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2. Mose 14,1-804.05.1986
Wenn du am Ende stehst und keinen Weg siehst: Bleib nicht in der Angst stehen. Die Frage ist nicht, wie du da rauskommst – sondern ob du ihm heute vertraust.

Die Lage am Meer und die erste Angst

 2. Mose 14,10-18
Als das Volk Israel aus Ägypten ausgezogen war, standen die Israeliten am Ufer des Roten Meeres. Es gab dort keinen Weg, denn es war eine sehr breite Meeresbucht, die man nicht einfach überqueren konnte.
Als der Pharao nahe herankam, hoben die Israeliten ihre Augen auf. Sie sahen, dass die Ägypter hinter ihnen herzogen, und fürchteten sich sehr. Da schrien sie zu dem Herrn und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, dass du uns wegführen musstest, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten geführt hast? Haben wir es dir nicht schon in Ägypten gesagt: Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.
Da sprach Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht, steht fest und seht zu, was für ein Heil der Herr heute an euch tun wird. Denn wie ihr die Ägypter heute seht, werdet ihr sie niemals wiedersehen. Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.
Und der Herr sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sage den Israeliten, dass sie weiterziehen. Du aber hebe deinen Stab auf und strecke deine Hand über das Meer und teile es mitten durch, sodass die Israeliten auf dem Trockenen mitten durch das Meer gehen. Siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, dass sie hinter euch herziehen. Und ich will meine Herrlichkeit erweisen an dem Pharao und an all seiner Macht, an seinen Wagen und Männern. Die Ägypter sollen innewerden, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Herrlichkeit erweise an dem Pharao, an seinen Wagen und Männern.

Wenn Dunkelheit den Weg nimmt

In unseren Jugendgruppen gehört es natürlich zu den Höhepunkten, wenn ein Nachtgeländespiel angesetzt ist. Da werden schon Tage vorher Pläne geschmiedet, und es wird groß getönt, was da alles laufen wird. Ich weiß nicht, ob sie sich noch erinnern: Doch, mal nachgelingt das Spiel gemacht, woher ganz große Worte im Munde geführt wurden. Und dann, als man hinausgezogen ist mit Funzeln, Taschenlampen, war das immer noch so. Einer hat den anderen mit wackeren Sprüchen übertroffen: Ich habe bestimmt keine Angst, und: Ich erlebe alles, ich schlage alle. Aber wenn man dann am stockdunklen, pechschwarzen Tannenwald steht, der Mond sich schaurig in den Wolken versteckt, um das Trauerspiel nicht angucken zu müssen, wie die Knie schlottern, klirren, verschlossen sind, und man dann anfangen will, durch den Wald zu gehen, das wäre ja alles nicht so schlimm, wenn es nicht so blöd knacken würde.
