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Gottes Verheißung an Abraham

Esra JuGo 2026: Gottes Verheißungen an Abraham, Teil 1/2
14.03.2026
EVENT - Teil 1 / 2Esra Jugendgottesdienst 2026: Gottes Verheißungen an Abraham
Versprechen werden oft gebrochen — in Politik, Ehe und von uns selbst. Auch Abraham durchläuft Prüfungen und langes Warten, aber Gottes Wort ist Licht für den nächsten Schritt. Er hat die Kraft, sein Wort zu halten.

Vom Versprechen der Menschen

Ja, ich weiß nicht, ob du das kennst: Das Mikrofon funktioniert. Ja, genau, ich weiß nicht, ob du das kennst. Aber ich denke, es ist eindeutig, dass wir in einer Welt leben — und das ist nicht erst seit heute so — in der Menschen viele Versprechungen machen.

Also ich fange jetzt wie in einer Pyramide von ganz oben an. Das beginnt beispielsweise dort, wenn irgendwo Kanzler- oder Präsidentschaftswahlen sind. Meistens werden sehr hochtrabende Wahlversprechen gemacht. Und dann lassen sich haufenweise Menschen von diesen großen Versprechungen überzeugen. Sie hören, was alles passieren und sich ändern wird, und wählen dann diese eine Person. Früher oder später erfahren sie, dass diese Person ihr Versprechen nicht eingehalten hat.

Ich will gar nicht sagen — und hier geht es auch überhaupt nicht um Politik — dass Politiker zwingend absichtlich lügen oder absichtlich täuschen, wenn sie große Wahlversprechen machen. Aber es zeigt etwas: Selbst die Mächtigen auf dieser Erde, die Mächtigen unserer Zeit, die so viel Hebel in der Hand haben, haben nicht die endgültige Macht, ihre Versprechen umzusetzen. Sie können eine gute Motivation haben, aber sie stoßen an Grenzen. Sie schaffen es nicht immer, das, was sie versprechen, auch zu halten.

Ich spreche heute sehr viel von Versprechen, anstatt von Verheißungen — ihr werdet es noch merken. Die Mächtigen haben nicht die Power und die Macht, Dinge einzuhalten. Aber wir müssen gar nicht nur auf die Großen und Mächtigen schauen.

Wie viele Leute haben sich ein Eheversprechen gegeben? Und wie viele Paare haben sich hoch und heilig die Treue versprochen? Sie meinen es in dem Moment so ernst, wenn sie ihrer Frau oder ihrem Mann in die Augen schauen und sagen: "Meine geliebte zukünftige Frau, ich verspreche dir, in guten wie in schlechten Zeiten zu dir zu stehen." Sicherlich ernst gemeint. Und dann kommen die schlechten Zeiten, und manch einer erinnert sich nicht mehr an sein großes Versprechen.

Die bittere Realität ist: Wir merken, früher oder später mit offenen Augen, dass der Mensch nicht in der Lage ist, sein Wort zu halten. Allgemein gesprochen ist der Mensch nicht fähig, sein Versprechen unbedingt zu halten. Und das Ganze zieht sich weiter herunter. Wir fangen bei den oberen Mächtigen an, dann bei den Eheleuten, und letztlich betrifft es das kleine Leben jedes Einzelnen.

Man kann heute persönlich darüber nachdenken: Wann hast du das letzte Mal ein Versprechen gebrochen? Wann hast du eine Zusage nicht eingehalten? Wahrscheinlich findet sich etwas — auch wenn jetzt gerade, weil ich weiterrede, nicht viel Zeit zum Nachdenken bleibt. Etwa so etwas wie: "Ich verspreche dir, ich mache das nie wieder." Ich verspreche das meiner Frau manchmal leider öfter: "Ich tue das nie wieder." Oder du kennst es vielleicht, wenn jemand Gott ein Versprechen gibt: "Oh Gott, ich verspreche dir, wenn du mir diese Sache gibst..." Oder: "Oh Gott, ich verspreche dir, wenn du dafür sorgst, dass dieses eine Mädchen mich endlich liebt, dann tue ich dies oder das."

Und auf einmal liebt dich das Mädchen, aber du entscheidest dich anders. Dann hältst du das Versprechen, das du Gott gegeben hast, doch nicht ein, obwohl er sein Versprechen eingehalten hat.

