Serie•Teil 3 / 7Maleachi
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein persönlicher Einstieg in die Frage nach Frustration und Wirkung
Ich weiss nicht, ob es euch manchmal auch so geht: Man macht irgendeine Sache, versucht sie irgendwie gutzumachen, und sie misslingt. Danach ist man einfach nur frustriert, weil man Zeit reingeballert hat und irgendwie nichts geworden ist.
Ich bin gerade ein bisschen frustriert, weil ich heute Morgen eine Predigt hatte und die ist irgendwie schief gelaufen. Danach haben sich zwar alle artig bedankt, und ich sage mal: Die letzte Geschichte hat es irgendwie herausgerissen. Das war der gute Zacchaeus auf dem Maulbeerfeigenbaum. Aber zwischendrin merkte ich, dass ich meine Zuhörerschaft verloren hatte. Und ich wusste auch warum und an welcher Stelle. Irgendwie finde ich das total blöd. Es war total lustig, also war es schon okay. Warum reisst mich sowas runter?
Ich glaube, jeder kennt dieses Gefühl. Man will einfach, wenn man eine Sache anpackt, wenn man in eine Sache investiert, egal was das ist, ob das eine Predigt ist oder ob das auf der Arbeit ist, ob das eine Vorbereitung ist, wenn man sich als Lehrerin für die Schule vorbereitet oder im Büro sitzt oder was weiss ich, wahrscheinlich auch, wenn man einkaufen geht: Man will eine Sache richtig machen. Und wenn es dann irgendwie nicht klappt, dann ...
Wir sind irgendwie darauf angelegt, ich drücke es mal ein bisschen fromm aus, Segen zu sein für andere. Das ist so unser Wunsch. Wir wollen durchs Leben gehen und sagen: Hinter uns glimmt so eine Segensspur nach. Das, was wir tun, das funktioniert einfach. Andere sehen das, andere können sagen: Was bist du für ein netter, toller Kerl.
Ich glaube, es gibt niemanden, der so aus dieser Welt abtreten möchte, dass ihn im Nachhinein alle für den Ekel halten. Wir wollen eigentlich alle irgendwo etwas geschafft haben, nett sein. Ich habe mir das so überlegt: Ich gehe manchmal hier im Friedhof spazieren, da gibt es dann so Aufschriften wie ewig unvergessen. Da gräuselt sich immer so ein bisschen etwas in meiner Magenschleimhaut, weil ich denke: Ewig unvergessen? Wann ist denn das geschrieben worden? Ja, das war 1953. Dann weiss man schon: Mit ewig ist wahrscheinlich schon vorbei.
Aber also ewig unvergessen, das ist so unser Traum. Ja, die Leute erinnern sich an das, was wir geleistet haben, erinnern sich an den positiven Beitrag, den wir für ihr Leben geleistet haben. Und jetzt stell dir vor, du würdest an einem Grabstein vorbeikommen, wo draufsteht: Gut, dass er weg ist. Das wäre schon übel, oder? So verrückt! Obwohl es bei manchen Menschen die Wahrheit wäre, wenn man das draufschreiben würde, es schreibt keiner drauf.
Anscheinend gibt es so einen eingebauten Schalter in unserem Leben, dass wir uns immer wünschen, im Leben anderen zum Segen zu sein. Ich möchte mit euch über diesen Punkt nachdenken. Ich glaube, es lässt sich viel darüber sagen, wie man zum Segen wird für Menschen. Aber wir gehen durch das Buch Malachi und wir schauen uns heute 2,1-9 an.
Der Blick auf ein negatives Beispiel aus dem Priesterdienst
Eigentlich ist das eine negative Geschichte. Ich habe das in meinem Skript überschrieben mit: „Die Boten Gottes versagen.“ Es geht noch einmal um die Priester.
Ihr erinnert euch: Wir hatten da schon Maleachi vor knapp zweieinhalbtausend Jahren, den letzten alttestamentlichen Propheten. Und die Priesterschaft, die zu dieser Zeit Opfer bringt, bringt Zeugs, was man eigentlich nicht brauchen kann, also etwas, was Gott zumindest nicht haben will. Minderwertige Opfer, irgendetwas wird da auf dem Altar abgefackelt, und Gott sagt: Hat sich einer mal nachgedacht, was ich eigentlich wollte und was ich von euch kriege?
Diesen Gedanken führen wir fort und schauen uns eine zweite Seite im Priesterdienst an. Wir wollen uns an diesem negativen Beispiel überlegen: Ja, die machen ja etwas falsch und werden dann nicht zum Segen. Und wir versuchen dann einfach mal zu überlegen, wie kann man das richtig machen? Und jetzt nicht so riesengroß, sondern vielleicht ganz klein. Wie kann jeder von uns zum Segen werden?
Wie gesagt, es gibt viele Punkte, die man dazu sagen könnte. Maleachi greift drei heraus, und die würde ich mit euch gerne betrachten. Und wir schauen uns einfach mal Maleachi 2,1-9 an.
Vers 1:
Und nun für euch, ihr Priester, dieses Gebot.
Priester werden angesprochen, und das Gebot, das jetzt als Nächstes kommt, werden wir gleich sehen. Es geht Gott darum, dass die Priester einen Dienst tun, der Gott ehrt. Eigentlich eine ganz simple Sache.
