Matthäus 13,51-5316.07.2023
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Überblick über die Entwicklung des Reiches Gottes
Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 291: Der Schriftgelehrte des Reiches.
Jesus ist tatsächlich am Ende seiner Ausführungen über das Reich Gottes angekommen. Und auch wenn wir in unseren Gemeinden häufig wenig über dieses Thema hören, kennen wir jetzt wenigstens die Eckpunkte, die unserem Herrn wichtig sind. Ich will sie noch einmal zusammenfassen.
Erstens: Das Reich Gottes wird wachsen, weil Gott will, dass es wächst. Es trägt in sich eine Lebendigkeit, die Gott in das Reich hineingelegt hat. Es ist deshalb, auch wenn Menschen als Gottes Akteure in Erscheinung treten, kein Menschenwerk. Das Reich ist Ausdruck der Herrschaft Gottes. Es wird ans Ziel kommen.
Zweitens: Das Reich Gottes besteht aus Menschen, die einen intimen, fruchtbringenden Umgang mit dem Wort Gottes haben. Für den einzelnen Nachfolger dreht sich alles um einen Glauben, von dem Paulus schreibt in Galater 5,6: Denn in Christus Jesus hat weder Beschneidung noch Unbeschnittensein irgendeine Kraft, sondern der durch Liebe wirksame Glaube. Lasst uns das gut verstehen: Es geht um einen Glauben, der wirkt, oder mit den Worten aus dem Sämannsgleichnis um einen Glauben, der Frucht bringt.
Drittens: Das Reich Gottes wächst auf ein Gericht zu, in dem die Bösen aus dem Reich ausgelesen werden, damit die Gerechten in Ewigkeit leuchten. Diese zwei Phasen des Reiches sind dann auch der Grund dafür, warum die Apostel das Reich Gottes manchmal als noch zukünftig beschreiben.
2. Timotheus 4,18: Der Herr wird mich retten von jedem bösen Werk und mich in sein himmlisches Reich hineinretten.
Oder Hebräer 12,28: Deshalb lasst uns, da wir ein unerschütterliches Reich empfangen, dankbar sein, wodurch wir Gott wohlgefällig dienen mit Scheu und Furcht.
Oder 2. Petrus 1,10-11: Darum, Brüder, befleißigt euch umso mehr, eure Berufung und Erwählung für euch festzumachen. Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln. Denn so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus.
Man kann das Reich Gottes, weil es eine vollendete Variante gibt, die noch zukünftig ist, als etwas Zukünftiges beschreiben. In dieser Variante gibt es keine Sünde mehr. Wir werden einen Auferstehungsleib besitzen, und das Böse sowie die Bösen sind gerichtet. Man kann das Reich Gottes im Blick auf seine Vollendung also als etwas Zukünftiges beschreiben.
Aber diese Spannung aus dem „Jetzt schon“ und „doch noch nicht“ durchzieht ja unser ganzes geistliches Leben. Wir sind gerettet, um gerettet zu werden. Wir sind heute auf dem Weg, und wir sind heute genau dort, wo wir sein sollen. Aber wir müssen diesen Weg zu Ende gehen, um unsere Errettung in ihrer ganzen Herrlichkeit zu gewinnen.
Der Preis der Nachfolge und die weltweite Ausbreitung
Viertens: Das Reich Gottes ist kostspielig. Es ist nichts, was man bekommt, wenn man nicht all in geht. Es ist das Aus meines alten Lebens. Mein Ego steigt vom Thron, und Jesus übernimmt das Steuer meines Lebens. Er wird Herr und König.
Alles, was ich habe, meine Zeit, meine Träume, mein Wohlstand, meine Ideen von richtig und falsch, mein Gedankenleben, meine vermeintlichen Rechte, alles, was ich habe, was mich ausmacht, wodurch ich mich definiere, was mir Sicherheit oder Wert gibt, alles muss ich investieren, um Teil des Reiches zu werden, in dem Jesus Herr ist.
Oder um einen Ausspruch Jesu vorzuziehen, der hier einfach passt: Lukas 14,33. So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.
