30.07.2026
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Generierte Mitschrift
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Einführung in das Thema und persönliche Einordnung
Sommerbibelschule 2026
Es geht weiter im ersten Korintherbrief. Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und ich darf euch zwei Wochen lang die Predigten der Sommerbibelschule 2026 präsentieren.
Es ist der 17. Juli im Jahr 451, also knappe 1.575 Jahre her. In einem kleinen Teil von Istanbul treffen sich Christen und reden über die Frage: Ist Jesus eigentlich wahrer Mensch und wahrer Gott, oder nur eines von beidem? Und sie haben richtig gestritten, sie haben richtig debattiert. Es kam zu einer Trennung, verschiedene Kirchenzweige sind daraufhin ihren Weg gegangen.
Wenn ich solche Geschichten lese, fällt mir auf: Die konnten etwas. Die konnten debattieren und streiten, ohne wegzurennen und ohne durchzudrehen. Die haben gewusst, wofür es sich lohnt zu kämpfen, und auch, wofür sie nicht kämpfen mussten. Sie wussten, welche Fragen und welche Lehren irgendwie wichtig sind, um Einheit zu leben, und welche nicht. Am Ende haben sie sogar Trennung in Kauf genommen, weil die Einheit auf dem Spiel stand. Es ging um Wesentliches, um Grundlegendes. Aber sie haben die Trennung nicht um ihrer selbst willen gesucht, sondern weil die Einheit auf dem Spiel stand.
Das war vor 1.575 Jahren. Und wir?
Ich bin irgendwann ausgestiegen. Nicht gestern Abend. Wobei, ich glaube, die fünfte These im ersten Vortrag habe ich schon nicht mehr mitgekriegt. Ich weiß nicht genau, ich bin ausgestiegen in meiner Teenie- und Jugendzeit, wenn in der Gemeinde Diskussionen darüber waren. Vielleicht habt ihr mit einem Thema wie gestern oder ganz anderen zu tun und denkt: Ich kann das nicht mehr, das kann ja wohl nicht wahr sein. Und wenn dann auch Menschen aufeinandertreffen, die nicht wirklich debattieren und streiten können, sondern wo es dann persönlich wird?
Jürgen, jetzt bist du nur noch hier. Markus, hätte ich dir eigentlich auch noch sagen müssen. Es war schon ein Stückchen heilsam für mich gestern, es einfach mal anders zu erleben bei so einem Thema. Es ging ordentlich zur Sache, keine Frage. Aber habt ihr das gemerkt am Ende? Markus hat ein Statement gemacht, und Jürgen hat gesagt: Das unterstreiche ich genau so. Inhaltlich vielleicht ein bisschen anders gesetzt, aber da wurde etwas deutlich von dem, wie es dann gelebt wird. Boah, das fand ich schon gut.
Ich weiß nicht genau, wie dir das geht. Ob du jetzt gedacht hast, ob du ein paar Thesen mehr geschafft hast als ich, ob du alles verstanden hast und durchblickt hast und jedes Argument nachvollziehen konntest, ich weiß nicht genau, ob du auf sowas stehst. Ob du sagst: So einen Abend hätte ich mir auch sparen können, komplett sinnlos. Oder ob du sagst: Warum nicht mehr, das war doch harmlos.
Extrem gesprochen würde ich sagen, wir schwanken manchmal so zwischen einer harten Engstirnigkeit auf der einen Seite. Da trennen sich Gemeinden nicht wegen der Frage, ob man den Schwestern ein Kopftuch aufziehen soll oder nicht, sondern weil die Teppichfarbe nicht passt. Und das ist nicht lustig, weil es tatsächlich leider so ist. Und auf der anderen Seite ist da so eine Gleichgültigkeit, so eine Unklarheit, wo es heißt: Eigentlich ist Einheit wichtig. Von daher, selbst wenn es so grundlegende Dinge sind, ja, ist schon in Ordnung, du glaubst ja auch an Jesus. Wichtig wäre noch, dass es dir gut geht und du dich wohlfühlst.