Was knackt denn da bloß? Und da raschelt etwas. Es wird doch keine Maus sein? Auf jeden Fall: Angst macht sich breit. Man sieht ja seinen Weg nicht. Und dann kann man sich im Wald ja irgendwo mit einem Ast gegen den Kopf schlagen. Stellen Sie sich mal vor, was da passieren kann. Und da kann man in den Graben fallen. Unausdenkbar, was Schreckliches alles passieren kann. Jedenfalls: Man steht voller Angst am Start.
So ist es dann plötzlich, wenn man draußen ist und die Taschenlampen verlöschen. Das ist ein Spiel, ein schönes Spiel, über das man besser nicht berichten soll, weil es peinlich ist, wie viele der jungen Leute plötzlich nachher keinen Schritt in den Wald hineingehen, sondern sagen: Ich habe mir den Fuß verstaucht, ich bleibe lieber außen, und: Ich habe zu gute Kleidung an, und ähnliche Gründe.
Aber im Leben ist es kein Spiel. Ich denke, bei vielen von ihnen ist das grausame Realität. Sie müssen durch den dunklen Wald, und sie sehen keinen Meter mehr, wo sie gehen können. Da ist kein Licht mehr und keine Markierung. Sie wissen nicht, was aus dem Dunkeln plötzlich ihnen ins Gesicht fährt, wer ihnen nachstellt, wo eine Falle ist und wo man plötzlich stolpert. Das bedrückt mich immer wieder, wenn ich das weiß von manchen Erzählungen von ihnen, welch schwere Lebenswege sie haben.
Oder bin ich froh, dass in der Bibel das Ganze ähnlich beschrieben ist. Wie die Israeliten jahrhundertelang unter Fronherrschaft der Ägypter leben müssen, haben sie noch gar nicht mitgemacht. Wenn sie einer jeden Tag bloß kommandiert und das Letzte rauspresst, wenn sie nach vierzehn Stunden abends müde nach Hause kommen, dann brüllt er immer noch, was sie nicht recht gemacht haben, und will noch mehr von ihnen haben. Und das halten sie nicht nur durch, die Kraft reicht schon lange nicht mehr. Sie können nicht mal mehr die Faust ballen im Zorn. Und dann kommt die Hoffnung, dass Gott sie in das Land der Freiheit führt.
Das Kind erschrickt man nicht, also mit furchtbar leid, nicht dass das Kind psychischen Schaden kriegt. Aber drüben sind auch die Übertragungen frei, dürfen sie aber auch gerne hier lassen, bloß wenn es nicht das Kind schaden kriegt durch meine Stimme. Das werden wir. Und dann ziehen sie endlich los bei der Nacht. Sie haben dort noch das Passauer miteinander gefeiert und laufen durch die Nacht. Endlich werden wir die Ruhe bekommen, und sie kriegen keine Ruhe.
Auch das Leben der gläubigen Christen ist voller Spannung, voller Aufregung, voller schwerer Erfahrungen. Sie stehen plötzlich dort am Roten Meer, und sie wissen nicht, wie man da durchkommen soll. Das sind Glaubensproben, wo man erschüttert ist. Und da fragt man sich: Warum muss ich denn gerade so schwer durch? Und hinter ihnen, wenn sie sich umdrehen, sehen sie schon die Staubwolken der durch die Wüste hereinbrechenden Streitwagen der pharaonischen ägyptischen Armee. Und sie wissen, was das bedeutet: ein sätzliches Blutbad. Die werden sich rächen, nachdem wir aufgebrochen sind.

