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Der Ausgangspunkt des Gebets
Apostelgeschichte 4,31
Der Hintergrund ist der, dass gerade Petrus und Johannes aus dem Gefängnis entlassen worden waren. Zum ersten Mal waren Menschen um Jesu willen gefangen gewesen, und nun dankt die Gemeinde. Sie bricht in ein spontanes Dank- und Fürbittengebet aus. Und in diesem Gebet ist das Schöne, dass da nicht geschimpft wird und nicht irgendwie gedroht und geklagt wird, sondern da wird einfach dem Herrn die Sache befohlen.
Und jetzt kommt Gottes Antwort auf dieses Gebet der Gemeinde, Apostelgeschichte 4,31:
Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.
Als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte. Ein geistliches Erbeben, vielleicht hat auch die Erde gewackelt, aber in jedem Fall ein geistliches Erbeben. Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut, obwohl sie mit ähnlichen Repressalien rechnen mussten: Gefängnis, Schläge, unter Umständen sogar Kreuzigung wie ihr Herr.
Man kann wohl sagen, dass das Gebet der wichtigste Faktor unter den Voraussetzungen und Kennzeichen einer Erweckung ist. Mit Erweckung meine ich jetzt, dass der Geist Gottes auf viele kommt und dass Menschen gehorsam werden gegenüber Gott und ein Leben mit ihm beginnen. Bei vielen Aufbrüchen wurde der Boden von Einzelpersonen oder von mehreren Betern, von einem Gebetskreis, buchstäblich weich gebetet. Und in mancher Erweckung war das Werkzeug der Erweckung selbst zugleich ein treuer Beter.
Ich möchte zuerst jetzt das Alte Testament zu Worte kommen lassen, danach wollen wir ein paar Augenblicke im Neuen Testament verweilen, und dann möchte ich einen Blick in die Geschichte der Gemeinde Jesu Christi werfen. Zu diesem Thema: Gebet und Erweckung.
Ich selber stehe heute Morgen mit etwas bangem Herzen hier und richte das, was ich jetzt sagen will, auch in vollem Umfang an mich, an meine eigene Adresse. Denn auf keinem Gebiet unseres Lebens ist auch bei uns Verkündigern der Mangel so groß wie auf dem Gebiet des echten, gezielten Gebets.
Und ich glaube, wenn wir im Himmel mal etwas bedauern werden, dann ist es das, dass wir hier auf der Erde so entsetzlich wenig und so entsetzlich kümmerlich gebetet haben, obwohl so viele Verheißungen Gottes, so viele Versprechen Gottes auf dem Gebet lagen. Und ich möchte gerne heute Morgen mithelfen, dass wir im Himmel da weniger bedauern müssen. Das ist mein Wunsch und mein Gebet, so wie es Fred vorhin las aus Lukas 11: „Herr, lehre uns beten.“
Spuren von Erweckung im Alten Testament
Wir schauen ins Alte Testament. Die erste Erweckung, die wir dort eigentlich finden, ist in 2. Mose 17. Wenn ihr es aufschlagen wollt, könnt ihr es tun, aber ich streife diese Stelle jetzt nur.
2. Mose 17,8-13: Da ist diese Geschichte. Einige von euch kennen sie. Das Volk Israel ist aus Ägypten ausgezogen und unterwegs nach Kanaan. Nun wird es von einem feindlichen Volk angegriffen, von den Amalekitern. Die sind inzwischen untergegangen, aber damals haben sie ihnen schwer zu schaffen gemacht.
Unten kämpfte Josua mit den Israeliten gegen die Amalekiter, und oben auf dem Berg betete Mose. Der alte, gereifte Gottesmann Mose betete, und er hob die Hände auf nach israelitischer Sitte. Weil er lange betete, mussten ihm zwei Männer, nämlich Aaron und Hur, die Hände stützen. Er stand Stunden im Gebet, der alte Mann, und man musste ihm die Hände stützen.
Während er betete, siegte unten das Volk. Und wenn er die Hände fallen ließ, wenn er müde wurde, wenn er im Gebet nachließ, dann bekam die Amalekiter die Oberhand. Unten ein fleischlicher, sichtbarer Kampf, und dort oben auf dem Berg ein geistlicher Kampf. Da wurde der Sieg herbeigebetet. Solange Mose die Hände erhob, ein Bild für dieses intensive, glaubensmächtige Gebet, solange siegte Josua. Und als Mose durchgebetet hatte, da war der Sieg vollbracht, und die Amalekiter waren geschlagen.
Ein sichtbarer Sieg. Und ein wichtiges Bild auch für uns, für geistliche Siege, für Erweckungen. Hier war das Volk Gottes noch sichtbar im Fleisch, und es siegte gegen die sichtbaren Feinde. Und wenn wir so im Gebet stehen und anhaltend beten, dann schenkt der Herr auch Sieg über die unsichtbaren Feinde, über all die Mächte, die nicht wollen, dass Menschen Gott gehorsam sind und ihm folgen. Dann schenkt er diesen geistlichen Sieg, und das ist Erweckung.
