Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein persönlicher Einstieg in eine unsichere Zeit
Die Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.
Das ist ein guter Start nach so einem letzten Lied, auch das noch einmal zu kombinieren.
Und ihr Lieben, mein Herz brennt für diese Andacht, weil Gott mir etwas sehr Aktuelles aufs Herz gelegt hat, das ich euch gerne mitgeben möchte an so einem Ende eines Jahres, wo manches ungewiss ist. Mir hat das gerade sehr imponiert: die Aufrichtigkeit, wie offen ihr hier die Anliegen platziert. Und es ist kostbar, dass wir in der Gemeinschaft von Geschwistern so transparent da sein können.
Bei uns, wenn man unsere Familie fragt: Ich darf herzliche Grüße ausrichten von meiner lieben Frau Miriam. Gott hat uns sechs Kinder anvertraut, im Alter von fünf bis achtzehn Jahren. Und das Leben ist nicht langweilig, sondern wunderschön. Familie ist herrlich, Ehe ist toll, eine wunderbare Erfindung von unserem großen Gott.
Und seit dem 5. November haben wir Zuwachs bekommen, eher unfreiwillig. Was war passiert? Im familiären Umfeld bei uns hat sich ein Mann von seiner Frau getrennt. Beide wurden danach in die Psychiatrie eingewiesen, weil sie auf ihr Leben nicht mehr klargekommen sind. Und wer übrig blieb, war eine kleine vierjährige Elina. Ein Kind, das eine schwere Behinderung hat und das keine hohe Lebenserwartung hat. Wir rechnen damit, dass sie das Grundschulalter nicht erreicht.
Und im Rheinland fragst du ja gerne oft so: Und, wie geht’s? Und dann so: Jo, kütt, wie es kütt. Oder so diese flachen Redewendungen, womit man eigentlich gar nichts aussagt. Wenn ich jetzt gefragt werde, wie geht’s oder so, dann sage ich immer: Wir fahren auf Sicht. Wir fahren auf Sicht, weil ich in der aktuellen Situation gar nicht weiß, was morgen ist, geschweige denn, was in fünf Minuten ist oder in zehn Minuten.
Wir haben da sehr viel erlebt, jetzt gerade im letzten Monat. Der war sehr intensiv. Und was ich zur Ehre Gottes sagen darf, ist, dass Gott ein Gott ist, der uns durchträgt, der uns eine gute Sicht gibt.
Und ich möchte euch hineinnehmen in die erste Woche, in der Elina bei uns angekommen war. Ich habe es mir angewöhnt, wenn ich zu Hause bin und Homeoffice habe, dass ich dann mit unserem David, der in die Grundschule geht, zusammen frühstücke. Er frühstückt, ich trinke nur einen Kaffee, damit der Bauch ein bisschen wieder zurückgeht, und lese ihm dann immer etwas vor.
Dann war David wach, der ist unser Siebenjähriger, die Elli mit ihren fünf Jahren, und die Elina, die krabbelte auch schon auf und zu. Dann haben wir sie auch mit an den Tisch gesetzt. Und dann habe ich ihnen eine Geschichte vorgelesen von einem Missionar, einem Missionar Hoffmann, der vor über hundert Jahren in Neuguinea war mit seiner Frau. In Neuguinea hatte er von Gott die Aufgabe, die Bibel zu übersetzen, und er hat das gemacht, fand aber kein Wort für Hoffnung.
Gott hat ihm dann auf dem Missionsfeld einen kleinen Jungen geschenkt. Die beiden Eltern haben sich darüber sehr gefreut, aber es dauerte nur ein Jahr, dann ist dieser Junge von Gott schon wieder zu sich geholt worden. Und in dem Kinderbuch ist dann Folgendes ausgeführt, wie es damit weiterging. Das wollte ich euch mal vorlesen:
Als ich am nächsten Vormittag den kleinen Sarg zimmerte, also dieser Missionar Hoffmann, der kam aus Deutschland, und Träne um Träne auf die Bretter tropfte, beobachteten mich die Eingeborenen. Aufmerksam betrachtete auch mein Freund, der Häuptling des Dorfes, mein weinendes Gesicht. Er schwieg lange, dann sagte er mitfühlend: „Dein geliebter kleiner Sohn ist tot. Werdet ihr jetzt wieder weggehen?“ „Nein, wir möchten bei euch bleiben“, antwortete ich. „Aber dann werdet ihr vielleicht auch sterben“, fragte der Häuptling besorgt. „Was macht ihr dann?“ Und dann fragte er ihn nach den anderen Kindern, die sie auch haben. Dann sagte Hoffmann: „Die sind in Gottes Hand.“ „O Hoffmann“, sagte der Häuptling, und nun blitzten auch Tränen in seinen Augen, „was seid ihr Jesusleute für Menschen, ihr könnt durch den Horizont sehen.“
Mir ging dieser Satz nicht mehr aus dem Sinn. „Ja“, sagte ich meinem Freund, „ja, das können wir, Häuptling. Wir Christen sehen durch den Horizont in den Himmel hinein. Dort werde ich meinen lieben Jungen wiedersehen.“
Ich war total bewegt von der Geschichte. Ich musste dann aufhören, weil es einfach schon emotional war. Und dann führst du dir das vor Augen, und die ganze Zeit antwortest du lieben Menschen, die lieb nachfragen, also die ehrlich interessiert sind: Wir fahren nur auf Sicht, wir fahren nur auf Sicht. Wir fahren nur auf Sicht.
Und das zieht sich hoch wie so eine Mauer, weil du feststellst: Ich bin so begrenzt, ich habe so viele Enden, ich bin so endlich. Und dann kriegst du vor Augen geführt, durch eine Geschichte, die über hundert Jahre alt ist, dass wir Christen Menschen sind, die durch den Horizont blicken dürfen. Die nur auf Sicht fahren, auch jetzt gerade in der Zeit, in der du drinsteckst, vielleicht in Prüfung noch bis zum Ende des Jahres, vielleicht in Anspannung vor dem Weihnachtsfest, das vor der Tür steht: nur auf Sicht fahren, aber gleichzeitig zu wissen, ich darf durch den Horizont blicken.
