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Die 10 Gebote erklärt

Teil 1: Pornos, Abtreibung & Erziehung
02.08.2024

Einführung und historischer Kontext der frühen Christen

Wir sprechen über die zehn Gebote, und mein Gebet ist, dass du während dieser Videoreihe positiv verändert wirst. Ich selbst wurde schon enorm beschenkt in der Vorbereitung und bete, dass auch du danach geistlich gestärkt hier herausgehst. Ich bete, dass der Heilige Geist diese Beiträge jetzt nutzt, um an dir und an mir zu arbeiten.

Lass uns für den Anfang die Uhr etwas zurückdrehen. Vielleicht hast du schon einmal von einem Vulkan namens Vesuv gehört. Der Vesuv ist ein aktiver Vulkan in der Nähe der italienischen Amalfiküste, zwischen den Großstädten Neapel und Pompeji.

Dieser Vesuv brach im Oktober des Jahres 79 aus. Das war einer der zehn dramatischsten und tödlichsten Vulkanausbrüche der Menschheitsgeschichte. Einer der Menschen, die damals vor Ort waren, war ein weitgereister römischer Offizier namens Plinius. Er war ein Seefahrer und wollte mit seinem Schiff kommen, um Leute zu bergen und zu retten. Leider kam er dabei ums Leben.

Unsere Geschichte geht jetzt weiter mit seinem Neffen, der ebenfalls Plinius heißt. Bei diesem jüngeren Plinius bleiben wir jetzt kurz. Er arbeitete sich im Laufe seines Lebens im römischen Staatsverwaltungsapparat hoch. Später, im Jahr 110, wurde er sogar zum Legatus Augusti ernannt, also zum kaiserlichen Gouverneur der heutigen Nordtürkei. Damit war er einer der wichtigsten Männer der damaligen Welt.

Das war, wie gesagt, nur ungefähr achtzig Jahre nach Jesus. In diesen achtzig Jahren nach Jesus hatte sich das Urchristentum von Jerusalem aus explosionsartig ausgebreitet, auch in unserer Gegend, der heutigen Türkei, worüber wir jetzt sprechen.

Immer mehr Menschen bekehrten sich zum Christentum – mit allem, was dazugehört: mit der Weltanschauung, aber auch mit den Änderungen im täglichen Leben. Christen machten nun vieles anders und nahmen manches aus ihrem damaligen Leben und der Umgebung, der Kultur, nicht mehr mit.

Wie Jesus es vorausgesagt hatte, wurde es auch wirklich so: Von Anfang an wurden Christen verfolgt, vor Gericht gestellt und sogar getötet – so wie es heute in vielen Ländern der Welt immer noch geschieht.

Auch hier in der Nordtürkei, über die wir gerade sprechen, bekehrten sich immer mehr Menschen zum Christentum. Immer mehr wurden vor Gericht gestellt. Weil es so viele wurden, waren die Richter überfragt, wie genau sie mit den Christen umgehen sollten. Also fragten sie logischerweise ihren Vorgesetzten, nämlich unseren Plinius.

Plinius war ebenfalls etwas überfordert, weil die Christen ganz anders waren als andere. Deshalb schrieb er eine Depesche, einen Brief, direkt an den Kaiser in Rom: Wie soll ich mit den Christen umgehen?

Einblicke in die frühen christlichen Gottesdienste

Und aus diesem Brief von unserem Plinius möchte ich dir jetzt vorlesen. Plinius hatte etliche Christen verhört und sogar zwei Gemeindemitarbeiterinnen foltern lassen. Er ist etwas verblüfft über das, was er dabei herausfindet.

Er schreibt nun an Kaiser Trajan, was er herausgefunden hat. Das ist für uns ein kostbarer Einblick in die Gottesdienste der ersten Christen. Ich gehe jetzt auf die wesentlichen Punkte ein.

Er schreibt Folgendes: Die Christen beteuerten, ihre ganze Schuld habe darin bestanden, dass sie gewöhnlich an einem festgesetzten Tag – ich ergänze: dem Sonntag – sich vor Sonnenaufgang versammelt und Christus als ihrem Gott Loblieder gesungen hätten.

Sie hätten sich bei ihren wöchentlichen Treffen das Versprechen gegeben, von nun an auf Diebstahl zu verzichten, keine gewalttätigen Überfälle mehr zu begehen, keinen Ehebruch zu begehen und sie hätten sich das Versprechen gegeben, das ihnen gesetzte Vertrauen nicht zu enttäuschen, also nicht zu lügen. Außerdem hätten sie sich verpflichtet, bei der ihnen überlieferten Lehre treu zu bleiben.

Krass! Ich könnte jetzt viel dazu sagen, wir könnten das mit Plinius noch stark vertiefen. Und du merkst vielleicht auch schon: Plinius ist selbst etwas verwirrt, weil er damit nicht gerechnet hatte.

Wir gehen jetzt von Plinius weiter zu den Christen, denn das ist für uns ein ungefilterter, kostbarer Einblick in die frühen Gottesdienste. Einmal die Woche, Sonntag morgens, Anbetung Jesu Christi, Hymnen, Lobpreis und Christen ermutigen sich gegenseitig. Dabei geben sie sich jede Woche vor Gott das Versprechen, sich an bestimmte Gebote zu halten.

Gebote sind den ersten Christen super wichtig – und auch nicht nur irgendwelche, sondern kommen dir die eben genannten nicht bekannt vor? Kein Diebstahl, keine Gewalt, kein Ehebruch, keine Lüge, Gott allein treu bleiben?

Du, das sind fünf der zehn Gebote, die den Christen so wichtig sind, dass sie sich gegenseitig bei ihren wöchentlichen Gottesdiensten daran erinnern und zur Einhaltung ermutigen.

Zur Erinnerung: Wir sind hier nur in der dritten Christengeneration, die teilweise noch von den Aposteln persönlich angelernt wurde und die die Apostel teilweise noch kannten. Einige von ihnen kannten wahrscheinlich noch einen Johannes, sie kannten wahrscheinlich noch einen Petrus, sie kannten wahrscheinlich noch einen Paulus.

Dass für diese ersten Christen Gebote eine so große Rolle spielten, sagt uns etwas über den Stellenwert von Geboten im Christentum und im Urchristentum aus – und damit auch für uns heute.

Die Bedeutung der Gebote im Neuen Testament und für Christen heute

Lass uns Jesus fragen, ja? Jesus spricht 82 Mal in den Evangelien über Gebote. Das kann also kein Randthema sein.

Jesus sagt zum Beispiel in Johannes 14: „Wenn ihr mich liebt, dann werdet ihr meine Gebote halten.“ In Matthäus 28, einem ganz wichtigen Abschnitt, sagt er: „Geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alle Gebote zu halten, die ich euch gegeben habe.“

Damit sind wir bei der entscheidenden Frage: Welche Gebote meinte er? Jesus sagt immer wieder: „Folge mir nach.“ Und wir Christen, damals wie heute, sind diese Nachfolger von Jesus. Was Jesus sagt, ist für uns gültig und bindend.

Wenn heute jemand kommt und sagt: „Ja, das, was Jesus erzählt, kann mir gestohlen bleiben. Es ist ein freies Land, wir sind in einer freien Gesellschaft“, dann muss diese Person ab einem gewissen Punkt aufhören, sich als Christ zu bezeichnen.

Jesus bestätigt immer wieder die Zehn Gebote. Das wirst du in dieser Videoreihe immer und immer wieder hören. Wir blenden dir alle Quellen ein, sodass du es selbst nachprüfen kannst.

Überhaupt habe ich den Eindruck, dass uns im Westen die Wichtigkeit der Zehn Gebote oft gar nicht richtig klar ist. Schau doch mal, wie häufig und wie zentral die Zehn Gebote im Christentum vorkommen.

Zweimal werden sie in der Bibel Wort für Wort aufgelistet – einmal in 2. Mose 20 und einmal in 5. Mose 5. Ich wiederhole: Einmal in 2. Mose 20 und einmal in 5. Mose 5. An mehreren ganz unterschiedlichen Stellen im Alten Testament wird darauf zurückgegriffen.

Gott selbst sagt in Deuteronomium 6: Diese Worte, die ich dir heute verkünde – direkt davor waren die Zehn Gebote – sollen in deinem Herzen sein. Du kannst auch übersetzen: Die Gebote, die ich dir heute verkünde, sollen in deinem Herzen sein.

Dann sagt Gott weiter: Präge sie deinen Kindern ein und rede davon, ob du in deinem Haus bist oder unterwegs, ob du dich hinlegst oder ob du aufstehst – also immer.

In der Mischna, einer jüdischen Ergänzung zu den Heiligen Schriften, ist auch überliefert, dass die Zehn Gebote über Jahrhunderte von Juden sogar täglich aufgesagt wurden.

Dutzende Male im Neuen Testament werden die Zehn Gebote für uns als Christen unterstrichen. Ja, dutzende Male. Im Neuen Testament werden die Zehn Gebote für uns als Christen besonders hervorgehoben.

Wichtig ist: Die Zehn Gebote werden von Jesus persönlich bestätigt. Das ist also nicht wie die Speisegebote, die irgendwann keine Gültigkeit mehr hatten, sondern die Zehn Gebote werden mehrfach bestätigt.

