Serie•Teil 52 / 53Lukas-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und Rahmung der Predigt
Ich freue mich, bei euch zu sein. Für alle Gäste: Mein Name ist Jürgen Fischer. Ich bin nicht immer hier, aber immer mal wieder. Und in den letzten fünf Jahren haben wir uns damit beschäftigt, das Lukasevangelium Stück für Stück durchzugehen. Und für einige ist es vielleicht eine gute Nachricht: Wir sind fast am Ende.
Also, vorletzte Predigt zum Thema Lukasevangelium. Wer schon einmal aufschlagen will: Lukas 24,13 und folgende. Und wer die Geschichte schon kennt: Es geht um die Emmausjünger. Das steht auch in vielen Kinderbibeln. Das ist jetzt nicht so überraschend, was ich heute so erzählen möchte.
Die Geschichte fängt an mit zwei Jüngern. Wir befinden uns kurz nach der Auferstehung, aber irgendwie hat das noch keiner so richtig verstanden. Zwei Jünger, die auf dem Weg sind, total frustriert. Das ist der Start der Geschichte. Und am Ende dieser Geschichte sind die beiden extrem hoffnungsvoll. Das heißt: eine Geschichte, die irgendwie depri anfängt und mit sehr viel Zuversicht aufhört.
Ich möchte heute zwei Dinge auf einmal probieren. Ich bin gespannt, ob das klappt, aber ich werde es trotzdem probieren. Ich möchte gerne mit euch den Text durchgehen, also Schritt für Schritt, und zeigen, was der Text sagt, ihn euch vorstellen. Aber ich möchte ganz grundsätzlich den Text benutzen, um mit euch darüber nachzudenken, was es heißt, dunkle Zeiten zu durchleben. Deswegen ist der Titel der Predigt heute auch: Vom Umgang mit dunklen Zeiten.
Ich will damit anfangen, diesen Begriff dunkle Zeit mal so ein bisschen zu definieren, aus der Sicht der Jünger heraus. Was ist so eine dunkle Zeit? Schauen wir uns an, was die beiden Jünger erleben, und ihr werdet merken, was ich mit dem Begriff meine.
Lukas 24,13-14
Und siehe, zwei von ihnen gingen an diesem Tag nach einem Dorf mit Namen Emmaus, sechzig Stadien von Jerusalem entfernt. Und sie unterhielten sich miteinander über dies alles, was sich zugetragen hatte.
Sechzig Stadien rechnet man heute nicht mehr. Gut elf Kilometer. Ich stelle mir das so vor: zwei, drei Stunden Spaziergang. Und wenn man schon miteinander unterwegs ist, dann tauscht man sich aus, man redet einfach miteinander.
Da heißt es dann in Vers 15:
Und es geschah, während sie sich unterhielten und miteinander überlegten, dass Jesus selbst nahte und mit ihnen ging; aber ihre Augen wurden gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.
Ich habe diese Geschichte oft gelesen, und ich kann euch bis heute nicht genau sagen, wie das sein kann. Da ist Jesus plötzlich. Und ich glaube, dass Jesus auch nach der Auferstehung nicht so ganz anders aussah. Aber da ist Jesus plötzlich bei ihnen, und vielleicht liegt es irgendwo an der Kleidung, vielleicht liegt es an der Beleuchtung, aber sie können ihn irgendwie nicht erkennen.
Und dann habe ich darüber nachgedacht: Na ja, vielleicht liegt es einfach daran, dass man nicht mit ihm gerechnet hat. Ich mache mal ein Beispiel: Stell dir vor, du gehst zum Netto. Und du stehst da an der Kasse, und vor dir steht eine Frau, vielleicht sogar mit einem kleinen Kind, und die sieht irgendwie aus wie Her Royal Highness Catherine Duchess of Cambridge, Frau von William. Und sie steht da vor dir und du denkst die ganze Zeit: Ist sie es oder ist sie es nicht? Aber Netto, verstehst du ja? Das passt einfach nicht. Das Setting stimmt einfach nicht. Und deswegen würdest du nie die Frau vor dir fragen: Entschuldigung, sind Sie die Kate? Das macht man einfach nicht.