Der Psalm als Weg vom Seufzen zum Singen
Und ich möchte euch deswegen den Psalm 13 mitgeben, weil der mir aufs Herz gelegt wurde und wir ihn mit euch durchgehen. Ich habe diesen Psalm 13 in drei Abschnitte gegliedert: Verse 2 und 3 betreffen das Wanken, Verse 4 und 5 dann das Tanken der Gedanken und Vers 6 das Danken. Man kann den Psalm insgesamt so überschreiben: Vom Seufzen zum Singen.
Ihr werdet ein Arbeitsblatt ausgängig bekommen. Das könnt ihr euch gerne mitnehmen. Es liegt draußen auf dem Tisch aus. Dann habt ihr eine gute Übersicht über diesen Psalm 13 und könnt auch zu Hause noch einmal darüber nachdenken.
Aber wir starten zuerst damit, indem wir Gottes Wort lesen. Psalm 13 lese ich uns einmal vor:
Psalm 13, dem Chorleiter. Ein Psalm von David.
Bis wann, Herr, willst du mich für immer vergessen?
Bis wann willst du dein Angesicht vor mir verbergen?
Bis wann soll ich Sorgen hegen in meiner Seele,
Kummer in meinem Herzen bei Tage?
Bis wann soll sich mein Feind über mich erheben?
Schau her, antworte mir, Herr, mein Gott!
Mach hell meine Augen, dass ich nicht zum Tod entschlafe,
dass mein Feind nicht sage: Ich habe ihn überwältigt,
meine Bedränger nicht jauchzen, wenn ich wanke.
Ich aber habe auf deine Gnade vertraut.
Mein Herz soll jauchzen über deine Rettung.
Ich will dem Herrn singen, dass er Gutes mir erwiesen hat.
Soweit Gottes Wort.
Wir wissen nicht, wann David genau den Psalm geschrieben hat. Vielleicht war es auf der Flucht vor König Saul. Vielleicht war es später, als er vor seinem eigenen Sohn Absalom floh, der nach der Königskrone trachtete. Was wir auf jeden Fall wissen, ist, dass eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben von David bestand.
David hat ein echtes Problem. Das führt er auch in 1. Samuel 20 aus, als er sich mit seinem Freund Jonathan unterhält: Nur ein Schritt ist zwischen mir und dem Tod. Nur ein Schritt ist zwischen mir und dem Tod. Und diese Situation spricht auch deutlich aus diesem Psalm heraus.
Das Ringen des Glaubens und die Fragen nach dem Warum
Und wir wollen jetzt den Vers, oder den Psalm, so ein bisschen durchgehen, die Verse zwei und drei. Bevor wir dazu kommen, finde ich es wichtig, den Psalm immer auch einzubetten. Wir Juristen, also ich bin auch von Beruf Anwalt, wir Juristen lieben es immer, ein bisschen davor und dahinter zu lesen. Und es lohnt sich, bei dem Psalm auch ein bisschen davor zu blättern.
Dann haben wir zum Beispiel Psalm 11. Da ruft David aus: Wenn die Grundpfeiler umgerissen werden, was richtet dann der Gerechte aus? Vielleicht warst du schon mal in so einer Situation, wo bei dir alles einfach nur noch gewackelt hat und du gesagt hast: Was fällt mir eigentlich? Wenn die Grundpfeiler umgerissen werden, was richtet dann der Gerechte aus?
Psalm 12 wird nicht besser. Da führt er zweimal aus, in Vers 2 und 9: Der Gerechte ist dahin, während der Gottlose frei umherläuft. Und dann kommt David zu Psalm 13, und da stellt er viermal insgesamt diese Frage: Bis wann? Bis wann? Wie lange? Ja, das kennen wir von Weihnachten bei den kleinen Kindern: Wie lange dauert es noch? Deswegen wurde der Adventskranz erfunden, mit den Kerzen beim Wichernhaus. Ganz interessant, die Geschichte. Aber wie lange dauert es noch? Die Frage kennen wir doch.
Kann man das nicht so verstehen, diese Frage: Bis wann? Vor allen Dingen dann, wenn das Leid kein Ende zu nehmen scheint? Wir haben ja den Bericht von Hiob, der von Gott so intensiv geprüft wurde, beziehungsweise wo Gott es zugelassen hat, dass Hiob intensiv geprüft wurde. Sein Leid war sprichwörtlich. Die Hiobsbotschaften kennen wir bis heute. Und als eine Hiobsbotschaft nach der anderen auf Hiob einprasselt, da lesen wir dann von Hiob, dass er in den Staub fiel und Gott anbetete. Und dann sagt er: Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen.
Aber dann fahren die Angriffe weiter, und er selbst wird angegriffen. Und irgendwann kapituliert Hiob. Als sein Leiden kein Ende nehmen wollte, da brach er zusammen. Und ich finde das sehr schön, diese Fragen: Bis wann?
Ich habe die Bibel von meinem Papa geerbt. Mein Papa ist letztes Jahr am 1. April heimgegangen. Er war mir ein gewaltiges Vorbild mit 76 Jahren, und ich glaube, so ein Papa stirbt immer zu früh. Ich habe ihn sehr geschätzt, auch als Berater, und ich habe ein ganz kostbares Erbe bekommen: seine Bibel. Und es ist mir ein Genuss, immer zu schauen, was Papa bei den Wortenreihen geschrieben hat, die ich auch in Gottes Wort lese.
Hier hat mein Vater mir eine Nachricht hinterlassen, die mir sehr gut gefallen hat. Da hat er ihm geschrieben: Kein Jammern im üblichen Sinn, sondern ein Hinwenden an Gott im Gebet. Da habe ich gedacht: Das ist schon mal ein guter Punkt. Wenn du mit Leid konfrontiert bist, je nachdem, wie man gestrickt ist, ich bin ein sehr extrovertierter Mensch und berichte dann auch gerne und erzähle das allen möglichen Leuten, aber nicht mal einem Schöpfer im Himmel.
