Generierte Mitschrift
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Ein persönlicher Einstieg und die Bedeutung von Freundschaft
Keine Angst, ich bin nicht der Redner. Ich möchte Ihnen nur Martin Riecksprinz vorstellen. Das ist mein Name. Ich bin seit viel zu vielen Jahren Pastor in Leipzig, seit 1995 in der englischsprachigen Gemeinde dort, einer internationalen Gemeinde, auch anglikanisch.
In meinem ersten Jahr an der Universität wurde ich eingeladen, bei einer Schülerfreizeit zu helfen. Es war eigentlich eine Freizeit für Jungen aus den berühmten englischen Internaten, die das Evangelium hören mussten. Eine Studentin aus der Gemeinde, die ich besuchte, hatte mir gesagt: Ach, du gehst zu dieser Freizeit, du musst unbedingt für meinen Bruder beten, er muss sich bekehren, ich bete kräftig dafür.
Als ich also zu dieser Freizeit ging, hielt ich Ausschau nach diesem jungen Schüler. Und dort habe ich Vaughan Roberts zum ersten Mal kennengelernt. Das war vor dreißig Jahren, wie wir vorher festgestellt haben, fast genau vor dreißig Jahren, kurz nach Ostern, im Jahr 1983. Eigentlich hatte er sich schon bekehrt, aber heimlich, und seine Schwester wusste noch nichts davon. Er hatte das Markusevangelium gelesen und war dadurch zum Glauben gekommen.
Unsere Wege kreuzten sich später wieder. Zwei oder drei Jahre später kam ich von einem Auslandsjahr in Heidelberg zurück an die Universität in England, und er war dann schon nach nur wenigen Jahren als Christ Leiter der, ähnlich wie die SMD, Gruppe Christian Union an unserer Universität, einer ziemlich großen Gruppe von mehreren hundert Studenten.
Unsere Wege gingen dann ein Stück weit parallel. Wir gingen beide an unterschiedliche theologische Hochschulen der anglikanischen Kirche, wurden beide 1991 ordiniert und gehören beide einer Gruppe von neun Männern an, die sich eigentlich von diesen Freizeiten her kennen und in einer sehr lockeren Brüderschaft verbunden sind. Angefangen hat es damit, dass wir einander Gebetsbriefe geschrieben haben, als wir unser Vikariat gemacht haben und ähnliches.
Dann sagte einer von uns nach vielleicht drei oder vier Jahren im Dienst: Wisst ihr, wir brauchen einander jetzt vielleicht nicht so sehr, aber in 15 oder 20 Jahren kann es sein, dass es uns nicht so gut geht. Der Dienst ist schwierig, wir sind entmutigt, und wir werden in Gefahr sein, von Jesus und von allem Möglichen abzudriften. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Freundschaften fest genug sind, damit wir uns in 20 Jahren Rechenschaft geben können, einander etwas zumuten können und uns langfristig beistehen können.
So ist es gekommen, dass wir jedes Jahr für 24 Stunden zusammenkommen, um zu beten, uns auszutauschen und vieles mehr. So ist es auch in dieser Gruppe, und es ist wirklich eine Freude, wenn wir alle zusammenkommen. Natürlich werden dann immer wieder die alten Geschichten aus unserer jüngeren Zeit erzählt, und es wird viel gelacht.
Freunde sind sehr wichtig im christlichen Leben, und es ist für mich eine große Freude, einen Freund vorzustellen und zu begrüßen.
Ein Vorbild für treuen Dienst
Vaughn Roberts ist in einem Punkt vielleicht John Stott ähnlicher als viele andere. John Stott war Vikar und dann Pfarrer in derselben Gemeinde und ist während seines gesamten Dienstes in derselben Gemeinde in London geblieben.
Vaughn Roberts wurde 1991 ordiniert, war dort zunächst Vikar und wurde dann Pfarrer derselben Gemeinde. Er ist immer noch dort.
Es handelt sich um eine ziemlich große Gemeinde, oder genauer gesagt um eine Gemeinde, die sich mehrfach geteilt und neue Gemeinden gegründet hat. Dadurch gibt es inzwischen etwa neun Kongregationen innerhalb einer Gemeinde. Ich weiß nicht genau, wie man das auf Deutsch ausdrücken würde. Es sind Gemeinden überall in Oxford, und die zentrale Gemeinde ist stark von Studenten geprägt. Sie macht eine sehr wichtige Studentenarbeit.
Vielleicht kann man von Tochtergemeinden sprechen, aber sie bleiben als Teil einer großen Gemeinde zusammen. Sie verstehen sich also weiterhin als zugehörig. So viel vorab.
Vom religiösen Umfeld zum Evangelium
Tatsache, ich war 18 und hatte mich gerade bekehrt. Ich war schon zweitausendfünfhundertmal in der Gemeinde, bevor ich mich bekehrt habe. Ich hatte also viel Religion, aber kein Evangelium. Ich bin jeden Sonntag in die Kirche gegangen und oftmals auch als Teil meiner täglichen Schule. Aber Religion ohne das Evangelium ist wie ein Auto ohne Motor. Und so danke ich dem Herrn, dass er mir die Augen für das Evangelium geöffnet hat.
Kurz danach wollte ich auch anderen davon erzählen, was ich erfahren habe. So kam es, dass ich statt Jura dann angefangen habe, Theologie zu studieren. Ich habe eine theologische Ausbildung bekommen, insbesondere auch über das Alte Testament. Dann wurde mir bewusst, dass es nur noch zwei Jahre sind, bis ich anfange, auch in einer Kirche zu predigen. Und so dachte ich, es ist kein Problem, das Neue Testament zu predigen.