Frauen, Könige und Propheten als Beter
Eine weitere Erweckung finden wir im Alten Testament im ersten Samuelbuch, sozusagen zwischen den Zeilen geschrieben. Es hat nicht viel Sinn, dass ihr das jetzt aufschlagt.
Da finden wir nämlich in der Richterzeit zunächst, dass die Philister triumphierten. Die Philister waren ein anderes Volk, das damals die Israeliten schwer bedrängte. Übrigens sind die Philister auch heute noch vertreten, sie sind nicht ausgestorben. Das sind die Palästinenser, die Nachfahren der Philister. Das ist im Hebräischen dasselbe Wort, da ist nur ein Punkt anders. Und das ist eindeutig: Die Palästinenser sind die Nachfahren der Philister. Die Philister waren schon damals das Volk, das Israel am konsequentesten ins Chaos stürzen wollte.
Ja, Israel war am Rande des Existenzminimums. Und dann kamen drei Männer in Israel, unter denen das Volk Israel in eine nachher nie mehr erreichte Blütezeit hineingeführt wurde, nämlich Samuel, David und Salomo. Unter diesen drei Männern hat Israel wirklich die größte Blütezeit erlebt.
Aber die Schlüsselfigur dieses sichtbaren Aufschwungs in Israel war im Hintergrund, und zwar eine Frau, eine Beterin: Hanna, die Mutter des Samuel. Sie hat im Hintergrund gebetet, und dann wuchs dieser Knabe Samuel heran als ein Mann Gottes. Sie hat ihn wesentlich geprägt, und er selbst war ein Beter. Im Hintergrund finden wir in der Bibel die Gestalt der Hanna, die diese sichtbare Erweckung, diesen Aufschwung im Volk Israel herbeigebetet hatte.
Wer das zu Hause in der Stille einmal nachlesen will, der kann ihr Gebet lesen: 1. Samuel 1, das Gebet der Hanna. Vor einigen Monaten haben wir es hier ausführlich ausgelegt.
Wir machen jetzt ein paar Sprünge durch das Alte Testament. Dreihundert Jahre später, im siebten Jahrhundert vor Christus, ließ der damals fünfundzwanzigjährige König Hiskia die Türen am Hause des Herrn öffnen und suchte als Allererstes in seiner Regentschaft die Gemeinschaft mit Gott. Jahrelang, jahrzehntelang war das Volk im Götzendienst verstrickt gewesen. Und dann kam Hiskia, ein gottesfürchtiger Mann, der ganz bei dem Herrn war. Das Erste, was er tat, war: Er ließ die Tempeltüren öffnen und ging ins Gebet. Er war ein Beter, und welch eine Erweckung ist dann entstanden und über die alttestamentliche Gemeinde gekommen, nachzulesen in 2. Könige 18 und den folgenden Kapiteln.
Hundert Jahre später zerriss der achtzehnjährige König Josia seine Kleider, nachdem der hohe Priester Hilkija das Gesetzbuch im Hause des Herrn gefunden hatte. Seine erste Anordnung an den Priester lautete: Gehe hin und befrage den Herrn für mich. Geh hin und bete. Wieder ist das Gebet mit im Spiel.
Wieder einige Jahrhunderte später heißt es von Esra in Esra 9, nachdem er von dem Treuebruch der Zurückgekehrten gegenüber Gott gehört hatte, dass er sein Gewand zerriss, auf die Knie fiel und die Hände ausbreitete zu dem Herrn, seinem Gott, und betete.
Der Laie Nehemia war in der Festung Susa im babylonischen Exil und hörte dort von dem großen Unglück und von der Schmach der Zurückgekehrten aus der Gefangenschaft, die in Jerusalem waren, und dass die Mauern zerbrochen lägen. Dann lesen wir in Nehemia 1,4 einen Satz, der mich immer wieder bewegt. Da heißt es: Als ich aber diese Worte hörte, setzte ich mich nieder und weinte und trug Leid tagelang und fastete und betete vor dem Gott des Himmels.
Ehe dieser Aufbruch kam und die Neubelebung und der Tempel gebaut wurde, war also bei diesem einen Mann, bei Nehemia, Hören, Weinen, Leidtragen, Fasten und Beten. Und zwar bei einem Mann, aber es wurde zu einer Erweckungsbewegung im damaligen Israel.
Wo immer wir im Alten Testament von geistlichen Aufbrüchen lesen, ob unter Mose, Josua, Samuel, Elija, ob bei Hiskia, Josia, Esra, Nehemia, wir sehen, dass das Gebet immer mit im Spiel war. Das Gebet ist einfach das Hauptkennzeichen einer geistlichen Erweckung.