Und das, was David hier macht, finde ich großartig. David nimmt sich einfach mal Zeit, an Gott diese Fragen zu stellen, und dadurch wird das keine Anklage, sondern eine Hinwendung als Kind Gottes, das sich einfach an seinen himmlischen Vater wendet.
Die ersten vier Klagen und ihre geistliche Ordnung
Und David stellt hier vier Fragen. Die erste Frage, die David stellt, lautet: Bis wann, Herr, willst du mich für immer vergessen? Das ist eine Frage, bei der David von Gott das Empfinden hat, passiv vergessen zu sein, sodass Gott sich einfach nicht mehr an ihn erinnert.
Und Spurgeon, der uns ja die Schatzkammer über die Psalmen hinterlassen hat, schreibt in dieser Schatzkammer folgendes Zitat: Kann die Allwissenheit an Gedächtnisschwäche leiden? Kann die Allwissenheit an Gedächtnisschwäche leiden? Nein, auf gar keinen Fall. Natürlich vergisst Gott nichts. Natürlich kann Gott nicht vergessen, dass David dieses Problem hat.
Dann führt David aber die nächste Frage aus: Bis wann willst du dein Angesicht von mir verbergen? Und ich finde, diese Frage beinhaltet eine Steigerung. Wenn du den Geburtstag deines Freundes vergisst, dann ist das eine Sache, die kommt nicht unbedingt gut an. Je nachdem, wie dein Freund gestrickt ist, ist er genauso drauf und sagt: Passiert mir ja auch permanent. Aber wenn du dich aktiv nicht mehr an deinen Freund erinnerst, dann ist das keine Freundschaft, oder?
Und David fragt: Die erste Frage war, wie lange bin ich nicht bei dir auf dem Radar, hast du mich vergessen? Aber die zweite Frage, Bis wann willst du dein Angesicht vor mir verbergen?, deutet schon an, dass David hier davon ausgeht, dass Gott sich aktiv vor ihm verbirgt. Das ist natürlich noch schrecklicher.
Und David erlebt dann in der dritten Frage, Vers 3: Bis wann soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen bei Tage? David erlebt, was es heißt, Sorgen zu pflegen und Kummer zu hegen. Ich habe mir gedacht, das passt eigentlich gut, wie David das hier auflistet: den nächtlichen Sorgen, dass man sich im Bett herumwälzt, dieses Grübeln, das Wenden vom Kopfkissen von der einen auf die andere Seite, folgt dann der unausgeschlafene Zustand am Tage und der Kummer, den man dann tagsüber hegt. Dieses Wiederkäuen von Sorgen, diese zahllosen Gedanken, aber sie sind ja alle für die Tonne.
Martin Luther hat das treffend beschrieben. Er sagte, das ist eine Situation, wo die Hoffnung selbst verzweifelt und die Verzweiflung dennoch hofft. Also das, was schlecht ist, das begießen wir und sorgen dafür, dass es Blüte trägt, und dadurch geht die Spirale immer nur noch tiefer.
Und die letzte Frage, Bis wann soll sich mein Feind über mich erheben?, macht deutlich, dass David jetzt die Demütigung erlebt, auf der Verliererseite zu stehen. Und das ist eine Seite, wo wir alle nicht gerne stehen, oder?
Und trotzdem finde ich dieses Gebet von David hier so absolut vorbildlich. Warum? Weil er eine Priorität deutlich zum Ausdruck bringt. Gott kommt bei David an allererster Stelle. Vier Fragen stellt David, aber die ersten beiden Fragen richten sich an seinen Schöpfer im Himmel. Und zweimal, und das macht auch die Gewichtung deutlich, die Priorität ist das Erste: Also zuerst kommt der Herr, dann kommt David und dann kommt der Feind.
Aber auch die Gewichtung ist interessant. Gott wird zweimal gefragt, und die Fragen, die sich auf David und den Feind beziehen, sind einfach gestellt. Vermutlich war der Feind der Auslöser des Problems, der Grund dafür, dass David sich unruhig hin und her wälzte. Aber David war vielmehr in Sorge darüber, dass dem Herrn keine Ehre gebührt. Ihm bereitete mehr Sorge, was der Herr nicht tat.
Und „bis wann“ in der richtigen Einstellung gestellt, ist eine Frage, die wir stellen dürfen. Das finde ich sehr ermutigend. Finden wir zum Beispiel auch wieder in der Offenbarung 6,10, wo das fünfte Siegelgericht ansteht und wo genau diese Frage gestellt wird: Bis wann, Herr, bis wann?
Das können wir mitnehmen von den ersten beiden Versen, oder Vers 2 und 3, das Wanken. Und dann kommen wir jetzt zu den Versen 4 und 5 vom Tanken der Gedanken. Da werden drei Bitten geäußert, aber eine nicht. Die ersten beiden Bitten beziehen sich auf das „Bis wann“ gegenüber dem Herrn, und das ist auch ein Bekenntnis, was David hier ausspricht. Er sagt: Ja, schau her, das ist die erste Bitte, und antworte mir, Herr, mein Gott.
Das ist dann, dass Gott auch in Kommunikation ihm gegenüber tritt. Aber er verknüpft das mit dieser wunderbaren Beschreibung: Herr, mein Gott. Und da bin ich ein gebranntes Kind, ich heiße ja Thomas. Ich weiß nicht, wer von euch Thomas heißt. Wenn du Thomas heißt, wirst du ganz oft die Fragestellung gestellt bekommen haben: der Ungläubige.
Mir hat das irgendwann mal gereicht. Ich bin zu meinem Vater gegangen, als ich Teenie war, und habe gesagt: Papa, hättest du nicht einen anderen Namen nehmen können? Immer werde ich da konfrontiert, der Ungläubige, dieser ernste Blick. Und dann sagte mein Vater: Dann musst du einfach ein bisschen weitergehen. Mein Herr und mein Gott ist derjenige, der Jünger, der das gesagt hat, als ein wahnsinnig wunderschönes Glaubensbekenntnis: Mein Herr und mein Gott!