Aber es war furchterregend, daran zu denken, dass ich auch das Alte Testament predigen müsste. Ich hatte grosse Angst davor, dass ich auch das Alte Testament verkündigen müsste. Denn einen grossen Teil davon hatte ich bisher noch nicht verstanden. Ich konnte nicht wirklich verstehen, wie das alles zusammenpasst, und viele Teile erschienen mir nicht sehr christlich. Wie kann ich zum Beispiel das Gesetz predigen? Denn ich weiss ja, ich soll keine Gesetzlichkeit predigen. Und wie soll man über Samson den Kindern erzählen? Ganz bestimmt kein gutes Vorbild. Und so war mir bewusst: Ich brauchte Hilfe.
Eine biblische Landkarte für das Alte Testament
Dann habe ich einen Freund kennengelernt, der gerade sein Studium in Australien abgeschlossen hatte. Er war wirklich gespannt und fragte sich, ob ich vielleicht etwas über den Tempel vorbereiten könnte, darüber, wie er sich durch die ganze Bibel hindurch entwickelt.
Aber welche Stellen würde man dafür benutzen? Ich hatte keine Ahnung. Ich wusste, dass es einen Tempel gibt, aber ich kannte keine Bibelstellen dazu. Ich wollte meine Unwissenheit jedoch nicht zeigen, also sagte ich: Was würdest du wählen?
Dann hat er mich innerhalb weniger Minuten durch eine biblische Theologie des Tempels hindurchgeführt, durch die ganze Bibel. Er begann in 1. Mose 2 und sagte, natürlich würde er dort anfangen. Ich hatte keine Ahnung, warum er dort anfangen würde, und sagte nur: Ja, ja, ja.
Dann erklärte er, dass der Garten Eden der Tempel sei, weil dort Gott ist. Danach kamen wir zum Sündenfall, und natürlich war das der Ort, an dem der Mensch aus der Gegenwart Gottes hinausgedrängt wurde. Dann kamen die Stiftshütte in der Wüste und natürlich der Tempel Salomos.
Dann folgten die Zerstörung des Tempels, das Exil und schließlich die Verheißung eines neuen Tempels in Hesekiel 40-47. Und dann Johannes 1,14: Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, tabernakelte unter uns. Und dann, nach der Himmelfahrt, wie der Heilige Geist in die Kirche kommt, und wir der Tempel Gottes sind. Und dann die Verkündigung, dass der Heilige Geist herabkommt, und jetzt ist die Gemeinde der Tempel Gottes.
Und dann Offenbarung 21, das neue Jerusalem, wo Johannes eine Vision einer neuen Schöpfung bekommt. Er sagt, dass es dort keinen Tempel geben wird, denn dieser ganze Ort wird ein Tempel sein.
Mein Mund stand offen. Das hätte ich niemals hinbekommen. Was er hatte, war eine Landkarte, etwas, was ich nicht hatte. Und jetzt wusste ich, dass es Zeit war, auch meine eigene Unwissenheit zuzugeben.
Ich fragte mich: Wie hast du das hinbekommen? Er erzählte mir von einem Buch eines Australiers namens Graham Goldsworthy, Gospel and Kingdom, also Evangelium und Königreich. Die nächste Woche las ich es sofort, und mir wurden die Augen geöffnet.
Ich begann zu sehen, wie die ganze Bibel zusammenpasst. Wie wir von Michael heute Nachmittag schon gehört haben, ist es ein einziges Buch mit einem Verfasser, Gott selbst, und mit einem großartigen Thema. Und zwar, dass Gott sich selbst die Ehre bringen will, indem er Menschen zu Jesus Christus hinzieht.
Und was ich heute Abend und morgen früh tun will, ist, euch zu vermitteln, was diese Landkarte ist, was dieser Plan ist, dieser Überblick über Gottes Plan. Denn ich habe begonnen zu sehen, dass das Alte Testament tatsächlich ein christliches Buch ist. Das Alte Testament ist Verheißung, das Neue Testament Erfüllung. Überall, wo ich im Alten Testament bin, sollte ich daran denken: Ich habe es mit Verheißung zu tun.
I should be asking myself, how is this fulfilled by Jesus Christ? Every part of the Bible belongs to one great story. This is not a book of quotations, yet many of us so read it as if it was.
We are in a hurry in the morning and we know we should read the Bible.
Wir haben es morgens eilig, wir wissen, wir sollen unsere Bibel lesen, und so öffnen wir die Bibel und lesen einen Vers. Aber wir können diesen einzelnen Vers nicht verstehen, es sei denn, wir verstehen auch den Zusammenhang. Der Vers gehört zu einem Buch, das wiederum zu einem noch viel größeren Buch mit einer einzigen Geschichte gehört.
Und es ist nicht nur eine Sammlung von Büchern. Ich habe zu Hause eine Sammlung von Romanen von Hesse. Sie sind einzeln geschrieben, sie sind nicht Teil einer Geschichte. Hermann Hesse, okay, nicht Hess, sondern Hesse, ja. Hermann Hesse hätte ich gewusst, ja, Hermann Hesse, okay. Gut.
Und du liest nur eines dieser Bücher, und das ist in Ordnung. Es ist nicht wie Herr der Ringe, wo ein Buch auf das andere folgt. Und es gibt so manche, die die einzelnen Bücher der Bibel lesen, als ob sie nichts mit den anderen zu tun hätten. Sehr wahrscheinlich lesen sie das Alte Testament, als ob es nichts mit dem Neuen Testament zu tun hätte.