Und nun für euch, ihr Priester, dieses Gebot: Wenn ihr nicht hört und wenn ihr es euch nicht zu Herzen nehmt, meinem Namen Ehre zu geben, spricht der Herr der Heerscharen, dann sende ich den Fluch unter euch und verfluche eure Segensgaben; ja, ich habe sie schon verflucht, weil ihr es nicht zu Herzen nehmt.
Gott spricht in einer konkreten Situation. Ihr merkt: Es ist mehr als nur ein „Ja, ihr könntet mal drüber nachdenken“, sondern Gott sagt: Mann, hier brennt die Luft, wenn ihr jetzt nicht zuhört.
Wenn ihr konkreten Priester, die ihr damals gelebt habt – jetzt muss man ein bisschen vorsichtig sein, dass man sich solche Drohverse nicht immer gleich selber anzieht. Ich erlebe das oft, dass die Leute, für die ein Vers am wenigsten gilt, immer am meisten betroffen sind. Erst einmal spricht Gott zu Leuten, die heute nicht mehr leben und damals gelebt haben. Und die hatten ein konkretes Problem. Ihr Problem war: Sie sollten Gott Ehre geben, sie haben es nicht getan, und Gott sagt: Vorsicht, wenn ihr euch das nicht zu Herzen nehmt, dann sende ich meinen Fluch. Das heißt, ich werde euch dafür bestrafen.
Ein Fluch ist immer etwas Negatives. Fluch ist in der Bibel in dem Sinn nie positiv. Wenn Gott sagt: Ich bin kurz davor, dich zu verfluchen, ja, ich verfluche eure Segensgaben, das, was ihr eigentlich anderen weitergeben solltet an Gutem, das werde ich verfluchen. Und ich habe schon verflucht, also ich habe schon angefangen.
Sie merken schon etwas davon. Das ist nicht nur so ein Damoklesschwert, das über ihnen hängt und irgendwann runterfällt, sondern sie können ganz konkret in ihrem Leben Erfahrungen machen, die darauf hindeuten, dass irgendetwas nicht stimmt.
Fluch, Verantwortung und die Bedeutung des Bundes
Jetzt kann man sagen: Fluchen, ist das etwas für uns als Christen? Nein. Also wenn du jetzt denkst: Super, Gott hat verflucht, ich habe da auch noch eine Liste mit Leuten, die ich nicht mag. Nein, dürfen wir nicht. Die Bibel sagt ganz klar, wir sollen nicht fluchen, wir sollen segnen, wir sollen für unsere Feinde beten.
Aber Gott ist an der Stelle anders. Gott ist ein Rächer alles Bösen. Und wenn Gott Böses sieht, dann darf er, eigentlich muss man sagen, muss er sogar irgendwann Ungerechtigkeit strafen. Denn wenn er das nicht tut, dann wäre er selber nicht gerecht. Dann wäre er kein heiliger Gott. Er wartet damit manchmal länger, als uns das lieb ist, weil er einfach lieb ist. Aber man muss auch aufpassen, dass man Gottes Liebe nicht gegen Gottes Heiligkeit ausspielt.
Und in diesem Fall hier sagt Gott von vornherein: Wenn ihr nicht aufpasst, dann knallt es. Vers 3: Siehe, und jetzt wird es ganz gruselig, ich bedrohe eure Nachkommen und streue Mist auf euer Gesicht, den Mist eurer Feste. Und man wird euch zu ihm hintragen.
Das ist gruselig, weil Gott sagt: Wenn du nicht hörst, dann trifft mein Fluch, dann trifft die Strafe für dein Fehlverhalten nicht nur dich allein. Wir hatten das schon mal: Sünde ist nie etwas, was nur mich betrifft, als wäre ich so mein eigener kleiner Kosmos. Sünde trifft die Nachkommen.
Und das klingt erst mal verrückt: Warum sollen meine Kinder mit meiner Sünde etwas zu tun haben? Ganz einfach, weil wenn Gott dich straft und dein Leben nicht segnet, wer kriegt das denn ab? Das kriegen deine Kinder mit ab. Denn du hättest ihnen ja zum Segen werden können. Und da, wo du es nicht mehr werden kannst, weil Gott sagt: Sorry, ich kann dich gerade nicht gebrauchen, ich kann dich nicht segnen, enthalte ich meinen Kindern etwas Gutes vor, werden sie mit unter diese Strafe gestellt.
Wir können als Eltern für unsere Kinder der größte Segen werden, das müssen wir festhalten. Aber wenn wir meinen, mit Gott herumzuspielen, dann können wir für sie auch zum Fluch werden. Und das ist das, wo Gott hier den Priestern noch einmal mahnend vor Augen hält und sagt: Ich bedrohe eure Nachkommen. Und mehr noch: Ich streue Mist auf euer Gesicht.
Das ist süß. Dieses Wort Mist wird an anderer Stelle mit Mageninhalt übersetzt. Also ihr müsst euch vorstellen: Opfer, so große Opfertiere, und jetzt konnte man von den Opfertieren nicht alles opfern. Zum Beispiel das, was in den Eingeweiden drin war, so dieses halb verdaute, halb vergorene Zeug, was da halt so rausquillt, was in den Gedärmen ist, das ist dieses Wort. Und das Zeug war, was Opfer anging, unrein. Das musste man nehmen, irgendwo anders hintragen, und es wurde dann da verbrannt.