Und genau das sagt David hier auch bei diesen Fragen, die diesem „Bis wann“ folgen: Mein Herr und mein Gott!
Blick auf Gott statt auf die Gegner
Die dritte Bitte, die David jetzt äußert, ist: Schau her, Gottes Augen. Also, das betrifft ja Gottes Augen. Dann knüpft er an seine eigenen Augen an: Mach hell meine Augen. Schau her, ist der Wunsch, den David gegenüber Gott äußert. Schau her, richte deine Augen auf mich. Und dann sieht David sich selbst und sagt: Mach auch meine Augen hell, damit meine Augen dich sehen.
Das, was wir bei Simeon gerade hatten, wie schön das auch passte: Simeon, der ebenfalls wartete. Mach hell meine Augen. Und ganz interessant ist: Eine Bitte in Bezug auf die Feinde fehlt. Man hätte doch jetzt verstanden, wenn David gesagt hätte: Und sorg dafür, dass meine Feinde so richtig mal lernen, was eine Hake ist. Aber dafür betet David gar nicht, sondern David fokussiert sich auf seine Beziehung zu seinem Schöpfer.
Und was unsere Augen hell macht, das finden wir zum Beispiel in Psalm 19,9. Das finde ich sehr schön, wenn wir das weiter ausführen, auch von David, wo David dann sagt: Die Vorschriften des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des Herrn ist lauter, es macht die Augen hell. Das ist eine wunderbare Sache, dass Gottes Wort unsere Augen hell macht in dieser dunklen Zeit.
Ja, das sind die Bitten, die David äußert. Und dann äußert David aber auch drei Gefahren, die ihm vor Augen stehen.
Die erste Gefahr ist, dass ich nicht zum Tod entschlafe. David hat Sorge um sein Leben. Und dann schildert er zwei Gefahren, die seinen Feind ausmachen: dass mein Feind nicht sagt: Ich habe ihn überwältigt. Also, der Feind prahlt aktiv damit, dass er gegen David gewonnen hat. Und dann geht es noch weiter, eine Stufe tiefer: Meine Bedränger nicht jauchzen, wenn ich wanke. Der Feind freut sich an Davids Wanken. Man kann es auch übersetzen mit aufgeregt sein, schwanken, zittern.
Und ich glaube, dass David hier eine ganz große Sorge hat, die sich ja auch auf Gott bezieht, nämlich dass Gottes Herrlichkeit hier angetastet wird. Gott ist gebunden an seine Zusagen. Und Gott ist ein Gott, der David dieses Verhältnis gegeben hat, dass er seine Königsherrschaft aufbauen wird. Er hat David der Welt, und Spurgeon führt in seiner unnachahmlichen Art aus: Es kommt uns wohl zustatten, dass unsere Errettung und Gottes Ehre so unzertrennlich verbunden sind, dass sie miteinander stehen und fallen.
Das finde ich so eine gewaltige Zusage. Gott bindet sich an sein Wort. Gott ist ein Gott, der sich an sein Wort gebunden hat, was wir haben. Was schön ist, was auffällt: Gerade eben hatten wir drei Bitten, eine nicht. Gegenüber dem Feind wurde keine Bitte geäußert. Wir haben drei Gefahren, zwei beim Feind, eine beim David. Aber in Bezug auf seinen Schöpfer sieht David gar keine Gefahr gegeben. Das finde ich auch ermutigend.
Der Umschwung zur Zuversicht
Und damit kommt David zu Zielgraden, und das ist dann der letzte Punkt, der Vers sechs. Ich lese noch einmal vor:
Ich aber habe auf deine Gnade vertraut, mein Herz soll jauchzen über deine Rettung, ich will dem Herrn singen, dass er mir Gutes erwiesen hat.
Und ich finde das so schön, dass sich der Kreis hier schließt. Gott hat David nicht vergessen. Daran erinnert sich jetzt David. Gegen sein Vergessen hilft ihm, sich an das Gute zu erinnern. Am Anfang hat David Sorge, dass Gott vergisst, aber jetzt kann er sich den Sinn rufen: Gott vergisst auf gar keinen Fall.
Und David formuliert das hier sehr interessant. Er sagt: Ich aber. Ich aber ist ein menschliches Aber, das David diesen Sorgen und Zweifeln entgegensetzt. Ich aber. Und wir als neutestamentliche Christen wissen, dass sich dieses menschliche Aber auf ein göttliches Aber stützen kann. Das finde ich sehr ermutigend.
Wenn Paulus in 1. Korinther schreibt, führt er in 1. Korinther 6 alle möglichen schlimmen Sünden aus, die Menschen auszeichnen. Und dann sagt er in 1. Korinther 6,11: Und das sind manche von euch gewesen. Aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.
Unser menschliches Aber können wir deswegen aussprechen, weil Gott sein Aber in dein Leben hineingesprochen hat. Er hat dich nicht in deinem Elend gelassen mit deiner Sünde und Schuld, sondern er hat dich reingewaschen und zu einem Kind Gottes gemacht. Was für ein gewaltiges Privileg und was für ein gewaltiges Zeugnis.
Wir Christen dürfen eine andere Perspektive haben. Ich fand es sehr gut, dass wir gerade ganz gezielt für Weihnachten gebetet haben, wo wir so viel über den Friedefürsten nachdenken, gerade in dieser Zeit. Es ist sehr auffallend, dass die Bedränger jauchzen, wenn David wankt, aber David stimmt nicht in so einen schäbigen Gesang mit ein, sondern David jauchzt über Gottes Rettung. Und das ist eine viel höhere Ebene, die wir als Christen durch Gottes Gnade ausschließlich haben dürfen.
Wir stehen heute als Christen anders als David hinter Golgatha. Wir wissen, dass unser Herr und Heiland gestorben ist für unsere Schuld und dass er auferstanden ist und lebt und sich für uns verwendet.
