarbeiten, dass unserem Wort geglaubt wird. Das aber ist ein Missverständnis.
Vollmacht für die Verkündigung, ob sie öffentlich passiert oder im Vieraugengespräch persönlich, ist die Vollmacht, dass, wenn wir das Wort von Jesus weitersagen, es die Herzen bewegt und umkrempelt. Die schaffen wir nicht. Die kann nur entstehen, wenn er sich zu unserem knittrigen, erbärmlichen Predigen und Reden bekennt. Dann passiert das Wunder, dass die Wirklichkeit Gottes durchbricht.
Aber die Vorstellung, die da unterwegs ist, lautet: Wenn wir uns sozial engagieren, dann nehmen sie uns unsere Verkündigung an. Wer daran noch glaubt, dem bin ich ein persönliches Beispiel dafür, dass das Quatsch ist.
Ich weiß nicht mehr richtig, irgendwann wurde mir mal das Bundesverdienstkreuz verliehen. Ich weiß bis heute nicht, wer so etwas angezettelt hat. Erfahren tut man das ja nicht. Dann kriegt man so ein Bonbon angeheftet, mit irgendwelchen Lobeshymnen, die der Ministerpräsident dann verliest. Ich wurde rot und röter und dachte: Meine Herren, sie haben mich gekreuzigt, und jetzt dekorieren sie mir so ein Bonbon an. Das sind schon makabre Unterschiede. Was habe ich falsch gemacht?
Dann habe ich aber gedacht: Wenn sie dich gesellschaftlich so wegen Bildungsarbeit zu verändern würdigen, was du ja vielerlei gemacht hast, jugendpolitische Arbeit, entwicklungspolitische Arbeit, Jugendarbeit in vieler Hinsicht gefördert und so, wenn sie dich wegen dieser sozialen Bedeutung würdigen, dann werden sie ja auch hinhören, wenn du das Evangelium hast.
Ich kann Ihnen mit Sicherheit sagen: Was meine Evangelisationstätigkeit in meinem Leben anging, wurde ich beim Innenministerium in der Sektenabteilung geführt. Und auch bei den meisten Kirchen, um das gleich dazuzusagen. Denn da gilt in Deutschland: Man muss es ja nicht übertreiben. Leute, die zur Bekehrung rufen, wir wollen eine Religion ohne Entscheidung. Wir wollen Service machen für die Leute, niedrigschwellige Angebote, wo die Christen wären, ohne dass sie es richtig merken, dass sie es geworden sind. Anonymes Christsein. Da gibt es ganze theologische Konzepte. Da kann ich Ihnen einen Vortrag halten, welche bedeutenden Theologen über anonymes Christsein in unserem Land Bücher geschrieben haben. Christen, die gar nicht wissen, was sie sind, und die von Christen bescheinigt bekommen: Du bist aber der bessere Christ. Wunderbar, solche Tricks wenden wir an.
Das kann Ihnen sagen, wer das Verhältnis von Verkündigung des Wortes betrifft. Das Evangelium wird mit Worten gesagt. Ja, denn das Evangelium ist ganz einfach: Es hat einen Inhalt, und der besteht in einem Wort. Und dieses Wort heißt Jesus. Jeschua heißt: JHWH rettet. Das ist die Bedeutung des Namens Jesus.
Und das Evangelium hat nur einen Inhalt. Wir verkünden Ihnen keine Systeme und keine Ideologien, sondern wir machen den menschgewordenen Gott, Jesus, geboren von der Jungfrau Maria, der Wundertaten heilte, predigte, den man bespuckt und gekreuzigt und gefoltert hat, den man getötet hat am Kreuz und den Gott bestätigt hat in der Auferweckung. Er ist meine Offenbarung, sagt Gott. In ihm, wer mich sieht, sieht den Vater, sagt Jesus. Am Kreuz sahen wir seine Herrlichkeit. Er ist erhöht zur Rechten Gottes. Er ist der, dem alle Gewalt gegeben ist, heute im Himmel und auf Erden, der wiederkommen wird und die Toten aus den Gräbern rufen und Weltgericht halten wird und den neuen Himmel und die neue Erde schaffen wird.