Als ich studiert habe, sollte ich über das Alte Testament einen Aufsatz schreiben, und zwar über den leidenden Knecht beim Propheten Jesaja. Ich habe geschrieben, dass es eine Prophezeiung war, die sich letztendlich in Jesus Christus erfüllt hat. Mein Lehrer hat ein großes Kreuz durch meine Arbeit gemacht und alles gestrichen. Er meinte, ich sollte das Alte Testament lesen, als ob das Neue noch nicht geschrieben worden wäre.
Als Christen wissen wir, dass das doch irgendwie falsch sein muss. Und in vielen Gemeinden, zumindest in England, wird das Alte Testament in dieser Weise gepredigt. Es gibt einige Abschnitte, die natürlich sehr eindeutige Prophezeiungen sind, und wir sprechen also über Christus durch sie.
Aber den Rest des Alten Testaments ignorieren wir entweder oder wir verwandeln ihn in eine Moralpredigt. Es ist, als ob ein Freund von mir ein weiterer Ziegelstein in dem schweren Gepäck wäre, das ich trage. Wir kommen mit all unseren Lasten in die Gemeinde, in die Kirche am Sonntagmorgen, und wenn alles, was wir dort hören, Moralpredigten sind, dann wird uns einfach noch eine weitere Sache aufgetragen, die wir tun sollen, ohne wirklich einen Grund, warum wir es überhaupt tun sollten. Und das beugt uns noch weiter.
Aber wenn wir das Alte Testament als einen Teil einer viel größeren Geschichte verstehen, dann werden wir immer Christus predigen. Dann werden wir immer das Evangelium predigen. Dann werden wir immer ermutigt und nicht nur niedergedrückt.
Und so lasst uns versuchen, die Bibel als eine Geschichte zu verstehen.
Das erste große Thema: Gottes Reich am Anfang
Und zwar fangen wir damit an, am Anfang, mit dem Teil Nummer eins: Christus verheißt. Ich habe die Bibel in unterschiedliche Kapitel eingeteilt, und das erste Kapitel nenne ich das Grundmuster des Königreichs. Das finden wir in 1. Mose 1 und 2.
Dieses Thema Königreich habe ich in diesem Buch von Graham Goldsworthy aufgegriffen. Er sieht dieses Thema des Reichs, des Gottesreichs, so, dass es sich durch die ganze Bibel hindurch erstreckt. Und er definiert es als Gottes Volk an Gottes Ort unter Gottes Herrschaft.
Und genau das ist es, was wir auch hier in 1. Mose 1 und 2 schon sehen: Gottes Volk, Adam und Eva, an Gottes Ort, im Garten Eden, unter Gottes Herrschaft. Wir haben hier keinen Zweifel, wer herrscht. Es ist eine sehr liebevolle Herrschaft. Gott sagte: Du kannst von all den Bäumen des Gartens essen, aber nur nicht von dem einen.
Und unter der Herrschaft Gottes haben sie diesen Ort auch genossen. Das war genau das Leben, wie es Gott sich gedacht hat für die Menschen, ein Leben, das ausgezeichnet war durch viele unterschiedliche, vollkommene Beziehungen: die Beziehung zwischen Gott und Mensch, zwischen Mann und Frau, die füreinander geschaffen wurden, und für die Menschheit in der ganzen Schöpfung allgemein.
Aber wir wissen: Irgendetwas ist dann falsch gegangen.
Der Bruch und die erste Hoffnung
Und das führt uns zu Kapitel zwei. Denn Kapitel zwei hat dann die Überschrift: „Das untergegangene Reich, der Sündenfall“.
Gott hat gesagt, ihr sollt nicht von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen essen. Das hat mich immer schon durcheinandergebracht, denn ich dachte, eigentlich ist es doch etwas Gutes, wenn ich den Unterschied zwischen Gut und Böse weiß. Und wie kann Gott sich hier schuldig sprechen, wenn sie jetzt endlich doch zu der Erkenntnis durchgegangen sind, was richtig und was falsch ist, was gut und was böse ist?
Aber sie wussten schon, dass das falsch war, bevor sie überhaupt davon genommen hatten. Denn was dieser Baum repräsentierte, war, dass Gott das Recht hat, zu entscheiden, was gut und was böse ist. Es war also nicht nur, dass sie das Gesetz gebrochen haben, sondern dass sie gesagt haben: Wir schreiben das Gesetz. Es ist also eine fundamentale Rebellion gegen Gott. Es ist, dass sie selbst entscheiden: Wir entscheiden, was gut und böse ist, und nicht Gott.
Sie haben sich vorgestellt, dann wäre das Leben viel besser. Denn Satan hat es ja versprochen. Und dieser Lüge haben sie geglaubt. Und alles ist dann in die Hose gegangen. All die vollkommenen Beziehungen wurden zerstört.
Und als dann der liebevolle Gott kam, um nach ihnen zu schauen, sehen wir: Er ist immer noch voll der Gnade und Liebe. Dann haben sie ihn abgelehnt. Und Gott hat sie bestraft, indem er sie aus dem Garten Eden hinausgetrieben hat. Auch die Harmonie zwischen Mann und Frau war dahin. Sie haben angefangen, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben. Und es gibt keine vollkommene Ehe diesseits vom Himmel.
