Zum Inhalt

10 Lügen über Jesus

14.04.2023
Was sind 10 Dinge, die wir manchmal über Jesus glauben, die aber falsch sind? Hast du vielleicht auch Vorstellungen von Jesus, die gar nicht wahr sind? Hier wird mit 10 besonders verbreiteten Vorurteilen aufgeräumt.

Einleitung: Irrtümer über Jesus in der heutigen Gesellschaft

Was sind zehn Dinge, die wir manchmal über Jesus glauben, die aber falsch sind? Dieses Video solltest du nicht anschauen, wenn du jemand bist, der sagt: „Meine Meinung steht fest, bewerbe mich nicht mit Tatsachen.“

Hier sind zehn Fakten über Jesus, die in unserer heutigen Gesellschaft oft ungern gehört werden.

Historische Existenz Jesu im Vergleich zu anderen Religionsgründern

Erstens: Es gab ihn wirklich. Jesus ist die zentrale Person im Christentum, das ist klar. Manche Menschen denken jetzt, weil es mit Religion zu tun hat, sei deshalb alles historisch fraglich. Das ist natürlich nicht so. Man muss nur etwas genauer hinschauen.

Lassen Sie uns dazu einen Vergleich mit drei anderen Weltreligionen machen.

Beispiel Nummer eins: Konfuzius, der Begründer des chinesischen Konfuzianismus. Die frühesten historischen Quellen zu Konfuzius stammen ungefähr 50 bis 100 Jahre nach seinem Leben. Das ist so, als würde man heute über die Erfindung der Mikrowelle oder die Kubakrise schreiben. Beide Ereignisse fanden vor der Geburt der meisten von uns statt.

Beispiel zwei: Im Islam ist die zentrale Person Mohammed, und das zentrale Buch ist der Koran. Im Koran selbst finden sich nur wenige historische Informationen über Mohammed. Die meisten Angaben stammen aus Biografien von Anhängern des Islam. Diese Biografien wurden frühestens 140 Jahre nach der Hidschra verfasst. Die Hidschra ist ein sehr wichtiges Ereignis im Leben Mohammeds, das hier aber ein anderes Thema ist. Dieser Zeitabstand von 140 Jahren entspricht ungefähr dem Abstand, als würde man heute über die Erfindung der Glühbirne oder den Wilden Westen schreiben.

Drittes Beispiel: Der Buddhismus. Im Buddhismus ist die zentrale Person Siddhartha Gautama, umgangssprachlich auch Buddha genannt. Buddha ist ein Titel, den er später erhielt. Im besten und günstigsten Fall liegen etwa 60 Jahre zwischen dem Tod von Siddhartha Gautama und den ersten historisch zuverlässigen Quellen. Allerdings könnte dieser Zeitabstand auch über 400 Jahre betragen. Warum ist das so? Bei Buddha sind viele Datierungen unklar. Forscher sind sich heute nicht einmal sicher, in welchem Jahrhundert Buddha überhaupt gelebt hat.

Dies sind drei Beispiele von historischen Personen, die den drei Weltreligionen zugrunde liegen.

Quellenlage zu Jesus und ihre Besonderheit

Wie ist das jetzt bei Jesus? Bei Jesus ist es dagegen ganz anders.

Die Informationen aus seinem Leben findest du erstens in frühen Augenzeugenberichten, die in den vier Evangelien enthalten sind. Die meisten sind sich einig, dass das Johannesevangelium das vierte Evangelium ist, das spätestens 65 Jahre nach Jesu Tod aufgeschrieben wurde. Ich persönlich denke, dass das Johannesevangelium noch deutlich näher an Jesus dran ist. Später möchte ich dir auch zeigen, warum das so ist. Falls du das sehen möchtest, kannst du die Glocke rechts unter diesem Video drücken, dann wird es dir später angezeigt.

Als zweites Beispiel gibt es das Lukasevangelium. Früher dachte man, dass es 40 Jahre nach Jesu Tod geschrieben wurde. Jetzt wissen wir, dass das Lukasevangelium spätestens 23 Jahre nach Jesu Tod verfasst wurde. Dann gibt es noch das Markusevangelium, das sogar mehrere Jahre früher entstanden ist.