Als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, da sie versammelt waren, und sie wurden vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.
Das Vorbild Jesu und der Anfang der Mission
Lass uns in einem zweiten Gedankengang einen Blick ins Neue Testament werfen. Die grösste Erweckungsbewegung aller Zeiten ist wohl das öffentliche Auftreten und Wirken unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus gewesen.
Denn der Auftakt seiner Wirksamkeit waren vierzig Tage und vierzig Nächte des Fastens und Betens in der Wüste. So hat er seinen Dienst begonnen, nicht mit Theologiestudium an der Universität, sondern mit vierzig Tagen Gebet und Fasten in der Wüste. Sein Leben war gekennzeichnet von Stunden und Nächten des Gebets. Jesus war der Beter schlechthin; er ist ja in allen Dingen unser Vorbild, auch im Gebet.
Er zog sich zurück in die Einsamkeit der Wüsten oder der Berggipfel. Er betete am Morgen, er betete am Abend, er hat ganze Nächte durchgebetet. Er betete vor besonderen Ereignissen, vor wichtigen Entscheidungen. Als er zum Beispiel seine Jünger berufen hat, da hat er eine Nacht im Gebet verbracht. Wie oberflächlich gehen wir manchmal vor in der Wahl unserer Mitarbeiter; Jesus hat eine Nacht gebetet, bevor er die Jünger berief.
Betend vollbrachte er Wunder, er lehrte seine Jünger beten, er lebte betend, er starb betend, mit der Bitte für seine Mörder: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun, und für sich selbst: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Jesus war der Beter, und Gott schenkte Erweckung.
Die zweite Erweckung des Neuen Testaments, die mit der Ausgiessung des Heiligen Geistes an Pfingsten begann, nahm ihren Anfang, als die Jünger einmütig beieinander waren im Gebet, Apostelgeschichte 1,14. Sie waren im Obersaal in Jerusalem, 120, und waren im Gebet dort versammelt, um auf die Ausgiessung des Heiligen Geistes zu warten.
In der Geburtsstunde der Weltmission begann der Aufbruch mit Paulus und Barnabas ebenfalls mit einer Gebets- und Fastenzeit. In Apostelgeschichte 13 heisst es: Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und liessen sie ziehen.
Weltmission durch Paulus begann aus einer Gebetsversammlung heraus. Beim Einbruch des Evangeliums hier auf unserem Kontinent in Europa beginnt der Bericht über die Tätigkeit des Paulus in Philippi damit, dass die Apostel am Sabbat hinausgingen an einen Fluss, wo sie dachten, dass man zu beten pflegte. Und dann fand man Frauen, die dort draussen im Gebet zusammenkamen, eine Handvoll Frauen, die beteten vor Philippi am Fluss Gangitis. Und der Herr tat der Lydia das Herz auf, die erste Frau, die in Europa durch Gottes Wort und Geist wiedergeboren war, die Lydia. Und wenig später entstand die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden in Philippi. Ausgangspunkt: eine Gebetsversammlung draussen vor der Stadt.
Und wenn ihr Apostelgeschichte 16 lest, da, wo diese grossen Ereignisse berichtet werden, wie sich da das Evangelium Bahn bricht, immer hat es mit Gebet zu tun. Apostelgeschichte 16 ist durchzogen von Gebet. Ich kann das jetzt nicht weiter ausführen.
Auch in der weiteren Missionstätigkeit des Apostels Paulus ist nichts ohne Gebet gegangen. Gott schenkte ihm grosse Erweckungen in Kleinasien und Mazedonien, dem heutigen Griechenland. Doch zeigen die Briefe des Paulus, dass er nichts erwartete, worum er nicht gebetet hätte. Er betete ohne Unterlass, besonders um offene Türen für das Wort des Herrn.
Viele Erweckungen in neutestamentlicher Zeit waren ebenfalls Früchte von Gebeten, denn nur das Gebet bewegt Gottes Arm. Und Watchman Nee hat einmal gesagt: Gott hat nur so viel Macht auf Erden, wie er Kanäle hat zum Beten.
Als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, und sie wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.
Zeugnisse aus der Kirchengeschichte
Lasst mich in einem dritten und letzten Gedankengang einen Blick in die Geschichte der Gemeinde Jesu Christi werfen. Hier möchte ich heute Morgen den Schwerpunkt legen, weil ich weiß, dass wir durch Vorbilder sehr ermutigt werden können.
Ich möchte jetzt unabhängig und ohne Auswahl, und zwar mit Blick darauf, welcher Kirche oder Freikirche diese Leute angehörten, einfach ein paar Männer nennen, die in besonderer Weise Beter waren.
