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ERlebt

Kurzzeiteinsatz: Die beste Zeit deines Lebens?
EventTeil 19 / 21Jugendkonferenz für Weltmission 2023

Die Suche nach der besten Zeit im Leben

Die beste Zeit meines Lebens – überlege mal kurz: Wenn ich dich jetzt frage, was bisher die beste Zeit deines Lebens war, was fällt dir da ein? Was ist das? Vielleicht die beste Freizeit im letzten Sommer, vorletzten Sommer oder dein aktuelles Leben. Je nachdem, in welcher Lebensphase du bist, denkst du vielleicht schnell daran. Vielleicht gefällt dir auch die Zeit in der Schule besonders gut.
Was ist denn bis jetzt die beste Zeit deines Lebens gewesen?
Ein Kurzeinsatz kann die beste Zeit deines Lebens sein. Das ist zwar nicht garantiert, aber die Chancen stehen gut. Ich möchte dazu ein paar Gedanken teilen und nehme es ein bisschen vorweg: Einen Kurzeinsatz zu machen, ist oft eine Chance, eine beste Zeit zu erleben. Es sind ein Jahr oder einige Monate, in denen Jesus dabei ist. Er ist nicht nur irgendwie nebenher dabei oder läuft hinterher, wie es oft so ist – auch in meinem Leben. Nein, er ist voll dabei.
Wir versuchen manchmal, das Beste aus unserem Leben herauszuholen. Das sagt uns ja auch die Werbung: Wir müssen das Beste rausholen, um das Beste zu erreichen. Was tun wir dafür? Wir achten darauf, dass wir gut aussehen. Bei meinen Haaren kann ich nicht mehr viel machen, aber bei euch geht das noch besser. Oder wir versuchen, die richtigen Dinge zu haben oder in den richtigen Urlaub zu fahren, um das Richtige zu erleben und das Beste aus unserem Leben herauszuholen.
Freundschaften zu schließen, Liebesbeziehungen zu führen – das ist cool, das ist genial. Und irgendwo gehört dazu auch Jesus. Vielleicht wisst ihr das, aber Jesus will nicht nur eine von vielen Optionen sein. Er will im Zentrum stehen. Er will bei allem dabei sein, was wir machen.
Mir geht es oft so: Obwohl ich weiß, dass es richtig ist, ist es oft nicht so.

Jesus und die Berufung der Jünger

Zur Zeitenwende, vor 2000 Jahren, gab es zwölf junge Männer, die ebenfalls das erleben wollten, was Jesus verkündete. Sie wollten das Beste aus ihrem Leben machen. Was haben sie getan? Sie wurden von Jesus berufen, seine Jünger, seine Nachfolger zu werden. Für sie war klar: Mit Jesus unterwegs zu sein, ist das Beste, was wir für unser Leben tun können.
Jesus traute ihnen zu, dass sie das schaffen würden. Sie gingen mit dem Rabbi Jesus, und wenn er sagte, dass sie theologisch etwas lernen und weitergeben könnten, war das damals eine großartige Perspektive. Deshalb folgten die zwölf Jünger ihm. Vielleicht kennt ihr Leute, die Theologie studiert haben oder es sogar selbst vorhaben. Das ist eine tolle Sache. Vielleicht gehörst du aber auch zu denen, die denken, das sei nur etwas für besondere Menschen, nicht für „normale“ Leute.
Schon damals gab es bei Jesus nicht nur die zwölf Jünger. Es gab auch andere, die Jesus nachfolgten, weil sie mehr aus ihrem Leben machen wollten. Sie sagten: Jesus hat etwas, das uns interessiert. Deshalb folgten sie ihm.
Es gibt eine Begebenheit, die zeigt, dass Jesus nicht nur die zwölf Jünger hatte, sondern noch viele weitere. Ich lese euch dazu zwei Verse vor, die das verdeutlichen. In Lukas 10 heißt es: Jesus wählte 72 – manche Übersetzungen sagen siebzig – weitere Jünger aus und schickte sie immer zu zweit in Städte und Dörfer, die er später selbst besuchen wollte.
Er sagte zu ihnen: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er mehr Arbeiter aussende, die seine Ernte einbringen.“
Es gab also nicht nur die zwölf hauptamtlichen Jünger, sondern mindestens 72 weitere, die einen kürzeren Einsatz hatten. Jesus berief sie und sagte: „Ihr zwei, geht in diese Städte und Dörfer, wohin ich später selbst gehen werde.“
Man kann sich das vorstellen wie einen Vorbereitungstrupp, ein Evangelisationsvorbereitungsteam, wie man heute sagen würde. Jesus schickte sie dorthin, um den Weg vorzubereiten.
Stell dir vor, du bist einer von denen. Du folgst Jesus nach und sagst: „Ja, ich will auch hören, Jesus.“ Und dann sagt er zu dir: „Du und ein anderer, ihr geht jetzt dorthin.“
Wir wissen nicht genau, wie lange dieser Einsatz dauerte. Waren es ein paar Tage, ein paar Wochen? Wahrscheinlich nicht sehr lange, vielleicht nur ein Tag. Aber auf jeden Fall gingen sie los, weil Jesus sie dorthin schickte.

Die Bedeutung eines Kurzeinsatzes

Wenn du eine gute Zeit in deinem Leben haben möchtest und das Beste aus deinem Leben herausholen willst, würdest du dann zustimmen, dabei zu sein? Irgendwie ja, aber vielleicht auch zögerlich. Man weiß ja nicht genau, ob es sich lohnt und was es eigentlich ausmacht.
Doch es ist doch genial, bei Jesus zu sein, ihm zuzuhören und dann von ihm ausgesandt zu werden. Plötzlich sind sie selbst aktiv dabei. Sie waren Zuhörer, Gottesdienstteilnehmer, und auf einmal ist es an der Zeit, für sie loszugehen, hinauszugehen. Jesus schickt sie hinaus.
Vor vielen Jahren, als ich selbst noch jung war, mit 19, war ich auch bei einem Kurzeinsatz dabei. Ich war draußen, weil ich dachte, das ist eine super Möglichkeit. Ich habe mich beworben, meine Ausbildung abgeschlossen und gesagt: Jawohl, das mache ich. Dann bin ich in den Einsatz gegangen. Meine Eltern haben mich motiviert, ich hatte ein wenig Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit, und ich dachte, das bringe ich dort ein. Und genau das habe ich gemacht.
Es war ein gutes Jahr. Ich weiß nicht, ob ich heute noch sagen würde, es war das beste Jahr meines Lebens, aber definitiv eines meiner besten Jahre. Ich habe eine andere Kultur kennengelernt und bin hinausgegangen.
Wie war das bei diesen 70 oder 72? Sie haben sich nicht beworben. Jesus hat sie ein bisschen überrascht. Ich stelle mir vor, sie dachten, sie hören nur ein bisschen zu, und auf einmal sagt Jesus: „Nein, du bist jetzt auch dran. Willst du mitgehen?“ Vielleicht haben auch einige gesagt: „Nein, lieber nicht, ich bin zu alt“, oder „Ich muss noch die Schule fertig machen“, oder „Ich möchte lieber gleich studieren.“ Ob es solche Ausreden gab, weiß ich nicht.
Auf jeden Fall sind 72 losgezogen. Jesus hat 72 ausgesandt, und sie sind in den Einsatz gegangen.