So ähnlich ist das hier auch. Weil, wenn du schon die Kate nicht im Netto erwartest, wie viel weniger erwartest du jemanden, der gestern noch tot war oder der richtig tot war, jetzt neben dir auf der Straße, wo du wusstest: Da hat jemand Eisennägel durch seine Füße gebohrt, und er läuft ja ganz normal neben dir her.
Das ist übrigens für alle, die sagen, Jesus hat nur geschlafen. Ha ha ha. Ha dir so ein Ding durch die Beine, und dann gehst du zwei Tage später, wenn du gut geschlafen hast, irgendwie mal elf Kilometer spazieren. Nein, das tust du nicht. Du rechnest nicht damit. Und deswegen: Selbst wenn das so ähnlich aussah wie Jesus, ich glaube, das Letzte, woran du denkst, ist, dass das tatsächlich Jesus sein könnte.
Die Lage der Jünger als Bild für dunkle Zeiten
Niedergeschlagenheit, zerbrochene Hoffnung und Ratlosigkeit
Ver 17. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr im Gehen miteinander wechselt? Und sie blieben niedergeschlagen stehen.
Ich bin ja noch dabei zu definieren, was eine dunkle Zeit ist. Das erste Element, das zu einer dunklen Zeit gehört, ist Niedergeschlagenheit. Da sind Dinge passiert, die diese Jünger einfach überfordert haben. Da waren Eindrücke, die sie einfach überwältigt haben. Sie reden miteinander, um das irgendwie zu verarbeiten, und jetzt kommt einer und sagt: Ja, was redet ihr da?
Und wenn diese Frage kommt, wirst du mit deinem Innersten konfrontiert. Sie sind so niedergeschlagen. Stellt euch das vor: Sie sind eben noch beim Laufen und sind so niedergeschlagen, dass sie irgendwie gar nicht mehr weiterlaufen können. Sie sind völlig kraftlos. Das ist der eine Aspekt einer dunklen Zeit: völlige Niedergeschlagenheit.
Und dann geht das Wort weiter, in den Versen 18 bis 21: Einer aber mit Namen Kleopas antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige, der in Jerusalem weilt und nicht weiß, was dort geschehen ist in diesen Tagen? Völlig unverständlich. Wie kann es jemanden geben in oder um Jerusalem, der nicht weiß, was passiert ist?
Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesus, dem Nazarener, der ein Prophet war, mächtig im Werk und Wort, vor Gott und dem ganzen Volk, und wie ihn die Hohenpriester und unsere Obersten überlieferten, dass er zum Tod verurteilt würde, und ihn kreuzigten. Wir aber, ja, wir aber, wir aber hofften, dass er der sei, der Israel erlösen solle. Doch auch bei alledem ist heute der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist.
Könnt ihr das hören, dieses „Wir aber hofften“? Das sind Menschen, die sind nicht nur niedergeschlagen, sondern die hatten eine Hoffnung. Und diese Hoffnung hat sich in Luft aufgelöst. Diese Hoffnung ist völlig kaputt. Sie dachten, Jesus ist der Messias. Sie dachten, das ist der Erlöser Israels. Sie dachten, jetzt beginnt das Reich Gottes so in Macht und Herrlichkeit. Sie dachten, wir sind irgendwie Teil eines großen Ganzen, so einer ganz neuen Entwicklung. Jetzt bricht etwas an von unglaublicher Schönheit, von unglaublicher Andersartigkeit. Wir dachten, und ich weiß nicht, was noch alles, dass jetzt alles möglich ist.
Und mit einem Mal: Sie haben diesen Superhelden, Jesus, und mit einem Mal ist er plötzlich weg. Aber nicht nur weg, er wird gekreuzigt, er ist gestorben, er wird tatsächlich verscharrt, einfach weg. Und mit Jesus verschwinden ihre Träume, mit Jesus verschwinden ihre Hoffnungen. Diese ganze Vorfreude, die da war: Jetzt geht es los!
Erinnert euch mal, eine Woche vorher, eine gute Woche vorher: Sie ziehen mit Brimborium und Pauken und Trompeten in Jerusalem ein, das Volk steht da und schreit: Siehe, da kommt er im Namen des Herrn, jetzt geht es richtig los! Und anderthalb Wochen später: alles kaputt! Und du gehst alleine, du schleichst dich alleine aus Jerusalem raus und weißt nicht genau, was jetzt noch kommt, und da ist nichts mehr. Da ist nichts mehr übrig geblieben von deinen Hoffnungen, absolut nichts. Da ist nur Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit.
