Serie•Teil 14 / 27Der Hebräerbrief
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Einordnung des Abschnitts und der Gedankengang des Textes
Hebräer 5,9-10. Und zum Ziele gebracht wurde er allen, die ihm gehorchen, Urheber eines ewigen Heils, feierlich angeredet von Gott als hoher Priester nach der Ordnung Melchisedeks.
Zum Ziele gebracht oder vollendet geworden, wurde er allen, die ihm gehorchen, ein Urheber ewigen Heils, eigentlich ohne Artikel. Er wurde ihnen Urheber ewigen Heils. Der Herr Jesus wurde vollendet, das heißt, er kam ans Ziel. Als er am Ziel ankam, nämlich am Thron Gottes, zur Rechten Gottes, als solcher, ist er jetzt der Urheber ewigen Heils.
Jetzt ist er Urheber im Sinne von Verursacher, Bahnbrecher. Durch das, was er getan hat, haben wir ewiges Heil. Sein Gehorsam war der entscheidende Gehorsam. Durch seinen Gehorsam sind wir gerecht geworden. Römer 5 steht das, oder? Durch den Gehorsam des Einen. Römer 5, schauen wir mal ganz kurz. Es war sein Gehorsam. Römer 5, Vers 18 und 19.
Zum Beispiel in Vers 18: Wie es durch den Einen, durch den Fehltritt des einen, nämlich durch den Fehltritt Adams, zu einer Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt es auch durch eine gerechte Handlung zu einer Rechtfertigung des Lebens für alle Menschen.
Vers 19: Denn gerade so, wie durch das Nichtgehorchen des einen Menschen, des Adam, die vielen zu Sündern gemacht wurden, so werden auch durch das Gehorchen des Einen, durch das Gehorchen Jesu Christi, die vielen zu Gerechten gemacht werden. Römer 5,18-19.
Durch seinen Gehorsam haben wir das Heil. Das macht natürlich unseren Gehorsam jetzt nicht überflüssig. Im Gegenteil: Gerade jetzt haben wir die Möglichkeit, wieder gehorsam zu werden, und jetzt haben wir auch die Kraft, gehorsam zu werden. Denn wir Menschen sind so gebaut. Wir sind zum Gehorsam gemacht, wir sind nicht zur Selbständigkeit gemacht. Wir funktionieren nur gut, wenn wir gehorchen. Anders geht die Sache schief.
Aber jetzt ist es möglich. Jetzt führt er uns in den Weg des Gehorsams, und er ist nicht nur derjenige, der uns in den Weg des Gehorsams führt, er ist auch die Kraft dazu. Er ist der hohe Priester, der uns jetzt beisteht in unserem neuen Weg des Gehorsams. Römer 5,18-19.
Und wir werden jetzt gehorsam. Das steht dann in Römer 6, Vers 13: Stellt auch nicht eure Glieder der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott zur Verfügung als Lebende, die aus den Toten hervorgegangen sind, und stellt eure Glieder Gott zur Verfügung als Waffen der Gerechtigkeit.
Und dann Kapitel 6, Vers 16: Wisset ihr nicht, dass, wem ihr euch als Knechte zum Gehorchen zur Verfügung stellt, ihr dessen Knechte seid, dem ihr gehorcht, ob Knechte der Sünde zum Tod oder Knechte des Gehorsams zur Gerechtigkeit? Also, jetzt macht er uns zu Gehorsamsmenschen, und das Ziel ist ewige Gerechtigkeit. Das war jetzt Römer 6, Vers 16.
Und der erste Gehorsamsakt, den die Menschen tun, ist, zum Glauben zu kommen. Römer 1, Vers 5. Der erste Gehorsamsakt überhaupt, den wir jetzt als Menschen vollbringen, ist, dass wir zu Christus kommen. Paulus verkündigt: Er hat die Apostelschaft bekommen, damit die, die von den Völkern sind, also die Heiden, gehorsam werden.
Das heißt hier: Wir haben Apostelschaft empfangen zum Gehorsam des Glaubens, zum Glaubensgehorsam für alle Völker, also für die Heidenvölker, für die, die von den Heiden sind. Die Heiden dürfen jetzt gehorsam werden und können jetzt gehorsam werden durch die Bekehrung und weiter durch das Leben mit Christus. Ebenso 1. Petrus 1, ich glaube Vers 2, ja, 1. Petrus 1, Vers 2 auch. Da heißt es: in der Heiligung des Geistes zum Gehorsam gegenüber Christus Jesus. Das ist unsere Bekehrung. Der Gehorsam gegenüber Christus Jesus wird dort beschrieben in 1. Petrus 1, Vers 2. Das war nur ein Nebengedanke.
Aber der Herr Jesus wurde Urheber einer ewigen Errettung. Er wurde Urheber eines ewigen Heils für uns. Von Gott genannt hoher Priester nach der Ordnung Melchisedeks. Und dieses Thema wird er jetzt weiterführen, möchte er weiterführen. Aber inzwischen muss er wieder unterbrechen, denn der Zustand der Leser macht ihm Sorgen, und er weiß nicht, ob er weiter kann.
Das ist ja so: Je nachdem, wie der Zustand der Hörer ist, kann man etwas sagen oder nicht sagen. Sonst sagen sie: Das war alles viel zu schwer, viel zu hoch, und wir kommen da nicht mehr mit. Es gibt ja viele Leute heute, die sagen: Das ist viel zu schwierig gewesen, die Predigt. Da verstehe ich überhaupt nichts. Kann man das nicht ein bisschen einfacher sagen oder kann er nicht ein bisschen mehr Beispiele bringen für die Praxis? Dann kann ich das verstehen, was der Paulus gesagt hat. Aber ich lese da die Bibel, diesen Hebräerbrief, und ich verstehe überhaupt nichts, was da drinsteht. Dann kommt der Prediger und legt ihn aus, und ich verstehe immer noch nichts.
Warum? Das Problem ist nicht nur der Prediger. Das ist eine Ermutigung für alle von euch, die predigen, die schon predigen oder predigen werden: Es liegt nicht immer nur beim Prediger. Es liegt oft auch bei den Hörern eine gewisse Trägheit, und das macht sich mehr und mehr breit in unserer Zeit, eine Trägheit bei den Hörern, weil die Leute ihre Bibel nicht lesen oder wenig lesen. Und wenn jemand natürlich nur einmal in der Woche die Bibel liest, und das am Sonntagmorgen, dann wird er nicht weiterkommen. Dann wird er auch wahrscheinlich nicht viel verstehen von der Predigt, wenn der Prediger sich an das Wort Gottes hält.
Wenn natürlich der Prediger dann sagt: Aha, ich muss ihnen nur Milch geben, und dann fängt er an mit allen möglichen Geschichten und Beispielen und allem, und er kaut ihnen alles vor und macht es so einfach wie möglich, dann wird er nicht weiterkommen. Die werden geistliche Babys bleiben, geistliche Milchflaschen.
Und das ist jetzt das Problem, das der Schreiber hier hat, denn er weiß, die Geschwister sind zurückgegangen, statt vorwärts zu gehen.
Die geistliche Reife als Ziel und die Gefahr des Rückschritts
Also über diesen Mechisedek, über den wir ein reichhaltigeres Wort haben, und darüber zu sprechen und es zu erklären, ist schwer, da ihr zum Hören träge geworden seid. Denn der Zeit nach solltet ihr Lehrer sein, und ihr habt wieder nötig, dass euch gelehrt wird, was die anfänglichen Elemente, das heißt das ABC der Worte Gottes, sind. Und ihr seid solche geworden, die Milch brauchen und nicht feste Speise. Denn jeder, der Milch einnimmt, ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein unmündiges Kind. Aber für Reife ist die feste Speise, die aufgrund von Gewöhnung geübte Sinne haben, zur Unterscheidung sowohl des Guten als auch des Bösen. Im Griechischen heißt es: sowohl des Edlen als auch des Schlechten.
Also, der Verfasser hat noch viel über das hohe Priesteramt Christi zu sagen. Er hat ja gerade erst begonnen, darüber detailliert zu sprechen, zu schreiben. Aber der Zustand dieser Empfänger lässt ihn zögern, weil sie noch in ein geistliches Kindheitsstadium sind, oder weil sie in ein Kindheitsstadium zurückgegangen sind.
Es geht hier um ein Hören. Sie sind schwer, es ist hier schwer, da ihr zum Hören träge geworden seid. Sie sind also träge geworden zum Hören. Es gibt verschiedene Arten des Hörens. Man kann einmal hören, dass irgendetwas gesprochen wird. Ich habe etwas gehört, ich weiß nicht, was gesprochen wurde, aber jemand hat etwas gesprochen. Das ist auch schon ein Hören. Oder man kann etwas gehört haben, ohne zu verstehen, also nicht wirklich aufzunehmen und nicht wirklich zu erfassen, was da gesprochen wird.
Ein Kind hört zu, die Erwachsenen reden. Es hört ein paar Worte, und es hört die ganzen Sätze vielleicht, aber es kann nicht verstehen, was hier gesprochen wird. Das ist das zweite Hören: hören, aber das Gesprochene nicht verstehen. Oder man kann hören und verstehen, was gesprochen wird, aber es irgendwie nicht persönlich aufnehmen. Nicht akzeptieren, was man verstanden hat, was man gehört und verstanden hat. Und man kann auch hören, verstehen und akzeptieren.
Wir würden dann sagen: Hört auf, hört auf meine Stimme, oder? Nicht nur: hört meine Stimme, sondern hört auf meine Stimme. Das heißt: hört sie, versteht sie und nehmt sie auf, akzeptiert das und nehmt das in euer Leben hinein, nehmt das mit. Und diese Leute hier sind zum Hören und Verstehen träge geworden. Sie hören das sowieso, hören tun sie schon, aber verstehen sie es auch wirklich? Erfassen sie das auch wirklich, was der Schreiber ihnen zu sagen hat? Sie sind träge geworden zum Verstehen.
Und leider ist es heute mehr und mehr in den Gemeinden festzustellen, in vielen Gemeinden, so muss ich sagen, festzustellen, dass so manche Geschwister nicht mehr wirklich hören und verstehen. Wenn man ein bisschen mehr am Text bleibt, wenn man ein bisschen tiefer in den Text geht, steigen viele gleich aus. Und das ist schade. Man müsste ihnen wieder das ABC der Gottesworte lehren.
Nun, was ist die Lösung dieses Problems? Was ist die Lösung dieses Problems? Vers 13: Jeder, der Milch einnimmt, ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein unmündiges Kind. Aber für Reife ist die feste Speise, die aufgrund von Gewöhnung geübte Sinne haben. Ah, hier kommt die Lösung: die aufgrund von Gewöhnung geübte Sinne haben.
Also, was ist die Lösung für das Problem, wenn man träge geworden ist im Hören? Disziplin, üben, gewöhnen, trainieren. Im Griechischen heißt das Wort, ich muss gerade nachschauen, ich glaube, das ist Gymnastik hier, das Wort. Ich schaue gerade nach: Hebräer 5,14, Gymnastik, gymnasmene, ja, von Gymnastik. Das Wort für Gymnastik ist hier verwendet. Also, was ist Gymnastik? Ja, üben, üben.
