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Anforderung an einen Ältesten

29.09.2024Titus 1,7-9
Welche Kriterien müssen Älteste erfüllen? Wann ist ein Mann als Hirte für eine Gemeinde geeignet? Keine Sorge diese Anforderungen gelten nicht nur für Älteste allein. Sie sind für jeden Christen erstrebenswert :D

Einführung: Die Vorstellung von Leitung in der Gemeinde

Den Titusbrief aufschlagen, und wir schauen, dass wir das in der Zeit auch mit der Technik hinbekommen.

Wie stellst du dir einen Leiter vor? Also keine Leiter, auf der man hochläuft, sondern wie stellst du dir einen Leiter vor? Was erwartest du von ihm? Welche Fähigkeiten muss er haben, um ein Leiter zu sein? Welche Talente, welche Gaben? Was muss ihn kennzeichnen? Woran erkennt man einen guten Leiter? Was zeichnet einen Vorsteher, einen Ältesten der Gemeinde Gottes aus?

Können wir es uns vielleicht einfach machen und uns anschauen, was er so in seinem Beruf macht? Wenn er in seiner Karriere ein leitender Angestellter ist, ein Teamleiter, ein Gruppenleiter, vielleicht sogar ein Geschäftsführer, dann muss er ja auch die Gemeinde gut leiten können, oder? Oder wir schauen uns einfach in der Gemeinde um, wer Gruppenleiter oder Abteilungsleiter ist, und diese stehen dann zur näheren Auswahl.

Oder ist es vielleicht doch wichtiger, dass wir auf seine Fähigkeiten, seine Gaben, vielleicht auch seine Ausbildung schauen? Es ist vielleicht in erster Linie wichtig, dass er gut organisieren kann, dass er alle Aufgaben gut verteilen kann, dass er sieht, wer welche Gaben hat und wer welche Aufgaben erfüllen kann. Dass es so ein Organisationstalent ist, der immer alles gut im Überblick hat.

Oder einfach jemand, der super neue Ideen hat, der ein bisschen frischen Wind in die Gemeinde bringt. Oder ist es wichtiger, dass er gut mit Finanzen umgehen kann? Ein schwieriges Thema, denn es geht um Geld, und da kann man viel kaputtmachen. Es ist vielleicht gut, dass er in diesem Bereich eine Ausbildung hat, im Bereich der Finanzen.

Oder muss es jemand sein, der einfach eine gute theologische Ausbildung genossen hat? Der Theologie studiert hat, der am besten die Bibel in der Originalsprache lesen kann, der fließend Altgriechisch, Hebräisch und Aramäisch spricht? Oder ist der beste Gemeindeleiter einfach der beste Redner? Der beste Prediger in der Gemeinde ist der beste Gemeindeleiter, der sich am besten ausdrücken kann, dem man am leichtesten folgen und zuhören kann?

Also, welche Anforderungen gelten für einen Mann, der die Gemeinde Gottes leiten soll? Und wenn wir keinen Mann finden, der diesen Anforderungen entspricht, sollten wir dann vielleicht einfach ein Auge zudrücken und die Messlatte ein bisschen nach unten korrigieren? Ein paar Hirten aus dem Weg räumen, damit wir mehrere Leute zur Auswahl haben, die Leiter werden könnten?

Die Aufgabe des Titus und die Bedeutung des Charakters

Damit kommen wir zurück zum Titusbrief. Titus wird von Paulus auf der schönen Insel Kreta zurückgelassen. Allerdings nicht, um Urlaub zu machen, sondern er hat eine Aufgabe. Seine Hauptaufgabe ist es, in jeder Gemeinde Leiter, Älteste, einzusetzen.

Paulus schreibt ihm kurz darauf einen Brief, den wir im Wort Gottes mithaben und den wir heute lesen möchten. In diesem Brief erinnert er ihn nochmals an diese Aufgabe und daran, was er tun soll. Damit Titus diese Aufgabe erfüllen kann, schreibt Paulus ihm eine Reihe von Anforderungen, die einen Ältesten, einen Leiter, kennzeichnen müssen.

Dabei werden wir feststellen, dass die entscheidenden Anforderungen nicht darin bestehen, welches Talent er hat, welche Gaben oder Fähigkeiten er besitzt, ob er gut reden kann oder welche Ausbildung er hat. Das Entscheidende ist in erster Linie sein Charakter.

Wir möchten gemeinsam Titus 1,5-9 lesen:

„Deswegen ließ ich dich in Kreta zurück, damit du das, was noch mangelte, in Ordnung bringst und in jeder Stadt Älteste anstellst, wie ich dir geboten hatte. Wenn jemand untadelig ist, der Mann einer Frau, der gläubige Kinder hat, die nicht eines ausschweifenden Lebens beschuldigt werden oder zügellos sind, denn der Aufseher muss untadelig sein als Gottesverwalter, nicht eigenmächtig, nicht zornmütig, nicht dem Wein ergeben, nicht ein Schläger, nicht schändlichem Gewinn nachgehend, sondern gastfrei, das Gute liebend, besonnen, gerecht, fromm oder heilig, enthaltsam, anhängend dem zuverlässigen Wort nach der Lehre, damit er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen.“

Was sollte also einen Ältesten, einen Aufseher, kennzeichnen? Paulus beginnt sowohl in Vers 6 als auch in Vers 7 mit demselben Wort: „untadelig“. Dieses „untadelig“ dient wie eine Art Überschrift über die Anforderungen.

Er soll untadelig sein in vier Bereichen, die Paulus auflistet. Die ersten beiden Bereiche, die wir in Vers 6 gesehen haben, hatten wir uns schon vor ein paar Wochen beschäftigt. Heute möchten wir uns mit den zweiten beiden Bereichen beschäftigen.

Er soll also untadelig sein in seiner sexuellen Integrität, in seiner sexuellen Reinheit. Er soll untadelig sein in seiner familiären Führung. Das sind die beiden Punkte, die wir vor einigen Wochen angeschaut haben.

Drittens soll er untadelig sein in seinem allgemeinen Charakter und viertens untadelig in seiner Lehrfähigkeit. Diese beiden letzten Punkte werden wir heute näher betrachten.

Das Thema lautet: Anforderungen an einen Ältesten, an einen Hirten, an einen Aufseher. Er soll erstens untadelig sein in seinem Charakter und zweitens untadelig in seiner Lehrfähigkeit.

Die Bedeutung der Anforderungen für alle Gläubigen

Bevor wir uns den Text genauer anschauen, möchte ich eine Sache vorwegnehmen. Falls du jetzt denkst: „Super, das wird heute sehr entspannt für mich, das betrifft mich ja gar nicht, ich will ja gar kein Leiter werden, ich bin es nicht, ich habe nicht das Ziel dazu, ich bin vielleicht von Gott auch nicht dafür vorgesehen, aufgrund meines Geschlechtes“, dann ist das ein wichtiger Punkt.