Drei Zusagen für die Stunde der Bedrängnis

Ich will Ihnen drei wichtige Erfahrungen mitgeben über diese Geschichte.
Du bist nie allein. Du bist nie allein, richtig. Wir sind ja nie allein. Wir haben immer wieder Leute um uns her, oft zu viele, sodass wir kaum zur Stille kommen. Aber das meine ich gar nicht. Bei Ihnen kann das ganze Haus oder die Wohnung voller Menschen sein, um Sie können laufend Menschen herumreden und reden, aber Sie sind doch allein. Weil Sie niemanden haben, mit dem Sie reden können über die große Not, die Sie nicht mehr meistern, über die ausweglose Lage, in der Sie sich gerade befinden. Niemand haben Sie. Wenn Sie mit Menschen darüber reden, werden Sie immer entdecken: Sie kriegen häufig keine große Hilfe. Mal päppelt Sie einer auf, mal muntert Sie einer auf. Wenn Sie einem anderen einen Dienst tun wollen, dann sagen Sie ihm ein Wort vom lebendigen Gott. Wenn Sie einen Besuch machen, wenn Sie mit verzweifelten Menschen reden, dann sagen Sie ihnen ein Wort von Gott. Wenn Sie mit schwermütigen Menschen reden, sagen Sie ihnen ein Wort von Gott.
Das Schlimmste ist heute, dass die Christen oft gar nicht wissen, dass sie durch den Schlüssel haben, mit dem man das ganze verworrene Stück da aufschließen kann, wo der Weg wieder frei wird. Das ist so toll bei Mose: Fürchtet euch nicht, steht fest und schaut zu, was für ein Heil der Herr an euch tun wird. Ihr seid doch gar nicht allein da, jetzt in dieser schwierigen Lage vor dem Meer, und da hinten kommen die Feinde, die euch nach dem Leben trachten. Schon da ist bei euch der Herr.
Ich weiß nicht, ob wir das richtig in unserem Glaubensleben einmal umsetzen können, praktizieren. Das ist bei uns so eingefleischt, dass wir immer wieder weiter drohen in einer gewissen mythischen Art unseres Glaubenslebens. Und dann müssen wir hindurch, wieder durch diese schweren Anfechtungen, wo der Glaube ganz neu gefunden wird. Wie viele darüber spotten und lachen uns eigentlich, dass dein ganzer Glaube, dass du von Jesus redest. Ja, was denn sonst? Welchen großen Satz wollte ich denn sprechen, wenn nicht den allergrößten: Ich steh in meines Herrn Hand und will drin stehen bleiben.
Wenn Sie das nicht in jeder Stunde Ihres Lebens sagen können, sind Sie arm. Denn diese Christen glauben der Luft da herrscht da. Wenn wir Jesus sagen, dann wissen wir doch: Der, der alle Macht im Himmel und auf Erden, der die Schlüssel der Hölle und des Todes hat, dem nichts unmöglich ist, der mein Leben völlig neu machen kann. Der Herr ist da. Das ist immer für mich ein großer Augenblick.
Leider ist das selten, wenn Leute mir sagen, dass sie jetzt ins Krankenhaus kommen. Ich halte das für einen ganz wichtigen Augenblick. Die ersten Stunden, oft auch noch vor der Operation, wenn man in diesen kalten weißen Zimmern liegt mit den blank polierten Bettrahmen und Chromgestellen und dann noch die letzten Untersuchungen gemacht werden, dass man dann betet und sagt: Jetzt ist Jesus da. Und wo das in Ihrem Leben ist, in jeder Lage: Jetzt ist er da. Das ist seine Sache, wo er wirken will.
Man muss schon fragen: Warum lässt denn Gott manchmal seine Leute so in die Engpässe kommen? War das nicht schon genug, was die Israeliten durchlitten haben dort in Ägypten? Noch nicht gestrichen voll? Es könnte ja fast so scheinen, wie wenn Gott zynisch mit uns umspringen will, wollte er uns noch mehr leiden lassen. Aber das stimmt ja gar nicht. Das, was er geschehen lässt, dient unserer Reifung. Und in unserem Glauben finden sich plötzlich doch wieder solche Sätze: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Und das stimmt nicht.
Helfen Sie sich doch, können Sie mir helfen, solange Sie wollen. Aber Sie werden doch merken, dass in den einzelnen Proben die Aufgaben ja so unermesslich groß sind, die Meister ja gar nicht. Ich stecke dauernd in Aufgaben, die ich gar nicht lösen kann. Und wenn ich bloß anfangen wollte, mein eigenes Leben zu verbessern, muss ich schon die Waffen strecken. Werden Sie eigentlich mit Ihrem trotzigen Herzen fertig? Sagen Sie: Ich nie. Wenn ich gegen meine Versuchungen kämpfe, da bin ich doch schon wehrlos. Fängt schon bei mir in meinem eigenen Leben an. Wenn ich versuche, den Teufel zu besiegen, kriege ich ihn nicht einmal fertig.
Darum lässt uns der Herr diese großen Nöte kommen, damit der Schatz des Glaubens sich nicht bei uns, sondern eher darin zeigt: Er wird für euch streiten, und ihr werdet still sein. Du bist nicht allein, und daher muss das Kommando haben. Jetzt leg alles wieder ganz getrost und ruhig in seine Hand und lass ihn machen. Er führt alles wunderbar und gut und schön zu Ende. Du bist nicht allein, aber er will jetzt bestimmen und führen in dieser Stunde, wo wir nicht weiter wissen.