So, und jetzt sagt Gott: Wenn ihr nicht auf mich hört, ihr Priester, die ihr dafür da seid, dass das Volk heilig ist, sich richtig verhält, die richtigen Opfer bringt, wenn ihr dazu nicht bereit seid, dann nehme ich dieses unreine Mageninhaltsgeschmodder, streue das auf euch, sprich: mache euch unrein. Und werft euch im Bild dahin, wo der ganze Dreck ist, werde ich zu ihm hinausbringen.
Ich werde euch – und das ist ja nur ein Bild. Gott macht es ja nicht wirklich, dass er da reingreift und das Ding ins Gesicht wirft –, aber es ist ein Bild dafür, dass sie völlig unbrauchbar werden für ihren Dienst. Dass sie selber unrein werden, genau wie dieser Mist oder dieser Mageninhalt unrein ist. Dass die, die eigentlich dazu bestimmt waren, vor Gott zu erscheinen in Heiligkeit, unbrauchbar werden.
Und Gott selber sagt: Ich werde das machen. Ich werde mich darum kümmern. Wenn ihr nicht Buße tut, wenn ihr nicht umkehrt, werde ich mich darum kümmern, dass ihr für euren Dienst, für eure Berufung unbrauchbar werdet.
Vers 4: So werdet ihr erkennen, dass ich dieses Gebot zu euch gesandt habe, damit mein Bund mit Levi gültig bleibe, spricht der Herr der Heerscharen.
Jetzt sind nicht alle von uns Bibelkenner: Levi, Mose ist ein Sohn von Jakob, x weit zurück. Die Leviten, das sind die, die von Levi abstammen. Also der Stamm Levi besteht aus den Leviten. Und irgendwann, wir wissen nicht genau wann, hat Gott mit dem Stamm Levi einen Bund geschlossen. Der Bund selber, der Bundesschluss, ist nirgendwo im Alten Testament erwähnt, aber wahrscheinlich findet er statt in der Nähe dieses goldenen Kalbgeschehens.
Ihr wisst: Mose kommt vom Berg wieder runter mit Tafeln, wo die zehn Gebote draufstehen, und eigentlich hätte das Volk nur mal ein bisschen warten sollen, hat es aber nicht. Es hat sich in der Zwischenzeit so ein goldenes Kalb gemacht und ist da drum herum getanzt. Und Mose dann: Was ist denn da unten los? Und Gott: Das wirst du gleich sehen. Und dann geht er wirklich runter, sieht es auch, und naja, ihr kennt es, es ist alles nicht so schön.
Und in dieser Situation gibt es einen Stamm, der sich ganz bewusst auf die Seite Gottes stellt, und das sind die Leviten. Und es kann sein, dass zu dieser Zeit Gott gesagt hat: Super, eigentlich wollte ich ja ein ganzes Volk aus Priestern haben, das ist noch 2. Mose 19, aber wir fangen mal mit einem Stamm an, das funktioniert vielleicht ein bisschen besser. Und Gott schließt einen Bund mit dem Stamm Levi, die von nun an verantwortlich sind, erst für die Stiftshütte, das war dieses tragbare Ikea-Heiligtum, so zum Zusammenstecken, und danach für den Tempel.
Und aus dem Stamm Levi gab es jetzt eine Familie, das waren die Nachfahren von Aaron, das waren die Priester. Die anderen, die nicht von Aaron abstammten, hatten andere Jobs. Also muss ja auch jemand sauber machen, muss ja auch jemand sich darum kümmern, dass da alles läuft. Das waren die Leviten rund um den Tempel verantwortlich.
Und hier sagt Gott: Diesen Bund mit Levi, dass ihr hier von mir eine besondere Verantwortung habt, und gemeint sind die Priester. Also Levi steht jetzt hier ausnahmsweise nicht für den ganzen Stamm, sondern nur für die Priester. Dass ihr so mit mir umgeht, wie ihr das gerade tut, ihr brecht diesen Bund.
Und der Bund, der wird in 5. Mose 33,10-11 da geht es um die Inhalte. Was war der Job der Priester, wenn man das mal so runterbricht? Also ganz kurz: Wofür stehen Priester im Alten Testament? Da heißt es am Ende des Lebens von Mose zusammenfassend über den Inhalt oder über den Auftrag, den der Stamm Levi hat: 5. Mose 33,10-11: Sie lehren Jakob deine Rechtsbestimmungen und Israel dein Gesetz. Sie legen Räucherwerk vor deine Nase und Ganzopfer auf deinen Altar.
Nochmal, es sind zwei Dinge. Erstens: Sie lehren Jakob deine Rechtsbestimmungen und Israel dein Gesetz. Zweitens: Sie legen Räucherwerk vor deine Nase und Ganzopfer auf deinen Altar. Zwei Dinge, wofür die Priester da sind. Das eine, was hier am zweiten steht, kennen wir alle: Opfer. Daran denkt man sofort, wenn man Priester hört: Opfer.