Wir machen einen großen Sprung in die Zeit der Reformation. Martin Luther war ein treuer Beter. Alle wirklich Großen im Reich Gottes sind Menschen des Gebets gewesen. Ihr könnt lesen, wo ihr wollt, ihr könnt hinschauen, wo ihr wollt: Es waren immer Beter, Frauen oder Männer, es waren Beter.
Luther sagte einmal: Eines Christen Handwerks ist Beten. Und nach diesem Ausspruch hat er gelebt. Nach eigenen Aussagen hat er täglich, man soll es fast nicht glauben, zwei bis fünf Stunden gebetet. Täglich.
Nun gut, es gab damals kein Telefon, es gab damals keine Medien, die ihn abgehalten hätten. Er hatte sicher mehr Zeit als wir. Aber wenn man bedenkt, dass Luther eine Frau hatte und sechs Kinder, dass er Inhaber eines Universitätslehrstuhls war, dass er mit halb Europa korrespondiert hat, eine ganze Reihe von Büchern geschrieben hat, die Weimarer Lutherausgabe umfasst hundertfünfzig Bände dieses Ausmaßes, könnt ihr euch das vorstellen? Hundertfünfzig Bücher von diesem Ausmaß. Und so ganz nebenbei hat er dann noch die Reformation durchgeführt.
Es scheint ein Rätsel zu sein, wie dieser Mann noch fünf Minuten Zeit zum Gebet hätte finden können. Und er sagt, er habe täglich zwei bis fünf Stunden gebetet. Das kann sich heute in unserer Zeit niemand von uns nachmachen, und das muss auch niemand nachmachen. Es kommt auch ganz gewiss nicht auf die Zeit an. Gott hat da keine Stoppuhr, und wir sollten auch keine haben.
Ich will nur zeigen, wie dieser Mann überzeugt war, dass ohne Gebet gar nichts geht. Und darum hat er gebetet. Wahrscheinlich ist hier der Schlüssel für Luthers Wirksamkeit in seinem Aufruf: Arbeite, als ob alles Beten nichts nützt, aber bete so, als ob alles Arbeiten nichts nützt. Wenn wir dieses Geheimnis verstehen und in unserem Leben umsetzen könnten.
Und in einer Auslegung zu Psalm 62 kann er sich einmal so ausdrücken, jetzt in der Luthersprache, bitte hört mal diesen kräftigen Luther: „Stückel's ihm nur nicht, er ist nicht ein Mensch, dem man könnte zu viel Betteln und Bitteln vortragen. Je mehr du bittest, je lieber er dich hört. Schütte nur rein alles heraus, tröpfle und zipple nicht, dann wird er auch nicht tröpfeln und zippeln, sondern dich mit einer Flut überschütten.“
Und seine letzten Worte im Februar 1546 sollen gewesen sein: „Wir sind Bettler, das ist wahr.“
Luther war ein Beter, und Gott hat ihn für die größte Erweckungsbewegung der deutschen Geschichte als Werkzeug gebraucht. Wir leben heute alle noch von den Früchten dieser Reformation.
Ich mache wieder einen Sprung zu Zinzendorf, Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. Er betete lange für die, die seine Liebe mit Füßen traten. Er hatte böhmischen Siedlern auf seinem Gut Bertelsdorf Land zukommen lassen und erntete von ihnen nichts als Undank. Und dann betete er für diese Menschen. Und dann durfte er die Erhörung seiner Gebete in wunderbarer Weise erleben.
Am 13. August 1727 wurde der Geist der Liebe während der Feier des Heiligen Abendmahls auf die Versammlung dort ausgegossen, und bald darauf brannte das Feuer des Geistes in Herrnhut. Missionare zogen aus in aller Herren Länder, von diesem kleinen Dorf in den neuen Bundesländern, Herrnhut. Und die Herrnhuter Mission entstand.
Missionare gingen nach Indien. Das ist bewegend, wenn man das liest. Sie haben sich zum Teil als Sklaven verkaufen lassen, damit sie unter den Sklaven auf den Galeeren und in Indien das Evangelium sagen konnten. Und die Geburtsstunde dieser Bewegung war hier in Herrnhut.
John Wesley, der Gründer der Methodisten, der Erweckungsprediger Englands, hat einmal gesagt: Das Wichtigste im Leben ist das Gebet. Er soll laut eigenen Angaben über dreißigtausend Predigten gehalten haben in seinem Leben. Und doch sagt er: Das Wichtigste ist nicht das Predigen, das Wichtigste ist das Gebet.
Und jetzt hört mal diesen Satz, der mich schon seit Jahren bewegt: Wenn ich das Gebet auch nur einen Tag lang vernachlässige, verliere ich gleich einen großen Teil meines Glaubensfeuers. Das ist ein Satz: Wenn ich das Gebet auch nur einen Tag lang vernachlässige, verliere ich gleich einen großen Teil meines Glaubensfeuers.