Informationen zu Jesus findest du auch in den Briefen des Neuen Testaments. Diese Briefe wurden ungefähr 20 Jahre nach Jesu Tod geschrieben. Zudem gibt es vorbiblische Quellen, die wir inzwischen haben. Die Forschung ist sich heute einig, dass diese Quellen nur wenige Monate bis Wochen nach Jesu Tod entstanden sind.

Wenn wir schon von Quellen sprechen, dann gibt es eine zweite große Lüge über Jesus: dass wir angeblich kaum etwas über ihn wüssten. Das ist wirklich falsch. Die Datenmenge, also die schiere Anzahl von Angaben, die wir über Jesus haben, ist erstaunlich. Dabei handelt es sich nicht nur um zwei oder drei Randbemerkungen von irgendwelchen Jesus-Fans.

Damit du einen Vergleich hast: Die enorme Menge an historischen Fakten, die wir inzwischen über Jesus besitzen, kann selbst manche römischen Kaiser nur neidisch machen. Zum Beispiel über Kaiser Silbanakos gibt es so wenige Quellen, dass wir vor 100 Jahren nicht einmal wussten, dass es diesen Kaiser überhaupt gab. Er wird mit keinem Wort von seinen Feinden oder Gegnern erwähnt. Nicht einmal seine Freunde und Anhänger haben Texte über ihn hinterlassen. Bei Kaiser Sponsanius ist bis heute nicht geklärt, ob er überhaupt jemals gelebt hat.

Bei Jesus dagegen haben wir bis jetzt über 50 verschiedene zeitgenössische historische Quellen von Nichtchristen, aus denen du etwas über Jesus lernen kannst. Noch einmal: Das sind keine Berichte von Fans, sondern von Nichtchristen und erklärten Gegnern Jesu.

Damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst: Stell dir vor, du würdest jeden dieser Gegner Jesu vor Gericht stellen und sie in einer Reihe aufstellen. Du würdest jeden von ihnen für nur 30 Minuten vorstellen und als Zeugen anhören – ohne Rückfragen, nur die groben Angaben.

Wenn du das machst, bist du fast eine halbe Arbeitswoche von morgens bis abends damit beschäftigt, anzuhören, was antike Zeitzeugen über Jesus sagen. Und das sind nur die, die keine Sympathisanten Jesu waren. Was glaubst du, wie viele Tage oder Wochen wir mit der Anhörung beschäftigt wären, sobald wir alle Zeugen aufrufen? So viel historisches Material gibt es über Jesus.

Zur Einordnung: Du müsstest ungefähr 4.426 Seiten an wissenschaftlichen Standardwerken lesen, nur um auf den aktuellen Forschungsstand zur geschichtlichen Jesusforschung zu kommen. So umfangreich ist das, was Historiker inzwischen über Jesus bewegen.

Viele Leute wissen nicht, wie bekannt Jesus auch schon zu seinen eigenen Lebzeiten war. Darüber bringe ich demnächst einen eigenen Beitrag heraus. Du kannst gerne die Glocke rechts unter diesem Video drücken, dann wird er dir ebenfalls angezeigt.

Der Name und die Bezeichnung Jesus Christus

Dritter erstaunlicher Fakt zu Jesus: Jesus hieß nicht Jesus, sondern sein Eigenname war Jeshua – ja, Jeshua.

Yeshua ist die aramäische Form dieses Namens. Aramäisch war damals eine Art Umgangssprache. Yeshua ist die aramäische Form von Joshua, einem Namen aus dem ersten Teil der Bibel. Joshua war der Assistent von Moses.

In der griechischen Bibel, denn Griechisch war damals eine sehr wichtige Verkehrssprache und eine Weltsprache, wurde dieser Name, den wir heute Joshua nennen, als Jesus ausgesprochen. Wenn man das später auf Latein schrieb, da in der Geschichte des Christentums viel in Latein verfasst wurde, schrieb man es ebenfalls Jesus. Im Deutschen wurde aus dem Anfangsbuchstaben I ein J gemacht.