Was hier aber betont wird, ist ein zweiter Aspekt: Sie sind auch für die Lehre verantwortlich. Sie sollen das Volk belehren, sie sollen dem Volk sagen, wie man richtig lebt.
Das ursprüngliche Ideal: Leben, Frieden und ehrfürchtiger Dienst
Vers 5, Maleachi 2,5: Mein Bund mit ihm war das Leben und der Friede.
Ich mag diesen Vers. Wenn die Leviten ihrer Berufung entsprechend leben und sich darum kümmern, das Volk Gottes richtig zu unterweisen, woraufhin die richtigen Opfer gebracht werden, dann verspricht Gott Segen im Überfluss, nämlich Leben und Frieden.
Hier ist nicht ewiges Leben gemeint, sondern Lebensqualität. Und Frieden meint diesen umfassenden Frieden: einmal nach außen, dass es richtig gut läuft mit den Völkern ringsum, und natürlich auch nach innen und nach oben. Ich habe Frieden mit Gott, Frieden untereinander, Frieden mit denen da draußen, und das Ganze eingebettet in absolute Lebensqualität. Das war Gottes Idee.
Die Priester tun ihren Job, würden wir heute sagen: Sie belehren das Volk, predigen und kümmern sich darum, dass die richtigen Opfer gebracht werden, dass das mit Gott und das Zusammenspiel zwischen Gott und seinem Volk funktioniert. Und Gott verspricht: Wenn du das tust, Segen, absoluter Segen. Du kannst, lieber Priester, wenn du dich daran hältst, deiner Berufung gemäß zu leben, zum absoluten Segen werden für dieses Volk, weit über dich hinaus.
Mein Bund mit ihm war das Leben und der Friede, und ich gab sie ihm. Er war voller Furcht, und er fürchtete mich, und vor meinem Namen erschauerte er.
Die Priester, die ersten Priester, die hatten Ehrfurcht vor Gott. Die sind nicht wie die Priester zur Zeit von Maleachi so irgendwie mit Gott umgegangen, so nach dem Motto: na ja, ist alles nicht so wichtig, ja, kann man so sehen oder muss man nicht, aber ach, was Gott will, ja, Gott soll froh sein, dass er überhaupt was kriegt. Nein, die waren vorsichtig. Die hatten Respekt vor Gott. Die haben die Gesetze gelesen, und sie wussten: Wir müssen uns genau daran halten. Nicht nur so ein bisschen in die Richtung gehen, sondern Gott voll und ganz ernst nehmen.
Am Anfang war alles gut. Alles war Leben und Friede.
Das geht dann weiter in Vers 6. Immer noch wird der ideale Priester beschrieben, und hier kommen die drei Punkte, auf die ich eingehen möchte. Wie hätten sie zum Segen werden können, die Priester, und wie können wir zum Segen werden für Menschen?
Da heißt es: Zuverlässige Weisung war in seinem Mund. Der ideale Priester: Da kannst du hingehen und sagen: Sag mal, ich habe da eine Frage. Ich habe das gelesen im Gesetz, man darf da nicht alles essen. Wie ist denn das? Ich habe da einen Lama. Jetzt steht nichts über Lamas im Gesetz. Darf man Lamas jetzt essen oder nicht? Und der Priester hat nachgeschaut, hat überlegt, angewandt, sagt ja oder nein. Gut.
Oder du sagst: Also, ihr habt hier so ein komisches Gewebe. Gilt dieses Mischgewebegebot eigentlich auch bei synthetischen Fasern? Ja, das könnte ja so eine Frage sein. Und der Priester denkt wieder nach und überlegt und sagt es dann. Das sind jetzt fiktive Beispiele, aber ihr versteht: Der Priester kennt das Gebot, die Leute kommen mit ihren Fragen, und zuverlässige Weisung ist in seinem Mund. Er sagt einfach, wo es langgeht.
Und wir merken schon: Dadurch, dass er Ahnung hat und das, was er weiß, weitergibt, wird er zum Segen.
Der zweite Punkt: Und Unrecht fand sich nicht auf seinen Lippen, in Frieden und Geradheit lebte er mit mir.
Das heißt nicht nur, dass er Dinge gesagt hat, die richtig waren, sondern er war einfach durch sein Leben ein Vorbild. Er hat nicht gelogen. Es war kein Unrecht auf seinen Lippen. Und dieses in Geradheit leben mit Gott: Wir kennen das ja. Also, man kann gerade gehen, oder man kann, wenn man nicht so recht weiß, wo man hinwill, so ein bisschen ... Manche machen das auch unter Alkoholeinfluss. Und was Gott sagt: Ich möchte, dass Leute gerade mit mir gehen, dass sie einfach einen geraden Weg mit mir gehen, einen rechten Weg, nicht links und nicht rechts davon abweichen, nicht mal ein bisschen mit Gott spielen und mit jenen Ideen, sondern mit mir gerade ausgehen.
Und der ideale Priester oder die Priester der Anfangszeit haben das einfach gemacht. Sie haben mit Gott gelebt. Das heißt, sie haben nicht nur das Richtige gesagt, ihr Leben war ein Vorbild. Man konnte sie so als Modell sehen, bitte in aller Vorsicht, aber da war doch was dran. Man konnte so ein bisschen sagen: Wenn du es in etwa so machst, wie die das machen, das ist okay.