Die Zehn Gebote wurden von den ersten Christen sehr hoch gehalten und in Ehren gehalten. Der Pliniusbrief, den du gerade gehört hast, ist nur ein Beispiel. Wir könnten viele weitere nennen.

So siehst du schon, wie sehr die Zehn Gebote mit der DNA des Christentums verwoben sind. Bis heute sind die Zehn Gebote in jeder vernünftigen Katechese enthalten. Das heißt: In jeder Unterweisung, in der Menschen, die sich frisch bekehrt haben, einfach wissen wollen, worum es im Christentum geht und was sie brauchen, um das Ganze zu verstehen.

Du kannst ja mal sagen, wie es bei dir war. Ich damals musste die Zehn Gebote von meiner Taufe an auswendig lernen und auch, was sie bedeuten – vielleicht nicht ganz so tief, wie wir es jetzt machen, aber auch damals wurden wir als Täuflinge dazu abgefragt.

Bedeutung der Taufe und Einladung zur Vertiefung

Und nur eine kurze Randnotiz zum Thema Taufe: In letzter Zeit kommen immer mehr Fragen zur Kindertaufe, Erwachsenentaufe und dazu, ob man sich noch einmal taufen lassen soll, wenn man als Kind getauft wurde.

Wenn dieses Thema auch für dich interessant ist, hier nur eine kleine Anmerkung: Drücke gerne die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreibe in die Kommentare zum Beispiel „Taufe“. So weiß ich, dass du dir einen eigenen Beitrag zum Thema Taufe wünschst und kann besser einschätzen, wie dringend das für dich ist.

Jedenfalls zeigt die Tatsache, dass die wesentlichen Inhalte der Zehn Gebote – die, wie wir inzwischen wissen, grundlegend für praktisch jede Zivilisation der Erde sind – dass wir als gesamte Menschheit den Zehn Geboten instinktiv und vollständig zustimmen.

Deshalb sind die Zehn Gebote übrigens auch in der Evangelisation so mächtig. Dazu mehr im dritten Teil dieser Reihe.

Ursprung und Bedeutung der Zehn Gebote

Jetzt erst einmal ganz grundsätzlich: Wie kommen die zehn Gebote zu uns Menschen?

Gott hat uns die zehn Gebote gegeben, nachdem Mose und Aaron auf Gottes Auftrag hin die versklavten und misshandelten Israeliten aus der ägyptischen Diktatur herausgeführt hatten. Dies geschah, nachdem sie das Rote Meer mit göttlichem Eingreifen durchquert hatten, nachdem Gott sie übernatürlich versorgt hatte, nachdem der Angriff der Amalekiter abgewehrt worden war und nachdem sie zum ersten Mal richtig Rast machen konnten am Berg Sinai. An manchen Stellen wird auch vom Berg Horeb gesprochen – das ist dasselbe.

Der Titel „Zehn Gebote“ ist nicht unbedingt eine spätere Hinzufügung, sondern kommt aus den Berichten selbst. Es heißt „Gebote“, weil sie in der Zusammenfassung in 2. Mose 24 als mitzwoth, also als Gebote, bezeichnet werden. Und „zehn“ deshalb, weil in weiteren Parallelstellen genau diese Zahl genannt wird.

Trotzdem ist der Begriff „Zehn Gebote“ oder auf Englisch „Ten Commandments“ ein westlicher Begriff. Spannend ist aber, was im hebräischen Grundtext tatsächlich steht. Dort heißt es nämlich wörtlich Eschereth Harwarim, was bedeutet: „Die zehn Ansagen“. Gott macht der Menschheit zehn Ansagen.

Warum es „Zehn Gebote“ heißt, obwohl das so nicht wortwörtlich in der Bibel steht, ist meine Vermutung: Ich würde stark vermuten, dass es ein Gebot für jeden Finger ist. Das soll uns helfen, sie auswendig zu lernen. Deswegen sind die zehn Gebote auch so direkt und auf den Punkt formuliert, damit du sie dir anhand der zehn Finger gut merken kannst.

Die zehn Gebote wurden auf zwei Steintafeln gegeben, und diese Gebote wurden auf Stein geschrieben. Am Anfang von Gott selbst, später von Mose. Dazu sagt man heute noch manchmal: „Etwas ist in Stein gemeißelt.“ Das heißt, etwas ist nicht abänderlich. Es ändert sich nicht mit der Kultur, nicht mit der Gesellschaft, nicht mit der Zeit oder dem Kontext, in dem man ist. Nein, das ist so, und das soll so sein.

Nach jüdischer Überlieferung ist es tatsächlich so, dass diese zehn Gebote in einen blauen Edelstein, in einen Saphir, reingeschrieben waren, um an Gott im Himmel zu erinnern. Aber wie gesagt, das ist eine spätere Überlieferung.

Was die einzelnen Gebote betrifft, gibt es verschiedene Zählungen. Mal ist das zehnte Gebot aufgeteilt in das neunte und zehnte, mal sind das erste und zweite Gebot zusammengefasst. Für die Zählung, die ich dir jetzt vorstelle, fallen die Argumente aus meiner Sicht um einiges mehr ins Gewicht. Aber wir müssen da gar nicht dogmatisch sein, weil das eine Formsache ist. Der entscheidende Punkt ist der Inhalt.

Diese zehn Gebote sind Gott so wichtig, dass er sie selbst mit der Hand geschrieben hat. Mir fallen ehrlich gesagt nur drei weitere Dinge in der gesamten Bibel ein, die Gott mit der Hand geschrieben hat.

Die zehn Gebote wurden in der Bundeslade aufbewahrt, von der Gott sagt: „Dort will ich dir begegnen.“ Die Bundeslade war das Herzstück der Stiftshütte, später das Herzstück des Jerusalemer Tempels. Der Tempel war das Herzstück der heiligen Stadt Jerusalem, und Jerusalem war das Herzstück des heiligen Landes, des wichtigsten Landes der Welt – Israel.

Im Herzen von all dem liegen die zehn Gebote. Jesus bestätigt die zehn Gebote ebenfalls. Deshalb ist es deine und meine Zeit wert, dass wir versuchen, dem nachzuspüren, was unserem Herrn so sehr am Herzen liegt.

Aufbau der Videoreihe und Einführung in die Sozialgebote

Wir gehen jetzt die zehn Gebote gemeinsam durch, und zwar in drei Teilen.

Im ersten Video behandeln wir die Gebote, die das Zusammenleben zwischen Mensch und Mensch wertvoll machen. Im zweiten Video geht es um die Gebote zum Leben mit Gott. Im dritten Video öffnen wir ein vergessenes, kostbares Geheimnis im Neuen Testament: Wofür du als Christ die zehn Gebote nutzen kannst, um tatsächlich das Reich Gottes zu bauen.

Dabei orientieren wir uns an dieser Übersicht über die zehn Gebote, die wir vom Bibelfürdienst für dich erstellt haben. Dort findest du alles, was du heute brauchst, auf einen Blick. Mit sämtlichen Quellenangaben kannst du alles selbst überprüfen.

Viel wichtiger aber: Diese Übersicht steht ab heute für dich bereit. Wir sind jetzt live, sodass du sie direkt mitnutzen kannst. Klicke einfach auf den ersten Link unter dem Video und nimm sie dir gleich mit.

Wer die Übersicht für seine Familie, für seine Gemeinde, für seinen Hauskreis, für Unterrichtsstunden nutzen möchte oder sie einfach nur zuhause aufhängen will, ist herzlich eingeladen. Genau dafür haben wir sie gemacht. Sie ist für dich. Es wäre schade, wenn du sie nicht mitnimmst.

Während die Ersten sich die Übersicht schon herunterladen, möchte ich kurz für uns beten.

Gebet zum Beginn der Reihe

Jesus, ich danke dir, wunderbarer, großer Jesus, dass du uns so viel hinterlassen hast. Du hast uns das Zeugnis der Apostel gegeben, das Zeugnis der ersten Christen, das Neue Testament und das Evangelium.

Ich danke dir auch für deinen Schutz und deine Bewahrung für diese Reihe bis hierhin. Es war nicht einfach, bis zu diesem Punkt zu kommen. Ich danke dir für alle Menschen, die daran mitgewirkt haben, ebenso für alle, die jetzt zuschauen, und für alle, die uns damals das Evangelium verkündet haben, Herr. Keiner von uns wäre hier, keiner würde zuschauen, wenn nicht jemand anderes ihn zu dir geführt hätte, Herr.

Ich danke dir dafür, dass wir jetzt hier sein können. Vater, ich möchte dich ganz besonders bitten, den Menschen nahe zu sein, die aus schwierigen Gemeindeverhältnissen kommen, die Schlimmes erlebt haben, die vielleicht aus Richtungen stammen, in denen toxische Gesetzlichkeit oder Werkgerechtigkeit herrschten, und wo Irrlehren vielleicht den Weg zu einer lebendigen und fröhlichen Beziehung mit dir versperren.

Ich möchte dich bitten: Ich kann hier nichts bewirken, ich kann nur versuchen, die Inhalte zu erklären. Rhetorisch kann ich nichts erzwingen, sondern du musst es tun. Ich danke dir, dass du es wirkst, dass du das Wollen bewirkst, dass du als Verbringer handelst. Ich danke dir, dass dein Heiliger Geist aktiv und lebendig ist, und darauf wollen wir uns jetzt verlassen, Herr.