Ihr versteht den Punkt: Wir machen oft viele Versprechungen. Wenn jeder bei sich selbst anfängt, sieht man: Wir Menschen sind nicht vertrauenswürdig. Wir versprechen Dinge, und man muss davon ausgehen, dass man sie zumindest nicht zu hundert Prozent erfüllt. Keine Schwarzmalerei — natürlich können Versprechen auch erfüllt werden. Grundsätzlich liegt es aber in unserer Natur und an der Welt, in der wir leben.

Warum? Nun, zwei Punkte.

Zwei Ursachen: Wille und Macht

Entweder — warum brechen Menschen Versprechen? Entweder, erstens, weil es am Willen fehlt. Eine Person hat gar nicht den Willen, ein Versprechen zu halten. Man verspricht schnell etwas, aber am nächsten Tag meint man es schon nicht mehr so. Oder die Kosten sind einem dann doch zu hoch. Willentlich sage ich also: Ich stehe nicht zu meinem Wort, es ist mir egal, was ich versprochen habe. Das kann die eine Seite sein.

Warum erfüllen wir nicht unsere Versprechen? Erstens, weil wir nicht den Willen haben; das heißt, wir haben letztendlich nicht die Wahrheit gesprochen. Zweitens, weil es uns an Macht und an Kraft fehlt, das umzusetzen, was wir versprochen haben. Also entweder mangelt es uns Menschen an Aufrichtigkeit, oder es mangelt uns an Power — eins von beidem. Es mangelt dir an Fähigkeit.

Nun stell dir vor — ich weiß nicht, ob du jetzt noch in der Schule bist oder schon in der Arbeit — denk mal zurück: Das Abitur kommt ja, und deine Eltern sagen: Wenn du Klassenbester wirst, dann zahlen wir deinen Führerschein und kaufen dir ein cooles Auto. Und du sagst: Ja, Mama, ich verspreche es dir, ich werde Klassenbester. Du meinst es ernst.

Was merken wir? Du kannst es von deinem Willen und deiner Aufrichtigkeit ernst meinen, aber du hast die Konkurrenz vergessen. Das heißt, du hast nicht die Power, das umzusetzen. So werden Versprechen aus verschiedenen Gründen nicht eingehalten. Und ich weiß nicht, wie es dir geht: Es kann enttäuschen, richtig? Wenn Menschen Zusagen machen und dann kommt ein bisschen Gegenwind, dann rüttelt das an der ausgemachten Situation, und die Zusage wird zurückgenommen.

Aber ich will sagen: Das sind Menschen — schwache, elende Geschöpfe, nicht zwingend vertrauenswürdig. Aber ich habe ein bisschen Hoffnung mitgebracht. Wisst ihr, was die Hoffnung ist? Gott ist anders. Gott ist anders. Gott tut, was er sagt.

Warum? Erstens, weil Gott nicht lügen kann. Das heißt: Was Gott uns verspricht — heute sehen wir es an einem Beispiel — grundsätzlich ist das, was er uns in seinem Wort verspricht, keine Lüge. Es ist Wahrheit. Gott kann nicht lügen. Gott ist anders als wir; Gott verspricht und hält sein Versprechen. Gott verspricht uns etwas in seinem Wort. Gott gibt uns Verheißungen, Versprechen — ich will heute das Wort "Versprechen" nehmen, weil es vielleicht einfacher und verständlicher ist. Und während Gott dir Versprechen in seinem Wort gibt, lügt er nicht. Das ist so einfach und simpel: Wir können Gott vertrauen, weil er nicht lügt, im Gegensatz zu unserem Gegenüber. Gott spricht Wahrheit.

Warum? Weil Gott der Gott der Wahrheit ist. Im Gegensatz zu uns ist in uns nicht viel Wahrheit. Gott aber ist der Gott der Wahrheit; in ihm ist kein Trug. Er gibt dir nicht auch ein Versprechen, um dich mit bösen Hintergedanken zu irgendetwas zu drängen. So ist Gott nicht. Ohne Trug: Wenn er dir etwas verspricht — und heute geht es ja um Abraham — dann ist das Wahrheit, auf die du dein ganzes Vertrauen setzen darfst, auf Gottes Wort. Gott spricht Wahrheit.