Und der dritte Punkt: Und viele brachte er zur Umkehr von Schuld.
Das ist ein spannender Gedanke. Der Priester hat nicht nur das richtige Wissen und sagt die richtigen Sachen, er ist nicht nur ein Vorbild durch sein Leben, sondern er hat in seinem Herzen eine Sehnsucht. Er hat eine Sehnsucht danach, dass Menschen, denen es nicht so geht, die mit Gott nicht leben, die Buße nötig haben, dass die zur Buße finden. Er ist nicht desinteressiert an Leuten. Er sagt nicht: Na super, ich habe meinen Frieden mit Gott, ich weiß, wie man es macht, die anderen interessieren mich eigentlich gar nicht. Sondern er hat diesen Wunsch, anderen Menschen zu helfen.
Drei Punkte, die ich hier sehe, wo ich denke: Ist doch spannend. Gott sagt, das war mal, das ist die Vergangenheit. Leute, die das Richtige gesagt haben, die mit ihrem Leben ein Vorbild waren und die an der Stelle ein Herz dafür hatten, dass andere Menschen auch Gott und ein gutes Leben mit Gott finden.
Die Aufgabe der Priester als Boten Gottes
Vers wird hier noch einmal unterstrichen, wie wichtig es ist, dass, wenn der Priester den Mund aufmacht, auch das Richtige herauskommt. Denn die Lippen des Priesters sollen Erkenntnis bewahren, und Weisung sucht man aus seinem Mund; denn er ist ein Bote des Herrn der Herrscher.
Also: Gott gibt den Priester als Boten. Bei Boten denke ich immer an Briefboten. Man mag das verzeihen, aber ich bekomme so oft Post, meistens sogar Amazon-Pakete, und dann kommt der Bote hochgeflitzt, in den ersten Stock. Und ich denke mir bei Boten des Herrn: So ein Briefträger, der kommt und sagt: Hier, für dich! Und du machst auf und kannst mit dem, was drin ist, etwas anfangen. Weißt du, da ist das Richtige drin.
Es ist ja doof, wenn du ein Päckchen aufmachst und da ist, was weiß ich, etwas ganz anderes drin. Ich habe zum Schluss gekauft, hier so ein Ding zum Nudelheben. Wie heißt das Ding? Nee, nicht Nudelholz, das andere, zum Rausheben. Teigscheibe? Nee, nee, nee. Nudel, Nudel, Nudellöffel, Nudellöffel, Nudellöffel. Ich sage mal Nudellöffel. Weißt du, so ein Ding mit Krr, sieht aus wie so eine Hand.
Jetzt stell dir vor, du bestellst so einen Nudellöffel, machst das Päckchen auf, und es ist eine Barbie-Puppe drin. Das ist einfach unerfreulich, weil du ja einen Nudellöffel haben wolltest. Und hier sind die Priester eben solche Typen: Sie sind Boten Gottes. Und Gott schickt sie los mit einer Botschaft, und die Leute reißen die Botschaft auf und denken: Boah, da ist das Wort Gottes drin. Aber das ist kein Wort Gottes. Das ist doof. Denn wenn ich oben kein Wort Gottes in das Leben eines Menschen hineinstecke, kommt unten auch keine Heiligkeit heraus. Und das ist ein Riesenproblem.
Deswegen geht Gott die Priester an dieser Stelle so an. Wir könnten uns ja fragen: Warum macht Gott so ein Fass auf an dieser Stelle? Die armen Priester, ja, Fluch, und gleich so ein Riesending. Na ja, Gott hatte sich das so gedacht: Ich schicke meine Boten, die geben ihre Botschaft ab, die anderen nehmen sie auf, setzen sie um und finden an der Stelle Leben und Frieden. Aber wenn die Boten versagen, dann findet das Volk kein Leben und keinen Frieden. Dann findet sich das Volk plötzlich unter dem Fluch Gottes wieder und im Streit mit Gott. Und das ist das Furchtbare hieran.
Wenn Leitung versagt und das Volk Schaden nimmt
Und deswegen heißt es in Vers 8: Ihr aber seid abgewichen vom Weg, ihr habt viele durch falsche Weisung zum Fall gebracht.
Kommen Leute zu dem Priester und sagen: Wie macht man das denn? Und der Priester sagt irgendetwas. Der tut dann irgendetwas, und sein Leben mit Gott geht kaputt, weil irgendetwas niemandem weiterhilft.
Ihr aber seid vom Weg abgewichen. Eigentlich sollten sie ein Modell sein, ein Vorbild sein. Aber den geraden Weg mit Gott haben sie verlassen. Sie sind irgendwo hingelaufen und haben so ein bisschen ihr Ding gemacht. Sie sind immer noch religiös, keine Sorge, sie sind immer noch im Tempel, sie sind auch noch angestellt, sie stehen noch auf der Payroll, ja, aber sie machen schon lange nicht mehr das, wofür sie eigentlich bezahlt werden. Sie sind abgewichen. Sie sind kein Vorbild mehr. Du kannst nicht mehr sagen: Orientier dich an ihnen.