Gott schenkte ihm und seinen Helfern Erweckung, so dass im 18. Jahrhundert die damals bekannte Welt auf den Kopf gestellt wurde. In der Gegend, wo Wesley predigte, mussten manchmal die Gaststätten schließen, weil sich so viele Menschen bekehrten, dass keine Trinker mehr da waren. Die mussten pleite machen. So hat Gott diesen Mann gebraucht.
Weitere Vorbilder des Gebets in der neueren Geschichte
Ludwig Hofacker war ein Beter, ein württembergischer Pfarrer und Pietist, wie es manchmal gesagt wird. Er ist nur dreißig Jahre alt geworden und hat nur vier Jahre gewirkt, von sechsundzwanzig bis dreißig. In diesen Jahren war er mehr krank als gesund, zum Teil schwer krank. Deswegen starb er mit dreißig Jahren.
In einem Brief schreibt er einmal an jemanden, an einen Freund: Beten für die Gemeinde ist die Hauptsache. Was nützt alles eigenmächtige Weiden? Ohne eifriges Gebet für seine Gemeinde wird auch keine Liebe im Herzen des Seelsorgers wachsen können, und ohne Liebe kann der Mensch nichts wirken. Beten ist die Hauptsache.
Diesen Mann musste sein Kirchendiener manchmal aus der Sakristei zerren, weil er, nachdem die Glocken schon aufgehört hatten zu läuten, immer noch auf den Knien lag. Er war so schwach, er hatte keinen Mut, auf die Kanzel zu gehen. Dann mussten sie ihn auf die Kanzel zerren, und dann hat er gepredigt. Und dann hat Gott diese Predigten gebraucht, ihr könnt es euch nicht vorstellen. Die Menschen kamen gelaufen von dreißig, fünfunddreißig Kilometer Entfernung, um diese Predigten zu hören, von diesem schwachen Menschen, der krank war und schwach in sich selber. Und Gott hat ihn gebraucht für die größte Erweckung der württembergischen Kirchengeschichte. Und immer noch heute bekehren sich die Menschen in Russland und überall, wo seine Predigtbände noch gelesen werden. Die haben inzwischen über fünfzig Auflagen erreicht. Unten im Keller stehen sie. Wer meine Hofacker-Predigt lesen will, der weiß, warum Gott diese Predigten so gebraucht hat.
Charles Finney war ein amerikanischer Evangelist, und auch er war ein Beter. Gott hat ihn gebraucht zu Erweckungen in Amerika und auch in England. Aber was viele nicht wissen, ist, dass Finneys Dienst von einem außergewöhnlichen Beter begleitet wurde. Sein Name war Vater Nash. Vater Nash kam oft Wochen vor einer Evangelisation in die betreffende Stadt und tat nichts anderes als beten. Könnt ihr euch das vorstellen? Ein hauptberuflicher Beter. Er hat nichts anderes gemacht. Er ging in die Stadt und nahm sich ein Zimmer dort im Hotel oder wohnte bei Gläubigen und betete für den Dienst von Finney. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was dieser Mann gebetet hat und wie Gott das gebraucht hat.
Ich muss euch eine Geschichte erzählen. Eines Tages waren Finney und Vater Nash zum Essen eingeladen, zum Mittagessen bei einem gläubigen Bruder dort in der Stadt. Dann wurde Vater Nash gebeten, das Tischgebet zu sprechen. Ich hoffe, ihr habt auch diese Gewohnheit, dass ihr dankt, bevor ihr die Gaben zu euch nehmt, ein Tischgebet.
Und dann streiften seine Augen, während er sich zum Gebet neigte, den jungen Mann, der ihm gegenüber saß, den verlorenen Sohn des Hauses, der noch nicht bekehrt war und noch nicht mit Jesus lebte. Seine Augen streiften diesen Mann, und dann betete er folgendes Gebet: Herr, wie könnte ich wohlgefallen haben an dieser Speise, wenn mir gegenüber ein junger Mann sitzt, der zur Hölle fährt?
Und dann stand er auf und kniete an der Couch nieder und betete für diesen jungen Mann, dass er sich bekehren möchte. Nach einer Weile sagte er zu Finney: Komm, hilf mir beten. Und dann kniete auch Finney, der Erweckungsprediger, neben ihm und betete. Es dauerte nicht lange, dann kniete dieser verlorene Sohn zwischen den beiden und betete mit, bekannte seine Sünden und nahm Christus an und bekehrte sich, während die Suppe auf dem Tisch dampfte.
Dann setzten sie sich und konnten essen und trinken und fröhlich sein, denn dieser Sohn war tot und war nun lebendig geworden, so wie es in der Geschichte des verlorenen Sohnes heißt.