Nahezu jede Anforderung, die wir heute in diesem Text sehen, findest du auch an anderer Stelle, wo sie auf jeden Christen bezogen ist. Das heißt, wenn wir hier lesen, dass der Älteste besonnen sein soll, dass er gastfreundlich sein soll oder dass er selbstbeherrscht sein muss, dann sind das keine Eigenschaften, die speziell und ausschließlich vom Ältesten verlangt werden. Nein, es sind Eigenschaften, die jeder Christ in seinem Leben anstreben und kultivieren muss.

Der Charakter, den wir heute betrachten, ist ein Charakter, wie ihn sich Gott von jedem Gläubigen wünscht. Der Unterschied liegt darin, dass ein Ältester, Pastor oder Aufseher in all dem untadelig sein muss. Untadelig bedeutet hier, dass er in seinem Charakter, in seiner Lehrfähigkeit und in seinem Verhalten unverklagbar sein soll.

Das heißt jedoch nicht, dass er sündlos oder perfekt sein muss. Vielmehr bedeutet es, dass gegen ihn keine berechtigten Anklagepunkte oder Vorwürfe in den Punkten, die Paulus danach auflistet, erhoben werden können. Es darf also keine Anklage wegen falscher Lehre oder wegen falschen Verhaltens gegen ihn aufrechterhalten werden.

Natürlich sind Älteste nicht sündlos. Wenn sie Sünde begehen, müssen sie aber dafür sorgen, dass sie diese schnell aus der Welt schaffen. Das bedeutet, die Sünde muss vor Gott bekannt werden, man muss sich bei den Menschen entschuldigen, denen man Unrecht getan hat, und wenn möglich, Wiedergutmachung leisten.

Ein Ältester muss ein Mann sein, der sowohl lehrmäßig als auch moralisch und charakterlich über jede Kritik erhaben ist. Er darf keinen Anlass zum Tadel geben. Er muss untadelig sein in jedem der elf charakterlichen Merkmale, die Paulus auflistet.

Diese elf Merkmale teilt Paulus in zwei Gruppen auf: fünf Eigenschaften, die ihn nicht kennzeichnen sollen, und sechs Eigenschaften, an denen man ihn erkennen muss. Wir werden diese Eigenschaften kurz durchgehen, uns anschauen, was sie bedeuten und wie sie praktisch aussehen können.

Und wie gesagt: Es betrifft nicht nur einen Ältesten. Gott möchte diese Eigenschaften in jedem von uns sehen, in unserem Leben.

Eigenschaften, die ein Ältester nicht haben soll

Keine Eigenmächtigkeit und Starrsinn

Der erste Punkt, den Paulus auflistet, ist, dass ein Ältester erstens nicht eigenmächtig, nicht eigensinnig und nicht eigenwillig sein soll.

Mit „nicht arrogant oder überheblich“ ist ein Hochmut oder Stolz gemeint, der daraus entsteht, wenn jemand eigensinnig, eigenwillig oder starrsinnig ist. Ein solcher Mann, der starrsinnig und eigensinnig ist, wäre völlig ungeeignet für dieses Amt.

Im Text schreibt Paulus kurz zuvor, dass ein Ältester ein untadeliger Verwalter Gottes sein soll. Manche übersetzen dies auch mit Haushalter Gottes. Das bedeutet, er verwaltet etwas, das ihm selbst gar nicht gehört. Er ist nicht der oberste Punkt der Gemeinde. Die Gemeinde ist keine Firma, und der Älteste ist nicht das oberste Management. Er steht nicht an der Spitze der Pyramide.

Als Ältester folgt er dem Beispiel Jesu, der sich selbst zu nichts gemacht hat, wie wir in Philipper 2 lesen. Ein eigenmächtiger, eigenwilliger Mann setzt ständig seinen eigenen Willen durch. Darum geht es hier.

Er nimmt keine Rücksicht darauf, wie andere davon betroffen sein könnten. Er ist stur und eigensinnig, weder kritik- noch belehrfähig. Er ist auf sich selbst, seinen eigenen Willen und seinen eigenen Weg fixiert. Verbissen beharrt er auf sein Recht.

Jeder, der nicht nach seiner Pfeife tanzt oder nicht seiner Meinung ist, bekommt es mit seiner Sturheit zu tun. Er ist beleidigt und bockig, wenn sein Wille nicht durchgesetzt wird. Ein eigensinniger Mensch verhält sich in gewisser Weise wie ein kleines Kind, das bockig reagiert, wenn es nicht seinen Willen erfüllt bekommt.

Keine Zornmütigkeit

Nicht selten ist diese Eigensinnigkeit mit einer zweiten Eigenschaft verbunden, die ein Ältester nicht haben soll. Das heißt, er soll nicht zornmütig, nicht jähzornig und nicht aufbrausend sein. Gemeint ist damit ein Mann, der eine Neigung zum Zorn hat und ganz leicht in Zorn gerät.

Es geht dabei nicht um vereinzelte Zornausbrüche, die zwar Sünde sind, bekannt werden müssen und über die man Buße tun muss. Vielmehr geht es um die grundsätzliche Neigung zum Zorn. Es handelt sich um jemanden, der eine kurze Zündschnur hat und leicht zu provozieren ist. Er ist wie ein Luftballon, den man leicht zum Platzen bringt, wenn man nur ein wenig daraufdrückt.

Ein Ältester ist kein Vulkan, der jederzeit ausbrechen könnte und vor dem man deshalb Angst haben muss, dass er gleich explodiert. Er muss seine Emotionen unter Kontrolle haben. Er darf nicht impulsiv und unbesonnen reagieren, sondern soll in Ruhe und Geduld handeln.

Er hütet sich davor, Groll und Feindseligkeit gegenüber anderen in seinem Herzen zuzulassen – auch dann nicht, wenn es so aussieht, als würde alles in der Gemeinde schieflaufen. Selbst wenn einzelne Gemeindeglieder trotzig, stur und unbelehrbar sind, bleibt er beherrscht.

Ein Ältester ist ein Mensch, der Verantwortung auch an andere übergeben kann, selbst wenn er weiß, dass diese Aufgabe nicht so erfüllt wird, wie er sie vielleicht selbst ausführen würde – vielleicht nicht so gut. Er ist fähig, mit anderen in Freundlichkeit, Geduld und Dankbarkeit zusammenzuarbeiten. Das gilt auch dann, wenn sie unerfahren sind, Fehler machen oder scheitern.

Er ist ein Friedensstifter und keiner, der einen Streit weiter eskaliert oder anheizt, weil er schnell zum Zorn neigt.

Kein dem Wein ergeben sein

Drittens heißt es hier, dass er nicht dem Wein ergeben sein soll. Einige übersetzen das mit „er soll kein Trinker sein“ oder „er soll kein Alkoholiker sein“. Wörtlich bedeutet es jedoch, dass er nicht dem Wein nahe sein soll. Natürlich ist damit nicht nur Wein gemeint, sondern jegliches alkoholisches Getränk.