Und noch etwas kommt dazu, und das macht den dunklen Tag dann richtig dunkel, die Verse 22 bis 24: Aber auch einige Frauen von uns haben uns aus der Fassung gebracht, die am frühen Morgen bei der Gruft gewesen sind, und als sie seinen Leib nicht fanden, kamen und sagten, dass sie auch eine Erscheinung von Engeln gesehen hätten, die sagten, dass er lebe. Und einige von denen, die mit uns sind, gingen zu der Gruft und fanden es so, wie auch die Frauen gesagt hatten; ihn aber sahen sie nicht.
Niedergeschlagen, hoffnungslos und irgendwie ratlos. Wenn alles irgendwie normal ist, dann müsste der doch da jetzt im Grab drin sein. Aber nicht mal das stimmt. Die Frauen erzählen was, Petrus und Johannes waren dort und haben das gesehen, irgendwie leer. Einige sagten Engel. Ja, Engel ist immer so eine schöne Rede, wenn die anderen die Engel sehen, ist immer gut. Wenn ich sie selber nicht sehe, wird es schwierig.
Ratlos. Da passt einfach gar nichts mehr zusammen. Sie verstehen einfach überhaupt nicht mehr, worum es hier geht. Sie sind völlig überfordert. Und das ist das, was ich mit einer dunklen Zeit meine. Wenn du in einen Moment deines Lebens hineinplumpst, wo du emotional niedergeschlagen bist, wo du den Blick nach vorne verloren hast, weil du sagst: Ich weiß nicht, wie ich hier rauskommen soll, ich weiß nicht, wo das hingehen soll, und wenn das, was du erlebst, einfach nicht zusammenpassen will: hoffnungslos, niedergeschlagen und ratlos. Das ist das, was ich mit dunkler Zeit meine.
Und ich glaube, dass dieser Text uns, weil er diesen Übergang zeigt von dunkler Zeit am Anfang und hoffnungsvoll am Ende, zwei gute Tipps mitgibt und dann vielleicht noch so etwas wie eine praktische Hilfe, um mit dunklen Zeiten richtig umzugehen.
Der erste Tipp hat damit zu tun, mit dem, was Jesus jetzt tut. Was macht er denn? Jesus geht mit ihnen da auf dem Weg, hat sich noch nicht als Jesus geoutet. Dann lesen wir in Vers 25: Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen und Trägen Herzens, zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und von Mose und von allen Propheten anfangend erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf.
Jesus wird dasselbe noch einmal tun. Ich springe mal in die Verse 44 bis 46. Er wird nämlich noch einmal seinen Jüngern erscheinen, also wahrscheinlich noch viel öfter, aber noch einmal berichtet uns Lukas, und da heißt es dann: Er sprach aber zu ihnen: Dies sind meine Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen. Dann öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstünden, und sprach zu ihnen, Vers 46: So steht geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen aus den Toten.
Was ist das Problem der Jünger? Das Problem der Jünger besteht darin, dass sie, Jesus sagt, unverständlich sind und irgendwie träge sind. Träge darin, Betonung auf: alles zu glauben, was die Propheten geschrieben haben. Das Problem der Jünger besteht nicht darin, dass sie überhaupt nicht glauben, sondern sie haben sich aus der Summe dessen, was man über den Messias glauben kann, das herausgenommen, was ihnen gefallen hat. Aber sie waren nicht bereit, alles zu glauben, was die Propheten über den Messias geschrieben haben.
Sie hatten eine biblische Vorstellung vom Messias als dem Erlöser Israels, aber bestimmte Aspekte des Messias, vor allem da, wo es ums Leiden ging, da hat man den Eindruck, und Jesus wirft ihnen das vor, das wollten sie einfach nicht hören. Und jetzt kommt Jesus und muss sie genau darauf hinweisen. Er muss ihnen sagen: Hört mal her, ist es nicht so, dass ihr jetzt in diesem Moment niedergeschlagen seid, weil euer Messias gestorben ist? Aber ist es nicht so, dass es für diese Niedergeschlagenheit überhaupt kein Fundament gibt? Es steht doch im Alten Testament drin, dass der Messias sterben und leiden muss. Das steht doch drin! Und nur weil ihr das nicht hören wollt, weil ihr diesem Aspekt nicht glauben wollt, deswegen seid ihr niedergeschlagen.