Ich möchte von David lernen, der in dieser notvollen Situation einfach sich die Zeit genommen hat, um mit seinem Schöpfer zu reden. Euch persönlich möchte ich einen Vers mitgeben, das passt ganz gut, ihr seid ja auch fleißig am Studieren. Mein Bruder hat mir zu Beginn meines Jurastudiums den Vers aus Hebräer 10,35 mitgegeben. Da steht drin: Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat.
Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Und das wünsche ich, dass euch das begleitet. Amen.
Ein kurzer Blick auf das Werk und die eigene Arbeit
Ich darf noch kurz etwas zu unserem Werk sagen und uns kurz vorstellen: wer wir sind.
Zunächst darf ich liebe Grüße von Hartmut Jäger ausrichten. Hartmut Jäger ist euch wahrscheinlich ein Begriff. Ich darf sein Nachfolger sein. Im Juli folgte die Staffelübergabe, und im Rahmen dieser Staffelübergabe nahm mich einmal ein lieber Bruder in den Arm und sagte: „Oh wei, Tommy, das sind aber große Fußstapfen, in die du trittst.“
Ich weiß nicht, wie du so einen Satz gefunden hättest. Ich fand ihn nicht so toll und habe mich auch ein bisschen gewunden. Wir waren da auf einer großen Mitarbeiterfeier, und dann hat Gott mir die Weisheit gegeben, den Bruder einfach in den Arm zu nehmen und ihm die Menge zu zeigen und zu sagen: „Guck mal, die sind alle noch genauso wie gestern drauf.“
Das, was unseren Verlag ausmacht, sind Menschen. Wir sind circa 57 Mitarbeiter in den Bücherstuben und im Verlag sowie 379 ehrenamtliche Mitarbeiter in den Bücherstuben. Das, was unsere Arbeit ausmacht, sind Menschen. Das sind Bücher, ja, die sind Mittel zum Zweck. Und vor allen Dingen: Wir Christen sind ja Leute, die ein Buch brauchen, sonst geht es gar nicht weiter, nämlich die Bibel.
Ich finde es ein gewaltiges Geschenk und ein Privileg, in einem Werk zu arbeiten, wo viele liebe Brüder und Schwestern in die gleiche Richtung schauen. Da habe ich euch einfach mal ein paar Gesichter mitgebracht.
Was uns auch auszeichnet, ist, dass wir ganz viele Kooperationen mit verschiedenen Werken haben dürfen. Von zweien habe ich zum Beispiel auch Geschenke mitgebracht. Das ist der Bibelbund. Da liegen kostenlos Bücher aus, die ihr mitnehmen könnt, Good News. Und das andere ist die christliche Polizeivereinigung.
Gerade eben wurde ich schon gefragt: „Bist du von der Polizei?“ Nein, keine Sorge, oder wie auch immer. Man fragt das ja oft mit schlechtem Gewissen. Deswegen nehmt euch einfach so ein Neues Testament mit, packt es euch ins Auto rein, und wenn ihr das nächste Mal angehalten werdet, dürft ihr das gerne weitergeben und entsprechend verschenken.
Herkunft, Entwicklung und Aufgaben des Verlags
Kurz vielleicht nur zur Geschichte, damit ihr einfach so einen groben Überblick habt, wie eigentlich die Verlagsarbeit und die Bücherstubenarbeit entstanden sind.
1888 hat unsere Geschichte eigentlich begonnen, mit Emil Dönges. Das ist der Urgroßvater von einem Mitarbeiter, Steffen Dönges, der heute noch bei uns arbeitet.
Das Ganze ging so lange gut, bis die Nazizeit begann. Da wurde der Druck und die Verbreitung von christlichen Schriften, zumindest aus unserer DNA, verboten. Das hatte die Folge, dass der Dönges Verlag dann in den Konkurs ging, also Insolvenz anmelden musste.
Im Jahr 1957 wurde dann die Christliche Verlagsgesellschaft gegründet, und 1960 wurde das Verlagshaus gekauft. Seitdem sind wir in Dillenburg ansässig.
1970 wurde dann die Bücherstube in Dillenburg gegründet. Zehn Jahre später kam das Finanzamt auf die Idee, dass es unfair sei, einen Buchladen zu betreiben und das Ganze unter einer gemeinnützigen Flagge laufen zu lassen. Also: Der Verlag ist gemeinnützig. Die Bücher, die wir herstellen, verschenken wir auch viel, zum Beispiel in Gefängnissen oder auch heute noch. Und das ist das Schöne an der Spannbreite. Gefängnis, das hier ist keines, das ist auch wichtig für euch, das ist eine gute Möglichkeit.
Genau, und da sagt das Finanzamt: Der Verlag ist gemeinnützig, aber mit Bücherstuben ist das wie bei Thalia oder so, das ist ein ganz normales Gewerbe. Und deswegen müsst ihr eine GmbH gründen und seid gewinnorientiert. Das fällt schwer.
Wir haben 28 Missionsstationen in Deutschland, bis nach Pulsnitz im Osten. Rendsburg haben wir auch im Norden zum Beispiel, runter nach Memmingen geht es im Süden, und gerade in Nordrhein-Westfalen haben wir etliche Bücherstuben, also im Westen. Und diese Bücherstuben sind nicht gewinnorientiert, das muss man sehr deutlich sagen. Zwei Bücherstuben rentieren sich so, der Rest wird querfinanziert oder von lieben Geschwistern unterstützt, die zahlreich und gut bei den Bücherstuben einkaufen.
Der Versand lag in Heigersflammersbach, und dann 2017 haben wir unseren neuen Standort bezogen, da, wo wir jetzt sind, am Güterbahnhof in Dillenburg. Das ist sehr schön. Also, wir sind als Verlag und als Bücherstubenzentrale unter einem Dach angesiedelt.