Nachnamen gab es damals noch nicht. Man wurde damals durch die Familie oder den Herkunftsort identifiziert. Deshalb wurde Jesus von den Leuten entweder nach seiner Familie genannt, zum Beispiel Jeshua bar Joseph, also Jeshua, der Sohn von Joseph, oder Jeshua bar Marjam beziehungsweise bar Mirjam, Jeshua, der Sohn von Mirjam, also Maria.

Oder er wurde nach seinem Herkunftsort bezeichnet, zum Beispiel Jeshua bin Zaret, also Jesus aus Nazareth.

Jesus hieß auch nicht Jesus Christus. Christus ist kein Name, wie ein Vor- oder Nachname, sondern ein Ehrentitel. Es heißt Jesus der Christus.

Christus ist griechisch und bedeutet Jesus der Messias. Messias wiederum ist dem Hebräischen entlehnt und bedeutet „der Gesalbte“. Das heißt, Jesus der Christus bedeutet Jesus, der von Gott versprochene Retter der Welt.

Dazu gleich mehr.

Vorstellung und Angebot des Bibelfürdienstes

Übrigens, willkommen beim Bibelfürdienst! Hier versuchen wir, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und schwierige Fragen von Nichtchristen klar zu beantworten.

Zu jedem Beitrag verschenke ich Übersichten, biblische Entscheidungshilfen, komplette Hörbücher und sogar Onlinekurse. All das gibt es kostenlos auf dieser Website, dank der freiwilligen monatlichen Unterstützungen von Menschen wie dir und mir.

Falsche Vorstellung vom Geburtsdatum Jesu

Ein vierter Punkt, den manche Menschen über Jesus wahrscheinlich nicht ganz wahrhaben wollen, ist, dass Jesus nicht an Weihnachten geboren wurde. Diese Vorstellung entstand erst mehrere hundert Jahre nach Jesu Geburt.

Wir werden uns später in diesem Jahr noch ganz in Ruhe ansehen, wie die Menschen damals überhaupt auf die Idee kamen, dass Jesus angeblich im Dezember geboren sein soll. In den zeitgenössischen Quellen findet man dazu nämlich keinerlei Hinweise. Rein mathematisch betrachtet hat Weihnachten, also der 24. oder 25. Dezember, genauso viel oder wenig Wahrscheinlichkeit wie jeder andere Tag, an dem Jesus geboren sein könnte – also etwa 0,27 Prozent.

Es gibt einfach Dinge, die sind plausibler, und andere, die weniger plausibel sind. Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie eine Gaußsche Normalverteilung aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wenn man sich das anschaut und überlegt, was am wahrscheinlichsten und historisch am plausibelsten ist, dann – keine Angst – ist es, dass Jesus im März oder April des Jahres 4 vor Christus geboren wurde.

Jetzt habe ich das Fass aufgemacht. Falls du wissen möchtest, warum das so ist, dann drücke gerne die Glocke unter diesem Video und schreibe in die Kommentare, dass du das gerne wissen möchtest. Dann erkläre ich dir das ausführlich in einem eigenen Video dazu.

Historische Fakten zum Aussehen Jesu

Fünfter Punkt

Was wir heute in der Gesellschaft oft nicht auf dem Schirm haben, ist das Aussehen von Jesus. Wie du vielleicht weißt, gibt es Tausende von Zeichnungen und Gemälden von Jesus. Allerdings haben wir bis jetzt keine Zeichnung, kein Graffito oder irgendein Bild gefunden, das zu seinen Lebzeiten angefertigt wurde. Alle Zeichnungen, die wir besitzen, sind ausnahmslos erst nach Jesus' Lebzeiten entstanden.

Das wirft die berechtigte Frage auf: Wie historisch zuverlässig sind diese Darstellungen?

Ein einfaches, nicht-religiöses Beispiel: Das ist ein Stück weit so wie bei Christoph Kolumbus. Kolumbus hat die Welt komplett verändert, fast jeder kennt seinen Namen – zum Guten wie zum Schlechten. Die meisten Menschen haben ein Bild im Kopf, wie er ausgesehen haben könnte. Die Frage ist nur, wie plausibel dieses Bild ist. Denn kein einziger der Künstler, die Kolumbus dargestellt haben, hat ihn jemals persönlich getroffen. Keiner von ihnen wusste wirklich, wie Kolumbus ausgesehen hat.

