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Gottes Verheißung an Abraham

Gottes Verheißungen an Abraham, Teil 1/2
14.03.2026
EVENT - Teil 1 / 2Esra Jugendgottesdienst 2026: Gottes Verheißungen an Abraham
Versprechen werden oft gebrochen — in Politik, Ehe und von uns selbst. Drei Punkte: schwierige Situation, Gottes Versprechen als Lösung und die Glaubensantwort. Abraham durchläuft Prüfungen und langes Warten. Gottes Wort ist Licht für den nächsten Schritt; er kann nicht lügen und hat die Power, sein Wort zu halten. Kann Gott seine Versprechen halten, weil er nicht lügen kann und die Power dazu hat?

Die begrenzte Verlässlichkeit menschlicher Zusagen

Ich weiß nicht, ob das bekannt ist, aber ich denke, es ist eindeutig, dass wir in einer Welt leben — und das nicht erst seit heute — in der Menschen viele Versprechungen machen.

Das fängt ganz oben an, wie in einer Pyramide. Zum Beispiel bei Kanzler- oder Präsidentschaftswahlen: Dort werden oft sehr hochtrabende Wahlversprechen gemacht. Viele Menschen lassen sich von diesen großen Versprechen überzeugen. Sie wählen eine Person in der Erwartung, dass sich alles verändern wird, und erfahren dann früher oder später, dass das Versprechen nicht eingehalten wurde.

Ich will gar nicht sagen, dass es hier nur um Politik geht. Ich beginne nur oben bei der Spitze. Dabei will ich nicht unterstellen, dass Politiker zwingend absichtlich lügen oder täuschen, wenn sie große Wahlversprechen machen. Dennoch zeigt es eines: Selbst die Mächtigen auf dieser Erde, die in unserer Zeit viel Hebel in der Hand haben, besitzen nicht die endgültige Macht, ihre Versprechen immer umzusetzen. Sie können eine gute Motivation haben, aber sie stoßen an Grenzen und schaffen es manchmal nicht.

Was jemandem versprochen wird — und ich spreche heute eher von Versprechen als von Verheißungen — man merkt: Es fehlt an Power und an Macht, die Dinge einzuhalten.

Man muss aber nicht nur auf die Großen und Mächtigen schauen. Viele Menschen haben sich ein Eheversprechen gegeben. Wie viele Paare haben sich hoch und heilig die Treue geschworen? In dem Moment meinten sie es ernst, als sie ihrer Frau oder ihrem Mann in die Augen schauten. „Meine geliebte zukünftige Frau, ich verspreche dir, in guten wie in schlechten Zeiten zu dir zu stehen.“ Sicherlich ernst gemeint.

Dann kommen die schlechten Zeiten, und manche erinnern sich nicht mehr an ihr großes Versprechen. Das ist eine bittere Realität: Früher oder später öffnen sich vielen die Augen. Der Mensch ist oft nicht in der Lage, sein Wort zu halten. Allgemein gesprochen ist der Mensch nicht zuverlässig genug, um Versprechen immer zu erfüllen.

Das Ganze zieht sich weiter. Wir fangen bei den Mächtigen an, dann bei den Verheirateten, und schließlich betrifft es das ganze Leben. Man kann persönlich darüber nachdenken: Wann hat man das letzte Mal ein Versprechen gebrochen oder eine Zusage nicht eingehalten? Wahrscheinlich findet sich etwas.

Beispiele sind Sätze wie: „Ich verspreche dir, ich mache das nie wieder.“ Solche Versprechen werden oft wiederholt. Oder: „Ich verspreche dir, wenn du mir diese Sache gibst…“ Man verspricht Gott etwas, wenn gewünscht wird, dass eine bestimmte Person zurückzuneigt oder dass ein Wunsch erfüllt wird. Doch manchmal ändert sich die Situation, die Entscheidung fällt anders, und das gegebene Versprechen gegenüber Gott wird nicht eingehalten, obwohl der erbetene Umstand eingetreten ist.

Der Punkt ist: Es werden viele Versprechungen gemacht, und jeder, der bei sich selbst anfängt, merkt: Menschen sind nicht immer vertrauenswürdig. Man muss davon ausgehen, dass ein Versprechen zumindest nicht zu hundert Prozent gehalten wird. Keine Schwarzmalerei — natürlich werden auch Versprechen erfüllt — aber grundsätzlich liegt es in unserer Natur und an der Welt, in der wir leben.