Die Bücherstuben als Orte der Begegnung
Kurz in den Bücherstuben
Ich sagte das gerade schon: Das sind Missionsstationen. Wir haben 28 missionarische Bücherstuben, die seit 1980 existieren, und es gibt 379 ehrenamtliche Mitarbeiter. Dort ist alles vertreten. Wir haben Studenten, wir haben Familienväter, die unter der Woche arbeiten und dann am Samstagvormittag abwechselnd einen Dienst übernehmen. Wir haben Hausfrauen bei uns, wir haben Senioren. Wir haben bei uns zum Beispiel in Opladen zwei ehemalige Bayer-Manager. Das ist auch sehr sportlich, weil die ganz genau wissen, wie ein Geschäft funktioniert, und sich dann in aller Demut hinter die Ladentheke stellen, oftmals vier Stunden lang. Und kein einziger Kunde kommt rein. Und dann gibt es Tage, an denen die Tür einfach nur so geht, dass sich die Kunden die Klinke in die Hand geben und intensive Gespräche entstehen.
Also, wir haben den Wunsch, in den Bücherstuben als Missionsstation da zu sein, anwesend zu sein, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Und wir haben bei uns in Leverkusen-Opladen, ich wohne weiter in Leverkusen, zum Beispiel einen Bibelkreis angefangen mit drei Menschen. Menschen mit einer sehr kaputten Vergangenheit, die würden bei uns nicht in die Gemeinde reinkommen, aber in eine Bücherstube gehen sie rein, und wir können mit ihnen einen Bibelkreis anfangen. Eine ganz gewaltige Möglichkeit also, die wir da verfolgen können in diesen Bücherstuben.
Hier seht ihr einfach mal, wie es deutschlandweit verteilt ist.
Bibeln, Projekte und neue Formate
Kommen wir zum Verlag. Ich habe gedacht: Was kann man denn als Verlag mitnehmen, was hilft euch da?
Zwei Produkte liegen uns sehr intensiv am Herzen, das sind die Bibeln. Das eine ist die Elberfelder Bibel, die in Koproduktion mit dem Brockhaus Verlag herausgebracht wird. Da sind wir Juniorpartner. Und dann gibt es die NEÜ. Das ist der Wunsch, eine Übertragung zu haben, die man flüssig lesen kann, von Karlheinz van Heijden. Beides erscheint bei uns im Verlag.
Gerade bei dieser NEÜ-Bibel, weil wir da der einzige Partner sind, haben wir die Möglichkeit, ganz gezielte Projekte zu machen. Zum Beispiel hat man mit den Real Life Guys die Live-Lime-Bibel mit Philipp Mickenbecker zusammen gemacht. Oder die Liebe-zur-Bibel-Bibel ist jetzt auch neu herausgekommen. Wir machen auch Projekte mit Schulen. Freikirchliche Schulen nehmen das zum Beispiel gerne in Anspruch, dass sie ihren eigenen Part haben, ein eigenes Vorwort, eigene Anhänge etc. und dass wir dann innen den Text der NEÜ haben.
Kurz zu ein paar Klassikern, die wir bei uns herausbringen: Ihr seht, das ist auch Geschichte, die wir da sehen. Das ist das Kinderentdeckerheft für Kinder. Wir haben den Dillenburger Nachtisch, das ist so ein Kalenderzettel, den wir auch seit 1900 herausbringen, also noch damals beim Dönges Verlag. Bis heute heißt er Glauben Leben oder die Helle Straße für Kinder. Und da einfach nur mal als Ermutigung.
So eine Arbeit lebt von vielen Zahlen, und das muss ja auch funktionieren und laufen. Wir müssen uns ja auch wirtschaftlich gegenüber dem Finanzamt korrekt aufstellen und da die Zahlen reinbringen. Auch Mitarbeiter wollen bezahlt werden. Und manchmal vergisst man bei dieser Bredouille der Arbeit, wie können wir denn hier auch noch unserer Kernaufgabe nachkommen?
Und dann kommen so Rückmeldungen rein: Danke für den tollen Kinderkalender, ich freue mich riesig. Ihr, alle Mitarbeiter des Kalenders, habt mir geholfen, ein Christ zu werden. Ach übrigens, ich bin Niklas, habe den Kalender zu Weihnachten bekommen. Viele liebe Grüße von Niklas.
Das ist so ein Zettel. Wenn du den zurückbekommst, da geht die Pumpe ganz gewaltig an. Das ist so schön, sowas mitzubekommen.
Zeitschriften bringen wir heraus, ganz verschiedene, Gemeinden, aktuelle Perspektiven, da bist du auch intensiv dabei. Vielen Dank. Kinderentdecker hilft mittendrin. Das Wort für heute.
Nur mal eine Rückmeldung von Das Wort für heute: Das ist ein Zettel, das Wort für heute, das, was er da oben sieht, mit dem Smiley drauf, aus dem Jahr 2003, April 2003, die Ausgabe. Und wir haben im Jahr 2021, also der gute Flyer ist schon volljährig geworden, eine Rückmeldung bekommen: Vorab schon mal vielen herzlichen Dank für die kostenlose Zusendung. Infos habe ich aus Obertauern, Salzburger Land, im Infokasten am Kreuz der B 99 erhalten.
Und ich liefere so Beispiele euch bewusst mit, damit ihr wisst: Das Wort Gottes kommt nicht leer zurück. Dieser Kasten lag 18 Jahre, ich weiß nicht warum, aber irgendwie wurde er nach 18 Jahren aus so einem Kasten gezogen an der Bundesstraße, und jemand lässt sich ein Neues Testament zuschicken. Gott ist weiter am Werk. Das ist so ermutigend.
Literatur, Rückmeldungen und geistliche Wirkung
Kurzer Überblick nur über das Programm. Das möchte ich gar nicht weiter vertiefen. Das ist das, was wir euch als Dillenburger mitgeben für eure Bibliothek. Das findet ihr auf dem schräg gestellten Tisch. Das ist ein Tisch, wo ihr euch nicht frei bedienen solltet. Das sind Bücher, die kommen in eure Bibliothek mit rein. Die wollen wir euch gerne schenken. Das sind unsere Neuerscheinungen.