Was ist damit gemeint, und wie können wir das am besten verstehen? Zum einen können wir hier nicht hineininterpretieren, dass es sich um ein absolutes Alkoholverbot handelt. Das steht so nicht im Text. Ein Kapitel später schreibt Paulus, an die älteren Frauen gerichtet, dass sie sich nicht dem übermäßigen Weingenuss ergeben sollen. Ein absolutes Alkoholverbot wird also nicht gefordert.

Grundsätzlich meint Paulus mit dieser Aussage zunächst jeglichen übermäßigen Alkoholkonsum. Dazu gehört alles, was das Urteilsvermögen trübt und die geistige Wachsamkeit beeinträchtigt. Ein geistlicher Leiter muss zu jeder Zeit einen klaren Kopf haben. Er darf nicht durch Alkohol in seiner Wachsamkeit gegenüber Sünde beeinträchtigt sein.

Zum anderen müssen wir bei diesem Thema bedenken, dass wir keine klare Linie ziehen können. Man kann nicht einfach sagen: Ab einer bestimmten Menge Alkohol, die du trinkst, begehst du eine Sünde. Wo genau die Grenze liegt, ist nicht eindeutig festgelegt.

Paulus gibt uns in Römer 14 einige Prinzipien an die Hand, wie wir mit solchen Fragen umgehen können. Er zeigt in diesem Kapitel, dass dieselbe Sache für den einen Christen eine Sünde sein kann, während der andere die Freiheit hat, sie zu tun. Das bedeutet: Während der eine sündigt, weil er etwas tut, obwohl sein Gewissen dagegen spricht, hat ein anderer Christ die Freiheit, genau dasselbe zu tun, ohne zu sündigen.

Paulus erklärt das anhand einiger Beispiele. Er nimmt das Essen von Fleisch als Beispiel und auch das Halten von Feiertagen. Es gab Juden, die sich trotz ihrer Bekehrung zu Christus weiterhin strikt an den Sabbat hielten und nicht die Freiheit hatten, an einem Samstag zu arbeiten. Am Ende des Kapitels nennt er auch das Trinken von Wein als Beispiel. Er schreibt dort, dass es besser wäre, kein Fleisch zu essen, keinen Wein zu trinken und alles zu vermeiden, was den Bruder zu Fall bringen könnte (Römer 14,21).

Paulus verbietet also nicht einfach alles, sondern macht klar, dass nicht jeder dieselben Freiheiten hat. Man muss mit Verstand und Weisheit mit den Freiheiten umgehen, die einem geschenkt wurden. Dabei ist es wichtig, die eigene Freiheit so auszuleben, dass man den schwächeren Bruder, der diese Freiheit nicht hat, nicht zu Fall bringt.

Das gilt für jeden Gläubigen, und erst recht für den Leiter, den Ältesten. Wenn ein Mann keinen unverklagbaren und untadeligen Umgang mit Alkohol hat, ist er nicht als Ältester geeignet. Meines Erachtens bedeutet das auch: Wenn er jeden Abend ein Bier oder Wein zum Einschlafen braucht, mag er in unserer Gesellschaft vielleicht nicht als Alkoholiker gelten, aber ich weiß nicht, ob man dann noch von ihm sagen kann, dass er nicht dem Wein nahe ist.

Das nur kurz zu diesem Thema.

Kein Schläger sein

Viertens: Ein Hirte soll kein Schläger sein und nicht gewalttätig auftreten.

Es wirkt zunächst etwas merkwürdig, wenn man diese Aufforderung liest. Warum muss Paulus ausdrücklich betonen, dass ein Ältester kein Hooligan sein soll, der regelmäßig mit Fäusten austeilt? Weshalb wird dieser Charakterzug überhaupt erwähnt? Offensichtlich war es damals nicht ungewöhnlich, auch mal handgreiflich zu werden.

Das zeigt sich beispielsweise in 2. Korinther 11,20. Dort schreibt Paulus von falschen Lehrern, die den Korinthern ins Gesicht geschlagen haben – wirklich ins Gesicht geschlagen. In 2. Korinther 11,20 heißt es: „Ihr ertragt es, wenn jemand euch versklavt, ausnutzt und einfängt, wenn jemand euch verachtet und ins Gesicht schlägt.“

Es war also anscheinend keine Seltenheit, dass Probleme und Streitigkeiten vor der Tür ausgetragen und mit Prügeln gelöst wurden. Bei uns ist das vielleicht weniger der Fall. Unsere „Schläge“ sind subtiler und finden verbal statt, mit Worten. Doch der dahinterliegende Charakter ist derselbe.

Der Schaden, der dabei entsteht, ist oft noch wesentlich größer. Auch mit Worten können wir gewalttätig sein. Ein Schlag ins Gesicht ist schmerzhaft, doch die Zunge, schreibt Jakobus, ist voll von tödlichem Gift. Mit grausamen, harten Worten kann man einen Menschen viel tiefer und nachhaltiger verletzen.

Ein Ältester darf daher nicht beleidigend oder verletzend mit seinen Worten umgehen. Er darf nicht Teil von Gemeinheiten oder Beschimpfungen sein. Auch darf er die Kanzel nicht als verbalen Rachefeldzug missbrauchen – selbst dann nicht, wenn er selbst hart angegangen wird.

Paulus schreibt an Timotheus: Ein Knecht des Herrn soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig und duldsam. Er soll in Sanftmut die Widersacher zurechtweisen – alle mit Milde und Sanftmut, selbst die Feinde.

Kein schändlicher Gewinn

Fünftens darf ein Ältester nicht schändlichem Gewinn nachgehen. Hier stellt sich die Frage: Wie passt das in das Gesamtbild? Warum ist es so wichtig, wie ein Mann mit Geld umgeht, und warum beeinflusst das seine Eignung als Leiter? Was bedeutet das überhaupt?

Ich möchte auf zwei Aspekte eingehen. Erstens, schaut man im ersten Timotheusbrief, 1. Timotheus 5,17, heißt es: „Die Ältesten, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre wertgeachtet werden, besonders die, welche im Wort und in der Lehre arbeiten; denn die Schrift sagt: Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er trischt. Und der Arbeiter ist seines Lohnes wert.“

Was hat der Lohn des Arbeiters mit der Ehre für einen Ältesten zu tun? Im Zusammenhang, in Vers 3, schreibt Paulus über die Ehre der Witwen, die wirklich Witwen sind. Anschließend erklärt Paulus, dass Witwen, die noch Kinder oder Enkelkinder haben, von diesen unterstützt werden sollen. Wenn sie keinen Ehemann haben, der sie versorgen kann, sollen sie von ihren Kindern oder Enkeln unterstützt werden. Wenn das nicht möglich ist, soll die Gemeinde sie unterstützen.

Damit wird unmissverständlich klar, dass die Ehre für Witwen nicht nur Hochachtung bedeutet, sondern auch finanzielle und materielle Unterstützung, damit sie davon leben können. Anschließend schreibt Paulus von den Ältesten, die gut vorstehen, dass ihnen doppelte Ehre gegeben werden soll. Der Zusammenhang macht deutlich, dass damit nicht nur Anerkennung, sondern auch finanzielle und materielle Unterstützung gemeint ist – ähnlich wie bei den Witwen.

