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Keine Frucht – Teil 3

Jesu Leben und Lehre, Teil 685/697
27.02.2026Matthäus 21,13-16
SERIE - Teil 685 / 697Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 685: „Keine Frucht, Teil 3“

Jesu Zorn über die Unfruchtbarkeit des Volkes

Nachdem Jesus den unfruchtbaren Feigenbaum verflucht hat, geht er in den Tempel. Dort räumt er mit Gewalt den Vorhof der Heiden auf. Er treibt die Händler und ihre Kunden hinaus, wirft die Tische der Wechsler um und stößt die Sitze der Taubenverkäufer um. Was für ein Tumult!

Dann erklärt er sein Tun: Matthäus 21,13: „Und er spricht zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus wird ein Bethaus genannt werden; ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle.“

Ich hatte euch schon in der letzten Episode auf Jeremia 7 verwiesen. Dort wird der Prophet angewiesen, das Volk zu warnen. Wovor soll er es warnen? Davor, dass der Tempel zerstört wird und Gott sein Volk richtet.

 Jeremia 7,12-15: „Denn geht doch hin zu meinem Anbetungsort, der in Silo war, wo ich früher meinen Namen wohnen ließ. Und seht, was ich mit ihm getan habe wegen der Bosheit meines Volkes Israel. Und nun, weil ihr all diese Taten getan habt, spricht der Herr, und ich zu euch geredet habe, früh mich aufmachend und redend, ihr aber nicht gehört habt, und ich euch gerufen, ihr aber nicht geantwortet habt, so werde ich mit diesem Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, worauf ihr euch verlasst, und mit dem Ort, den ich euch und euren Vätern gegeben habe, ebenso verfahren, wie ich mit Silo verfahren bin. Und ich werde euch von meinem Angesicht verwerfen, so wie ich alle eure Brüder, alle Nachkommen Ephraims, verworfen habe.“

Die Parallele zwischen Jeremia und Jesus

Ich hoffe, ihr versteht die Parallele. Jesus erklärt sein Tun mit einem Zitat aus Jeremia 7. Damals kam Jeremia, jetzt kommt der, der größer ist als Jeremia. Und was muss er erleben? Dasselbe, was auch Jeremia erlebt hat.

Da ist ein Baum voller Blätter, aber ohne Frucht. Es ist ein Volk voller äußerlicher Religiosität, das nicht bereit ist, die Früchte zu bringen, die Gott sucht. Diese Früchte sind Gerechtigkeit, Glauben, Barmherzigkeit und Gottesfurcht.

Nach außen hin sieht alles gut aus: Es gibt einen Tempel, Priester, religiöse Riten und Pilger. Doch das sind alles nur Äußerlichkeiten. Es fehlt die Frucht, es fehlen Buße und gute Werke – genau wie bei Jeremia.

So beantwortet Jesus die Frage, die Jeremia stellt, nämlich in Jeremia 7,11: „Ist denn dieses Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, eine Räuberhöhle geworden in euren Augen?“ Die Antwort, die Jesus gibt, lautet Ja. Und...

Gottes Warnung und das Ziel der Tempelreinigung

So wie Gott im Alten Testament vor der Zerstörung des salomonischen Tempels Zeit zur Buße geschenkt und Warnungen ausgesprochen hatte, tut er das jetzt wieder.

Wenn Jesus den Tempel reinigt und das kleine Gericht übt, dann geschieht das mit dem Ziel, dass die Einwohner Jerusalems ihre Sünde erkennen und Buße tun. Die Händler im Tempel sind nämlich nur ein Symptom eines viel tiefer liegenden Problems.

Dieses Problem besteht darin, dass sich Israel mehr auf den Tempel als auf Gott verlässt. Sie wollen ihre Bosheiten nicht aufgeben und nicht auf Gottes Rufen antworten. Sie wollen vor dem kommenden Gericht nicht fliehen.

Sie sind doch das Volk, das den Tempel hat. Das reicht ihnen. Gott brauchen sie nicht, und sie wollen ihn auch nicht. Und...

Die heutige Relevanz der Haltung der Frommen

Damit wir das gut verstehen: Diese Haltung von Frommen gibt es bis heute. Wie leicht reicht uns das richtige Bekenntnis, die richtige Gemeinde mit dem richtigen Gottesdienst, das richtige Gesangbuch oder die richtige Bibel.