Wir denken manchmal, Jesus sähe aus wie eine Mischung aus einem Hippie und einem Schweizer Bodybuilder – groß, muskulös, mit langen, blonden, gewellten Haaren und blauen Augen. Das Problem ist, wenn man sich die historischen Fakten, Indizien, Belege und bestätigten Berichte über Jesus anschaut, sieht man, dass dieses Bild nicht von den ursprünglichen Quellen stammt.

Das Bild von Jesus als Mann mit langem Gewand und langen Haaren entstand erst im Byzantinischen Reich, also Hunderte von Jahren nach Jesus. Zum Vergleich: Das ist so, als würde man heute versuchen zu beschreiben, wie Christoph Kolumbus ausgesehen hat.

Deshalb die Frage: Wenn wir tief durchatmen und uns auf die Informationen aus der Bibel und außerhalb der Bibel sowie auf historische Indizien stützen, wie sieht Jesus dann wahrscheinlich wirklich aus?

Von all den Informationen gibt es einige, die kaum belastbar sind. Andere sind plausibler und wahrscheinlicher. Die plausibelsten Schlussfolgerungen aus den Fakten sind:

Jesus war zum Zeitpunkt seines Todes etwa 33 Jahre alt. Vielleicht fragst du dich, wie das sein kann, wenn er im Jahr 4 vor Christus geboren wurde und um das Jahr 30 nach Christus gestorben ist. Das liegt daran, dass das Jahr Null nicht mitgezählt wird.

Er hatte dunklere Haut – noch dunkler als meine –, braune Augen und war wahrscheinlich leicht untergewichtig. Seine Größe lag vermutlich zwischen 1,64 und 1,68 Meter, und er wog wahrscheinlich zwischen 50 und 60 Kilogramm. Seine Schuhgröße dürfte etwa 39 gewesen sein. Jesus hatte einen kurzen Bart und kurze, gekräuselte Haare.

Es gibt noch weitere Eckdaten, aber wahrscheinlich sah Jesus eher so aus.

Falls du jetzt denkst: „Das passt doch gar nicht zum Turiner Grabtuch, und überhaupt, die Ikonen haben Jesus ganz anders dargestellt – woher kommt das?“

Stimmt, du hast recht. Sekunde, ich kläre das.

Ist hier der deutsche Historikertag? Ich wollte nur sagen: Wir müssen leider mehrere Jahrhunderte römische und vorderorientalische Geschichte umschreiben. Ja, ja, ich weiß, alles, was wir herausgefunden haben, liegt falsch. Es tut mir leid. Spaß beiseite, ich habe einen schlechten Sinn für Humor.

Mein Vorschlag: Bild dir einfach deine eigene Meinung. Bevor du dich darüber aufregst, dass jemand falsch liegt, musst du erst einmal zeigen, ob er wirklich falsch liegt. Schau dir an, ob heutige Historiker und Archäologen hier wirklich katastrophal danebenliegen, und bilde dir dein eigenes Urteil.

Dafür kannst du dir hier die Erklärung für das Bild samt Begründungen herunterladen. Klicke einfach auf den Link unter diesem Video, und du wirst in derselben Minute freigeschaltet.

Jesu Familie und Geschwister

Erstaunlicher Fakt Nummer sechs über Jesus: Jesus war kein Einzelkind. Diese Vorstellung entstand erst Jahrhunderte nach Jesus. Zu seiner Lebenszeit war es ziemlich klar, dass Jesus durch Maria leibliche Geschwister hatte.

Der zeitgenössische Historiker Flavius Josephus berichtet von Jakobus, dem leiblichen Bruder von Jesus. Auch der sehr frühe Galaterbrief, der kaum zwei Jahrzehnte nach Jesus' Leben geschrieben wurde, erwähnt seinen Bruder.

Im Matthäusevangelium werden sogar vier Brüder von Jesus namentlich genannt: Jakobus, Joseph, Simon und Judas – natürlich nicht Judas Iskariot. Im sehr frühen Markus-Evangelium, das nach neueren Erkenntnissen wahrscheinlich zwölf bis fünfzehn Jahre nach Jesu Tod geschrieben wurde, möglicherweise sogar früher, wird sogar von mindestens zwei Schwestern Jesu gesprochen.