Nun, erstens: Warum hält Gott seine Versprechen? Warum ist Gott so anders? Erstens, weil Gott nicht lügen kann. Und, zweitens, weil Gott Power hat — weil Gott es kann. Gott kann seine Versprechen umsetzen. Wir Menschen haben gute Motive und geben ein Versprechen, doch scheitern an der Umsetzung. Gott ist anders: Er verspricht, und er ist fähig, es zu tun. Das ist ganz anders, und deswegen ist Gott vertrauenswürdig. Gott ist anders: Er spricht Wahrheit und kann sie umsetzen.

Wir wollen das jetzt in zwei knappen Predigten hören. Ich will kurz mitnehmen: Mein geschätzter und geliebter Bruder Daniel und ich werden beide knappe Predigten von vielleicht dreißig Minuten halten. Es kann sein, dass nach meiner Predigt ihr ein bisschen unbefriedigt seid, nur weil das irgendwie nur die eine Hälfte ist, versteht ihr? Später kommt dann Danis Predigt, und dann wird hoffentlich alles rund. Wir haben es nicht bis ins Detail abgesprochen, aber wir warten, worauf Gott uns führt, wohin er uns führt.

Was wir auf jeden Fall machen werden in diesen kurzen Predigten: Wir beobachten, wie Gott Abraham große Versprechungen gemacht hat — große Versprechungen von Gott, der mächtig ist und der nicht lügt. Aber wir sehen auch, dass die Personen, die diese großen Versprechen annehmen und von Gott beschenkt werden wollen, gleichzeitig einen langen Weg der Prüfung gehen müssen. Sie werden öfter geprüft, ob sie denn vertrauen, dass Gott Wahrheit spricht, und ob sie darauf vertrauen, dass Gott mächtig ist.

Nun kommen wir zu unserem Bibeltext. Alles heute sehr kurz — nicht wie in der Themenpredigt — aber wir werden nur Punkte herausziehen aus dem großen Ganzen, weil es um mehrere Kapitel geht. Wir kommen zu Hebräer 11,8-12. Ich habe diesen Text gewählt, denn er fasst sehr gut 1. Mose zusammen, die Stelle, die mehrere Kapitel über Abraham enthält. Deswegen bin ich hierhin ausgewichen, und ich lese den Bibeltext:

„Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort auszuziehen, den er als Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen werde. Durch Glauben hielt er sich in dem Land der Verheißung auf wie in einem Fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, dem Miterben derselben Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt mit festen Grundmauern, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Durch Glauben erhielt auch Sarah selbst die Kraft, schwanger zu werden; und sie gebar, obwohl sie über das geeignete Alter hinaus war, weil sie dem Treuen vertraute, der es verheißen hatte. Darum sind auch von einem Einzigen, der doch erstorben war, Nachkommen hervorgebracht worden, so zahlreich wie die Sterne des Himmels und wie der Sand am Ufer des Meeres, der nicht zu zählen ist.“

Nun ist es ein bisschen blöd, dass wir nicht alle Verse hier gleichzeitig sehen, weil ihr dann mit mir so einen kurzen Röntgenblick darauf werfen könntet. Aber ihr habt ja auch Bibeln, glaube ich, in der Hand.

Wenn ihr in diesen Bibeltext schaut, sieht man drei Punkte — und das nicht, um eine Predigtgliederung festzulegen, sondern weil sie da sind. Der erste Punkt, der hier beschrieben wird, ist die Situation. Hier sind Menschen in einer Situation, und ich will sie schon fast schwierig nennen — nein, sie war schwierig. Das sind Schwierigkeiten, die hier beschrieben werden, genauso wie bei den restlichen Glaubenshelden in diesen Kapiteln.

Der zweite Punkt, den man hier sieht, ist eine Lösung in dieser schwierigen Situation, also ein Versprechen, das von Gott gegeben ist. Auf dich heruntergebrochen: Es ist ein Versprechen in deiner schwierigen Situation, in deinem Leben, wenn du nicht mehr weiterkommst und Hürden übersprungen werden müssen, zu denen du nicht die Power hast.

Der dritte Punkt ist, wie diese Empfänger, die da eine Not haben, mit Glauben darauf antworten: Sie glaubten Gott, vertrauten ihm, dass er Wahrheit spricht und mächtig ist, es durchzuführen.