Ihr habt durch falsche Weisung viele zu Fall gebracht. Der ideale Priester ist ein Vorbild, gibt gute Weisung und wünscht sich, dass Menschen nicht zu Fall kommen, sondern vom falschen Weg wieder auf den richtigen gesetzt werden. Die drehen alles um.
Ihr habt den Bund Levis gebrochen, spricht der Herr der Herrscharen.
Und die Folge davon, das erste, was man schon im Volk mitbekommt, ist in Vers 9: So habe auch ich euch verächtlich und niedrig gemacht vor dem Volk. Also das Volk schaut jetzt auf diese Priester, und in den Augen des Volkes sind die Priester verächtlich. Es ist so: Mit denen kann man nichts anfangen. Und es ist klar, warum. Wenn du eine Priesterschaft hast, die dazu da ist, dass du von ihnen richtige Weisung bekommst, ein gutes Vorbild, dass sie ein Herz dafür haben, dass du richtig mit Gott lebst, und sie tun das nicht, dann wirst du irgendwann anfangen, schlecht über sie zu denken.
Und wenn dann noch Folgendes passiert, was hier steht: Weil ihr meine Wege nicht beachtet und die Person anseht, wenn ihr Weisung gebt. Versteht ihr das? Die Person ansehen, Parteilichkeit.
Person ansehen heißt: Du gehst zu einem Priester und sagst, ich habe da mal ein Problem. Und ich hätte gerne eine Lösung, die mich möglichst wenig kostet, dafür würde ich den Differenzbetrag auch mit dir teilen. Sprich: Du bestichst ihn einfach für eine positive Empfehlung.
Ja, was heißt das? Das machst du dreimal, und danach weißt du, wo du den Priester einzusortieren hast. Und du wirst dreimal vom Priester reingelegt, weil du vielleicht auf der anderen Seite stehst. Du bist dann vielleicht der, der kein Recht bekommt. Du weißt auch, wo du die Priester einzusortieren hast. Der eine weiß es, weil er sie besticht, und der andere, weil er von ihnen geprellt wird. Parteilichkeit. Priester, die einfach ihren Job nicht tun.
Der Sprung in die Gegenwart: Was dieser Text heute bedeutet
Wo kommen wir her? Damals war es der Priester, der eigentlich von Gott dazu gedacht war, zum Segen für sein Volk zu werden. Doch er wird es nicht.
Jetzt wissen wir, dass auch wir Priester sind. Und ich will das jetzt einfach mal an dieser einen Stelle zeigen. Da heißt es in Offenbarung 1. Wir kennen dieses Lied, oder einige von uns kennen auch ein Lied dazu. In Offenbarung 1 heißt es, ich lese das mal vor:
Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern, seinem Gott und Vater.
Also, wir sind irgendwie Priester. Nicht genau wie die im Alten Testament, aber irgendwie halt schon. Und ich versuche mir immer so ein bisschen den Sprung zu wagen: Was kann dieser Text im Alten Testament, wo Priester ihren Job schlecht machen, was kann ich heute noch damit anfangen?
Und ich merke: Wenn die Priester ihren Job richtig gemacht hätten, dann wären sie zum Segen geworden. Und ich merke an der Stelle: Ich möchte zum Segen werden. Es ist wirklich so, und ich bin mir bei euch auch davon überzeugt: Niemand möchte auf seinem Grabstein stehen haben: Gut, dass er weg ist. Wir wollen alle zum Segen werden.
Also schnappe ich mir jetzt einfach mal diese drei Lektionen von den Priestern und sage mir: Okay, anscheinend werden Priester da zum Segen, wo sie zum einen das Wort Gottes kennen und weitergeben. Das scheint irgendwie wichtig zu sein. Also, es muss einen Riesenunterschied machen, ob ich einfach sage, was ich selber denke, das richtig ist, oder ob ich anderen Leuten etwas von dem weitergebe, was ich hier aus dem Wort Gottes herausgefunden habe. Es muss anscheinend einen Unterschied sein.
Der zweite Punkt: die Sache mit dem Vorbild. Anscheinend spielt es eine Rolle, ob ich das, was ich schon verstanden habe, tue oder nicht. Da muss irgendwo etwas dran sein. Es ist gut, nicht nur etwas zu wissen, sondern auch etwas zu tun.
Und der dritte Punkt: Ich werde wahrscheinlich dann zum Segen für Menschen, wenn ich ein Interesse daran habe, dass in ihrem Leben die Sachen besser werden. Versteht mich nicht falsch, ich meine nicht, dass wir immer auf jeden zurennen sollen und sagen: Das ist falsch, und das ist falsch, und das ist falsch. Aber einfach mal so diesen Blick zu haben: Ich kann da zum Segen werden, wo ich etwas merke im Leben eines Menschen und auf eine ganz liebe, einfühlsame, von Gott geführte Weise ihm helfe, da rauszukommen.
Das sind so die drei Aspekte.
Kleine Schritte, die im Alltag Frucht bringen
Und ich habe mir jetzt überlegt: Wie kann man das leben? Und ich war: Wo ist Marco? Da ist Marco.
Ich nehme jetzt mal etwas, was Marco im letzten Hauskreis gesagt hat. Das war ganz lustig. Marco hat etwas über Evangelisation gelernt. An einer Stelle hat er gemerkt: Wie sagt man das? Dann habe ich ja schon evangelisiert. Das waren, glaube ich, deine Worte.