Zusammen mit den vier Brüdern waren es also mindestens sechs Geschwister. Das bedeutet, dass die Familie aus mindestens sieben Kindern bestand.

Jesus’ Charakter: Mehr als nur nett

Fakt Nummer sieben: Jesus war gar nicht so nett, wie viele Leute denken. Oft haben wir von Jesus das Bild eines super freundlichen Lifestyle-Gurus im Kopf, der nur möchte, dass alle eine gute Zeit haben und sich liebhaben. Aber ganz ehrlich: Wenn Jesus damals gepredigt hätte, was man heute in manchen Ländern auf manchen Kanzeln hören kann, wäre er wahrscheinlich nicht gekreuzigt worden.

Warum wurde Jesus durch Kreuzigung zu Tode gefoltert? Er wurde zu Tode gefoltert, weil er öffentlich erklärte, dass er Gott als Mensch ist und dass Menschen nur durch ihn in den Himmel kommen können. Genau das war seine Anklage vor Gericht. Und genau das war die Urteilsbegründung des obersten jüdischen Gerichts für seine Todesstrafe, weshalb er an die Römer überstellt wurde. Das ist ein juristischer Fakt.

Ich könnte jetzt noch viel mehr dazu sagen, möchte aber nur, dass du ein vollständigeres Bild bekommst: Jesus hat lange nicht nur nette Dinge gesagt.

Ein paar Beispiele: In Markus 3 wird berichtet, dass Jesus die Pharisäer einen nach dem anderen zornig ansieht. In Lukas 13 sagt Jesus etwas, woraufhin sich alle schämen – er beschämt also andere Menschen. In Matthäus 15 wird erzählt, dass pharisäische Abgesandte aus Jerusalem zum See in Nazareth kamen. Sie hatten mit Jesus eine Auseinandersetzung darüber, was kultisch rein und unrein ist – damals ein großes Thema. Nach dieser Auseinandersetzung sagen Jesus’ eigene Jünger zu ihm: „Weißt du eigentlich, dass das unter den Pharisäern ein Skandal war, was du gesagt und getan hast?“

Weitere Beispiele zeigen, dass Jesus Menschen beschimpfte. Er sagt zum Beispiel zu einer Gruppe: „Ihr seid böse.“ Oder er droht anderen Menschen. Das sieht man auch daran, wie Leute auf Jesus reagieren. Ein Gesetzeslehrer sagt zum Beispiel: „Rabbi, du greifst auch uns an.“ Darauf erwidert Jesus: „Ja, wehe euch, Gesetzeslehrer!“

In Lukas 9 heißt es, Jesus sei von den Menschen um ihn herum so genervt, dass er ruft: „Was seid ihr nur für eine ungläubige und verdorbene Generation!“ Hart, oder? Und noch krasser sagt er: „Wie lange soll ich noch bei euch sein und euch ertragen?“

In Markus 8 nennt Jesus Petrus, einen seiner engsten Vertrauten, sogar „Satan“. In Matthäus 23 bezeichnet Jesus die Pharisäer als „Nattern“ und „Giftschlangen-Brut“ und fragt: „Wie wollt ihr dem Strafgericht der Hölle nur entkommen?“

Von den sogenannten Tempelreinigungen haben wir hier noch gar nicht gesprochen.

Ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen. Warum Jesus so sprach und handelte, habe ich in einem eigenen Video erklärt, in dem ich genauer darauf eingehe. Drücke gern die Glocke hier unter diesem Video, dann wirst du über die genaue Erklärung informiert.

Die Auferstehung Jesu: Fakten statt Mythen

Die achte Sache, bei der unsere Gesellschaft oft wenig Verständnis zeigt, ist, dass Jesus wirklich auferstanden ist. Heutzutage kursiert eine seltsame Vorstellung von der Auferstehung. Ich glaube, das könnte ein mitteleuropäisches Phänomen sein.

Ich habe jedenfalls einmal von einer Kanzel gehört, wie eine Predigerin folgendes sagte: „Die Hoffnung, die jeder in sich trägt für einen Neuanfang – ich glaube, das war ihre Formulierung – das ist Auferstehung.“ Hör dir stattdessen einmal an, was die historischen Fakten zur Auferstehung Jesu sagen.

