Liebe Freunde,
Friedrich Schiller hat einmal gesagt: Es kann der Frömmste nicht in
Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." Ich habe einmal
einen Nachbarn gehabt, der hat ausgerechnet unter dem Fenster meines
Arbeitszimmers ein Schaf auf die Wiese gestellt. Seitdem weiß ich, warum
man ein solches Tier einen Rasenmäher nennt. Weil es den ganzen Tag Mäh"
macht und das macht mich rasend.
Von Schafen, Schafherden und ihren Hirten.
Sonst hat unsereiner mit Schafen und Schafherden nichts zu tun – aber mit
Menschen und mit den Menschenherden – die sehen wir ja jeden Tag. Da genügt
ja schon ein Blick in den Spiegel. Wir tragen alle die gleichen Klamotten
und die gleichen Bärte. Wir tun, was man tut, und wer nicht mit der Masse
in das gleiche Horn tutet, der wird schnell zum schwarzen Schaf erklärt.
Wehe, wenn deine Jeans nicht von der Firma sind, die gerade in ist, da bist
du ganz schnell out. Heute wird doch der Wert des Menschen danach
beurteilt, welches Schild er an der Hose hinten dran kleben hat.
Noch nie ist das Herdenwesen der Menschen so stark ausgeprägt gewesen wie
heute. Wir kennen ja auch alle den Anblick von Menschen, die man gezwungen
hat, zu tausenden die Straßen entlang zu laufen wie Entmündigte, und die
bloß die Parolen wiederholen, die ihnen vorher eingebläut worden sind und
die ihr blaues Wunder erleben würden, wenn sie nicht mit bläken würden.
Ich hab auch noch die Menschenzüge gesehen, die am Ende des Zweiten
Weltkriegs durch Deutsch-land gelaufen sind, das waren die Flüchtlingszüge.
Herden von Menschen, die man um alles betrogen hatte, und die weiter nichts
gerettet hatten als ihr nacktes Leben, und die auf dieser Welt weiter
nichts gesucht haben als einen Platz zum Leben. Die irrten damals durch
Deutschland wie Schafe ohne Hirten. Es war am Ende des Weltkrieges.
Angefangen hatte dieser Krieg, als in der großen Sportpalastversammlung in
Berlin die dort zusammengetriebenen Massen gefragt wurden: Wollt ihr den
totalen Krieg??" - und da bläkte das deutsche Volk Stimmvieh: Ja!!" Und
das Volk, alle, die sich damals Adolf Hitler verschrieben hatten, haben
dann später ihre Haut zu Markte tragen müssen. Aus den deutschen Herden
wurden die deutschen Horden, die haben die Juden zusammengetrieben, und bis
vor die Rampen der Ver-brennungsöfen geschafft.
Heute geht es ja auch wieder gegen die Juden, und alle Welt ist sich einig,
dass man wieder gegen Jerusalem eindreschen muss.
Freunde, es sollte zu einem jeden Gebet eines jeden Christen gehören, Gott
für Jerusalem zu bitten, so wie es in der Bibel steht. Wir wünschen
Jerusalem Frieden und Glück. Gott hat einmal gesagt, dass Israel sein
Augapfel ist, und wer den Augapfel Gottes angreift, der vergreift sich an
Gott selber. Und er zieht dabei den Kürzeren. Wir Deutschen haben einmal
erleben müssen, was passiert, wenn man das Volk Gottes angreift.
Von gefangenen Herden. Kritische und linientreue Schafe.
Wir haben das erlebt, was passiert, wenn aus einem Volk, was sich als
Herrenvolk gebärdet, eine Herde wird, die ihre freie Meinung verkauft. Das
tragische ist ja, dass in Deutschland damals viele Menschen gemerkt haben,
dass es bergab geht, aber sie wollten sich das nicht eingestehen, so wie
das linientreue Schaf in der folgenden Geschichte.
Es war einmal ein linientreues und ein kritisches Schaf. Die trotteten in
der Herde und das kritische Schaf sagte: Sag mal, weißt du eigentlich wo
wir hingehen?" – Das weiß ich nicht" sagte das linientreue Schaf, aber
die im Politbüro, die wissen das Ziel". Nach einer Weile sagt das kritische
Schaf: Du, ich sehe hier überhaupt kein Gras mehr, da sind nur noch
Steine. Glaubst du wirklich, wir sind noch auf dem richtigen Wege?" –
Unsere Führung hat immer recht!" sagt das linientreu Schaf. Du wirst
schon sehen, es kommt wieder eine grüne Weide, es geht schon wieder
aufwärts!" In diesem Moment sind die Schafe an dem Rande des Steinbruchs
angekommen und stürzen in die Tiefe. Da ruft das linientreue Schaf: Siehst
du, es geht vorwärts, jetzt fliegen wir schon!"
