Serie•Teil 8 / 27Der Hebräerbrief
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Rückblick auf die bestätigende Kraft des Zeugnisses
Zurück zu Kapitel 2, Vers 3, welches das Heil, welches seinen Anfang in der Verkündigung durch den Herrn nahm und an uns von denen bestätigt wurde, die ihn gehört hatten, wobei Gott mit dazu Zeugnis gab, mit Zeichen und auch Wundern und mancherlei Kraftwirkungen und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.
Ich habe gesagt: Also, wir haben jetzt Sicherheit, dass das Wort Gottes zuverlässig ist, auch das neu geredete Wort Gottes im Sohn, dass es zuverlässig ist. Denn Gott hat Augen- und Ohrenzeugen gegeben, die uns das weitergegeben haben und deren Leben offensichtlich verändert wurde, die bereit waren, dafür zu sterben.
Wir haben nicht nur einen Augen- und Ohrenzeugen, wir haben also mindestens vier klare Zeugen in den Evangelien. Und dann haben wir noch die 500 Brüder, von denen Paulus schreibt, in 1. Korinther 15. Die konnte man damals noch alle befragen, so viele lebten noch. Die meisten lebten noch. Das heißt, auch hier waren Zeugen unterwegs. Heute sind sie nicht mehr da, aber damals hätte man sie noch fragen können. Und das haben sicher einige getan, wenn Paulus darauf aufmerksam macht: Es gibt 500 Brüder, die ihn gesehen haben.
Wir haben das Zeugnis des Apostels Paulus selbst, der ihn auch gesehen hat. Er bezeugt, dass er den Herrn gesehen hat. Einerseits hat er die Stimme gehört vor Damaskus, und dann später, als er in Jerusalem war und im Tempel betete, hat er ihn gesehen. Er sagt: Da sah ich ihn. Also ist der Apostel Paulus auch ein weiterer Zeuge.
Und dazu kommen jetzt noch die Zeichen und Wunder, die Gott getan hat, um diese Zeugen zu bestätigen. Das sind eine weitere Sicherheit für uns, eine Bestätigung für uns.
Wir haben gerade in der Pause noch gesprochen: Johannes redet davon ganz zum Schluss in seinem Evangelium. Noch viele Dinge sind es, die der Herr Jesus getan hat, und man könnte, wenn man sie aufschreiben würde, würden die Bücher der Welt sie nicht fassen. Wird man die Welt füllen können mit den Büchern, die man darüber schreiben müsste, was der Herr Jesus alles getan hat seither? Aber diese sind geschrieben, damit ihr glaubt. Diese Zeichen, Wunder und diese Dinge sind geschrieben, damit ihr glaubt. Also wiederum als Bestätigung, als Beglaubigung.
Der Herr Jesus hat so viel getan im Leben von so vielen Menschen. Wenn jeder das aufschreiben würde, was der Herr Jesus alles getan hat, dann könnten wir noch Berge und Berge und Berge von Büchern haben. Und in der Ewigkeit braucht man nicht die Bücher, da haben wir die Zeugen. Dann können wir mit ihnen sprechen, was der Herr alles getan hat in ihrem Leben. Tausende von Menschen, Millionen von Menschen, was der Herr in jedem Leben getan hat. Bücher und Bücher könnte man schreiben.
Die Wiedergeburt durch das Wort und das Wirken des Geistes
Ja, jetzt zurück, und jetzt hier:
Wir haben heute in der Andacht gehört, dass wir über die Wiedergeburt gesprochen haben. Petrus hat davon gesprochen, er hat geschrieben, und es heißt hier, dass das Heil einen Anfang in der Verkündigung durch den Herrn genommen hat und dass wir wiedergeboren worden sind.
Was war das Mittel, das Gott verwendet hat, damit wir wiedergeboren wurden? Wodurch wird ein Mensch wiedergeboren? Durch das Wort, wie wir heute in 1. Petrus gelesen haben. Durch das Wort, durch das Wort Gottes. Der Heilige Geist nimmt das Wort Gottes und wendet es auf unser Herz an. Das heißt: Der Heilige Geist gebraucht das Wort Gottes, und die Wiedergeburt geschieht. Wir sind geboren durch das lebendige Wort Gottes, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes.
Wenn wir also wollen, dass ein Mensch wiedergeboren wird, dann müssen wir ihn mit dem Wort Gottes in Verbindung bringen. Dann ist er automatisch auch mit dem Heiligen Geist in Verbindung gebracht, denn der Heilige Geist wirkt im Wort Gottes. Das sagt uns die Bibel. Dort wirkt der Heilige Geist, und dort spricht der Heilige Geist. Wir lesen das dann gleich in Kapitel drei auch noch einmal.
So wie der Heilige Geist spricht, spricht er durch das Wort Gottes. Und wir haben es. Das heißt: Wenn wir wollen, dass jemand wiedergeboren wird, müssen wir ihm lehren, dass er auf das Wort Gottes hört.
Das war mein Trick, unter Anführungszeichen mein Trick. Ich habe gesagt: Weißt du was, du musst gar nichts glauben, aber wir lesen jetzt die Bibel. Wir lesen sie. Und was habe ich gemacht? Ich habe ihn dadurch mit dem Wort Gottes in Verbindung gebracht, und damit habe ich ihn mit dem Geist Gottes in Verbindung gebracht.
Zusätzlich darf ich dann noch bezeugen, dass ich das auch erlebt habe, was die Bibel sagt. Das ist noch ein zusätzliches Zeugnis, das dürfen wir ja auch. Wir sollen den Herrn bezeugen, den Auferstandenen. Wir haben ihn auch erlebt, den Herrn.
So hat also der Ungläubige zwei Sachen: Er hat das Wort Gottes, er hat uns, die wir bezeugen, dass wir das auch erlebt haben, und drittens hat er das Gewissen. Der Heilige Geist wirkt auch auf sein Gewissen ein. Er hat also drei Sachen gegen sich: den Heiligen Geist, das Wort Gottes, also das Wort Gottes als solches, das Zeugnis von uns und das Gewissen. Alles spricht.
Die Zeichen als Vorgeschmack des kommenden Reiches
Weiter also: Das Heil hat seinen Anfang in der Verkündigung genommen. Und so ist es auch bei uns geschehen. Auch bei uns hat das Heil seinen Anfang in der Verkündigung genommen.
Wir haben die Verkündigung nicht direkt durch den Herrn selbst empfangen, sondern durch seine Boten beziehungsweise durch die Boten der Boten. Und es ist an uns festgemacht und bestätigt worden durch diese Boten. Sie haben sich alles gemerkt, was der Herr Jesus gesagt hat.
Viele haben sich gefragt: Wie konnte sich Johannes alles merken? Wie konnte sich Matthäus alles merken? Und Markus und Lukas? Lukas war ja nicht dabei, aber er hat es indirekt von jemandem gehört und Nachforschungen angestellt. Er war bei Maria. Wie konnte sich Maria alles merken? Wer hat alle möglichen befragt? Wie konnten sie sich alles merken? Wie konnten sie wortwörtliche Aussagen des Herrn Jesus wiederholen?
Nun, ich denke, der Herr Jesus hat ja gesagt, dass der Heilige Geist euch erinnern wird an all das, was ich euch gesagt habe, Johannes 14,26. Also hat der Herr ihnen geholfen, dass sie das alles dann auch aufschreiben konnten. Er hat sie an den Wortlaut erinnert, wie es der Herr Jesus gesagt hat.
Und vergessen wir nicht: Wenn etwas ganz wichtig ist, dann merkt man es sich. Wenn man etwas erlebt, das sehr wichtig ist, dann bleibt es im Gedächtnis. Wenn eine junge Frau den Heiratsantrag eines jungen Mannes hört, kann sie ihn wahrscheinlich noch wortwörtlich wiederholen. Das war sehr wichtig für sie. Das ist eine Sache, die sich tief ins Herz eingeprägt hat.