Warum brechen Menschen Versprechen? Dafür gibt es zwei zentrale Gründe. Erstens fehlt es am Willen. Eine Person meint es in dem Moment, verspricht schnell etwas, aber am nächsten Tag ist es schon nicht mehr so ernst. Der Wille fehlt also, man steht nicht zu seinem Wort.

Zweitens fehlen Macht und Kraft, das umzusetzen, was versprochen wurde. Man hat manchmal einfach nicht die Fähigkeit, das Versprechen zu erfüllen. Es ist also entweder mangelnde Aufrichtigkeit oder fehlende Power — eins von beidem.

Ein Beispiel: Die Eltern sagen, wenn das Abitur mit der Note X geschafft wird, gibt es den Führerschein und ein cooles Auto. „Ja, Mama, ich verspreche, ich werde Klassenbester.“ Man meint es ernst. Doch die Konkurrenz wurde vergessen. Man hat den Willen und die Aufrichtigkeit, aber nicht die Power, es umzusetzen.

Solche Versprechen werden aus verschiedenen Gründen nicht eingehalten. Das kann enttäuschen. Wenn Menschen Zusagen machen und dann Gegenwind kommt oder Schwierigkeiten auftauchen, wird die Zusage oft zurückgenommen. Das sind Menschen — schwache, elende Geschöpfe — und nicht unbedingt vertrauenswürdig.

Trotzdem habe ich ein bisschen Hoffnung mitgebracht.

Warum Gott anders ist: Wahrheit und Macht — Einführung und Schriftlesung

Nun wissen wir, was Hoffnung ist: Gott ist anders. Gott ist anders; er tut, was er sagt.

Warum? Erstens, weil Gott nicht lügen kann. Was Gott uns verspricht, ist ernst gemeint. Sein Versprechen ist keine Lüge, sondern Wahrheit. Gott kann nicht lügen; er ist anders als wir. Er verspricht und hält sein Wort.

Gott gibt uns Verheißungen. Ich nehme heute das Wort "Versprechen", weil es einfach und verständlich ist. Wenn Gott dir in seinem Wort Versprechen gibt, dann lügt er nicht. Das ist so einfach und klar: Wir können Gott vertrauen, weil er nicht lügt. Im Gegensatz zu uns spricht Gott Wahrheit, denn er ist der Gott der Wahrheit. In ihm ist kein Trug. Er gibt dir kein Versprechen, um dich mit bösen Hintergedanken zu drängen. Wenn er dir etwas verspricht — hier geht es um Abraham — dann ist das Wahrheit, auf die du dein ganzes Vertrauen setzen darfst.

Zweitens hält Gott seine Versprechen, weil er Macht hat. Gott kann seine Versprechen umsetzen. Menschen haben oft gute Motive und geben ein Versprechen, scheitern aber an der Umsetzung. Gott ist anders: Er verspricht, und er ist fähig, es zu tun. Deshalb ist Gott vertrauenswürdig. Er spricht Wahrheit und kann sie verwirklichen.

Wir wollen das jetzt in zwei knappen Predigten betrachten. Ich und mein geschätzter und geliebter Bruder Daniel werden beide kurze Predigten von vielleicht dreißig Minuten halten. Es kann sein, dass ihr nach meiner Predigt ein bisschen unbefriedigt seid, weil nur die eine Hälfte behandelt wurde. Dann folgt Daniels Predigt, und hoffentlich wird alles rund. Wir haben uns nicht in allen christlichen Details abgesprochen, sondern warten darauf, wohin Gott uns führt.

In diesen kurzen Predigten beobachten wir, wie Gott Abraham große Versprechen gemacht hat — Gott, der mächtig ist und nicht lügt. Wir sehen aber auch, dass die Personen, die diese großen Versprechen annehmen, einen langen Weg der Prüfung gehen müssen. Sie werden immer wieder geprüft, ob sie darauf vertrauen, dass Gott Wahrheit spricht und ob sie darauf vertrauen, dass Gott mächtig ist.

Nun kommen wir zu unserem Bibeltext. Alles heute ist thematisch ausgerichtet. Wir ziehen Punkte aus dem großen Ganzen, weil es um mehrere Kapitel geht. Wir kommen zu Hebräer 11,8-12. Ich bitte die Technik, den Text so lange stehen zu lassen, bis der nächste Text kommt.