Und die Beziehung zwischen dem Menschen und der Schöpfung war dahin. Ab jetzt würde es schwere Arbeit sein, den Boden fruchtbar zu machen. Es gab also kein Volk Gottes mehr, auch keinen Ort Gottes mehr, denn sie waren hinausgetrieben. Und es gab auch nicht mehr ein unter der Herrschaft Gottes Leben, denn das hatten sie abgelehnt. Statt also den Segen Gottes zu genießen, waren sie jetzt unter dem Fluch.
Und hier könnte die Bibel schon aufhören. Wir wenden uns von Gott ab, er könnte sich einfach von uns abwenden und uns einfach in dem Zustand stehen lassen. He could simply say: „Go to hell for all I care.“ But he’s a God of amazing grace. And he is determined to put things right. In fact, the Bible says, even before God made the world, he’d planned to put things right.
Die Bibel erklärt uns, dass schon bevor er überhaupt die Erde geschaffen hat, die Welt geschaffen hat, hat er entschlossen, Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Genau das ist es doch, was Paulus im Epheserbrief Kapitel eins sagt. Epheser 1,3-6. „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in der Liebe. Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.“
Vor der Schöpfung der Welt hat Gott sichergestellt, dass er sich durch seinen Sohn Jesus Christus entschlossen hat. Und so überrascht es uns nicht, dass selbst zu der Zeit dieses untergegangenen Reiches schon ein Licht leuchtet. Denn genauso wie Gott hier die Menschheit jetzt bestraft, so spricht er schon eine Warnung gegen die Schlange aus. In 1. Mose 3,15 kündigt Gott an, dass die Schlange zerstört werden wird, denn jemand, der von der Frau geboren werden wird, wird den Kopf der Schlange zertrümmern.
Selbst also in dieser Dunkelheit lässt Gott schon sein Licht leuchten. Und von diesem Punkt an halten wir in der Bibel Ausschau nach demjenigen, der den Kopf der Schlange zertrümmern wird. Wer wird es sein? Und Paulus erklärt uns im Römerbrief, dass Jesus Christus derjenige ist, der die Schlange zertrümmert.
Die Verheißung an Abraham und die Geschichte Israels
Und in diesen nächsten Kapiteln im ersten Mose, wo sich die Sünde immer weiter ausbreitet, ist doch auch die Botschaft der Gnade. Gott richtet die ganze Menschheit durch eine Flut, aber er rettet eine Familie. Er macht mit dieser Familie einen Bund, dass er niemals wieder ein solches Gericht über die Menschheit bringen wird.
Und jetzt kommt der tiefste Punkt im Turmbau zu Babel. Die Menschheit versucht, sich selbst vor Gott zu glorifizieren, zu verherrlichen. Gottes Gericht ist, dass sie fortan nicht nur voneinander, nicht nur von Gott, sondern auch voneinander getrennt leben sollen. Aber selbst dann sehen wir Gnade.
Sünde hat dazu geführt, dass der Mensch von Gott abgeschnitten ist und von den anderen Menschen. Gottes Plan ist, dass er Einheit schafft zwischen dem Menschen und sich. So direkt nach Abel spricht er zu einem Mann, Abram, und nach Abel, nach Babel, spricht er jetzt zu einem Mann, und das ist Abraham. Er gebietet ihm, sein Land zu verlassen, und gibt ihm dann unbeschreibliche Verheißungen. Und von denen lesen wir im ersten Mose, Kapitel 12, Verse 1 bis 3:
Der Herr aber hatte zu Abraham gesprochen: Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde. Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde.
Und dann, Vers 7: Da erschien der Herr dem Abraham und sprach: Deinem Samen will ich dieses Land geben. Und er baute dort dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.
Hier finden wir drei großartige Verheißungen, und diese sind Evangeliumsverheißungen. Zum einen die Verheißung eines Volkes: Gott sagt hier zu Abraham, deine Nachkommen werden zu einem großen Volk anwachsen. Und dann die Landesverheißung: Dieses Volk wird an Gottes besonderem Ort leben. Und dann die Verheißung des Segens: Gott wird sie segnen und durch sie die ganze Menschheit.
Dies ist eine Verheißung des Königreichs. Es wird wieder einmal Gottes Volk an Gottes Ort unter Gottes Herrschaft und im Genuss seines Segens sein. Denn dann wird wieder Gottes Volk an Gottes Ort unter Gottes Herrschaft gesegnet werden. Und wir sehen: Gott hat hier nicht nur Interesse an den Nationen. Aber doch würde er das Volk Israel segnen, um dadurch dann alle Nationen zu segnen.
Dies ist der Text, den der Rest der Bibel auslegt. Dies ist das Evangelium, das sich in Jesus Christus erfüllt. Das Evangelium in der Form eines Embryos. Und durch das ganze Alte Testament hindurch wird dem mehr und mehr Inhalt verliehen, und dann erfüllt es sich in Jesus Christus. Paulus in Galater 3 sagt, dies ist das Evangelium, das Abraham gehört.
Und in dem nächsten Teil, im nächsten Kapitel des Alten Testaments, das ich dann die partielle Verwirklichung des Reiches Gottes nenne, sehen wir, wie sich diese Verheißungen teilweise in der Geschichte Israels erfüllt haben. Und wir werden uns jetzt jede dieser einzelnen Verheißungen anschauen.
Ein Volk entsteht durch Gottes Eingreifen
Zuerst einmal kommen wir zu der Verheißung eines Volkes. Gott hatte Abraham erklärt, dass er eine große Nation aus seinen Nachkommen machen wird. Das Problem war, dass Abraham und seine Frau Sarah keine Kinder bekommen konnten. Und um eine große Nation zu gründen, brauchten sie wenigstens einen Nachkommen.