Jesus im Zentrum des Lebens

Ist Jesus das Wichtigste für dich?
War Jesus für mich vor meinem Einsatz das Wichtigste? Ja, er war mir vorher wichtig, aber ich würde sagen, nach dem Einsatz war mir Jesus noch wichtiger als zuvor. In diesem Einsatz habe ich meinen Fokus ganz auf Gott gesetzt. Ich hatte mehr Zeit, konnte mehr in der Bibel lesen und habe das Leben anderer Missionare kennengelernt – wie sie gelebt haben. Ich habe mich für Jesus eingesetzt. Deshalb waren das besondere Monate für mich, die sehr prägend waren. Sie gehören zu den besten meines Lebens.
Interessant ist, dass Jesus im zweiten Vers zu denen, die er aussendet – vielleicht auch zu anderen – sagt, dass er für mehr Leute betet, für mehr Missionare. Und das sagt er gerade zu denen, die er eben erst ausgeschickt hat. Wir wissen nicht genau, warum Jesus das sagt, denn es wird nicht näher begründet.
Ich denke, eine Motivation könnte sein, dass er sagt: „Ihr macht jetzt einen Kurzeinsatz, und vielleicht wird das auch länger für euch.“ Für die meisten, die einen Kurzeinsatz machen, stellt sich die Frage: Sollte ich das vielleicht auch länger machen? Vielleicht ist eine längere Zeit in der Mission dran. Das ist eine Frage, die viele beschäftigt und auch damals ein Thema war.
Jesus stellt nicht infrage, dass es genug Leute gibt, die gehen. Er sagt nur, es sind nicht genug, die gehen. Er sagt nicht, ob die anderen nicht gehen, weil sie sich nicht zutrauen, oder weil Gott sie noch nicht berufen hat – das sagt er nicht. Aber er fordert dazu auf, mitzubeten, dass noch mehr Leute gehen.
Anscheinend gibt es auch einige, die es sich zu bequem gemacht haben und nicht gegangen sind, obwohl sie hätten gehen können.

Die Herausforderung der Zeitnutzung

Womit verbringst du deine Zeit? Was macht dein Leben aus? Natürlich gibt es Aufgaben: Du bist am Arbeiten, in der Schule oder am Studieren. Das braucht seine Zeit. Aber wie viel Zeit haben wir, und wie nutzen wir sie? Wie viel Zeit vergeuden wir? Ich möchte gar nicht darauf eingehen, was genau diese Zeitverschwendung ist – das kannst du vielleicht selbst sagen. Was ist es für dich?
Wie viel Zeit verbringst du damit, über theologische Wahrheiten zu streiten? Es ist gut, sich damit auseinanderzusetzen und zu ringen. Aber ist das immer das Wichtigste? Wie viel Zeit investierst du, um deiner Familie oder deinen Freunden zu gefallen, damit sie einen guten Eindruck von dir haben? Ist das alles, was Jesus von dir möchte? Oder geht es um etwas anderes?
Wir sind in vielen Dingen engagiert und investieren Zeit in viele Bereiche. Aber bekommt Jesus die Zeit, die er von dir möchte? Die Zeit, die er braucht? Die Zeit, die für dich gut ist?
Vielleicht stellst du dir die Frage: Bin ich überhaupt berufen? Wie ist das? Kurz gesagt bin ich der Meinung, dass man für einen Kurzeinsatz nicht unbedingt berufen sein muss. Wenn man den Rest seines Lebens hauptamtlich im Ausland oder Inland arbeitet, ist es gut, dass Gott dabei mit drin ist und man ihn fragt, ob es dran ist. Man muss nicht immer ein Zeichen vom Himmel bekommen. Ein Hinweis ist sicher hilfreich. Aber für einen Kurzeinsatz – wir leben heute in einer Welt, in der wir das ganz einfach machen können.
Deshalb würde ich sagen: Ja, mach es! Jesus hat auch die 72 einfach so berufen – vom Alltag weg, da wo sie herkamen.

Die Frage nach dem Lebensziel

Auf was willst du achten? Wie möchtest du die beste Zeit deines Lebens gestalten – im nächsten Jahr, in den kommenden Jahren? Was ist dir wirklich wichtig?
Ich stelle diese Frage immer wieder meinem Freiwilligen, mit dem ich seit einigen Jahren zu tun habe. Ich sage: Stell dir vor, dein sechzigster Geburtstag steht bevor. Für einen Zwanzigjährigen ist das noch weit entfernt. Was möchtest du, dass die Leute auf deiner Geburtstagsparty über dich sagen? Was würde dich freuen? Was sollen sie über dich und dein Leben in den vergangenen 40 Jahren erzählen?
Sollen sie sagen, du warst immer gesund? Das ist schön, aber nicht das, was ich als Zentrum hören möchte. Sollen sie sagen, du hast Karriere gemacht und deine Gaben genutzt? Das ist gut. Aber ist es besser, wenn du eine höhere Position erreicht hast oder finanziell das Beste aus deinem Leben gemacht hast?
Oder sollen sie sagen, dass du immer lieb warst, niemandem geschadet hast und stets nett warst? Ist das das Ziel? Oder würdest du dir eher wünschen, dass sie sagen: Du warst ein guter Freund, du hast deine Liebe zu Jesus weitergegeben. Man hat gemerkt, dass du mit Jesus lebst. Man konnte mit dir reden. Du hast in Wort und Tat ausgestrahlt, was du sein möchtest. Andere haben durch dich die gute Nachricht erfahren, weil du sie gesagt und gelebt hast.
Da ist oft eine Diskrepanz zwischen dem, was ich tue – ich spreche hier von mir – und dem, was ich eigentlich will. Vielleicht geht es dir auch so: Du sagst, ja, eigentlich will ich das, das wäre richtig. Aber die meiste Zeit meines Lebens setze ich mich für dies und jenes ein.
Was ist das Beste für dein Leben? Weißt du vielleicht, was gut für dich ist? Du solltest mehr dafür einsetzen, aber es bringt dich aus deiner Bequemlichkeit heraus. Vielleicht ist ein Einsatz für dich eine Möglichkeit, die beste Zeit deines Lebens zu erleben. Doch du brauchst diesen Schritt, du musst rausgehen. Ja, es ist ein Risiko.
Mir wird bewusst: Wir wollen heute ganz viel Risiko mit ganz viel Sicherheit verbinden. Wir möchten viele Computerspiele spielen, die viel Risiko simulieren, Autorennen fahren oder etwas Gefährliches erleben – aber im Endeffekt ist es ja nur digital. Denn wir wollen viel Sicherheit, besonders wir Deutschen. Menschen im Ausland sind da oft anders eingestellt, sie sind eher bereit, mehr Risiko einzugehen. Doch das Abenteuer ist das Interessante. Es gibt kein absolutes Abenteuer mit hundertprozentiger Sicherheit.
Deshalb ermutige ich dich: Lass dich mehr auf das Abenteuer ein, damit du die beste Zeit deines Lebens erfahren kannst. Das Abenteuer mit Jesus – nicht unbedingt schnelle Autos fahren oder Ähnliches, sondern das Abenteuer mit Jesus.
Lass dich darauf ein und gib ein Ja zu Jesus. Sag Ja: Ich will dir nachfolgen, ich will das auch machen, ich will mit dir gehen.

Die Bedeutung des Gebets und der Mission

Ich frage immer wieder zurück zum Thema Gebet, was hier gesagt wurde: Jesus sagt, betet, damit mehr Leute in die Mission gehen. Es geht nicht darum, dass Gott die Leute nicht hat, sondern darum, dass Gott die Leute berufen möchte und sie ein Ja dafür finden.
Wenn Jesus sagt, bete dafür, dann ist das ganz wichtig. Ich mache die Erfahrung, dass ich einige Jahre lang die Freiwilligen immer gefragt habe, wenn sie zurückkamen: Was war für dich das Wichtigste? Was hast du gelernt? Da wurden dann mehrere Dinge genannt. Für mich war damals überraschend – je länger ich es mache, desto klarer wird eine Antwort bei den Top-Antworten –, dass viele sagten: Ich habe neu gelernt zu beten.
Eigentlich denkt man, ja gut, zum Beten brauche ich ja nicht den Einsatz machen, das kann ich ja hier. Und das stimmt natürlich. Aber wenn ich rausgehe, dann wird mir das Gebet viel wichtiger. Das heißt, es geht nicht nur um dieses Jahr, sondern dieses Jahr oder diese Monate verändern mein Leben, verändern meine Einstellung zu Jesus, und deshalb ändert sich auch etwas.
Ein Jahr ins Ausland zu gehen, ist nicht nur für dieses eine Jahr gut, nach dem das Leben so weitergeht wie vorher, im Alltag, im Studium oder in der Ausbildung. Sondern es ist ein prägendes Jahr. Ich glaube, diese Prägung ist genial. Deshalb will ich dich ermutigen, das zu tun: mit Jesus unterwegs zu sein, dich ganz auf ihn einzulassen, ein Risiko einzugehen. Wie soll ich das finanzieren? Wie läuft dies oder jenes? Wir hören nachher noch mehr dazu. Aber wagt einen Schritt, geht einen Schritt – und ich glaube, du wirst es nicht bereuen.
Viele Freiwillige, die zurückkommen, ganz frisch oder auch nach ein, zwei Jahren, geben zurück: Es war die beste Zeit ihres Lebens. Das sind nicht nur wenige, es sind viele, weil sie sich aufgemacht haben, sich für Jesus einzusetzen.
Natürlich gibt es dann vieles: Man lernt ein anderes Land kennen, eine andere Kultur – und das sind alles gute Erfahrungen. Aber sich für Jesus einzusetzen, sich für Menschen einzusetzen und seine Liebe weiterzugeben, ist eine großartige Sache. Die Chance ist sehr gering, dass du es bereuen wirst, den Einsatz gemacht zu haben.
Ich ermutige dich, dich in deinem Umfeld einzusetzen. Es gibt ja auch einige, die vielleicht nächsten Sommer keinen Einsatz machen, weil sie älter sind oder noch im Studium. Aber auch für euch gilt: Setzt euch für Jesus ein, da wo ihr seid, im Inland. Wenn du einen Einsatz machen kannst, mach ihn. Aber setz dich für Jesus ein und mach aus dem, was du tust, die beste Zeit deines Lebens – so gut es dir möglich ist.
Jesus will seinen Segen geben und dich gebrauchen. Setz dich für ihn ein, das lohnt sich. Dann wird aus dem Auslandseinsatz oder aus den nächsten Wochen und Monaten die beste Zeit deines Lebens – und vielleicht eine lange Zeit, weil du mit Jesus unterwegs bist.
Soweit, Amen.