Im ersten Teil legen wir den Schwerpunkt darauf, in welcher Situation Gott Versprechen spricht. Hebräer 11,8-12 habe ich gewählt, weil er sehr gut 1. Mose zusammenfasst, in denen mehrere Kapitel über Abraham stehen. Dort heißt es:

„Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort auszuziehen, den er als Erbteil empfangen sollte, und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen werde. Durch Glauben hielt er sich in dem Land der Verheißung auf wie in einem Fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt, welche feste Grundmauern hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Durch Glauben erhielt auch Sara selbst die Kraft, schwanger zu werden, und sie gebar, obwohl sie über das gebärfähige Alter hinaus war, weil sie den treu hielt, der es verheißen hatte. Darum sind auch von einem Einzigen, der schon tot war, Nachkommen hervorgebracht worden, so zahlreich wie die Sterne des Himmels und wie der Sand am Ufer des Meeres, der nicht zu zählen ist.“

Wenn ihr in diesen Bibeltext schaut, erkennt man drei Punkte. Diese drei Punkte sind nicht einfach für eine Predigt erfunden; sie sind im Text erkennbar.

Der erste Punkt ist die Situation. Hier sind Menschen in einer schwierigen Lage. Es sind echte Schwierigkeiten, ähnlich wie bei den restlichen Glaubenshelden in diesen Kapiteln. Das zweite, was man sieht, ist eine Lösung in dieser schwierigen Situation: ein Versprechen von Gott, konkret auf die Not heruntergebrochen. Es ist ein Versprechen für dein Leben, wenn du nicht mehr weiterkommst und Hürden übersprungen werden müssen, zu denen du nicht die Kraft hast. Der dritte Punkt ist die Antwort der Empfänger: Sie antworten mit Glauben. Sie vertrauen darauf, dass Gott Wahrheit spricht und dass er mächtig ist, es durchzuführen.

Ich möchte das stark auf unseren Alltag anwenden und dich fragen: In welcher Situation bist du gerade? Es mag sein, dass du wie Abraham in einer Lebenskrise steckst. Die Schwierigkeiten, von denen wir hier reden und für die Gott Lösungen geben möchte, können zwei Arten haben: innere und äußere.

Innere Schwierigkeiten sind die Dinge, die keiner sieht. Ich weiß nicht, welche inneren Kämpfe du gerade hast: Kummer, Enttäuschungen, schwierige Entscheidungen. Gerade junge Leute stehen oft vor Entscheidungen, die das ganze Leben prägen. Man wünscht sich manchmal, Gott möge vom Himmel einen Brief schicken und sagen, wen man heiraten oder welches Studium man wählen soll. Wir fühlen uns dann allein gelassen, weil keine klare Antwort da ist.

Vielleicht fühlst du dich wertlos oder sinnlos. Du baust nach außen eine Fassade auf und leidest innerlich. Vielleicht hast du Sünden, von denen niemand weiß, und verzweifelst daran. Oder du hast Zweifel an Gott, obwohl du weißt, dass Gott die Wahrheit ist. Die Zweifel lassen dich traurig und ängstlich werden und du entfernst dich von Gemeinde, Bibel und Gebet. So kann ein innerer Strudel entstehen, in dem du dich nicht mehr traust, zum Himmel zu schauen.

Verheißungen Gottes sind gnädige Zuwendung. Sie sprechen in solche schwierigen Situationen hinein, wie bei Abraham. Die Probleme können stark mit unserem Denken zusammenhängen — innere Probleme —, aber es gibt auch äußere Probleme: Konflikte in der Familie, ein zorniger Vater, Krankheit, Schwierigkeiten in der Arbeit oder in der Schule. Solche äußeren Anfechtungen bringen uns dazu, zu Gott zu schreien und nach Lösungen und Versprechen zu suchen.

Unser Leben ist nicht frei von Problemen. Es ist nicht, als würden wir mit einem ruhigen Motorboot gemütlich Richtung Himmel fahren. Unser Leben ist oft ein Sturm, und Gott führt uns auch durch Stürme. So hat er Abraham geführt: Er gab ihm Versprechen und führte ihn durch Prüfungen.