Einige mögen sich auch Notizen gemacht haben. Vielleicht hat Matthäus sich auch Notizen gemacht. Er war ja ein Zöllner, er konnte gut schreiben. Er hat immer Zahlen und Rechnungen geschrieben. Vielleicht hat er sich dann auch Dinge aufgeschrieben. Aber das ist nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist, dass der Heilige Geist geholfen hat und sie erinnert hat.
Weiter: Wobei Gott mit dazu Zeugnis gab durch Zeichen und Wunder und Austeilungen des Heiligen Geistes. Also wurde das Zeugnis einerseits durch Zeichen, Wunder und Kraftwirkungen gegeben.
Die Wunder waren Zeichen. Diese übernatürlichen Dinge, die geschahen, haben etwas gezeigt. Zeichen sind Dinge, die auf etwas hinweisen. Sie waren Wunder, weil sie im physischen Raum etwas Übernatürliches waren.
Wenn die Bibel von solchen Wundern spricht, meint sie nicht die Wiedergeburt. Das ist auch ein Wunder, aber das ist hier nicht gemeint. Gemeint ist zum Beispiel, wenn ein Toter aufersteht. Das ist im physischen Bereich ein Wunder. Oder wenn eine Hand weg ist und sie ist wieder da, abgehackt und jetzt ist sie wieder da. Oder wenn einer von Kind auf lahm war und jetzt kann er herumspringen. Das sind offensichtliche Zeichen.
Nicht so wie bei den Pfingstlern, wo ich es selber erlebt habe. Ich weiß nicht, ob ich das letztes Mal erzählt habe: Der eine ist geheilt worden vom Bauchweh, der andere vom Kopfweh, von allem Möglichen sind sie geheilt worden. Man hat nichts gesehen. Es war nicht so, dass einer da war, der sein Leben lang gelähmt war und jetzt läuft er herum. Das war nicht so. Das können sie nicht. Höchstens mit dämonischen Kräften können sie es, oder mit Suggestivwirkung. Es gibt ja auch solche Sachen. Aber nicht echte Wunder, die dann bleiben.
Die Wunder der Bibel sind echte Wunder gewesen. Da wurde einer, der blind geboren war, sehend. Und das war nicht nur eine psychische Sache für ein paar Tage, sondern wirklich eine völlige Heilung.
Zur Bestätigung beachten wir die Zeitwortform hier: Wobei Gott mit dazu Zeugnis gab. Das heißt, das ist ja in der Vergangenheitsform geschrieben. Gott hat Zeugnis gegeben in der Vergangenheit, zur Zeit des Schreibers, im Jahr 68 oder 64 nach Christus oder wann er es geschrieben hat. Zur Zeit dieses Schreibers war das offensichtlich schon Vergangenheit.
Das heißt, wir müssen jetzt annehmen, dass zu dieser Zeit, als die Christen so in Anfechtung waren, dort keine Zeichen und Wunder mehr geschehen waren. Sonst hätte er ja sagen können: Was habt ihr überhaupt für ein Problem? Schaut nach links und nach rechts, wo die Toten auferweckt werden und die Kranken überall gesund werden. Es stehen doch jeden Tag Zeichen und Wunder. Was habt ihr überhaupt für ein Problem, an Jesus zu glauben?
Nein, er redet in der Vergangenheit. Gott gab Zeichen. Also war im Jahr 64 bis 68 das alles schon Vergangenheit. Da hatte es schon aufgehört mit den Wundern.
Und Austeilungen des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist wurde ausgeteilt, wurde ausgegossen. Menschen haben den Heiligen Geist empfangen. Das war ein Wunder, nicht im physischen Bereich, sondern im geistlichen Bereich. Aber man konnte auch Auswirkungen bei diesen Menschen sehen, die den Heiligen Geist bekommen haben. Also war es ebenfalls eine Bestätigung.
Das kommende Weltreich und die gegenwärtige Stellung des Menschen
Weiter, Vers 5: Denn nicht Engeln unterordnete er das zukünftige Weltreich, von dem wir reden. Denn nicht Engeln unterordnete er das Weltreich, sondern Menschen.
Die Zeichen und Wunder waren ein Vorgeschmack des zukünftigen Weltreiches. Das hat der Hebräerbriefschreiber in 1. Hebräer 6,5 auch geschrieben, dass die Zeichen und Wunder ein Schmecken der Kräfte des zukünftigen Weltzeitalters, der zukünftigen Weltzeit, waren. Das heißt: Wenn Menschen damals diese Wunder erlebt haben, dann haben sie erlebt, wie es eines Tages sein wird, wenn der Messias sichtbar auf der Erde regieren wird. Dort werden die Lahmen herumspringen und die Blinden gehen usw. Dort werden diese Wunder, diese Kräfte, an der Tagesordnung sein.
Das Heil wirkt sich auf den Körper aus, das ist wichtig. Das Heil wirkt sich auf den Körper aus. Die Frage ist nur: wann? Die Pfingstler sagen: Jesus starb für unsere Sünden, Jesus hat das Heil gebracht und hat die Folgen des Sündenfalls rückgängig gemacht. Folgedessen müssen wir nur glauben, und dann werden wir gesund. Also: Wenn du glaubst, bist du gesund; wenn du krank bist, musst du glauben, weil ja die Kräfte Gottes an dir wirken.
Der Fehler, den sie machen, ist der Zeitplan. Sie haben nicht verstanden, dass die Rettung Gottes in Stufen vor sich geht. Das heißt: Zuerst rettet Gott das Innere, heilt Gott das Innere, das Heil für den inneren Menschen. Aber dann, wenn der Herr Jesus wiederkommt in Herrlichkeit, dann heilt er das Äußere. Dann gibt er uns einen neuen Leib. Er verwandelt den alten Leib in einen neuen Leib.
1. Thessalonicher 4, bei der Entrückung, also das ist der Zeitpunkt, und 1. Korinther 15,51: „Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden.“ Wann? Bei der letzten Posaune. Denn es wird Posaunen geben, die Stimme des Erzengels wird sein, die Posaune Gottes wird kommen und so weiter. Und die Gläubigen werden verwandelt werden. Die, die leben, und die, die schon gestorben sind, werden auferweckt werden bei der Wiederkunft des Herrn Jesus.
Und dann werden die Kräfte sichtbar, auch für unseren Körper. Also: Mit der Wiederkunft Jesu Christi kommen die Kräfte des neuen Zeitalters. Und der Hebräerbriefschreiber bringt das hier mit den Engeln in Zusammenhang. Er sagt: Nicht Engeln unterordnete er das zukünftige Weltreich, von dem wir reden, sondern Menschen unterordnete er das zukünftige Weltreich.
So dürfen auch die Kräfte des zukünftigen Weltreiches, diese Wunderkräfte, die hat er heute schon wirken lassen. In manchen Wundern und Zeichen und Austeilungen des Heiligen Geistes hat er das schon wirken lassen, dass das, was im zukünftigen Weltreich dann an der Tagesordnung sein wird, schon jetzt sichtbar wird. Das heißt: Es ist ja falsch gesagt, falsch ausgedrückt, nicht an der Tagesordnung, sondern dann wird das ganze Leben durchdrungen sein von diesen Kräften, von diesen zukünftigen Kräften des zukünftigen Zeitalters. Das heißt, wir haben da gar keine Krankheit mehr. Wir leben dann in einem auferstandenen neuen Leib. Das sind Kräfte des anderen Zeitalters. Wir werden nicht mehr krank in der Ewigkeit.
Mit dem durch den Sohn erworbenen Heil hat nun Gott vor, andere mit ihm in das Weltreich einzuführen. Mit diesem erworbenen Heil hat Gott jetzt vor, nicht nur den Herrn Jesus in das neue Weltreich einzuführen, sondern auch noch andere mit ihm, mit dem Herrn Jesus, einzuführen. Deswegen haben wir umso mehr auch das zu achten, was wir gehört haben, damit wir nicht vorbeitreiben an diesem Heil.