Erfahrungsberichte von Freiwilligen

Ja, super, vielen Dank, Stephan. Es ist interessant, einfach deine Gedanken zu diesem Thema zu hören.
Jetzt bin ich auch gespannt, was unsere ehemaligen Freiwilligen dazu sagen. War das wirklich die beste Zeit ihres Lebens? Den Anfang macht Sina.

Sina in Brasilien

Sina war noch vor ein paar Tagen selbst in Brasilien, hat dort Herausforderungen erlebt und ist wahrscheinlich in dem einen oder anderen Bereich geistlich gewachsen. Ich bin sehr gespannt, was sie erzählt.
Ich bin Sina und war von Oktober bis Dezember 2022 im Süden von Brasilien unterwegs. Dort habe ich ganz nah bei den Einheimischen gelebt. Hauptsächlich habe ich Unterricht für die vierte Klasse gegeben und im Haushalt geholfen, wo man mich gerade gebrauchen konnte. Ich hatte eine total schöne und gesegnete Zeit, obwohl es anfangs kleine Schwierigkeiten gab. Zum Beispiel war es eine neue Kultur und eine andere Lebensweise, und es hat etwas Zeit gebraucht, bis ich mich hundertprozentig eingewöhnt hatte.
Ich habe mich in der Familie wohlgefühlt, auch mit der Umgebung um mich herum. Trotzdem hat es etwas Zeit gebraucht, weil vieles neu war. Ein Vorteil für mich war, dass ich am Anfang nicht alleine war. Eine Freundin der Familie kam ebenfalls, die auch noch nie in Brasilien war. So hatte ich jemanden, mit dem ich über unsere Erfahrungen reden konnte und der in der gleichen Situation war.
Ein weiteres Thema war die Sprache. In Brasilien spricht man Portugiesisch, ich hatte aber nur Spanisch in der Schule gelernt. Ich dachte, die Sprachen seien sich ähnlich und ich käme damit weiter. Mit der Zeit bin ich dennoch gut reingekommen. Die Familie hat mir immer wieder übersetzt, sodass es viele Wege gab, zu kommunizieren.
Im Gottesdienst zum Beispiel bin ich während der Andacht nicht immer mitgekommen, aber ich habe es trotzdem sehr genossen. Dort kommen zum Beispiel die Kinder vor, sagen kleine Bibelverse auf oder singen ein Lied – das fand ich immer total schön. Irgendwann habe ich angefangen, während der Andacht für mich stille Zeit zu machen, habe meine Bibel mitgenommen oder morgens vor dem Frühstück früh aufgestanden, um in Ruhe zu lesen.
Ich habe dort begonnen, intensiver und bewusster die Bibel zu lesen. Ich habe mir Notizen gemacht, versucht, genauer darüber nachzudenken, was ich als Fazit ziehe, und dann auch gebetet. Dabei habe ich gemerkt, dass genau das Wichtigste ist, damit ich das, was ich gelesen habe, auch praktisch umsetzen kann. Ich habe gespürt, wie Gott mir hilft, und bin dadurch im Glauben fester geworden.
Die Natur um mich herum habe ich von Tag zu Tag mehr bewundert. Hier hat man hierzulande nur eine begrenzte Sicht, aber dort hat man eine extrem weite Sicht, wo nur Natur ist, keine Häuser. Von einem Aussichtspunkt konnte man sogar auf die Siedlung herunterschauen. Es war insgesamt ein total friedlicher und ruhiger Ort. Abends habe ich so gut wie jeden Sonnenuntergang angeschaut, Aras sind überall geflogen – das waren einmalige Momente, die ich sehr geschätzt habe.
Ich bin generell für Gottes Schöpfung dankbarer geworden. Auch hier in Deutschland nehme ich das, was um mich herum ist, mehr wahr und bin dankbarer dafür. Abschließend kann ich sagen, ich habe sehr gemerkt, wie Gott mich begleitet hat und mir Gelingen geschenkt hat – gerade mit der Sprache, die ich nicht so gut konnte.
Ich konnte nicht so gut mit denen kommunizieren, die auf der Station lebten. Auf dem letzten Bild sieht man, wie ich mit den Kindern Hölzer angemalt habe, die wir als Deko verwendet haben. Dabei musste ich nicht unbedingt viel reden. Sonst wurde vieles für mich übersetzt, was ich sagen wollte. Es gab genug Wege, und alle auf der Missionsstation haben mich gut verstanden. Ich hatte viel Spaß und schöne Momente mit ihnen. Dafür bin ich sehr dankbar, dass Gott Wege geschaffen hat, sodass ich auch ohne Sprache gut vorangekommen bin.
Wie ihr seht, gibt es leider keinen Mittelweg zwischen hell und dunkel. Ich weiß nicht, ob man das vorne gut erkennen kann. Wie war die Lautstärke? War das okay, habt ihr alles verstanden? Sehr gut, dann kümmere ich mich vielleicht noch um das Licht und schaue, dass es hinhaut. Vielen Dank, Sina.
Wer Interesse hat: Sina hat mit der DIPM ihren Kurzeinsatz gemacht. Wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr sie gerne ansprechen.
Wir reisen jetzt direkt weiter von Brasilien nach Ghana und freuen uns, dass Joshua uns in seine Erlebnisse mitnimmt.
Ich bin Joshua und war mit Coworkers von September bis Juli in Ghana. Dort waren wir an einer Schule und durften unterrichten. Ghana liegt in Westafrika. Meine Fächer waren Social Studies – das entspricht Erdkunde und Gemeinschaftskunde – sowie Creative Arts, also Kunst und Musik. Wir haben viel musiziert, gesungen und Kunstprojekte gemacht.
In Ghana steigt man aus dem Flugzeug und wird von der 30 Grad schwülen Luft empfangen. Man möchte am liebsten wieder zurück ins kühle Flugzeug. Einige, die von Freiwilligendiensten zurückkommen, erzählen, dass die Hitze eine große Herausforderung sein kann, weil man abends oft schlapp ist. Für mich war das eine große Herausforderung.
Ein weiteres Thema war die Sicherheit. Wir hatten keine Wachzäune, keine Wachhunde, keine Wachmänner. Wir waren wirklich mitten im Dorf die einzigen Weißen. In unseren drei Koffern hatten wir teilweise mehr Besitz als manch einer im Haushalt. Die Sonne ging gegen sechs Uhr unter, danach wurde es dunkel. Man sollte dann nicht mehr rausgehen, weil es draußen gefährlich ist. Das war eine Sorge für mich, aber ich konnte viel lernen, dass Gott alles unter Kontrolle hat und er uns Sicherheit gibt.
Auf der anderen Seite gab es viele schöne Momente: Wenn man morgens in die Klasse kommt und die Kinder einen mit einem strahlenden „Good morning, teacher“ begrüßen, war das sehr schön. Auch an unserem Sportnachmittag freitags waren die Kinder mit unglaublicher Energie, Freude und Sportgeist dabei. Bei 35 Grad auf dem Platz haben sie mich mitgerissen, und ich habe mitgespielt. Das war ein besonderer Moment.
Nach elf Monaten bleibt bei mir eine große Dankbarkeit, wie auch Sina schon gesagt hat. Wenn man zu Hause den Wasserhahn aufdreht und einfach Bodenseewasser aus Stuttgart kommt, das man trinken kann – ich habe aus Spaß nach meiner Rückkehr eine E-Mail an die Bodenseewasserversorgung geschrieben und mich bedankt. Das war für mich eine große Erfahrung, weil wir dort kein fließendes Wasser hatten und hier klares Trinkwasser aus dem Hahn haben.