Schauen wir auf Abraham: In Vers 8 sehen wir die erste große Schwierigkeit: die Ungewissheit. Abraham wurde berufen, sein Land zu verlassen und in ein Land zu ziehen, das er als Erbteil empfangen sollte. Er verließ seine gewohnte Umgebung und wusste nicht, wohin er kommen würde. Er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen werde. Er musste ins Dunkle treten, nur auf Gottes Ruf hin. Sein einziger Kompass war Gott, der nicht lügen kann und mächtig ist, ihn dorthin zu führen, wo er hingehört.

Das zweite Problem war, dass Abraham kinderlos war und sein Alter es unwahrscheinlich machte, noch Kinder zu bekommen. Rein menschlich war der Zug abgefahren. Zwei Probleme also: die Ungewissheit und die biologische Realität des Alters, die gegen Nachkommenschaft sprach.

Gott spricht dennoch in die Not der Menschen. Er gibt Versprechen nicht dann, wenn sie unnötig sind, sondern gerade dann, wenn wir sie brauchen. Verheißungen füllen unseren Mangel mit seiner Fülle. Gott suchte sich Abraham aus und wiederholte seine Versprechen über viele Jahre hinweg. Er sagte: „Ich werde dich in ein Land führen“ und „du wirst Nachkommen haben wie Sand am Meer und wie die Sterne“. Abraham kam immer wieder in Zweifel. Gott ließ sich dennoch nicht davon abbringen, immer wieder zu ihm zu kommen und das Versprechen zu erneuern.

Gott ist derselbe heute; er will auch dir immer wieder seine Verheißungen ins Gedächtnis rufen. Oft wissen wir viel über Gott, aber vertrauen wenig. Wir kennen Bibelstellen, die uns zusagen, dass Gott vergeben hat, doch wir fühlen es nicht. Dann machen unsere Gefühle die Schrift zur Messlatte, statt unsere Gefühle an die Schrift zu binden. Wir wissen, dass Gott mit uns durch dunkle Täler geht, aber in der Krise fühlen wir ihn nicht. Wir wissen so viel, aber vertrauen oft nicht.

Gott gibt uns Verheißungen durch sein Wort. Wir als seine Kinder brauchen diese Verheißungen besonders, wenn wir im Dunkeln tappen. Wir müssen Gottes Versprechen nehmen und ihm vertrauen, denn Gott kann nicht lügen. Das Ergreifen dieser Verheißungen kann Ruhe und Frieden in die Seele bringen und den Sturm stillen.

Wenn wir Abraham anschauen, sehen wir: Gott hat seine Versprechen erfüllt. Aber der Weg dahin war anstrengend. Der Glaube wird hier beschrieben als feste Zuversicht auf das, was man hofft, als Beharren auf dem, was man hofft. Verheißung kommt durch das Wort Gottes in dein Leben; du siehst sie noch nicht, du hast sie noch nicht, und du fühlst sie vielleicht nicht. Doch der Glaube hält an dieser Wahrheit fest, auch wenn alles dagegen spricht. So war Abrahams Weg gepflastert mit Zweifeln und Prüfungen.

Glaube heißt: „Gott, du hast es mir verheißen; ich beharre auf deiner Zusage.“ Natürlich in Demut und Ehrfurcht, aber grundsätzlich: „Gott, du hast es versprochen; ich halte daran fest, auch wenn ich die Umstände nicht verstehe.“ Wenn du im finsteren Tal Gott nicht siehst, harrst du auf sein Wort. Du vertraust, auch wenn die Zukunft ungewiss ist.

Die Bibel ist voll von Verheißungen. Gottes Wort spricht in dein Leben. Dieses Festhalten bringt Ruhe in die Seele. Schauen wir noch einmal auf 1. Mose 12,1-2. Der Hebräerbrief bezieht sich auf diese Passage. Abraham erhält von Gott eine Verheißung: Er soll aus seiner vertrauten Umgebung und sogar aus seiner Verwandtschaft ausziehen in ein Land, das er nicht kennt. Manchmal müssen wir Vertrautes hinter uns lassen und mutig Schritte gehen.

In Vers 2 kommt die Verheißung: „Ich werde dich zu einem großen Volk machen.“ Abraham war zu diesem Zeitpunkt fünfundsiebzig Jahre alt. In 1. Mose 21,5 lesen wir, dass Abraham hundert Jahre alt war, als Isaak geboren wurde. Das bedeutet: Abraham musste fünfundzwanzig Jahre auf die Verheißung warten. Er sah, wie er schwächer wurde und seine Frau älter. Gott hatte Abraham und Sara versprochen, Nachkommen zu geben, und ließ sich Zeit.