Herr, ich bitte dich auch, dass du uns herausführst aus einer Gesetzlichkeit, aus falscher Religiosität. Nutze diese Reihe, um uns immer näher an deinen Herzschlag zu bringen.

Wir legen alles in deine Hände und danken dir, dass wir hier sein dürfen. Es ist eine Ehre. Amen.

Vorgehensweise bei der Betrachtung der Gebote

Okay, ihr Lieben, wir gehen jetzt die zehn Gebote durch. Und Achtung! Wir machen das rückwärts. Wir beginnen mit Gebot zehn und arbeiten uns dann Schritt für Schritt nach vorne zu Gebot eins vor.

Warum machen wir das? Nicht, weil ich nicht zählen kann, sondern weil ich dir das auch empfehlen würde, falls du mal über bekannte Texte predigst. Warum? Weil so die Zuhörer nicht automatisch im Hinterkopf runterrattern, sondern bei jedem Punkt frisch bei der Sache bleiben. Ich kann dir wirklich empfehlen, das funktioniert gut.

Also, die zehn Gebote, wie du hier in der Übersicht siehst, stehen auf zwei Tafeln. Noch einmal: Wir wissen nicht zu hundert Prozent genau, welches Gebot auf welcher Tafel stand. Aber wir können begründete Vermutungen anstellen, wie es am wahrscheinlichsten war. So ist es auch in deiner Übersicht aufgeteilt.

Die zweite Tafel – denkt daran, wir fangen von hinten an – ist die sogenannte Sozialtafel. So nennt man sie. Die Sozialtafel betrifft das soziale Zusammenleben, also die sogenannten horizontalen, die waagerechten Gebote. Es geht um das Zusammenleben der Menschen untereinander, aber immer auch in der Verantwortung vor Gott. Das heißt, es geht um die Beziehung zwischen Gott, Mensch und Mensch.

Diese zehn Gebote stehen nach der traditionellen Überlieferung auf der zweiten der zwei Tafeln der zehn Gebote, den Sozialgeboten. Und als Jesus nach dem höchsten Gebot gefragt wird, fasst er diese Tafel so zusammen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Das hast du schon tausendmal gehört, und es ist immer wieder schwer. Aber mit Gottes Hilfe wollen wir es probieren.

Diese Gebote sind interessant, denn sie sind hierarchisch. Das heißt, sie bauen aufeinander auf. Wir beginnen auf der untersten, der grundlegendsten Stufe – beim Zehngebot, der Basis dieser Pyramide. Im Laufe der Zeit wirst du sehen, wie die Gebote teilweise aufeinander aufbauen und wie sie zusammenhängen.

Also, genug der Vorrede, los geht’s mit Gebot Nummer zehn!

Gebot 10: Neid und Begierde vermeiden

Gebot Nummer zehn bestätigt Jesus. Lo theramoth bedeutet: Du darfst nichts begehren, was zu deinem Mitmenschen gehört. Das heißt, wir sollen anderen Menschen Dinge gönnen. Wir sollen nicht neidisch sein und niemanden verachten für etwas, das er hat und du oder ich vielleicht nicht.

Verachtung ist eine wirklich destruktive Kraft. Dahinter steckt tatsächlich ein zerstörerischer Geist. Überlege mal: Bereits auf den allerersten Seiten der Bibel, im Sündenfall (Genesis 3), womit hat alles angefangen? Später lesen wir, dass es mit Neid begann. Satan sagte: „Ich will sein wie der Allerhöchste.“ Also fing alles mit neidischen Gedanken bei Satan an. Und jetzt haben wir diesen Salat.

Ich überlege, ob ich ein eigenes Video über Satan und seine Geschichte machen soll. Vor allem darüber, wie sie enden wird. Wenn ja, drücke die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreibe einen Kommentar, dass du dir das wünschst.

Deshalb ist es so wichtig, dass du und ich auf unsere Gedanken achten. Jesus sagt: Unrein macht den Menschen, was aus ihm herauskommt, nämlich das, was er vorher schon kultiviert hat. Er sagt auch: Wovon das Herz voll ist, davon läuft der Mund über. Deshalb ist es gut, sich zu überlegen, auf welchen Gedanken man immer wieder herumkaut, welche Gedanken man bewässert, welche man fördert und welchen man erlaubt, weiter zu wachsen.

Es ist wichtig zu wissen, dass Gott unsere Gedanken kennt. Im Psalm 37 steht, dass Gott dir unter bestimmten Umständen geben wird, was du dir von Herzen wünschst. Wie soll er das tun? Indem er erst einmal weiß, was in deinem Herzen ist. Jesus sagt: Der Vater weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet. Warum weiß er das? Weil er in dein Herz hineinsieht und deine Gedanken kennt.

 Psalm 51 sagt, dass Gott unsere innersten Teile sieht. Das wird immer wieder in der Bibel bestätigt. Jesus kann Gedanken lesen, zum Beispiel als die Jünger sich darüber stritten, wer der Größte unter ihnen sei. Da heißt es, Jesus kannte ihre Gedanken. Auch bei der Heilung des Gelähmten, der durch das Dach herabgelassen wurde, wird gesagt, Jesus kannte die negativen Gedanken der Umstehenden.

Das bedeutet, Jesus kennt auch deine und meine negativen Gedanken und weiß, welchen schlechten Gedanken wir viel Raum in uns geben. Deshalb wird in vielen Gemeinden im Gottesdienst auch ein Sündenbekenntnis gesprochen. Zum Beispiel in einer Gemeinde, in der ich einmal war, wurde in regelmäßigen Abständen, ich glaube einmal im Monat, vor dem Abendmahl gebetet: „Herr, wir haben gesündigt in Gedanken, Worten und Werken.“

Werken, also Taten, ist klar. Worte sollten auch klar sein. Aber auch in Gedanken kann man sündigen.

Neid in der heutigen Gesellschaft

Und zum Thema Neid: Weißt du, vieles beim Neid und viele Dinge, auf die wir neidisch sind, sind überhaupt nicht real. Ganz viel ist mehr Schein als Sein. Zum Beispiel der Instagram-Lifestyle von jungen Leuten aus Bali oder Dubai. Du weißt, was ich meine: die selbsternannten 22-jährigen Lifestyle-Gurus oder Unternehmer, die noch nie eine Steuererklärung gemacht oder jemanden eingestellt haben.

Was viele aber nicht wissen, ist, wie es hinter den Kulissen wirklich abläuft. Ich kenne einige Leute aus der Szene. Diese Sportwagen sind meist stundenweise gemietet. Die Privatjet-Aufnahmen sind oft Kulissen. Viele dieser Influencer sind tatsächlich pleite, überarbeitet, einsam, isoliert und häufig depressiv. Sie sitzen in Indonesien oder in arabischen Ländern, wo sie nicht einmal die Sprache sprechen.

Weil ich selbst aus der Finanzbranche komme, sage ich dir, wie es wirklich ist: Glaub nicht alles, was du siehst. Ein weiteres oberflächliches Beispiel: Wusstest du, dass die Mehrzahl der Millionäre in Deutschland nicht das Leben führt, das man sich oft vorstellt? Nicht, dass das unbedingt ein erstrebenswertes Lebensziel wäre – das nur als Tatsachenbeschreibung.

Die meisten Millionäre in Deutschland fahren weder eine Villa noch einen Sportwagen mit drei magersüchtigen Models auf dem Beifahrersitz. Beides ist Hollywood und in der Realität kaum der Fall. Stattdessen fährt die Mehrzahl der Millionäre einen gebrauchten Kombi und trägt eine Uhr für weniger als fünfzig Euro.

Die meisten Wohlhabenden, die zum Beispiel in der Kundenschlange bei der Autovermietung stehen, um sich Mietautos zu holen, könntest du nicht für vermuten, dass sie die gesamte Fahrzeugflotte bar kaufen könnten.

Deshalb frage dich selbst: Würdest du lieber das Aussehen eines Unternehmers haben und den Kontostand eines Studenten – oder umgekehrt? Wir leben in einer Neidkultur, in der vieles, sehr vieles mehr Schein als Sein ist. Jeder macht dem anderen etwas vor. Es ist ein Stück weit wie bei „Des Kaisers neue Kleider“.

Deshalb glaube nicht alles, was andere Leute dir vormachen wollen.

Zusammenfassung und Reflexion zum 10. Gebot

Also, ein Fazit dazu: Die Gebote, insbesondere die Zehn Gebote, sind miteinander verkettet und bauen teilweise wie eine Pyramide aufeinander auf. Wir beginnen hier bewusst rückwärts mit dem vermeintlich geringsten Gebot. Wenn es schon bei diesem, in Anführungsstrichen geringsten Gebot um das geht, was ich innerlich zulasse, wie viel mehr wird das bei den anderen neun Geboten mitschwingen?

Deshalb die Frage an dich und mich: Wie schaffen wir es, auf unsere Gedanken zu achten? Vielleicht sagt jetzt der eine oder andere: Markus, mach doch mal halblang! Soll ich denn jetzt eine Gedankenpolizei spielen? Ich kann doch gar nicht für jeden Gedanken verantwortlich sein, den ich im Laufe des Tages habe. Das hat niemand gesagt, ganz ruhig.