Anwendung auf die eigene Lage: innere und äußere Not

Nun, ich weiß nicht — ich will es sehr stark anwenden. Wir wollen ja heute für unser Leben lernen, und ich möchte dich fragen, in welcher Situation du gerade bist. Nun, es mag sein, dass du vielleicht gerade genauso wie Abraham hier in einer Lebenskrise steckst. Es mag jetzt sehr schlimm sein.

Es ist so, dass die Schwierigkeiten, von denen wir hier reden, in denen Gott Lösungen geben möchte, zwei verschiedene Arten haben. Die eine Art kann innere Schwierigkeiten sein, die andere äußere. Mit inneren Schwierigkeiten meine ich Dinge, die keiner sieht. Ich weiß nicht, mit welchen inneren Schwierigkeiten du gerade zu tun hast, tief in deinem Herzen und in deiner Gedankenwelt. Keiner weiß vielleicht, welcher Kummer dich plagt oder welche Enttäuschung du schon seit langem mit dir herumträgst.

Vielleicht hast du auch andere innere Probleme. Vielleicht stehst du in deinem Leben gerade vor großen Entscheidungen. Gerade als junge Leute trifft man Entscheidungen, die das ganze Leben in eine gewisse Richtung lenken. Vielleicht stehst du vor solchen Entscheidungen, und dein Wunsch wäre am liebsten, dass Gott dir vom Himmel einen Brief schickt und sagt: heirate ihn oder heirate ihn nicht; mach dieses Studium oder das andere Studium. Wir verstehen, dass wir uns manchmal in Nöten fühlen, so als wären wir allein gelassen, weil keine Antwort da ist.

Vielleicht auch ganz anders: Vielleicht fühlst du dich unglaublich wertlos. Du hast diese inneren Probleme, keiner sieht es. Du kannst so gut weglächeln durch deine offene Art, obwohl das für dich sehr anstrengend ist, weil du nach außen eine Fassade aufbaust. Vielleicht fühlst du dich wertlos oder sinnlos. Vielleicht denkst du, keiner braucht dich. Vielleicht denkst du, Gott kann mich nicht gebrauchen. Du weißt, welche inneren Kämpfe du hast.

Vielleicht kämpfst du aber auch einfach mit schwierigen Sünden, von denen keiner etwas wissen darf, und du verzweifelst darüber, weil du ein schlechtes Gewissen hast und Gott eigentlich liebst, es aber nicht schaffst. Vielleicht hast du auch Zweifel an Gott. Und du denkst, die dürfte ich eigentlich nicht haben. Du hörst doch, Gott ist Wahrheit — wie kann ich überhaupt zweifeln? Trotzdem hast du Zweifel. Du willst nicht zweifeln, aber du tust es. Das versetzt dein Herz in Traurigkeit und in Ängste gegenüber Gott. Es ist wie ein Strudel; du bekommst diese Ängste nicht in den Griff und entfernst dich immer mehr von Gemeinde, von der Bibel und vom Gebet. Du bist wie ein Sünder, der sich nicht mehr traut, zum Himmel hochzuschauen. Wer weiß, wie es in dir aussieht.

Wir merken also — und wir gehen ja davon aus — dass Gottes Verheißungen eine gnädige Zuwendung sind. Sie sprechen in schwierige Situationen wie bei Abraham. Und wir merken hier im ersten Schritt: Probleme können stark mit unserem Denken zusammenhängen, also innere Probleme. Es gibt aber auch Probleme, die von außen an dein Leben herankommen: irgendwelche Konflikte in der Familie, ein zorniger Vater, der es dir schwer macht, Krankheiten, die von außen in dein Leben treten, Probleme auf der Arbeit oder in der Schule, Dinge, die dich anfechten, Dinge, wegen denen du zu Gott schreist. Du brauchst Lösungen, du brauchst irgendein Versprechen von ihm.

Bis hierhin merken wir: Unser Leben ist nicht frei von Problemen. Es ist nicht spiegelglatt, und wir fahren nicht gemütlich wie mit einem kleinen Motorboot Richtung Himmel. Unser Leben ist ein Sturm. Ja, Gott führt uns in Stürme; ja, Gott macht das. Gott hat auch Abraham in Stürme geführt, ihm Versprechen gegeben und ihn dann geführt. Wenn wir in Hebräer 11 schauen, dann sehen wir genau das: die Schwierigkeiten, die Abraham hatte. Die erste große Schwierigkeit, die Abraham hatte, sehen wir in Hebräer 11,8. Es ist die Schwierigkeit der Ungewissheit.