Der biblische Ausgangspunkt für Einheit
Ich möchte euch heute Abend mitnehmen in den Bibeltext, der nicht im Korintherbrief steht. Das seht ihr in eurem Heft schon, also wenn ihr ein bisschen gelesen habt. Aber Paulus hat ihnen genauso geschrieben, er ist an die Epheser geschrieben. Und es ist einer der Bibeltexte, der für mich ganz stark etwas zum Ausdruck bringt: wo ich lernen kann, wofür es sich lohnt zu kämpfen, wofür auch nicht, und was es für eine Einheit braucht, wie Gott sie sich gedacht hat.
Ich lese mit euch. Ihr könnt gerne mitlesen, wenn ihr das vorne lesen könnt. Wenn nicht, lest ihr in eurem Heft mit. Es sind die Verse 1 bis 16, zwischendurch kurz unterbrochen, also 1 bis 6 und dann 11 bis 16.
Als einer, der für den Herrn im Gefängnis ist, ermahne ich euch: Lebt so, wie es der Berufung entspricht, zu der ihr berufen worden seid. Seid euch der eigenen Niedrigkeit bewusst und begegnet den anderen freundlich. Habt Geduld miteinander und ertragt euch gegenseitig in Liebe. Bemüht euch sehr darum, die Einheit, die der Geist Gottes gewirkt hat, durch das Bindemittel des Friedens zu bewahren.
Ihr seid ja ein Leib, und in euch lebt der eine Geist. Und ihr habt die eine Hoffnung bei eurer Berufung bekommen. Ihr habt nur einen Herrn, einen Glauben, eine Taufe und über allen ist der eine Gott und Vater von allen, der durch alle und in allen wirkt.
Vers 11: Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten. Er gab Evangelisten, Hirten und Lehrer, damit sie die, die Gott geheiligt hat, zum Dienst ausrüsten und so der Leib des Christus aufgebaut wird. Mit dem Ziel, dass wir alle die Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes erreichen, dass wir zu mündigen Christen heranreifen und in die ganze Fülle hineinwachsen, die Christus in sich trägt.
Dann sind wir keine unmündigen Kinder mehr, die sich vom Wind aller möglichen Lehren umtreiben lassen und dabei hin und her geworfen werden. Dann fallen wir nicht mehr auf das falsche Spiel von Menschen herein, die andere hinterlistig in die Irre führen. Lasst uns also in Liebe wahrhaftig sein und in jeder Hinsicht zu Christus hinwachsen, unserem Haupt.
Von ihm her wird nämlich der ganze Leib zusammengefügt und durch jedes verbindende Gelenk zusammengehalten. Das geschieht in der Kraft, die jedem der einzelnen Teile zugemessen ist. So lässt Christus seinen Leib heranwachsen, sodass dieser sich selbst aufbaut in Liebe.
Erste Leitlinie: Einheit ist Gottes Werk
Ich möchte mit euch drei kurze Punkte aus diesem Text anschauen. Das werden wir nicht so ausführlich machen, wie es die anderen in dieser Woche mit ihren Texten gemacht haben, weil ich euch dann ein Werkzeug vorstellen möchte, das vielen verschiedenen Christen schon geholfen hat, ein bisschen darüber nachzudenken, wofür es sich lohnt zu kämpfen und wofür nicht.
Ich möchte euch auch ein paar Fragen mitgeben, die euch vielleicht helfen, da hineinzuwachsen und zu sagen: Okay, vielleicht kann uns das in der Jugendgruppe, in der Gemeinde, im Gespräch mit anderen Christen einfach auch eine Hilfe sein, um ein Gespür dafür zu bekommen, wo wir aufstehen müssen und wo wir einander stehen lassen können.