Ich muss jeden Morgen Gymnastik machen, weil ich mal mit dem Rücken Probleme hatte. Und ich weiß genau: Wenn ich meine drei Minuten Gymnastik nicht mache, dann bekomme ich nach zwei Wochen wieder Rückenprobleme, wenn ich zwei Wochen aussetze mit meiner Rückengymnastik. Ich sitze zu viel, die Bauchmuskeln werden schlaff. Jetzt muss man die Bauchmuskeln im Sommer trainieren. Jetzt muss man ein paar Übungen machen, damit die Bauchmuskeln stark werden, und es funktioniert. Aber wenn ich die Bauchmuskeln nicht trainiere, keine Gymnastik mache, gibt es Rückenprobleme. Das ist ja klar. Wenn man ständig nur sitzt und steht, das ist klar.
Also Gymnastik, das muss man regelmäßig machen. Wenn man aufhört, gibt es Probleme. Hier geht es um geistliche Gymnastik, geistliche Gymnastikübungen, regelmäßig und gut und diszipliniert. Für Reife ist die feste Speise, die aufgrund von Gewöhnung geübte Sinne haben, zur Unterscheidung sowohl des Guten als auch des Bösen.
Gewöhnung ist die Lösung des Problems. Eine weitere Lösung wird angedeutet: Ihr seid unerfahren im Wort der Gerechtigkeit, unerfahren seid ihr. Also, man muss schauen, dass man diese Unerfahrenheit wegbekommt, dass man erfahren wird. Je mehr man erfahren wird, desto mehr ist feste Speise möglich.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie unser Luca das erste Mal einen Brei bekommen hat. Was war das? Karottenbrei, wie sagt man bei Ihnen? Rüben, Rübenbrei. Und dann hat er das ausgespuckt. Er hat es in den Mund bekommen, gleich ausgespuckt. Und dann, was haben wir gemacht? Er sagt, er mag das nicht, also lassen wir es, bleiben wir bei der Flasche? Nein, wir haben noch einmal versucht, noch ein bisschen, noch ein bisschen. Und heute isst er für sein Leben gern Gemüse. Oh, der isst gerne Gemüse. Er hat die Erfahrung gemacht, dass Rüben gar nicht so schlecht sind und dass sie gesund sind. Das hat er gelernt. Das hat ihm der Papa immer wieder gesagt: Sie ist gesund. Okay, dann muss es wichtig sein, also essen wir es. Und der Papa hat auch gerne Rüben gegessen. Okay, wenn der Papa isst, dann kann es nicht so schlimm sein. Ja, und dann ist er auf den Geschmack gekommen.
Und so müssen wir auch: Wir müssen auf den Geschmack kommen. Und am Anfang sagen wir: Ah, ist das mühevoll, diese Übersetzung da so. Ach, das ist ja holprig und furchtbar, also das kann man ja gar nicht richtig lesen. Und dann liest man, nachdem du das dritte, vierte Mal das durchgelesen hast, merkst du das gar nicht mehr. Liest du drei oder viermal das Neue Testament durch, und dann merkst du: Dann, schön langsam, gewöhnst du dich daran.
Was? Wir sollen mal das Neue Testament durchlesen? Ja, wir lesen ja andere Bücher auch. Es gibt Leute, die lesen Bücher mit tausend Seiten so als Bettlektüre. Ja, warum lesen wir nicht das? Es sind nur dreihundert, vierhundert Seiten. Also lesen, lesen, lesen. Und dann kommt man auf den Geschmack. Mehr und mehr bildet sich der Geschmack. Und dann wird man erfahren im Wort der Gerechtigkeit.
Ein Verständnis ist nötig. Gott hat uns einen Sinn gegeben. 1. Korinther 2,16. Wir haben Christi Sinn. Wir haben Christi Sinn, oder? Am Ende von 1. Korinther 2, Vers 16: Wer hat den Sinn des Herrn erkannt, wer wird ihn unterweisen? Wir aber haben Christi Sinn. Wir haben Christi Denksinn bekommen. Das Gleiche auch in 1. Johannes 5, Vers 20 vielleicht, bitte? Das war 1. Korinther 2, Vers 16, 1. Johannes 5, Vers 20. Da heißt es: Wir wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns einen Sinn gegeben hat, ein Denken gegeben hat, einen Denksinn, einen speziellen Sinn für ihn.
Wir sagen das ja auch: Der hat einen Sinn für das, der hat hier ein Verständnis dafür bekommen. Und wir haben einen Sinn bekommen dafür, dass wir den Wahrhaftigen kennen und sein Wort kennen. Wir haben einen Sinn, er hat uns einen Sinn gegeben, damit wir den Wahrhaftigen kennen, den Wahren. Und wer ist der Wahrhaftige? Wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Das ist 1. Johannes 5,20.
Gott hat uns einen Sinn gegeben, und der muss aber geschult werden, dieser Sinn. Das ist nicht automatisch ein Sinn, der muss geübt werden. Den Heiligen Geist haben wir zusätzlich noch als Helfer bekommen. Ich werde euch einen Beistand geben, den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit. Und wir sind jetzt auch in der Lage zu prüfen. Je mehr wir in der Schrift leben und der Heilige Geist an uns arbeiten kann, uns auch die Bibel erklären kann, desto mehr werden wir auch fähig zu prüfen: Ist das jetzt so in der Bibel oder ist es nicht so? Das heißt, wir werden erfahren.
Und wir brauchen heute mehr denn je Leute, die erfahren sind in der Bibel. Die Bibel gibt uns allgemeine Lehre und Beispiele über allgemeine Lektionen, allgemeine Dinge. Aber dann gibt es natürlich auch spezielle Situationen, und dann weiß man nicht: Wie soll jetzt ein Christ handeln in dieser speziellen Situation? Die steht nicht in der Bibel. Aber Gott hat uns trotzdem einen Sinn gegeben, weil wir mehr und mehr gelernt haben, so zu denken, wie Gott denkt. Und dann wissen wir: Ah ja, das ist im Einklang mit Gott.
Ja, darf ein Christ rauchen? Ja, wo steht es? Darf ein Christ rauchen? Schau mal, was sagt die Bibel? Und dann sucht er. Es steht nicht da vom Rauchen. Haben die damals nicht geraucht? Steht nichts da vom Rauchen. Ja, was soll ich jetzt machen auf die Frage: Darf ein Christ rauchen? Nun, es geht ja gar nicht um Gesetz, was man darf oder nicht darf. Darf ein Christ Fußball spielen? Darf er Handball spielen? Darf er Volleyball spielen? Was darf er? Darf er boxen? Also, was jetzt? Nichts steht in der Bibel. Aber was macht Gott? Wir sind ja nicht unter Mose. Bei Mose würde es stehen: Man darf Volleyball spielen, aber man darf nicht boxen. Irgend so. Aber so ist es nicht, so geht es nicht. Gott macht das anders.
Er gibt uns seinen Geist, er gibt uns christlichen Sinn, er gibt uns die Bibel. Wir lesen die Bibel, lesen sie, lesen sie immer mehr. Und wir entwickeln ein Gespür, und wir haben den Heiligen Geist. Und dann merken wir: Ach, Moment mal, es geht ja gar nicht um die Frage, darf ein Christ und darf ein Christ nicht. Es geht um die Frage, was wir heute Morgen in der Andacht gehört haben: Wenn Christus für mich gestorben ist und auferstanden ist, wofür lebe ich jetzt? Ja, mein Leben ist Fußball. Nein, das kann es nicht sein. Mein Leben ist Christus.
Ja, wenn mein Leben Christus ist, wie soll ich es jetzt gestalten? Ja, mein Sohn will Fußball spielen. Da sage ich: Wunderbar, jetzt gehen wir kurz Fußball spielen. Das tut ihm gut, körperliche Ertüchtigung, und ich brauche es ja, weil ich muss auch auf meinen Körper schauen. Denn wenn ich überhaupt nur noch sitze und gar nichts mehr tue, dann werde ich krank. Also gut, wunderbar, jetzt verbinde ich ein bisschen Zeit mit dem Sohn zu verbringen, Fußball zu spielen mit ihm. Und dann sind noch andere Buben, die kommen auch: Dürfen wir mitspielen? Ja, und so weiter. Und dann hat man eine gute Zeit miteinander, hat man verbinden können. Der Herr hat es geschenkt, war es immer wunderbar, schön.
Keine Regeln. Wie viele Stunden darf ein Christ Fußball spielen? Keine Regeln. Aber ich lerne, mit dem Herrn zu leben. Und jetzt muss ich schauen, jetzt muss ich meine Zeit einteilen, jetzt muss ich meine Kräfte einteilen. Und ich muss mir überlegen: Ist es überhaupt sinnvoll, was ich mache? Was dem Herrn gefällt, was ihm nicht gefällt. Und jetzt lerne ich: Wenn das Herz stimmt, wenn das Herz am Herrn hängt, dann kann er mir auch ein Gespür geben, ein Gefühl geben. Also, ein Gefühl ist falsch, ein Wissen geben innerlich in der Hinsicht, in diesem Punkt und in jenem Punkt: Ja, das mache ich, und das mache ich nicht.
Was ist geziemend? Was ist ein schöner Gottesdienst? Was ist sittlich? Was ist Schmuck und Nichtschmuck? Welchen Schmuck soll ich tragen und welchen nicht tragen? Darf ein Christ eine Krawatte tragen? Ich trage jetzt eine Krawatte. In Russland dürfte ich jetzt keine Krawatte tragen, also in manchen Kreisen nicht. Darf ein Christ tragen oder nicht? Das ist Schmuck, und Schmuck darfst du nicht tragen. Ich weiß nicht, ob ich Schmuck tragen darf. Es gibt Schmuck, der getragen wird in der Bibel, manche gewisse Art von Schmuck. Jemand hat einen schönen Sakko oder sonst was. Ist das Schmuck? Natürlich ist das Schmuck. Darf ich das tragen? Welchen Schmuck darf ich tragen, welchen nicht?
Jetzt muss ich ein Gespür entwickeln, und ich muss merken: Ja, Moment, worauf richte ich die Aufmerksamkeit der Leute? Wenn ich jetzt irgendwie gekleidet bin, so dass es auffällt und alle schauen nur auf meine Kleidung, dann ist irgendetwas falsch. Dann habe ich ihnen nicht geholfen. Denn ich soll ja nicht schauen, dass sie auf meine Kleidung schauen. Oder wenn ich mir die Augen anstreiche usw., und dann muss ich mich fragen: Warum streiche ich mir die Augen an? Was will ich eigentlich erreichen? Will ich, dass mich alle anschauen, oder will ich etwas verstecken? Weil die Augen sprechen ja, und wenn ich etwas drüber streiche, dann sprechen sie nicht so stark. Versteht ihr?