Jesus, er als Person, ist der einzige Inhalt des Evangeliums.
Evangelisation heißt nicht, dass wir Gemeindewachstum wollen. Wir haben nichts dagegen, wenn eure Gemeinde wächst. Prüft eure Motive. Wenn ihr das Programm des nächsten Jahres macht, weil ihr primär wollt, dass eure Gemeinde wächst, habt ihr ein unehrliches Motiv, das gruppenegoistisch ist, und ihr solltet diese Mission einstellen, weil sie Jesus nicht ehrt.
Und ich hoffe, dass ihr eine Gemeinschaft seid, wo die einen den anderen die Leute nicht missgönnen. Meine Erfahrung ist gewesen, dass Zusammenarbeiten von verschiedenen Gemeinden bei solchen Projekten immer dann gedeihlich sind, wenn man in der Leitungsebene der Gemeinden ohne Neid darauf sieht, wenn jemand suchend ist oder zum Glauben kommt, nur dass er in einer der Gemeinden wirklich auch jetzt andockt und einen Wurzelgrund findet, damit er weiter gefördert werden kann und im Glauben wächst.
Okay, der Applaus ist mir willkommen. Denn es geht uns ja nicht darum, dass sie sich bekehren und sagen: Skalpe zählen und so und so, das ist ja Quatsch. Da sollen Kinder geboren werden und sollen wachsen. Die sind ja sonst schneller tot, als sie geboren werden, wenn sie nicht in einer Gemeinde.
Persönliche und öffentliche Verkündigung gehören zusammen
Ich sage Ihnen: In meiner Erfahrung der letzten Jahre ist es mehr und mehr geworden, dass die Leute bereit sind, Entscheidungen zu treffen. Du kannst sie einladen, zum Kreuz zu kommen und ein Übergabegebet zu machen. Sie tun das mit Tränen in den Augen.
Und wenn du ihnen sagst: Jetzt hörst du so Jesus, und jetzt brauchst du eine Gemeinde, dann sagen sie: Gemeinde brauche ich nicht. Diese Entscheidung, dann auch den Schritt wirklich in einer Gemeinde, einer Familie, zu Hause zu finden, ist heute in unserer Zeit, wenn du mich fragst, eine der Herausforderungen. Das ist eine viel schwierigere Entscheidung als die erste Entscheidung, Jesus zu folgen. Denn wir alle sind Individualisten bis in die Knochen. Und wir meinen, wir könnten unser Geschäft mit Jesus alleine machen, innerlich und im Gefühl. Und das wäre auch das Wichtigste. Und was die anderen? Na ja, wenn sie nett sind, dann ja. Aber wenn ich mich nicht wohlfühle im Gottesdienst, muss ich da auch nicht hin.
Dann kann ich ja auch gleich Streamingangebote weltweit hier abgreifen, mit Kaffeepott auf der Couch in der Jogginghose. Nein, das funktioniert nicht. Preist Gott mit eurem Körper. Mit unserem Körper drücken wir aus, ob wir zu Jesus gehören. Und deshalb gibt es, da kann sich die digitale Welt entwickeln, und wir nutzen das alles sehr gerne zur Ehre Gottes und zur Hilfe für Menschen. Und wie ich euch hier sehe, ist das ja auch wie ein Fernsehstudio ausgestattet. Das macht man ja auch so. Die meisten Gemeinden sind in den letzten drei Jahren zu mittelprächtigen Fernsehstudios geworden, und das finde ich toll.
Nur der Glaube, man könnte Gemeinde digital und im Cyberspace leben, ist ein Irrglaube. Wir leben analog, wir sterben analog und nicht digital. Deshalb muss man alle wieder einladen. Wer nicht mehr aus dem Bett kommt, wer krank ist, darf gerne zu Hause bleiben. Gott sei Dank gibt es sie, und ihnen hilft man. Aber wer noch kommen kann, steht auf, bringt eure Klamotten mit, setzt euch in die Gemeinde, betet mit den anderen, arbeitet mit den anderen. Und das geht mit Hand und Fuß, mit dem Körper und nicht nur so in Worten. Also gut: Worte und Taten.