Es gibt das Phänomen des sogenannten zweiten Blicks. Das bedeutet Folgendes: Nehmen wir ein ganz flapsiges, oberflächliches Beispiel: Du bist mit deiner Frau zum Beispiel Eis essen oder im Restaurant, und aus irgendeinem Grund schaust du unwillkürlich zu jemandem des anderen Geschlechts, weil du diese Person vielleicht unbewusst attraktiv findest. Das wäre der unterbewusste erste Blick, den du nicht unbedingt bewusst steuern kannst. Du kannst ja auch nicht alles bewusst steuern, was du zum Beispiel träumst. Darüber reden wir aber gar nicht.

Wir reden über den zweiten Blick. Sobald du unbewusst merkst, dass da jemand ist, den du attraktiv finden würdest, und du eine halbe Sekunde draufgeschaut hast, stellt sich die Frage: Schaust du jetzt noch einmal länger hin? Zwei Sekunden, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht? Denn das ist die entscheidende Frage. Nicht unbedingt, was du mit dem ersten reflexartigen Blick machst, sondern was du mit dem zweiten Blick machst. Und den haben du und ich sehr wohl im Griff, denn das ist eine bewusste Entscheidung.

Ein Praxistest für jeden von uns zum zehnten Gebot, auch unabhängig von Sexualität und Partnerschaft: Wie oft haben du und ich anderen Menschen schon Dinge oder ihr Leben insgesamt missgönnt, weil wir sie begierig für uns haben wollten?

Gebot Nummer neun, und Jesus bestätigt das: „Lo tha aneh vereh achha at shaker“, das heißt, du darfst kein falsches Zeugnis geben, du darfst nicht lügen. Das bedeutet, keine Unwahrheit in deinem Leben zuzulassen, ehrlich zu sein, auch wenn es dich etwas kostet. Wenn wir dieses Gebot nur einhalten würden, wäre das die Garantie, die Bedingung der Möglichkeit dafür, dass zwischenmenschliche Kommunikation überhaupt erst möglich ist.

Deshalb ist Lüge ein Verbrechen gegen jede Art von Zwischenmenschlichkeit. Warum? Weil Lüge das Grundvertrauen zerstört, nicht nur Vertrauen, sondern das Grundvertrauen. Solange ich nicht einmal darauf vertrauen kann, dass ein anderer meint, was er sagt, sondern bei jedem Wort überlegen muss, was er sich dabei denkt oder ob er mich vielleicht sogar anlügt, kann ich nicht mehr mit ihm kommunizieren.

Deshalb ist es so wichtig, wie es im Jakobusbrief heißt, dass wir lernen, auf unsere Zunge zu achten – damit sind die Worte gemeint, die wir wählen.

Ein Praxistest für jeden von uns: Mehr als zehntausend oder weniger als zehntausend – wie viele Unwahrheiten hast du schon in deinem Leben erzählt? Dazu zählt auch, Gerüchte weiterzuerzählen, ohne es genau zu wissen. Dazu zählt auch, in unserer heutigen Zeit vermeintliche Enthüllungsnachrichten oder Verschwörungstheorien über soziale Medien zu verbreiten oder in Chatgruppen zu posten, ohne sie wirklich überprüft zu haben.

Was haben wir Christen dadurch an Glaubwürdigkeit und Vertrauen in den letzten Jahren kaputtgemacht?

Ein gut gemeinter, konstruktiver Ratschlag: Falls du merkst, dass du für so etwas anfällig bist, für so ein Verhalten, dann mach damit, was du willst – ich sage es einfach, wie ich es gerade denke – vielleicht einfach mal ein Nachrichtenfasten einlegen. Ich zum Beispiel schaue seit fast fünf Jahren keine Nachrichten mehr. Darauf zu verzichten, hat mein Leben, meine emotionale und psychische Stabilität sowie meinen Glauben extrem bereichert.

Soll ich mal einen eigenen Beitrag zum Thema „Christ sein und Nachrichten gucken oder keine Nachrichten gucken“ machen? Dann drück die Glocke hier unten rechts unter diesem Video und schreib einen Kommentar, dass du dir so einen Beitrag wünschst.

Andere Beispiele zum Thema Wahrheit sagen: Für alle, die Verantwortung tragen, mit Medien arbeiten, Reichweite haben oder tatsächlich auch vor Ort predigen, zum Beispiel in der Gemeinde: Wenn du etwas nicht weißt, dann sprich nicht darüber. Oder sag einfach, dass du es nicht weißt. Das ist okay! Ich durfte die Erfahrung schon viele Male machen: Für Leute ist das völlig in Ordnung, wenn du mal etwas nicht weißt.

Sag lieber, dass du etwas nicht weißt, bevor du dir sonst etwas aus der Nase ziehst.

Mal ganz unzensiert, mal ganz unrasiert gesagt: Es ist doch kaum etwas Peinlicheres als ein Prediger, der auf der Kanzel den Hobbypsychologen oder Möchtegern-Journalisten raushängen lässt, oder?

Auch beim Thema Lästerei: Welches Bild zeichne ich dadurch von anderen? Ist das wirklich ein ehrliches Bild? Welche negativen Dinge erzähle ich vielleicht noch weiter? Und jetzt geht es um Personen, denn das Neue Testament gebietet uns als Christen klar, Irrlehren beim Namen zu nennen, aber Personen anzugreifen ist etwas anderes, und das wollen wir nicht.

Dazu heißt es im Philipperbrief: Konzentriert euch auf das, was wahr und anständig ist. Dieses Wort „Anstand“ können wir heute teilweise kaum noch verstehen, ebenso wie das, was gerecht ist und rechtschaffen Gott gegenüber. Denkt über das nach, was rein, liebenswert und bewundernswert ist. Da haben wir es wieder: Gedanken! Denkt über Dinge nach, die Auszeichnung und Lob verdienen.

Ein anderes Beispiel beim Thema Wahrhaftigkeit: Nehmen wir den schulischen Kontext, Studium, Ausbildung oder Weiterbildung. Es geht zum Beispiel darum, bei Prüfungen abzuschreiben, bei Hausaufgaben oder Aufsätzen etwas abzuschreiben und als dein eigenes auszugeben. Das ist Lüge.

Warum? Weil du dadurch bewusst einen falschen Eindruck hinterlässt.

Was sehr an Lüge angrenzt, ist sein Wort zu brechen, also heute „hü“ zu sagen und morgen „hot“. Ganz selbstkritisch: Ich weiß, dass ich hier auf diesem Kanal in der Vergangenheit mehrfach Inhalte für einen Monat A angekündigt habe, die dann erst in einem Monat B geliefert wurden. Ich habe daraus persönlich gelernt und möchte mich für dieses Verhalten entschuldigen.

Lüge ist auch deswegen eine große Sache, weil Lüge das Gegenteil von Wahrheit ist. Gott ist der Inbegriff der Wahrheit, sagt Jesus in Johannes 14,6: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Das heißt, Lüge verletzt Gott, weil Gott selbst der Inbegriff der Wahrheit ist. Deshalb kann er Lügen nicht dulden. Das steht mehrfach in der Bibel. Gott selbst kann gar nicht lügen, selbst wenn er wollte.

In Sprüche 12 heißt es: „Lügnende Lippen sind eine Abscheulichkeit vor Gott.“ Merke dir das für später, denn wir sprechen noch über ein Blasphemiegebot, das mit dem Auf-die-Zunge-Achten zusammenhängt.

Jetzt noch eine Sache für die ganz Motivierten: Du hast vielleicht schon gemerkt, dass die Gebote in unserer Bibelübersicht mit „Du darfst nicht“ übersetzt sind. Du überlegst vielleicht, warum das so ist. Es hat einen guten Grund.

Vielleicht kennst du es aus dem umgangssprachlichen Deutsch, dass die Gebote oft so wiedergegeben werden: „Du sollst nicht morden“, „Du sollst nicht ehebrechen“ usw.

In einem Kindergottesdienst oder einer Jugendandacht hast du vielleicht schon mal gehört, dass im hebräischen Grundtext etwas steht wie „Du wirst nicht morden“, „Du wirst nicht ehebrechen“. Da denkt man sich: Das macht doch gar keinen Sinn, denn Christen und Juden verstoßen ja auch gegen diese Gebote. Also stimmt das nicht.

Dann gibt es eine weitere Stufe, bei der gesagt wird: Wenn man sich mit Gott eng verbunden fühlt, wird man automatisch nicht sündigen. Aber auch das stimmt nicht unbedingt, denn auch sehr gläubigen Christen und praktizierenden Juden passiert es, dass sie gegen die Gebote verstoßen.

Also, was stimmt denn jetzt? Die richtige Übersetzung ist tatsächlich „Du darfst nicht“ und so weiter.

Ich erkläre es kurz: Normalerweise im Hebräischen, wenn du jemandem sagen willst, etwas zu tun, nimmst du die Aufforderungsform, zum Beispiel Ketol – „Jetzt töte!“ Nur als Beispiel.