Ich denke, diese Dankbarkeit, in einem sicheren Land zu leben und es so gut zu haben, bleibt. Ich finde es auch richtig schön, in meinem Job Studierende und Freiwillige begleiten zu können. Oft kommen sie zurück und haben viel erlebt, auch Gott auf eine ganz neue Art erfahren. Viele starten mit der Frage: „Wer bin ich eigentlich und was hat Gott in mich gelegt?“ Es ist nicht immer so, dass man mit Antworten zurückkommt, aber jeder, der zurückkommt, hat es nicht bereut, diesen Schritt zu gehen. Man lernt viel über Gott und sich selbst.
Das kommt auch bei euren Vorträgen heraus: Ihr habt viel über euch selbst und den Glauben in anderen Ländern mitgenommen. Es macht Lust, selbst aufzubrechen, die Koffer zu packen und loszuziehen. Dazu gibt es einige Voraussetzungen und Dinge, die man wissen muss.
Dazu darf ich jetzt Heino nach vorne bitten. Er wird uns erklären, was administrativ wichtig ist.
Es gibt viele Möglichkeiten, und es ist wichtig, sich klarzumachen, was man machen möchte und wann. Die meisten Einsätze dauern ein halbes oder ganzes Jahr. Die meisten starten im Sommer, wenn viele mit der Schule fertig sind. Es gibt aber auch Angebote, die unter dem Jahr oder bis Januar starten. Informiert euch konkret bei den Werken, was angeboten wird.
Viele fragen, ob man starten kann, wenn man erst im Laufe des Jahres 18 wird. Fast alle senden erst ab 18 Jahren aus, aber vorbereitende Seminare kann man vorher schon machen und kurz nach dem Geburtstag ausreisen.
Es gibt staatlich geregelte Freiwilligendienste, die etwas starrer und finanziell gefördert sind. Es gibt Kurzeinsätze, die nicht staatlich sind und flexibler in Dauer und Beginn. Manche Werke bieten Kombinationen mit Bibelschule oder Jüngerschaftsschule an. Es lohnt sich, genau zu überlegen, welches Programm passt.
Grundsätzlich ist es gut, möglichst lange zu gehen. Im Ausland braucht man Zeit zum Einleben, für Beziehungsaufbau, Kultur und Sprache. Nach einigen Wochen oder Monaten ist man richtig fit im Einsatz. Viele verlängern lieber, als frühzeitig zurückzukehren. Wenn möglich, geht so lange wie ihr könnt, gerne auch ein Jahr.
Man sollte sich mit dem Leitbild der Sendeorganisation identifizieren können. Schaut auf deren Webseiten oder fragt am Stand, ob die Chemie stimmt. Es ist auch wichtig, schon Erfahrungen in der Kirchengemeinde oder im sozialen Bereich gesammelt zu haben. Das erleichtert die Mitarbeit vor Ort.
Es gibt kaum eine obere Altersgrenze. Es gibt Programme für Kurzeinsätze bis 69 Jahre. Egal ob 25, 35, 40 oder 50, man kann ein paar Monate ins Ausland gehen und sich für Jesus einsetzen.
Wichtig sind Eigenschaften wie Dienstbereitschaft, Flexibilität und kulturelle Offenheit. Nicht alles ist so geplant wie im Westen, man muss spontan sein und sich auf das Abenteuer einlassen. Sprachkenntnisse sind sehr hilfreich, oft unterschätzt. Englisch ist in den meisten Einsätzen wichtig, aber auch andere Sprachen wie Spanisch oder Portugiesisch eröffnen viele Möglichkeiten. Man muss nicht perfekt sprechen, drei Jahre Schulzeit reichen oft.
Gesundheit ist wichtig. Man muss nicht topfit sein, aber gewisse Einschränkungen sollte man vorher abklären. Es ist eine körperliche und psychische Belastung, deshalb ist es gut, fit zu sein. Es gibt auch Einsatzstellen mit weniger klimatischer Belastung, lasst euch beraten.
Eine sendende Gemeinde ist wichtig. Wir wollen, dass für euch gebetet wird und dass ihr Unterstützung bekommt. Meist braucht man trotz staatlicher Förderung einen Spenderkreis. Den gewinnt man durch Kontakt zur Gemeinde, Rundbriefe und Freundeskreis. Das klappt oft besser als erwartet. Wenn Gott ruft, findet er auch eine Möglichkeit, den Einsatz zu finanzieren.
Wer im Sommer gehen will, sollte sich jetzt bewerben. Einige Visaanträge dauern drei bis vier Monate. Man will die Vorbereitung nicht in die Abiturprüfungen legen. Wer später gehen will, sollte sich zehn Monate bis ein Jahr vorher bewerben.
Die Missionsausstellung hat noch länger geöffnet, alle Werke haben Infomaterial, das ihr mitnehmen könnt. Informiert euch und sucht das Werk aus, das am besten zu euch passt.
Wie Heino schon sagte, ist es bei jeder Organisation etwas anders. Nutzt die Chance, konkret nachzufragen.
Wir freuen uns jetzt auf weitere Einsatzberichte. Wir steigen in unseren imaginären Flieger und fliegen nach Kenia, wo uns Anna von ihren Erfahrungen berichtet.
Ich war neun Monate in Kenia, Ostafrika. Ich bin dort hingeflogen, um eine Missionsfamilie zu unterstützen, indem ich ihre Kinder unterrichtet habe. Ich war Lehrerin, große Schwester und nachmittags für Freizeitbeschäftigung zuständig – alles in einem. Es hat viel Spaß gemacht, war aber auch herausfordernd, weil ich mich in verschiedenen Rollen zurechtfinden und abgrenzen musste.
Ich hatte das Privileg, auch auf Außeneinsätze mitzufahren. Einmal sind wir nach Silale gefahren, ein abgelegenes Gebiet in der Wüste. Wir waren circa 50 Leute, sind eineinhalb Tage mit einem großen Lastwagen gefahren. Niemand von der Organisation oder anderen Missionen war vorher dort gewesen. Wir wussten, dass es sehr trocken sein würde und vermutlich kein Wasser gibt – und so war es auch.
Es war staubig, heiß mit über 40 Grad, nachts kühlte es kaum ab, es gab gefährliche Tiere. Wir waren drei Wochen dort, mussten überleben und den Menschen von Jesus erzählen. Eine Herausforderung war, dass uns nach eineinhalb Wochen das Wasser ausging. Wir mussten suchen, ob wir noch Wasser finden. Nach drei Stunden Fahrt fanden wir einen kleinen Damm, allerdings kein gefiltertes Wasser. Für unsere Mägen war das eine Herausforderung. Wir hatten mit Krankheiten zu kämpfen, aber alle haben es gut geschafft.
Eine weitere Herausforderung war geistlicher Art. Uns wurde gesagt, das Gebiet sei sehr dunkel, die Menschen hätten noch nie von Jesus gehört. Es gibt viele Kämpfe unter den Stämmen, und die Polizei fürchtet das Gebiet. Wir waren sehr auf Gebet angewiesen und haben viel Zeit im Gebet verbracht.
Ich durfte erleben, was es heißt, wirklich nichts zu haben außer Gebet. Das war eine besondere Erfahrung. Ein Highlight war, dass wir für Regen gebetet haben, weil es seit über einem Jahr nicht geregnet hatte. Nach drei Wochen war noch kein Regen gefallen. Zwei Wochen später erfuhren wir vom Pastor, dass es geregnet hatte, und eine Woche später sogar ein zweites Mal. Das war ein großes Zeugnis und eine große Freude, weil wir den Menschen von Gott erzählt und mit ihnen gebetet hatten. Es war ein Beweis, dass wir einen lebendigen Gott haben.