Paulus hat diesen Epheserbrief geschrieben, vielleicht einige Zeit, nachdem er bei den Ephesern gewesen ist. Dort hat er sich lange aufgehalten, und es war eine total spannende Konstellation in Ephesus. Judenchristen und Heidenchristen, also Menschen aus komplett unterschiedlichen Hintergründen, bilden jetzt eine Einheit, einen Leib. Und da hat es ziemlich viele Spannungen gegeben. Es gab auch ziemlich viele Spannungen um Lehrfragen.
Und Paulus ruft sie auf, wir haben das gelesen, die Einheit zu bewahren. Es ist sogar die erste Berufung eines Christen. Wenn du dich manchmal vielleicht fragst, was denn so meine erste Aufgabe als Christ ist, was ich tun kann, wenn ich eine Entscheidung für Jesus getroffen habe, dann bringt Paulus das in verschiedenen Briefen. Hier liest man das: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid.
Okay, was heißt es, würdig zu wandeln? Ja, sei freundlich. Sei dir deiner eigenen Niedrigkeit bewusst. Hab viel Geduld mit dem anderen. Und setz alles daran, die Einheit zu bewahren mit anderen, die Gott dir geschenkt hat. Setz alles da rein. Tu alles für den Frieden. Da brauchst du noch keinen Gabenkurs gemacht zu haben. Da brauchst du noch nicht viel aus der Bibel verstanden haben.
Und du findest das in anderen Briefen ganz genauso. Im Römerbrief könntest du das lesen. Da ist das Erste: Das Evangelium hat maßgebliche Auswirkungen darauf, wie wir miteinander umgehen. Da setzt es immer wieder an. Es ist eine der ersten Auswirkungen, die es in unserem Leben hervorruft. Und das ist bei dieser Frage super spannend.
Zweite Leitlinie: Christus schafft und trägt die Einheit
Also schauen wir uns das ein bisschen an.
Erster Punkt: Einheit kommt von Gott, Einheit, die vom Geist Gottes gewirkt ist. Und sie ist etwas, das Gott unglaublich wertvoll ist. Es ist ihm unglaublich wichtig. Wer Lust hat, heute Abend, weil er nicht schlafen kann, Johannes 17 mal zu lesen oder so, der merkt ein bisschen diesen Herzschlag von Jesus aus diesem Kapitel im Evangelium, wie ihm Einheit am Herzen liegt.
Und Jesus hat alles für diese Einheit getan. Ich lese mal aus dem zweiten Kapitel im Epheserbrief. Das heißt: Wenn du eine Bibel hast, kannst du das gerne mit aufschlagen. Da wird ein bisschen beschrieben, wie er das gemacht hat, was dafür nötig war, was hier in Vers drei so kurz geschrieben ist: die hat der Geist Gottes gewirkt. Epheser 2,14. Da heißt es denn:
Er selbst ist unser Frieden. Er hat aus beiden, den Fernen und Nahen, eine Einheit gemacht. Und durch sein körperliches Sterben hat er die Mauer der Feindschaft niedergebrochen. So hat er auch das Gesetz mit seinen Vorschriften und Geboten außer Kraft gesetzt, denn er wollte Juden und Nichtjuden, diese zwei, in seiner Person zu dem einen neuen Menschen formen und Frieden zwischen ihnen stiften. Denn er wollte sie in einem Leib mit Gott versöhnen. Das geschah durch seinen Tod am Kreuz, durch den er auch die Feindschaft zwischen ihnen getötet hat. So ist er gekommen und hat Frieden verkündet, Frieden für euch in der Ferne und Frieden für die in der Nähe. Denn durch ihn haben wir beide in einem Geist freien Zugang zum Vater. So seid ihr also keine Fremden mehr, geduldete Ausländer, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und gehört zur Familie Gottes. Ihr seid auf dem Fundament der Apostel und Propheten aufgebaut, in dem Christus Jesus selbst der Eckstein ist. Durch ihn sind alle Bauteile fest miteinander verbunden, sodass durch ihn, unseren Herrn, ein einzigartiges Heiligtum entsteht. Und weil ihr mit ihm verbunden seid, werdet auch ihr als Bausteine in diese geistliche Wohnstätte Gottes eingefügt.