Die Lösung zu dem Problem stellt eigentlich 1. Korinther 13 dar. Da sagt Paulus, nachdem er über Gemeindegaben und solche Dinge gesprochen hat, und über Dienste, da sagt er: Eins will ich euch sagen: Wenn ich mit Engelzungen rede und hätte der Liebe nicht, dann wäre es alles Blech, Töne aus Herz. Also: Predigen, evangelisieren, noch so eindrucksvoll – wenn es nicht aus Liebe kommt, ist es brechend.
Ja, sagen wir dann, ja, die Taten machen es aus. Moment mal, sagt Paulus: Wenn ich meine Habe den Armen gebe und ließe meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht, so wäre es nichts nütze. Es hätte keinen Wert. Da geht es nicht darum, durch das soziale Tun zu legitimieren, sondern ich stärke die Glaubwürdigkeit des Wortes, das ich sage. Wort und Tat sollten in unserem Leben natürlich übereinstimmen, aber das schafft keine Vollmacht. Du kannst auch sozial und diakonisch tätig sein ohne Liebe. Und wenn das gesellschaftlich relevant werden soll durch soziale Dienste, wenn es als Konzept für Gemeindewachstum verkauft wird, dann ist das Gruppenegoismus und nichts anderes.
Deshalb bin ich außerordentlich skeptisch bei diesen Tönen, die ich bei vielen heute höre. Seid sauber in eurer Motivation. Dient den Menschen körperlich und sozial in allem, was ihr könnt, mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat, aus Liebe, zur Ehre Gottes, aus Liebe. Aber nicht mit dem Hintergrund, dass wir uns dadurch erwerben, erkaufen, dass wir gehört werden und dass man uns glaubt und dass wir glauben. Wir werden nur glaubwürdig in der Kraft des Heiligen Geistes. Und die erste Frucht des Geistes ist die Liebe, die sich verschwendet und opfert, geduldig für den anderen arbeitet und sich nicht schämt, den Jesusnamen zu nennen, weil nur Jesus rettet, nur Jesus rettet.
Keine falschen Gegensätze zwischen persönlich und öffentlich
Das ist das erste Wort oder die erste Tat, bitte kein falsches Entweder-oder. Das zweite falsche Entweder-oder ist persönliche oder öffentliche Evangelisation. Na, ihr habt ja schon ein Seminar gemacht über das Persönliche, das ist ganz wichtig. Das habe ich überhaupt nie verstanden.
Also, natürlich ist das Evangelium eine ganz persönliche Botschaft. Lest die Bibel: Wie Jesus aus der Menge die Leute herausruft, diese Frau, die da von hinten ihn angetatscht hat und geheilt wurde. Jesus besteht darauf, bis er herauskommt, dass in dem Gewühl die Jünger schon sagen: Die haben so ein Gedränge, so viele haben dich angerührt, so kannst du doch nicht herausfinden. Nein, bis diese Frau da ist und dir persönlich dazu sprechen kann: Dein Glaube hat dich gerettet.
So, das heißt: Jesus ist höchstpersönlich. Das Evangelium kannst du nicht mit der Feuerwehrspritze über Villingen-Schwenningen auspressen, es muss wie Augenmedizin mit der Pipette in die Augen getröpfelt werden, ganz, ganz persönlich. Denn es ist eine persönliche Botschaft, und weil Leute auch darauf reagieren, wenn sie persönlich ernst genommen werden.