Nicht Engeln unterordnete er das künftige Weltreich, sondern den Menschen unterordnete er das künftige Weltreich. Also: Mit dem einen Menschen, Jesus Christus, den wird er einführen in das künftige Weltreich, und dann werden ihm die Engel untertan sein und ihn anbeten. Aber wenn er den Menschen, den erhöhten und verherrlichten Menschen Jesus Christus, einführen wird in das künftige Weltreich, dann wird er mit diesem Menschen Jesus Christus noch die anderen Menschen mitbringen, die mit ihm verbunden sind. Das sind die Gläubigen.
Also: Wer wird in diesem neuen Weltreich herrschen? Nicht die Engel, sondern der Herr Jesus zusammen mit den Gläubigen. Und der Herr Jesus selbst hat schon begonnen zu herrschen. Er hat sich gesetzt zur Rechten des Thrones Gottes. Dort wartet er aber, bis alle Feinde ihm zu Füßen gelegt werden. Und wir, wir wollen ihm heute schon zu Füßen liegen. Wir wollen ihm heute gehorchen und auf ihn hören.
Diese Botschaft also, die wir bekommen haben, mündet in die Herrschaft Jesu in der Zukunft, in die sichtbare Herrschaft in der Zukunft. Da geht es wirklich um ein Herrschen mit ihm. Also: Er wird herrschen, und wir mit ihm. Wir sind die, die das künftige Heil in Begriff sind zu ererben. Das hat er gesagt in Kapitel 1, Vers 14. Wir sind in Begriff, dieses Heil zu ererben, und dann wird es da sein.
Jetzt sind wir niedriger als die Engel. Jetzt sind wir unter den Engeln. Eines Tages werden wir über Engel regieren, wir werden über Engel herrschen. 1. Korinther 6,2-3. Wisset ihr nicht, dass wir über Engel herrschen werden? Ja, danke. Richten hier im Sinne von herrschen. Ein Richter zur Zeit der Richter im Alten Testament war ein Führer, ein Herrscher. Er war nicht König, aber er war ein Richter. Das heißt, er war nicht nur für die gesetzlichen Belange zuständig, er war auch für die anderen Belange zuständig. Also nicht nur legislative Gewalt, sondern auch, wie sagt man, Juris, danke, judikative Gewalt. Also nicht nur die Polizeigewalt, sondern auch die richterliche Gewalt, ja, auch die politische Gewalt natürlich.
Warum der Sohn unter die Engel hinabstieg
Die Frage nach der Erniedrigung des Messias
Gut, jetzt in den Versen 6 bis 18. Es geht zu Hebräer 2,6-18.
Warum ist der Sohn niedriger geworden als die Engel? Der Mensch ist niedriger geworden als die Engel, und der Sohn ist auch niedriger geworden als die Engel. Eines Tages wird der Sohn herrschen. Da jetzt schon der Sohn über die Engel herrscht, werden wir eines Tages mit dem Sohn über die Engel herrschen.
Warum wurde der Sohn niedriger als die Engel? Also, die Gegenüberstellung zwischen dem Herrn Jesus einerseits und den Engeln andererseits wird jetzt fortgesetzt. Er ist viel besser geworden als die Engel, er ist erhabener geworden als die Engel, haben wir gelesen in Kapitel 1. Und jetzt in Kapitel 2 lesen wir dann: Wir sehen den, der ein wenig geringer als die Engel gemacht wurde, den sehen wir mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Da kommen wir jetzt gerade hin, das schauen wir uns jetzt gerade näher an. Das ist die Frage.
Wir lesen einen Text, ein Zitat. Also, jetzt kommt das Zitat. Vielleicht vorher noch einleitend: Wie kann der Herr Jesus grösser sein als die Engel, wenn er doch ganz Mensch geworden ist? Jetzt steht diese Frage im Raum, oder? Er sagt: Der Herr Jesus Christus ist höher geworden als die Engel, das haben wir nicht vergessen. 1,4: höher geworden als die Engel. Als Sohn, als Gott war er immer höher als die Engel, aber als Mensch ist er jetzt höher geworden als die Engel, besser und höher, erhabener.
Und wie kann jetzt der Herr Jesus grösser sein als die Engel, wenn er doch ganz und gar Mensch geworden ist? Antwort: Hebräer 2,6-8. Und das ist ein Zitat aus Psalm 8. Kann das jemand lesen? 2,6-8.
Also, er sagt: Es bezeugt mit Ernst jemand an einer Stelle. Er sagt nicht wo. Interessant, dass er nichts sagt in Psalm 8. Er sagt einfach: an einer Stelle, an irgendeiner Stelle in der Bibel. Das ist jetzt nicht wichtig, wo das steht. Die Aussage ist wichtig. Es ist nicht wichtig, wer das geschrieben hat. Das ist alles nicht wichtig. Die Aussage ist wichtig, dass Gott es gesagt hat.
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, oder der Sohn des Menschen, dass du nach ihm schaust? Was ist der Mensch? Mensch, das heisst im Hebräischen Enosch, und es betont die Schwäche und die Vergänglichkeit des Menschen. Das Hebräische hat zwei Wörter für Mensch. Eins heisst Adam, und das andere heisst Enosch. Und Adam betont, dass er mit der Erde verbunden ist, mit der Adama. Die Adama ist der Erdboden, und deshalb heisst er Adam. Und Enosch betont, dass er schwach ist, vergänglich ist, der Schwächliche.
Und er hat hier einen Parallelismus, das ist ein typischer Parallelausdruck: Wer ist der Mensch oder der Sohn des Menschen? Das ist genauso wie in Sprüche 30,4, glaube ich, hatten wir gestern: Wer ist dieser Mensch, und wer ist sein Sohn? Das ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, oder der Sohn des Menschen, dass du nach ihm schaust.
Also, das ist hier ein Bezug auf den Menschen an sich. Was ist der Mensch schon? So ein kleines schwächliches Ding, und sein Kind ist noch schwächer? Was ist der Mensch, dass du nach ihm schaust? Sie sind genauso schwach wie der Mensch, und alle seine Nachkommen auch. Sie werden nie anders werden, sie bleiben schwach, die Menschen. Und es ist gut, dass wir das wissen. Wir sollen uns nicht viel darauf einbilden, dass wir Menschen sind. Wir sind nur wert, wenn wir mit Gott in Verbindung sind. Sonst sind wir nichts in uns selber, nichts in uns selber. Wir sind nur etwas durch das, was Gott mit uns und durch uns macht und in Verbindung mit ihm.
Also der Mensch: Wenn nicht Hilfe von aussen kommt, dann steht der Mensch erbärmlich da. Er ist abhängig von Gott, so wurde er geschaffen. Das war der ursprüngliche Zweck schon vor dem Sündenfall, bitte. Vor dem Sündenfall war das der Zweck des Menschen, dass er in Abhängigkeit von Gott lebt. Es war nie der Gedanke Gottes, dass der Mensch, den er geschaffen hat, unabhängig von Gott leben soll. Niemals.
Also, bei dem Begriff „Sohn des Menschen“ denken wir nicht an den Herrn Jesus, sondern an den Menschen. Wir dürfen nicht zu schnell, wenn wir „Menschensohn“ lesen, gleich Jesus lesen. Das steht da nicht. Was ist der Mensch? Dass Gott an ihn denkt, dass Gott ihn nicht vergisst, dass Gott nach uns und nach unseren eigenen Kindern schaut. Das ist ein guter Trost für Eltern.
Was ist der Mensch, dass du, was bin ich, Herr, dass du zu meinen Kindern schaust? Wenn wir Sorgen haben um unsere Kinder, dürfen wir sagen: Herr, du schaust zu unseren Kindern.
Eine vierfache Antwort wird uns hier gegeben. Darf ich Sie bitten: Wie könnte diese vierfache Antwort lauten? Was lesen wir hier in diesen Versen? Was sagt Psalm 8 aus über Gottes Vorhaben mit den Menschen? Was werden hier für Aussagen gemacht? Vier Aussagen. Kann jemand versuchen, dann sammeln wir mal die Aussagen. Eins, zwei, drei, vier, schreibe ich mir jetzt ab. Bitteschön.