Was meinte er? Er hatte eine Vorstellung von Evangelisation. Evangelisation, das ist so dieses Auf-Leute-Springen, ihnen am besten an einem Abend das ganze Evangelium verkünden und so weiter. Und da meinte er: Das kann er nicht, das will er nicht, das findet er gar nicht so gut.
Dann aber haben wir uns darüber unterhalten, und er merkte: Evangelisation fängt ja schon da an, wo ich einfach meinem Nachbarn mal zuhöre und ihm vielleicht davon erzähle, dass ich in den Gottesdienst gehe. Das ist vielleicht noch nicht die Summe aller evangelistischen Bemühungen, aber da fängt Evangelisation an. Dass ich einfach authentisch mein Leben lebe.
Und ich möchte jetzt diesen Gedanken aufnehmen. Meine Sorge ist: Ich erzähle euch von Priestern, wie sie mit dem Wort Gottes umgehen, wie sie ein Vorbild sind, wie sie Buße wollen, und du denkst dir: Super, klasse, wenn ich mal groß bin, werde ich auch so sein. Am besten: Wie gehe ich mit dem Wort Gottes um? Also wenn ich nicht mindestens das Bibelwissen habe, das ich von Jürgen habe, dann geht gar nichts. Und dann wirst du nicht anfangen. Wenn ich nicht mindestens das Vorbild von XY bin, dann tauge ich als Vorbild nichts. Wenn ich nicht mindestens jede Woche drei Leute zur Buße führe, dann ist mein Interesse an Menschen sowieso minimal.
Das ist meine Sorge, dass wir so rangehen. Wir lesen so einen Text, und weil die Latte so hoch ist, denken wir: Das ist für die anderen, weil es einfach zu hoch ist. Und das ist richtig. Jeder von uns wird im geistlichen Leben solche Schwellen haben, wo er denkt: Das ist mir zu hoch.
Und jetzt mache ich Folgendes: Jetzt werde ich diese Schwelle mal ein bisschen runterbringen, weil sie muss runter. Solltest du Evangelist sein, bleibt sie da oben. Aber wenn du das nicht bist, holen wir sie mal ein bisschen runter.
Was heißt das? Der gute Priester wird zum Segen, wo er gute Weisung gibt. Also einen Umgang mit dem Wort Gottes hat, wo er selber etwas weiß und das, was er verstanden hat, weitergibt.
Ich denke mir: Ich zeige euch meine zwei Freunde. Ich muss sie ab und zu mal wieder zeigen, weil die müssen auch mal an die frische Luft. Das ist der beste Freund im Umgang mit der Bibel. Man liest seine Bibel, und die Stellen, die du verstehst, wo du sagst: Boah, die möchte ich nicht mehr vergessen, da machst du ein Ausrufezeichen an den Rand.
Und wenn da nur alle paar Tage ein Ausrufezeichen kommt, ist das okay. Und mit diesen Versen fängst du an. Du fängst nicht mit den Versen an, die du nicht verstehst.
Ich musste gestern ein Grußwort sagen, und dann habe ich eins vorgelesen, ein Grußwort, das hieß dann: Und das Wort des Herrn wird für Sie sein Zaffla Zaff, Zaffla Zaff, Kaffla Kaff, Kaffla Kaff. Jesaja 28,13. Ich habe noch mehr gesagt als nur diese Stelle vorgelesen. Da musst du kein Ausrufezeichen dran machen, okay? Und wenn du am Ende deines Lebens noch nicht genau weißt, wohin Jesaja an der Stelle will, damit kann man leben.
Aber es gibt viele Stellen, wo man einfach seine Bibel liest. Und dazu möchte ich euch ermutigen: Macht ein Ausrufezeichen an den Rand. Und dann vielleicht den Vers auf ein Bibelverskärtchen schreiben und auswendig lernen, um einfach darauf herumzukauen.
Ich habe volles Verständnis für alle über vierzig, dass das lange dauert, ja? Das ist mein Stapel für dieses Jahr, und die Hälfte davon wird wahrscheinlich noch mein Stapel für nächstes Jahr sein. Aber versteht ihr: Lasst es uns runterbrechen. Lasst uns nicht da oben die Schwelle lassen, sondern lasst uns runter auf einen Vers. Das ist der eine Vers, der mich jetzt beschäftigt. Das ist der Vers, durch den Gott zu mir spricht. Und auf dem kauen wir herum. Und diesen einen Vers verinnerliche ich. Und diesen einen Vers nehme ich mit in den Tag. Und diesen einen Vers kann ich, weil ich ihn verstanden habe, einem anderen sagen und zum Segen werden.
Und dieser eine Vers motiviert mich dazu, eine Sache in meinem Leben anders zu machen und an dieser einen Stelle ein Vorbild zu sein. Ich mag noch nicht in allem ein Vorbild sein. Also, ich bin es zumindest nicht. Es gibt viele Bereiche in meinem Leben, wo ich denke: Du, nicht so gut. Und das ist nicht nur so, dass ich keine Reifen wechseln kann, also nicht nur, weil du gerade schmunzelst. Also nicht nur diese praktischen Dinge, sondern ganz grundsätzlich merke ich: Ich muss noch lernen.