Die andere Wahrheit ist: Das Evangelium ist eine öffentliche Wahrheit. Ja, was ist der Inhalt des Evangeliums? Jesus, Gott offenbart in Jesus, durch Jesus. Es heißt in Johannes: Durch ihn hat Gott die Welt geschaffen. Das heißt, jeder, der hier in den Städten Villingen-Schwenningen herumläuft, ist von Gott geschaffen worden, von Jesus geschaffen worden. Jesus ist der Schöpfungsmittler. Nach den Zeugnissen des Neuen Testaments, Johannes 1, Hebräer 1, Kolosser 1, seht ihr so oft in der Bibel, wird so oft von Christen überlesen. Er ist der Schöpfer, er hat alle geschaffen. Er hat nicht nur die Christen geschaffen, er hat alle geschaffen, auch die Atheisten, auch die, die nichts glauben, ganz egal welche Religion. Sie sind alle geschaffen und er erhält sie alle in jedem Augenblick, jede Sekunde. Er trägt sie mit seinem Wort, heißt es im Hebräerbrief. Das lesen wir drüben in der Tannenhöhe gerade in diesen Tagen der ganzen Woche im Hebräerbrief: Er trägt sie mit seinem Wort.
Und zum Schluss: Die letzte Veranstaltung der Weltgeschichte wird, kann ich mit Zuversicht sagen, kein Hauskreis sein, sondern Jesus wird die Toten auferwecken, und alle werden sich vor seinem Thron versammeln, eine Milliardenversammlung. Ich stelle mir das immer so vor: Dann stehen die Leute da und sagen: Massenversammlung habe ich noch nie gemocht. Das ist ja furchtbar. Da steht vielleicht euer nichtchristlicher Nachbar daneben und sagt: Hör mal, hast du das gewusst? Du gehörst doch dazu, zu dieser Firma. Hast du das gewusst, dass wir alle zum Schluss hier so massenhaft antreten sollen? Ja, sagt er dann, irgendwie schon. Aber hatten wir es nicht so mit damals, mit Massen? Ja doch, da hätte einem doch jemand sagen müssen, dass wir hier alle antreten. Ja, hätte, hätte, hätte Fahrradkette.
Das Evangelium, ich meine, es könnte sein, dass sie das gar nicht glauben. Und den Verdacht muss man ja bei manchen Christen heute haben, dass sie sagen, dass es ein Endgericht gibt, dass Jesus wiederkommt und die Toten aus den Gräbern aufweckt, das ist einfach ein Mythos. Das hoffen die, aber das gibt es nicht wirklich. Mach mal halblang.
Gut, wenn das, was im apostolischen Glaubensbekenntnis in meiner Kirche wird, das ist in jedem Gottesdienst gemeinsam laut gesprochen als: Jesus ist der Herr, gekreuzigt, gestorben, begraben, aufgefahren in den Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Das sprechen alle evangelischen Kirchengemeinden jeden Sonntag im Gottesdienst im Chor. Was soll man denn denken, wenn man dann so mit Augen zwingen kann und sagt: So ernst meinen wir das auch wieder nicht, man muss das ja nicht so wörtlich nehmen, dass das passiert? Ja, guck mal, dann haben wir echt ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Dann sollte man auch nicht sagen: Vielleicht gehört es einer freien Gemeinde. Bei freien Gemeinden beobachte ich, dass das apostolische Glaubensbekenntnis überhaupt nicht gesprochen wird und auch gar nicht bekannt ist. Vielleicht haben sie das sicherheitshalber schon herausgenommen, damit da gar keine Missverständnisse geweckt werden und jeder glauben kann, was er will. Aber das war jetzt ein bisschen böse von mir, von so einem Pfarrer, der so viel Kritik kriegt von Freikirchlern, dass er mal eine Retourkutsche fahren muss. Sehen Sie das meiner Schwachheit nach!