Das war die Frage: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst? Das lassen wir als Frage stehen. Und jetzt kommt eine Antwort: Was wird jetzt gesagt? Ein wenig niedriger, ein wenig niedriger. Sein Hand steht sogar als Gott. Als die Götter, Elohim, das ist eine Übersetzungsfrage wahrscheinlich wieder. Psalm 8, Vers 6, oder welcher Vers? Nein, 4, Vers 8, Vers 6.
Im Hebräischen heisst es: „Du hast ihn wenig niedriger gemacht als die Mächtigen.“ Gemeint sind die Engel. Im Griechischen heisst es, es wird übersetzt mit Engel. Die griechische Übersetzung des Alten Testaments sagt: „Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel.“ Das Hebräische heisst „als die Mächtigen“. Gott ist das hebräische Wort für Gott. Das ist schon richtig. Manche Übersetzungen haben: Du hast den wenig niedriger gemacht als die Gottheit, das heisst als die Mächtigen. Das ist ja eine Übersetzungsfrage, wie man das, die Götter oder Gottheit, wie man das übersetzt. Gott ist ja hier ein Mehrzahlwort. Als die Götter müsste man dann schon übersetzen: Du hast den wenig niedriger gemacht als die Götter. Wer sind die Götter, die gemeint sind? Ja, Psalm 97,7 hatten wir das gleiche Problem, oder? Die Götter sind die Engel. Und die griechische Übersetzung deutet schon wieder gleich und schreibt gleich die Engel. Und das ist das, was der neutestamentliche Schreiber zitiert. Und wenn der neutestamentliche Schreiber so zitiert, dann ist klar, dann ist die Frage geklärt, oder?
Der Herr Jesus sagt: Ihr seid Götter. In Johannes 10: Ihr seid Götter! Aber bleiben wir bei dem, wie der Hebräer-Schreiber Psalm 8 auslegt. Wir müssen nach dem gehen. Der neutestamentliche Schreiber legt Psalm 8 aus und sagt uns hier, nach der griechischen Übersetzung, dass es sich um Engel handelt. Deshalb ist es schon richtig, dass hier Engel stehen sollten.
Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht, was wir noch ausgesagt haben. Du hast uns zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht, okay? Ah, Moment, das war das, was habe ich, äh ... Was ist das? Das dritte. Das dritte. Das dritte: Herrlichkeit und Ehre und Zweiten. Krönung. Mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt. Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt, wenig niedriger als die Engel, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Du setztest ihn über die Werke deiner Hände, machst ihn zum Herrscher, das ist das Dritte. Du setztest ihn über die Werke deiner Hände, und das Vierte: alles unter Ort. Alles!
Also, ich mache jetzt das mit Ihnen, weil es gut ist, einen Text so ganz langsam und systematisch durchzugehen. Dann entgeht einem nichts, dann hat man alles. Ich möchte, dass wir uns ein bisschen üben darin im Bibelstudium. Wir können später noch vielleicht auf diese Frage eingehen, wegen den Engeln und Göttern usw.
Also, auf die Frage, was ist der Mensch, antwortet der Psalmist: Er ist ein wenig geringer als die Engel. Und zwar schon von Anfang an, schon vor dem Sündenfall hat Gott den Menschen angeordnet, dass er unter den Engeln sein soll. Es kam nicht erst nach dem Sündenfall so. Das erfahren wir eigentlich gleich: Der Mensch ist über die Welt gesetzt, aber er ist nicht über die Engel gesetzt. Es ist kein Gebot, dass der Mensch über die Engel herrschen soll, dass Adam über die Engel herrschen sollte, nur über die Tiere der Erde. Er ist über die ganze Erde gestellt, also mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
Gott hat den Menschen mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Das zeigt etwas von der Würde des Menschen. Er ist in einem Stück ein Abglanz Gottes, Ebenbild Gottes, die Krone der Schöpfung heisst es ja auch. Und es ist wichtig, dieser Ausdruck: Der Mensch ist die Krone der Schöpfung. Und selber ist er ein würdevolles Wesen, er ist mit Ehre gekrönt. Der Mensch hat Ehre, hat Würde. Wir sprechen von Menschenwürde.
Drittens: Über die Werke deiner Hände hast du ihn gesetzt, also über die Tiere und über die Pflanzen und so weiter. Alles dient dem Menschen, alles ist ihm unter die Füsse unterordnet. Nun gut, in der Schöpfung geschah das. Und dann ist der Mensch in die Sünde gefallen, und wir stellen fest, dass dem Menschen nicht mehr alles untergeordnet ist. Die Tiere sind ihm nicht mehr untergeordnet, und er hat ein Stück auch verloren von seiner Würde und Herrlichkeit.
Vers 8: Denn indem er ihm alles unterordnete, liess er nichts, jetzt kommt der Kommentar, der Kommentar von dem Schreiber zu Psalm 8: Denn indem er Gott ihm, dem Menschen, alles unterordnete, liess er nichts, was ihm nicht untergeordnet wäre. Nun sehen wir aber noch nicht ihm alles untergeordnet, noch nicht. Es kam die Sünde dazwischen usw., und es ist dem Menschen noch nicht alles untergeordnet.
Jetzt ist eine Frage, die sich erhebt: Wenn er sagt, du hast ihm alles unterordnet, das würde ja die Engel einschliessen, oder? Aber wieso? Einerseits ist er niedriger als die Engel, aber andererseits sagt er: Du hast ihm alles untergeordnet unter seine Füsse. Wahrscheinlich ist das gemeint: Die Bestimmung des Menschen wäre letztlich dann schon auch gewesen, eines Tages über die Engel zu herrschen. Aber das wurde eben durch die Sünde alles aufgeschoben. Aber eines Tages wird es so sein, über die Engel wird er auch einmal herrschen.
Jedenfalls: Er wendet dann diese Psalmstelle an, und jetzt kommt die entscheidende Frage, die schon gestellt wurde: Ja, hier ist doch vom Menschen die Rede. Wie passt das jetzt mit dem Herrn Jesus zusammen? Ist das jetzt auf den Herrn Jesus bezogen oder nicht? Wie müssen wir das jetzt verstehen? Er sagt: Wir sehen ihm noch nicht alles untergeordnet, nämlich dem Menschen. Nicht dem Herrn Jesus, dem Menschen sehen wir nicht alles untergeordnet, bis heute nicht, oder?
Wir sehen aber den, der ein Mensch wurde, so wie wir diesen einen ein wenig geringer als den ... ein wenig geringer als dem Menschen gemacht wurde, das heisst, er war es vorher nicht. Wir sehen den, der ein wenig geringer als der Mensch gemacht wurde, damit er durch die Gnade Gottes für jeden den Tod schmeckte. Bitte, bitte! Habe ich gesagt, die Menschen? Danke, ich wollte natürlich sagen: als die Engel. Er wurde ein wenig geringer als die Engel gemacht, damit er durch die Gnade Gottes für jeden den Tod schmeckte.
Wir sehen aber den, nämlich diesen Menschen, der ein wenig geringer als die Engel gemacht wurde. Hier ist ein ganz bestimmter Mensch gemeint, nämlich dieser eine Mensch Jesus. Wir sehen den, der Gott war und Mensch wurde, dieser Herr Jesus, ein wenig geringer als die Engel gemacht wurde, damit er durch die Gnade Gottes für jeden den Tod schmeckte. Jesus. Und er nennt einfach Jesus mit dem irdischen Namen: Jesus, der Erniedrigte, der sich selbst erniedrigt hat.
Wir sehen ihn wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Wir sehen Jesus. Wie sieht man den Herrn Jesus? Der Hebräer-Schreiber sagt: Wir sehen Jesus. Was meint er, wie sehen wir denn Jesus? Sehen die Hebräer-Christen Jesus? Wie sehen sie ihn? Wir sehen Jesus, sagt er. Wo sieht man ihn? Wo sehen die Empfänger des Briefes den Herrn Jesus? Ja, ja, in der Botschaft, auf die man hören soll. Er redet davon, deswegen sollen wir umso mehr auf die Botschaft achten, in der Botschaft von ihm, auf die man Acht geben soll.