Wir Deutsche sind schwer reingeflogen. Die Erfahrung der Entwürdigung als
Herdentier liegt hinter uns. Deswegen ist uns alles verdächtig, was nach
Herdentrieb aussieht, und nach Vergewaltigung von Freiheit. Aber das geht
ja nicht nur uns so, sondern in der ganzen Menschheit ist eine unglaubliche
Sehnsucht nach Freiheit erwacht. Die Menschheit macht den Eindruck einer
Herde, die im Stall eingesperrt ist und die sehnsüchtig darauf wartet, in
die Freiheit raus gelassen zu werden. Dieses Bild von der eingesperrten
Herde benutzt Jesus im Johannesevangelium, Kapitel zehn.
So sieht Jesus die Menschheit. Ich finde, dass gerade unsere Zeit mit diesem Bild sehr klar gesehen ist.
Heute werden zum Beispiel Millionen von Menschen in Unmündigkeit gehalten,
weil sie einer bestimmten Rasse angehören. Ein Drittel der erwachsenen
Weltbevölkerung lebt im Dunkel des Analphabetentums und ist von allen
geistigen Reichtümern ausgeschlossen. Zwei Drittel der Menschheit leben in
der Finsternis des Aberglaubens und sind von allen geistlichen Reichtümern
ausgeschlossen. Die Hälfte der Menschheit wird nicht auf die Weideplätze
gelassen, wo es Arbeit und Brot gibt, sondern muss hungern, sie ist von
allen materiellen Reichtümern ausgeschlossen.
Und die Mauern, hinter denen diese Millionen Menschen leben, die bestehen
aus Stacheldraht und Schlagbäumen und Vorurteilen. Das sind Mauern aus
Beton und Ideologien, aber die gefährlichste Freiheitsbegrenzung für den
Menschen, das sind die Ketten seiner Sünde. Die letzte Mauer, die uns vom
Leben und von der Freiheit trennt, das ist der Tod. Sieh dir die Menschen
mal an, egal wer sie sind und wo sie leben. Alle sehnen sich nach Freiheit
und nach einem sinnvollen Leben.
Wer öffnet der Herde das Tor zur Freiheit? – Nur ein Einziger!
Jetzt ist die Frage, wer macht die Tür zu Freiheit auf? Wer erlöst die
Menschheit aus dem Gefängnis, wer erfüllt die tiefsten Sehnsüchte der
Menschheit? Und da behauptet Jesus: Das mache Ich!" Aber das behaupten
alle anderen schließlich auch.
Und deshalb behauptet Jesus hier kategorisch: Alle, die vor mir gekommen
sind, die sind Diebe und Räuber[1]. Alle. Das heißt: mit diesem Satz werden
alle Philosophen und Denker des Altertums, alle politischen Welterlöser,
alle politischen Machthaber über einen Kamm geschoren.
Sie sind nichts weiter als Gangster, die die Menschheit betrügen, das sind
falsche Hirten, und Ich, sagt Jesus, Ich bin der einzige, der die
Menschheit befreit. Ich, sagt Er, bin der gute Hirte. Er sagt nicht: Ich
bin ein guter Hirte unter vielen anderen. Sondern Jesus sagt: Ich bin der
gute Hirte.
Der Absolutheitsanspruch von Jesus.
Das ist natürlich ein Hammer, und die Leute waren natürlich entsetzt über
diesen Absolutheits-anspruch von Jesus. Sie waren empört. Deswegen steht
hier auch: Viele sagten, er ist von einem bösen Geist besessen. Er ist doch
verrückt! Warum hört ihr ihm überhaupt zu[2]. Auch du kannst gegenüber dem
Anspruch von Jesus, der einzige Erlöser der Menschheit zu sein, nur
zweierlei machen. Entweder du sagst: Ja, Er ist es!" oder du sagst: Er
ist verrückt!" Entweder du hörst auf Ihn, oder du hörst du mit Ihm auf.
Aber bevor du abschaltest, bevor du aufhörst, hör dir wenigstens an, wie
Jesus einen Absolutheitsanspruch begründet.