Aus Menschen, die sich völlig fremd waren, die an vielen Stellen auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen sind, schafft Jesus Christus eine Einheit, etwas, das untrennbar ist. Oder wenn du es versuchst zu trennen, dann geht es kaputt, und das ist nicht gut. Und für diese Einheit hat Jesus mit seinem Leben bezahlt. Er hat dafür alles gegeben.
Und lass mich das an der Stelle kurz sagen: Wenn du vielleicht eher dazu neigst, sehr kampfeslustig zu sein und kampfbereit zu sein, dann sollte uns immer bewusst sein, wie groß die Liebe Jesu zu unserem Bruder, zu unserer Schwester ist, mit der wir vielleicht gerade streiten und kämpfen wollen. Nicht vergessen. Ich glaube, das würde schon viel mit unserer Haltung an manchen Stellen machen.
Aber vielleicht ist auch der Punkt eher, dass du sagst: Ach, ist doch eigentlich auch egal, dass der so grundlegend was anderes lehrt, der redet ja auch von Jesus. Auch dann sollte uns bewusst sein, wie viel Jesus für eine echte geistliche Einheit gegeben hat und dass das nicht einfach nur so wischiwaschi irgendwas ist. Jesus hat mit seinem Leben dafür bezahlt, und das darf uns sehr bewusst sein.
Dritte Leitlinie: Wahrheit und Liebe gehören zusammen
Zweitens: Einheit lebt von gesunder Lehre und gelebter Liebe.
Paulus redet hier davon, dass wir Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes haben sollen. Das ist das Ziel, auf das wir hinwachsen sollen: Einheit in dem, was wir glauben, wie wir glauben und vor allem auch an wen wir glauben.
Und was braucht es dafür? Gesunde Lehre, Worte, die dem Evangelium entsprechen, so formuliert er es an verschiedenen Stellen in seinen Briefen. Und in den grundlegenden Fragen macht er das hier in diesem Text sehr, sehr deutlich: Ja, ein Gott, ein Vater, eine Taufe.
Wir haben da vor ein paar Jahren auf der Sops schon gut darüber nachgedacht. Ich kann mich noch gut an Vents Predigt erinnern. Da geht es um Einheit, darum, in eine gesunde Lehre hineinzuwachsen, die dem Evangelium entspricht.
Deshalb sagt er: Lasst uns in Liebe wahrhaftig sein. Weil das so ist, müssen wir auch in der Liebe zueinander wachsen, aber auch in der Liebe zur Wahrheit, zu Christus, der sich in der Schrift offenbart. Wir sollen in diese Liebe hineinwachsen, weil er das Zentrum ist, weil er der Fixpunkt ist. Nicht einfach nur hart werden und für die Wahrheit einstehen, sondern eben auch in Liebe wahrhaftig sein.
Einheit lebt von gesunder Lehre, von Worten, die dem Evangelium entsprechen, und sie lebt von gelebter Liebe, von einem Glauben, der sich zeigt in dem, wie du und ich, wie wir miteinander umgehen.
Vielleicht kennst du den Spruch: Lehre trennt und Liebe eint? Ich weiß, woher er kommt, und ich weiß, dass er leider manchmal auch seine Berechtigung hat. Aber ich würde ihn heute Abend gerne anders betonen und sagen: Lehre und Liebe sind keine Gegner. Vielmehr braucht Einheit genau beides. Aber eben gesunde Lehre, keine zerstörende, keine trennende, keine sektiererische Lehre, sondern gesunde Lehre, die dem Evangelium entspricht, und gelebte Liebe im Miteinander.