Zum Vergleich kann man auch 1. Korinther 9 lesen, wo Paulus klarstellt, dass er das Recht hätte, für seine Arbeit in der Gemeinde in Korinth materielle Unterstützung zu erhalten.

Warum ist es so wichtig, dass ein Ältester sich nicht selbst bereichern möchte? Paulus schreibt ein Kapitel später im ersten Timotheusbrief, 1. Timotheus 6, dass genau das ein Kennzeichen von falschen Lehrern war. Diese haben den legitimen Anspruch auf Unterstützung, wie er in 1. Korinther 9 und 1. Timotheus 5 beschrieben wird, ausgenutzt. In Vers 5 heißt es: „Das Denken solcher Menschen ist so verdorben, dass sie von der Wahrheit abgekommen sind und meinen, die Gottesfurcht sei ein Mittel, um sich zu bereichern.“

Es gab also falsche Lehrer, die Unsinn verbreiteten und von Gier angetrieben waren, um sich selbst zu bereichern. Ein Ältester soll genau das nicht sein, sondern das Gegenteil. In 1. Petrus 5 heißt es: „Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern mit Hingabe.“ Hier wird dasselbe Wort verwendet: schändlicher Gewinn. Es besteht aus den Begriffen „schmutzig“ oder „schändlich“ und „Gewinn“ bzw. „Profit“.

Das bedeutet, es geht über einfache Gier oder Gewinnsucht hinaus. Es geht um jede Art von unrechtmäßigem und unehrlichem Gewinn. Die Neue Internationale Übersetzung (NIÜ) gibt als alternative Übersetzung an, dass ein Ältester kein unsauberes Gewerbe haben darf. Es geht also nicht nur um Gier, sondern um jeden unrechtmäßigen, unehrlichen Gewinn.

Was schließt das mit ein? Meines Erachtens ganz klar Schwarzarbeit. Ein Ältester darf sich nicht schuldig machen, indem er selbst Schwarzarbeit leistet, zum Beispiel als Handwerker, der dem einen oder anderen auf der Baustelle hilft und dafür ein bisschen Geld kassiert. Ebenso darf er nicht andere für sich schwarz arbeiten lassen.

Wenn du regelmäßig dein Auto zum Nachbarn oder zu einem Bekannten bringst, der dir den Reifenwechsel macht oder den Service für günstiges Geld anbietet, dann ist das Schwarzarbeit. Wenn du regelmäßig zum Friseur gehst, der grundsätzlich nur Barzahlung annimmt und dessen Friseursalon eigentlich eine Privatwohnung ist, dann ist das wahrscheinlich Schwarzarbeit.

Wenn du jemanden wochenlang bei dir zu Hause hast, der dein ganzes Haus renoviert, den Boden neu verlegt, neue Fenster einbaut und das alles ohne Rechnung, ohne Steuer- und Sozialabgaben erledigt, dann ist die Grenze zwischen Nachbarschaftshilfe und Schwarzarbeit überschritten.

Bitte sei nicht naiv und red dir nicht ein, du wüsstest nicht, was Schwarzarbeit ist, und deshalb beschäftigst du dich nicht damit. Welches Bild wirfst du auf die Gemeinde, wenn du nur einen Bruchteil an Handwerker- und Werkstattkosten hast, einfach weil du einen großen Bekanntenkreis hast oder vielleicht jemanden aus der Gemeinde, der das schnell schwarz für dich macht?

Welches Bild wirft ein Gemeindeleiter auf die Gemeinde, wenn er selbst unehrlichen Gewinn durch Schwarzarbeit einfährt, während alle anderen Nachbarn ihre Steuer- und Sozialabgaben zahlen müssen? In keinem dieser fünf Punkte darf ein Ältester unanklagbar sein oder durch solche Eigenschaften gekennzeichnet werden.

Als wären das nicht genug, fährt Paulus mit sechs weiteren Eigenschaften fort, die einen Ältesten kennzeichnen sollen.

Erstens soll der Älteste gastfreundlich sein. Das Wort besteht eigentlich aus zwei Teilen: Zuneigung und Fremd. Es geht also um mehr als einfache Gastfreundschaft. Es geht um die Bereitschaft, einem anderen Menschen praktische Hilfe zu leisten, unabhängig davon, ob man ihn kennt oder nicht.

Vor ein paar Wochen haben wir uns den dritten Johannesbrief angeschaut. Dort ist von Gaius die Rede, der ein gastfreundlicher Mann war. Er nahm fremde Prediger in seinem Haus auf, versorgte sie und unterstützte sie darüber hinaus für ihre Weiterreise mit allem, was sie benötigten.

Ein gastfreundlicher Mensch bietet seine Zeit, seine Ressourcen und seine Unterstützung an, um anderen zu helfen – gerade dann, wenn er weiß, dass er nichts dafür zurückbekommen wird. Streng genommen ist es keine biblische Gastfreundschaft, wenn man einfach ein paar Freunde zu sich einlädt. Das ist schön und gut und fördert die Gemeinschaft, wie der erste Petrusbrief fordert, aber es ist nicht das, was mit diesem Wort gemeint ist.

Echte Gastfreundschaft bedeutet, immer eine offene Tür zu haben und bereit zu sein, Zeit und Ressourcen zu investieren – gerade dann, wenn man weiß, dass man keine Gegenleistung erhält. Petrus ermahnt alle Gläubigen dazu, gastfreundlich und ohne Murren zu sein (1. Petrus 4,9).

Zweitens soll ein Ältester das Gute lieben oder ein Freund des Guten sein. Das klingt zunächst allgemein und wenig greifbar. Wie erkennt man jemanden, der das Gute liebt? Wie kannst du selbst feststellen, ob du ein Freund des Guten bist?

Ein Freund des Guten liebt die Dinge und Menschen, die wirklich gut sind. Er verbringt seine Freizeit mit guten Menschen und Dingen, liest gute Bücher und hat gute Freunde. Vielleicht kennst du das Sprichwort: „Sag mir, wer deine Freunde sind, und ich sage dir, wer du bist.“

Schauen wir zum Beispiel auf Daniel und seine Freunde, die mutig und in Gottesfurcht standhaft geblieben sind. Daniel war offensichtlich ein Freund des Guten. Im Gegensatz dazu lesen wir in 1. Korinther, dass schlechter Umgang gute Sitten verdirbt. Also: Wer sind deine Freunde? Womit verbringst du deine Freizeit? Ist es gut aus Gottes Sicht?

Ein Ältester liebt, was in Gottes Augen gut ist.

Drittens muss ein Ältester besonnen, verständig und vernünftig sein. Das beschreibt jemanden mit einem nüchternen Verstand, der klar bei Verstand ist und einen kühlen Kopf bewahren kann. Ein besonnener Mann hat Kontrolle über sein Denken und Handeln. Er lässt sich nicht von seinen Umständen beeinflussen, sondern reagiert ruhig und überlegt in schwierigen Situationen. Er handelt nicht impulsiv aus dem Bauch heraus, sondern trifft vernünftige und weise Entscheidungen.