Kennst du das — magst du es oder hast du es lieber, ungewiss zu sein? Nicht zu wissen, wie irgendetwas ausgeht, und doch verlangt Gott von dir Schritte, obwohl du gern einen Plan vorgelegt bekommen würdest. Der erste Punkt ist diese Ungewissheit. Gott beruft Abraham, vermutlich einen Götzendiener, der Gott nicht gesucht hatte, und sagt zu ihm: Zieh aus diesem Land aus in das Land, das ich dir schenken werde. Abraham verlässt sein Zuhause, seine gewohnte Umgebung. Wusste er, wohin es ging? Was stand dort? Er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen werde. Er musste einfach gehen, einen Schritt ins Dunkle wagen, allein weil Gott ihn gerufen hatte. Sein einziger Kompass war Gott, der nicht lügen kann und mächtig ist, ihn dorthin zu bringen, wo er ihn haben will. Aber er musste Schritte gehen.

Kennst du das, dass du nicht weißt, wie es weitergeht? Abraham kannte es. Das zweite Problem, das Abraham hatte, war, dass er keine Kinder hatte und vom Alter her auch nicht mehr in der Lage schien, noch welche zu bekommen. Wenn wir jetzt Gottes Verheißung herausnehmen, war die wahre Realität diese: Der Zug ist abgefahren, Abraham. Also zwei Probleme: einmal das Problem der Ungewissheit — eher ein inneres Problem, etwas, das uns Sorgen macht und uns den Schlaf raubt, weil wir nicht wissen, welchen Schritt wir tun sollen. Wir stehen vor Entscheidungen und wissen nicht, was wir tun sollen. Wir haben nur die Verheißung Gottes, dass er uns nicht verlässt. Auf dich heruntergebrochen heißt das: Du hast das Wissen über Gott, dass er so souverän ist, dass er deinen Schritt lenken wird, selbst wenn du es nicht weißt.

Und das zweite Problem: der alternde Körper, die Realität, dass es zu spät ist für Nachkommen — diese ehrliche Lebensrealität, die uns manchmal überfährt wie ein Zug. Wisst ihr, was Gott hier macht? Gott spricht in die Not der Menschen. Gott gibt Versprechen nicht dann, wenn wir sie nicht brauchen, sondern dann, wenn wir sie brauchen. Das ist doch der Sinn von Verheißungen und Versprechen: unseren Mangel mit seiner Fülle auszufüllen. Verheißungen werden wichtig, wenn wir Kummer haben, wenn wir sie brauchen und zu ihm rufen.

Gott sucht sich Abram aus. Über mehrere Kapitel, über viele Jahre, kommt Gott immer wieder zu Abraham und wiederholt seine Versprechen: Abraham, ich werde dich in ein Land führen; Abraham, du wirst Nachkommen haben wie Sand am Meer und wie die Sterne, die man nicht zählen kann. Dieser Abraham, der immer wieder in Zweifel gerät — ich denke, dass uns gerade die zweite Predigt da noch mit hineinnehmen wird — kommt immer wieder in Zweifel, und Gott nimmt es sich nicht, immer wieder zu ihm zu kommen und dieses Versprechen zu erneuern. Aber Gott ist derselbe, und ich will sagen: Auch heute will Gott immer wieder zu dir kommen und dich an seine Versprechen erinnern, die wir kennen und doch vergessen.

Abraham kannte das Versprechen Gottes, aber die Realität und die Zweifel hatten es wie in einem Nebel verschwinden lassen. So geht es uns oft auch. Wir wissen viel über Gott, aber wir vertrauen wenig. Gott wendet sich Abraham zu, der immer wieder zweifelt. Kennst du das?

Glaube, Harre und das Festhalten an Gottes Wort

Nun lasst es uns sehr auf unseren Alltag herunterbrechen. Kennst du das, dass du Bibelstellen kennst, die dir so klar sagen: Gott hat dir vergeben — aber du fühlst es nicht? Und weil du es nicht fühlst, glaubst du Gott nicht. Kennst du das? Dass plötzlich unsere Gefühle zum Maßstab für biblische Wahrheit werden, anstatt unsere Gefühle an die Schrift zu binden und zu sagen: Da steht es!