Was ich selbst gemacht habe – und das kann ich nur empfehlen – ist, sich wirklich die Zeit zu nehmen, das zu untersuchen. Es ist hochspannend. Ich habe für euch nachgesehen, was in nichtchristlichen Quellen über Jesus steht. Was steht im Brockhaus? Was schreibt die Encyclopaedia Britannica? Was sagen säkulare, nichtchristliche Historiker über Jesus?

Alle sind sich einig, dass Jesus von Nazareth damals mit einem unbeschreiblichen, nie dagewesenen Bewusstsein aufgetreten ist. Er sprach und handelte so, als könne er an Gottes Stelle reden und wirken.

Dann gibt es einige Fakten, bei denen sich alle säkularen Historiker einig sind, und die stammen aus den 1930er Jahren. Diese Fakten sind folgende:

Erstens: Alle sind sich einig, dass Jesus damals an einem römischen Holzkreuz zu Tode gefoltert wurde. Daran erinnern wir Christen an Karfreitag.

Zweitens: Alle sind sich einig, dass Jesus ein ehrenvolles Begräbnis erhalten hat – von Joseph von Arimathäa, einem Mitglied des Hohen Rates der Juden damals. Und dass das Grab, in das Jesus gelegt wurde, am dritten Tag danach, am Ostermorgen, also am Sonntagmorgen, leer war. Niemand wusste wirklich, wo der Leichnam war.

Drittens: Danach berichteten einzelne Personen und Gruppen unter ganz verschiedenen Umständen, dass Jesus ihnen erschienen sei. Sie hatten Umgang mit ihm, aßen mit ihm, sprachen mit ihm und Ähnliches. Sie waren zutiefst überzeugt, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hatte.

Nicht nur seine eigenen Jünger und Freunde berichteten das, sondern noch viel mehr Menschen. Ein Beispiel ist der Skeptiker Jakobus, Jesu Halbbruder. Zu Lebzeiten war er sehr skeptisch, dass Jesus wirklich Gott sein sollte. Ich kann das verstehen – mein kleiner Bruder hielt sich auch immer für das Zentrum des Universums, da war ich auch skeptisch.

Aber nachdem Jesus auferstanden war, erklärte selbst Jakobus: „Ja, er ist wirklich auferstanden, ich glaube daran, und ich bin bereit, mein Leben dafür zu geben.“

Und damit nicht genug: Jesus ist sogar seinen Feinden erschienen. Das berühmteste Beispiel ist der jüdische Kommissar Saulus von Tarsus, der die Christen bis aufs Blut verfolgte. Er wünschte sich nichts sehnlicher, als das Christentum von der Erde zu tilgen. Doch auch er berichtet davon, dass ihm der auferstandene Jesus wirklich erschienen ist.

All diese Fakten sind nicht umstritten. Darüber wird nicht mehr diskutiert. Diskutiert wird vielmehr, was am meisten Sinn ergibt.

Wenn du mich fragst: Wenn Jesus auferstanden ist, dann würde es genau so aussehen, wie es aussieht.

Jesu Bekanntheit: Heilungen und Dämonenaustreibungen

Verwirrung Nummer neun: Wofür genau war Jesus eigentlich bekannt?

Er war bekannt für seine beeindruckenden Reden, das stimmt. Doch wenn man die Evangelien genauer betrachtet, sieht man, dass viele Menschen vor allem aus zwei anderen Gründen zu Jesus geströmt sind. Diese beiden Gründe sind in der heutigen westlichen Welt kaum noch präsent.

Der erste Grund waren die Heilungen. In den Quellen zu Jesus wird immer wieder betont, dass er Heilungen vollbracht hat. Du kannst das gerne selbst nachzählen: Über 23 Mal im Neuen Testament ist die Rede davon, dass Jesus einzelne Menschen heilte. Er heilte auch Gruppen von Menschen, sogar große Gruppen bei Massenheilungen. In den Berichten steht dann oft einfach: „Jesus heilte sie“, „Jesus heilte ihn“ oder „Jesus heilte alle“.