Aber Sie können ja Ihr Gewissen prüfen, ob Sie das glauben: Er kommt zu richten die Lebenden und die Toten. Wenn es wahr ist, dass er kommt, dann wäre es ja nichts als fair, dass wir auch in die Öffentlichkeit gehen. Solange wir nämlich mit unseren Angeboten, Verkündigungen immer nur in privaten Sphären bleiben, senden wir in der Körpersprache auch eine Botschaft in die Gesellschaft. Die Botschaft heißt also nicht, dass ihr denkt, dass euch das alle angeht. Das, was wir zu sagen haben, geht nur die an, die es möchten, die es interessiert. Deshalb treffen wir uns in unseren Zirkeln unter Interessierten, in unseren Hauskreisen. Und sozialpädagogisch sind Gruppen bis acht die fruchtbarsten. Lernt man in der Sozialpädagogik, glaube ich.
Na gut, wenn aber das Evangelium eine öffentliche Wahrheit ist, die allen gilt, weil alle von Gott geschaffen sind, alle geliebt sind, weil er für alle gestorben ist. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, sagt die Heilige Schrift ausdrücklich, und dass sie alle vor dem Gericht Gottes stehen werden und sich die Ewigkeit jetzt entscheidet. So, dann muss das Evangelium eben auch in die Öffentlichkeit getragen werden. Und das ist in unserem Land umso schwieriger, je größer die Städte sind. In Dörfern ist das schnell, da kannst du Großplakate aufstellen, da kennt auch jeder jeden.
Ihr könnt das selber einschätzen, ihr kennt eure Stadt Villingen-Schwenningen, diese wunderbare Zwillingsstadt Villingen und Schwenningen. Ich habe jetzt gehört, ihr baut ja ein Schwimmbad, habt Leute abstimmen lassen, ob ihr gemeinsam im gleichen Wasser baden wollt. Ja, ich meine, das ist doch mal eine Entscheidung, Europa hin oder her. Villingen-Schwenningen entscheidet, ob wir, die Villinger, mit den Schwenningern ins gleiche Wasser steigen wollen oder ob man sich da Pickel und Ausschlag und Krätze holt. Ich weiß nicht, wer die liefert. Ach, Junge, Junge, wo war ich stehen geblieben? Irgendwo war ich stehen geblieben.
Also, ich sage: Ihr habt doch Verstand. Auch das Evangelium ist eine persönliche Wahrheit und muss persönlich weitergegeben werden, und ist eine öffentliche Wahrheit. Deshalb muss es immer wieder öffentlich werden und sucht nach Wegen, wie es zu einer öffentlichen Wahrnehmung kommt. Es ist nicht einfach, Aufmerksamkeit zu bekommen. Also, Aufmerksamkeit ist die eigentliche Währung unserer Zeit. In der Werbung werben alle Firmen und Parteien um Aufmerksamkeit, und da sind wir ganz kleine Fische dabei. Man muss eigentlich viel Geld in die Hand nehmen, um wirklich Aufmerksamkeit zu erwerben. Und da sind wir dann auch wieder, und man fragt sich: Ist es das wert, sollen wir da mitmachen?
Ich will Ihnen einen Grund sagen: Unsere Gesellschaft funktioniert folgendermaßen. Nur das, was in der Öffentlichkeit Thema ist, wird auch Gesprächsstoff in den persönlichen Gesprächen, in den Büros, in den Werkstätten, in der Nachbarschaft. Da kannst du deinen Christinnen und Christen in der Gemeinde noch so oft sagen, ihr solltet persönlich Zeugnis geben. Sie nicken alle mit dem Kopf und haben ein furchtbar schlechtes Gewissen: Warum bin ich denn eigentlich so ein feiger Knochen, dass ich das nicht hinkriege, dass ich immer so einen Kloß im Hals habe?
Ja, weil es in unserer Gesellschaft obszön ist, schmutzig ist, über Dinge zu reden, die man eigentlich nur privat hat. Und dazu gehört Geld. Man redet nicht über das Geld, das man hat oder haben möchte. Sex ist inzwischen enttabuisiert, da kann man ganz offen überall drüber reden, das ist kein Problem. Und das, was nicht öffentlich Gesprächsthema ist, das ist auch in persönlichen Gesprächen eigentlich bäh.