Das heißt, man lernt jetzt, mit Gott zu leben, und man versucht, man möchte nicht auffallen, nicht negativ auffallen. Man möchte nicht die Aufmerksamkeit der Leute auf etwas anderes ziehen, auf das sie gezogen werden soll, nicht ablenken. Dann werde ich mir überlegen, wenn ich Kleider einkaufen gehe: Wie soll das Kleid aussehen? Was geziemt sich und was geziemt sich nicht? Wir hätten gerne einen Katalog, oder? Diese Farben darfst du anziehen, diese Farben nicht. Nein, so kommen wir nicht weiter.
In England gab es eine Zeit, da durften die Christen nur schwarze Socken tragen in gewissen Kreisen. Und wehe, du hast rote oder weiße oder was weiß ich, dann bist du weltlich. Versteht ihr, wo ist die Grenze? Es gibt Grenzen, ganz klar, und es muss auch verkündigt werden, es muss etwas gesagt werden. Aber gleichzeitig müssen die Christen sensibel gemacht werden, dass sie verstehen, dass sie lernen, von der Schrift her zu denken. Das ist doch viel wichtiger.
Ich kann auf die Gefahren des Computers aufmerksam machen, und die sind groß. Aber ich muss auch den Geschwistern lernen, soll ich sagen: Computer verboten? Oder soll ich sagen: Und betet darum, dass ihr ihn richtig einsetzt, aber seid auf der Hut, und jetzt müsst ihr lernen, richtig damit umzugehen. Wahrscheinlich kommen wir in der Zukunft gar nicht mehr ohne Computer aus in der Gesellschaft. Aber wir müssen trotzdem lernen, richtig umzugehen, denn der Computer frisst unsere Zeit weg und vielleicht auch unsere Aufmerksamkeit, zieht uns in vielen Sachen weg vom Herrn. Das heißt also, wir müssen jetzt lernen, umzugehen, richtig umzugehen mit diesen Dingen, und da möge uns der Herr helfen.
Aber er gibt uns daher ein Empfinden dafür, ein richtiges Empfinden, geübte Sinne, zu unterscheiden, was ist gut und was ist nicht gut. Ist Computer gut oder nicht gut? Das kann man nicht pauschal sagen. Ich kann ihn mal auch gut einsetzen, ich kann aber auch den Gefahren erliegen und kann dann weggeführt werden, kann meine Zeit, und kann auch versucht werden usw. Und da haben wir den Heiligen Geist, da haben wir den Sinn Christi bekommen, da haben wir das Wort Gottes, und wir haben viele Geschwister, die uns helfen. Das heißt also, wir haben große Hilfen, wir haben das Gewissen, und dann lernen wir, dann werden wir geistlich reif.
Jeder, der Milch einnimmt, ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein unmündiges Kind. Aber für Reife ist die feste Speise. Ein kleines Kind, bei dem es normal ist, das versteht eine normale Rede von Erwachsenen nicht, weil es einfach unmündig ist. Da ist noch viel zu lernen, das ist normal. Ein junger Christ kann nicht gleich Bibelstunden machen, der kann nicht gleich alles verstehen, der braucht eine Zeit des Lernens. Und dann Esra 7,10: Esra setzte sein Herz darauf, das Wort Gottes zu erforschen, zu tun und zu lehren. Erforschen, tun, lehren, das ist die Reihenfolge. Und das braucht Zeit. Das kann ich nicht gleich als ganz junger Christ. Am Anfang fehlt mir das Unterscheidungsvermögen.
Gut, ich denke, das ist genug in diesen Fragen. Wir gehen weiter. Lassen wir darum das Anfangswort des Christus, also Kapitel 6, Vers 1 bis 8. Jetzt spricht er über das Vorwärtskommen: Lassen wir darum das Anfangswort des Christus und begeben wir uns hin zur Reife. Legen wir somit nicht wieder einen Grund mit Buße über tote Werke, mit Glauben an Gott, mit der Lehre von Tauchungen, Waschungen, Eintauchungen, auch vom Händeauflegen, auch von der Auferstehung der Toten und vom ewigen Gericht. Lassen wir das beiseite, sagt er hier, und gehen wir weiter. Das werden wir tun, also dieses werden wir tun, wenn Gott es erlaubt. Das Weitergehen, Fortfahren, wenn Gott es erlaubt.
Also fordert er die Leute auf, voranzugehen, die Empfänger des Briefes. Da fordert er auf, voranzugehen, und er schließt sich selber ein: Lassen wir das Anfangswort zurück, ich auch. Lassen wir das Anfangswort zurück und gehen wir hin zur Reife. Er identifiziert sich mit ihnen, er geht mit ihnen, er will mit ihnen zusammen dorthin. Wohin will er denn kommen? Das Thema, zu dem er gerne kommen möchte, das ist ja das hohe Priestertum Jesu Christi. Und da will er noch vieles sagen über das hohe Priestertum Jesu Christi, und das ist sehr wichtig für die Christen.
Er hat ein bisschen gezögert, soll er weitergehen oder soll er nicht weitergehen. Er weiß: Wenn wir weitergehen, wenn wir uns weiter befassen mit dem Wort Gottes, das führt uns zur Reife. Die Frage ist noch: Was ist das Anfangswort hier? Was ist gemeint mit dem Anfangswort des Christus? Ein schwieriger Ausdruck. Er nennt hier dann in Kapitel 6, Vers 2 einige elementare Dinge des Wortes des Christus. Und beachten wir: Es sind sechs Dinge, die er hier erwähnt: Buße, Glaube, Waschung und Hände auflegen, Auferstehung und ewiges Gericht. Und interessant ist, dass er sie paarweise anordnet. Das fällt auf, oder? Die ersten zwei, die zweiten zwei und die dritten zwei.
Buße und Glaube hängen zusammen. Tauchungen, Waschungen und Hände auflegen, das hängt zusammen. Und Auferstehung und ewiges Gericht hängen zusammen. Interessant sind diese Dinge, die sind alles bekannte Dinge im Judentum. Jeder Jude weiß, was Buße heißt, Buße über tote Werke. Jeder Jude, der Glaube an Gott heißt, weiß, was Glaube an Gott heißt. Jeder weiß Bescheid über die Lehre der Waschungen. Oh, da waren sie gut unterwiesen, die Juden. Man weiß genau, dass der Priester im ganzen Priestertum auch sonst das Händewaschen und das Kleiderwaschen, also wenn man unrein ist, muss man sich waschen, dann ist man unrein bis zum Abend. Aber auch die anderen Waschungen im Tempeldienst, von diesem Geschirr, das gewaschen werden muss, und der Priester muss gewaschen werden, bevor er den Dienst antritt. Und wenn er dann ins Heiligtum eingeht, muss er sich die Füße waschen.
Und vom Händeauflegen, da waren sie auch sehr gut unterwiesen. Das haben sie ja jeden Tag gesehen, oder? Was macht der Priester, was macht der Sünder, wenn er gesündigt hat, was macht man? Hände auflegen. Worauf? Worauf muss er die Hände legen, wenn er gesündigt hat? Auf den Bock, ja, auf den Ziegenbock oder auf den Stier oder auf das Opfertier. Das Sündopfer muss er die Hände auflegen, und der Priester auch.
Was heißt Hände auflegen aufs Tier, was bedeutet das? Übertragen, ja, identifizieren, identifizieren. Oder er macht sich eins, so wie auch bei Menschen ist es auch so: Mose legt die Hände auf den Joshua und zeigt ganz öffentlich: Ich segne den Joshua und ich mache mich eins mit ihm. Seht ihr, das ist jetzt der neue Führer, sagte er ihnen, legt die Hände auf ihn. Das war ein öffentliches Zeichen von einer Identifikation und Segnung natürlich auch. Man hat mit Handauflegen segnet man auch, bei den Tieren nicht, die segnen wir nicht, da ist es Identifikation in erster Linie, oder? Man spricht sozusagen die Sünden drauf, man spricht die Sünden auf den Sündenbock, dass wir in dem Sinne also ein Auflegen der Sünde auf den Bock, Identifikation. Und dann, ich lege meine Hände auf den Bock, und der Bock wird getötet. Das heißt, ich wäre getötet worden, eigentlich nicht der Bock. Ich bin dran zum Sterben, ich habe gesündigt, und an meiner Stelle stirbt der Sündenbock.
Buße und Glaube, das ist klar. Interessant: All diese drei Paare haben einen Bezug zu dem Messias. Buße, das ist, wenn man zu dem Messias umkehrt, das ist klar. Man muss zu dem Messias, wenn man zu Christus umkehrt. Jesus Christus hat das ja auch verkündigt: Tut Buße. Glaube an Gott, wir haben schon gesagt: Wenn man nur an den Christus, an den Messias glaubt, dann ist es wirklicher Glaube an Gott. Wenn jemand sagt: Ich gehe wieder zurück ins Judentum, ich glaube an den jüdischen Gott, aber nicht mehr an Christus, dann glaubt er gar nicht in Wirklichkeit an Gott. Das hat irgendwie mit dem Christus auch zu tun, mit dem Messias.
Die Waschungen haben sehr viel mit dem Messias zu tun, denn die Tiere und die Hände und die Kleider, die gewaschen wurden, das war ja nur ein Symbol auf die tiefere Waschung, auf die der Christus eine andere Art von Waschung gebracht hat. Und der Hebräer-Schreiber wird davon noch sprechen. Kapitel: Lasst uns hinzutreten mit gewaschenen Leibern, sagt er, gewaschen an unserem Herzen, gewaschen am Gewissen. Das muss gewaschen werden durch den Messias. Es gibt also eine viel tiefere Waschung als die jüdische Waschung.
Und die Handauflegung auch, oder? Da ist der Messias, der zum Sündenbock geworden ist für mich, und ich lege auf den Messias meine Hände. Und mache mich eins dadurch, der für mich an meiner Stelle gestorben ist, also Identifikation mit dem Opfer des Messias. Und Auferstehung der Toten: Christus ist der Erstling der Entschlafenen, der Erstling, der aus den Toten auferstanden ist, und in ihm bekommen wir neues Leben. Und Gericht, ewiges Gericht: Ja, was sagt die Schrift? Dieser Messias, dieser Christus ist der Richter, der eines Tages ewig richten wird.
Also, alle diese Begriffe haben auch mit dem Messias zu tun. Sie sind einerseits aus dem Judentum Dinge, die allen bekannt waren im Judentum. Aber man darf nicht bei diesen Dingen stehenbleiben, man muss jetzt das im Lichte des Messias neu sehen. Wollen wir also das ABC, die elementaren Dinge, das ABC des Wortes des Christus, zurücklassen und wollen wir uns zur Reife zuwenden. Wir wollen vorangehen. Wir wollen nicht für das diesseitige Leben.
Das Judentum war auf das Diesseitige, hatte zu tun mit diesseitigen Dingen, oder? Sündenbock und Waschungen und Handauflegen und so weiter. Jetzt müssen wir aber das im Lichte des Messias betrachten. Also wir sollen weitergehen, sagte er, wir sollen vorangehen. Aber wir können nur vorangehen, wenn Gott es gestattet.