Und ich könnte mich auch zurückziehen und sagen: Dann bin ich halt kein Vorbild. Nein, wir sind an der einen Stelle, wo wir etwas gelernt haben, wo wir etwas umgesetzt haben, werden wir Vorbild. Und das können wir mit einem Interesse an Menschen verbinden. Und wir einfach sagen: Hey, wen hat Gott uns an die Seite gestellt? Nicht dieses Bekehrung-der-ganzen-Welt, aber vielleicht den einen Typen im Lager neben mir. Keine Ahnung, wen ihr habt, ja, die eine Person.
Ein ermutigender Schluss mit Blick auf Beharrlichkeit
Und die Frage, die ich heute zu Beginn in den Raum gestellt habe, ist: Wie werde ich ein Segen?
Wir haben uns die Priester angeschaut. Sie haben es nicht getan. Sie haben falsche Weisung gegeben, sie hatten kein Interesse daran, dass Leute Buße tun, und sie waren mit ihrem Leben kein Vorbild.
Was ich mir wünsche, ist, dass wir rausgehen und mutig sind und sagen: Okay, ich schnappe mir in der nächsten Woche meine Bibel und einen Stift, und ich möchte mindestens einen guten Vers finden. Ich lese einfach so lange, bis Gott mich an einer Stelle gepackt hat. Dann mache ich mein Ausrufezeichen hin. Da kaue ich so lange drauf herum, bis das ein Stück von mir geworden ist. Den lerne ich von mir aus auswendig, ja. Und auch wenn ich ihn bald wieder vergesse, ist das nicht so dramatisch. Es geht um dieses Hineinkommen. Und an der Stelle ändere ich ein bisschen was in meinem Leben, und das gebe ich weiter an andere Leute.
Versteht ihr? Da oben die Schwelle und sagen: Ja, die anderen, zack, wupp. Und mit einem Mal werden wir an einer kleinen Stelle zum Segen.
Und jetzt stellt euch mal vor, du machst das in der nächsten Woche mit einem Vers. Und weil dir das so gut gefällt, weil du denkst: Ich lese jetzt mal so lange, bis ich noch einen zweiten Vers finde, nächste Woche wieder einen kleinen Vers. Ich habe euch das oft vorgemacht, aber ich mache es euch gern noch mal vor. Dann passiert doch Folgendes: Ich gehe einen riesigen Schritt vorwärts. Und dann wieder einen riesigen Schritt vorwärts. Und dann machen wir das einfach. Wir gehen einfach jede Woche einen riesigen Schritt vorwärts.
Wir nehmen uns einen Vers, wir durchdenken ihn, wir verinnerlichen ihn, wir leben ihn, wir gewinnen Freude daran, es mit anderen Menschen zu teilen, und wir gehen diese gewaltigen Schritte vorwärts, die unser Leben verändern. Schritt für Schritt, jeder für sich so lächerlich klein, dass du sagst: Das kann doch keine Bedeutung haben. Aber du lebst es ein Jahr lang und zwei. Und du lässt dich von diesem Kurs nicht abbringen. Das ist das Entscheidende.
Beharrlichkeit ist der Clou, dieses Dranbleiben, dieses: Okay, ich habe wieder zehn Verse nicht verstanden, aber da kam einer, den habe ich verstanden, und den nehme ich. Und dann kommen wieder zehn, die du nicht verstehst, mag sein. Und dann kommt wieder kaffla kaff, zaffla zaff, und du denkst dir bl, und du machst einfach weiter, weil es kommt wieder einer, wo du sagst: Ha, hab ich.
Und Stück für Stück werde ich zu jemandem, der, weil er einen Vers nach dem anderen versteht, erst mal die, die leicht sind, und dann die, die ein bisschen schwieriger sind. Und plötzlich findet sich auf meiner Zunge, wenn mich jemand fragt: Wie machst denn du das? Und plötzlich kommt: So macht man das. Dann denkt sie: Huch, wo kommt denn das her? Ja, ich habe da mal was darüber nachgedacht. Ich mache das so in meinem Leben, ich kann dir das sagen.
Okay, der Gedanke heute war, euch zu ermutigen, Gemeinde nicht zu sehen als eine Gruppe, wo ein paar Cracks vorne weglaufen und man irgendwo so im Windschatten versucht, dranzubleiben, sondern als einen Ort, wo wir alle dazu berufen sind, an der Stelle, wo Gott uns hingestellt hat, zum Segen zu werden.
Wir haben uns das schlechte Vorbild der alten Priester geschnappt und haben uns überlegt, was wir besser machen könnten. Und ich möchte euch zu drei Dingen ermutigen: eure Bibel zu lesen, so zu lesen, dass da etwas bei euch herauskommt. Und wenn das ein Vers die Woche ist, reicht das. Wenn es zehn sind, sind sie auch gut, ja. Und wenn du viel schaffst, kannst du auch hundert essen, mir Wurst. Aber so, dass dein Leben davon bereichert wird. Das, was du weißt, was du gelernt hast zu tun, und es mit einer tiefen Liebe zu Menschen zu verbinden, die das, was du gelernt hast, noch nicht wissen.
In diesem Sinn wünsche ich euch das. Okay?
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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