Zunächst beschreibt Jesus die Arbeitsweise seiner Konkurrenten. Ich
versichere euch, sagt Er, wer nicht zu Türe hineingeht in den Schafstall
sondern anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber[3]. Das heißt: die
anderen kommen zu euch mit großen Erlösungsprogrammen, die erzählen euch
viel von ihren guten Absichten, sie gaukeln euch etwas vor von der großen
Freiheit und betonen, wie gut sie es mit euch meinen. In Wirklichkeit
wollen die aber nicht eure Freiheit, sondern sie wollen ihre Schäfchen ins
trockene bringen. Die wollen nicht euch reich machen, sondern sich an euch
bereichern. Die wollen die Herde nicht beschenken, sondern die Herde
melken, ihr das Fell über die Ohren ziehen, sie ausbeuten. Diese Leute, so
sagt Jesus, die erkennt man daran, dass sie nicht über die durch die Türe
hinein kommen, sondern von hinten über den Zaun steigen. Sowie das eben bei
Dieben üblich ist. Die Diebe klingeln ja nicht an der Türe und fragen: Ich
hätte gern mal den Schlüssel zum Geldschrank."
Wie Jesu Konkurrenten arbeiten.
In diesem Gewerbe bevorzugt man die Hintertreppen und die Hintertüren.
Genau die gleiche Methode wenden auch die Diebe an, die der Menschheit ihre
großen Güter rauben wollen - nämlich ihre Freiheit, ihr Vertrauen, ihr
gutes Gewissen, ihren Glauben, ihre Seelen. Sie kommen nicht ehrlich und
frontal auf uns zu, sondern sie machen sich von hinten an uns ran, mit
Mitteln der Verleumdung und der Hetze. Sie kommen in unser Leben nicht zur
Türe rein, indem sie uns offen und ehrlich begegnen und unser Bewusstsein
ansprechen, sondern sie faseln etwas, sowie die von der Scientology-Sekte,
von Bewusstseinserweiterung. Sie kommen durch die schwer kontrollierbaren
Gänge des Unterbewusstseins. Sie kommen durch den Keller, indem sie an
unsere niedrigsten Instinkte appellieren, sie kommen durch das Dachfenster,
indem sie uns ständig mit irgendwelchen Phrasen und Thesen berieseln.
Niemand macht das besser und geschickter als die Werbung und niemand hat
das besser karikiert als der Otto in seinen Sketch: Die Verführer"[4].
Egal, womit die Konkurrenten von Jesus uns begegnen, sie kommen uns immer
entgegen mit dem strahlenden Lächeln eines Bühnenstars, der voll auf
Optimismus getrimmt ist, aber die kommen uns nicht entgegen mit dem
schmerzverzerrten Gesicht von Jesus, der sein Leben für uns am Kreuz
gelassen hat. Die strecken uns nicht offen und ehrlich die Hände entgegen,
wie uns Jesus seine durchgebohrten Hände entgegen hält, sondern sie packen
uns beim Genick, und wenn wir nicht spuren, dann kriegen wir eben die
Peitsche zu spüren.
Wer nicht zur Tür in den Schafstall hinein geht, sondern anderswo hinein
steigt, der ist ein Dieb und ein Mörder. Wer aber zur Türe hinein geht, der
ist der Hirte der Schafe.
Der gute Hirte kommt ohne Schäferhunde aus.
Den richtigen Mann erkennen wir also daran, dass er zu Türe rein kommt. Das
heißt, dass er offen ist, dass er mit offenen Karten spielt. Das musst du
Jesus lassen: auch wenn du nicht glaubst, dass Jesus der Erlöser der
Menschheit ist – Jesus spielt mit offenen Karten. Der macht den Menschen
nichts vor. Er erzählt keine Lügen, Er wendet keine Tricks an, Er wendet
keinen Zwang an, keinen psychologischen Druck, keine moralische Erpressung,
erst recht keinen massiven Druck. Es ist ja bezeichnend, dass Hirten sonst
einen Hund brauchen. Sie brauchen irgendwelche Schäferhunde, die die Herde
begleiten, und sobald irgend ein Schaf die Herde verlässt und von der Linie
abweicht, da kommen die Hunde und zwicken und beißen und klopfen und sorgen
dafür, dass alle im Gleichschritt marschieren.
Solche Schäferhunde und Spür-und Wachhunde hat Jesus nicht nötig. Es hat
einmal eine Zeit gegeben in der Kirche, da gab es sogar hier solche Hunde.