Oder kennst du es nicht, dass Gott dir versprochen hat, mit dir durch das finstere Tal des Todesschattens zu gehen und dass er mit dir ist — und während du durch irgendeine Lebenskrise gehst, kannst du ihn nicht fühlen? Du kannst ihm nicht vertrauen. Du kannst es nicht fassen, dass Gott hier gerade Hand in Hand mit dir geht. Kennst du es? Wir wissen so viel, aber wir vertrauen Gott nicht.

Gott gibt uns Verheißungen, dieser Herr Jesus durch sein Wort, dem wir vertrauen können. Wir, seine Kinder, brauchen Verheißungen, besonders wenn wir im Dunkeln tappen. Du brauchst es, Gottes Versprechen zu nehmen und ihm zu vertrauen, weil Gott nicht lügen kann. Und wisst ihr, was das Schöne ist? Wenn wir Abraham anschauen, dann sehen wir Folgendes: Gott hat seine Versprechen erfüllt.

Gott hat seine Versprechen erfüllt, aber es war ein anstrengender Weg für Abraham. Es war ein anstrengender Weg — warum? Denn Gott gibt hier ein Versprechen. In direktem Textzusammenhang geht es um die Glaubenshelden, und hier wird der Glaube beschrieben als eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, oder ein Beharren auf das, was man hofft. Das heißt: Hier kommt Verheißung in dein Leben durch das Wort Gottes, und du siehst es nicht, du hast es vielleicht noch nicht, und du fühlst dich auch nicht so. Aber der Glaube beharrt auf dieser Wahrheit. Der Glaube hält die Wahrheit fest, auch wenn alles dagegen spricht.

Deswegen war das ein anstrengender Weg für Abraham, ein Weg, der mit Zweifeln und Prüfungen gepflastert war. „Gott, du hast es mir versprochen“ — das ist Glaube. „Gott, du hast es mir versprochen, ich beharre auf deine Aussage“ — natürlich mit Demut und Ehrfurcht vor Gott; so will ich nicht respektlos mit Gott reden, wie ich das eben gepredigt habe. Grundsätzlich gilt: „Gott, du hast es versprochen, ich beharre darauf, dass du dein Wort erfüllst, dass du treu bist.“ Gott, ich halte an deinem Versprechen fest, auch wenn ich die Umstände nicht verstehe. Und wenn ich dich im finsteren Tal nicht sehe, harre ich darauf, dass du es mir versprochen hast, dass du da bist. Ich harre auf dein Wort. Ich vertraue, auch wenn die Zukunft ungewiss ist.

Die Bibel ist so voll von Verheißungen, und Gottes Verheißung spricht in deinem Leben. Ich glaube, dass dieses Ergreifen Ruhe und Frieden in die Seele bringen kann und den Sturm stillt.

Nun, wir können mal bitte 1. Mose 12,1-2 erst mal aufschlagen. Auch hier vorne hinschicken, bitte. Danke. Nun, hier ist die Stelle. Der Hebräerbrief beruft sich ja letztendlich, bei dem, was wir eben gelesen haben, auf diese Passage hier. Es ist so, dass Abraham von Gott eine Verheißung und ein Versprechen bekommt. Er soll, wie ihr hier seht, aus seiner vertrauten Umgebung und sogar aus seiner Verwandtschaft ausziehen in ein Land, das er noch nicht kennt und das Abraham noch nicht weiß. Aber er soll gehen.

Manchmal müssen wir Vertrautes hinter uns lassen und mutig Schritte gehen. Im Vers 2 kommt dann die Verheißung, die zweite Verheißung: „Ich werde dich zu einem großen Volk machen.“ Abraham ist zu diesem Zeitpunkt, als er diese Verheißung bekommt, fünfundsiebzig Jahre alt. Mit fünfundsiebzig Jahren wird ihm versprochen, dass er Nachkommen haben wird.