In welchen Fällen gestattet Gott es nicht? Gibt es Fälle, dass Gott es nicht gestattet, voranzugehen? Er sagt: Ja, es gibt. Es gibt Fälle, dass Gott es nicht gestattet, voranzugehen. Vers 4 beginnt wieder mit einem Denn. Wir haben schon gelernt, das Wörtlein Denn ist ein sehr wichtiges Wort in der Bibel. Denn ist ein Bindewort und meistens ein erklärendes oder kausales Denn, das heißt, es wird etwas erklärt. Warum jetzt? Oder inwiefern gibt es die Möglichkeit, dass Gott es nicht erlaubt? Na ja, denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet wurden, auch die himmlische Gabe schmeckten und Mitteilhaber des Heiligen Geistes wurden und das edle Wort Gottes sowie die Kräfte der kommenden Weltzeit schmeckten und daneben fielen, wieder zur Buße zu erneuern, als solche, die sich selbst den Sohn Gottes wieder ans Kreuz schlagen und ihn an den Pranger stellen.
Denn eine Erde, ein Boden, die den Regen, der sich oftmals darüber ergießt, trinkt und nützliches Pflanzengewächs hervorbringt, für die, deren Wegen sie auch bearbeitet wird, wird des Segens von Gott teilhaftig. Aber die Erde, die Dornen und Disteln trägt, ist verwerflich und einem Fluch nahe. Ende einer solchen Erde oder eines solchen Bodens ist das Verbrennen.
Das ist jetzt ein ernstes Wort für die Geschwister. Er sagt, es gibt also die Möglichkeit, dass Gott es nicht zulässt. Denn es ist unmöglich. Und wie lautet der Kernsatz? Darf ich Sie bitten, wie lautet der Kernsatz jetzt von Vers 4 bis 6? Denn es ist unmöglich. Was ist unmöglich? Die, und jetzt wird viel dazwischen geschoben, die, die, die, die das und das und das und das. Wie geht der Satz weiter? Wieder zur Buße zu erneuern. Es ist unmöglich, diejenigen wieder zur Buße zu erneuern. Bitte? Ja, und die, die so und so sind und dann daneben fielen, wieder zur Buße zu erneuern.
Ja, jetzt zuerst die Frage: Um welche Leute handelt es sich? Handelt es sich um Christen oder handelt es sich um irgendwelche Mitläufer? Zuerst diese Frage. Nun beachten wir das „Wir“ in Vers 1 und 2. Da sagt er ja „Wir“. Lassen wir darum das Anfangswort des Christus, legen wir nicht wieder Grund. Und Vers 3: Denn dieses werden wir tun, wenn Gott es nur erlaubt. Also, er schließt sich zusammen mit den Hebräer-Christen und sagt: Wir. Das werden wir tun, wenn Gott es nur gestattet, bei uns, wenn Gott es bei uns gestattet.
Also, er wird jetzt von einer Bedingung sprechen, unter welcher Bedingung Gott es gestatten wird, fortzufahren. Und diese Bedingung gilt Menschen, die er „wir“ nennt. Oder wir wollen dann und dann weiterfahren. Er wird zu weiterer Lehre voranschreiten, wenn Gott es gestattet. Bei wem? Bei uns. Also nochmal: Er wird, wir werden weiterfahren, zur Reife, zu weiterer Lehre, wir werden voranschreiten, wenn Gott es gestattet. Die Frage ist: Bei wem? Bei wem erlaubt Gott es?
Und er schließt sich ein mit den Lesern, er schließt sich in der ganzen Gruppe ein. Er sagt: Wir wollen weiterfahren, wenn Gott es erlaubt, bei uns erlaubt, bei mir und bei euch. Und jetzt kommt dieser Satz: Denn es ist unmöglich, diejenigen, solche, die so und so sind. Das heißt, er spricht die Gruppe an, bei der es die Frage ist, ob Gott gestatten wird oder nicht. Die Gruppe ist gemeint. Also, er wird zu weiterer Lehre voranschreiten, voranschreiten, wenn Gott es bei uns gestattet, bei uns allen.
Die ernste Warnung vor der Verhärtung
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Da sagt er: „Ihr“, das ist richtig. Also träge geworden sind Sie. Aber nachher sagt er: „Wir“, Kapitel 6, wir werden weiterfahren, wenn Gott es erlaubt.
Wir sind aber bezüglich auf euch, Geliebte, von Besserem überzeugt und von dem, was mit dem Heil zu tun hat. Also wir sind überzeugt, dass es bei euch nicht so schlimm steht, oder? Ja, fahren wir mal weiter.
Wichtig ist für uns: Was sind das für Leute? Die, die die himmlische, wie heißt sie, die, die einmal erleuchtet wurden, also Menschen, die erleuchtet wurden. Das müssen wir im Lichte des Hebräerbriefes lesen, diesen Ausdruck erleuchtet. Der kommt noch einmal vor im Hebräerbrief. Wo? Erleuchtung. Spricht er noch einmal davon, dass Menschen erleuchtet wurden im Hebräerbrief? Erinnert euch daran: Als ihr erleuchtet wurdet, da wart ihr noch gut unterwegs. Erinnert euch aber an die früheren Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet worden wart, viel Leidenskampf erduldet habt.
Wer sind die Leute, die erleuchtet wurden? Sind es Christen oder sind es Mitläufer? In Kapitel 10 sind es ganz sicher Christen. Wir Christen, oder? Und dann dürfen wir auch annehmen, wenn er das so einfach unvermittelt sagt, die erleuchtet worden sind, dass das Wort hier im gleichen Sinn gebraucht ist, dass er hier Menschen meint, die Licht bekommen haben in ihr Leben hinein. Gott hat einen Schein in ihre Herzen hineingegeben, dass sie den Lichtglanz der Erkenntnis Jesu Christi bekommen haben, 2. Korinther 4. Also: erleuchtet. Gott hat ihnen das Licht des Lebens gegeben. Eine ganz neue Welt hat sich geöffnet in der Wiedergeburt.
Der zweite Ausdruck ist: „die himmlische Gabe schmeckten“. Da ist die Frage: Was ist die himmlische Gabe und was heißt schmecken? Zuerst: schmecken. Das Wort hatten wir schon in Kapitel 2, Vers 9, und von daher müssen wir das auch beachten. Was heißt schmecken? Kapitel 2, Vers 9: Jesus hat den Tod geschmeckt. Was bedeutet das, schmecken? Erfahren, erlebt, durchgemacht. Und jetzt hier haben diese Leute die himmlische Gabe geschmeckt und haben sie erfahren, durchgemacht, erlebt, bekommen, ganz ausgekostet. Der Herr Jesus hat den Tod nicht nur so ein bisschen probiert, sondern ganz ausgekostet. Schmecken ist hier also ein starkes Wort. Auch wenn der Tod nur drei Tage lang war, beziehungsweise der geistliche Tod nur an den Stunden der Finsternis, so war es ein tiefes Erfahren und Erleiden dieses Todes. Das wird niemand leugnen.
Also das heißt: Sie haben die himmlische Gabe erfahren, sie haben sie bekommen, sie haben sie erlebt. Was ist die himmlische Gabe? Nun, da haben wir jetzt nicht einen klaren Hinweis im Brief selber, aber wir haben doch Anhaltspunkte. Die himmlische Gabe: Wenn du wüsstest, wer der ist, wenn du die Gabe Gottes kennen würdest und wüsstest, wer der ist, der mit dir redet, Johannes 4. Das Heil, den Herrn Jesus selber, die himmlische Gabe, all das, was Gott gegeben hat. Sie sind ja Teilhaber des Heiligen Geistes gewesen, das kommt nachher. Aber vorher die Gabe, die Gott gegeben hat, die himmlische Gabe, das Heil vielleicht oder der Herr Jesus selber. Den haben sie erlebt. Sie sind erleuchtet worden, sie haben die himmlische Gabe Gottes geschmeckt, was Gott ihnen gegeben hat. Man kann auch sagen: die Vergebung und solche Dinge, die das Heil mit sich bringt, die Rechtfertigung usw.
Dann die dritte Aussage: „und Mitteilhaber des Heiligen Geistes wurden“ oder „Mitteilhabende des Heiligen Geistes“. Also Menschen, die mitteilhaben am Heiligen Geist, ist gemeint. Teilhaber des Heiligen Geistes. Das Wort ist das gleiche Wort wie in Kapitel 3, Vers 1. Das hilft uns schon weiter: Kapitel 3, Vers 1: heilige Brüder, Mitteilhabende am himmlischen Ruf. Also sie hatten den himmlischen Ruf bekommen, Gott hatte sie gerufen, und sie haben geantwortet auf den Ruf. Dann das gleiche Wort ist auch wieder wie: „Sie sind Mitteilhabende Jesu Christi geworden“. Das war in einem Kapitel, wo war das? Mitteilhabende Christi, 3,14. Wir sind Mitteilhabende des Christus geworden, wiederum das gleiche Wort.
Das bedeutet: Es geht hier um ein gemeinsames Teilhaben an dem Heiligen Geist. Sie haben also Teil an dem Heiligen Geist. Jetzt gibt es Leute, die sagen: Nein, nein, das heißt das nicht, sie sind nur Genossen des Geistes geworden, sie sind eine Zeit lang mit ihm gegangen, aber nur so nebeneinander. Der Heilige Geist war nicht in ihnen, er war nur neben ihnen. Na ja, da müssen wir aufpassen. Denn wenn der Heilige Geist nur an einem Menschen wirkt, dann sagt die Bibel nicht, dass man an ihm teilhat. Das ist eine wichtige Sache. Wenn der Heilige Geist an einem Menschen wirkt, bevor er noch wirklich gläubig ist, spricht die Bibel nirgends davon, dass man dann ein Teilhaber des Heiligen Geistes ist. Nein, dann wirkt einfach der Heilige Geist am Menschen, aber nicht im Menschen. Man hat ihn erst, wenn man das Heil hat. Der Heilige Geist bringt das Heil mit sich.
Also hier kann man nicht sagen: Mitteilhaber des Heiligen Geistes, das heißt, er war nur ein Mitläufer und hat ein bisschen was vom Heiligen Geist gemerkt, dass der Heilige Geist ihn ein bisschen versuchen wollte, ihn von Sünde überführen, aber es ist ihm nicht gelungen oder so weit. Nein, nein, nein. Es ist wirklich eine Mitteilhaberschaft am Heiligen Geist.