Und deshalb, wenn ihr euren Gemeindegliedern Hilfestellung geben wollt, dass sie auch persönliche Gespräche in der Nachbarschaft und im Betrieb und so mit ihren nichtchristlichen Kollegen und Menschen anknüpfen wollen, dann stellt eine größtmögliche Öffentlichkeit her. Damit das niemand übersehen kann: Großbildplakate, elektronische Werbung, wo auch immer es die gibt, haut richtig Geld rein! Die Werbeleute sagen uns ja: Erst wenn ein Mensch siebenmal dasselbe Bild gesehen hat, hat er es überhaupt zur Kenntnis genommen, dass es das gab. Er ist noch nicht eingeladen. Siebenmal muss er es gesehen haben, um es überhaupt wahrgenommen zu haben.
Da denken manche Christen, wenn sie in der Fußgängerzone oder Nachbarschaft per Briefkasten ein paar Handzettel verteilen, hätten sie informiert oder gar eingeladen. Weder das eine noch erst recht das andere ist damit passiert. Es ist Altpapier verteilt worden, das manchen auf den Keks geht. Also, das heißt: Ihr müsst schon investieren, dann müsst ihr schon entscheiden, wie viel auf der Zeit. Und wenn es euch gelingt, ihr habt ja jetzt Zeit in dieser Region, dass niemand hier in dieser Region daran vorbeigeht, ohne zu wissen: Es gibt hier in diesen Tagen, Ende Juni, Anfang Juli, das Hoffnungsfest.
So, dann fragen die Leute im Büro: Was ist denn das da für eine Firma? Wer macht denn das? Welche Sekten sind denn da wieder unterwegs? Und dann kann jeder sich outen und sagen: Hallo, ich könnte dir einen Tipp geben, ich gehöre auch zu einer von denen. Ich könnte dir auch sagen, was da los ist. So, dann hast du Anstöße für Gespräche.
Also bitte, ich flehe euch an: Glaubt einem alten Mann, der sich die Nase blutig gehauen hat im Dienst der Evangelisation, dass persönliche und öffentliche Evangelisation überhaupt kein Entweder-oder ist. Die Leute kommen in die Veranstaltung trotz aller Werbung nur, wenn man sie persönlich mitbringt. Die Hemmschwelle ist viel zu groß. Wenn ihr einladet zu einer Veranstaltung, die kann in der Messe sein oder wo auch immer, sie entdecken eure christlichen Firmen. Und das hat für die normalen Deutschen auch im Schwaben- und Badener Land den Charme eines Königreichskongresses der Zeugen Jehovas. Da geht man nicht hin, das sind Sekten.
Wer Religion zum Thema macht, gilt in unserem Land als Sekte, und das ist bäh. Darüber redet man nicht aus dem Herzen, und damit belästigt man keine anderen. Es ist leider so. Wir können aber nur Menschen dienen, die es gibt, und nicht solchen, die wir uns wünschen. Und die Leute ticken, wie sie ticken, und so lieben wir sie, und so dienen wir ihnen. Man kann sie aber auch verstehen und kann ihnen so dienen, dass es.
Prozess und Ereignis als zusammengehörige Wege
So, was ist denn? Schlussbemerkung noch ein falsches Entweder-oder: Prozess oder Ereignis.
Ach, was habe ich das? Das musste ich in meiner Kirche immer durchbeten. Als sie heute gesagt haben: Also ihr Evangelisten, ihr glaubt immer, dass das von null auf hundert geht und dass die Leute entscheiden, dann machst du einen Aufruf zum Kreuz. Ich weiß gar nicht, was ihr da vorhabt, wie das da laufen soll. Aber jedenfalls: Ich hatte immer so eine Einladung gegeben, irgendwo, wenn die Veranstaltungen größer waren. Und dann kommen die Leute und kommen nicht. Und wenn sie nicht kommen, man kann ja auch ein Bitten ablehnen. Es ist ja normal, das muss man ja in Kauf nehmen. Wir sammeln ja keine Scalpe, es ist ja kein Erfolgsdruck drauf, sondern wir machen ein Angebot. Wer es als Hilfe annimmt, der macht es, und wer nicht, der nicht.