Wenn du sagen willst, etwas nicht zu tun, nimmst du eine leicht andere Verbform, die Präformativkonjugation, den Imperfekt, und setzt davor ein „All“, zum Beispiel „All-Jigtol“ – „Töte nicht!“

Im Normalfall hast du also entweder „Tu es!“ (Ketol) oder „Tu es nicht!“ (All-Jigtol).

Wie ist es bei den Zehn Geboten? Interessanterweise steht dort nicht die normale Vetitiv-Funktion, sondern eine ganz bestimmte Sonderform mit „Lo“ davor, was normalerweise einfach ein beschreibendes „Nicht“ ist.

Deshalb denken manche Leute, es sei eine prophetische Aussage wie „Dir wird es nicht passieren, dass du Ehebruch begehst“. Das stimmt aber nicht ganz.

Dieses „Lo“ mit der Präformativkonjugation, dem Imperfekt, löst eine ganz bestimmte grammatikalische Konstruktion aus, den sogenannten Prohibitiv. Dieser ist sehr selten.

Ich musste lange recherchieren, bis ich diese Grammatik bei Wilhelm Gesenius gefunden habe, einem hebräischen Sprachwissenschaftler des 19. Jahrhunderts.

Gesenius erklärt, dass dieses „Lo“ mit dem Imperfekt eine nachdrückliche Form des Verbotes darstellt, nachdrücklicher als das „All“ mit dem Jussiv.

Das heißt, ich übersetze es jetzt: Unter gar keinen Umständen darf es dir passieren, dass du … Das ist ein sehr starkes Verbot.

Deshalb haben wir es in unserer Übersicht mit „Du darfst nicht“ übersetzt.

Übrigens ist es auch so in der Septuaginta, der ersten griechischen Bibelübersetzung der Weltgeschichte.

Damit willkommen beim Bibelfit-Dienst! Um Christen in der Nachfolge zu stärken, erstellen wir kostenfreie Infomaterialien. Zieh dir gern alles aus diesem Video raus, was du kannst. Vor allem aber werden dir die Infomaterialien auf dieser Webseite helfen.

Sie begleiten jeden Tag Menschen, die neu im Glauben sind, aber auch Tausende, die schon seit Jahrzehnten Jesus nachfolgen.

Das steht alles gratis für dich bereit. Dafür kannst du freiwilligen monatlichen Unterstützern aus dem ganzen Land danken, Menschen wie du und ich.

Wer möchte, dass Videos wie dieses in unserem Land weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, sollte jetzt auf die Glocke hier unten rechts unter diesem Video drücken.

Vielen Dank an alle Unterstützer, ob mit der Glocke, mit Geld oder mit Gebet – es macht wirklich einen Unterschied. Dieses Video hier ist für dich.

Gebot Nummer acht, und Jesus bestätigt das: „Lo tignow“, das heißt, du darfst nicht stehlen. Das bedeutet, wir müssen Eigentumsgrenzen achten. Wir dürfen uns nichts aneignen, wofür wir keine Nutzungsrechte haben.

Im Hebräischen steckt dahinter das Wort „Ganav“. Das Wort „Ganove“ kommt ebenfalls daher.

Wir reden hier von Verbrechen gegen materiellen Besitz, aber noch mehr: Was ist eigentlich Besitz?

Im Normalfall ist Besitz das Ergebnis von Arbeit. Es kann auch sein, dass du etwas geschenkt oder geerbt bekommen hast, aber in dem Fall hat es jemand vorher erarbeitet.

Das bedeutet, wir tauschen im Normalfall in einer freien Gesellschaft unsere Arbeit freiwillig gegen Besitz ein.

Diesen Besitz zu stehlen heißt eigentlich, unsere Arbeit zu stehlen und denjenigen, der dafür gearbeitet hat, ein Stück weit zu deinem Sklaven zu machen.

Deshalb reden wir hier von Verbrechen gegen unser Wirtschaftssystem und Arbeitsstellen.

Dieses Verbot von Diebstahl, wenn wir es einhalten würden, ermöglicht überhaupt erst, den Wert von Arbeit zu schützen. Das macht erst eine freiheitliche Gesellschaft mit freiwilligen Tauschgeschäften möglich.

Bankraub und Ladendiebstahl sollten sowieso klar sein.

Aber was ist mit Diebstählen, die wir uns gerne schönreden? Was ist zum Beispiel mit Versicherungsbetrug?

Der Satz „Das mache ich über die Versicherung“ ist in Deutschland schon zum geflügelten Wort geworden.

Was ist mit Steuerhinterziehung als Volkssport, wie es in den 90er- oder 2000er-Jahren mal der Fall war?

Was heißt Steuerhinterziehung? Zum Beispiel als Angestellter Dinge in der Steuererklärung absetzen, die gar nicht beruflich waren, oder als Selbständiger erhaltene Gelder gar nicht anzugeben.

Versteh mich bitte richtig: Als Christen müssen wir keineswegs alles richtig finden, was der Staat tut. Es ist ein offenes Geheimnis, dass in Deutschland die Zweckentfremdung, Veruntreuung und der Missbrauch von Steuergeldern durch Regierungen legendär geworden sind.

Das könnte sich in keinem normalen Unternehmen ein Finanzchef auch nur ansatzweise leisten.

Wir in Mitteleuropa haben in den letzten 70 Jahren ein politisches System aufgebaut, in dem es in der Politik quasi einen Freifahrtschein gibt.

Es gibt keinerlei persönliche Haftbarkeit bei Verschwendung und nicht einmal bei Nichteinhaltung eines Budgets.

Zum Beispiel könnten wir als Gedankenexperiment festlegen, dass ab einer gewissen Neuverschuldung im Haushalt per Gesetz automatisch alle Abgeordneten von der Wiederwahl ausgeschlossen sind und auf Lebenszeit nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten dürfen.

Oder wir könnten entscheiden, dass bei verschwenderischen Projekten alle Entscheider fristlos entlassen werden und all ihre Pensionsansprüche für die Wiedergutmachung verwendet werden.

Dann würden sich auf einmal Dinge ändern, oder?

Trotzdem ist im Neuen Testament immer wieder glasklar: Wir Christen sollen in voller Höhe Steuern zahlen. Das ist nicht von unserer Zustimmung zur Regierung oder der Verwendung der Gelder abhängig.

Jesus sagt sogar den damaligen Israeliten, dass sie einer feindlichen Militärdiktatur, die regelmäßig Juden öffentlich zu Tode foltert, in voller Höhe Steuern zahlen sollen.

Wie viel mehr dann wir in einem weitgehend freien Land mit demokratisch gewählter Regierung.

Zu Diebstahl zählt auch das Schummeln bei Barföldanträgen, Wohngeldanträgen, Bürgergeld, Arbeitslosengeld und sämtlichen Sozialleistungen, ohne Anspruch darauf zu haben.

Auch Vetternwirtschaft ist Diebstahl. Vetternwirtschaft heißt, dass ich Stellen nicht nach Kompetenz besetze, sondern mit Leuten, die ich sympathisch finde, die ich schon lange kenne oder denen ich etwas schulde, auch wenn es mein Unternehmen kostet.

Das ist nicht in Ordnung.

Ich kann auch durch Unterlassen stehlen.

Was ist zum Beispiel mit illegal bezogenen digitalen Inhalten, die ich ohne Bezahlung nutze, etwa illegale Streamingportale?

Was ist mit Rechnungen, die nicht bezahlt werden? Oder vermeidbarem Rückstand bei Krediten?

Oder als Selbständiger, der Stunden für Kunden abrechnet, die er gar nicht gearbeitet hat?

Oder als Angestellter, der sich krankmeldet, ohne krank zu sein?

Oder in der bezahlten Arbeitszeit surft, am Handy spielt oder auf Firmengeldern Rauchpausen macht?

Die Firma bezahlt dich für Arbeit, die du nicht leistest – das heißt, du stiehlst von der Firma.

Ein Praxistest, unabhängig vom Wert: Wie oft hast du dir schon Dinge genommen, die dir nicht zustanden?

Ich nehme jetzt mal eine harte Stelle, die auch für mich schwierig ist: Beim Propheten Maleachi gibt es eine Stelle, die nahelegt, dass Diebstahl schon vorliegt, wenn man für Gottes Reich und seine Gemeinde, also damals den Tempel, heute übertragen auf unsere Ortsgemeinde, für die Spenden nicht gibt, obwohl man es könnte.

Als wir diese Stelle im Hauskreis angeschaut haben, waren wir auch so: Puh, was heißt das konkret und wie soll ich all diese Verpflichtungen unter einen Hut bekommen?

Persönliche Anmerkung: Ich komme ursprünglich aus der Finanzbranche, wo ich mein gesamtes Berufsleben gearbeitet habe.

Vor vielen Jahren, lange vor dem Bibelfelddienst, hatte ich bei meinem Tiefpunkt selbst mehrere Zehntausend Euro Schulden, die ich dann mit Gottes Hilfe vollständig abbezahlt habe.

Durch diese Erfahrung und durch die Beratungsstelle hatte ich mich schon lange vor diesem Dienst intensiv mit diesen Dingen beschäftigt.

Ich habe die Bibel mehrfach daraufhin gelesen, was sie über Geld sagt, und dabei erstaunliche Dinge gefunden, die so nicht gepredigt werden und die mir sehr geholfen haben.