Wir kennen solche Stellen. Ich lese sie immer wieder gerne vor: Jesaja 53, ab Vers 5, da heißt es: Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Das steht über dem Messias da. Er wird leiden, er wird durchbohrt werden, man wird die Nägel durch seine Knochen jagen, man wird ihn zerschlagen, die Strafe lag auf ihm, zu unserem Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Das steht im Alten Testament.
Natürlich: Wenn ich das nicht hören will, wenn der Messias für mich nur Superman sein darf, unverwundbar, unkratzbar, einer, der durch die Wand geht und nicht mal eine Schramme hat. Wenn ich diese Vorstellung habe, dann wird das Kreuz alles, was ich glaube, in Schutt und Asche legen. Aber die Propheten haben etwas ganz anderes gesagt. Da heißt es in Vers 7, immer noch Jesaja 53: Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern, und er tat seinen Mund nicht auf. Und dann heißt es am Ende von Vers 8: Denn er wurde abgeschnitten vom Land der Lebendigen. Ja, was heißt das denn? Das heißt, er wird umgebracht.
Und dann geht es noch einen Schritt weiter in Vers 9, Jesaja 53,9: Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab, aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod. Hallo, und du erwartest einen Messias, der kommt, in Jerusalem einzieht, schnipp, schnapp, und die Römer sind raus und Israel wird zu Glanz und Gloria geführt? Das steht nicht im Alten Testament, jedenfalls nicht so. Und genau das muss Jesus ihnen sagen.
Und deswegen: Wenn du durch schwierige Zeiten gehst, der erste Tipp, den dieser Text dir gibt, ist: Lass deine falschen Erwartungen bitte korrigieren. Ich erlebe in der Seelsorge öfter als mir lieb ist Christen, deren Leben von einer unglaublichen Erwartungshaltung geprägt ist, die in keinem vernünftigen Verhältnis steht zu dem, was die Bibel über das Leben eines Jüngers sagt. Christen, die eigentlich mit der Idee in die Seelsorge kommen, hier auf der Erde den Himmel zu finden.
Und wenn ich dieses Denken habe, dann wird jeder kleine Schicksalsschlag von mir wahrgenommen als Abweichung von einer Norm. Ich habe die Norm festgelegt, und ich habe mir quasi selber meinen Maßstab von Glück definiert, wie ich glücklich zu sein habe. Und wenn es mir dann nicht so kommt, dann sind ganz schnell die Zweifel da, ob Gott es gut mit mir meint.
Ich erlebe Christen, und das sagt man oft nicht so nach außen hin, aber da wird gelebt mit einer Haltung: Gott muss doch. Und wenn Gott dann mal nicht tut, was ich glaube, dass er muss, weil er nämlich erstens nicht muss und zweitens gesagt hat, dass er das nicht tut, dann wird es schwierig. Dann kommt diese Frage: Wo ist denn jetzt Gott? Und die Antwort lautet: Er ist die ganze Zeit an deiner Seite. Genau wie Jesus hier bei den Jüngern.
Das ist die eine Seite. Aber damit du ihn erkennen kannst, musst du die Wahrheit erkennen. Du musst begreifen, wie das Leben wirklich funktioniert. Dunkle Zeiten verlieren ihre Aggressivität, und sie verlieren ihre Unverständlichkeit, wenn ich mir klar mache, dass sie zwar auf der einen Seite absolut böse und irgendwie auch fies und gemein sind. Ich will das nicht gutreden: Eine dunkle Zeit bleibt böse, fies und gemein, und sie fühlt sich einfach nicht gut an. Aber eines muss mir klar sein: Es gibt hier auf der Erde für uns keine Verheißung, dass es uns gut geht.
Das heißt, wenn du durch dunkle Zeiten gehst, bitte, dann stell dich nicht vor Gott hin und sage: Das darf nicht sein. Ich gebe dir mal drei Kostproben von dem, was Jesus uns verheißt hat. Da heißt es zum Beispiel im Matthäusevangelium, Kapitel 10, Verse 16, 21, 22. Das ist die Rede, wo Jesus davon spricht, dass er seine Jünger aussenden wird in diese Welt. Matthäus 10, Vers 16: Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe, das sagt Jesus. Und wenn man sich das mal so ein bisschen vorstellt, was das heißt: Du bist so ein kleiner Mäh-Mäh, ja, und du gehst in so ein Wolfsrudel da mitten rein. Dann erwarte nicht, dass die Wölfe sagen: Take five. Das machen die nicht. Sondern das, was passieren wird: Sie werden dich beißen.