Wenn du dich an eine Verheißung klammerst, fühlt sich das Warten manchmal an wie auf der Wartbank. Abraham zog aus diesem Land, ohne zu wissen, wohin. Er sah eine große Verheißung: ein eigenes Land, ein eigenes Volk. Doch was passiert? Er gerät in Not und muss nach Ägypten ziehen. Die Verheißung scheint fern. Gottes Wort wird in Umständen gesprochen, die oft anders aussehen, als wir es uns vorstellen. Wenn Gott in deinem Leben auf die Erfüllung einer Verheißung wartet, dann hat er vielleicht einen größeren Plan, den wir nicht sehen.

Bei Abraham führte Gott dies alles zu einem großen Ziel: Aus ihm sollte die Linie hervorgehen, aus der Jesus Christus geboren wurde. Abraham, ursprünglich vermutlich ein Götzendiener aus Ur in Chaldäa, wurde von Gott berufen und mit Verheißungen ausgestattet. Er wandelte als Fremdling durch das Leben, durch Prüfungen und langes Warten, bis Gottes Wort in seinem Leben Realität wurde. Das war Teil von Gottes großem Plan.

Was nehmen wir nun mit? Erstens: Gottes Wahrheit. Wenn er uns Verheißungen gibt, dann hält er sie. Vertraut Gott; er ist wahr. Nicht jede einzelne Verheißung ist in gleicher Weise für jeden Einzelnen bestimmt — manche Verheißungen gelten spezifisch für Israel oder eine bestimmte Zeit. Dennoch gilt der Grundsatz: Gott spricht Wahrheit, und dem können wir vertrauen.

Die Kunst besteht darin herauszufinden, welche Verheißungen für uns gelten, ohne daraus ein Wunschregister zu machen. Mögen dunkle Wolken auch unseren Blick auf Jesus verdunkeln: Wenn der Blick auf Jesus verdunkelt wird, harre auf das Wort und die Verheißung Gottes.

Zum Schluss: Psalm 119,105 sagt es so: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Wenn es dunkel ist und du den nächsten Schritt nicht erkennst, dann ist Gottes Wort wie eine Taschenlampe, die dir Licht für den nächsten Schritt gibt. So ist Gottes Wort ein Licht auf dem Weg, wenn alles andere dunkel ist.

Hier schließe ich den ersten Teil. Wir freuen uns auf den späteren zweiten Teil. Amen.

Glauben, Warten und Gottes Wegweisung

Was schön ist: Wenn man Abraham anschaut, sieht man Folgendes: Gott hat seine Versprechen erfüllt. Es war aber ein anstrengender Weg für Abraham. Warum? Gott gibt ihm ein Versprechen, doch im unmittelbaren Textzusammenhang geht es um die Glaubenshelden. Hier wird Glaube beschrieben als feste Zuversicht auf das, was man hofft, oder als Beharren auf das, was man hofft.

Das heißt: Verheißung kommt durch das Wort Gottes ins Leben, man sieht sie zunächst nicht, man hat sie noch nicht und man fühlt sie vielleicht nicht. Aber der Glaube beharrt auf dieser Wahrheit. Der Glaube hält die Wahrheit fest, auch wenn alles dagegen spricht. Deshalb war es ein anstrengender Weg für Abraham, ein Weg, der mit Zweifeln und Prüfungen gepflastert war.

Gott hat es ihm versprochen; das ist Glaube. „Gott, du hast es mir versprochen, ich beharre auf deine Aussage“ — natürlich mit Demut und Ehrfurcht vor Gott. Vom Grundsatz her: Gott, du hast es versprochen, ich beharre darauf, dass du dein Wort erfüllst und dass du treu bist. Ich halte an deinem Versprechen fest, auch wenn ich die Umstände nicht verstehe. Und wenn ich dich im finsteren Tal nicht sehe, harre ich darauf, dass du mir zugesagt hast, dass du da bist. Ich harre auf dein Wort und vertraue, auch wenn die Zukunft ungewiss ist.

Die Bibel ist voll von Verheißungen, und Gottes Verheißung spricht in einem Leben. Dieses Ergreifen kann Ruhe und Frieden in die Seele bringen und den Sturm stillen.