Das Nächste: „das edle und das edle Wort Gottes schmeckten“ oder wiederkosteten. Es ist genau das gleiche Wort wie vorher. Sie haben das gute Wort Gottes geschmeckt, erfahren, haben wir gesagt, erfahren, bekommen, angenommen, das gute Wort Gottes. Kann jemand lesen 1. Thessalonicher 2,13 als Parallelstelle dazu? Das Wort Gottes geschmeckt, angenommen. Das Wort, die Botschaft, als Wort Gottes angenommen. Ihr habt das Wort angenommen, das, was wahrhaftig ist, nämlich Gottes Wort. Und hier: sie haben das gute Wort Gottes geschmeckt. Geschmeckt im Sinne von so geschmeckt, wie der Herr Jesus den Tod geschmeckt hat. Das war nicht: Ihr habt ein bisschen was probiert vom Wort Gottes, oh nein, ihr habt es erfahren, und zwar das Wort des Evangeliums habt ihr angenommen als Wort Gottes.
Was heißt gemeint? Ihr habt also diese Menschen, von denen er hier spricht, solche Menschen, die das Wort Gottes geschmeckt haben, das heißt das Wort Gottes, dass Gott neu gesprochen hat. Wir denken zurück an Kapitel 1, Vers 1: Gott hat neu geredet im Sohn. Und dieses neue Reden im Sohn haben sie akzeptiert, haben sie aufgenommen.
Sowie die Kräfte der kommenden Weltzeit haben sie auch geschmeckt, die Kräfte der zukünftigen Weltzeit. Davon haben wir schon gesprochen, in Kapitel 1, als die Menschen zum Glauben kamen, hat Gott Zeichen und Wunder gewirkt. Und diese Zeichen und Wunder waren Kräfte der zukünftigen Weltzeit, Kapitel 2 war das, Hebräer 2, Vers ... Das heißt, Gott hat Zeichen und Wunder getan, und sie haben geschmeckt. Durch die Zeichen und Wunder, die sie in der Vergangenheit gesehen haben, haben sie etwas geschmeckt von dem zukünftigen Zeitalter, wie es dann sein wird. Etwas geschmeckt von der neuen Welt, die Gott einführen wird, wo es keine Krankheit mehr geben wird und keinen Tod. Sie haben das miterlebt.
Alle diese Zeichen deuten darauf hin, dass es sich um echte Christen handelt. Also es scheint wirklich um echte Christen zu handeln hier, die dann, wenn er sagt: Wenn solche Menschen, die das alles erlebt haben, wenn solche Menschen dann abfallen, im Griechischen heißt es danebenfallen. Danebenfallen, also weg, wegfallen, abfallen. Wenn solche Menschen fallen, dann ist es unmöglich, solche wieder zur Buße zu erneuern. Es ist unmöglich, solche wieder in diesen Zustand zu bringen, dass sie Buße tun. Es geht nicht um Menschen, die Buße tun wollen. Nein, die wollen ja dann gar nicht Buße tun. Es ist gar nicht möglich, sie zu erneuern, dass sie Buße tun. Nämlich von Gottes Seite aus ist es unmöglich. Es ist ihm unmöglich, sie zu dem Punkt zurückzubringen, dass sie wieder zurück wollen.
Und jetzt kommt dieser weitere Satz. Gestern Abend wird ein paar Jugendlichen darüber schon gesprochen, als solche, die sich selbst den Sohn Gottes wieder ans Kreuz schlagen und ihn an den Pranger stellen. Als solche, die sich selbst den Sohn Gottes wieder ans Kreuz schlagen und ihn an den Pranger stellen.
Wenn ihr ein bisschen geduldig seid, würde ich jetzt hier eine ganz wortwörtliche Übersetzung bringen mit Partizipien, damit ihr versteht: Das Griechische hat ja Mittelwörter, gehend, liegend, sagend und so weiter, Mittelwörter. Und wenn man das jetzt so übersetzt, dann würde das etwas so lauten. Ich muss nur suchen. So, hier habe ich es: Denn es ist unmöglich, die einmal erleuchtet worden Seienden, das ist jetzt ein Partizip als substantiviert, also als Hauptwort, es ist unmöglich, die einmal erleuchtet worden Seienden und daneben gefallen Seienden wieder zur Buße zu erneuern, als sich selbst den Sohn Gottes im fortwährenden Sinne ans Kreuz schlagende und ihn an den Pranger stellende.
Jetzt aufgelöst als solche, die sich selbst den Sohn Gottes wieder ans Kreuz schlagen, nämlich fortwährend ans Kreuz schlagen und ihn an den Pranger stellen. Es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet wurden und dann abfielen, wieder zur Buße zu erneuern, als solche, als solche Menschen, die sich selbst den Sohn Gottes fortwährend ans Kreuz schlagen.
Das heißt, es geht hier um Menschen, die sind erleuchtet worden, sind dann abgefallen und sind dann in einer Haltung, und diese Haltung wird so dargestellt: Die schlagen den Sohn Gottes ans Kreuz, ständig. Und sie stellen ihn ständig an den Pranger. Das Griechische hat hier eine Gegenwartsform. Die tun das ständig, das ist eine andauernde Handlung, eine fortwährende Handlung. Das heißt, es geht um eine Haltung. Es geht nicht um eine einzelne Sünde, dass man hingeht, so als kreuzige ich Jesus, fertig, sondern es ist gesagt: Wenn ihr das tut, dann seid ihr Menschen, die in dieser Haltung leben, die ständig den Sohn Gottes kreuzigen und an den Pranger stellen.
Den Sohn Gottes, bitte, nicht Jesus! Er sagt nicht Jesus, er sagt den Sohn Gottes! Das heißt, den, den sie als Sohn Gottes erkannt hatten, früher, den tun sie jetzt kreuzigen, und zwar die ganze Zeit in ihrem Herzen. Das ist die Herzenshaltung. Ja, Jesus gehört ans Kreuz, denn Jesus ist ein ... Nicht Jesus, der Sohn Gottes gehört ans Kreuz, denn der Sohn Gottes ist ein Verbrecher. Der Sohn Gottes, der soll da oben bleiben! Das ist eine Haltung.
Und er will jetzt diesen Geschwistern zeigen: Schaut, wenn Menschen mal so weit kommen, wenn Gläubige, die mal früher erleuchtet waren und dann abgefallen sind, ob sie in einer solchen Haltung sind, dass sie den Sohn Gottes als den Verbrecher sozusagen ständig ans Kreuz schlagen, dem Spott aussetzen. Was hat Gott jetzt noch vermittelt, diese Leute zur Buße zu bringen? Die Mittel, die er alle angewendet hat, die liegen schon in der Vergangenheit, die hat er schon alle angewandt. Aber jetzt wollen sie nicht, jetzt wollen sie, als wenden sie sich von diesem Sohn Gottes ab, stellen praktisch mit ihrer Handlung, schlagen sie wieder ihn dorthin ans Kreuz, den, den sie aus dem Sohn Gottes erkannt haben.
Ihr wollt ins Judentum zurückgehen und sagen: Ja, wir wollen wieder die Opfer bringen, und wir wollen wieder den Tempeldienst aufnehmen, und wir wollen wieder in die Synagoge gehen. Das kann ja schon sein, dass Jesus der Sohn Gottes ist, aber wir wollen das Judentum nicht aufgeben. Dann sagt er: Wisst ihr, was er damit macht? Den, den er als den Sohn Gottes ... erkannt habt, den tut ihr wieder ans Kreuz, und dort haltet ihr ihn oben, und ihr stellt ihn dem Spott aus und sagt, das ist ein Verbrecher.
Wie kann Gott solche Menschen zur Buße erneuern? Gott kann nicht weitermachen mit solchen Menschen. Gott wird es nicht gestatten, dass der Hebräerschreiber fortfährt, wenn die Christen, an die er schreibt, so eine Haltung im Herzen einnehmen. Dann ist es doch eine bewusste Ablehnung. Das ist eine bewusste Ablehnung und eine Haltung, ein Dabeibleiben bei dieser Haltung, bewusste Ablehnung und Bleiben bei dieser Haltung. In die Sünde zurück, in die Welt zurück, in die katholische Kirche zurück, wo man ganz bewusst wieder in den Marienkult zurückgeht und so weiter, solche Sachen vielleicht in der Hinsicht.
Es gibt ja Christen, die wegdriften vom Herrn. Er macht nicht mehr stille Zeit, er betet nicht mehr, und ich rede aus Erfahrung, kenne solche Leute. Und dann weiß man nicht: Was ist jetzt mit demjenigen los, oder? Die Bibel sagt, wir sollen uns bemühen um diese Menschen, wir sollen schauen, dass sie alle das Ziel erreichen. Denn Fehler, den wir oft machen: Ja, er kommt nicht mehr in die Versammlung, Pech gehabt! Nein, denen müssen wir nachgehen, denen müssen wir den Ernst der Sache vor Augen führen. Weißt du, was du machst? Weißt du, auf welchem Trip du gehst jetzt? Du bist dabei, dich abzuwenden, bis die Begriffe abzufallen von dem lebendigen Gott usw. Da muss man sich bemühen um diese Menschen. Und Gott will uns gebrauchen für diese. Und da kann man den Hebräerbrief einsetzen.
Und wenn solche dann wieder zurückkommen, dann waren sie nicht abgefallen, nicht wirklich abgefallen. Es sind solche, die waren auf dem Weg dazu, aber sind wieder zurückgekommen. Dann gibt es andere, die sind weitergegangen, die haben nicht nur abgedriftet, nicht mehr in die Versammlung gekommen und nicht nur aufgehört mit Bibellesen, sondern sie haben sich schlussendlich ganz abgewandt. Und auch solche Fälle kennen wir. Ganz abgewandt und wollen jetzt nichts mehr wissen, man spricht mit ihnen, die wollen nichts mehr wissen. Und dann ist die Frage: Was ist mit solchen? Wir wissen immer noch nicht, sind sie ganz abgefallen oder gibt es in ihnen irgendwo doch noch einen glimmenden Docht, das weiß man ja nicht, man kann ja nicht hineinsehen. Aber auch da kann man sich bemühen. Aber wenn er sich nichts sagen lässt, wenn die Tür nicht offen ist, wenn es einfach zu ist, dann kann ich nichts machen, oder?
Gut, und was ist jetzt mit solchen Menschen? Was wäre, wenn ein solcher jetzt nach zehn Jahren kommen würde und sagt: Nein, ich will wieder zurück zum Herrn? Sondern er sagt: Zu spät, in der Bibel steht, solche dürfen nicht mehr Buße tun. Steht das da im Text, sagt das der Text? Nein. Gott, wenn es solche Menschen gibt, die wollen nicht mehr kommen, solche kommen sicher nicht mehr. Wenn es solche gibt, die wirklich sich absolut verschlossen haben und dann bei dieser Haltung geblieben sind, als solche, die sich beständig den Sohn Gottes kreuzigen, für sich selber kreuzigen und einen Pranger stellen, die wollen nicht kommen, die werden auch nach zehn Jahren nicht kommen, die möchten wieder zurück. Also um solche Leute geht es nicht.