Er kann ihn nicht mit den natürlichen Augen sehen, aber die Botschaft, das Wort der Christusbotschaft, zeigt ihm den Herrn Jesus. Mit den inneren Augen sieht er ihn, und die anderen Leser sehen ihn auch, mit dem inneren Auge, mit dem Glaubensauge sozusagen.
Wir sehen den, der ein wenig geringer gemacht wurde als die Engel, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Wann? Also, er wurde geringer, dieser Jesus wurde geringer als die Engel gemacht in der Menschwerdung. Und dann heisst es: Wir sehen ihn, diesen Jesus, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Wann? Ich weiss nicht, wie Ihre Übersetzung ist. Steht bei Ihnen der Damit-Satz hinten oder der Damit-Satz dazwischen? Wie heisst es? Heisst es bei Ihnen: Wir sehen aber den, der ein wenig geringer als die Engel gemacht wurde, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er für jeden den Tod schmeckte? Oder heisst es bei Ihnen: Wir sehen aber den, der ein wenig geringer gemacht wurde als die Engel, damit er durch die Gnade Gottes für jeden den Tod schmeckte, Jesus, wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt?
Wird der Damit-Satz vorne, also reingeschoben, oder steht der Damit-Satz hinten bei Ihnen in der Übersetzung? Wie hat es Schlachter? Heinrich?
Wir sehen aber Jesus, der ein wenig niedriger gewesen ist als die Engel, wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, er sollte ja durch Gottes Gnade für alle entsprechen. Ah ja, der hat den Satz, den Damit-Satz, einfach rausgenommen und einen neuen Satz gemacht. Der hat es ganz einfach gemacht, oder? Es ist viel leichter dann zu lesen, natürlich. Aber sinngemäss richtig, sinngemäss absolut richtig übersetzt, hat aber den Satz zerlegt, oder in zwei Sätze.
Der Satz wird unverständlich, wenn man den Damit-Satz dazwischen nimmt, und ich glaube, die Luther hat ihn zwischendrin. Der aber, der eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel, Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes, gekrönt mit Preis und Ehre. Und die Rüst betont das durch das Leiden des Todes. Und wo ist der Satz: damit er für jeden den Tod schmeckte? Gleich wie die Schlachter nachgestellt, den Satz nachgestellt.
Das Griechische hat jemand die Elberfelder Übersetzung? Ja, wie steht es da? Und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmeckt. Nach der Elberfelder Übersetzung ist es am schwierigsten. Da ist nämlich der Damit-Satz hinten. Also das würde heissen: Der Herr Jesus hat für alle ... nein, der Herr Jesus wurde mit Herrlichkeit gekrönt, damit er stirbt, oder? Der Herr Jesus wurde gekrönt, damit er stirbt. Es ist aber die Reihenfolge anders.
Der Herr Jesus wurde mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, denn, oder wie soll ich sagen, ich lese anders: Wir sehen aber Jesus, der ein wenig geringer als die Engel gemacht wurde, damit er durch Gottes Gnade den Tod schmeckte. Diesen Jesus sehen wir. Mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, wegen der Todesleiden. Ähnlich wie die Schlachter, oder? Die Schlachter hat es einfach als eigenen Satz gestellt.
Das heisst, was ist der Gedankengang? Dann machen wir das Ganze einfacher. Was ist der Gedankengang? Wir sehen jetzt den Herrn Jesus, der ein wenig geringer als die Menschen gemacht wurde. Diesen Jesus sehen wir jetzt mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Warum wurde er gekrönt? Weil er den Tod erlitten hat, weil er das Todesleiden auf sich genommen hat. Deshalb wurde er mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Und warum wurde er niedriger gemacht als die Engel? Um für jeden den Tod zu schmecken.
Also noch einmal: Wir sehen diesen Jesus, diesen, der ein wenig geringer gemacht wurde als die Engel. Diesen Jesus sehen wir jetzt mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Warum wurde er niedriger gemacht als die Engel? Damit er durch die Gnade Gottes für jeden den Tod schmeckte. Und diesen Jesus, den sehen wir jetzt gekrönt mit Herrlichkeit und Ehre wegen des Todesleidens, weil er den Tod erlitten hat. Sehen wir ihn jetzt mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
Ist es verständlich, oder gibt es da Fragen zu dem Vers? Ist der Vers Ihnen klar? Deshalb wurde er niedriger als die Engel, um zu sterben. Für wen? Für wen soll er den Tod schmecken? Sie sagen, das ist klar. Das ist nicht klar. Vielen Leuten ist es nicht klar. Deshalb stelle ich die Frage. Es ist keine Kindergartenfrage. Vielen Leuten ist es nicht klar, für wen Jesus Christus gestorben ist. Es gibt Theologen, die zerbrechen sich den Kopf darüber, für wen Jesus gestorben ist. Es ist ein Kampf zwischen zwei theologischen Richtungen.
Bitte, für wen ist Jesus gestorben? Für jeden Menschen! Steht im Text, oder? Und doch schlagen sich Theologen die Köpfe, und es gibt ganze Richtungen, die sagen, der Herr Jesus ist nur für die gestorben, die ihn annehmen werden. Er ist gestorben für alle und hat eigentlich auch die Sünden aller getragen, aber in den Genuss kommen nur die, die ihn annehmen.
Die vielen sind sechs Milliarden Menschen und mehr. Er hat für viele sein Blut vergossen. Wie viele? Für Milliarden von Menschen, nämlich die vielen sind alle. Die vielen, für die er das Blut vergossen hat, sind sechs Milliarden plus oder jetzt haben wir ja schon sieben Milliarden, sieben Milliarden plus die aus der Geschichte auch, die Milliarde oder wie viel in der Vergangenheit.
Der Herr Jesus ist für jeden Menschen gestorben und hat für jeden das Blut vergossen, um jeden zu erkaufen. Keiner ausgenommen. Es gibt keinen Menschen, der sagen kann: Für mich ist der Herr Jesus Christus nicht gestorben, für mich hat er das Blut nicht vergossen. Es gibt keinen.
Und doch gibt es leider eine theologische Richtung, das ist der Calvinismus, der lehrt ... Calvin selber hat es gelehrt, und die Nachfolger noch viel stärker als er haben gelehrt: Jesus ist nur für die gestorben, die gläubig werden, also für die, die vorherbestimmt sind, gläubig zu werden, hat Calvin gelehrt. Diese Stelle ist ganz klar dagegen. Die Stelle sagt, dass es nicht richtig ist. Der Herr Jesus ist für jeden gestorben, und wer da will, der komme und nehme das Wasser des Lebens umsonst. Das ist Vergebung, Reinigung, Sündenvergebung, für jeden, der da will. Offenbarung 22,17: Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.
Für jeden. Wenn er für jeden den Tod schmeckte, dann war jeder schuldig, dann war jeder des Todes schuldig. Er wurde, was jeder war, ein Sünder, und als Sündopfer ist er gestorben, um jeden zu retten. Gott will, dass wie viele Menschen gerettet werden? Alle. Alle Menschen. Es gibt keinen Menschen, von dem Gott nicht will, dass er gerettet wird. Es gibt keine Menschen, wo Gott gesagt hat: Nein, den habe ich für die Hölle bestimmt.
Wollte Gott, dass Judas gerettet wird? Natürlich. Wollte Gott, dass der Pharao gerettet wird? Natürlich. Der hat ja lange genug geworben um den Pharao. Aber ich sage das deshalb, weil wir heute zu kämpfen haben mit dem Calvinismus, mit der Lehre des Calvinismus. Sie wird immer stärker und stärker verbreitet in Europa, durch gewisse Literatur, die sich jetzt stark verbreitet.
Ja, ja, es geht um diese Fragen, genau. Aber die, die er bestimmt hat, die hat er bestimmt zur Herrlichkeit, die hat er bestimmt, Söhne zu sein, die hat er bestimmt zu einem wunderbaren Heil. Das ist die Bestimmung. Er hat nicht bestimmt die Anzahl derer, die gerettet werden. Das steht nicht dort. Er hat nicht bestimmt, wer gerettet wird und wer verloren wird. Das hat er nie bestimmt, beziehungsweise das sagt die Bibel nichts, so muss ich sagen, das sagt die Bibel nicht, dass er das bestimmt hätte, nirgends.