Der zweite Grund, wofür Jesus zu Lebzeiten sehr berühmt war, waren Dämonenaustreibungen. Es gibt mindestens neunzehn verschiedene Berichte über Dämonenaustreibungen im Zusammenhang mit Jesus. Was das genau bedeutet, werde ich in einem späteren Video über Dämonen und die unsichtbare Welt genauer erklären. Du kannst gerne die Glocke drücken, dann wirst du informiert, sobald das Video erscheint.

Jetzt nur so viel: Jesus selbst hat offensichtlich an Dämonen geglaubt. Er spricht über 22 Mal von Dämonen und über 34 Mal vom Satan oder Teufel. Heutzutage besteht kein Zweifel mehr daran, dass Jesus ein Exorzist war. Vor allem aber hat er sich selbst als Exorzist, als Dämonenaustreiber, gesehen. Da gibt es keinen Zweifel.

Jesu wahre Absichten und Botschaft

Und Nummer zehn: Was wollte Jesus wirklich? Das ist eigentlich der Knüller. Viele Menschen scheinen heutzutage in Mitteleuropa eine ziemlich seltsame Vorstellung davon zu haben, worum es Jesus ging und was er eigentlich wollte.

Schau dir zum Beispiel an, was das ZDF zu Jesus sagt. Jesus nahm Prostituierte und Zöllner in Schutz, den Entrechteten wollte er eine Stimme geben, und er war für die Kranken da. Sie sagen also, dass Jesus ein Fürsprecher ist – eine Art politischer Anwalt oder Sozialarbeiter für Menschen, die ausgegrenzt waren.

Das finde ich historisch eine schwierige Charakterisierung. Warum? Weil das nicht einmal dreißig Prozent dessen ausmacht, was wir über Jesus wissen. Diese Behauptungen gehen an Jesus’ eigenen Worten komplett vorbei. Jesus war ja kein spiritueller Liebesprediger.

Schau dir selbst einmal an, worüber Jesus wie häufig spricht. Das drittgrößte Thema, über das er spricht – mit über 213 Erwähnungen – ist alles, was mit Buße, Reue, Umkehr, Rettung und Sündenvergebung zu tun hat. Das ist eines seiner absoluten Kernthemen.

Versenke dich einmal darin. Er sagt zum Beispiel: „Ich bin nicht gekommen, um Menschen zu rufen, die gerecht sind, sondern ich bin gekommen, um Sünder zu rufen, und zwar zur Umkehr.“ Und er sagt: „Wenn ihr nicht umkehrt, dann werdet ihr alle sterben, ihr werdet alle vernichtet werden.“

In Lukas 15,7 sagt er: „Es herrscht mehr Freude im Himmel über einen Sünder, der umkehrt.“ Dazu habe ich einen eigenen Beitrag gemacht, was mit Umkehr gemeint ist. Den habe ich dir hier unter diesem Video verlinkt.

24 Mal redet Jesus darüber, dass wir gerettet werden müssen und dass wir wiedergeboren werden müssen. Er sagt zum Beispiel: „Gott hat seinen Sohn ja nicht in die Welt geschickt, um die Welt zu verurteilen, sondern um die Welt durch ihn zu retten.“ Da haben wir es.

Oder Johannes 5, wo Jesus sagt: „Ich sage euch diese Dinge, ich rede mit euch über diese Dinge, damit ihr gerettet werdet.“ Zweiunddreißig Mal spricht er über Gerechtigkeit. Er sagt zum Beispiel: „Ihr seid diejenigen, die sich selbst vor Menschen rechtfertigen, aber Gott kennt eure Herzen.“

Dreiundfünfzig Mal redet Jesus zwar über Sündenvergebung, aber auch über Sünde. Zum Beispiel in Johannes 8, wo er sagt: „Ihr werdet in euren Sünden sterben.“ Oder in Johannes 5, wo er sagt: „Es gibt einen, der euch anklagt, nämlich Moses“, damit ist gemeint, was Mose gesagt hat, was Mose überliefert hat, die Gebote.

Und er sagt in Johannes 15: „Sie haben keine Ausrede für ihre Sünden.“ Das heißt, es gibt keine Ausrede, die vor einem allmächtigen Richter zählt.