Ich glaube, dass dieses Paar uns bewahrt, wie ich schon angedeutet habe, vor einer Sektiererei, wo um alles gekämpft wird, bis hin zur Teppichfarbe, und wo am Ende eine zerstrittene, erschöpfte Gemeinde dasteht und sagt: Ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr. Worüber wird hier eigentlich alles gestritten? Ich kann nicht mehr, ich bin am Ende.
Und ich glaube, dass dieses Paar uns außerdem bewahrt vor so einem Minimalismus, wo es heißt: Warum überhaupt noch kämpfen? Was soll das eigentlich? Dass am Ende eine Gemeinde entsteht, die kein Fundament hat, die kein Profil hat, die nicht mehr weiß, was wahr ist und was nicht wahr ist.
Es braucht gesunde Lehre und gelebte Liebe für eine gottgemäße Einheit. Deshalb wollen wir fest sein im Evangelium und weit im Miteinander, unser Herz weit machen für den anderen.
Vierte Leitlinie: Reife zeigt sich im Unterscheiden
Um das nun irgendwie praktisch werden zu lassen, braucht es unglaublich viel Einsatz, Fleiß, Mut und Demut. Weil Wahrheit und Liebe zusammengehören, brauchen wir Demut, wir brauchen Mut und diesen festen Willen: Ich möchte für Einheit einstehen.
Noch einmal Vers 1 bis 3: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, und ertragt einander in Liebe. Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.
Wenn wir darüber nachdenken, wofür wir kämpfen und wofür wir in theologischen Fragen auch nicht kämpfen, dann geht es nicht darum, der Anzahl der Siege oder Triumphe noch einen Strich hinzuzufügen und zu sagen: „Yeah, one more, who’s next?“ Es geht auch nicht um einen Waffenstillstand, der einfach sagt: „Ja, ach komm, was soll’s.“ Es geht um Einheit. Wo dient der Kampf in theologischen Fragen der Einheit, und wo dient auch das Nichtkämpfen der Einheit?
Und das erfordert Fleiß. Das erfordert viel Fleiß. Es erfordert eine Haltung der Demut, in der ich mir bewusst bin, dass meine Erkenntnis sehr bruchstückhaft ist. Und es braucht auch eine Haltung des Mutes, für Überzeugungen einzustehen, auch wenn das schwerfällt.
Deshalb möchte ich dir gern eine Hilfe mitgeben, um Lehrfragen ein wenig zu gewichten. Hier in diesem Text ist von Reife die Rede, von mündigen Christen, von erwachsenen Christen. Also nicht von Menschen, die körperlich volljährig sind, sondern von solchen, die in ihrem Glauben so gewachsen sind, dass sie sagen: Ja, ich bin kein Babychrist mehr. Dazu gehört es auch, unterscheiden zu können und das in Liebe zu tun.
Hollis möchte nicht einfach Christen, die alles wissen. Er möchte Christen, die in Liebe wahrhaftig sind, die Erkenntnis brauchen, aber auch erkennen können, wie sie richtig einzuordnen ist. Nicht jede Wahrheit ist gleich zentral, obwohl jede Wahrheit wahr ist. Nicht jede Wahrheit ist gleich zentral, obwohl jede Wahrheit wahr ist.
Und dafür möchte ich dir gern ein System vorstellen, als Hilfe, als Werkzeug, das ein bisschen dabei hilft zu unterscheiden: Wo muss ich kämpfen, und wo muss ich nicht kämpfen? Und vielleicht fragst du dich: Hey, wo hat er denn das jetzt her? Wo steht das? Wo steht das hier in Epheser 4? Wo steht das näher zu Grünter? Das steht nicht da, du kannst ganz beruhigt sein. Zumindest nicht so, wie ich es hier abgebildet habe. Aber ich glaube, dass das Prinzip dahinter sehr wohl biblisch ist.