Zurück auf der Station habe ich viel mit den Kindern gespielt und Camps mitveranstaltet. Wir hatten eine richtig gute Zeit zusammen. Danke.
Ich finde es richtig schön, was Gott für Erlebnisse schenkt. Danke, Anna.
Wir bekommen jetzt einen Einblick in ein Freiwilligenteam, das direkt vor Ort ist. Ein Video aus Ecuador vom Impact Team zeigt uns ihre Arbeit.
In Ecuador leben wir als Team zusammen. Wir haben einen gemeinsamen Alltag mit täglicher Quality Time, einmal wöchentlich eine Teamsession mit Impulsen über Jesus und lernen unsere Persönlichkeit besser kennen.
Wir unterstützen Mitarbeiter in Jugend- und Kinderclubs durch Spiele, Snacks, Inputs und Lieder. Einmal in der Woche gehen wir in eine Bibelschule und lernen mehr über Jesus.
In der Gemeinde helfen wir je nach Interesse und Fähigkeiten mit, zum Beispiel in der Musik. Praktisch helfen wir auch bei Umzügen, beim Homeschooling der Missionskinder oder bei Umbauten und Reparaturen an Gemeindehäusern – einfach da, wo Hilfe gebraucht wird.
Ich feiere Ecuador, weil es ein vielseitiges Land mit drei Kulturen ist: Mestizen, Negritos und Ketschua. Ein tolles Projekt ist das jährliche Weihnachtsmusical. Wir haben als Team ein evangelistisches Musical geschrieben und sind damit in abgelegene Bergdörfer, Schulen und in den Dschungel gefahren, um von Gottes Botschaft zu erzählen.
Wusstet ihr, dass Gott einen guten Plan für euer Leben hat? Vielleicht denkt ihr, in Ecuador spricht man Spanisch, da ist alles anders. Aber Gottes Verstand geht weit über unseren hinaus. Ich dachte auch, ohne Spanisch könne ich nichts bewirken. Doch oft haben wir erfahren, welchen Impact wir hinterlassen haben.
Nach dem Jahr geht man mit einer neuen Sprache, vielen Freunden und besonderen Erlebnissen mit Gott nach Hause. Besonders dankbar sind wir für Begegnungen mit Menschen. Eine Begegnung mit einer Frau aus Venezuela und zwei Mädchen, die mich nach Essen fragten, werde ich nie vergessen. Gott schenkte mir die Möglichkeit, nicht nur mit Essen zu helfen, sondern auch von seinem Evangelium und seiner Liebe zu erzählen. Solche Momente machen ein Jahr so wertvoll und besonders.
Ein virtuelles Dankeschön nach Ecuador! Es macht richtig Lust auf Einsatz – und auf Obstsalat, wenn man das so sieht.
Die Anna war mit der Diguna unterwegs. Wenn ihr Fragen habt, schaut gerne bei der Diguna vorbei oder fragt andere.
Als Abschluss unserer Kurzberichte darf ich Jamila nach vorne bitten. Sie wird erzählen, wie ihr Einsatz ihre Beziehung zu Jesus verändert hat.
Ich bin Jamila und war in Mexiko. Davor war ich in Ecuador, aber heute erzähle ich nur von Mexiko. Ich habe mich angemeldet, weil ich einfach Lust darauf hatte, nicht wegen einer besonderen Berufung. Im Nachhinein war es eine sehr gute Entscheidung. Ich habe mit der DMG meinen Einsatz gemacht und mich gut begleitet gefühlt.
Der Einsatz begann mit einem Vorbereitungsseminar, das drei Wochen intensiv war. In Mexiko habe ich in einem Kinderheim mitgeholfen. Dort lebten die Kinder, und ich habe Unterricht gegeben und praktisch mitgearbeitet. Ich war oft im Hühnerstall – wir hatten 200 Hennen. Die Kinder waren begeistert, manchmal gab es Rührei. Wir hatten so viele Eier, dass die Kinder irgendwann sagten, sie hätten keinen Bock mehr auf Eier. Die Köchin meinte dann, sie sollten beten, dass jemand die Eier kauft.
Eine weitere Aufgabe war Musikunterricht. Ich habe Instrumente unterrichtet, die ich selbst kaum konnte, zum Beispiel Schlagzeug. Es ging irgendwie, weil wir es spontan gemacht haben. Jeden Morgen habe ich gebetet: „Okay Jesus, wir probieren das heute.“ Es war cool, aber auch herausfordernd. Ich habe gemerkt, dass mein Studium in Musik so nicht passt, aber es war eine tolle Zeit.
Im Glauben bin ich weitergekommen. Eine Situation in Ecuador symbolisiert das Jahr für mich: Ich habe Radio gehört, einen christlichen Sender. Es ging darum, dass Gott keine Enkel hat, nur Kinder. Ich habe das nicht sofort verstanden, aber dann gedacht, das beschreibt mein Jahr gut. Glaube ist nichts, was ich erbe, sondern etwas, wofür ich mich selbst entscheiden muss.
Das Jahr hat mir geholfen, meinen eigenen Glauben zu finden. Ich bin richtig gewachsen. Ich hatte nie einen bewussteren Glauben als nach diesem Jahr, weil ich anders herausgefordert wurde. Dieses Jahr hat mich sehr weitergebracht.
Rückblickend war es ein tolles Jahr mit vielen kulturellen, sprachlichen und glaubensmäßigen Erfahrungen. Ich hatte mir vorgenommen, jeden Tag Bibel zu lesen, aber der Alltag ist wie überall. Man muss sich motivieren. Ich hätte mehr investieren können, aber ich habe mich mit Dingen auseinandergesetzt, mit denen ich mich vorher nicht beschäftigt hatte.
Ich habe gelernt, wie Christen dort leben, wie sie beten, was ich von ihnen lernen kann und wie ich das mit meiner Heimatgemeinde verbinden kann – einer charismatischen Gemeinde versus einer Gemeinde hier. Das hat sich sehr gelohnt.
Das Leben nimmt auch wieder seinen normalen Lauf, aber mein Glaube ist ein anderer geworden, und ich kann darauf zurückgreifen. Das begleitet mich jetzt im Alltag, auch wenn ich nicht mehr in Mexiko bin. Es war ein sehr prägendes Jahr, das ich nur empfehlen kann.
Vielen Dank an euch vier! Ich fand es richtig toll, dass ihr den Mut hattet, hier vorne zu erzählen, was euch bewegt hat. Jeder Einsatz ist individuell. Wir haben Einsätze in Lateinamerika und Afrika gesehen, aber es gibt auch andere Kontinente und Aufgaben.
Schaut euch auf den Webseiten der Werke um und informiert euch, was zu euch passt. Lasst euch darauf ein, was Gott für euch vorgesehen hat. Wir sind überzeugt, dass sich so ein Einsatz lohnt. Auch wenn es nicht die beste Zeit eures Lebens wird, ist es ein Schritt ins Vertrauen auf Gott.
Vielen Dank, dass ihr dabei wart. Danke auch an das Musikteam, die Ordner und alle, die mitgewirkt haben. Es gibt gute und schlechte Tage, aber wir können sicher sein, dass Jesus mit dabei ist.
Zum Abschluss möchte ich ein Gebet sprechen.
Lieber Vater, wir danken dir für die vielen tollen Wege, die du vorbereitet hast. Es ist an uns, auf deinen Wegen zu gehen. Wir vertrauen darauf, dass du uns führst und mitbestimmst, wie unser Leben aussieht.
Danke für den Mut, den unsere Freiwilligen aufbringen, sich auf neue Situationen einzulassen. Danke, dass du an jedem von uns interessiert bist, jedem ins Herz sprichst und auf das vorbereitest, was du vorgesehen hast.
Wir danken für die Verträge, die hinter uns liegen, und bitten um deinen Segen für das, was vor uns liegt. Wir wollen unter deinem Schutz und Segen gehen. Amen.