Da gab es die Inquisition. Da hat man die Ketzer, also solche, die nicht
linientreu geglaubt und gelehrt haben, verfolgt und gefoltert und auf dem
Scheiterhaufen verbrannt. Die Leute, die dafür gesorgt haben, dass in der
Kirche Ordnung ist, das waren die so genannten Dominikaner, das heißt auf
Deutsch: die Hunde des Herrn[5]. Das war im finsteren Mittelalter und ist
in der Kirche zumindest in dieser Hinsicht beendet.
Die Kirche hat damals, als sie manche Menschen zum Glauben zwingen wollte,
einen ganz großen Fehler gemacht. Aber sie hat aus diesem Fehler ein für
alle Mal gelernt, nämlich: Es hat keinen Sinn, Menschen zum Glauben zwingen
zu wollen. Das geht nicht. Deshalb ist es immer verdächtig, wenn
irgendjemand versucht, Druck auszuüben, indem er sich irgendwelche
Schäferhunde und irgendwelche Zwangsmaßnahmen leistet. Die Präsenz der
Schäferhunde wird ja immer so begründet, sie seien ein notwendiges Übel,
solange die Herde noch unreif ist, um selbständig den Weg in die Freiheit
gehen zu können. Da brauchen wir eben die Hunde noch, um euch Schafsköpfen
auf die Sprünge zu helfen und später, wenn ihr alle lauft wie am
Schnürchen, da schaffen wir die Hunde dann ab."
Wie gesagt, Jesus braucht keine Hunde, denn die verbreiten Angst. Er
braucht keinen Zwang, denn der verursacht Heuchelei. Er braucht auch keinen
Druck, den der erzeugt Widerstand. Er braucht keine Gewalt, denn die
erzeugt Unzufriedenheit. Das einzige Mittel, mit dem Jesus seine Herde
reagiert, das ist die Liebe.
Höre auf die Stimme des guten Hirten!
Und deshalb appelliert Jesus auch nicht an deinen Instinkt, sondern an dein
Herz.
Für Ihn bist du doch nicht irgendeine Marionette, sondern ein Mensch! Und
deshalb lässt Jesus seine Herde nicht in Marschblöcken anmarschieren,
sondern Er ruft jeden einzelnen mit Namen zu sich. Jesus sagt: Meine Schafe
kennen meine Stimme. Ich frage dich: kennst du die Stimme von Jesus? Ist
das die Stimme, nach der du dein Leben orientierst? Alle die Stimmen, nach
denen du dich sonst noch richtest, die du für so wichtig hältst, und denen
du nachfolgst, obwohl du in deinem Inneren weißt, dass es nicht ganz in
Ordnung ist, was dir manche Leute erzählen, also alle diese Stimmen, die
dich so beeindrucken, wirst du eines Tages nie wieder hören.
Wenn du nämlich gestorben bist, dann herrscht Totenstille. Keine dieser
Stimmen, die sich heute in deinem Leben so breitmachen, sind dann zu hören,
aber eine Stimme, die wirst du nach deinem Tod noch hören: die Stimme von
Jesus, dem guten Hirten, der dich zur Auferstehung ruft. Das Entscheidende
im Menschenleben ist, dass du diese Stimme kennen lernst, dass du auf diese
Stimme hörst, damit du sie dann kennst, wenn Er dich in das ewige Leben
ruft.
Für Jesus bist du nicht eine Nummer, sondern du hast einen Namen. Er ruft
seine Schafe mit Namen und führt sie aus, und wenn Er alle die seinen
hinaus gelassen hat, geht Er vor ihnen her. Jesus geht also vor seiner
Herde her. Auch darin unterscheidet Er sich von anderen Führern. Zum
Beispiel von dem, der sich als der Führer" in Deutschland bezeichnen ließ
und der größte Verführer unseres Volkes wurde. Hitler hat dauernd von
Gefolgschaft geredet, und die Gefolgschaft hat ständig gebläkt: Führer
befiehl, wir folgen dir!" aber er hat sein Volk immer bloß von hinten
geführt, aus der Etappe. Als das Volk hungerte, hat er sich kostspielige
Bunker gebaut mit unwahrscheinlichen Lebensmittelvorräten. Als die Russen
nach Berlin kamen, hat er das Leben von tausenden Berlinern geopfert, um
sein eigenes kümmerliches Leben noch ein paar Stunden behalten zu können,
bevor er sich dann in einem Teppich einrollen und mit Benzin übergießen
ließ.