Habt ihr euch jemals darüber Gedanken gemacht, warum Genesis so viel darauf fokussiert ist, dass diese Patriarchen heiraten und Kinder bekommen? Und ihre Eheschließung lesen? Der Grund dafür ist das Evangelium. Und von Anfang an wird uns vermittelt: Es bedarf eines Wunders. Der Mensch kann sich nicht selbst erretten, nein, Gott muss es tun.
Und so ist Sarah sehr alt. Und doch sagt Gott ihr: Du wirst ein Kind gebären. Und sie lacht, aber sie fängt an, schwanger zu werden. Ich kann mir vorstellen, wie sie ins Krankenhaus kommt mit ihrem Rollator und die nette Nurse sagt: Do you want the geriatric department? Und die Krankenschwester sagt: Sie wollen in die Geriatrie? Nein, eher in die Neugeborenenabteilung. Und die Krankenschwester sagt: Oh, ein Ururenkelkind? Nein, sie sagt: Nein, ich werde ein Kind in die Welt bringen. Und die Krankenschwester sagt: Dann gehen Sie lieber in die Psychiatrie. Aber sie sagt: Nein, ich will ein Kind zur Welt bringen. Und alle lachen sich tot. Aber tatsächlich gebiert sie ein Kind.
Und wisst ihr, was sie dieses Kind genannt haben? Gelächter. Das ist das, was Isaak bedeutet. Es bedarf eines Wunders, damit das Evangelium sich erfüllt.
Und in der nächsten Generation wiederholt sich dieses Drama. Schließlich erhält er eine Frau, und sie hat zwei Söhne, Zwillinge, und sie bekommen dann irgendwann Zwillinge. Esau und Jakob. Esau ist der Älteste. Esau und Jakob, Esau ist der ältere, aber die Geschichte des Evangeliums geht durch das Geschlecht des jüngeren Sohnes. Warum war er ein netterer Bub? Nein, ganz bestimmt nicht, denn Jakob heißt so viel wie derjenige, der täuscht, der betrügt.
Und so werden wir von Anfang an daran erinnert: Es ist alles einzig und allein aufgrund der Gnade, aufgrund Gottes souveräner Wahl, nicht aufgrund von Werken, damit niemand sich rühmen kann.
Und dann hat Jakob zwölf Söhne. Und was ist all diese Joseph-Geschichte hier? Joseph ist treu, er weigert sich, mit Potifars Frau zu schlafen, und dafür landet er im Gefängnis. Er ist dort für eine lange Zeit, und er muss sich gefragt haben: Wo ist Gott? Aber er ist genau an dem Ort, wo Gott ihn will, denn mit Gottes Hilfe kann er Träume interpretieren. Und so hilft er dem Pharao, Ägypten vor der nächsten Hungersnot zu bewahren.
Und warum ist diese Hungersnot so entscheidend? Weil das Evangelium hier gefährdet ist. Die Söhne Jakobs sind drauf und dran zu sterben, weil es kein Essen mehr gibt. Aber sie gehen nach Ägypten, und dort ist ihr Bruder, und er gibt ihnen zu essen. So bewegt sich dieser Gospelzug weiter und weiter nach vorne.
Nun, wenn ich Gott wäre, hätte ich es ganz bestimmt nicht so gemacht. Ich hätte einfach darauf geachtet, dass in Kanaan keine Hungersnot herrscht, statt dass ich es zulasse, dass Joseph verkauft wird, in die Sklaverei kommt und dann ins Gefängnis kommt. Und oftmals können wir nicht verstehen, welche Wege Gott führt, aber wir können uns immer sicher sein, dass er in liebevoller Kontrolle ist. In seinen geheimnisvollen Wegen sorgte er dafür, dass seine Pläne umgesetzt werden. Absolut nichts kann das Evangelium daran hindern, sich zu erfüllen. Nicht die Boshaftigkeit der Brüder Josephs, nicht das Böse, was Potifars Frau sich gedacht hat, nicht einmal eine furchtbare Hungersnot. Nein, er ist ein Gott, dem man trauen kann. Und so bewegt sich das Evangelium voran.
Befreiung, Bund und Gegenwart Gottes
Am Anfang des Buches Zweiter Mose, also des Buches Exodus, haben wir ein Volk. Aber es ist noch am falschen Ort. Irgendetwas muss also geschehen. Und sie scheinen auch nicht wirklich gesegnet zu sein, denn sie stehen unter Sklaverei.
Aber der Verfasser des zweiten Buches Mose sagt uns: Gott gedachte seines Bundes. Alles, was hier im zweiten Buch Mose geschieht, ist eine Erfüllung der Verheißung, die wir bei Abraham gesehen haben. Gott offenbart sich Mose am brennenden Busch.
Mose geht zum Pharao und sagt: Lass mein Volk gehen. Der Pharao weigert sich, und eine Plage nach der anderen offenbart die Souveränität Gottes. Aber dann kommt die entscheidende Plage. Gott sagt, dass alle Erstgeborenen in Ägypten sterben werden. Und das Problem ist, dass das Volk Israel genauso schuldig ist wie die Ägypter. Und so hätten eigentlich auch die erstgeborenen Israeliten sterben müssen. Aber Gott sagt in seiner Gnade, dass sie ein Lamm als Stellvertreter haben können.