Wer wissen möchte, wie man aus Schulden herauskommt oder entspannter mit Geld umgehen kann – falls du möchtest, dass meine Frau Elisa und ich dir zeigen, wie wir privat mit Finanzen umgehen, wie wir Schulden bewältigt haben und wie wir heute mit Gehalt und Erspartem umgehen – dann drück gerne die Glocke hier unten rechts und schreib in die Kommentare das Stichwort „Finanzen“.

Wir haben das schon einigen Leuten aus unserer Gemeinde und Familie gezeigt. Sobald man die Scham, besonders die deutsche Scham, Geld zu besprechen, überwindet, ist das eine sehr konstruktive Sache.

Ich wäre damals auch nicht aus meinen Schulden herausgekommen, wenn mir nicht andere Leute gezeigt hätten, wie das geht.

Gebot Nummer sieben, und Jesus bestätigt das: „Lo tin af“ – die Ehe darfst du nicht brechen.

Das bedeutet: Brich keine Ehen, geh nicht fremd, sondern trage dazu bei, dass Familien und Ehen heilig sind und heilig bleiben.

Diese Stabilität der Familie, der Kernfamilie Vater, Mutter, Kinder, ist für Gott von extremer Bedeutung. Das ist ihm wirklich wichtig.

Jeder, der in einer Patchworkfamilie oder als Trennungs- oder Scheidungskind aufgewachsen ist, könnte seine eigene Geschichte des Schmerzes erzählen.

Das ist auch statistisch untersucht: Ehebruch führt immer wieder zu immensen Verletzungen der Familie.

Damit wir beim Thema Ehe über dasselbe sprechen, denn ich weiß, dass in der westlichen Gesellschaft viele Menschen unter „Ehe“ etwas anderes verstehen als Christen, will ich einfach mal unser Eheversprechen teilen, das ich damals Elisa bei der Hochzeit gegeben habe.

Ich habe ihr, ihren Eltern, Geschwistern, der Gemeinde, Freunden und allen Anwesenden folgendes versprochen:

„Vor Gottes Angesicht nehme ich dich, Elisa, zu meiner Ehefrau. Im Vertrauen auf Gottes Hilfe verspreche ich, dich zu lieben und zu ehren, in Gesundheit und Krankheit, in Armut und Reichtum, in guten wie in schlechten Tagen.

Ich verspreche, dich in Freude und Leid nicht zu verlassen, alle, die zwischen uns kommen würden, von mir zu weisen, dir treu zu sein und den Bund der Ehe heilig und unverbrüchlich zu halten, bis der Tod uns scheidet.“

Dieses Versprechen habe ich Elisa mit Gottes Hilfe gegeben.

Das ist etwas anderes als das, was man weltlich unter Ehe versteht, nämlich einen Vertrag mit vielen Paragraphen, der oft nur eine rechtliche Angelegenheit ist.

Hier geht es um ein ernsthaftes, nicht leichtfertiges Versprechen, das gut durchdacht sein sollte.

Man sollte vertrauenswürdige Leute fragen, ob man selbst und die andere Person bereit sind, dieses Versprechen zu geben.

Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, was Ehe in der Bibel bedeutet.

Beim Propheten Maleachi ist die Ehe als ein „Berith“ definiert – ein Bund, der unter Zeugen öffentlich geschlossen wird, mit negativen Konsequenzen bei Nichteinhaltung.

Ich wiederhole: Ehe in der Bibel ist ein öffentlicher, unter Zeugen geschlossener Bund mit negativen Folgen bei Nichteinhaltung.

Nicht einfach „Wir ziehen zusammen und wenn es nicht klappt, trennen wir uns“ oder „Ein romantisches Picknick mit einem Versprechen“.

Jesus führt das später aus: Ehe im Christentum bedeutet, dass ein Mann und eine Frau in Liebe und Treue fürs ganze Leben verbunden sind.

Das ist der engste und längste Bund zwischen zwei Menschen.

Kinder ziehen irgendwann aus, Eltern sterben, aber der Ehepartner bleibt im Idealfall bis zum Schluss.

Ehe ist ein Bund zu dritt – mit Gott und dem Ehepartner – mit Gottes Hilfe.

Es ist ein Schwur, ein öffentlicher Eid vor Familie, Gemeinde und Zeugen.

In der westlichen Welt kommt auch der Staat dazu.

Das Entscheidende ist: Der Bund ist vor Gott geschlossen.

Gott hat ein Interesse daran, dass eure Ehe gelingt.

Die Kehrseite: Ehebruch ist eine schwere Sünde und wird im ersten Buch der Bibel als schweres Unrecht gegen Gott identifiziert, nicht nur gegen den Ehepartner.

Damals stand Ehebruch unter Todesstrafe.

Wer vollstreckt die Todesstrafe? Die Zeugen bei der Eheschließung, also das ganze Dorf.

Das heißt, das Eheversprechen beinhaltete: Falls ich Ehebruch begehe, dürft ihr mich töten.

Das ist der Hintergrund dessen, was damals mit Ehe gemeint war.

Stell dir vor, ein verheiratetes Paar ist eins, und eine nicht verheiratete Person beginnt eine sexuelle Beziehung mit einem der Ehepartner.

In der westlichen Welt wird oft gesagt, nur die verheiratete Person ist der Ehebrecher.

Das ist schön geredet.

In der Bibel sind beide Ehebrecher.

Sind beide verheiratet, ist es klar.

In der heutigen westlichen Welt, die etwas schräg ist, gibt es Probleme, für die wir biblische Antworten suchen.

Ja, zu Ehebruch zählt heute auch die absolute Pornokultur.

Jesus sagt: Wer eine Frau, die nicht seine ist, schon begierlich anschaut, hat in seinem Herzen Ehebruch begangen.

Was heißt das für uns?

Deutsche Kinder, Frauen und Männer suchen täglich über 8 Millionen Mal im Internet nach Pornos.

Je nach Job schaut einer von fünf Männern Pornos während der Arbeitszeit.

Kinder sehen ihren ersten Porno durchschnittlich mit elf Jahren, viele sind jünger.

44 Prozent aller deutschen Kindergartenkinder sind täglich im Internet.

Was glaubst du, was diesen Kindern früher oder später begegnet?

Pornos werden in den nächsten Jahren enorm zunehmen, und viele Darsteller und Produzenten werden immer jünger.

Das Bundeskriminalamt hat das Problem, dass immer mehr Teenager selbst Pornos aufnehmen und sogar Kinderpornos mit anderen Minderjährigen produzieren, die kaum verfolgt werden können.

Viele wünschen sich, dass wir vom Bibelfelddienst einen Beitrag über Pornos machen.

Frage an dich: Möchtest du, dass wir nur einen Beitrag machen, der über Pornos aufklärt, biblisch beleuchtet und praktische Tipps gibt? Oder sollen wir auch Christen einladen, die früher in der Pornoindustrie gearbeitet haben und erzählen, was hinter den Kulissen abläuft? Oder beides?

Gib gern Feedback, drück die Glocke unten rechts und schreib in die Kommentare, was du möchtest.

So oder so: Pornos sind gefilmte Prostitution. Beim Sex ist Geld der Hauptmotivationspunkt, bei Pornos ist es genauso, nur mit Kamera.

Vielleicht denkst du, das sei keine große Sache.

Eine wahre Begebenheit: Anfang 2020 war ich auf einer Weiterbildung und lernte einen jungen Mann kennen, nennen wir ihn Tom.

Er war etwas älter als ich.

Die Leute wussten schnell, dass ich Christ bin, und das führt oft zu Gesprächen über Themen, die sonst nicht Smalltalk sind.

Abends beim Bier ging es um Partnerschaft und Frauen.

Tom machte klar, dass das Thema Frauen für ihn durch sei, wegen schlechter Erfahrungen.

Im Gespräch merkte man, dass er keine Probleme mit Prostitution hatte.

Er sagte Dinge wie: „Was ist schon dabei? Das ist nur eine Transaktion, jeder kann selbst entscheiden.“

Obwohl er es nicht direkt sagte, war klar, dass er häufig Prostituierte aufsucht.

Ich sprach ihn am nächsten Abend darauf an: „Tom, mal angenommen, du hast später eine Tochter, würdest du wollen, dass sie Prostituierte ist?“

Er schaute erschrocken, sagte natürlich nein.

Ich spiegelte ihm seine eigenen Worte zurück: „Was ist schon dabei? Es ist nur eine Transaktion.“

Danach schaute er nur noch auf den Boden und sagte nichts mehr.

Ich glaube, in dem Moment sprach sein Gewissen mit ihm.

Gott hat jedem von uns ein Gewissen ins Herz gepflanzt.

Darauf gehen wir im dritten Teil dieser Videoreihe noch deutlicher ein.

Worauf ich hinaus will: Sexualität ist viel mehr als nur Haut auf Haut.

Deshalb wird Vergewaltigung auch härter bestraft als ein tätlicher Angriff.

Es braucht alle von uns, um in der Gesellschaft eine vernünftige Sexualmoral zu haben.

Wenn in der Ehe nur einer der Partner sagt: „Ist mir nicht so wichtig“, funktioniert die Treue nicht.

Wenn in einem Freundeskreis nur eine Single-Person sich eine Affäre mit einem Verheirateten vorstellen kann – und Affäre ist eigentlich Ehebruch – wird das nicht funktionieren.