Und nur mal kurz hier ein Buch, was ich gerne besonders herausgreifen möchte: von Butterfield, Fünf Lügen unserer Zeit. Das lohnt sich sehr zu lesen. Und da habe ich letzte Woche eine Rückmeldung bekommen von einem Pfarrer der Landeskirche, eine E-Mail, sehr wortgewandt geschrieben, wo er mir deutlich macht: Das, was ihr da herausbringt, das ist nur noch für die Mottenkiste. Ihr seid ja auf einer Linie mit Paulus unterwegs. Wie könnt ihr im Jahr 2024 so schräg sein?
Das ist schon intensiv, glaube ich. Und ich möchte euch gezielter ansprechen. Ihr werdet hier die Möglichkeit bekommen, von Gott richtig tief in sein Wort einzusteigen, sich von ihm verändern zu lassen, festzustellen, dass das, was wir glauben, nicht nur leere Buchstaben sind, sondern dass Gott selbst derjenige ist, der sich an sein Wort gebunden hat.
Und ich glaube, dass das schwierig ist. Nicht ich glaube, ich weiß es: Man erfährt sich so eine E-Mail, die lässt einen nicht so kalt. Also ist es nicht so, dass man denkt: Wie cool. Sondern man überlegt dann, wie kann man da weiser antworten. Das macht ja etwas mit einem. Und gerade wenn man sehr harmoniebedürftig ist, ist bei mir der Fall, dann denkt man immer so: Wie weit kann man einem noch entgegenkommen? Dann stellt man fest, es gibt Wahrheiten, die kann man nicht der Beliebigkeit aussetzen.
Und deswegen ist es wichtig, dass wir die Wahrheiten kennen und erklären können, dass wir in der Lage sind, Menschen nicht besserwisserisch irgendetwas aufzuschütten, sondern sie zu überzeugen mit guten Argumenten, damit Gott derjenige ist, er ist alleine, der wirken kann in den Herzen der Menschen. Das können wir ja gar nicht bringen. Das bei dem Buch, das seht ihr da auch genau.
Und jetzt darf ich final noch mein Buch vorstellen, das ist das, womit Hartmut mich nach Dillenburg geholt hat: Stabil glauben ist das. Ich hatte da eine Rezension geschrieben über einen anderen Jugendkatechismus, der vor vier, fünf Jahren erschienen ist und der mich sehr erschüttert hat, weil er sehr bibelkritisch war und gegenüber bibeltreuen Christen auch sehr arrogant aufgetreten ist. Also: Wer an die Schöpfung glaubt, hat ein geozentrisches Weltbild, und sowas wurde da gesagt. Sex vor der Ehe, plumpe Grenzziehung, das glaubt heute keiner mehr.
Und das hat mich traurig gemacht, weil ich gedacht habe: Mensch, schlag doch nicht einfach alle Brücken kaputt. Wenn ihr diese Ansicht vertretet, lasst uns doch mal darüber reden und ringen. Das fand ich schade. Ich hatte dann die Rezension zu schreiben und habe dann die Rezension geschrieben für einen Verlag. Hatte da 15 Jahre schon in der Rechtsschutzversicherung gearbeitet als Anwalt und Jurist.
Dann war die Frage, oder dann rief Hartmut mich an, und wer ihn kennt, der weiß, wenn er ein Anliegen hat, platziert er das sehr deutlich. Und er sagte: Tommy, wir brauchen dich als Vollzeitler hier. Wir möchten gerne für Jugendliche ein Werk erstellen. Das liegt schon bei uns seit fünf Jahren in der Schublade: Glaubensgrundsätze für Jugendliche verständlich zu erklären.
Ich möchte euch das nur kurz mal zeigen. Das sieht man jetzt schlecht, aber mir war es wichtig, dass wir über 50 Themen ansprechen in diesem Werk Stabil Glauben und dass das Ganze gestaltet worden ist von 37 Brüdern. Und das ist schon die erste Herausforderung. Es gibt diesen Psalm: Wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen; dorthin hat der Herr den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit.
Warum sagt das David übrigens auch so bewusst? Wenn wir in die heutigen Gemeinden reinschauen, wenn du eine Brüderstunde hast zum Beispiel, also es gibt diesen Anwaltswitz: Treffen sich zwei Anwälte, hast du drei Meinungen? Das gibt es auch in den Brüderstunden, wo man manchmal doch sehr differenziert unterwegs ist. Und ich finde das so schön, dass 37 Brüder an diesem Werk mitgeschrieben haben. Das ist so ein Werk, das Gott da einfach wahnsinnig gesegnet hat. Mit vielen Gesprächen, mit vielen Einander-Abholen, mit vielen Schleifen, die man gedreht hat, haben wir ganz verschiedene Themen angesprochen: von der Bibel bis hin zu Diversität, von Gott, der Vater, was bedeutet das, über christliche Himmelfahrt, über so eine Frage, wo war Christus eigentlich zwischen Tod und Auferstehung, bis hin zu Umweltschutz und Klima. Auch das haben wir drin.
Also klassische Themen, die wir in den Glaubensbekenntnissen finden, bis hin zu neuen Themen, die gar nicht vorkommen. Zum Beispiel bei Katechismen findet man selten bis nie eine Auswahl über das Thema Mission. Finde ich aber elementar wichtig, die Botschaft muss hier raus. Und das ist auch eine Einheit von Toni Keller, Missionar, der aktiv Missionar ist, und der hat darüber eine Lektion geschrieben, zum Beispiel.
Aufbau des Jugendwerks und praktische Hilfen
Kurz zum Aufbau: Es gibt immer eine Überschrift dazu, worum es geht. Das ist jetzt die Bibel als Basis. Dann kommt ein erster Block, und der ist wie ein Suppenwürfelkonzentrat: einfach mal zusammengefasst, was die Kernthese dieser Einheit ist und was wir daran festmachen wollen.
Daran angeknüpft ist ein „Wir bekennen und wir verwerfen“. Wofür stehen wir, und wo sagen wir: Das ist nicht gut, was da gerade passiert? Danach kommt eine Erklärung. Der Suppenwürfel wird sozusagen in den Topf gegeben, entfaltet sein Aroma und zieht sich fort bis zur nächsten Seite.