Stell dir vor, du bist der erstgeborene Sohn in einer Familie der Israeliten. Kannst du dir vorstellen, dass du in dieser Nacht geschlafen hast? Dein Vater hat dich schon ins Bett geschickt, und du kommst noch einmal herunter und fragst deinen Vater: Hast du schon alles gemacht? Denn dir ist bewusst, dass du in dieser Nacht sterben müsstest, wenn dein Vater dieses Lamm nicht schlachtet. Und dein Vater sagt: Geh ins Bett, ich schaue gerade Fernsehen, ich werde es schon machen. Du gehst ins Bett und wälzt dich hin und her, du kannst nicht schlafen. Und dann kommst du wieder herunter, und dein Vater zeigt dir die Tür, den Türrahmen.
Und dort, über dem Türrahmen, ist das Blut des Lammes. Und jetzt kannst du sicher schlafen. Du hättest eigentlich sterben müssen, aber stattdessen ist ein Lamm für dich gestorben. Und Gott lehrt sein Volk hier eine sehr wichtige Lektion, nämlich dass Errettung durch Stellvertretung kommt.
Und endlich sagt der Pharao dann: Ja, geht! Aber dann ändert er doch noch einmal seine Meinung. Er sendet das ägyptische Heer hinter ihnen her. Es sieht so aus, als ob eine große Katastrophe geschieht, wenn sie hier an das Meer herankommen. Wenn Erlösung stattfindet, dann muss es Gott sein. Das Meer trennt sich, das Volk geht hindurch, und das Heer der Ägypter wird zerstört. Und das lehrt uns eine weitere wichtige Lektion: Errettung kommt durch Eroberung.
Und natürlich erfüllt sich das in Jesus Christus, der nicht nur zum Passalam wurde, sondern alle Feinde zerstört hat.
Und jetzt endlich kann das Volk sich am Berg Sinai einfinden als das Volk Gottes. Gott sagt in 2. Mose 19,4: Ich habe euch auf Adlers Schwingen getragen und euch zu mir gebracht. In 2. Mose 19,4 heißt es: Ich habe euch auf Adlers Schwingen getragen und habe euch zu mir selbst hingebracht. Bemerkt ihr: Es ist alles nur aufgrund der Gnade.
Viele Christen meinen, im Alten Testament finden wir eine Religion der Regeln. Und Gott sagt: Wenn ihr nur meinem Gesetz gehorcht, dann seid ihr mein Volk. Und irgendwie hat das nicht geklappt, und Gott hat noch einmal nachgedacht, und dann hat er sich diese Erlösung durch Gnade in Jesus Christus ausgedacht. Aber so war es nie gedacht. Abraham hat geglaubt, und es wurde ihm als Gerechtigkeit zugerechnet. Er wurde gerechtfertigt durch den Glauben an das Evangelium, das sich dann in Jesus Christus erfüllt hat.
Im Rahmen dieser Evangeliumsverheißungen fängt Gott dann auch an, das Volk Israel zu segnen. Es ist erst, als sie jetzt sein Volk sind, dass er ihnen das Gesetz gibt, was wir dann in 2. Mose 20, 22 und 23 finden. 2. Mose 20,2-3: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Bemerkt hier, dass das Gesetz aus dem hervorgeht, was Gott für sein Volk getan hat. Das ist also der erste Teil der Verheißung Gottes: ein Volk Gottes.
Aber machen wir uns noch weiter Gedanken über Gottes Herrschaft und Gottes Segen. Das Gesetz handelt davon, diesen Segen Gottes zu genießen. Wenn sie erst einmal Gottes Volk sind und dann den Segen Gottes genießen wollen, dann müssen sie seinem Gesetz gehorchen. Und der Höhepunkt des Segens Gottes ist natürlich seine Gegenwart unter seinem Volk.
Willkommen zu Bild Nummer fünf. Hier sehen wir einmal das Buch Zweite Mose, das Buch Exodus. Vielleicht denken wir, das Buch Exodus, Zweite Mose, handelt nur von dem Exodus, von dem Auszug. Aber der Exodus wird nur bis Kapitel 18 beschrieben. Gott erlöst sie, er rettet sie, und dann gibt er ihnen das Gesetz. Aber auch das bringt uns dann nur bis Kapitel 24.
Als junger Christ habe ich angefangen, die ganze Bibel zu lesen, und ein guter Freund hat mir gesagt: Du, das wird dir sehr schwer fallen, wenn du dann erstmals zum dritten Buch Mose, dem Levitikus, kommst. Aber mir fiel es schon schwer, bevor ich überhaupt beim dritten Mose angekommen bin. Und zwar fing es schon in 2. Mose 25 an, schwer zu werden. Warum so viele Details über diese Stiftshütte, die sie herstellen sollten? Weil das der Höhepunkt der Erlösung Gottes ist. Denn diese Stiftshütte ist der Ort, an dem Gott zu seinem Volk kommt und unter ihnen wohnt. Gott errettet sie, damit sie seine Gegenwart genießen können.
Aber wie kann ein heiliger Gott inmitten eines sündigen Volkes leben? Die Stiftshütte verkündigt: Gott ist nahe. Aber sie verkündigt auch: Komm nicht zu nah, bring zuerst deine Opfer. Denn wenn ein sündiger Mensch sich Gott nähert, verdient er den Tod. Aber das dritte Buch Mose sagt, dass, wenn sie stattdessen ein Opfer bringen, dann das Tier als Stellvertreter stirbt.