Das heißt, und das haben wir gestern Abend mit ein paar Jugendlichen besprochen: Wenn es solche Menschen gibt, die wieder zurück wollen, dann sind sie nicht die von Hebräer 6. Das sind nicht solche Leute. Aber es gibt den Fall der Verhärtung. Der Schreiber selber hat es gesagt, Kapitel 3, Vers 7: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Es gibt den Fall, dass ein Mensch sich so stark verhärtet, ein Christ, der oder einer, der Christ war, abgefallen ist, sich so stark verhärtet hat. Diesen Fall gibt es, dass Gott nicht mehr an ihm wirkt, weil er nicht mehr an ihm arbeiten kann, weil dieser Mensch sich verschlossen hat.
Pharao ist ein Beispiel. Gott hat an ihm gewirkt, Gott hat an ihm gearbeitet bis zur fünften oder sechsten Plage, und dann hat Gott keine Chance mehr. Und als Gott sah, es ist fertig, es ist keine Chance, dann sagt er: Also gut, jetzt würde ich dich töten. Und du würdest verloren gehen in die Hölle. Aber ich lasse dich noch eine Zeit lang leben, um an dir meine Herrlichkeit zu offenbaren, um an dir meine Werke zu zeigen. Aber jetzt bist du verstockt, und ab jetzt kannst du dich nicht mehr bekehren. Dann heißt es: Der Herr verstockte sein Herz, die restlichen Plagen dann. Verstockte der Herr sein Herz.
Wie Gott dahin gab, gab Gott sie dahin. Hier in Kapitel Römer 1 ist die Rede von Menschen, die Gott nicht gepriesen haben, Gott nicht erkennen wollten in der Schöpfung, und dann hat Gott sie dahingegeben in ihren Lüsten und Leidenschaften und Sünden. Er lässt sie laufen. Der Mensch will nicht, und Gott lässt ihn laufen.
Die Aufpassungszeit ist vor Jahr siebzig, und wenn jemand tatsächlich weggegangen ist, wie groß war die Enttäuschung nach ein paar Jahren? Nach ein paar Jahren schon. Und es gibt ja Ausleger, die sagen, das Gericht über diese Leute ist unter anderem auch das, dass Gott sie dann in diesen Geschehnissen des Krieges, des römischen Krieges, dahingegeben hat, dass sie auch dort gestorben sind. Es kann gut sein, dass es solche auch gab. Denn in Judäa, man muss ja nicht in Jerusalem gewesen sein, oder vielleicht gibt es sogar einige, die in Jerusalem waren, Abgefallene, das kann schon sein. Aber in Judäa sind ja im ganzen Land Palästina über eine Million Menschen getötet worden in dieser Zeit. Wir können uns gar nicht vorstellen, wie viele Menschen das sind, eine Million Menschen in der damaligen Zeit, noch viel mehr als heute im Vergleich. Und eine gewisse Zahl noch in die Sklaverei.
Also es handelt sich hier um eine bewusste, absichtliche Preisgabe aller Heilserfahrungen, die man gemacht hatte. Man gibt alles preis. Natürlich kann es bei uns auch so diesen Fall geben, und das müssen wir schon sagen: Es gibt schon bei uns auch den Fall, dass Menschen, von denen wir sagen, sie sind abgefallen, nie wiedergeboren waren. Es gibt ja auch solche, oder? Das ließen wir nicht aus. Es gibt Menschen, die sind irgendwie reingewachsen, haben sich nie wirklich bekehrt, und dann sind sie weg, irgendwann weggegangen. Diese gelten eigentlich nicht als Abgefallene, sondern sie sind nie wirklich durchgedrungen. Das gibt es schon auch. Sie haben nie wirklich gebrochen mit der Sünde, heißt das, oder mit dem eigensüchtigen Leben. Letztlich wollten sie für sich selber leben. Auch solche gibt es genügend Beispiele, denke ich.
Wenn jetzt aber Gott sagt, dieser Mensch ist verhärtet, kann er danach überhaupt oder hat er das Verlangen, noch Buße zu tun? Solange verhärtet ist, nicht. Die Frage war: Kann man, wenn jemand sich verhärtet, dann noch Buße tun? Wenn Gott also zu jemandem sagt: Jetzt ist Schluss, ob der dann noch das Verlangen hat, zurückzukommen, ob der jemals noch das Verlangen bekommen kann, zurückzuwollen. Bei Pharao natürlich nicht mehr, ganz klar, das Beispiel. Und ich denke, wo Gott einmal das Herz verhärtet. Wenn der Mensch das Herz verhärtet, von sich aus, dann ist das Herz, das Herz, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn, das Gehirn.
Dann könnte es ja noch sein, dass er aufhört, sich zu verhärten, oder? Wenn aber Gott anfängt, das Herz zu verhärten, dann ist Schluss. Das haben wir bei Pharao. Also solange wir uns selber verhärten, ist die Möglichkeit einer Umkehr da. Solange Gott uns dann verhärtet, weil er jetzt den Schlussstrich gesetzt hat, dann wäre kein Fall mehr da. Aber wir kennen nur den Fall von Pharao, dass Gott sein Herz verhärtet hat. Sonst gibt es ja keinen Fall. Man kann nicht sagen, bei Judas hätte Gott sein Herz verhärtet. Das steht nicht. Judas war ein Gläubiger, Judas war ein Schaf Jesu Christi. „Siehe, ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe.“ Also Judas wird auch wörtlich erwähnt in Matthäus 10, dort, wo Jesus sagt: Siehe, ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe. Dort steht Judas genau unter den Namen derer, die er aufführt. Er sagt, das waren die Apostel, das waren die Jünger, und dann sagt er die Namen, und dann sagt er zu diesen Jüngern: Ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe. Judas war nicht der Wolf, Judas war das Schaf. Das heißt, am Anfang war Judas ein echter Jünger. Und dann hat Judas den Herrn verlassen.
Gut, jetzt sagen andere: Ja, das war vor Pfingsten, da hat er den Heiligen Geist noch gar nicht gehabt und so weiter. Das ist wieder eine andere Situation. Ganz anders ist es nicht. Gut, er hat den Heiligen Geist nicht gehabt, aber es geht um das Herz. Das Herz hat sich abgewandt von Jesus Christus, und darum geht es.
Wie ist es bei Saul, wo Gott sagt, dass er ihn verworfen hat, oder ist es gegen andere? Saul hat ihn verworfen, aber als König, das ist noch nicht gesagt, dass er ihm jegliches Heil, dass er ihn in die Hölle gleichgestoßen hätte. Wobei, bei Saul sind wir uns nicht sicher, weil Saul hat sich ja dann zur Wahrsagerin gewandt und hat sich also praktisch dem Okkultismus zugewandt, und wir sehen nicht, dass er darüber Buße getan hätte. Also da, ich würde mich nicht trauen zu sagen, Saul sei gerettet, das würde ich niemals sagen. Saul ist ein ernster Fall und hat sich dann selber das Leben genommen. Es scheint, dass er nicht gerettet ist. Das ist meine Auffassung. Ja, aber das kann man nicht so sagen. Nein, da geht er zu weit, denn wenn einer zurückkommen möchte, dann zeigt er ja schon, dass er innerlich schon Buße getan hat. Es tut ihm ja leid, nicht mehr als Judas. Judas hat es bereut, dass er eine dumme Sache gemacht hat, aber Judas ist nicht wirklich zurückgekehrt zu Gott, sondern geht hin und hängt sich auf.
Aber wer jetzt wirklich so wie dieser eine, der will zurück, aber leider Gott lässt mich nicht mehr, das gibt es nicht, dass einer zurück will von sich aus und es ist zu spät. Wieder der Welt. Und so passiert das ein paar Mal. Und dann hört er in einem wortpaktigen Versturz. Ja, aber da haben wir kein Bibelfest. Ich verstehe das schon. Aber was wäre jetzt mit diesem Menschen, wenn der dann zum vierten Mal kommt und sagt: Aber ich will doch, Herr, ich will wieder zurückkommen. Und er meint, aber wenn er nämlich das will, dann zeigt das doch schon, dass etwas in ihm gearbeitet hat. Abgefallener will nicht zurück. Der kommt nie so weit. Ich meine jetzt einen Abgefallenen, der in dieser Haltung bleibt. Ich rede jetzt von so einem, der in dieser Haltung bleibt, wovon wir hier lesen. Einer, der den Sohn Gottes sich kreuzigt und dem Spott aussetzt. So einer, als solcher will er nicht zurück. Es ist nicht so, dass er sagt: Ja, ich würde eigentlich gerne wieder zurück, aber leider habe ich den Herrn Jesus gekreuzigt, den Sohn Gottes gekreuzigt, und jetzt kann ich nicht mehr zurück. Das ist nicht der Fall. Es geht um Menschen, die haben sich wirklich losgesagt und die wollen nicht mehr zurück.
Es gibt ja solche Leute, die haben sich absolut verschlossen. Man sagt, war das Goethe, glaube ich, Goethe war sehr nahe an der Bekehrung und hat sich dann abgewandt. Und fertig, Schluss! Und noch, ich weiß nicht mehr, ich habe es vergessen, es waren so einige berühmte Leute, die hatten die Chance. Weiß jemand noch? Als Herr Stapp die Freunde waren noch dumm und brauchten noch mal auf, du musst wieder helfen, ja? Und er fand keinen Ruf mehr. Als Herr Stapp erredete dieser Wort aus Sprüche eins, der Brotstift geschrieben, dass Narrow mannig ruff und ihr mich abbeisst, weil ich meine Hand ausstrecke, wo niemand darauf achtet, verlierte mehr alle meinen Rat der Recht und meine Prägweise, gut gegärt, sie werde auch nicht über eure Unmut lassen. Das wäre mit diesen Worten so in die Ewigkeit gelegen. Aber er hat verworfen, dass jemand verstochen und nicht geahnt sei.
Das mag sein, dass Menschen sich so weit abgewandt haben, dass sie innerlich nicht mehr zurück können. Das mag sein. Aber ich habe das Problem mit dem Gedanken, dass Menschen wollen. Es geht um das Wollen. Normalerweise ist es so, also das ist das, was ich in der Bibel lese, dass Menschen, die abfallen wie Pharao beziehungsweise sich verhärten wie Pharao, die wollen gar nicht, die kommen nicht zu dem Punkt, wo sie wollen. Und ich möchte nicht etwas sagen, was die Schrift nicht sagt. Und diese Stelle wäre zu wenig, denn da geht es hier um die Weisheit, die ruft und streckt ihre Hand aus, dass die Menschen weise werden, und die Leute wollen nicht hören auf die Weisheit, das ist zu schwach, die Stelle als Beleg zu nehmen. Und auch die Sache mit Esau nicht, denn Esau wollte ja den Segen, er wollte ja zurück, er wollte das rückgängig machen. Aber er konnte nicht mehr, weil es zu spät war, aber er suchte nicht seine eigene Bekehrung. Es steht nicht, es ist ...