Ja, wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Das Todesleiden ist parallel zu dem Ausdruck: Er hat den Tod geschmeckt für alle. Das heisst, warum wurde der Herr Jesus niedriger? Er wurde niedriger, um unseren Platz einzunehmen. Er kam so tief herunter, und auch geografisch kam er so tief. Er kam nämlich an den Jordan, und der Jordan liegt einige hundert Meter tiefer als der Meeresspiegel, das ist eine der tiefsten Stellen. Das Tote Meer, eine der tiefsten Stellen der Erde, weit unter dem Meeresspiegel. Dort liess er sich taufen, dort hat er sich sogar unter das Wasser des Jordan noch eintauchen lassen.
Er wurde so niedrig, um unseren Platz einzunehmen. „Warum soll ich dich taufen?“, sagt Johannes, und der Herr Jesus sagt: Es geziemt sich, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Aber er kam an unseren Platz, hat sich an unseren Platz gestellt.
Mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt: Was heisst Herrlichkeit, und was heisst Ehre? Herrlichkeit und Ehre ist nicht das Gleiche. Herrlichkeit ist der Glanz. Doxa heisst es im Griechischen. Doxa ist ein Glanz. Wenn etwas glänzt, dann ist es herrlich, dann strahlt es etwas von sich. Herrlichkeit ist das, was von dem Herrn Jesus ausstrahlt. Er ist Gott. Herrlichkeit kommt aus seinem tiefsten innersten Wesen heraus. Ehre ist das, was man ihm gibt, Respekt, Achtung. Herrlichkeit ist in ihm drinnen, kommt aus ihm heraus. Ehre ist das, was man ihm bringt, wie man ihm zukommen lässt. Herrlichkeit kommt von innen heraus, Ehre kommt von aussen an ihn heran, wird ihm gebracht.
Wir sind nur in Christus herrlich. Wir sind in uns nicht herrlich, wir haben in uns nicht Herrlichkeit. Aber wenn wir in Christus sind, dann sind wir verherrlicht. Die, die er gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht. Die Gläubigen haben Herrlichkeit durch Jesus Christus, und nur durch ihn haben wir eine Herrlichkeit. Aber diese Herrlichkeit ist Christus. In ihm sind wir verherrlicht, weil er der Herrliche ist.
Gut, Ehre und Herrlichkeit! Das heisst, Gott hat ein Ziel mit dem Menschen. Das Ziel des Menschen ist Psalm 8. Das letzte Ziel ist, dass genau das wiederhergestellt wird, wozu der Mensch bestimmt ist: Alles hast du seinen Füssen untergeordnet. Das Ziel ist, dass alles uns, den Menschen, untergeordnet wird.
Und wie erreicht Gott das Ziel nach dem Sündenfall? Wie macht es Gott jetzt? Er nimmt diesen einen Menschen, Jesus Christus. Der Herr Jesus erniedrigt sich bis zum Tod, und dann schmeckt er den Tod für uns alle. Und jetzt bringt er uns zur Herrlichkeit. Er ist der, der viele Söhne zur Herrlichkeit bringt. Er bringt uns zurück dorthin an diesen Platz, wo wir sein sollen, aber nur durch ihn.
Und in der Zwischenzeit heisst es: training time for reigning time, sagen die Engländer. Jetzt ist Trainingszeit für Regierungszeit. Training time for reigning time, das ist die Zwischenzeit. Aber jetzt, durch Jesus Christus, wird es möglich, dass der Mensch wieder dorthin kommen kann: auf dem Thron mit Christus.
Die Vollendung des Heils durch Leiden und die neue Familie Gottes
Der Weg des Sohnes zur Herrlichkeit
Vers 10 bis 18 ist jetzt die Erklärung über die Bedeutung des Menschseins Jesu Christi: Warum war die Erniedrigung für den Menschen so notwendig? Warum musste er leiden? In Vers 10 bis 13 heißt es: Es geziemte Gott.
Wir sind in der Gliederung, das heißt: Römisch 2, A, Vers 10 bis 13. Römisch 2, Vers 10 bis 18: Erklärung über die Bedeutung des Menschseins Jesu Christi. Römisch A, dann A: Es geziemte Gott, den Anfänger des Heils durch Leiden zum Ziel zu bringen.
Denn es geziemte ihm, um dessen Willen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, der viele Söhne zur Herrlichkeit bringt, den Anfänger ihres Heils durch Leiden hindurch zum Ziel zu bringen. Es ziemte ihm, das heißt, es war ihm entsprechend. Ihm, um dessen Willen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, dem Schöpfer und dem Urheber und dem Ziel. Es geziemte Jesus Christus, dem Schöpfer und dem Ziel des Universums. Dem, der das Ziel des Universums ist, und dem, der der Urheber des Universums ist, diesem geziemte es, durch Leiden vollkommen zu machen, durch Leiden ans Ziel zu bringen.
Ich weiß nicht, wie geht es uns? Sollen wir noch eine Pause einschieben oder nicht? Wer hält noch durch? Ein Bruder hat gesagt: Wer jetzt nicht schläft, soll bitte aufstehen.
Also: Es geziemte ihm, um dessen Willen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, im Bringen vieler Söhne zur Herrlichkeit, den Anfänger, den Urheber des Heils, durch Leiden hindurch zum Ziel zu bringen. Was sagt der Vers hier aus? Kann das jemand bitte versuchen, mal zu erklären? Wer möchte versuchen? Was sagt dieser Vers aus?
Es geziemte Gott. Es ist entsprechend zu Gott, es entspricht Gott, diese Tat, was er jetzt tat. Das entspricht diesem Schöpfer und Urheber und Ziel aller Dinge. Es geziemt Gott, dass er dadurch, dass er viele Söhne zur Herrlichkeit bringt, den Anfänger ihres Heils durch Leiden hindurch zum Ziel bringt.
Es gibt Leute, die sagen, das ziemt nicht einem liebenden Gott, so etwas Grausames zu tun, da seinen Sohn in den Tod zu schicken und grausam hinrichten zu lassen. Was ist denn das für eine Bluttheologie, eine grausame Sache mit diesem Gott? Geziemt es diesem Gott, so etwas zu tun?
Es muss so furchtbar sein, die Sünde. Es muss so furchtbar sein, dass er nur diesen Weg gehen konnte. Es gab keinen anderen Weg für diesen Gott. Aber er war so groß, aber die Liebe war so groß. Die Sünde ist so schrecklich, dass es keinen anderen Weg gibt, den Menschen zu retten. Aber die Liebe ist so groß, dass ihm kein anderer Ausweg bleibt. Er muss das tun, er muss aus Liebe gedrungen das tun. Er sagt: Ich muss es tun, ich muss es tun. Und wenn es mich alles kostet, ich muss es tun, um diese Menschen zu retten, um dich zu retten. Ich muss es tun. Und wenn es noch so schwer ist, wie die Mutter dem Kind helfen will: Ich muss jetzt zum Arzt. Und wenn es noch so stürmt und schneit draußen, ich muss, wenn ich erfriere auf dem Weg zum Arzt, ich muss jetzt den Arzt holen.
Aber hier war der Weg noch viel, viel schlimmer, viel, viel schwerer. Ich muss es tun. Denn diesen Sohn, der wird durch Leiden hindurch vollendet, zum Ziel gebracht. Für ihn steht vielleicht „vollendet“ oder „vollkommen gemacht“; das Wort heißt „zum Ziel gebracht“. Dieser Menschensohn, Jesus Christus, der wird durch Leiden zum Ziel gebracht. Wann hat er das getan? Indem er viele Söhne zur Herrlichkeit brachte.