In 1. Mose 12,1-2 steht, dass Abraham von Gott eine Verheißung erhält. Abraham soll aus seinem Vertrauten, aus seiner vertrauten Umgebung und auch aus seiner Verwandtschaft in ein Land ziehen, das er noch nicht kennt. Er soll gehen, obwohl er nicht weiß, wohin. Manchmal muss man Vertrautes hinter sich lassen und mutig Schritte gehen.

In Vers 2 kommt die Verheißung: „Ich will dich zu einem großen Volk machen.“ Abraham ist zu diesem Zeitpunkt fünfundsiebzig Jahre alt. Mit fünfundsiebzig Jahren wird ihm versprochen, dass er Nachkommen haben werde. Hier muss die Stelle nicht aufgeschlagen werden; in 1. Mose 21,5 lesen wir, dass Abraham hundert Jahre alt war, als Isaak geboren wurde. Das heißt: Abraham musste fünfundzwanzig Jahre auf die Verheißung warten. Er sah, wie er schwächer wurde, die Lebensumstände schwieriger wurden, und wie seine Frau immer älter wurde.

Es gibt dieses Versprechen: Abraham und Sarah, ihr werdet Nachkommen bekommen. Und Gott lässt auf sich warten. Wenn man sich an eine Verheißung klammert, fühlt es sich manchmal an, als säße man auf der Wartbank. Abraham zieht aus diesem Land; er weiß doch gar nicht wohin. Er geht in blindem Vertrauen und lässt alles hinter sich.

Er blickt auf die große Verheißung, ein eigenes Land und ein eigenes Volk zu erhalten. Als Abraham nach Kanaan kommt, stellt sich jedoch sofort die erste Prüfung. Hat sich die Verheißung erfüllt? Nicht sofort. Zuerst gibt es eine große Hungersnot, und er muss weiter nach Ägypten ziehen. Gottes Wort wird in Umständen und Schwierigkeiten gesprochen, und die Verheißung fühlt sich lange nicht wie etwas mit größerem Sinn an. Auch wenn Gott manchmal in unserem Leben die Erfüllung seiner Verheißungen hinauszögert, dann deshalb, weil Gott Größeres im Sinn hat.

Was hatte Gott mit Abraham vor, indem er ihm Nachkommen schenkte? Aus dieser Linie sollte Jesus Christus geboren werden. Abraham, einst Götzendiener in Ur in Chaldäa, wurde von Gott berufen. Mit Verheißungen ausgestattet wanderte er als Pilger durch das Leben, erlebte Schwierigkeiten und langes Warten, bis Gottes Wort schließlich Wirklichkeit in seinem Leben wurde. Das alles war Teil von Gottes großem Plan.

Das bedeutet für uns: Wenn Gott manchmal Umstände nicht sofort ändert oder Verheißungen auf sich warten lässt, dann deshalb, weil Gottes Gedanken nicht unsere Gedanken sind. Das ist eine biblische Wahrheit, auf die wir Vertrauen setzen dürfen.

Die Frage ist: Welche Verheißungen gelten uns überhaupt? Es ist nicht wie ein Wunschzettel. Es gibt Verheißungen, die nur für Israel galten oder die an den Alten Bund gebunden waren. Hier ist Klarheit wichtiger als kreative Auslegung. Grundsätzlich gilt: Er spricht Wahrheit, und dieser Welt können wir vertrauen. Mögen in unserem Leben Schwierigkeiten kommen und dunkle Wolken den Blick auf Jesus verdunkeln — wenn der Blick auf Jesus getrübt ist, harre auf das Wort und die Verheißung Gottes.

Zum Schluss noch ein wichtiger Vers im Kontext von Harren und dem Vertrauen auf Gott: Psalm 119,105. Dort heißt es: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.

Wer schon einmal einen Klettersteig gemacht hat, weiß, was das bedeutet. Früher habe ich einmal einen gemacht, da war ich noch nicht verheiratet. Es wurde dunkel, und wir gingen auf den Seilen. Zum Glück hatten wir eine Taschenlampe. Diese Taschenlampe gab uns Licht für den nächsten Schritt. Genauso ist Gottes Wort: Es ist das Licht für meinen Fuß, damit ich weiß, wohin der nächste Schritt geht. Wenn es dunkel wird, ist Gottes Wort ein Licht auf dem Weg.

Damit schließe ich den ersten Teil. Wir freuen uns auf später. Amen.