Das ist die Frage in Hebräer 12, wir können das kurz anschauen. Es heißt dort in Hebräer 12, Vers 17: „Er fand keinen Raum zur Buße.“ Wenn einer will, dann hat er doch bereits in seinem Denken eine Sinnesänderung durchgemacht, er will wieder den Segen, egal aus welchen Motiven jetzt, wir reden jetzt nicht von Motiven. Aber worum es bei Esau geht, ist: Er konnte nicht mehr rückgängig machen. Er fand keinen Raum zur Rückgängigmachung dieser Situation, er fand keinen Raum zur Sinnesänderung des Vaters, er konnte den Sinn des Vaters nicht mehr ändern. Es war zu spät. Es geht aber nicht um die Frage, ob Esau persönlich Buße tun kann.
Wir haben ja mehrere Möglichkeiten bei Esau, oder? Wir haben die Möglichkeit, dass gemeint ist, er fand keinen Raum zur Sinnesänderung, obwohl er den Segen mit Tränen ernsthaft suchte. Er fand keinen Raum im Sinne von Zurückgängigmachung, das Wort Buße kann so sagen, uns Ausleger, der Riegenbach sagt das im Kommentar von Zahn, dass es um eine Rückgängigmachung geht, das Wort Buße als Rückgängigmachung. Er fand keinen Raum, rückgängig zu machen, obwohl er den Segen mit Tränen ernsthaft suchte, das ist eine Möglichkeit.
Eine andere Möglichkeit ist, dass gemeint ist, er fand keinen Raum zur Sinnesänderung des Vaters. Den wollte er den Sinn des Vaters, konnte er nicht mehr ändern, denn es war vorbei. Das ist die zweite Möglichkeit. Die dritte Möglichkeit ist, dass er keinen Raum fand zur eigenen Umkehr, zur eigenen Umkehr. Und diese dritte Möglichkeit, die stelle ich in Frage. Ich sage nicht, dass ich fertig bin, das ist der Punkt, wo ich Unsicherheiten habe in der Auslegung, ich weiß es auch keine letzte Lösung, aber ich habe Mühe, das zu akzeptieren, dass gemeint sei, der Esau hätte keinen Raum zur eigenen Umkehr. Er hätte wohl wollen umkehren, aber er konnte nicht umkehren, denn umgekehrt umkehren wollte er schon. Was konnte er nicht? Das Erstgeburtsrecht konnte er nicht mehr zurückkriegen, den Segen konnte er nicht mehr zurückkriegen, das liegt ja schon Jahre zurück, dass er das Erstgeburtsrecht verkauft hat, jetzt kann er es nicht mehr kriegen, es ist zu spät.
Und in dem Sinne verstehe ich, dass der Hebräerschreiber das hier anwendet und sagt: Leute, es gibt ein zu spät. Wenn ihr für diese Welt leben wollt und wenn ihr euch für das Judentum entscheidet, dann lebt ihr für diese Welt, aber dann wird eines Tages die Tür zu sein, dann gibt es ein zu spät. Ja, der Segen war schon ausgesprochen, den konnte er gar nicht mehr zurückbekommen. Und das heißt, in dem Fall die Anwendung für die Hebräer-Christen wäre das: Ihr habt eure Erstgeburt in Christus, das Erstgeburtsrecht durch Christus habt ihr verscherzt, verkauft, um ins Judentum zurückzugehen, und eines Tages steht ihr dann vor verschlossenen Türen, ihr könnt nicht mehr zurück, es gibt ein zu spät, heißt das.
Das ist hier die ernste Rede. Und es wird auch bestätigt durch Vers 25: Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der redet. Denn wenn jene nicht entkamen, die den abwiesen, der auf der Erde Weisung gab, wie viel mehr werden wir nicht entkommen, wenn wir uns von dem abwenden, der vom Himmel her redet. Das heißt, wann ist das? Am Ende. Am Ende kommt das Gericht, dann gibt es kein Entrinnen mehr. Das ist gemeint. Es ist nicht gemeint, dass man in der Zwischenzeit nicht mehr umkehren und Buße tun könnte auf dem Weg, dem Lebensweg. Nein, am Ende, dann werden wir nicht entrinnen, dann ist es vorbei.
Also die Stelle in Hebräer 12, Vers 17 ist in keinster Weise zwingend, dass ein Mensch, der mal abgefallen ist, in der Zwischenzeit, bis er stirbt, nicht mehr Buße tun könne. Das gibt die Stelle nicht her. Dazu ist sie viel zu wenig eindeutig. Der Kontext scheint wirklich das Ende des Lebens zu sein, so wie jetzt der Esau steht jetzt da und jetzt will er den Segen, jetzt ist zu spät. Da steht ein Mensch, stirbt, steht vor Gott und jetzt will er den Segen. Ja, ich war mal bei den Erstgeborenen dabei, bei Christus, jetzt ist zu spät, jetzt kann man nichts mehr rückgängig machen.
Also, von daher würde ich sagen, wir haben weder die Stelle Hebräer 12, Vers 17 noch die Stelle Hebräer 6, Vers 6, die als zwingenden Beweis, dass jemand, der mal abgefallen ist, in keinster Weise mehr zurückkommen kann. Das einzige, was wir haben, ist: Es gibt eine Verhärtung des Menschen, die so weit gehen kann, dass Gott sagt: So, jetzt ist Schluss. Und das kann in dem Fall gewesen sein, das weiß ich nicht. Ich sage nur, wir haben es in der Schrift nicht, dass wir jemandem, der uns das sagt: Ich kann nicht mehr zurück. Das muss nicht der Fall sein, dass der recht hat. Woher weiß er das?
Ich weiß nicht, von Lenin sagt man, er hätte den Stuhl angefleht um Vergebung, und es war zu spät. Aber das ist verständlich. Der Mann hat sich im Laufe seines Lebens, der hat es verscherzt mit Gott, wie der Pharao, gleich wie der Pharao, wobei man nicht weiß, wie weit er wirklich zu Gott zurück wollte, vielleicht war es einfach die Angst vor dem Tode, die Angst vor dem Gericht, das jetzt kommt. Man versteht schon, man muss eigentlich nichts rückerarbeiten, aber diese Reue und Buße, die waren nicht zum Umkehrweg, keine echte Reue. Das kommt nicht vor, dann kann ja auch kein Mensch nichts. Ja, ist klar. Aber was ich sagen will, ist: Die Schrift sagt nicht, dass unsere Reue und Buße von Gott gewirkt ist. Wir haben keine Stelle, die sagen kann, wirklich, dass, wenn wir Buße tun, das ist etwas, was Gott an uns getan hat. Das ist nicht richtig. Die Buße, das ist etwas, was Gott von uns verlangt, das ist ein Befehl: Du Mensch, tue Buße! Und wenn du nicht Buße tust, bist du schuld. Dann kann man da nicht sagen, Gott ist schuld, weil er mir die Buße nicht gegeben hat. Das lehrt die Schrift nicht, dass die Buße auf Gott zurückzuführen sei. Buße ist eine Verantwortung des Menschen. Glauben ja auch: Tut Buße und glaubt an das Evangelium. Das sind die zwei Dinge, die ich tun muss. Ich muss umkehren und ich muss glauben.
Das wäre Calvinismus, wenn man sagt, Gott gibt ihm die Buße nicht mehr, weil Gott hat bestimmt, dass er in die Hölle geht. Dann hat er keine Chance mehr, er kann nicht Buße tun, weil Gott ihm die Buße nicht gibt. Gott ist so gnädig, er gibt jedem Menschen die Gelegenheit zur Buße. Da ist Israel, Apostelgeschichte 11, glaube ich, und Apostelgeschichte 5 zweimal kommt es vor: Gott hat Israel die Buße gegeben. Heißt das, dass er den anderen allen die Buße vorenthalten hat? Nein, er hat allen die Möglichkeit gegeben. Aber das Besondere ist, dass Gott dem Israel die Chance gegeben hat, indem die Verkündigung des Evangeliums noch einmal durchs Land geht, nachdem sie den Messias abgelehnt haben. Das ganze Volk hat Nein gesagt zum Messias, jetzt schickt Gott die Apostel noch einmal durchs Land mit dem Evangelium und gibt dem ganzen Israel noch einmal die Chance. Wie gibt er ihnen die Chance? Durch die Verkündigung. Und sie könnten sich jetzt alle bekehren. Und wie haben wir die Chance? Genau durch die gleiche Verkündigung. Jeder hat die Chance durch die Verkündigung, wir haben die Bibel überall verbreitet. Gott ist so gnädig, Gott will, dass alle gerettet werden, Gott will, dass alle Menschen Buße tun.
Sind dazu jetzt noch Gedanken? Wenn Paulus vor Agrippa steht und Paulus sagt, es fehlt nicht viel, dann wird ja auch oft gesagt, dass Gott einem Menschen die Gelegenheit gibt, zu bußen. Und wenn Gott einem die Gelegenheit nicht gibt, dann kann man auch nicht Buße tun. Das wäre dann ...
Ja, aber hier bei Agrippa hatte Agrippa wirklich eine gute Gelegenheit, Buße zu tun, das stimmt. Da ist er ... aber das heißt ja nicht, dass Agrippa ansonsten auch nicht Buße tun hätte können. Wenn ein Mensch das Evangelium hört, so klar ein Zeugnis hört wie von Paulus, das ist sicher eine Gelegenheit, die Gott ihm gibt. Und Gott wollte ja, dass Agrippa sich bekehrt. Agrippa hat sich nicht bekehrt. Agrippa hätte weiterhin aber trotzdem eine Bibel irgendwo bekommen können, es wäre kein Problem gewesen, jedenfalls ein Evangelium oder sonst etwas. Er hätte sich weiter bemühen können, er wollte sich gar nicht bemühen.
Diese Lehre, dass Gott jedem Menschen drei Gelegenheiten gibt, die kursiert ja herum, dass man sagt, Gott gibt jedem Menschen drei Gelegenheiten, sich zu bekehren, das ist nicht wirklich aus der Schrift. Da nimmt man eine Stelle aus Hiob und meint, das sei jetzt so für alle Menschen. Weil Gott, wo ist die Stelle? Hiob 33, danke. Von dieser Stelle her kann man nicht ableiten, dass Gott jedem Menschen drei Gelegenheiten gibt, sich zu bekehren, und wenn er die dritte Gelegenheit nicht nützt, ist es vorbei. Gott ist viel gnädiger, als wir denken.
Also schauen wir die Stelle an. Es geht hier um Hiob. Er spricht hier von ... ich muss ein bisschen weiter ausholen ... Hiob 33: Gottes Geist hat mich gemacht, Vers 4, kannst du? Vers 5: So antworte mir, rüste dich und stelle dich mir vor. Vor Gott bin ich wie du usw. Vor meinen Ohren sagtest du, Vers 9, Vers 8, vor meinen Ohren sagtest du, deutlich hörte ich die Worte, und jetzt zitiert er Gott: Ich bin rein, ohne Vergehen, unschuldig und habe keine Verfehlung. Ist es nicht ... Moment mal, das ist ja gar nicht Hiob, der spricht, das ist ja Elihu, der spricht. Es ist Elihu, nicht Hiob. Elihu predigt dem Hiob sozusagen. Und Elihu erzählt, dass Gott ihm etwas gesagt hätte, also vor meinen Ohren, dass Elihu es sagte. Elihu erzählt, dass Hiob ihm gesagt hat: Du berufst dich auf deine Reinheit und deine Unschuld, oder? Vor meinen Ohren hast du gesagt, Vers 8, ich bin rein, Vers 9. Und dann sagt er, der Elihu, da hast du nicht Recht, da hast du nicht Recht, Vers 12: Da hast du nicht Recht, entgegne ich dir, denn Gott ist mehr als der Mensch. Was haderst du mit ihm über sein Tun? Gibt er nicht Antwort doch in einer Weise?