Die Söhne, das sind wir, viele Söhne. Viele Söhne sollen mit dem einen Sohn Gottes verbunden werden. Durch den Ungehorsam Adams wurden viele Menschen zu Sündern, und durch den Gehorsam Jesu Christi werden viele Menschen zu Söhnen Gottes gemacht, zu Gerechten gemacht, zu Söhnen, die jetzt mit dem Herrn Jesus verbunden werden und verherrlicht werden. Der Herr Jesus ist bereit, diesen Weg zu gehen. Es geziemte ihm, diesen Sohn, diesen Herrn Jesus, durch Leiden vollkommen zu machen.
Wenn er sagt, Vers 11, Entschuldigung, Vers 11 habe ich vergessen: Denn beide, der, der heiligt, und die, die geheiligt werden, sind alle von einem, aus welchem Grunde er sich nicht schämt, sie Brüder zu nennen.
Also, er wollte sie heiligen. Gott will die Menschen heiligen. Der, der heiligt, und die, die geheiligt werden, sind alle von einem. Der, der heiligt, das ist Jesus Christus, und die, die geheiligt werden, das sind die Menschen, wir, die sollten alle einmal zur gleichen Familie gehören, sozusagen. Die sollten Brüder werden, die sollten ein großes Haus Gottes werden. Das war das Ziel.
Beide, der, der heiligt, Jesus Christus, hat sich so tief erniedrigt und ist Mensch geworden, um uns hinaufzubringen, in diese Familie einzugliedern, in die große Familie Gottes, ein Haus Gottes zu werden. Der, der heiligt, und die, die geheiligt werden, sind alle von einem, aus welchem Grunde er sich nicht schämt, sie Brüder zu nennen. Jetzt sind sie eine Familie.
Also: Jesus Christus, der heiligt, und die, die geheiligt werden, die Gläubigen, die sich jetzt diesem Sohn anschließen, sind jetzt alle von einem, von einer Familie. Denn er schämt sich nicht, sie Brüder zu nennen. Nennen wir den Herrn Jesus unseren Bruder? Er nennt uns Brüder, das stimmt. Er sagt, er schämt sich nicht, uns Brüder zu nennen. Aber wir, wir vergessen nie, wer er ist, oder? Wir sagen nicht „Bruder Jesus“, oh nein. Wir sagen „Herr Jesus“. Er bleibt unser Herr, wir sind seine Brüder geworden. Er hat uns in seine Familie hineingenommen, aber wir vergessen nicht, dass er der große Erstgeborene aller Brüder ist und dass er der Herr ist.
Nirgends im Neuen Testament wird der Herr Jesus genannt „Bruder Jesus“ oder so, nirgends. Aber er nennt uns Brüder, und er nennt uns Freunde. Wir nennen ihn nicht „Freund Jesus“, ja, Freund der Sünder schon. Er ist ein Freund der Sünder und will sie retten. Aber wir nennen ihn nicht jetzt „Freund Jesus“, „Jesus mein Freund“, „Jesus mein Bruder“. Nein, wir nennen ihn „Herr Jesus“, „Jesus mein Herr“. Wir vergessen das nicht, wer er ist.
Er schämt sich nicht, sie Brüder zu nennen, wenn er sagt: Ich werde deinen Namen meinen Brüdern kundtun, lobend kundtun, inmitten der Gemeinde werde ich dir Lob singen, inmitten dieser Brüder. Als der Herr Jesus auferstand, sagte er: Geht hin und sagt meinen Brüdern. Matthäus, ich glaube, es ist 28, ich weiß nicht wo, Matthäus 28: Geht hin zu meinen Brüdern. Matthäus 28,10: Geht hin, gebt Bericht meinen Brüdern. Die sind meine Brüder, die den Willen Gottes tun, oder? Das sind meine Brüder und Schwestern. Der Herr Jesus schämt sich also nicht, sie Brüder zu nennen.
Jetzt kommt hier dieses Zitat, Vers 12, aus Psalm 22: Ich werde deinen Namen meinen Brüdern kundtun. Vers 13: Und wiederum ein zweites Zitat: Ich werde das Vertrauen auf ihn setzen. Und siehe, ich und die Kinder, die Gott mir gab, Jesaja 8,17 und 18. Wir sind seine Kinder, die Kinder, die Gott mir gab, Kinder, die zu ihm zu Brüdern geworden sind. Wie schön ist das! Ich und die Kinder, ich und die Jünger.
Im Johannesevangelium sagt er einmal „Kindlein“, Kindlein sagt er zu ihnen, kleine Kinder. Johannes 13, ich glaube 13,34 oder so, da nennt er sie Kindlein. Das ist ganz selten, ganz selten in der Bibel nennt er sie mit diesem Kosenamen, mit diesem lieblichen Namen. Nein, Johannes 13, Vers, es ist Kindlein, Vers 33, Johannes 13, Vers 33: Kindlein, noch ein kleines bin ich bei euch. Und dieses Wort Kindlein, das kommt vor, ich schaue gerade nach, kommt ganz selten vor, ganz selten nur in Johannes 13,33 und nur in Galater 4 verwendet es der Apostel Paulus noch einmal, und Johannes verwendet es dann noch siebenmal im Johannesbrief. Dort kommt es noch einmal vor.
Aber hier: Johannes 13,33 und Galater 4,19. Dieses liebliche Wort Kindlein.
Die Notwendigkeit der Menschwerdung für das priesterliche Werk
Der barmherzige und treue Hohepriester
Vers 14 bis 18: Es war nötig, dass Jesus diesen Brüdern gleichgemacht würde, dass er ein Mensch würde. Warum war es nötig? Vers 14. Lest es jemand vor: 14-18. Und wir behalten die Frage im Kopf: Warum war es nötig, dass der Herr Jesus den Brüdern, uns Menschen, gleichgemacht wurde, also 2,14-18? Möchte jemand vorlesen?
Da er nun Kinder aus Fleisch und Blut geworden sind, ist auch er in gleicher und uns nahekommender Weise an demselben teilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setze, der die Macht des Todes hat, das heißt den Teufel, und alle diejenigen befreie, die durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden. Denn gewiss nimmt er sich nicht der Engel an, sondern des Samens Abrahams nimmt er sich an. Daher musste er in allem den Brüdern gleichgemacht werden, damit er ein barmherziger und treuer Hoher Priester würde in den Dingen, die Gott betreffen, um die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn worin er selbst gelitten hat und versucht worden ist, kann er denen helfen, die versucht werden.
Vers 17: Weswegen war es notwendig, dass er in allem den Brüdern gleichgemacht werden sollte? Nur vom Text her, nur vom Text schauen. Weswegen war es notwendig, in allem den Brüdern gleichgemacht zu werden? Die Menschen brauchen einen Hohen Priester. Die Menschen brauchen einen Hohen Priester. Und deshalb werde ich Mensch. Dann verstehe ich sie, dann kann ich mitfühlen. Und deshalb werde ich Mensch, dann kann ich mich als Opfer bringen für sie. Ein Hoher Priester, der das Opfer bringt, und ein Hoher Priester, der barmherzig ist, und ein Hoher Priester, der treu ist. Deswegen war es nötig, dass er diesen Weg ging, damit wir einen Hohen Priester bekommen.
Der Gedanke ist kostbar. Warum wurde Jesus Mensch? Da gibt es viele Antworten, aber hier ist eine ganz kostbare Antwort: Der Herr Jesus wurde Mensch, damit wir einen Hohen Priester bekommen, einen, der uns wirklich helfen kann, einen, der uns wirklich verstehen kann, und einen, der das Sündopfer für uns darstellt. Wir sind die Kinder, oder? Wir sind diese Brüder. Wir haben Fleisch und Blut. Vers 14: Wir sind Fleisches und Blutes teilhaftig geworden. Deshalb ist auch er Fleisches und Blutes teilhaftig geworden, hat gelitten. Er nahm in gleicher Weise, das Wort im Griechischen heißt in gleicher, uns nahe kommender Weise, das heißt, er wollte ganz nahe bei uns sein. In gleicher und uns nahekommender Weise nahm er an Fleisch und Blut teil. Er wurde Mensch, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hat.