Wenn wir ein Tier opfern, dann wird dieses Tier an ihrer Stelle in der Gegenwart Gottes sterben. Und wieder haben wir ein sehr wichtiges Prinzip. Denn diese Opfer, die Tag ein, Tag aus wiederholt wurden, haben schon hingewiesen auf das eine Opfer, das Jesus Christus bringen würde.
Und so haben wir jetzt Gottes Volk unter Gottes Herrschaft, unter Gottes Segen, denn Gott ist bei ihnen. Aber sie sind immer noch nicht in dem Land.
Das verheißene Land und die Spannung von Gehorsam und Verheißung
Und so müssen wir uns jetzt auch noch einmal die partielle Verwirklichung des Reiches Gottes, der Verheißungen Gottes, im Zusammenhang mit dem Land, dem Ort Gottes, anschauen.
Gott hatte Abraham verheißen: Deinem Nachkommen werde ich dieses Land geben. Das vierte Buch Mose, Numeri, ist eine Reisebeschreibung. Es ist keine lange Reise von der Wildnis in das verheißene Land; sie hätte gerade einmal einige Wochen dauern sollen. Aber von Anfang an beginnen sie zu murren, und sie sündigen immer wieder und wieder. So sagt Gott am Ende, dass niemand aus dieser Generation in das verheißene Land eingehen wird, nicht einmal Mose. Und so entscheidet Gott am Ende, dass kein einziger aus dieser Generation das verheißene Land erreichen wird, nicht einmal Mose.
Paulus sagt, das ist eine Warnung für uns. Und Paulus erklärt uns, dass dies eine Warnung an jeden von uns ist. Uns wird erklärt: Nur weil du äußerlich, extern, Teil des Volkes Gottes bist, heißt das nicht, dass du auch in das verheißene Land eingehen wirst. Nein, ihr müsst als Menschen, als ein Volk des Glaubens leben. Diese Generation hat es nicht getan.
So haben wir einen großen Aufschub, bis wir dann zum fünften Buch Mose kommen. Jetzt sind wir in der Jordanebene bei Moab und schauen schon hinüber über den Jordan in das verheißene Land. Und Mose predigt hier vor der jüngeren Generation und fleht sie an: Macht nicht denselben Fehler, den wir gemacht haben. Seid Menschen des Glaubens und lebt unter dem Gesetz und genießt die Verheißungen des Segens unter dem Gesetz. Aber wenn ihr nicht als ein Volk des Glaubens unter dem Gesetz lebt, dann werdet auch ihr den Fluch erleben. Und ihr werdet hinausgetrieben aus dem verheißene Land.
Und nach dieser Warnung stirbt Mose. Und es ist unter Josua, dass sie in das Land, in das verheißene Land, einziehen. Und die Einnahme Jerichos macht sehr deutlich, dass das keine menschliche Errungenschaft ist. Nein, es ist ein wunderbares Geschenk, eine Gabe, die durch Wunder herbeigeführt wurde. Und so nehmen sie das ganze Land ein.
Dann, als Josua stirbt, wiederholt er die Warnung, als er gestorben ist. Am Ende seines Lebens sagt er: Seid ein Volk des Glaubens, lebt unter diesem Bund, gehorcht dem Gesetz Gottes und genießt seinen Segen. Seid seinem Gesetz nicht ungehorsam, denn sonst werdet ihr hinausgeschmissen aus dem verheißene Land.
Und so haben wir durch das ganze Alte Testament hindurch diese Spannung. Gott hatte Abraham verheißen, dass er seine Nachkommen segnen wird und durch sie alle Nationen dieser Welt. Es ist ein bedingungsloses Versprechen. Aber durch Mose erklärt er jetzt, dass sie nur durch diesen Bund diesen Segen erben können, und das nur durch Gehorsam. Und es ist diese Spannung, die nur aufgelöst wird durch Jesus Christus.
Der König als Höhepunkt der Verheißung
Und jetzt kommen wir zu dem letzten Teilstück dieser Verheißung: Gottes König. Das wird jetzt noch später hinzugefügt. Gott macht klar, dass er die Erfüllung seines Evangeliumsversprechens durch einen König bringen wird. Denn Gott beginnt deutlich zu machen, dass er die Erfüllung dieser Evangeliumsverheißung durch einen König bewirken wird. Schon das erste Buch Mose hatte darauf hingewiesen: Wir warten auf denjenigen, der den Kopf der Schlange zertrümmert.
Als Jakob in 1. Mose 49 seine Söhne segnet, segnet er all seine Söhne. In 1. Mose 49,10 sagt Jakob dann, als er stirbt, zu Juda, dass aus seinem Nachkommen ein König kommen wird, der über alle Völker herrschen wird. Und dann macht Gott in der Bibel, bevor sie in das Land einziehen, deutlich, dass er durch einen König handeln wird. Im fünften Buch Mose, bevor das Volk überhaupt in das verheißene Land einzieht, macht Mose schon deutlich, dass sie unter einem König im Land leben werden.
Und es dauert nicht lange, bis sie eine Sehnsucht nach diesem König haben. Durch das ganze Buch Richter hindurch ist das frustrierend. Denken wir zum Beispiel an Richter 3 und lesen dort die Verse 7 bis 12:
Richter 3,7-12: Und die Kinder Israels taten, was böse war in den Augen des Herrn, und sie vergaßen den Herrn, ihren Gott, und dienten den Baalen und Ascheren. Da entbrannte der Zorn des Herrn über Israel, und er verkaufte sie unter die Hand Kuschan-Rischataims, des Königs von Aram-Naharajim. Und die Kinder Israels dienten dem Kuschan-Rischataim acht Jahre lang. Da schrien die Kinder Israels zum Herrn, und der Herr erweckte den Kindern Israels einen Retter, der sie befreite: Otniel, den Sohn des Kenas, des jüngsten Bruders Kalebs. Und der Geist des Herrn kam über ihn, und er richtete Israel. Und er zog aus zum Kampf, und der Herr gab Kuschan-Rischataim, den König von Aram-Naharajim, in seine Hand, sodass seine Hand über Kuschan-Rischataim mächtig wurde.