Und dann heißt es in Vers 21 und 22: Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tod überliefern, und der Vater das Kind, und Kinder werden sich erheben gegen die Eltern und sie zu Tode bringen, und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen. Entschuldigung, das steht in der Bibel. Also für den Fall, dass du Leute hast, die dich nicht mögen, und das kommt aus deiner eigenen Familie: Es steht hier. Stell dich bitte nicht hin und sag: Gott, das finde ich jetzt total doof. Es ist die Realität.
Und wenn du mit der falschen Erwartung rangehst, mich muss jeder lieb haben, weil ich ja jetzt Christ bin. Wir sind so ein netter Kerl geworden, ja, vorher war ich schlecht, aber jetzt bin ich gut. Da steht genau das Gegenteil. In Apostelgeschichte 14, Vers 22, eine der ersten Lektionen, die Apostel Paulus einer jungen Gemeinde beibringt, da kommt er von der ersten Missionsreise zurück, besucht Gemeinden, die gerade entstanden sind, und sagt ihnen: Apostelgeschichte 14,22: Sie befestigten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen.
Ist dir das klar? Der Weg ins Reich Gottes ist schwer, er wird nicht leicht. Jesus spricht von einem schmalen Weg, den wir gehen, von einem Weg, der eng ist, wo man sich so ein bisschen durchschubbern muss, wo man an der Seite blutig wird.
2. Korinther 12 noch eine Stelle, und dann lasse ich euch damit in Ruhe, weil es geht mir nur darum zu zeigen, dass wir manchmal mit Erwartungen vor Gott treten, was Gott tun muss, und Gott hat gesagt: Du, ich will ja viel tun, aber nicht in dieser Welt. Warte noch, bis das hier rum ist, und dann geht es richtig ab. Aber hab eine vernünftige Vorstellung von dem, was hier in dieser Welt passiert und was hier in dieser Welt auf dich zukommen kann.
Paulus, wo man ja eigentlich denken müsste: Na, das ist der, wenn es einem gut geht, weil er viel geleistet und viel bewirkt hat, dann Paulus. Aber was sagt Paulus? Er sagt, 2. Korinther 12,7: Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, der mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. Klasse Sache.
Also: Du glaubst, du hast ein Recht auf Harmonie in der Familie? Die Bibel sagt: Nein. Du glaubst, du hast ein Recht auf ein entspanntes Leben? Die Bibel sagt: Nein. Du glaubst, du hast ein Recht auf körperliche Kraft, dass dir nie etwas passiert? Nein, hast du nicht. Warum auch immer. Und es gibt tausend Gründe, warum Dinge passieren, wie sie passieren. Mir geht es heute nicht darum, Leid zu erklären. Mir geht es darum, dass wir, wenn wir in dunkle Zeiten hineinkommen, uns klar machen: Wenn ich Jesus sehen will, der die ganze Zeit an meiner Seite ist, dann ist der erste Schritt in einer dunklen, für mich von Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Ratlosigkeit geprägten Zeit, dass ich mich damit beschäftige, was hat Jesus eigentlich gesagt? Ist das, was mir hier begegnet, okay oder nicht okay?
Und wenn wir feststellen, dass das okay ist, dann macht das die Situation vielleicht noch nicht leichter. Ich muss immer noch durch. Die beiden Jünger hier sind immer noch ohne ihren Messias unterwegs, sie wissen immer noch nicht, was auf sie zukommt. Aber du kannst schon mal sagen: Okay, Jesus hat das vorher gesagt, und ich möchte anfangen, die Stellen in der Bibel zu glauben, die mir eigentlich unangenehm sind, damit nicht dann, wenn es unangenehm wird, Jesus mich fragen muss: Sag mal, warum bist du so träge im Glauben? Was hält dich eigentlich davon ab?