Missionare als Männer des Gebets
Nun möchte ich drei Zeugnisse von Missionaren einflechten, auch von Missionaren, die draußen in die schweren Missionsarbeiten in der subtropischen Sonne gezogen sind oder mit Kannibalen zu rechnen hatten und vielen anderen Widerwärtigkeiten ausgesetzt waren. Sie waren vielfach wirkliche Beter. Die, die Gott gebraucht hat, das waren alles Beter.
Ich nenne Samuel Hebich, den Basler Missionar, der im 19. Jahrhundert gewirkt hat. Im Missionshaus in Basel, wo er seine Ausbildung absolvierte, ist er nicht weit gekommen. Er war nicht begabt zum Lernen. Das ist ein Trost für alle unter uns, die auch ein bisschen Schwierigkeiten hatten. Er war überhaupt nicht begabt zum Lernen, vor allen Dingen mit Griechisch kam er überhaupt nicht zurecht.
Und als er endlich fertig war, da ist er mit seiner griechischen Grammatik auf die Rheinbrücke in Basel gegangen und hat sie mit hohem Bogen in den Rhein geworfen, mit dem Abraham-Zitat: auf dass du nicht sagst, du habest Abraham reich gemacht. Er wollte seine Hoffnung nicht auf griechische Kenntnisse setzen, sondern auf den Herrn, auf den Heiligen Geist, um den er bat.
Ja, und dann hat man ihn endlich in die Mission geschickt, weil er so darauf drang. Er wollte unbedingt Missionar werden. Eigentlich wollten sie ihn entlassen, aber dann hat man ihn endlich weggeschickt und gedacht: Na gut, dann sind wir ihn los. Und dann hat er schon auf dem Schiff bei der Überfahrt nach Indien in den sechs Wochen viele Menschen für Christus gewonnen. Schon bei der Überfahrt auf dem Schiff entstand eine kleine Gemeinde, in Anführungsstrichen.
Und als er dann dort ankam, entstand 1847 unter den Heiden seines Arbeitsgebiets eine große Erweckungsbewegung. Viele kamen und bekannten ihre Sünden und ihre Zauberei, die sie getrieben hatten, und all diese Dinge. Aber das Geheimnis seiner missionarischen Erfolge war seine unablässige Fürbitte. Bevor er etwas unternahm, hat er zunächst oft stundenlang gebetet. Und dann hat Gott ihn, das ist jetzt das Allertollste, den Ungebildeten als Werkzeug der Erweckung auch für englische Offiziere gebraucht.
Indien war damals von England her Kolonialstaat, und englische Offiziere waren dort stationiert. Und Gott gebrauchte Hebich, den Ungebildeten, als Werkzeug der Erweckung für englische Offiziere. Muss ich zwei Beispiele erzählen?
In der Mittagsruhe, in der Gluthitze, besuchte Hebich die englischen Offiziere in ihren Häusern. Die lagen in den Hängematten irgendwo im Schatten, und dann kam Hebich. Er war so gefürchtet, dass sich ein Major unter dem Sofa versteckt hatte, als er ihn kommen sah. Ein Offizier kroch unter das Sofa, und dann holte ihn Hebich hervor und sagte, dass man sich vor dem Zorn Gottes nicht verstecken kann und dass er sich bekehren, seine Sünden bekennen und Christus annehmen muss als Retter und Herrn. Und das tat der Major und wurde Christ.
Ein anderes Mal kniete er vor dem Haus eines Hauptmanns, der ihn nicht einlassen wollte, so lange und betete auf der Straße in der Sonnenglut der indischen Sonne, bis der Offizier sich endlich entschloss, ihm aufzumachen und sich bekehrte.
Samuel Hebich ist ein lebendiges Zeugnis für den Zusammenhang von Gebet und Erweckung und ein Beweis dafür, dass die einfältigen Gottes Höchstleistungswerkzeuge allererster Güteklasse sind.
Weltweite Frucht eines verborgenen Lebens
Viele von euch haben von David Livingstone gehört, dem großen Entdecker Innerafrikas. Er war Christ, er war Missionar. Er ging als Missionar nach Südafrika und drang dann von Süden aus weiter nach Norden in den Urwald und so weiter vor. Dieser Mann war ein hingegebener Christ, und er diente seinem Herrn.
Ich las einmal folgende Sätze über das Sterben Livingstones. Das hat mir auch fast den Atem verschlagen, als ich das las. Livingstone war im Inneren Afrikas mit seinen eingeborenen Begleitern unterwegs. Eines Morgens packten die Träger das Gepäck und brachen die Zelte ab, nur das Zelt Livingstones stand noch. Sie störten ihn nicht, weil sie wussten: Am Morgen betet er. Da spricht er mit seinem Gott.