Es ist nicht so, dass die Bibel uns vier Kategorien liefert, sondern sie behandelt selbst verschiedene Lehrfragen unterschiedlich. Paulus kämpft kompromisslos für das Evangelium und ruft in anderen Fragen zu Geduld, Rücksicht und gegenseitiger Annahme auf. Haben wir diese Woche durchaus gelesen, merkt ihr ja?
Im Galaterbrief redet er davon, dass Leute verflucht sein sollen, wenn sie ein anderes Evangelium bringen als er. Wow, okay, Kampf, ja. An die Korinther schreibt er in Kapitel 15: Ich habe euch in erster Linie das weitergegeben, was ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie die Schriften es gesagt haben. Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie die Schriften es gesagt haben. Er zieht sich ganz klar auf das Evangelium zurück und sagt: Das hat Priorität, das wollte ich euch vor allem weitergeben.
Und in Römer 14 redet er plötzlich davon, dass der eine bestimmte Tage hervorhebt, dass für den anderen jeder Tag gleich ist. Jeder soll es mit Überzeugung tun und zu seiner Auffassung stehen. Und wir haben 1. Korinther 8 bis 10 ja diese Woche gelesen. Die Bibel unterscheidet also durchaus. Paulus lebt es vor. Und man könnte durchaus andere Bibelstellen genauso aufgreifen, wo selbst Jesus so an bestimmte Fragen herangeht und sagt: Ja, schon, also Dill und Kräuter und anderes sind in Ordnung, also vergiss das nicht. Aber da gibt es Wichtigeres, Grundlegenderes.
Schluss: Ein Werkzeug für die Gemeinde und ein letzter Ausblick
Und von daher kann dieses Modell nicht von mir erdacht sein. Falls ihr ein gutes Buch lesen wollt, heißt es genauso wie der Predigttitel: Wofür es sich zu kämpfen lohnt und wofür nicht. Gavin Ortlund schreibt darüber, du kannst auch Bücher von William MacDonald lesen, der hat ebenfalls ähnliche Gedanken vorgestellt. Wayne Grudem hat auch Dinge vorgestellt, die in eine ähnliche Richtung gehen. Also: Verschiedene Theologen denken so.
Uns hat es als Gemeinde sehr geholfen, ein bisschen Klarheit zu gewinnen zu verschiedenen Fragen und darüber, wie wir eigentlich miteinander umgehen. Es kann ein Werkzeug sein, eine Orientierungshilfe. Und vielleicht hast du Lust, dich darauf einzulassen: die erstrangigen Fragen, Wahrheiten oder Lehren, die das Evangelium betreffen, oder ich habe es für mich so beschrieben: Dafür stehen wir ein. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. So fundamental, so essentiell sind sie. Es ist ein Konsens erforderlich, und genau das findest du in vielen Bekenntnissen, die Christen durch die Kirchengeschichte hindurch immer wieder verfasst haben. Wenn da keine Einigkeit da ist, dann wird Trennung irgendwie unausweichlich.
Tod und Auferstehung Jesu, dass Jesus wiederkommt, könnte durchaus sein, dass du bei den Beispielen auch anders denkst als ich. Also, ich lade dich durchaus ein: Komm vorbei, ich habe starke Unterstützung. Habt ihr gemerkt, treffen wir uns am Lagerfeuer? Nein, also wir können auch unter vier Augen reden, gar keine Frage. Ich nenne einfach mal Beispiele, wie ich sie verstehe; ich kann nicht groß darauf eingehen. Es braucht an der Stelle eine Haltung, die von Mut und Überzeugung geprägt ist, aber eben auch von Liebe. Das wird nicht durchgestrichen. Das sind Wahrheiten, für die es sich zu kämpfen lohnt.
Das war's für heute. Die Sommerbibelschule findet nächstes Jahr vom 8. bis 14. August in Volkenroda statt. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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