Viertens muss er gerecht sein. Diese Eigenschaft wird im Neuen Testament meistens für Gott selbst verwendet. In Johannes 17 betet Jesus den gerechten Vater an. In 1. Johannes 1,9 lesen wir, dass Gott treu und gerecht ist, indem er uns die Sünden vergibt. In Römer 2 heißt es, dass Gott jeden Menschen nach seinen Werken gerecht richten wird. Paulus schließt diesen Abschnitt in Römer 2,11 mit den Worten: „Denn es ist kein Ansehen der Person bei Gott.“

Ein Ältester sollte diese Eigenschaft Gottes widerspiegeln – natürlich nicht fehlerlos oder perfekt, aber unparteiisch und fair gegenüber jedem sein. Er sollte nicht seine Verwandten oder engen Freunde bevorzugen, die vielleicht in der Gemeinde sind. Die Gemeinde ist keine Vetternwirtschaft.

Andere fair und gerecht zu behandeln bedeutet auch, dass niemand aufgrund seines Aussehens, seiner Kleidung, seines Alters oder dessen, was er spendet, anders behandelt wird. Ein Ältester muss den gerechten Charakter Gottes widerspiegeln, der die Person nicht ansieht.

Fünftens muss ein Ältester heilig sein, was auch mit rein oder göttlich übersetzt werden kann. Auch das ist ein Wort, das vor allem für Gott selbst verwendet wird. In Offenbarung 15 heißt es: „Wer sollte dich nicht fürchten und deinen Namen verherrlichen? Denn du allein bist heilig.“

Wenn Gott allein heilig ist, wie kann dann ein Mann diese Anforderung erfüllen, wenn die Eigenschaft, die ihn kennzeichnen soll, Gott selbst und Gott allein zukommt? Paulus gebraucht dieselben Worte, um das Verhalten der Thessalonicher zu beschreiben. Er sagt dort: „Ihr selbst seid Zeugen und auch Gott, wie heilig, gerecht und untadelig ihr bei euch den Gläubigen gewesen seid. Ihr wisst ja, wie wir jeden Einzelnen von euch ermahnt und ermutigt haben, wie ein Vater seine Kinder, und euch ernstlich bezeugt haben, dass ihr so wandeln sollt, wie es gotteswürdig ist, der euch zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft.“

Paulus war nicht perfekt, aber er hat alles daran gesetzt, seinen Geschwistern ein charakterliches, nachahmenswertes Vorbild zu sein. Er hat keine sündlose Vollkommenheit erreicht, aber er hat Sünde in seinem Leben nicht toleriert, auch wenn sie noch so klein war.

Das ist es, was einen Ältesten kennzeichnen muss – und nicht nur einen Ältesten. Paulus möchte, dass die Thessalonicher seinem Beispiel folgen. Petrus fordert uns zu demselben heiligen Leben auf, wenn er schreibt: „Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein an eurem ganzen Wandel; denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“

Der Älteste ist ein Mann, der durch Gottes Kraft und Gnade Sünde in seinem Leben erkennt, bekennt und alles daran setzt, ein nachahmenswertes Vorbild für andere zu sein – in jedem Bereich seines Lebens. Er ist zerknirscht über seine eigene Sünde und über die Sünde der Schafe, über die Gott ihn als Hirten eingesetzt hat.

Das sehen wir bei Paulus, der an die Thessalonicher schreibt, dass er jeden Einzelnen von ihnen ermahnt hat. Ähnlich sagt er den Ältesten der Gemeinde in Ephesus: „Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden Einzelnen in der Gemeinde Ephesus unter Tränen zu ermahnen.“ Das ist das Herz eines Hirten.

Er strebt selbst nach Heiligkeit und moralischer Reinheit. Er möchte alles, was dem Willen Gottes widerspricht, aus seinem Leben entfernen und setzt alles daran, dass die anderen Kinder Gottes im gleichen Eifer nach Heiligkeit streben.

Ein Mittel, um ein solches heiliges Leben zu führen, ist das sechste Merkmal: Er soll enthaltsam oder selbstbeherrscht sein. Ein Ältester muss seine Begierden und Wünsche unter Kontrolle haben. Selbstbeherrschung ist die Disziplin, sich allen Dingen zu enthalten, die das Leben für Christus behindern könnten. Sie erfordert Disziplin und sogar Härte gegen sich selbst.

Paulus schreibt an die Korinther: „So laufe ich nun nicht wie aufs Ungewisse, ich führe meinen Faustkampf nicht mit bloßen Luftstreichen, sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde.“

Paulus vergleicht sich mit einem Sportler, der alles daran setzt, als Erster die Ziellinie zu überqueren. Ein Sportler, dessen ganzes Leben diesem einen Ziel untergeordnet ist – egal ob Schlaf, Essen oder Freizeit. Er tut nichts, was ihn von diesem Ziel, die Goldmedaille zu bekommen, abbringen könnte.

Auf dieselbe Weise trainiert Paulus die Disziplin und Selbstbeherrschung, seinen Körper zu kontrollieren und nicht jeder Neigung nachzugeben. Ein Ältester besitzt die Disziplin und Selbstbeherrschung, sich vor sündigen Neigungen zu wehren. Er beherrscht sich beim Essen und betreibt keine Völlerei – auch nicht an Sonntagen oder bei Hochzeiten. Er beherrscht sich mit seiner Zeit und vergeudet sie nicht ständig.

Es geht nicht um Sündlosigkeit oder Perfektion, sondern um das Bestreben, alles daran zu setzen, dass das neue Leben, das Gott in uns gelegt hat, zum Vorschein kommt. Alles daran zu setzen, dass Christus in uns Gestalt gewinnt, wie Paulus an die Galater schreibt.

Das Gleiche gilt nicht nur für Älteste, sondern für jeden Gläubigen.

Eine Fähigkeit, die Älteste von anderen unterscheidet, ist ihre Lehrfähigkeit. Diese wollen wir kurz betrachten.

In 1. Timotheus 3 ist lediglich erwähnt, dass der Älteste lehrfähig sein muss. Im Titusbrief wird das etwas detaillierter beschrieben. In Titus 1,9 heißt es: „Er soll einer sein, der sich an das zuverlässige Wort hält, wie es der Lehre entspricht, damit er imstande ist, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen.“

Das „sich an das zuverlässige Wort halten“ meint ein starkes Anhaften am Wort Gottes. Es geht darum, sich mit Hingabe und Fleiß an das Wort Gottes zu klammern. Es bedeutet, fest gegründet zu sein in der Lehre Jesu und der Apostel, wie sie uns im Wort Gottes geoffenbart ist.