Und wenn du das jetzt so für dich feststellst, dass du vielleicht so jemand bist, der Erwartungen ans Leben hat, die einfach aus der Luft gegriffen sind, wenn du vielleicht in deinem Innersten denkst: Ich möchte einer sein, der ohne Tränen, ohne Schmerz, ohne Leid hier irgendwie durchkommt, ohne Verluste. Wenn du denkst: Ich bin der Erste, der in der Ewigkeit ankommt, und Gott kommt mit seinem himmlischen Taschentuch und sagt: Ich möchte dir deine Tränen abwischen, und du sagst: Ich habe keine. Es war immer alles gut. Wenn du glaubst, dass du der bist, dann muss ich dich heute enttäuschen: Das steht nicht in der Bibel.
Es ist eigentlich genau andersherum. Wenn du glaubst, das Leben ist so eine Mischung aus Ponyhof und Wunschkonzert, wo du dir was wünschen darfst, und dieses ganze Gerede von der geistlichen Waffenrüstung, die wir anlegen müssen, von einem leidenden Messias, der eine Gemeinde berufen hat, in seine Fußstapfen zu treten und sein Leiden zu teilen, wenn das dein Denken ist, und das musst du nicht offen aussprechen, aber wenn es so ist, dann muss ich dich heute wirklich enttäuschen. Für diese beiden Jünger besteht der erste Schritt in der Aufarbeitung ihrer Niedergeschlagenheit darin, dass sie ihre Erwartungen korrigieren lassen. Das ist der erste Schritt.
Aber nur der erste, es sind zwei. Denn einfach nur zu wissen, dass das Leid, das ich erfahre, etwas ist, was zu diesem Leben als Jünger dazugehört, das ist nicht genug. Man könnte auch sagen: Wissen ist gut, aber Wissen ist nicht alles. Wir brauchen das, was in der Geschichte gleich kommen wird. Wir brauchen geöffnete Augen. Augen, die mitten im Leid nicht nur sagen: Okay, ich bin halt Jünger und Jüngern geht es halt so. Wir brauchen einen Tick mehr. Wir brauchen geöffnete Augen dafür, dass wir auf dem Weg hier durch diese Welt nicht alleine sind.
Es gibt ein vielleicht das bekannteste Stück Bibel dürfte Psalm 23 sein, behaupte ich mal, ja, das oder das Vaterunser, die werden sich so die Waage halten, ja: Der Herr ist mein Hirte. Stimmt. Und dann liest man diesen Psalm, und da kommt am Anfang dieses Schöne, und er führt mich zum stillen Wasser, da ist die grüne Au, und du denkst dir: Sonne, Grün, Wasser. Und dann geht die Geschichte aber weiter im Psalm 23, und da kommt plötzlich das Tal des Todesschattens. Und du denkst dir: Was macht das denn da? Also ich meine: Grün, hell, Wasser, Tal des Todesschattens. Das ist die Realität.
Die Realität ist, dass unser Leben aus beidem besteht. Und die Tatsache ist, die Gott uns auch vermitteln will durch diesen Psalm, dass ein guter Hirte jederzeit, egal ob es hell ist oder dunkel, immer bei seiner Herde bleibt und dass wir darauf vertrauen dürfen, dass Jesus genau das tut in unseren dunkelsten Zeiten.
Und die Frage ist: Wie wird aus einem Rabbi, der ihnen die Bibel erklärt, den beiden Jüngern, wie wird aus einem Rabbi der Auferstandene? Oder wie wird aus Wissen um Auferstehung die Gewissheit der Auferstehung? Ich lese einfach mal weiter, Lukas 24,28-31: Da heißt es: Und sie nahten dem Dorf, wohin sie gingen, und er stellte sich, als wolle er weitergehen. Und sie nötigten ihn und sagten: Bleibe bei uns, denn es ist gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot und segnete es, und als er es gebrochen hatte, reichte er es ihnen. Und jetzt kommt’s: Ihre Augen aber wurden aufgetan, und sie erkannten ihn, und er wurde vor ihnen unsichtbar.
Woran erkennen sie Jesus? Frage: Woran? Ich kann noch Vers 35 vorlesen. Da sind sie schon wieder zuhause, und sie erzählten, was auf dem Weg geschehen war und wie er von ihnen erkannt worden war am Brechen des Brotes. Es ist eine etwas geheimnisvolle Geschichte. Jesus sagt: Ich würde gerne weitergehen, sagt er, komm rein, es ist schon dunkel. Er kommt rein, und dann setzt er sich hin, er bricht das Brot, er gibt es ihnen, und in diesem Moment macht es bei ihnen Klick und nimmt dann so weg. Witzig, oder? Es macht klick und weg. Sie erkennen ihn, und er verschwindet.