Deshalb wurde er Mensch, damit er den Tod entmachte, damit er dem, der die Macht des Todes hat, das ist der Teufel, die Macht wegnehme, so dass der Tod jetzt nicht mehr etwas Schreckliches für uns ist. Es ist wichtig für uns, ganz praktisch: Wenn jemand von uns sterben muss, kommt der Tod jetzt näher. Vielleicht hat jemand Krebs, und jetzt weiß man, jetzt geht es vielleicht noch ein paar Wochen oder Monate, vielleicht ein halbes Jahr, dann werde ich sterben. Jetzt ist die Frage: Wie stehe ich jetzt dem Tod gegenüber? Ist der Tod für mich ein Schrecken? Ist der Tod für mich ein Sklavenherr, dessen Sklave ich bin, der mich versklavt, in Todesfurcht, sodass ich in Todesfurcht leben muss? Oder ist der Tod für mich ein Tal, ein dunkler Fluss, durch den ich einmal noch muss, bis ich in die himmlische Stadt des großen Königs komme?
Kennen Sie John Bunyans Pilgerreise? Ist das bekannt hier? Ich habe es mit den Kindern gelesen. Da kommen die zwei Pilger an den Strom. Da heißt es dann: Ja, der Strom ist ganz dunkel, und da müssen sie noch durch. Sie müssen da hineingehen in den Strom. Und der eine, der Christ, der hat Angst. Und der andere, der heißt Hoffnungsvoll, der geht mit ihm und sagt: Nein, schau, hinter dem Strom siehst du die Stadt, du musst auf die Stadt schauen. Und er schaut auf diesen dunklen Strom, der immer tiefer wird, und er muss noch weiter hinein. Und: Ah, jetzt reißt er mich weg, der Strom. Nein, schau, da ist die Stadt. Dann ist das eine ganz andere Haltung dem Tod gegenüber. Der Tod ist nur ein Tal, das man durchschreiten muss, ein dunkles Tal, ein Fluss sozusagen. Aber auf der anderen Seite ist die herrliche Stadt.
Und der Herr Jesus kam, um alle die zu befreien, die durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch geknechtet waren. Nicht Engel nimmt er zu sich. Übrigens haben wir hier wieder eine Übersetzungsfrage. Es heißt hier: zu sich nehmen, oder heißt es sich annehmen? Das Griechische scheint eher für das Erste zu sprechen: Er nimmt sie zu sich. Nicht Engel nimmt er zu sich, er greift sie und nimmt sie zu sich, sondern den Samen Abrahams nimmt er zu sich. Menschen, die von Abraham abstammen, das sind ja die Hebräer, an die er schreibt, oder? Und nicht nur die, die von Abraham abstammen, auch die, die von den Heiden kommen dürfen auch. Aber das ist jetzt nicht das Thema. Menschen, den Samen Abrahams, nimmt er sich an, und die geistlichen und die leiblichen Nachkommen Abrahams, die nimmt er an sich, die nimmt er zu sich, die ergreift er. Für die ist er gekommen, um sie zu retten, sie herauszuholen aus dieser Sklaverei des Todes. Da sind die Leute und schwimmen in dieser Macht des Todes, geplagt, und er nimmt sie an sich, er holt sie an sich heran. Nicht Engel, nicht für die Engelkammer, nein, für die Menschenkammer.
So viele Menschen haben Angst, ganz viele Leute leben in Angst. Wir hatten ein Frauenfrühstück da, so in unserer Gegend, und da war ein Redner da, der Wilfried Block. Er redete über Angst. Und es kamen viele Leute, ganz viele Leute, die wollten Antwort haben. Wie komme ich der Angst aus? Grundproblem des Menschen. Und der Herr Jesus nimmt diesen Bann weg.
Weiter: Weswegen war es notwendig? Also, weswegen? Da müssen wir uns fragen: War es notwendig? Weswegen war das? Weil er diese Leute an sich nehmen möchte und weil er dem Tod die Macht nehmen möchte, dem Teufel die Macht nehmen möchte und sie befreien möchte, diese Menschen. Deswegen war es notwendig, in allem den Brüdern gleichgemacht zu werden, damit er jetzt ein barmherziger und treuer Hoher Priester würde. Barmherzig bezieht sich, heißt, dass er mitfühlen kann, barmherzig einer, der sich in unsere Lage hineinversetzen kann, das heißt barmherzig, und treu. Er war ein treuer Priester, nicht ein untreuer. Einer, der wirklich diesen Weg bis zum Ende ging. Und nachdem er das Opfer gestellt hat, ist er jetzt zur Rechten des Thrones Gottes, und dort sitzt er als Hoher Priester, und dort ist er immer noch treu.
Was versichert mir, dass ich ans Ziel komme? Woher habe ich die Sicherheit, dass ich ans Ziel komme? Viele Christen haben diese Fragen. Werde ich jedes Ziel erreichen? Ich weiß nicht. Hoffentlich, sagen sie, hoffentlich erreiche ich das Ziel. Wo ist meine Garantie, dass ich das Ziel erreichen werde? Zur Rechten Gottes sitzt ein Hoher Priester, der ist treu. Und treu heißt, dass er seine Aufgabe treu erledigt. Da ist meine Sicherheit. Da zur Rechten Gottes sitzt mein Priester, mein großer Seelsorger.
Es gibt Leute, die haben ihren persönlichen Seelsorger. Bei uns in der Schweiz ist das Ganze in großer Mode. Da hat man seinen persönlichen Seelsorger. Da fährt man Hunderte von Kilometern, um zum persönlichen Seelsorger zu gehen. Und was ist mit dem treuen Hohen Priester? Ja, der ist auch gut, aber ich brauche meinen Seelsorger. Nein, ich brauche den Hohen Priester, den treuen Hohen Priester, der mitfühlen kann. Wenn es einen in der Welt gibt, der wirklich meine Situation, und zwar meine ganz spezielle Situation, versteht, wenn es einen gibt in der Welt, dann den treuen Hohen Priester, den barmherzigen und treuen Hohen Priester. Meine Frau versteht mich nicht, meine Kinder verstehen mich nicht, meine Eltern verstehen mich nicht. Wirklich verstehen mich nur der treue Hohe Priester.
Es ist schön, dass ich eine Frau habe. Es ist schön, dass sie sich versucht, in meine Situation zu versetzen. Es ist schön, dass ich Leute um mich habe, die mich mögen. Wunderbar. Aber wirklich meine Situation verstehen, das kann nur der treue Hohe Priester. Der ist ein wirklicher Seelsorger für uns, ein Hirte für unsere Seelen, heißt es im Petrusbrief, ein echter Hirte für unsere Seelen, damit er ein barmherziger und treuer Hoher Priester würde. Das ist er geworden. Ein Hoher Priester wird man. Als Hoher Priester wird man nicht geboren. Der Herr Jesus wurde nicht als Hoher Priester geboren, ein Hoher Priester ist er geworden. Das war ein Werdegang. Er ist Mensch geworden. Als ewiger Gott war er nicht Hoher Priester. Er ist Mensch geworden, und dann hat er als Mensch durchlitten, was wir zu durchleiden haben, aber ohne Sünde. Dann hat er das Opfer gebracht und hat sich auf den Thron gesetzt als treuer Hoher Priester, als Priester und König.
Die Aufgabe, was ist die Aufgabe eines Priesters, das machen wir später. Das behalten wir uns auch für heute Nachmittag. Also, bitte sehen Sie sich noch die Fragen an, Kapitel 2 am Ende und dann Kapitel 3 und 4. Ich weiß nicht, wie weit wir kommen werden, aber bis zum Abend werden wir ganz sicher bis Kapitel 4 kommen. Also sehen Sie sich bitte die Fragen an, Kapitel 3 und 4. Und wenn es sonst Fragen sind, bitteschön, gern schriftlich eine Frage stellen oder auch mündlich, aber schriftlich ist besser, denn dann kann man sich auch vorbereiten, mich vorbereiten auf die Frage. Wir wollen zum Abschluss noch aufstehen und beten.