Voraussetzungen und Organisation eines Kurzeinsatzes

Es gibt viele Möglichkeiten für einen Einsatz, und es ist wichtig, die passenden Voraussetzungen mitzubringen, damit der Einsatz gut gelingt. Zunächst sollte man sich klar darüber werden, was man überhaupt machen möchte und wann man das tun will.
Die meisten hier haben ein halbes oder ganzes Jahr Einsatzzeit gewählt. Diese Zeitspanne ist auch die, die wir hauptsächlich für Kurzeinsätze und Freiwilligendienste empfehlen. Wenn ihr euch bei den verschiedenen Werken und auf der Missionsausstellung umschaut, werdet ihr sehen, dass die meisten Einsätze ein Jahr oder ein halbes Jahr dauern. Manchmal sind sie auch etwas kürzer. Die meisten starten im Sommer, weil dann viele mit der Schule fertig sind und ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
Es gibt aber auch Angebote, bei denen man unter dem Jahr oder bis Januar starten kann. Dafür müsst ihr euch konkret bei den Werken erkundigen, welches Programm was anbietet. Häufig wird gefragt, ob man starten kann, wenn man erst im Laufe des Jahres 18 wird, zum Beispiel nach dem Sommer. Die meisten Werke senden erst ab 18 Jahren aus, aber vorbereitende Seminare und andere Vorbereitungen kann man auch schon vorher absolvieren. Kurz nach dem Geburtstag ist dann eine Ausreise möglich.
Informiert euch bei den Werken, denn es gibt verschiedene Formate. Es gibt staatlich geregelte Freiwilligendienste, die etwas starrer sind, aber auch finanziell gefördert werden. Daneben gibt es Kurzeinsätze, die nicht staatlich geregelt sind. Diese sind oft flexibler, was Beginn, Dauer und Einsatzort angeht. Auch in kreative Länder kommt man mit solchen Angeboten leichter hinein.
Überlegt euch also genau, welches Programm für euch passend ist. Manche Werke bieten auch Kombinationen an, zum Beispiel mit Bibelschule, Jüngerschaftsschule oder anderen besonderen Programmen. So könnt ihr entscheiden, ob ihr einen reinen Einsatz im Ausland machen wollt oder das mit einem Zusatzangebot kombiniert.
Es gibt auch Kurzeinsätze, die weniger als sechs Monate dauern. Wenn das besser in euer Leben passt, schaut euch diese Angebote an. Aus Erfahrung der Werke ist es grundsätzlich sehr gut, wenn ihr möglichst lange geht. Im Ausland braucht man Zeit zum Einleben, für Beziehungsaufbau, um die Kultur und Sprache kennenzulernen. Nach einigen Wochen oder Monaten fühlt man sich richtig angekommen. Es wäre schade, wenn man dann schon wieder zurückkehren müsste.
Wir erleben oft, dass Einsatzkräfte verlängern möchten, statt ihren Einsatz zu verkürzen. Wenn es möglich ist, geht so lange wie ihr könnt – gerne auch das ganze Jahr.
Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass ihr euch mit dem Leitbild eurer Sendeorganisation gut identifizieren könnt. Schaut auf den Webseiten der Organisationen oder hier am Stand, ob die Chemie zwischen euch und dem Werk stimmt. Das ist eine wichtige Grundlage.
Außerdem ist es gut, wenn ihr bereits Erfahrungen in eurer Kirchengemeinde oder im sozialen Bereich gesammelt habt. Das erleichtert es, sich vor Ort einzubringen und mitzuarbeiten. Ein Einsatz in einem fremden Land mit anderer Sprache und Kultur ist leichter, wenn man schon gelernt hat, sich einzubringen.
Auch wenn euer Einsatz noch in ein oder zwei Jahren liegt, fangt früh an, euch zu engagieren. So fällt es euch später leichter, euch im Einsatz für Jesus einzusetzen und mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten.
Zum Thema Alter: Nach oben gibt es kaum eine Grenze. Es gibt Programme für Kurzeinsätze bis 69 Jahre. Auch mit 25, 35, 40 oder 50 Jahren kann man für einige Monate ins Ausland gehen und wertvolle Erfahrungen sammeln.
Wichtige Eigenschaften für den Einsatz sind Dienstbereitschaft und die Motivation, den Menschen vor Ort und den Projekten zu dienen. Außerdem sollte man sich gut einordnen können und flexibel sein. Nicht überall sind die Abläufe so gut geplant wie im Westen. Man muss oft spontan sein und sich auf das Abenteuer einlassen. Das bedeutet auch, sich auf eine lockere, spontanere Lebensweise einzustellen.
Kulturelle Offenheit ist ebenfalls wichtig. Es gibt auch Einsätze in Europa, wo die kulturellen Unterschiede vielleicht nicht so groß sind. Aber auch dort sollte man offen für Neues sein. Außerhalb Europas ist die Offenheit noch wichtiger, um andere Kulturen kennenzulernen und bereichert zu werden.
Sprachkenntnisse sind ganz entscheidend und werden oft unterschätzt. Ihr könnt euch den Einsatz erleichtern, wenn ihr schon in der Schule besonders gut aufpasst und Sprachen lernt. Englisch ist in den meisten Einsätzen sehr hilfreich. Wenn ihr noch eine weitere Sprache beherrscht, zum Beispiel Spanisch, Portugiesisch oder Italienisch, habt ihr noch mehr Möglichkeiten und könnt an ganz anderen Einsatzstellen arbeiten.
Es ist nicht nötig, perfekt zu sprechen. Drei Jahre Schulzeit in der jeweiligen Sprache reichen oft schon aus. Je mehr ihr jetzt investiert, desto besser startet ihr in den Einsatz.
Gesundheit ist ebenfalls wichtig. Man muss nicht topfit sein, aber es ist gut. Manche fragen, ob man mit bestimmten Krankheiten, zum Beispiel Diabetes, trotzdem ins Ausland kann. In vielen Einsatzländern ist das möglich, aber erkundigt euch vorher genau, ob euer Gesundheitszustand passt.
Seid ehrlich und spielt mit offenen Karten. Ein Auslandseinsatz ist eine körperliche und psychische Belastungsprobe. Wenn ihr fit seid, habt ihr mehr Freude daran. Es gibt auch Einsatzstellen mit geringerer klimatischer Belastung. Lasst euch dazu gern von den Sendeorganisationen beraten.
Eine weitere Voraussetzung ist eine sendende Gemeinde. Es ist wichtig, dass für euch gebetet wird und Menschen hinter euch stehen, euch begleiten, ermutigen und unterstützen. Denn es braucht auch Spenden.
Im Normalfall benötigt jeder trotz staatlicher Unterstützung einen Spenderkreis. Den gewinnt ihr, indem ihr den Kontakt zu eurer Gemeinde haltet, einen Rundbrief schreibt und die Anleitungen der Missionswerke nutzt. So baut ihr einen Freundeskreis auf, der euren Einsatz unterstützt.
Unsere Erfahrung zeigt, dass das meistens besser klappt, als man denkt. Wenn Gott euch ruft, findet er auch eine Möglichkeit, euren Einsatz zu finanzieren.
Wer im Sommer starten möchte, sollte sich jetzt bewerben. Holt euch nicht nur Infomaterial, sondern bewerbt euch im Januar. Manche Visaanträge dauern drei bis vier Monate, und die Vorbereitung braucht Zeit.
Während der Abiturprüfungen möchte man nicht unbedingt die Vorbereitungen für den Einsatz machen. Daher ist es optimal, im Januar die Bewerbung abzuschicken, damit ihr spätestens im Februar wisst, wo es hingeht.
Wenn ihr nicht dieses Jahr, sondern später starten wollt, bewerbt euch zehn Monate bis ein Jahr vorher bei dem Werk eurer Wahl. So könnt ihr in Ruhe planen und habt die volle Auswahl an Einsatzmöglichkeiten.
Die Missionsausstellung hat noch länger geöffnet. Alle Werke haben Infomaterial, das ihr mitnehmen könnt. Alternativ könnt ihr euch auch online informieren. So könnt ihr euch gut schlau machen und das Werk auswählen, das am besten zu euch passt.