Es gab zugegebenermaßen etwas früher, in Vers 32, da steht schon mal, dass ihr Herz brannte. Wo ist das hier? Vers 32: Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete und wie er uns die Schriften öffnete? Irgendwie, als dieser unbekannte Rabbi ihnen erzählt hat, wie das alles zusammenpasst, da war schon so ein Kribbeln. Aber dieses Kribbeln, dieses Verstehen, reicht nicht, um Leid und Not aus der Dunkelheit so richtig ins Licht zu führen.
Aus Hoffnungslosigkeit wird Zuversicht in dem Moment, wo man Jesus auf eine ganz persönliche Weise erlebt. Und das Spannende dabei ist, dass er ein Zeichen verwendet, das er in Lukas 22,19 verwendet hat. Das ist das letzte Abendmahl. Das letzte Abendmahl redet davon, dass Jesus Brot nimmt, und dann heißt es: Und er nahm Brot, dankte, brach es und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wurde.
Das ist dieser Moment. Eben noch Rabbi, und dann tut er dieses Zeichen, und ich denke, es ist diese Geste, die sie daran erinnert, was Jesus getan hat. Und wenn man sich überlegt, was heißt das, dass Jesus Brot bricht und gibt, was ist mit diesem Zeichen des gebrochenen Brotes verbunden? Jesus sagt: Es ist mein Leib, der für euch gebrochen wird. Wenn Brot gebrochen wird, dann ist das Abendmahl ein Zeichen dafür, dass Jesus für uns gestorben ist.
Und jetzt wird es spannend, denn Jesus möchte uns mitten im Leid, da wo es dunkel um uns herum wird, begegnen als der, der nicht nur so ein besser wissender Rabbi ist, sondern er möchte uns begegnen als der Messias, der gelitten hat. Wenn wir leiden, wenn wir von dunklen Zeiten sprechen, dann kennt Jesus pechschwarze Nacht. Und das möchte er uns mitten im Leid zeigen. Er möchte uns zeigen, was er durchgemacht hat. Er möchte uns daran erinnern, dass er als der leidende Messias in unserem Leid bereitsteht, weil er weiß, was wir durchmachen, weil er sich nicht aus dem Staub macht, wenn es uns schlecht geht, um uns in unserem Leid zu trösten.
Er möchte uns zeigen, dass er uns zuerst geliebt hat und berufen hat zu diesem Leben, wo wir ihn immer wieder mitten im Leid finden dürfen, wo er uns mitten im Leid begegnet. Und ich glaube, dass dieses Brotbrechen noch mehr zum Ausdruck bringen will, weil es ja auch ein Abendessen ist, wo er mitten im Leid als der Geber wahren Lebens uns begegnen möchte, um uns zu stärken, um uns mit dem, was er getan hat, in unserem Leid zu stärken und zu sagen: Der Weg, der vor dir liegt, das ist ein Weg, den gehen wir gemeinsam. Da bin ich der gute Hirte, der dich durch dieses Tal des Todesschattens bringt.
Was bringt mich durch dunkle Zeiten? Ich denke, es sind zwei Tipps. Zum einen, dass ich meine falschen Erwartungen korrigieren lasse. Wenn du das nicht tust, wirst du irre an den dunklen Zeiten, weil du ständig glaubst, dass hier etwas total unfair und falsch ist. Das Zweite, vielleicht noch Wichtigere, ist, dass wir Zeit und Raum schaffen müssen, um Jesus ganz persönlich, ganz intim zu begegnen, wo er uns zeigen darf, was er für uns getan hat.
Und dann gibt es vielleicht so als Schmankerl hintendran noch so einen praktischen Tipp. Ich lese Ihnen mal vor, Vers 33, Lukas 24, Vers 33 und 34, denn in dem Moment, wo sie mitten in ihrer Hoffnungslosigkeit kapieren, was eigentlich Sache ist, kapieren, dass Jesus wirklich der Lebendige, der Auferstandene ist, da machen die Jünger folgendes: Und sie standen zur gleichen Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Ich vermute etwas schneller, als sie rausgelaufen sind. So richtig hurtig hurtig zurück. Und sie fanden die Elf und die mit ihnen waren versammelt. Die sagten: Der Herr ist wirklich auferweckt worden und dem Simon erschienen. Und sie erzählten, was auf dem Weg geschehen war.