Wir haben hier eine Zusammenfassung eines Lebens eines dieser Richter als Beispiel für all die Richter in diesem Buch. Und weil es eben nur ganz kurz ist, können wir hier einen kurzen Überblick bekommen. Aber dasselbe Muster wiederholt sich im Leben eines jeden Richters. Das Volk sündigt, und aufgrund dieser Sünde gibt Gott sie in die Hand einer fremden Nation. Sie schreien zu Gott um Gnade, und er gibt einen Richter, einen Erlöser. Es kommt Frieden in das Land, aber es dauert nicht lange, bis sie wieder anfangen zu sündigen. Und so lesen wir hier in Vers 12: Und die Kinder Israels taten wieder, was böse war in den Augen des Herrn. Derselbe Zyklus fängt dann wieder in Kapitel 4 an, und immer wieder dasselbe.
Und wenn wir uns hier durch das Buch Richter hindurcharbeiten, wird es immer schlimmer. Das Buch endet mit diesem Vers: In those days Israel had no king. Und das Buch hört auf mit dieser Bemerkung, dass es zu jener Zeit keinen König in Israel gab. Und wir fragen uns: Wenn es nur einen König gäbe, dann wäre alles besser.
Und so kommen wir zum ersten Buch Samuel. Und das Volk kommt zu Samuel, dem letzten Richter, und sie sagen: Wir wollen einen König. Und Samuel und Gott werden böse. Sie werden zornig, nicht weil sie einen König wollten, sondern weil sie einen König anstelle Gottes wollten, nicht einen König unter Gott. Weil das Volk einen König anstelle von Gott forderte, anstelle eines Königs unter Gott. Und so hat Gott ihnen den König gegeben, den sie wollten, einen solchen König, und das war dann Saul, und er war ein Fehlstart.
Dann hat Gott einen König berufen, der seinen eigenen Wünschen entsprach. Wie wir heute Nachmittag schon gehört haben, kämpft dieser König jetzt einen Kampf im Willen Gottes, ganz nach dem Herzen Gottes. Er ist ein von Gott gesalbter König, er erreicht diese Herrschaft, und was wird aus ihm? Er wird verachtet, er muss vor Saul weglaufen. Und so wird es auch mit Davids größtem Sohn eines Tages sein: von Gott gesalbt, aber von den Menschen abgelehnt, aber dann wird er vindiziert, und er wird der König aller Nationen. Und er wird der größte König der Nationen.
Er will einen Tempel für Gott bauen, und Gott gibt ihm eine Verheißung. Gott sagt: Du wirst mir diesen Tempel zwar nicht bauen, aber ein Sohn von dir wird mir diesen Tempel bauen. Und in 2. Samuel 7 erklärt er, dass es einen Sohn geben wird, der nicht nur dein Sohn sein wird, sondern Gottes Sohn. Es wird nicht nur diesen Sohn geben, sondern danach auch einen Sohn, der der Sohn Gottes ist. Und diese Verheißung erfüllt sich zum Teil in Salomo.
Der Tempel als Zeichen erfüllter Ruhe
Hier kommen wir jetzt zu dem Höhepunkt des Alten Testaments. Lesen wir hier in Kapitel sieben. Wir sind also hier anhand dieses Bildes: Wir werden den Höhepunkt im Garten Eden sehen, dann den Fall, und jetzt steigern wir uns so langsam zu dem Höhepunkt des Alten Testaments in dieser Heranführung der Monarchie.
Und der Schreiber des Ersten Königs will uns wissen lassen, dass Gott seine Verheißungen erfüllt hat. Salomo baut jetzt einen Tempel, nicht länger nur eine Stiftshütte. Und da lesen wir dann in 1. Könige 8,56: Gepriesen sei der Herr, der seinem Volk Israel Ruhe gegeben hat, ganz wie er es verheißt hat. Von allen seinen guten Worten, die er durch seinen Knecht Mose geredet hat, ist nicht ein einziges Wort dahingefallen.
In der Geschichte des Alten Testaments ist dies eine Erfüllung der Verheißung, der Evangeliumsverheißung, die dem Abraham gegeben wurde. Und es dient uns als ein Modell, als ein Vorbild. Es dauert nicht lange, bis auch dieses Modell wieder zerfällt, auseinandergenommen wird. Aber wir werden morgen sehen, dass die Propheten zurückschauen auf dieses Modell, und sie sagen werden: War das nicht wunderbar? Es wird noch besser sein, wenn erst der Christus kommt.
Und so ist auch die Geschichte Israels allein schon prophetisch. An jeder Stelle sehen wir ein Modell, das sich dann endlich erfüllen wird. Und so werden wir morgen sehen, dass diese vielen einzelnen Teile des Alten Testaments von Jesus Christus handeln. Denn all das wird sich und hat sich in Jesus Christus in seiner Herrlichkeit erfüllt.
Ihr seid sehr geduldig mit mir gewesen, und ich entlasse euch jetzt mit einer Spannung. Aber ich glaube, ihr wisst, wo das alles hinführt.