Wir müssen es jetzt hier nicht aufschlagen, aber in 1. Mose 21,5 lesen wir, dass Abraham 100 Jahre alt war, als er Isaak bekam. Das heißt, Abraham musste 25 Jahre auf eine Verheißung warten, die Gott ihm gegeben hatte. 25 Jahre, in denen er sah, wie er schwächer wurde und die Lebensumstände schwerer wurden. Seine Frau wurde immer älter. Aber es gab dieses Versprechen: Abraham und Sarah, ihr werdet Nachkommen bekommen. Und Gott ließ auf sich warten! Wenn du dich an Verheißungen klammerst, fühlt es sich manchmal an wie Warten auf der Anklagebank — nicht Anklage, sondern Wartbank.

Abraham zog also aus diesem Land aus, obwohl er noch nicht wusste, wohin. Er ging im Glauben Schritte, ließ alles hinter sich und blickte auf diese große Verheißung, dass sie ein eigenes Land und ein eigenes Volk bekommen würden. Dann kommt Abraham nach Kanaan und ratet, was das Erste ist: Hat sich die Verheißung erfüllt? Nicht sofort. Zuerst kam eine riesige Hungersnot, und er musste gleich wieder weiter nach Ägypten ziehen. „Gott, wo ist deine Verheißung?“ Hier wird Gottes Wort von Umständen und Schwierigkeiten überlagert. Es fühlt sich lange nicht so an.

Gott hatte aber viel Größeres im Sinn. Und auch wenn Gott manchmal in unserem Leben mit der Beantwortung seiner Verheißungen wartet, dann deshalb, weil Gott Größeres im Sinn hat. Was hatte er mit Abraham im Sinn, als er ihm Nachkommen schenkte? Es war die Linie, aus der Jesus Christus geboren werden sollte. Abraham, scheinbar Götzendiener aus Ur in Chaldäa, wurde von Gott gerufen, mit Verheißungen ausgestattet und wanderte durch den Pilgerweg des Lebens. Er ging durch Schwierigkeiten und langes Warten, bis Gottes Wort schließlich Wahrheit wurde in seinem Leben. Das Ganze war Teil eines riesigen Plans Gottes.

Das heißt für uns: Wenn Gott manchmal Umstände in unserem Leben nicht ändert oder Verheißungen auf sich warten lässt, dann, weil Gottes Gedanken nicht unsere sind. Das ist eine biblische Wahrheit, auf die wir mit Vertrauen setzen können. Die Frage ist: Was wollen wir jetzt mitnehmen? Wir sehen erstens Gottes Wahrheit — nehmt das mit. Gottes Wahrheit: Wenn er uns Verheißungen gibt, dann hält er sie. Vertraut Gott, er ist Wahrheit, und wenn er Verheißungen spricht, dann hält er sie.

Die Kunst ist, herauszufinden, welche Verheißungen uns überhaupt gelten — also nicht wie ein Wunschregister. Es gibt Verheißungen, die gelten nur für Israel oder die im Alten Bund standen; da muss man nicht kreativ, sondern klar sein. Die Grundsatzwahrheit bleibt: Er spricht Wahrheit, und dieser Wahrheit können wir vertrauen. Mögen in unserem Leben Schwierigkeiten kommen und dunkle Wolken den Blick auf Jesus verdunkeln — wenn dir der Blick auf Jesus verdunkelt wird, harre auf das Wort und das Versprechen Gottes.

Zum Schluss noch ein wichtiger Vers im Kontext von „harre“ und der Verheißung Gottes: Psalm 119,105. Wenn du in Umständen bist, in denen die Dunkelheit deinen Blick auf Jesus und den klaren Weg verdunkelt, steht etwas Schönes da. Dein Wort, o Gott, deine Verheißungen und alles, was du uns damit schenkst, sind meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.

Ich weiß nicht, ob ihr schon mal einen Klettersteig gemacht habt. Früher habe ich einmal einen gemacht, da war ich noch nicht verheiratet. Irgendwann wurde es dunkel, und wir hingen in den Seilen. Zum Glück hatten wir eine Taschenlampe. Und wisst ihr, was diese Taschenlampe bewirkt hat? Sie gab uns Licht dafür, wohin wir unseren nächsten Schritt setzen konnten.

Genau das ist hier beschrieben: Gott, dein Wort ist das Licht für meinen Fuß, damit ich weiß, wohin der nächste Schritt geht. Wenn es dunkel wird, Herr, ist dein Wort ein Licht auf meinem Weg. Wir wollen hier den ersten Teil schließen und uns auf später freuen. Amen.