Doch Gott als Gott, als ein Gott, der mich hinterfragt, mir meine Selbstgerechtigkeit vor Augen führt, mir meine Ungerechtigkeit zeigt und von mir fordert, dass ich täglich meine Sünde erkenne und bekenne – so ein Gott ist gefährlich. Den halten wir allzu leicht auf Abstand.

Dabei ist dieser Gott genau das, was wir brauchen.

 Matthäus 21,14: Und es traten Blinde und Lahme in dem Tempel zu ihm, und er heilte sie.

Symbolik der Heilung der Ausgeschlossenen

Wir kennen es schon: Jesus heilt Blinde und Lahme. Biblisch ist das jedoch auch symbolisch aufgeladen.

Unter David entstand ein Spruch bei der Eroberung Jerusalems. In 2. Samuel 5,8 heißt es: „Daher sagt man, ein Blinder und ein Lahmer dürfen nicht ins Haus kommen.“

Keine Sorge, es gibt kein mosaisches Gebot, das Behinderten den Zugang zum Tempel verbietet. Und mit „Haus“ ist in 2. Samuel 5 auch nicht zwingend der Tempel gemeint, den es zu dieser Zeit ja noch gar nicht gab. Mir geht es hier nur um die Symbolik.

Als David zum ersten Mal nach Jerusalem einzog, entstand dieses Sprichwort. Jesus inszeniert bei seinem Einzug in Jerusalem, so wie Matthäus es beschreibt, eine bewusste Umkehrung dieser alten Formel. Der messianische Sohn Davids öffnet das Haus Gottes für diejenigen, die sprichwörtlich ausgeschlossen waren.

Einmal mehr erfüllt er damit vor aller Augen die Prophezeiungen über den Messias. So heißt es in Jesaja 35,5-6: „Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch und jauchzen wird die Zunge des Stummen.“

Die Reaktion der religiösen Führer auf Jesu Wirken

Vielleicht ist das auch der Grund, warum Jesu gewaltsame Vertreibung der Händler keinen deutlicheren Protest hervorruft. Wer eben mal die Blinden und Lahmen im Tempel heilt, hat natürlich eine Autorität, der man sich nicht einfach in den Weg stellt.

In Matthäus 21,15 heißt es: Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: „Hosanna dem Sohn Davids!“, wurden sie unwillig.

Okay, wir haben nichts anderes von ihnen erwartet, oder? Was für ein Fest! Überall werden Kranke gesund, ein Wunder nach dem anderen geschieht, und mittendrin schreien Kinder, die feiern, was Jesus tut: „Hosanna dem Sohn Davids!“ Die Hohenpriester und Schriftgelehrten stehen schmollend daneben.

Langsam werden sie unwillig. Für sie muss der Enthusiasmus der Volksmenge am Vortag, beim Einzug von Jesus in Jerusalem, schon schlimm gewesen sein. Schlimmer noch war dann wohl sein Einzug in ihren Tempel und die sich daran anschließende Tempelreinigung.

Aber das, was jetzt passiert – die Heilungen und die Kinder mit ihrem Geschrei –, das geht ihnen wirklich zu weit. Diesem Treiben wollen sie Einhalt gebieten, also sprechen sie Jesus daraufhin an.

In Matthäus 21,16 steht: Und sie sprachen zu ihm: „Hörst du, was diese sagen?“ Jesus aber antwortete ihnen: „Ja, habt ihr nie gelesen: ‚Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet‘?“

Jesu Anerkennung der kindlichen Anbetung

Merkt ihr, Jesus weiß genau, wovon sie sprechen. Hörst du, was sie sagen? Ja, das tue ich.

Er hatte die Kinder gehört, wörtlich steht dort „die Jungen“. Ich stelle mir meine Enkel vor – so eine Jungsbande, die sich einen Spaß daraus macht, mit ihren Hosanna-Rufen die Hohenpriester und die Schriftgelehrten zu ärgern.

Je mehr man es ihnen verbietet, desto lauter schreien sie. Und wisst ihr was? Jesus hat damit überhaupt kein Problem.

Einladung zur Selbstreflexion und Abschluss

Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, worauf du dich verlässt. Die Israeliten vertrauten auf den Tempel – und du?

Darf Gott noch in dein Leben hineinreden?

Das war's für heute.

Hast du schon einmal deine Bekehrungsgeschichte aufgeschrieben? Falls nicht, versuche es doch.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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