Paulus bezeichnet das Wort Gottes im zweiten Timotheusbrief als eine kostbare Gabe. Kurz danach schreibt er, dass das Wort Gottes die Fähigkeit hat, uns weise zu machen zur Errettung. Es ist von Gott eingegeben, wörtlich „Gott gehaucht“, und hat die Fähigkeit, uns zu belehren, von Sünde zu überführen, auf den richtigen Weg zu bringen und zu einem Leben zu erziehen, das Gott gefällt.

In Hesekiel 37 wird sogar davon berichtet, dass das Wort Gottes Tote lebendig machen kann. Dort heißt es in Vers 10: „Ich weiß“, sagte Hesekiel, „wie es mir befohlen war: Da kam der Lebensgeist in sie, und sie wurden lebendig und standen auf. Es war ein riesiges Heer.“ Zuvor beschreibt er, wie es eigentlich nur Knochen waren.

Weil Gottes Wort die Kraft hat, Tote lebendig zu machen und uns weise zur Errettung zu machen, schreibt Paulus weiter an Timotheus in 2. Timotheus 4: „Daher ermahne ich dich ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird: Verkündige das Wort! Tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen, überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung.“

Der Älteste hat in erster Linie die Aufgabe, Gottes Wort zu lehren, zu predigen und zu verkündigen. Das meint nicht ausschließlich das Predigen von der Kanzel. Im zweiten Teil von Titus 1,9 heißt es, dass er imstande sein soll, mit der gesunden Lehre zu ermahnen.

Dieses Ermahnen ist nicht nur negativ gemeint, als ob er herumläuft und jeden tadelt oder kritisiert. Nein, es bedeutet eigentlich Bitten, Drängen, Ermutigen. Wörtlich heißt es: „zur Seite rufen“ – also zur Kraft, zur Hilfe, zur Unterstützung rufen.

Der Begriff wurde früher für einen Verteidiger verwendet, den man beim Gericht zur Seite rief, damit er einen verteidigt.

Wir haben gelesen, dass Paulus in der Gemeinde in Ephesus drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört hat, jeden Einzelnen unter Tränen zu ermahnen. Bei den Thessalonichern schreibt er, dass er jeden Einzelnen ermahnt und ermutigt hat, wie ein Vater seine Kinder.

Paulus konnte das aus zwei Gründen tun: Erstens, weil er fest im Wort Gottes verankert war und wusste, was Gottes Wort zu den Problemen und Fragen der Gläubigen sagt. Zweitens, weil er die Zeit dafür hatte – und die hatte er nur, weil die Philipper ihn finanziell unterstützten. Das können wir in Philipper 4,16 nachlesen, wo sie ihm Geld und materielle Dinge nach Thessalonich schickten.

Nur so, weil Paulus nicht noch parallel für seinen eigenen Lebensunterhalt sorgen musste, konnte er diese Aufgabe als Hirte erfüllen und sich um jeden Einzelnen in der Gemeinde kümmern.

Ein Ältester muss nicht nur in der Lage sein, Gläubige zu ermahnen und zu ermutigen. Am Ende von Titus 1,9 heißt es, dass er auch imstande sein muss, mit der gesunden Lehre die Widersprechenden zu überführen.

Überführen bedeutet, etwas aufzudecken oder nachzuweisen. Es geht also nicht nur darum, eine Behauptung aufzustellen, dass jemand etwas Falsches gelehrt oder getan hat, sondern diese Behauptung auch zu belegen.

Ein Ältester muss falsche Lehre und falsches Verhalten nicht nur erkennen, sondern sie auch anhand des Wortes Gottes begründen und belegen können. Deshalb muss er fest auf das Wort Gottes gegründet sein und voller Gottes Wort sein.

Wie geht es dir mit diesem Text? Wie fühlst du dich angesichts dieses unfassbar hohen Standards, den Gott von den Hirten erwartet, die er über seine Gemeinde gesetzt hat? Wie gehst du mit dieser Anforderung an den Charakter um – nicht nur eines Ältesten, sondern eigentlich jedes Gläubigen?

Ich hoffe, der Text lässt dich nicht kalt. Ich hoffe, du gehst nicht in dem Glauben nach Hause, alles sei in Ordnung und du könntest so weitermachen, wie du bist. Gott möchte, dass dich folgende Eigenschaften kennzeichnen: Du sollst nicht eigenwillig, nicht jähzornig, kein Trinker, kein Gewalttätiger sein – weder mit den Händen noch mit den Worten –, und du sollst nicht nach schmutzigem Gewinn gieren.

Stattdessen sollst du gastfreundlich sein, das Gute lieben, besonnen, gerecht, heilig und selbstbeherrscht.

Diese Anforderungen sind demütigend, oder? Sie sind demütigend und lassen uns einen verzweifelnden Blick zum Kreuz werfen, denn es ist Jesus, der uns errettet hat. Er allein hat uns aus der Sünde herausgerissen und wird uns bis ans Ende durchtragen. Jesus wird keines seiner Schafe verlieren.

In Römer 8 lesen wir, dass es keine Verurteilung mehr gibt für die, die in Christus sind. Jesus hat uns von der Sünde befreit, damit wir fähig sind, ein heiliges Leben für Gott zu führen.

Mein Gebet und meine Hoffnung sind, dass Gott uns gnädig ist und uns hilft, eine Gemeinde zu werden, deren Älteste – und nicht nur deren Älteste, sondern auch jeder Gläubige – durch Heiligkeit und Hingabe an Gott gekennzeichnet sind.

Denn wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel; denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Amen.

Liebe zum Guten als Lebensstil

Ein Ältester soll zweitens das Gute lieben oder ein Freund des Guten sein. Das klingt zunächst sehr allgemein und nicht wirklich greifbar. Was ist damit gemeint? Wie kann man jemanden erkennen, der Freund des Guten ist und das Gute liebt? Wie kannst du selbst feststellen, ob du ein Freund des Guten bist?

Ein Freund des Guten liebt die Dinge und die Menschen, die wirklich gut sind. Er verbringt seine Freizeit mit Menschen und Dingen, die wirklich gut sind. Er liest Bücher, die wirklich gut sind, und hat Freunde, die wirklich gut sind.

Vielleicht kennt ihr das Sprichwort: „Sag mir, wer deine Freunde sind, und ich sage dir, wer du bist.“ Schauen wir uns zum Beispiel Daniel an und seine Freunde. Sie blieben mutig und in Gottesfurcht standhaft. Daniel war offensichtlich ein Freund des Guten.

Auf der anderen Seite lesen wir im 1. Korinther 15,33: „Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ Wer sind also deine Freunde? Womit verbringst du deine Freizeit? Ist es gut aus Gottes Sicht?

Ein Ältester liebt, was in Gottes Augen gut ist.

Besonnenheit und Vernunft

Drittens muss ein Ältester besonnen, verständig und vernünftig sein. Das beschreibt jemanden, der einen nüchternen Verstand hat, klar bei Verstand ist und einen kühlen Kopf bewahren kann.

Ein besonnener Mann ist Herr über sein Denken und Handeln. Er hat Kontrolle über die Dinge, die er denkt. Das heißt, er lässt sich nicht von seinen Umständen beeinflussen. Er kann ruhig und überlegt in einer schwierigen Situation reagieren.