Warum Jesus so besonders ist.
Also da ist Jesus anders. Er hat keinen Bunker, und Er hat sich nicht
eingebunkert. Er hatte keinen Palast. Er hatte kein Haus, keine eigene
Wohnung, Er hatte noch nicht mal ein eigenes Bett. Er hat nicht sich nicht
auf Kosten der Herde einen fetten gemacht", wie das so viele Sektenführer
machen. Er ließ sich nicht zu Missbrauch der Macht verführen, wie so viele
Gurus, die nicht nur die Seele, sondern vor allem die Bankkonten ihrer
Nachfolger beherrschen wollen.
Jesus wurde geboren in einer geborgten Futterkrippe, Er predigte in einem
geborgten Boot, Er ist nach Jerusalem eingeritten auf einem geborgten Esel,
Er hat sein letztes Abendmahl in einem geborgten Saal gehalten, und Er
wurde begraben in einem geborgten Grab.
Er war arm, Er war einfach und Er war demütig. Er hat am eigenen Leib all
das durchgemacht, was uns das Leben so an Gemeinheiten zu bieten hat.
Schon als Kind das Flüchtlingselend, die Heimatlosigkeit als Asylant in
Ägypten, als Mann die Diskriminierung der Behörden, Spitzel in der engsten
Mitarbeiterschaft, Denunzianten, falsche Zeugen, Gerichtsverhandlungen,
körperliche Züchtigung, entnervende Verhöre. Soldaten haben Ihn geohrfeigt,
sie haben Ihn angespuckt, sie haben Ihn verlästert und schließlich hat Er
den Tod noch kennengelernt. Selbst in den Tod ist Er uns noch
vorausgegangen. Er geht vor ihnen her, heißt es hier. Der gute Hirte lässt
sein Leben für die Schafe.
Welchen Beweis der Liebe Jesu willst du noch?
Ist dir schon einmal einer begegnet, der sein Leben für dich gelassen hat?
Hast du schon mal einen kennen gelernt, der für dich an deiner Stelle
gestorben ist? Das hat Jesus gemacht. Am Kreuz, da wo deine eigene Sünde
gerichtet werden sollte, da hat Er sich hinrichten lassen.
Und ich frage dich, auf welchen Beweis von Gottesliebe du eigentlich noch
warten willst? Was haben denn die anderen für dich eigentlich getan, die
dir so große Versprechungen gemacht haben im Leben? Was haben Sie denn für
dich springen lassen, die so viel von Freiheit und Schönheit im Leben
reden?
Tinte haben Sie fließen lassen, viel Tinte, um Bücher schreiben zu können
über den Sinn des Lebens. Jesus hat sein Blut fließen lassen. Damit du
leben kannst – das war der Sinn seines Lebens. Wenn du dein Leben suchst,
wenn du den Sinn deines Lebens suchst, dann rate ich dir: halte dich an
Jesus. Dann folge Ihm nach. Er hat versprochen, so steht es hier: Ich bin
gekommen, um euch ein Leben zu geben, dass euch voll genügt. Verstehst du:
Leben! Jesus hat nicht zu denen gehört, die nicht alle Tassen im Schrank
haben und auf irgendwelche fliegenden Untertassen warten, und die eigene
Mitarbeiterschaft abtöten, sondern Er bringt das Leben. Bei Jesus kommst du
nicht zu kurz, sondern auf deine Kosten. Du brauchst nicht glauben, dass,
wenn du dich Jesus anschließt, die Freude im Leben vorbei ist, und du mit
sturem Schafsblick irgendwelche frommen Phrasen auswendig lernen musst. Du
brauchst nicht zu denken, wenn du Christ wirst, dass du dann einer
Gehirnwäsche unterzogen wirst, wie das bei so vielen Sekten passiert. Du
wirst einer totalen Wäsche unterzogen. Jesus wäscht dir deine Sünden ab.
Das heißt Er gibt dir die Chance, ein neues Leben anzufangen.
Das einzigartige Waschmittel und die entscheidende Kreuzung.
Als ich einmal darüber geredet habe, da hat mir jemand im Zettelkasten die
Frage gestellt: Herr Lehmann, können Sie auch so gut Waschmittel
verkaufen?" Und damals habe ich geantwortet: Na klar, ich bin
Waschmittelverkäufer. Das Waschmittel, das ich verkaufe, ist kostenlos. Es
ist das einzige Waschmittel auf der Welt, das gegen den Dreck der Sünde
hilft, seine Farbe ist rot, sein Firmenzeichen ist das Kreuz, sein
Produzent ist Jesus. Der Werbeslogan der Bibel für dieses Waschmittel
lautet: Das Blut von Jesus Christus macht uns frei von aller Sünde."