Fünftens: Das Reich Gottes wird die ganze Welt durchdringen. Es hat einen kosmopolitischen Anspruch. Seit zweitausend Jahren durchsäuert es die Welt und verändert Gesellschaft und bringt das Gute hervor, genau so, wie Gott es für den Messias verheißen hat. Jesaja 61,11: Denn wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt und wie ein Garten seine Saat aufsprossen lässt, so wird der Herr Gerechtigkeit und Ruhm aufsprossen lassen vor allen Nationen.
Das sind die Lektionen, die wir im Blick auf Gottes Herrschaft, wie sie heute in der Welt stattfindet, nicht vergessen dürfen. Matthäus 13,51: Habt ihr dies alles verstanden? Sie sagen zu ihm: Ja.
Wie mutmachend: Schlussendlich verstehen die Jünger doch, worum es ihrem Meister geht, und wir tun das auch.
Das Bild des gelehrten Jüngers
Matthäus 13,52-53: „Er aber sprach zu ihnen: Darum ist jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Reichs der Himmel geworden ist, gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorbringt. Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dort weg.“
Wenn die Jünger als Normalos die wichtigsten Zusammenhänge im Blick auf das Reich Gottes verstehen konnten, was für ein Segen muss dann von jemandem ausgehen, der in der jüdischen Gesellschaft als Bibelkundiger angesehen war.
Darum ist jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Reichs der Himmel geworden ist, gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorbringt.
Schriftgelehrte: Das waren die, zu denen man ging, wenn man Fragen zum Alten Testament hatte. Und Jesus spricht hier davon, dass so ein Schriftgelehrter ein Jünger des Reiches der Himmel geworden ist. Eigentlich wird man Jünger, also Schüler, von einem Rabbi. Mit der Formulierung „Reich des Himmels“ ist hier also nicht das Reich selbst gemeint, sondern der, der das Reich aufrichtet, der Messias.
Wenn also ein Schriftgelehrter ein Jünger des Messias wird und so in das Reich der Himmel hineintritt, welcher Segen erwächst dann für die jüdische Gemeinschaft aus diesem Schritt?
Antwort: Er ist gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorbringt.
Ein Schriftgelehrter, der dem Messias nachfolgt, ist wie ein Hausherr, der eine Schatztruhe besitzt. Eine Schatztruhe, in der ganz unterschiedliche Dinge liegen: neue Kostbarkeiten, geistliche Einsichten, die sich daraus ergeben, dass der Schriftgelehrte selbst von dem Messias lernt und versteht, wie Gott sich den nächsten, den finalen Schritt der Heilsgeschichte gedacht hat. Das sind die Dinge, von denen Jesus sagt, dass sie von Grundlegung der Welt an verborgen waren.
Und als Schriftgelehrter ist es ihm natürlich möglich, diese neuen Erkenntnisse mit dem zu verbinden, was er schon weiß. Er kann, wie es dann später vor allem ein Petrus und ein Paulus tun werden, immer wieder darauf hinweisen, wie sich im Leben des Messias und im Entstehen des Reiches Gottes genau die Prophezeiungen erfüllen, die Gott in seinem Wort lange vorher offenbart hatte.
Und das sind die alten Kostbarkeiten, geistliche Einsichten, die in einem neuen Glanz erstrahlen, weil sie immer schon da waren, jetzt aber erst richtig Sinn ergeben.
Dem Schriftgelehrten, der ein Jünger des Reichs der Himmel geworden ist, eröffnet sich ein ganz neuer Zugang zu seinen geistlichen Schätzen. Und er tut gut daran, seine Schatztruhe zu öffnen und die neuen neben die alten zu stellen. Einfach deshalb, weil es das ist, was Gott sich wünscht: dass wir begreifen, wie der Messias mit seinen zum Teil wirklich neuen Ideen zu dem passt, was wir aus dem Alten Testament schon kennen.
Ein abschließender Impuls
Was könntest du jetzt tun? Du könntest einmal Jesaja 61 lesen und sehen, wie dort vom Messias und dem neuen Bund gesprochen wird.
Das war's für heute.
Schreibe doch zwei ermutigende SMS an Menschen, die du noch nie oder nur ganz selten ermutigt hast.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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