Also, in dem Moment, wo du mitten im Leid Trost gefunden hast, wenn du weißt: Jesus hat mich aufgerichtet, ich sage dir einen ganz praktischen Tipp: Wenn du das erlebt hast, dann sage es anderen weiter. Ich glaube, wir müssen, und das ist ein Ausdruck von Gemeinschaft in Gemeinde, dafür ist vielleicht sogar Gemeinde überhaupt da, wir müssen uns immer wieder jeden Sonntag neu zusprechen, dass wir einen lebendigen Herrn haben.
Und wenn du gerade mal so ein bisschen hoffnungsvoller bist als die anderen, und das gibt es ja, der eine ist mal up, der andere ist mal down, wenn du gerade gut drauf bist, dann geh doch zu den anderen hin und sag: Hey, ich erlebe das gerade, dass Gott mich mitten im Leid gestärkt hat. Und wenn du das gerade nicht spüren kannst, ey, ich kann dir sagen: Begegne ihm, komm unter das Kreuz. Wenn ich dir irgendwie dienen kann, ich erzähle dir gerne, was bei mir war, aber ich möchte dir Anteil geben an meiner Freude.
Es ist das Großartige des Christseins, nicht, dass wir kein Leid haben, sondern dass das Leid der Moment ist, wo wir Gott begegnen, wo er uns trösten kann. Das ist das Fantastische daran. Und von daher: Die Probleme sind für die Jünger nicht vom Tisch, sie wissen nicht, was morgen kommt. Wenige Tage vorher haben die Einflussreichen Jesus umgebracht. Was kommt denn jetzt? Eine Christenverfolgung oder eine Jesus-Nazarener-Anhängerverfolgung? So etwas steht das auf dem Programm? Das wissen sie nicht.
Und trotzdem macht es einen Riesenunterschied, ob wir hoffnungslos in die Zukunft schauen, nicht genau wissen, was hier passiert, und völlig niedergeschlagen sind, oder ob die Puzzlesteine in unserem Leben Sinn ergeben und wir hoffnungsvoll nach vorne blicken können und nicht ratlos sind, sondern gespannt auf das, was Gott in unserem Leben und durch unser Leben machen wird.
Deswegen möchte ich euch zum Schluss einfach drei Fragen mitgeben, für euch ganz persönlich.
Die erste Frage: Gibt es in deinem Leben unrealistische Erwartungen ans Leben? Also wo du dir wirklich so deinen christlichen Ponyhof zusammenspinnst. Wenn ja, schmeiß das raus, lass das korrigieren. Ich sage euch, was mir hilft: Mir hilft die Zeitschrift von Open Doors, wo es um verfolgte Christen geht. Das hilft mir, einen realistischen Blick auf das zu bekommen, was es heißt, Christ zu sein in dieser Welt.
Erste Frage.
Zweite Frage: Bist du jemand, der das gelernt hat, in schwierigen Zeiten Zeit für Jesus zu reservieren, um ihm auf eine ganz persönliche, intime Weise zu begegnen? Das Fiese an schwierigen Zeiten ist, dass man oft aus der Gemeinschaft und aus dem Gebet wegläuft. Hast du das gelernt, dass du genau in die andere Richtung zu laufen, dahin zu laufen, wo Jesus sich dir als leidender Messias offenbaren und mitten im Leid dir das Brot reichen darf, um dich zu stärken? Hast du das gelernt? Und wenn nicht, was wirst du tun, um diese Lektion, die so wichtig ist, zu lernen?
Dritte und letzte Frage: Bist du vielleicht gerade aber auf der anderen Seite total happy, total glücklich, hast vielleicht eine Woche hinter dir, wo du sagst: Yeah, das war einfach nur cool? Bist du bereit, heute hier das Kaffeetrinken dazu zu verwenden, um andere Leute zu ermutigen, vielleicht die, die so ein bisschen in der Ecke stehen und die sich nicht so trauen, anderen in die Augen zu schauen? Ich möchte dir das ans Herz legen. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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