Gemeinschaft ist essentiell, um dieses Gebot zu halten.

Eine tolle Katechese dazu ist der Westminster Shorter Catechism.

Darin heißt es zum siebten Gebot: Es setzt die Bewahrung der eigenen und der Keuschheit der Nachbarn voraus, in Herz, Rede und Verhalten.

Ehebruch und Treue sind nie nur für den Täter relevant, sondern auch für die, die es möglich machen.

Besonders an die, die in Gemeinden Verantwortung tragen: Wenn euch so etwas bekannt wird, greift durch!

Lasst die Täter nicht in Amt und Würden, erklärt es nicht zur Privatsache.

Versteht ihr nicht, was ihr geistlich damit tut gegenüber dem Gott der Treue?

Diese Personen müssen aus der Leitung genommen werden – das sehen die meisten christlichen Gemeinden weltweit so.

Vielleicht denkt der eine oder andere: „Ist das nicht Gesetzlichkeit?“

Ich möchte darauf hinweisen, dass viele den Begriff Gesetzlichkeit leichtfertig verwenden, ohne zu wissen, was er genau bedeutet.

Ich habe dazu ein eigenes Video aufgenommen, in dem die sieben Merkmale gesetzlicher Gemeinden beschrieben werden.

Das Video ist unten verlinkt.

Vielleicht ringt der eine oder andere, der dieses Video sieht, mit der Versuchung, seinen Ehepartner zu betrügen.

Statistisch ist das wahrscheinlich.

Deshalb eine Bitte: Wenn du Zuschauer bist oder diese Kämpfe schon hinter dir hast, schreib deine besten Tipps und Ermutigungen für Menschen, die mit Ehebruch kämpfen, in die Kommentare.

Jesus sagt: Wer eine Frau, die nicht seine ist, schon begierig anschaut, hat Ehebruch im Herzen begangen.

Frage an jeden: Wie oft hast du schon begierig geschaut, wo du nicht solltest, und auf diesen Gedanken herumgekaut?

Ehebruch ist dramatisch und traurig, aber die Zehn Gebote zeigen, wie eng die Gebote miteinander verwoben sind.

Oft fängt Ehebruch mit Neid an: Warum kann ich das Leben des anderen nicht haben? Warum nicht diesen Partner?

Dann kommen kleine Lügen wie „Wo warst du?“ oder „Überstunden“, dann Stehlen – du stiehlst jemand anderem seinen Partner –, dann der tatsächliche Ehebruch und nicht selten danach Abtreibung.

Gebot Nummer sechs, und Jesus bestätigt das: „Lo tirzach“ – du darfst nicht morden.

Das bedeutet, menschliches Leben darf nicht vorsätzlich verletzt werden, egal in welchem Alter oder Gesundheitszustand, vor oder nach der Geburt.

Mord und vorsätzliche Tötung sind die größte Verletzung eines Menschen, die man sich vorstellen kann.

Dieses Gebot schützt uns alle und verhindert generationenübergreifende Fehden, wie sie in der Geschichte häufig vorkamen.

Das sechste Gebot hängt auch direkt mit Gebot Nummer eins zusammen, auf das wir nächstes Mal eingehen.

Mord ist ein direkter Angriff auf Gottes Ebenbild, also auf uns Menschen.

Eine selbstkritische Anmerkung: Viele Männer in meinem Alter haben eine Gaming-Vergangenheit.

Mein Bruder und ich haben früher viele Computerspiele gespielt, weltliche Filme geschaut und Fernsehen bis zum Abwinken.

Mir ist erst dieses Jahr aufgefallen, als Elisa und ich einen James-Bond-Film sahen, wie normal in solchen Filmen Diebstahl, Ehebruch und Mord dargestellt werden.

Ich fragte mich: Wie viele Dutzende oder Hunderte Morde habe ich über die Jahre schon angesehen, um unterhalten zu werden?

Gott legt mir die Frage aufs Herz: Ist es wirklich normal, dass wir uns von Morddarstellungen in den Medien unterhalten lassen?

Dinge, die wir im echten Leben nie akzeptieren würden, akzeptieren wir als Unterhaltung.

Ich spitze es zu: Würden wir achselzuckend hinnehmen, wenn es Computerspiele gäbe, in denen man als verheirateter Mann simulieren kann, mit einer anderen Frau zu schlafen?

Ich glaube nicht, dass deine Frau das gut fände.

Noch weiter zugespitzt: Würden wir es akzeptieren, wenn in Computerspielen oder animierten Filmen Kinderpornografie simuliert würde?

Im echten Leben wäre das abscheulich, aber als Unterhaltung akzeptieren wir es nicht.

Wenn wir das nicht hinnehmen, warum sollten wir uns dann von simulierten Morden unterhalten lassen?

Sind Hollywood und Computerspiele die Gladiatorenspiele unserer Zeit?

Als jemand, der weltlich aufgewachsen ist, frage ich mich selbstkritisch: Wollen wir uns wirklich von Lüge, Diebstahl, Ehebruch, Mord und Blasphemie unterhalten lassen?

Wollen wir uns mit Dingen unterhalten lassen, für die Jesus gestorben ist?

Ein Praxistest: Jesus sagt, wer Aggressionen im Herzen trägt, hat Mord begangen im Herzen.

Trifft das auf mich zu? Ich erzähle dir im nächsten Video mehr.

Dann der Elefant im Raum: Abtreibung und vorgeburtliche Kindstötung.

Wir hatten einen Fall im eigenen erweiterten Umfeld, wo eine Mutter im neunten Monat hochschwanger war, und kurz vor der Geburt das Kind im Bauch getötet wurde.

Dass das hier in Deutschland passiert, ist leider wahr.

Ich könnte dir sogar Klinik und Datum nennen.

Vor kurzem sprach ich mit einer Frau, die bei diesem Fall von Anfang bis Ende dabei war.

Falls du das krass findest: Hier siehst du eine Abbildung einer Mutter im zweiten Schwangerschaftstrimester, etwa Halbzeit.

Schau, wie groß ihr Bauch ist.

Stell dir vor, wie groß das Baby darin sein muss.

Was wäre, wenn ich dir sage, dass Babys in diesem Alter hier in Deutschland getötet werden?

Wie viele pro Jahr? Drei, fünf, neun?

Im letzten Jahr gab es in Deutschland über 714 bestätigte dokumentierte vorgeburtliche Kindstötungen.

Mehr als 714 Babys in einem Alter, in dem viele schon außerhalb des Bauches lebensfähig sind, wurden im Bauch getötet.

Viele dieser Tötungen finden in sogenannten evangelischen Kliniken statt, die zur gleichen Zeit von der evangelischen Kirche als Tagungsräume genutzt werden.

Das ist bizarr.

Und das sind nur offizielle Zahlen.

Die tatsächliche Zahl ist höher, weil viele Frauen in die Niederlande oder nach Belgien fahren, wo das Kind dann getötet wird.

Viele Fälle tauchen nicht in offiziellen Statistiken auf.

Oft wird das so umgangen, dass das getötete Kind zwar in der Klinik entbunden wird, die eigentliche Tötung aber außerhalb der Klinik stattfindet.

So wird das nur als Stillgeburt erfasst, nicht als Späterbruch oder vorgeburtliche Kindstötung.

Schon wieder ein Fall weg aus der Statistik.

In den mir vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes gibt es keine detaillierte Angabe, wie alt die getöteten Kinder genau sind.

Wie viele waren im achten oder neunten Monat, kurz vor der Geburt?

Die Kliniken haben diese Daten, aber das Gesundheitsministerium veröffentlicht sie nicht detailliert.

Es wirkt, als habe die Bundesregierung kein Interesse daran, diese Zahlen zu erfassen und zu veröffentlichen.

Der deutsche Staat führt das nicht als Verbrechen gegen das Leben.

Weltweit gibt es über 73 Millionen Tote durch vorgeburtliche Kindstötungen jährlich.

Das ist die häufigste Todesursache weltweit – mit großem Abstand.

Zum Vergleich: Im Zweiten Weltkrieg wurden innerhalb von sieben Jahren 65 Millionen Menschen getötet.

Wir töten heute 73 Millionen jedes Jahr.

Als US-Präsident Truman 1945 die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abwarf, starben an den Tagen selbst etwa 102.000 Menschen, inklusive Spätfolgen etwa 200.000.

Wir haben heute 73 Millionen Tote durch vorgeburtliche Kindstötungen – das ist wie jeden Tag eine Atombombe.

Das, was wir gerade erleben, könnte die größte humanitäre Katastrophe der Menschheitsgeschichte sein.

Der Bauch einer Mutter sollte der sicherste Ort für ein Kind sein.

Wir haben daraus den tödlichsten und mörderischsten Ort der Welt gemacht.

An allen Überfällen, Morden und Kriegen zusammen sterben etwa 546 Menschen pro Jahr.

Durch Abtreibungen sind es 73 Millionen pro Jahr – weit mehr als alle anderen Todesursachen zusammen.

Seit 2010 wurden etwa eine Milliarde Kinder auf diese Weise getötet – etwa ein Achtel der heutigen Weltbevölkerung.

Es werden 133 Millionen Kinder geboren, aber 73 Millionen vorgeburtlich getötet.