Aber dieses Mal dauerte es sehr lange. Schließlich schaute der Führer der Trägerkolonne durch einen Schlitz ins Zelt und sah, dass er immer noch auf den Knien lag. Bis zum Mittag warteten sie dann. Und dann haben sie es endlich gewagt, das Zelt aufzumachen. Da lag er noch auf den Knien, aber sein Herz stand bereits still. Dieser große Mann ist auf den Knien betend gestorben, heimgegangen zu seinem Herrn. Was für ein schöner Tod: Livingstone, ein Beter!
Hudson Taylor, der Großvater, der Urgroßvater der Liebenzeller Mission, lebte 1832 bis 1905. Ich kannte einen Arzt und Missionar, Doktor Ernst Witt, der als junger Mann nach China ging. Er hat Hudson Taylor noch persönlich gekannt, diesen Apostel Chinas, durch den die China Inland Mission entstand. Und das war ein Beter. Er hatte sich bekehrt beim Lesen eines Traktats, während seine Mutter kilometerweit entfernt für ihn betete. Und dann wurde er der Apostel Chinas. Hudson Taylor, immer auf den Knien, wenn die Sonne aufging, über China.
Moody gehörte ebenfalls zu den größten Evangelisten der Geschichte. Er verkündigte Jesus den Gekreuzigten und hatte Erweckung in Amerika und England. Und als er einmal nach dem Geheimnis seines Erfolges gefragt wurde, antwortete er mit einem verblüffenden Satz: „Am Morgen bete ich zwei Stunden, dass Gott Seelen rettet, und den Rest des Tages helfe ich Gott dabei, mein Gebet zu erhören.“ Gut, gell? Am Morgen gebetet, dass Gott Menschen rettet, und die restliche Zeit ihm dabei helfen.
Auch der König der Prediger darf in dieser Reihe der Beter nicht fehlen. Charles Haddon Spurgeon, 1892 gestorben, fand durch einen Laienbruder zu Jesus und predigte bereits als 24-Jähriger vor Tausenden. Übrigens hatte er keine theologische Ausbildung. Weder Studium noch Bibelschule, ein reiner Laie, wie wir heute so ungut sagen, ein Mann, den Gott gebrauchte, ohne Ausbildung.
Das Geheimnis seiner durchschlagenden Predigt war nichts anderes als das Gebet. In seinen Ratschlägen für Prediger schreibt er: Das Gebet ist unser wichtigster Gehilfe, solange die Predigt noch auf dem Amboss ist. Gebetslose Predigten weisen sich als Stroh und Stoppeln aus. Wir sollten nicht nur, nein, wir müssen mehr beten. Das Geheimnis all unseres Erfolgs im Predigtdienst liegt im Beten. Gott gebrauchte Spurgeon und erweckte unter seinem Dienst Tausende.
Georg Müller, wir kommen langsam zum Schluss. Georg Müller war ein Beter, manche sagen auch George Miller. Er lebte in England, hat aber deutsche Vorfahren. Durch seine Waisenhäuser in Bristol sind Zehntausende gegangen. Er hat zig Millionen Traktate drucken und verbreiten lassen. Er hat nach eigenen Angaben die Bibel in seinem Leben über zweihundertmal durchgelesen. Mit seiner Frau beziehungsweise seinen Mitarbeitern hatte er täglich sechs- bis achtmal Gebetsgemeinschaft. Und in seinen Tagebüchern hat man nach seinem Tod den Bericht von 52 Gebetserhörungen gefunden, alle verzeichnet: 52 Gebetserhörungen.
Ihr glaubt nicht, was dieser Mann erlebt hat. Der hatte am Schluss 22 Waisenkinder in seinen Häusern, und manchmal hatte er am Morgen nicht das Essen für die Kinder am Mittag. Dann hat er gebetet, und plötzlich kam Geld aus Amerika oder plötzlich kam jemand und brachte irgendwelche Dinge. So handgreiflich hat er Gottes Eingreifen erlebt.
Gebet als Quelle gegenwärtiger Aufbrüche
Noch drei kurze Zeugnisse aus unserem Jahrhundert.
Von dem geistlichen Aufbruch auf den Hebriden vor der Westküste Schottlands wird berichtet. Das war in den Fünfzigerjahren. Bei uns begann es, als der Geist des Gebets über uns kam. Die Notwendigkeit des Gebets wurde uns neu klar. Die Bereitschaft, sich in Gebetsgruppen zu treffen, war groß. Wir beteten, nachdem uns die geistliche Kraftlosigkeit bewusst wurde, um Neubelebung. Dann griff Gott wunderbar ein. Er beschenkte uns mit Erweckung der Gläubigen und vielen Bekehrungen. Die Gemeinden wuchsen, und neue Gemeinden wurden gegründet. Wie wünschten wir uns das für unsere Zeit heute. Da seht ihr, wo es herkam. Zuerst war der Geist des Gebets da.