Verstehst du: du wirst bei Jesus einer Totalwäsche unterzogen. Damit geht
das wahre Leben, das eigentliche Leben erst mal los, mit der Vergebung von
Schuld. Du bist jung und vor dir liegt das Leben.
Das Angebot von Jesus, das ich dir heute Morgen überbracht habe, das ist ja
nur ein Angebot von vielen. Jesus hat dir gesagt, was Er von den anderen
hält und was Er für dich bereithält. Jetzt bist du dran. Jetzt musst du
dich entscheiden. Was willst du denn haben, wo willst du denn hingehen, wem
willst du denn folgen, wem willst du dein Leben anvertrauen und auf welche
Stimme willst du hören?
Ich musste einmal nach Berlin und wollte dort im Stadtzentrum rein fahren.
Ich wollte zur Friedrich-straße, und plötzlich fuhr ich auf den Alex zu.
Das wäre noch gegangen, wenn man irgendwo umlenken könnte, aber ich sage
dir, wenn du in Berlin einmal auf die falsche Straße gekommen bist, dann
bist du erst einmal hoffnungslos verloren. Du darfst nicht rechts abbiegen,
du darfst nicht links abbiegen, überall sind Halteverbote, Zwingpfeile,
unerbittlich schwemmt dich der Verkehrsstrom aus der Stadt wieder raus, die
Friedrichstraße liegt ganz woanders, der Fernsehturm wird im Rückspiegel
immer kleiner, am Ende bist du in irgend einer Nebenstraße im vor Ort
gelandet, holst du den Stadtplan raus und guckst nach, wo du Idiot
hingefahren bist. Bis ich wieder im Stadtzentrum drin war, wo ich hin
wollte, da habe ich mindestens eine dreiviertel Stunde gebraucht.
Und das alles bloß deswegen, weil ich mich nicht rechtzeitig eingeordnet
hatte. Denn da standen ja überall auf großen Schildern mit entsprechenden
Hinweispfeilen die entsprechenden Ortsteile. Aber ich hatte das nicht
beachtet. Ich hatte mich nicht in die richtige Spur eingeordnet. Als ich an
die große Kreuzung kam, da war es zu spät. Da konnte ich nicht mehr die
Spur wechseln. Ich konnte nur noch in eine Richtung weiterfahren, und das
war leider die falsche.
Wenn du dich nicht rechtzeitig einordnest, hast du erst mal keine
Möglichkeit mehr, die Richtung zu ändern. Die einzige Chance, die du hast
ist, an einem bestimmten Punkt wieder umzukehren. Das ist die Chance, die
du heute Abend hast. Heute Abend sagt Jesus zu dir: kehr um und folge Mir
nach, folge meiner Spur, und du kommst zu einem Leben, dass dir rundum
genügt und das noch nicht einmal der Tod zerstören kann.
Du näherst dich nämlich auch der großen Kreuzung, und ich frage dich: wo
willst du denn eigentlich hin, willst du nach rechts oder nach links oder
ins Zentrum des Lebens, zum ewigen Leben, oder ins Abseits, in die
Verdammnis?
Das Einordnen, liebe Freunde, das muss frühzeitig erfolgen. Die Jugendzeit
ist dafür genau die beste Zeit. Deswegen steht in der Bibel der Satz drin:
Denke an deinen Schöpfer in deiner Jugend[6]. Deswegen ist es schön, dass
du heute hier bist, und ich danke dir dafür, dass du gekommen bist und dass
du dir Zeit genommen hast und zugehört hast. Ich freue mich für dich, dass
du jetzt die Chance hast, dich richtig einzuordnen, dein Leben zu ordnen,
wenn du es in die Hände von Jesus legst.
___
[1] Johannes 10, 8
[2] Johannes 10, 20
[3] Johannes 10, 1
[4] Theo Lehmann wiederholt Ottos Sketch von dem Kind, welches ein
Brechmittel nicht essen möchte. Der Schreiber hat auf die Abschrift des
Wortlautes des nicht besonders appetitlichen Sketches verzichtet.
[5] Aus dem Wortspiel: domini canes (lat.: die Hunde des Herrn) – Anm. des
Schreibers.
[6] Prediger 12, 1