Aber manche Christen kriegen da schwüle Hände, feuchte Hände und roten Kopf und denken: Alles wahnsinnig peinlich. Dabei ist da nichts dabei, weil alle sich freuen, wenn jemand sich outet und sagt, man outet sich heute. Das gehört in unserer Gesellschaft dazu. Wenn einem etwas wichtig ist, outet man sich. So what?
Wenn einer einem sagt: Ich möchte dich einladen, ein Ja zu Jesus zu sagen, weil du kapiert hast, der ist vertrauenswürdig, dann sage ich dir: Wenn du möchtest und wenn es dir hilft, dann schick es auf und tritt hier hin. Ich bete mit dir zusammen. Vor Zeugen. Sonst machst du ja auch alle wichtigen Dinge im Leben vor Zeugen. Wenn einer ein Grundstück kauft, geht er zum Notar. Wenn er heiratet, wenn er noch heiratet, geht er zum Standesamt. Das ist eine wichtige Entscheidung. Die machen wir vor Zeugen, mit offizieller Beständigkeit, weil wir wollen, dass das Folgen hat. Das ist das ganz normale Leben.
So, und wir wollen ja nicht nur Denkanstöße geben und so ein bisschen im Gefühlsgeschäft unterwegs sein, sondern wir möchten sagen, dass ein Mensch zu Jesus kommt, das Leben neu empfängt, ihn als Herrn anerkennt, ihm nachfolgt. Und das hat natürlich Folgen für all die Beziehungen: zum Geld und zu den Nachbarn, zur Familie. Und es ist doch gut, dass die alle wissen: Aha, hier fängt jetzt etwas Neues an. Also nichts Geheimliches.
So, und natürlich ist das bei jedem Menschen ein Prozess. Habe ich neulich wieder gesehen. Es wäre Unsinn, Leute zur Entscheidung zu rufen, weil festgestellt worden wäre, man brauche 62 Kontakte, damit sie darauf kommen. Ich glaube, jeder Mensch braucht hunderte von Kontakten. Also wenn ich irgendwo gepredigt habe und eingeladen habe, jetzt heute Abend ein Ja zu Jesus zu sagen, dann bin ich immer davon ausgegangen, dass alle, die da sind, schon eine lebenslange Geschichte mit Jesus haben. Jesus hat auf x Weise versucht, sie zu erreichen, durch andere Menschen. Manche sind in christlichen Familien geboren und sind immer damit vertraut, andere haben Kollegen gehabt. Also ich kenne die Geschichten meist nicht, aber ich gehe immer davon aus: Jeder hat schon eine ganz lange Geschichte mit dem christlichen Glauben.
Und das ist so wie Zeugung und Schwangerschaft, nicht? Das ist ja Geburt. Eine Geburt ist ein tolles Ereignis. Aber niemand würde auf die Idee kommen zu sagen: Vorher und nachher ist nichts wichtig. Jeder weiß, eine Geburt muss eine lange Vorgeschichte haben. Zwei Menschen lernen sich lieben, es gibt Zeugung, es gibt eine Schwangerschaft und es gibt eine Geburt. Aber ich habe noch nie eine Familie erlebt, die gesagt hat: Die Geburt ist ja nicht so wichtig, das ist ja ein Prozess. Wir laden jetzt einen zu Kaffee und Kuchen zum Prozess. Geburtsanzeigen und so kriegen Geburten zum Ereignis.
Also diese Alternative: Natürlich alles, und nachher geht es ja erst richtig weiter. Ich meine, wenn man geboren ist, ist das ja ein tolles Fest. Wir feiern das als ein Riesenfest. Und ich sehe das in der eigenen Verwandtschaft, wie Väter ausflippen, selbst Väter ausflippen, wenn sie ein Neugeborenes sehen. Was feiern sie da? Und natürlich wissen sie: Jetzt kommt das Entscheidende, dass es wächst und sich entwickelt. Es braucht jetzt die richtige Nahrung und die richtige Entwicklung und und und. Und es ist ein endloser Prozess. Das ganze Leben ist ein Prozess. Und trotzdem feiern wir bestimmte wichtige Ereignisse in diesem Prozess als einschneidend, als wichtig.