Volker Scheunemann berichtet über die Anfänge der Erweckung in Indonesien mit folgenden Sätzen: Es begann damit, dass wir uns unserer Armut bewusst wurden. Ihr merkt, das ist immer am Anfang. Die Menschen wurden sich bewusst: Wir können das nicht machen, wir können das nicht organisieren, wir können das nicht irgendwie managen, dass Menschen sich bekehren, dass Gemeinden entstehen. Immer war am Anfang die Einsicht in die eigene Armut und Ohnmacht. Eine Schar begann, um Erweckung zu beten. So fing es an. Was Gott in Indonesien getan hat und tut, ist bis heute gewaltig in einem moslemischen Land.
Bei uns sind die Gebetstunden gewöhnlich die am schlechtesten besuchten Zusammenkünfte, wenn es überhaupt noch welche gibt in den Gemeinden. In Korea sieht das zurzeit anders aus, jetzt im Augenblick, während wir hier sitzen. Dort spielt das Gebet die wichtigste Rolle im Leben der Christen. In vielen Kirchen und Gemeinden des Landes wird jeden Morgen um fünf Uhr eine Gebetsversammlung gehalten, und die findet an 365 Tagen im Jahr statt. Da möchte ich mal sehen, wer da von uns dabei wäre, morgens um fünf vor der Arbeit. Die meisten Pastoren leiten selbst die Gebetstunde. Gefragt, aus welchem Grund sie das tun, sind ihre Antworten sehr klar: weil von dort die Kraft kommt. Als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, und der Geist erfüllte sie, und sie gingen hinaus und predigten das Wort Gottes mit Freimut.
Der Ruf zu einem Leben des Gebets
Ich muss zum Schluss kommen. Wir sahen am Beispiel des Alten Testaments, dass Erweckung und Gebet zusammenhängen. Wir sahen am Zeugnis des Neuen Testaments, dass es überall dort Aufbrüche gab, wo gebetet wurde: von einzelnen, von Kreisen von Betern, von ganzen Gemeinden. Wenn der Geist des Gebets da war, dann tat sich etwas.
Und wir sehen auch an der Lebensgeschichte unserer Väter, dass sie viel Erfolg im Gewinnen von Seelen hatten, weil sie dem Gebet einfach die Priorität gaben. Die Frage ist heute an uns: Können wir heute die gleichen Wirkungen und Segnungen haben, ohne ihrem Beispiel zu folgen?
Wenn wir es können, dann lasst es uns der Welt beweisen, dass wir einen besseren Weg ohne Gebet haben. Aber wenn wir es nicht können, dann müssen wir in Gottes Namen anfangen, in kleinen Schritten des Gehorsams den Gebetsdienst zu tun.
Möchte Gott schenken, dass wir nicht nur Zeit zum Schlafen, zum Essen, zum Lesen der Zeitung, des Romans, zum Besuch von Freunden, Zeit für alles andere unter der Sonne finden, sondern dass wir Zeit haben für die Hauptsache, Zeit fürs Gebet.
Noch einmal der Satz zum Schluss: Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stadt, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.
Gebet als Antwort der Gemeinde
Wir wollen noch einmal zusammen aufstehen und gleich miteinander beten.
Herr, unser Gott und Vater, wir stehen jetzt nachdenklich und betroffen vor dir, wenn wir aus deinem Wort und auch aus der Geschichte hören, dass überall dort, wo du gewirkt hast und wann immer du gewirkt hast, es mit Gebet zusammenhing. Herr, du hast uns das zur Ermutigung gegeben. Du willst, dass wir dem Beispiel unserer Brüder und Schwestern folgen.
Du möchtest uns gerne zu Betern machen, jeden von uns persönlich, ganz gleich, ob wir jünger oder älter sind, krank oder gesund. Herr, schenke uns doch einfach durch deinen Heiligen Geist diese Freude und diese Einsicht in die Notwendigkeit des Gebets. Herr, mach auch den Schrei nach Erweckung zum anhaltenden Gebet unseres Herzens.
Wir brauchen Erweckung in unserem Land. Um uns herum leben Tausende von Menschen hier in dieser Stadt, die verloren gehen, die ohne dich leben, die in der Hand des Feindes sind. Wir bitten dich, Herr: Lass uns eine Gemeinde werden, in der das Gebet absoluten Vorrang hat, Priorität vor allem anderen. Wir wissen, das geht nur, wenn es in unserem Leben so ist.
Mach uns einfach Mut. Mach du uns selber das Neue wichtig, Herr, auch mir. Schenk, dass wir jetzt nicht irgendwie große Vorsätze fassen, sondern dass wir in kleinen Schritten einfach etwas umsetzen, was uns vielleicht heute Morgen wichtig wurde.
Danke für das große Vorrecht des Gebets und für alle Verheißungen. Wir wollen sie wieder ganz neu sehen und danach handeln. Amen.