Für zwei geborene Kinder wird mehr als eines getötet.

Für jede zweite Geburtsanzeige gibt es mehr als ein getötetes Baby.

Wundert es da, dass es in Gottes Wort heißt: „Mein Kopf wehrt Wasserströme, meine Augen sind voll Tränen über die Erschlagenen, die Tochter meines Volkes“?

Schauen wir nüchtern auf die Zahlen in Deutschland.

Fast eines von neun gezeugten Kindern wird abgetrieben – Tendenz steigend.

Das heißt: In einer Krabbelgruppe mit acht Kindern fehlt eines, weil es abgetrieben wurde.

Bei 24 Kindern fehlen drei.

Wie unvollständig sind vielleicht deine und meine Stammbäume?

Über 99 Prozent der Kinder entstehen bei einvernehmlichem Sex mit dem Partner der Wahl.

Vergewaltigungen sind ein eigenes Thema, zu dem es hier verlinkte Beiträge gibt.

Selbst wenn man die Höchstzahlen des Bundeskriminalamtes mal mit zehn multipliziert, bleiben über 99 Prozent der Kinder bei einvernehmlichem Sex entstanden.

Bei über 19 von 20 vorgeburtlichen Kindstötungen sind Mutter und Kind gesund.

Ausnahmen sind wichtig, aber zuerst müssen wir über die große Mehrheit sprechen.

Jede Abtreibung ist der unwiderrufliche Tod eines Menschen.

Was ist aus Slogans wie „Kein Mensch ist illegal“ geworden?

Wer in der Nähe einer Stadt mit 100 Einwohnern wohnt, sollte wissen, dass dort mindestens 125 Kinder pro Jahr getötet werden.

125 Kinder, deren Leichen still und verborgen entsorgt werden.

Das sind mehr als ganze Schulen haben.

Die reale Zahl ist höher, da Menschen aus dem Umland dazukommen und nicht alle Zahlen weitergemeldet werden.

Manche wollen Hebammen per Gesetz zwingen, Kinder zu töten – das ist gottlos und teuflisch.

Was können du und ich tun?

Praktische Tipps, auch für Männer:

  1. Auch wenn klar ist, dass vorgeburtliche Kindstötungen falsch sind, sei dir emotional bewusst, dass das nicht jeder so sieht.

  2. Informiere dich, damit du weißt, wovon du sprichst und nicht emotional abdriftest.

  3. Mut zum Kind machen – bis zu zwei Drittel aller abgetriebenen Kinder wurden von Familie, Arbeit oder Vater unter Druck gesetzt.

An Orten, wo Mütter zur verpflichtenden Beratung gehen, hat Ermutigung von außen den stärksten Einfluss, das Kind zu behalten.

Das ist unsere Aufgabe.

  1. Wer viel Zeit hat, kann Infoangebote an Schulen machen, um über den Prozess und Alternativen aufzuklären.

  2. Hilf mit, Adoptionen stark zu machen. Es ist nicht logisch, dass Eltern, die ihr Kind nicht aufziehen können oder wollen, das Kind töten müssen.

Es gibt viele Alternativen.

Meine Frau und ich kommen aus Familien mit Pflegekindern, für die wir dankbar sind.

  1. Unterstütze gute Organisationen im Gebet, Ehrenamt und finanziell.

Empfehlungen sind unter diesem Video verlinkt.

  1. Ein praktischer Tipp: Meine Mutter war Arzthelferin. Wenn sie in einer Abtreibungsklinik gearbeitet hätte, wäre das Blutgeld.

Suche dir eine Frauenarztpraxis, die keine vorgeburtlichen Kindstötungen durchführt, um das nicht indirekt zu fördern.

  1. Besonderer Appell an Christen: Achte auf deine Sexualmoral.

Die lässige Einstellung „Ist doch nur körperlich“ beschleunigt den Todeskult der Abtreibung.

Kenne deine Schwachstellen und geh sie ehrlich an.

Zieht nicht unverheiratet zusammen, guckt keine Pornos.

Den Zusammenhang zwischen Pornos und Abtreibungen behandeln wir später.

Hilf mit, die Ehe stark zu machen.

In stabilen Ehen gibt es nachweislich viel weniger Abtreibungen.

Der praktischste Tipp: Sprich über das Thema, besonders mit echten Influencern – angehenden Juristen, Medizinern, Menschen, die in der Praxis sitzen.

Zum Abschluss bete ich kurz zum Thema vorgeburtliche Kindstötungen und die Zehn Gebote als Spiegel für unser Verhalten:

„Jesus, ich danke dir, dass wir leben dürfen, dass du uns Atem geschenkt hast und unsere Ohren öffnest.

Danke, dass du uns die Gebote gegeben hast, damit wir dich besser verstehen.

Wir klagen dir all die Kinder, die nicht da sind, und bitten um Vergebung.

Hilf uns, aufzuwachen, mutig zu sein und Menschen Mut zu machen.

Zeig jedem von uns, was das jetzt persönlich bedeutet.

Hilf uns, in deinen Wegen zu gehen und uns von Versuchungen fernzuhalten.

In Jesu Namen, Amen.“

Gebot Nummer fünf, und Jesus bestätigt das: „Kabet et Abicha u’eth Imecha“ – Ehre deinen Vater und deine Mutter.

Das bedeutet, unsere Eltern, Großeltern, die ältere Generation und Autoritäten mit Anerkennung zu behandeln.

Keine antiautoritäre Erziehung.

Dazu eine reale Begebenheit: Ein sechs- bis siebenjähriger Junge wird zur Einschulung gebracht.

Die Eltern sagen der Schule, der Junge macht keine Hausaufgaben, das wäre ein Eingriff in seine Freiheit.

Wenn er nachts Hunger hat, kochen sie ihm um zwei Uhr nachts eine vollwertige Mahlzeit.

Der Junge hat eine Verletzung, die nicht behandelt wird, weil er keine Lust hat.

Ist das normal?

Gestern war ich lange im Zug unterwegs. Ein Kind schlug ein anderes mehrfach.

Die Eltern sagten zu dem Geschlagenen: „Geh zur Seite, sonst haut mein Kind dich!“

Statt das eigene Kind zu erziehen, wird den anderen gesagt, wegzugehen.

Ist das normal?

Wenn das so weitergeht, wird das die neue Normalität.

Das Wort Gottes sagt: „Was ist das für eine Generation, die den Vater verflucht und der Mutter kein gutes Wort schenkt, die sich für fehlerfrei hält, aber mit Schuld besudelt ist, hoch von sich denkt und verachtungsvoll auf andere blickt?“

Im Propheten Jesaja wird eine Zeit der Anarchie und des sozialen Zerfalls beschrieben, in der unerfahrene Leiter herrschen.

„Kinder werden ihre Fürsten sein, Unverständliche herrschen, das Volk bedrängt einander, der Junge wird frech gegen die Alten.“

Als jemand aus der Wirtschaft sage ich: So könnte keine Firma bestehen.

Wenn der Chef etwas sagt, wird es gemacht.

Wenn ein Kind fragt: „Warum soll ich das machen?“, muss die Antwort der Eltern reichen: „Weil ich das sage.“

Eltern müssen nicht diskutieren oder betteln.

Es ist hilfreich, sich frühzeitig Gedanken über Erziehung zu machen.

Wir vom Bibelfelddienst haben einen Dating-Leitfaden mit konstruktiven Fragen für Beziehungen und Verlobung, unter anderem zur Erziehung.

Wir empfehlen, früh zu klären, ob man heiraten will, ob man Kinder will und wie man erziehen möchte.

Das Gegenteil von autoritärer Erziehung ist, dass jeder in der Familie seinen Platz und seine Rolle hat, wie Gott es gedacht hat.

Das kann mächtigen Segen bringen.

Wenn du mehr wissen willst, drück die Glocke unten rechts und schreib einen Kommentar.

Ein Praxistest: Wie oft habe ich schon meine Eltern entehrt durch Worte, Taten und Gedanken?

Vielleicht ist heute ein guter Tag, um um Verzeihung zu bitten oder Danke zu sagen.

Eltern machen nicht alles richtig – auch Maria und Joseph nicht.

Wie ist es, wenn es zu weit geht? Bei destruktiven oder toxischen Eltern?

Im fünften Gebot steht nicht, dass du sie lieben musst, aber dass du sie respektieren sollst für das, was sie für dich getan haben.

Ich weiß, es gibt viel Leid und Schmerz.

Falls du möchtest, dass wir einen Beitrag zum Umgang mit toxischen Eltern oder Verwandten machen, drück die Glocke und schreib einen Kommentar.

Mir ist der Wert dieses Gebots erst spät klar geworden, als wir meine Großeltern und meinen Vater beerdigt haben.

Eltern ehren ist ein Schlüssel für gesellschaftliche Stabilität.

Respekt vor Autoritäten bedeutet, sich nicht selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern anzuerkennen, dass man Teil einer Linie ist.

Das ist wichtig für emotionale und geistliche Reife.

Gesellschaftliche Verpflichtung beginnt dort, wo ich verstehe, dass ich Verantwortung für die vor mir und nach mir Kommenden habe.

Deshalb mache ich diese Beiträge mit deiner Hilfe.