Und habt doch da keine Bedenken. Lasst doch die Leute, wenn sie dann hungrig sind und gehört haben, wer Jesus ist, dann schafft doch auch Möglichkeiten. Es gibt so viele verschiedene. Da gibt es kein Schema. Irgendeine Möglichkeit, dass Leute nicht allein nach Hause geschickt werden mit dem, was jetzt in ihrem Herzen angerührt ist, sondern gebt ihnen eine Möglichkeit, wo sie einen Knopf dran machen können, mit irgendjemandem als Zeugen beten können, sprechen können, Beratungen und Fragen loswerden können und sagen, unter Zeugen: Von jetzt an will ich Jesus folgen.
Wie sie es machen, werden sie ihren Weg finden. Da müssen sie auch einig sein. Da gibt es nicht nur eine Methode. Da bin ich ein strikter Feind. Ich war immer so traurig darüber, dass manche, die im Evangelisationsbusiness unterwegs sind, andere Methoden schlecht machen, um ihre eigenen rauszuputzen. Nein, das hat eigentlich niemand nötig. Seid eures Weges gewiss, überlegt, was ist, aber macht nicht Kraut und Rüben durcheinander. Die Leute müssen auch wissen, wo sie dran sind. Macht ein Angebot, dass man nicht, wenn er zehn Angebote macht, dann haben die Leute Spaghetti im Gehirn. Das überfordert sowieso alles schon so.
Macht ein klares Angebot und bietet euch persönlich an, jedermann Hilfe zu geben, der jetzt reif ist für eine Entscheidung für Jesus und wo dieser Durchbruch passiert und die Entscheidung: Herr, ich danke dir, dass du am Kreuz für mich gestorben und auferstanden bist. Ich bekenne dir meine Sünden, und mein ganzes Leben, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft soll dir gehören. Ich will dir vertrauen, du sollst mein Herr sein, lehre mich deine Wege. Amen.
Das ist doch mal eine Entscheidung, und wenn der Zeugen gefällt, dann kann es losgehen. Also keine falschen Entscheidungen, weder Worte oder Taten, nicht persönlich oder öffentlich und auch nicht Prozess oder Ereignis, sondern wir sind beides miteinander.
Gebet und Schlusssegen
Erlauben Sie mir, dass ich mit Ihnen noch bete.
Ich danke dir, Herr, für diese Gemeinden und auch für ihre Bereitschaft, dir zu dienen, auch im Feld der Evangelisation. Es ist gut zu wissen, dass du hier in dieser Region eine Geschichte hast, dass du schon über viele, viele Jahre Menschen angerührt und berufen hast, dir zu folgen. Und ich danke dir für all die, die in Treue durch gute und schwere Zeiten mit ihrem Leben und Reden dich geehrt haben.
Wir sehen, wie es jetzt wächst. Lass die Gemeinden zusammenfinden, die ein Herz haben. Zünde sie weiter an mit deiner Liebe. Lass uns teilhaben an deiner Barmherzigkeit für die Menschen in unserem Land.
Ach, du hast keinen einzigen vergessen, obwohl du siehst, wie sie dich vergessen haben. Und jetzt bestätige den Dienst. Gib allen die Verantwortung. Gib uns in den Gemeinden Weisheit und großes Vertrauen zueinander. Und wenn du es willst, dann kannst du auch noch andere Gemeinden hinzufügen, damit die Gemeinschaft wächst.
Dann lass uns erfahren, was wir durch die Jahrhunderte in deinem Volk erfahren haben: Du hörst Gebet. Dich preisen wir. Amen.
Der Herr sei mit euch.