Standhalten, wenn alles wankt

Das zweite steht fest. Dann ist das immer gut gemeint, wenn einer so einen Rat gibt: Stehe fest.
Die letzte Woche hat mich doch überrascht, wie in kurzer Zeit durch die Medien das so weit geht, dass die Leute kaum mehr wagen, ein Glas Milch zu trinken oder Rettich aus dem Garten zu holen. Ist das die Welt, in der wir leben? Oder ist das eigentlich ein Witz? Aber es kann ja über Nacht leicht anders kommen, dass die Welt, die uns so sicher scheint, der wir es bequem gemacht haben, die Welt, in der wir leben, durch den großen Reichtum an Gütern, die wir haben, sind wir ja alle seine Bürger dieser Welt geworden.
Als diese Welt plötzlich anfängt zu beben: Stehe fest! Wenn das ja ganz toll wäre, wenn die Christen gerade in solchen Zeiten, wo unsere Mitmenschen anfangen, fast ein wenig hysterisch zu reagieren, wenn sie dann fest stehen und sagen: Ich habe keine Sorgen, ich bin ganz ruhig, mir fällt kein Haar vom Haupt. Und um Gottes willen: Wie kann man so feststehen, wenn die Knie schlottern? Geht das ja nicht. Und wenn der Puls ganz hochgeht vor Angst, geht das ja auch nicht. Stehe fest!
Wir haben ja heute die Konfirmation gefeiert, und wenn da die jungen Männer und Mädchen heute Morgen hervorgetreten sind, was heißt denn da Befestigung? Sind das vielleicht dann diese Sätze, die sie gelernt haben? Und ich bin froh, dass sie wenigstens ein ganz, ganz kleines, dünnes Gerippe des christlichen Glaubens memoriert haben. Aber das ist auch nicht die Befestigung. Das kann ja alles plötzlich zur Fett daliegen und nichts mehr bedeuten.
Ich war froh, dass ich das vorher nicht bloß den Konfirmanden noch einmal sagen konnte, sondern den vielen Festgästen. Ihr Christentum ist vielleicht wie ein Spray: ein paar Stunden ein angenehmer Duft. Aber wenn sie keine feste Beziehung mit Jesus haben, dann ist das dumm, leer, eine Seifenblase.
Dann habe ich genau in der Bewährungsprobe meines Lebens gar nicht so oft, dass ich mich gründen kann. Es gibt erschütternde Erlebnisse in unserem Dienst, immer wieder, wenn wir Menschen begleiten auf dem letzten Lebensweg. Und dann passiert das noch auf dem Delirium, auf der Intensivstation, wenn die Gedanken schon schwinden, dass einer noch einmal die Augen aufmacht und sagt: Was ist mit meinem Sparbuch? Meine Schwägerin nimmt mir alles weg. Passen Sie auf, und ich brauche ein neues Passwort.
Ist das unsere Sicherheit? Sind Sie noch drin in den Auseinandersetzungen, die Sie haben mit Menschen, in den Spannungen, in denen Sie leben? Oder gründen Sie sich ganz fest auf den lebendigen Herrn Jesus? Steht fest! Steht fest!
Das kann der tun, der die Hand Jesu fasst und sagt: Ich will dich fassen. Und dann warte ich nicht. Dann weiß ich, dass ich nicht untergehen werde, auch wenn unter mir alles bebt und wackelt. Ich bin fest.
Oder noch viel schöner, als die Israeliten damals erlebt haben, wo das Meer war und sie wissen: Wenn die Wolkensäule vorausgeht und die Feuersäule bei der Nacht, dann ist für mich ein Weg, auf dem ich gehen kann. Und diese Welt, so erschreckend und unheimlich sie manchmal scheinen mag, ist doch eine Welt, durch die ich gehen kann, weil Jesus vorangegangen ist, sogar durch Leiden. Und ich darf ihm hinterhergehen und seine Hand ganz fest fassen.
So steht fest. Und ich weiß es, dass er mich hält, dass er mich nicht loslässt. Ich freue mich, dass viele immer wieder sagen, dass auch sie dieses Lied so gerne singen: Stark ist meine Hand, und er wird mich ewig fassen. Er hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen.
Meinen Sie nicht, das wäre eine Kindertheologie? Im Gegenteil: Jesus hat die Kinder höher gepriesen als die großen Denker der damaligen Zeit. Das ist eine Theologie, die die Welt überwindet, wenn Sie wissen: Die Hand Jesu lässt mich nicht los. Und das kann mich niemand mehr aus der Hand reißen, weil er für mich starb, weil er für meine Sünden bezahlt hat, weil er mich erlöst hat, weil ich ihm gehöre.