Weitere Einsatzberichte

Ja, genau, wie Heino schon richtig gesagt hat, ist es bei jeder Organisation ein bisschen anders. Es lohnt sich also, noch einmal konkret nachzufragen: Wie ist es denn bei euch? Hier bietet sich die Gelegenheit, diese Frage zu stellen.
Wir dürfen uns jetzt auch auf weitere Einsatzberichte freuen. Steigen wir noch einmal in unseren imaginären Flieger, verzichten auf die Sicherheitseinweisungen und fliegen direkt nach Kenia.
Dort wird uns Anna ein wenig über eine Herausforderung aus ihrem Einsatz berichten. Sie erzählt von einem Highlight und davon, welche Auswirkungen das auf ihren Glauben hatte.
Prägt euch Anna gut ein, denn gleich wird es wieder dunkel.

Anna in Kenia

Genau, ich war neun Monate in Kenia, Ostafrika. Ihr seht es hier auf der Karte. In erster Linie bin ich dorthin geflogen, um eine Missionarsfamilie zu unterstützen, die vor Ort tätig ist. Ich habe ihre Kinder unterrichtet und war für diese neun Monate quasi die Lehrerin der Kinder.
Aber ich war nicht nur Lehrerin, sondern auch große Schwester, Freizeitbetreuung am Nachmittag und vieles mehr – also alles in einem. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Gleichzeitig war es manchmal auch herausfordernd, weil ich mich in ganz unterschiedlichen Rollen zurechtfinden musste. Trotzdem musste ich auch klare Grenzen setzen, damit in der Schule nicht alles so läuft wie in der Freizeit.
Ich hatte das große Privileg, nicht nur zu unterrichten, sondern auch an Außeneinsätzen teilzunehmen. Hier seht ihr ein Bild von einer Fahrt nach Silale. Das ist ein ganz abgelegenes Gebiet, tatsächlich mitten in der Wüste. Wir sind eineinhalb Tage mit einem großen Lastwagen dorthin gefahren, etwa 50 Leute. Das war sehr besonders, weil zuvor noch nie jemand von unserer Organisation oder anderen Missionen in diesem Gebiet gewesen war.
Wir wussten nicht genau, was uns erwartet. Allerdings war klar, dass es sehr trocken sein würde und vermutlich kein Wasser vorhanden ist. Und tatsächlich war es so: Es war staubig, heiß, über vierzig Grad, und nachts kühlte es kaum ab. Es gab gefährliche Tiere. Wir wussten, wir sind jetzt drei Wochen hier und müssen irgendwie überleben. Gleichzeitig wollten wir den Menschen von Jesus erzählen und ihnen auf eine gute Weise begegnen.
Es gab einige Herausforderungen. Zum Beispiel ging uns nach eineinhalb Wochen das mitgenommene Wasser aus. Dann standen wir erst einmal da und mussten suchen, ob wir nicht doch noch irgendwo Wasser finden. Nach drei Stunden Fahrt fanden wir tatsächlich einen kleinen Damm. Das Wasser war natürlich nicht gefiltert und für uns Europäer eine Herausforderung für unsere Mägen. Wir hatten auch mit einigen Krankheiten zu kämpfen, aber wir haben es alle gut geschafft.
Eine weitere Herausforderung war eher geistlicher Natur. Uns wurde zu Beginn gesagt, dass dieses Gebiet sehr dunkel sei. Die Menschen hatten tatsächlich noch nie von Jesus gehört. Es gab viele Kämpfe zwischen den Stämmen, und die Polizei fürchtete sich sehr vor diesem Gebiet. Deshalb waren wir voll auf Gebet angewiesen und haben sehr viel Zeit mit Gebet verbracht.
Ich durfte hautnah erleben, wie es ist, wirklich nichts zu haben – außer Gebet. Darauf angewiesen zu sein, war eine beeindruckende Erfahrung. Ein ganz besonders schönes Erlebnis war, dass wir für Regen gebetet haben. In diesem Gebiet hatte es seit über einem Jahr nicht mehr geregnet. Nach den drei Wochen, als wir wieder abgefahren waren, hatte es immer noch nicht geregnet.
Zwei Wochen später erfuhren wir von einem Pastor, dass es tatsächlich geregnet hatte. Eine Woche danach regnete es sogar noch ein zweites Mal. Das war ein großes Zeugnis und hat uns sehr gefreut. Wir haben den Menschen dort von Gott erzählt und mit ihnen gebetet. Für sie war es ein starkes Zeugnis, dass wir einen lebendigen Gott haben.
Hier seht ihr noch ein Bild zurück auf der Station. Dort habe ich viel mit den Kindern gespielt und Camps mitveranstaltet. Wir hatten einfach eine richtig gute Zeit zusammen. Dankeschön.

Bericht aus Ecuador

Ja, ich finde es auch richtig cool, was Gott da einfach für Erlebnisse schenkt. Danke, Anna. Wir dürfen uns jetzt auch freuen, dass wir einen Einblick in ein Freiwilligenteam bekommen, das direkt vor Ort ist. Wir haben nämlich ein Video aus Ecuador von dem Impact Team dort erhalten. Das bedeutet, wir werden jetzt einfach nach Lateinamerika gehen.
Was ich richtig feiere, ist, dass es dort so viele verschiedene Obstsorten gibt. Es gibt richtig leckeres Obst, und das macht Ecuador für mich besonders. Hier in Ecuador leben wir in einem Team. Das heißt, wir haben einen gemeinsamen Alltag mit täglicher Quality Time. Einmal in der Woche bekommen wir in der Teamsession Impulse über Jesus und lernen unsere Persönlichkeit besser kennen.
Wir erzählen euch heute ein bisschen über unsere Arbeit in Iwara. Unsere Hauptaufgabe ist, die Mitarbeiter hier in Jugend- und Kinderclubs zu unterstützen. Dabei helfen wir durch Spiele, Snacks, Inputs oder auch durch Lieder. Außerdem gehen wir einmal in der Woche in eine Bibelschule, um mehr über Jesus zu lernen.
In der Gemeinde helfen wir auch mit. Je nachdem, wie unsere Interessen und Fähigkeiten sind, dürfen wir uns unterschiedlich einbringen, zum Beispiel in der Musik. Praktisch helfen wir auch bei Umzügen, beim Homeschooling der Missionskinder oder bei Umbauten und Reparaturen, die in den Gemeindehäusern anstehen. Einfach da, wo Hilfe gebraucht wird, packen wir mit an.
Ich finde Ecuador richtig toll, weil es ein vielseitiges Land ist und drei verschiedene Kulturen gibt. Hinter mir könnt ihr sie sehen: die Mestizen, die Negritos und die Ketschua. Ein tolles Projekt, das jedes Jahr stattfindet, ist das Weihnachtsmusical. Zusammen als Team durften wir ein evangelistisches Musical schreiben. Damit sind wir in abgelegene Bergdörfer, Schulen und sogar in den Dschungel gefahren, um den Menschen von Gottes großer Botschaft zu erzählen.
Wusstest du, dass Gott einen guten Plan für dein Leben hat? Vielleicht denkst du gerade: „Ah ja, hier in Ecuador spricht man Spanisch, hier sind andere Bedingungen.“ Aber hast du vergessen, dass Gottes Verstand weit über unseren hinausgeht? So ging es mir auch, ich dachte immer: „Was kann man hier bewirken ohne Spanisch?“ Oft haben wir als Team im Nachhinein erfahren, was Menschen über uns gesagt haben oder welchen Impact wir hier hinterlassen durften.
Hier wirst du aus diesem Jahr mit einer neuen Sprache, vielen Freunden und besonderen Erlebnissen mit Gott herausgehen.
Eine weitere Sache, für die wir sehr dankbar sind, sind die Begegnungen mit Menschen hier in Ecuador jeden Tag. Eine Begegnung, die ich niemals vergessen werde, war mit einer Frau aus Venezuela und zwei Mädchen. Sie haben mich gefragt, ob ich ihnen etwas zu essen geben kann. In diesem Moment hat Gott mir die Möglichkeit geschenkt, nicht nur mit Essen zu helfen, sondern auch von seinem Evangelium und seiner Liebe zu erzählen.
Ich glaube, gerade solche Momente machen ein Jahr so wertvoll und besonders. Das sind Augenblicke, die man niemals vergisst.
Auf jeden Fall ein virtuelles Dankeschön nach Ecuador. Ich finde, das macht richtig Lust auf Einsatz – und eigentlich auch auf Obstsalat, wenn man das so sieht.
Ach ja, ich habe ganz vergessen zu sagen: Die Anna war mit der Diguna unterwegs. Wenn ihr dazu noch Fragen habt, könnt ihr gerne bei der Diguna vorbeischauen oder die anderen noch einmal fragen.