Er handelt und denkt nicht impulsiv aus dem Bauch heraus. Stattdessen ist er klar bei Verstand und kann auf ruhige Art und Weise vernünftige und weise Entscheidungen treffen.

Gerechtigkeit als Spiegelbild Gottes

Viertens muss er gerecht sein. Diese Eigenschaft wird im Neuen Testament meist für Gott selbst verwendet und ist daher besonders anspruchsvoll. In Johannes 17 betet Jesus zum gerechten Vater. In 1. Johannes 1,9 lesen wir, dass Gott treu und gerecht ist, indem er uns die Sünden vergibt. In Römer 2 wird beschrieben, dass Gott jeden Menschen nach seinen Werken gerecht richten wird. Paulus schließt diesen Abschnitt in Römer 2,11 mit den Worten ab: „Denn es ist kein Ansehen der Person bei Gott.“

Das bedeutet, ein Ältester sollte diese Eigenschaft Gottes widerspiegeln. Natürlich nicht fehlerlos und nicht perfekt, aber er sollte unparteiisch und fair gegenüber jedem sein. Er darf nicht auf die Person achten. Das heißt, er bevorzugt nicht seine Verwandten oder engsten Freunde, die vielleicht in der Gemeinde sind. Die Gemeinde darf keine Vetternwirtschaft sein.

Andere fair und gerecht zu behandeln, schließt auch ein, dass man Menschen nicht aufgrund ihres Aussehens, ihrer Kleidung, ihres Alters oder vielleicht auch dessen, was sie spenden, anders, schlechter oder besser behandelt. Ein Ältester muss den gerechten Charakter Gottes widerspiegeln, der die Person nicht ansieht. Und das macht diese Eigenschaft umso anspruchsvoller.

Heiligkeit als Lebensziel

Fünftens muss ein Ältester heilig sein, was auch mit rein oder göttlich übersetzt werden kann. Dieses Wort wird vor allem für Gott selbst verwendet. In Offenbarung 15 heißt es sogar: „Wer sollte dich nicht fürchten und deinen Namen verherrlichen, denn du allein bist heilig.“

Nun, wenn Gott allein heilig ist, wie kann dann ein Mann diese Anforderung erfüllen? Die Eigenschaft, die ihn kennzeichnen soll, kennzeichnet doch Gott selbst und Gott allein. Wie ist das möglich?

Paulus gebraucht dieselben Worte, um das Verhalten bei den Thessalonichern zu beschreiben. Er sagt dort: „Ihr selbst seid Zeugen und auch Gott, wie heilig, gerecht und untadelig ihr bei euch den Gläubigen gewesen seid. Ihr wisst ja, wie wir jeden einzelnen von euch ermahnt und ermutigt haben, wie ein Vater seine Kinder, und euch ernstlich bezeugt haben, dass ihr so wandeln sollt, wie es gotteswürdig ist, der euch zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft.“

Paulus war nicht perfekt, aber er hat alles daran gesetzt, seinen Geschwistern ein charakterliches, nachahmenswertes Vorbild zu sein. Er hat keine sündlose Vollkommenheit erreicht, aber er hat Sünde in seinem Leben nicht toleriert, auch wenn sie noch so klein war. Das ist es, was einen Ältesten kennzeichnen muss. Und nein, nicht nur einen Ältesten. Paulus möchte, dass die Thessalonicher seinem Beispiel folgen.

Auch Petrus fordert uns zu demselben heiligen Leben auf. Er schreibt: „Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein an eurem ganzen Wandel; denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“

Der Älteste ist ein Mann, der durch Gottes Kraft und Gnade Sünde in seinem Leben erkennt und bekennt. Er setzt alles daran, ein nachahmenswertes Vorbild für die anderen zu sein – in jedem Bereich seines Lebens. Er ist zerknirscht über seine eigene Sünde und auch über die Sünde der Schafe, über die Gott ihn als Hirten eingesetzt hat.

Wir sehen das bei Paulus, der an die Thessalonicher schreibt, dass er jeden Einzelnen von ihnen ermahnt hat. Etwas Ähnliches sagt er auch den Ältesten der Gemeinde in Ephesus. Dort schreibt oder sagt er ihnen: „Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden Einzelnen in der Gemeinde in Ephesus unter Tränen zu ermahnen.“

Das ist das Herz eines Hirten. Er strebt selbst nach Heiligkeit und moralischer Reinheit. Er bemüht sich, alles, was dem Willen Gottes widerspricht, aus seinem Leben zu entfernen. Gleichzeitig setzt er alles daran, dass auch die anderen Kinder Gottes in demselben Eifer nach dieser Heiligkeit streben.

Selbstbeherrschung als Disziplin

Ein Mittel, um ein heiliges Leben zu führen, ist das sechste Merkmal, das dort genannt wird: Er soll enthaltsam oder selbstbeherrscht sein. Der Älteste muss ein Mann sein, der seine Begierden und Wünsche unter Kontrolle hat. Selbstbeherrschung bedeutet, sich diszipliniert von allem zu enthalten, was das Leben für Christus behindern könnte.

Selbstbeherrschung erfordert Disziplin und sogar Härte gegen sich selbst. Paulus schreibt an die Korinther: „So laufe ich nun nicht wie aufs Ungewisse, ich führe meinen Faustkampf nicht mit bloßen Luftstreichen, sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde.“ (1. Korinther 9,26-27)

Paulus vergleicht sich hier mit einem Sportler, der alles daran setzt, als Erster die Ziellinie zu überqueren. Das ganze Leben eines solchen Sportlers ist diesem einen Ziel untergeordnet. Egal ob es der Schlaf ist, das Essen oder die Freizeit – er tut nichts, was ihn von diesem Ziel, die Goldmedaille zu gewinnen, abbringen könnte.

Auf dieselbe Weise trainiert Paulus Disziplin und Selbstbeherrschung, um seinen Körper zu kontrollieren und nicht jeder Neigung oder jedem Bedürfnis nachzugeben. Ein Ältester besitzt die Disziplin und Selbstbeherrschung, sich vor sündigen Neigungen zu wehren. Er ist selbstbeherrscht, wenn es ums Essen geht, und vermeidet Völlerei – selbst wenn Sonntag ist oder er zu einer Hochzeit eingeladen ist.

Er beherrscht sich auch in Bezug auf seine Zeit und vergeudet sie nicht ständig. Dabei geht es nicht um Sündlosigkeit oder Perfektion, sondern um das Bestreben, alles daran zu setzen, dass das neue Leben, das Gott in uns gelegt hat, zum Vorschein kommt. Es geht darum, dass Christus in uns Gestalt gewinnt, wie Paulus an die Galater schreibt (Galater 4,19).

Dasselbe gilt nicht nur für die Ältesten, sondern für jeden Gläubigen. Es gilt für dich.

Die Lehrfähigkeit als besondere Aufgabe des Ältesten

Die eine Fähigkeit, die Älteste von anderen unterscheidet, ist seine Lehrfähigkeit. Diese möchten wir uns nur ganz kurz anschauen.