Mut zum Gehen im Vertrauen

Jetzt ist in den letzten Wochen ja wieder bei den schrecklichen Stürmen im Wald allerhand umgefallen. Und wenn Sie bei Ihrem Spaziergang einmal die Bäume ansehen, das waren ja meist Bäume, auch wenn sie schon viele Jahre auf dem Buckel hatten, die nur ein dünnes Wurzelwerk im Boden hatten, da wundert es einen nicht, dass die umgekippt sind, wenn der Sturm dagegen drückt.
Und dann schauen Sie mal die dicke Eiche an, wie die steht, und den Stamm. Da müssen Sie fast mal nachts in einem solchen Gewittersturm hinstellen und Ihre Hand hinfassen, und da merken Sie: Der Stamm, der wackelt gar nicht. Der ist so im Boden verankert.
So muss man mit Jesus verbunden sein, in einem Liebes- und Vertrauensverhältnis. Ich habe neulich eine Fernsehsendung für Kinder gesehen. Den Glauben ging es, und sie sich schließlich geeinigt haben: Man muss nur glauben, was man glaubt. Der eine glaubt an seinen Buddha, und der andere glaubt an den Zufall. Der Glaube ist so stark, dass der Glaube also ein Erleben lässt, das Heidentum.
Glaube ist doch nicht mein. Die Bibel meinen mit Glauben was ganz anderes. Glauben ist das fassende Händchen, so das Verwurzeltsein in seinem Wort, das mit ihm Leben, das Vertrauensverhältnis der Liebe, das da ist und den ganzen Tag durchzieht. Und dann stehen wir fest in den Spannungen und Belastungen unseres Lebens und gehen fröhlich unseren Weg.
Das ist das Dritte: Geh fröhlich weiter. Geht fröhlich weiter. Es war ja schon ein schwieriger Schritt, als sie dort standen im Wasser und nicht wussten, wohin. Der Musik sagt: Geht mal auf das Wasser zu. Das Wasser, das wird schon vor euch weggehen. Also ich hätte gesagt: Ich will zuerst mal sehen.
Sie sind auch so ein Mensch der Welt. Wir wollen zuerst Beweis sehen, dann glauben wir. Und Gottes gesagt: Dann umgekehrt. Geh, und dann wirst du sehen. Geh, dann wirst du sehen. Und darum möchte ich Sie von diesem Gottesdienst wegschicken mit dem Auftrag: Jetzt gehen Sie doch drauf zu, vor dem, was Sie so schreckt. Wenn Sie mutig und unerschrocken sind, wenn kurz Sie sind, dann können Sie hindurch. Es wird zu schwer nicht sein. Sie werden nicht darin ertrinken, auch wenn die Angst Sie noch umtreibt.
Aber Sie dürfen die Angst im Glauben weglegen und dann sagen: Herr, ich bin dahin, und den Weg weißt du mir. Und ich kann fröhlich und ohne Angst meine Straße ziehen. Du wirst mich durch die Fluten tragen. Sie können nicht über mein Haupt hinweggehen. Und ich bin gespannt, Herr, wie du das machst bei mir, wie du für mich streitest. Und ich werde stille sein.
Ich glaube, dass das nicht bloß eine Bedeutung hat für die unter uns, die vor schweren, kritischen Lebensabschnitten stehen, sondern ich denke, dass auch viele Christen längst in ihrem Glauben keinen Mut mehr haben, wenn sie sehen, wie die Sünde in ihrem Leben Raum greift, sie immer schwächer werden, dagegen nicht angehen können. Und dann darf ich hinblicken und sagen: Du, Herr, streitest für mich. Du hast schon gestritten für mich. Ich weiß das ganz fest, dass ich dir gehören. Und gehe ich meinen Weg.
Und Sie können Wunder erleben, lauter Wunder, dass Gott Unmögliches möglich macht, nur um seine Leute durch die Fluten zu führen. Das wissen Sie schon lange, und Sie dürfen es auch in den nächsten Tagen wieder erleben, dass Sie überwältigt sind und sagen: Ich habe gar nicht mehr gewusst, wie groß mein Herr ist und wie wunderbar er mich führt.
Hören Sie doch dieses Wort und lassen Sie es weiterklingen in Ihrem Kampf der kommenden Woche: Fürchtet euch nicht, steht fest und schaut zu, was für ein Heil der Herr unter euch tun wird. Heute.