Jamila in Mexiko

Und als Abschluss unserer Kurzberichte darf ich dann auch noch Jamila nach vorne bitten. Sie erzählt uns, wie ihr Einsatz sich auf ihre Beziehung zu Jesus ausgewirkt hat. Ich freue mich darauf. Sie sagt uns gleich auch noch, wo sie war.
Genau, ich bin Jamila. Ich war in Mexiko. Davor war ich eigentlich noch in Ecuador. Das war bei mir gesplittet, aber heute werde ich nur von Mexiko erzählen.
Als ich mir überlegt habe, ob ich so etwas machen will, kam keine krasse Berufung. Ich hatte einfach Lust darauf, habe mich angemeldet und es dann gemacht. Im Nachhinein war es eine richtig gute Entscheidung. Ich habe meinen Einsatz mit der DMG gemacht. Das kann ich nur empfehlen. Ich habe mich sehr gut begleitet gefühlt.
Es begann mit einem Vorbereitungsseminar, das war richtig cool. Wir hatten drei Wochen sehr intensive Zeit, und dann ging es los. Wie gesagt, ich war zuerst in Ecuador und dann in Mexiko.
In Mexiko habe ich in einem Kinderheim mitgeholfen. Dort lebten die Kinder, und es war alles komplett dabei. Wir haben mit den Kindern Unterricht gemacht und viel praktisch gearbeitet. Ich war super oft im Hühnerstall, das war richtig cool. Wir hatten dort zweihundert Hennen, und die Kinder waren begeistert. Es war immer witzig, manchmal gab es Rührei. Wir hatten so 200 Eier am Tag, und die mussten wir irgendwie aufessen. Irgendwann sagten die Kinder: „Wir haben keinen Bock mehr auf Eier.“ Die Köchin antwortete: „Wenn ihr keine Eier mehr essen wollt, müsst ihr mal beten, dass jemand die kauft.“ Genau, das war auf jeden Fall eine meiner Aufgaben dort.
Eine andere Aufgabe von mir war, Musikunterricht zu geben. Ich habe die Kinder unterrichtet, und das war richtig wild. Ich habe Instrumente unterrichtet, die ich selbst gar nicht konnte, zum Beispiel Schlagzeug. Es ging irgendwie, weil man das spontan mit den Kindern machen konnte. Jeden Morgen war es so: „Okay Jesus, wir probieren das heute.“ Es war cool, aber auch herausfordernd. Ich habe gemerkt, dass meine Option, später Musik zu studieren, vielleicht wegfällt. Trotzdem war es eine richtig coole Zeit.
Was sich auf jeden Fall in meinem Einsatz gelohnt hat, war, dass ich in meinem Glauben weitergekommen bin. Eine Situation, die noch in Ecuador war, ist sinnbildlich für mein Jahr. Ich war dabei, die Kleiderkammer einzurichten, und hörte Radio – einen christlichen Sender. Dort ging es darum, dass Gott keine Enkel hat. Das habe ich erst nicht verstanden und dachte: „Was will er mir damit sagen?“ Als ich weiter zuhörte, wurde mir klar, dass das genau das ist, was ich rückblickend über mein Jahr sagen kann.
Gott hat keine Enkel, nur Kinder. Glaube ist nichts, was ich übernehme oder von meinen Eltern erbe. Irgendwann muss ich selbst entscheiden: Das glaube ich. Dieses Jahr hat mir sehr geholfen, meinen eigenen Glauben zu finden. Ich bin richtig gewachsen. Nach diesem Jahr kann ich sagen, ich hatte nie einen bewussteren Glauben als jetzt. Ich wurde ganz anders herausgefordert. Der Einsatz hat mich wirklich weitergebracht.
Wenn ich zurückblicke, war es ein mega Jahr. Ich konnte viele Erfahrungen machen – kulturell, sprachlich, aber auch im Glauben. Ich hatte mir vorher vorgenommen, jeden Tag Bibel zu lesen und meinen Glauben zu vertiefen. Aber man merkt, es ist Alltag. Nicht alles kommt von außen. Man muss sich selbst motivieren.
Ich hätte definitiv mehr investieren können. Aber meine größten Erkenntnisse sind, dass ich mich mit Dingen auseinandergesetzt habe, mit denen ich mich vorher nie beschäftigt habe. Zum Beispiel: Wie leben Christen hier? Wie leben Christen bei uns? Wo komme ich in Situationen, die ich nicht kenne? Wo muss ich mich neu an Gott wenden? Wo lerne ich anders zu beten? Wo lerne ich von den Christen dort? Und wie komme ich zurück und versuche, eine sehr charismatische Gemeinde mit einer Gemeinde hier zu verbinden, die ich anders gewohnt bin?
Deshalb hat sich der Einsatz für mich mega gelohnt, gerade in diesem Punkt. Es ist nicht so, dass danach alles perfekt ist. Das Leben nimmt irgendwann auch wieder ab – ich nenne es mal ein Freizeittief. Aber ich merke, mein Glaube ist ein ganz anderer geworden. Ich kann darauf zurückgreifen, und es begleitet mich jetzt auch im Alltag, an dem Ort, wo ich gerade bin. Auch wenn es nicht immer das „Mexiko-Hoch“ ist, war es ein sehr prägendes Jahr. Ich kann es auf jeden Fall nur empfehlen.

Abschluss und Dank

Ja, vielen Dank an euch vier! Ich fand es richtig schön, dass ihr den Mut hattet, hier vorne zu stehen und über das zu erzählen, was euch in eurem Einsatz bewegt hat.
Ich finde es auch toll, dass jeder Einsatz ganz individuell ist. Wir haben viele verschiedene Möglichkeiten. Wir haben jetzt Einsätze in Lateinamerika und Afrika gesehen, aber es gibt natürlich auch noch Einsatzmöglichkeiten auf anderen Kontinenten und in ganz unterschiedlichen Aufgabengebieten.
Es liegt an euch, euch umzuschauen, wenn ihr interessiert seid. Schaut einfach mal auf den Webseiten der verschiedenen Werke nach und informiert euch. Was liegt mir? Was kann ich mir gut vorstellen? Vielleicht ist es auch wichtig, sich darauf einzulassen und zu fragen: Was hat Gott vielleicht für mich vorgesehen?
Wir als Mitarbeiter sind überzeugt, dass sich so ein Einsatz lohnt. Ich hoffe, dass das auch bei euch angekommen ist. Die, die ihren Einsatz hinter sich gebracht haben, freuen sich oft darüber, dass sie ihn gemacht haben. Ob es die beste Zeit ihres Lebens war oder nicht, darf jeder für sich entscheiden. Aber es ist auf jeden Fall ein Schritt ins Vertrauen, bei dem wir auf Gott vertrauen können.
Ich möchte euch allen ganz herzlich danken, dass ihr hier dabei wart. Auch dem Musikteam danke ich sehr. Und ich sage auch danke an die Ordner und alle, die mitgewirkt haben. Vielleicht war nicht alles perfekt, aber auch hier darf es gute und schlechte Tage geben, gute und schlechte Momente – so wie in einem Einsatz. Trotzdem dürfen wir uns sicher sein, dass Jesus mit dabei ist.
Deswegen möchte ich jetzt zum Abschluss ein Gebet sprechen. Danach werde ich noch kurz etwas zum Schluss sagen, und wir werden noch ein Lied singen.
Lieber Vater, wir danken dir für die vielen tollen Wege, die du vorbereitet hast. Es liegt an uns, auf deinen vorbereiteten Wegen zu gehen. Wir sprechen dir unser Vertrauen aus, dass du uns auf diesen Wegen führen darfst und mitbestimmen kannst, wie unser Leben aussehen soll.
Ich danke dir auch für den Mut, den unsere Freiwilligen aufbringen, sich auf neue Situationen einzulassen. Danke, dass du an jedem von uns interessiert bist und jedem ins Herz sprichst. Bereite uns auf das vor, was du vorgesehen hast.
Wir danken dir für die Einsätze, die hinter uns liegen, auch für die von Yumiko, die wieder stattfinden konnte. Wir bitten dich um deinen Segen, Vater, dass du uns segnest für das, was vor uns liegt, und dass wir unter deinem Schutz gehen dürfen. Amen.