In 1. Timotheus 3 wird lediglich erwähnt, dass der Älteste lehrfähig sein muss. Im Titusbrief wird dies etwas detaillierter beschrieben, und zwar in Vers 9. Dort heißt es, er soll jemand sein, der sich an das zuverlässige Wort hält, wie es der Lehre entspricht. So soll er imstande sein, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen.

Dieses „an das zuverlässige Wort halten“ meint eigentlich, stark daran zu hängen, ein starkes Ankleben oder Haften am Wort Gottes. Es geht darum, sich mit Hingabe und Fleiß an das Wort Gottes zu heften. Es bedeutet, fest gegründet zu sein in der Lehre Jesu, in der Lehre der Apostel, wie sie uns im Wort Gottes geoffenbart ist.

Paulus bezeichnet das Wort Gottes im 2. Timotheusbrief als eine kostbare Gabe. Kurz danach schreibt er, dass das Wort Gottes die Fähigkeit hat, uns weise zu machen zur Errettung. Er erklärt, dass das Wort Gottes von Gott eingegeben, wörtlich „Gott gehaucht“ ist. Es hat die Fähigkeit, uns zu belehren, uns von Sünde zu überführen, uns auf den richtigen Weg zu bringen und uns zu einem Leben zu erziehen, das Gott gefällt.

In Hesekiel 37 lesen wir sogar davon, dass das Wort Gottes Tote lebendig machen kann. Dort heißt es in Vers 10: „Ich weiß, spricht Gott, wie es mir befohlen war, da kam der Lebensgeist in sie, und sie wurden lebendig und standen auf; es war ein riesiges Heer.“ Zuvor beschreibt Hesekiel, wie es eigentlich nur Knochen waren.

Weil Gottes Wort die Kraft hat, Tote lebendig zu machen und weil es allein die Kraft besitzt, uns weise zu machen zur Errettung, uns zu belehren, uns von Sünde zu überführen, uns auf den richtigen Weg zu bringen und uns zu einem Leben zu erziehen, das Gott gefällt, schreibt Paulus weiter an Timotheus im 2. Timotheus 4:

„Daher ermahne ich dich ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird, um seiner Erscheinung und seines Reiches willen: Verkündige das Wort! Tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen, überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung.“

Der Älteste hat in erster Linie die Aufgabe, Gottes Wort zu lehren, es zu predigen und zu verkündigen. Das meint nicht ausschließlich das Predigen von der Kanzel. Im zweiten Teil von Vers 9 heißt es, dass er imstande sein soll, mit der gesunden Lehre zu ermahnen.

Dieses Ermahnen ist nicht unbedingt rein negativ gemeint, als ob er hier herumläuft und jeden tadelt oder alles kritisiert, was passiert. Nein, dieses Ermahnen meint eigentlich ein Bitten, Drängen, ein Ermutigen. Wörtlich bedeutet es „zur Seite rufen“ – also zur Kraft, zur Hilfe, zur Seite rufen.

Der Begriff wurde früher für einen Verteidiger verwendet, den man beim Gericht zur Seite rief, damit er einen verteidigt. Wir haben vorhin gelesen, dass Paulus in der Gemeinde in Ephesus drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört hat, jeden Einzelnen unter Tränen zu ermahnen.

Bei den Thessalonichern schreibt er, dass sie jeden Einzelnen von ihnen ermahnt und ermutigt haben wie ein Vater seine Kinder. Das konnte Paulus tun aus zwei Gründen: Erstens, weil er fest im Wort Gottes verankert war und wusste, was Gottes Wort zu den Problemen und Fragen der Gläubigen sagt. Zweitens, weil er die Zeit dafür hatte.

Diese Zeit hatte er nur, weil die Philipper ihn finanziell unterstützten. In Philipper 4,16 können wir nachlesen, dass sie ihm Geld und materielle Dinge nach Thessalonich schickten. Nur so, weil er nicht noch parallel für seinen eigenen Lebensunterhalt sorgen musste, konnte er diese Aufgabe als Hirte erfüllen und sich um jeden Einzelnen in der Gemeinde kümmern.

Das hat Paulus gemacht. Ein Ältester muss aber nicht nur in der Lage sein, Gläubige zu ermahnen und zu ermutigen. Am Ende von Vers 9 heißt es, dass er imstande sein muss, mit der gesunden Lehre die Widersprechenden zu überführen.

Überführen bedeutet so viel wie etwas aufdecken, etwas nachweisen. Es geht also darum, nicht nur eine Behauptung aufzustellen, dass jemand etwas Falsches gelehrt oder getan hat, sondern diese Behauptung auch zu beweisen und zu belegen.

Das heißt, ein Ältester muss in der Lage sein, falsche Lehre und falsches Verhalten nicht nur zu erkennen, sondern es auch anhand des Wortes Gottes zu begründen und zu belegen. Deshalb muss er fest auf das Wort Gottes gegründet sein und voll von Gottes Wort sein.

Abschluss: Reflexion und Aufruf zur Heiligkeit

Nun, wie geht es dir mit diesem Text? Wie fühlst du dich angesichts des unfassbar hohen Standards, den Gott von den Hirten erwartet, die er über seine Gemeinde gesetzt hat? Wie gehst du mit dieser Anforderung an den Charakter um – nicht nur eines Ältesten, sondern eigentlich jedes Gläubigen?

Ich hoffe, dass dich der Text nicht einfach kalt lässt. Dass du nicht mit dem Gedanken nach Hause gehst: „Passt alles, alles in Ordnung, ich kann so weitermachen, ich bin gut so, wie ich bin.“

Gott möchte, dass dich Folgendes kennzeichnet: Du sollst nicht eigenwillig sein, nicht jähzornig, kein Trinker, kein Gewalttätiger – weder mit den Händen noch mit den Worten. Du sollst keiner sein, der nach schmutzigem Gewinn giert, sondern gastfreundlich und das Gute liebend. Besonnen, gerecht, heilig und selbstbeherrscht.

Diese Anforderungen sind demütigend, oder? Sie sind demütigend und lassen uns einen verzweifelnden Blick in Richtung des Kreuzes werfen. Denn es ist Jesus, der uns errettet hat. Er allein hat uns aus der Sünde herausgerissen und wird uns bis ans Ende durchtragen. Jesus wird keines seiner Schafe verlieren.

Es gibt keine Verurteilung mehr für die, die in Christus sind, lesen wir in Römer 8. Jesus hat uns von der Sünde befreit, damit wir fähig sind, ein heiliges Leben für Gott zu führen.

Mein Gebet und meine Hoffnung ist, dass Gott uns gnädig ist und uns dabei hilft, zu einer Gemeinde zu werden, deren Älteste – und nicht nur deren Älteste, sondern auch jeder Gläubige – durch ein Leben gekennzeichnet sind, das von Heiligkeit und Hingabe an Gott geprägt ist.

Denn wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, so sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“ Amen.