Dann kommen Bibelstellen. Wir hatten den Verdacht, dass die Jugendlichen die Bibelstellen nicht unbedingt aufschlagen. Deswegen haben wir gesagt, es ist gut, immer ein paar Bibelstellen auch ausgeschrieben in dem Werk drinstehen zu haben.
Danach kommen weitere Bekenntnisse. Wir haben da den Heidelberger Katechismus, das Westminster Bekenntnis und verschiedene Erklärungen, die es gibt, oder Bekenntnisse mit aufgenommen und daraus Zitate herausgenommen.
Dann ist das ganze Buch mit über 70 QR-Codes versehen, die weiterführen zu Videos, zu Diagrammen, zu Übersichten und zu weiterführenden Informationen. Dann gibt es so einen „Was ist was“-Block, also Zusatzinfos: Wie ist eigentlich was aufgebaut? Zum Beispiel hier bei der Bibel seht ihr einfach mal den Bibliotheksschrank, dass die Bibel aus 66 Büchern besteht und wie man sie aufteilen kann.
Und dann gibt es einen Kreativblock, hier in dem Fall ein Gedicht. Das habt ihr auch, das habe ich euch mitgegeben. Ihr habt gleich draußen so ein Arbeitsblatt, das ist die Zusammenfassung von Psalm 13, und hinten drauf habt ihr da einfach ein Gedicht abgedruckt, als kleinen Adventsgruß vom Tommy. Dann könnt ihr das noch mit nach Hause nehmen.
Und dann gibt es wertvolle Zitate. Es ist also auch eine Fundgrube an Zitaten. Ganz wichtig sind dann persönliche Challenges für die Jugendlichen, zwei bis drei konkrete Aufgaben für die Jugendlichen. Da zum Beispiel angeknüpft dann hier ein Exkurs über Bibelverse lehren, mit ganz praktischen Tipps, genau zu den Geschenken.
Ich komme jetzt zum Schluss, und dann bin ich fertig. Ja, ich habe vorne einige Tische aufbauen dürfen, die biegen sich. Und es wäre mir wirklich lieb, wenn die Tische leer geputzt sind, diese drei Tische, die nebeneinander stehen. Ich bin nicht scharf darauf, das wieder mitzunehmen.
Deswegen nehmt, wenn ihr feststellt, okay, ihr seid keine hundert Stück, ich habe jeweils hundert Stück mit dabei, gerne auch was mit. Ihr habt dann schon mal ein Geschenk für Opa und Oma und so etwas. Also die Tische dürfen leer werden, das ist die ganz klare Bitte an euch.
Abschließende Buchempfehlungen und Segenswunsch
Dieses Buch, „Fünf Minuten nach dem Tod“, stelle ich jetzt nicht weiter vor. Von Erwin Lutzer haben wir es neu aufgelegt, und es ist ein Buch, das mich persönlich sehr begleitet hat.
Wir hatten eine Fehlgeburt nach unserem zweiten Kind. Das ist schon sehr intensiv. Da stellst du dir ganz viele Fragen: Wo ist das Kind, was ist damit los? Und da triffst du leider auch viele Leute, die nicht unbedingt seelsorgerlich wertvoll unterwegs sind, sondern sehr radikal.
Dieses Buch von Erwin Lutzer hat mich sehr ermutigt und aufgebaut. Es ist eine wahnsinnige Trostlektüre, „Fünf Minuten nach dem Tod“. Deswegen habe ich gedacht, als ich mich mit Matthias, dem Geschäftsführer, absprach: Es ist keine typische Studentenlektüre, aber es ist eine Lektüre, die ans Herz geht. Und deswegen wollten wir euch das Buch schenken.
Zusätzlich zum „Mitarbeiter mit Herz“ schenken wir euch auch das. Das findet ihr draußen am Tisch.
Dann haben wir die Zusammenarbeit mit der christlichen Polizeivereinigung, und Dieter ist ein ganz lieber Schupo, also Polizist von der Schutzpolizei. 43 Jahre lang war er Polizist und schreibt in 43 Erlebnisberichten auf, was seinen Alltag auszeichnete. Mit der CPV-Bibel, die ist immer noch praktisch, wenn er angehalten wird, kannst du die verschenken.
Und dann arbeiten wir auch mit dem Bibelbund sehr intensiv zusammen. Das ist eine schöne Arbeit, und wir haben jetzt noch recht druckfrisch Good News 4, wo verschiedene Autoren beitragen, gute Aufsätze zu schreiben, um tiefer zu gehen im Blick auf Ethik. Good News 2 und Good News 1 haben wir auch noch mit dabei. Good News 3 ist leider im Nachdruck, aber nehmt euch bitte da gerne reichhaltig mit. Kurzweilige Lektüre, man kann es gut runterlesen, vierfarbig aufgemacht und verschiedene Autoren, die da mitschreiben.
Sollte euch das alles noch nicht reichen, haben wir so einen kleinen QR-Code, so einen kleinen Flyer mit einem QR-Code hinten drauf. Da könnt ihr draufgehen, da findet ihr unser Gesamtangebot. Und ihr findet einen Zettel des Studentenfutters für einen Monat begrenzt, wenn ihr bei uns bestellt.
Wir haben ja die Buchpreisbindung. Von der Buchpreisbindung sind aber Sachen ausgenommen, die nicht mehr in der Buchpreisbindung drin sind. Also manche Bücher nehmen wir nach einer Zeit da raus, die sind dann mit dem Sternchen versehen, und für Non-Book-Artikel gilt das auch nicht. Da können wir euch jetzt einen satten Rabatt einräumen, und da könnt ihr das entsprechend eintragen und uns dann zusenden.
In dem Sinne vielen Dank, dass ich hier sein durfte. Ich wünsche euch Gottes Segen und seine Bewahrung, auch gerade jetzt in den Weihnachtstagen. Nehmt den Psalm 13 auf jeden Fall mit, das wäre mir wichtig, dieses Arbeitsblatt.
Herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit.