Redet Gott und in zwei, und man achtet's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn Schlaf auf die Menschen fällt, im Schlummer auf dem Lager, da öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt seine Warnung, zu wenden den Menschen von seinem Tun zu bewahren, den Mann vor Hoffart zu halten, vor der Grube seine Seele und sein Leben vom Laufen ins Geschoss, in den Untergang sozusagen, in den Pfeil. Er wird gemahnt durch Schmerz auf seinem Lager, durch ständigen Kampf im Gebein, seinem Leben verleidet das Brot und seiner Seele die Lust am Essen, sein Fleisch zehrt ab, dass man es nicht mehr sieht, und bloß sind seine Knochen, die man zuvor nicht sah. Da naht seine Seele der Grube und sein Leben den Würgern, den Menschen, die ihn töten wollen.
Gibt's für ihn einen Boten, einen Dolmetsch, einen aus tausend, dem Menschen zu künden, was recht ist? Ist er ihm gnädig und sagt, er löse ihn, er soll nicht in die Grube fahren, ich habe die Sühne gefunden. Es schwillt sein Fleisch vor Jugend, er wird erneut zum Jüngling, er fleht zu Gott und er nimmt ihn an, er schaut sein Angesicht mit Jauchzen und er gibt dem Menschen seine Gerechtigkeit wieder. Er singt vor den Leuten und sagt: Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt, und er hat mir nicht vergolten, er hat meine Seele erlöst, so dass ich nicht in die Grube fahre, und mein schaut das Licht.
Ja, das alles tut Gott zweimal, dreimal, mit dem Mann, mit dem Menschen, seine Seele zu wenden von der Grube und sie zu erleuchten mit dem Licht des Lebens. Merke auf, Hiob, höre mir zu und schweige usw.
Von dieser Stelle allein zu sagen, Gott gebe jedem Menschen zwei oder drei Gelegenheiten, dass er Buße tut, und wenn er die verpasst, ist es vorbei, das ist zu viel gesagt. Erstens: Hier spricht Elihu, und es ist nicht gesagt, dass alles, was Elihu spricht, im Heiligen Geist gesprochen ist. Von den anderen drei wissen wir, dass sie schlecht geredet haben, das sagt er. Die anderen drei Freunde, der vierte, der Elihu, von dem wird es nicht gesagt. Aber es ist immerhin ein Wort des Elihu an Hiob, es ist nicht ein Wort Gottes an Hiob, das ist das Erste.
Das Zweite: Es geht nicht notwendigerweise um die Bekehrung des Menschen, und drittens: Es ist nicht notwendigerweise so, dass das, was Elihu hier sagt, auf jeden Menschen der ganzen Welt zutrifft. Es kann schon so sein, dass Gott dem Menschen besondere Gelegenheiten gibt, wo er in besonderer Weise an ihm wirkt, das kann schon sein, und das wissen wir ja auch. Gott tut das, aber es gibt viele Zeugnisse von Christen, die sagen: Gott hat oft zu mir deutlichst mir den Ernst der Sache vor Augen gemalt, und es war nicht nur zwei oder dreimal, es war viel öfters. Und die Stelle sagt nicht, dass Gott es nicht ein viertes Mal tut. Es steht nicht da, dass Gott nicht ein viertes Mal einen Menschen rufen könnte oder in besonderer Weise rütteln, durchschütteln könnte.
Vergessen wir nicht: Jedes Gericht, das über die Erde geht, jede Katastrophe ist ein Reden Gottes, jeder Todesfall in der Familie ist ein Reden Gottes, jede Krankheit ist ein Reden Gottes, jeder Verlust, den man erlebt, ist ein Reden Gottes. Und es gibt besondere Gelegenheiten im Leben, wo ein Mensch in besonderer Weise mit dem Evangelium konfrontiert wird, das ist richtig. Aber das heißt doch nicht, wenn ein Mensch dreimal das hatte, dass er dann keine Chance mehr hat, zu Gott zu kommen. Das wäre ja furchtbar.
Also, wie gesagt, wir wollen nicht zu viel in einen Text hineinlegen und dann vor allem nicht eine allgemeingültige Lehre daraus ziehen, denn das ist zu wenig für so eine Lehre. Nur das will ich gesagt haben. Und ich denke, es geht um das, was Gott sagt, nicht was wir sagen. Wir müssen aufpassen, dass wir einfach wirklich bei dem bleiben, was Gott sagt, nicht dass wir zu viel sagen.
Ja, ich denke, wir sind ... Es geht hier um eine Haltung. Er sagt, solche Leute, die bleiben in der Haltung, dass sie Jesus kreuzigen. Wenn einer wirklich abgefallen ist, in dem Sinn kann er schon, dass sie Jesus gekreuzigt haben, aber er hat dann wieder aufgehört, er hat Buße getan darüber. Ja, was er hier sagt, ist ja der Sohn Gottes, nicht Jesus, sondern Sohn Gottes, kreuzigt. Das heißt, ihr habt in voller Erkenntnis, wer dieser Sohn Gottes, wer dieser Jesus ist, der Sohn Gottes, habt ihr euch jetzt wieder zurückgewandt zu dem alten Judentum, obwohl ihr wisst, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, dass er euch das vor Augen will, dass das eine große Schuld ist. Man hat ihn einmal erkannt als den wahren Sohn Gottes, und dann sagt man wieder Nein, der gehört ans Kreuz. Er will nur sagen, das ist eine große Schuld gegenüber dem Sohn Gottes, sich so zu verhalten.
Aber die Frage ist: Bleibt man bei der Haltung oder bleibt man nicht bei der Haltung? Wenn jemand das erkennt, was habe ich getan, und dann kommt er zurück zum Herrn, wird der Herr ihm vergeben? Ganz sicher. Was er sagt, ist: Man nimmt eine Stellung gegenüber Jesus Christus ein, die sagt: Du gehörst dorthin, wo alle Verbrecher hingehen. Du bist der Sohn Gottes, ich habe das erkannt. Aber jetzt will ich dich nicht mehr, den Sohn Gottes, und du, Sohn Gottes, du gehörst dorthin, wo alle Verbrecher hingehören, ans Kreuz. Man muss sich das richtig bewusst machen. Das ist wirklich ein Schlag ins Gesicht Gottes. Ein verachtender Sohn Gottes, ein Treten mit Füßen, das sagte er später, Treten mit Füßen. Und wer das tut und in dieser Haltung bleibt, was will Gott jetzt noch machen? Gott hat keine Möglichkeit mehr, ihn zur Buße zu erneuern.
Wenn er selber so weit käme und erkennt: Was habe ich getan, das ist ja eine Wahnsinnsidee von mir, und dann Buße tut, dann ist ja klar, dass er wieder Vergebung bekommt. Aber der Text sagt ja nicht, dass so einer nicht Vergebung bekommen kann. Der Text sagt, dass so einer nicht mal Buße tut, das heißt, weil er diese Haltung jetzt eingenommen hat und in dieser Haltung verharrt, kommt er gar nicht mehr zu der Sinnesänderung. Gott hat keine anderen Mittel mehr.
Wenn Regen auf die Erde fällt und dieser Regen bringt und der Boden ist gut, es kommt gute Frucht hervor, dann freut man sich und das Land bekommt Segen von Gott usw. Aber wenn jetzt statt guter Frucht der Boden nur Disteln und Dornen bringt, dann sagt man: Diesen Boden müssen wir verbrennen, dann zündet man den Boden an und verbrennt ihn. Was er hier sagen möchte, ist hier: Wenn die Christen vom Wege abkommen und weggehen, dann ist es unmöglich, sie zur Buße zu bringen. Es ist das Gleiche wie die Rebe: Wenn jemand nicht an mir bleibt, dann wird der Rebzweig hinausgeworfen und er verdorrt und er brennt. Wenn man nicht Buße tut, ist die Folge ewiger Tod. Wenn man nicht Buße tut, ist die Folge das Feuer. Aber bitte, das Feuer kommt dann, wenn das Gericht kommt.
Die Frage ist aber jetzt nicht: Kann der in der Zwischenzeit, bevor das Feuer kommt, kann der in der Zwischenzeit noch umkehren, wenn er erkennt, was er getan hat, wenn er aufhört, diese Haltung dem Sohn Gottes gegenüber einzunehmen? Und ich denke ja, denn die Stelle sagt nicht, dass er sich nicht auf die Haltung des Sohnes gehalten hat, sondern sich auf die Haltung des Sohnes gehalten hat, dass das unmöglich sei. Für Gott ist es unmöglich, jemandem, der in dieser Haltung bleibt, ist es für Gott unmöglich, den zur Buße zu bringen. Wenn derjenige selber aber erkennt, was er für eine Haltung eingenommen hat, eine falsche Haltung, und dann selber Buße tut, dann kann der natürlich Vergebung bekommen, dann ist es ja nicht der Fall. Das heißt ja nur: Hier kann einer nicht zur Buße erneuert werden, das heißt, der will gar nicht Buße tun, so einer will überhaupt nie zurück. Aber wenn jemand da wäre, der wirklich zurück will, dann ist doch ganz klar, dass der Vergebung bekommt. Aber dann ist es nicht dieser Fall, der nicht zur Buße erneuert werden kann. Dann hat er diese Haltung, diese bleibende Haltung nicht eingenommen gegenüber dem Sohn Gottes.
Ich möchte durch das Ganze nur die Tür offen lassen, verstehen wir das? Wir müssen die Tür offen lassen für Abgefallene, die Tür ist nicht zu, die Tür ist offen. Wenn ein Abgefallener zurückkommen will, darum geht es. Wenn ein Abgefallener nicht zurückkommen will, dann betrifft es ja die Frage nicht, das ist ja nicht wichtig, weil der will ja sowieso nicht. Aber wir haben es in der Seelsorge zu tun mit Menschen, und das sage ich, wir haben es in der Seelsorge zu tun mit Menschen, die kommen zu uns und sagen: Ich bin abgefallen, ich würde gern zurückkommen, aber leider darf ich nicht mehr. Das ist ja der praktische Fall, weil im Hebräer 6 steht, ich darf nicht mehr. Und dann sagen wir: Stimmt, du darfst nicht mehr. Solange er Gnadenzeit ist, darf er. Wenn er dann vor den Toren Gottes steht und dann würde er gern noch mal zurück, dann ist es zu spät.
Wir schließen schön auf zum Gebet. Vielleicht betet jemand mit uns.

