Serie•Teil 4 / 5Die Opfer
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung: Zwischen Gewöhnung und Gewissen
Wann hast du zuletzt gesündigt? Hier verschiedene Typen von Menschen. Ich weiss nicht, wie es dir geht, ob dir spontan etwas einfällt oder ob du im Kopf sofort weisst: Na ja, ich sündige irgendwie jeden Tag, aber ich weiss nicht, ich merke es eigentlich gar nicht mehr.
Ich bin eher so ein Typ: Ja, ich weiss, dass mir Sünde vergeben ist, und mir fällt es oft nur noch bei ziemlich krassen Sachen auf. Wenn ich dann merke, dass ich jemanden verletzt habe, fällt mir das noch auf. Aber im Alltag habe ich mich so daran gewöhnt, dass Sünde sowieso vergeben wird, dass mir oft auch kleinere Sachen gar nicht mehr so richtig auffallen. Ich weiss nicht, wie es dir geht.
Und dann gibt es genau den gegenteiligen Typen, der ständig in sich hineinschaut, ob er nicht irgendetwas falsch gemacht hat, und irgendwie ständig bedrückt herumläuft, weil er den Eindruck hat: Boah, ich bin so schlecht, und ich habe schon wieder gesündigt. Ja, es gibt ganz gegensätzliche Menschen, von ihrem Charakter her und von ihrem Bewusstsein her, wie wir mit Sünde umgehen.
Und ich möchte heute mit euch aus dem Alten Testament etwas anschauen, einen Aspekt davon, wie Gott möchte, dass wir ein Bewusstsein von Sünde haben. Das Thema ist: Gott möchte, dass wir uns unserer Sünde bewusst sind, dass wir uns bewusst sind, dass wir aus Vergebung leben.
Ich weiss, dass es ein zwiespältiges Thema ist, weil wir auf der anderen Seite, wie gesagt, nicht dauernd in uns hineinschauen und uns nicht dauernd von Sünde quälen lassen sollen. Der Herr hat gesagt, dass wir Vergebung haben und dass unser Leben von Freude geprägt sein soll. Aber auf der anderen Seite möchte Gott, glaube ich, dass wir uns immer wieder unserer Sünde bewusst werden, damit wir uns überhaupt noch über Vergebung freuen können.
Weisst du, wenn mir meine Sünde nicht bewusst ist, dann sitzt du sonntags morgens in der ersten Stunde da und dankst dem Herrn, dass er für dich gestorben ist, und irgendwann sagt dein Gefühl: Ja, warum eigentlich? Gibt es da irgendetwas, wofür ich danken muss? Ist das wirklich alles so schlimm? Weil natürlich nicht nur unser Kopf, unser Kopf hat eine tolle Theologie, aber irgendwie so eine Stufe darunter ist es manchmal schwierig, Gott anzubeten und ihm zu danken für seine Vergebung, wenn uns Sünde gar nicht mehr wirklich vor Augen steht.
Na ja, ich möchte mit euch ein bisschen hineinschauen in 3. Mose 4 und 5. Da geht es darum, was ein Israelit im Alten Testament tun sollte, wenn er gesündigt hat, wenn er sich seiner Sünde bewusst geworden ist.
Also, die, die öfter hierher kommen, die haben schon mal etwas gehört über 3. Mose 1. Da ging es darum, wenn Menschen zum Ausdruck bringen wollen, dass ihr ganzes Leben Gott gehören soll. Und über 3. Mose 2, wo es darum ging, wie es ist, wenn jemand irgendwie das Bedürfnis hatte, Gott etwas zu schenken. Und in 3. Mose 3, wenn jemand wirklich den Wunsch hatte, Gemeinschaft mit Gott zu haben und ihm seine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen.
In 3. Mose 4 und 5 geht es um die Frage: Wie ist es, wenn ich gesündigt habe und wenn ich zu Gott komme, um zum Ausdruck zu bringen: Ich bin mir dieser Sünde bewusst, und ich weiss, dass ich Vergebung brauche?
Ich möchte einfach heute Morgen nur ein paar Aspekte aus diesen zwei Kapiteln anschauen, weil die zwei Kapitel viel zu lang sind, um sie ganz ausführlich zu behandeln. Das ist auch gut für mich, weil ich nicht jedes Detail darin verstehe. Eigentlich könnte man sagen: Zwei Kapitel, wir hatten schon drei. Aber wenn man mal die Verse zählt oder die Sätze oder, sagen wir ganz einfach im Deutschen, die Seiten, dann sieht man, dass diese zwei Kapitel länger sind als die drei, die wir vorher gelesen haben.
Also, wenn es um Opfer geht, und es geht um Opfer, dann sieht man, dass Sünde und Schuld einfach ein grosses Gewicht haben in diesen Opfern am Anfang vom dritten Buch Mose.
Die biblische Unterscheidung von Verfehlung und Schaden
Ja, ganz kurzen Überblick: Wenn wir Kapitel vier anschauen und Vers eins lesen, da steht: Und der Herr redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israel und sprich: Wenn jemand aus Versehen sündigt gegen irgendeines der Verbote des Herrn, die nicht getan werden sollen, und irgendetwas von ihnen tut.
Und dann kommen verschiedene Fälle. Da wird ganz stark unterschieden, wer sündigt. Und das Erste, was auffällt, und das möchte ich nur in einem Nebensatz erwähnen, ist, dass es im Alten Testament nur Opfer gibt für Sünden, die aus Versehen begangen werden.
Jetzt kann man darüber diskutieren, was alles unter Versehen fällt. Aber was auf jeden Fall nicht unter Versehen fiel, das Alte Testament nennt es so, wenn jemand mit erhobener Hand sündigt. Also wenn jemand wirklich sagt: Nein, das verdränge ich, und das tue ich trotzdem. Selbst das würde vielleicht noch unter Versehen gelten im Alten Testament. Aber wenn jemand sagt: Ich weiß, Gottes Tat ist es verboten, und ich mache es trotzdem. Was du sagst, ist mir egal. Dafür gab es im Alten Testament überhaupt kein Opfer.
Eigentlich, wenn es wirklich so deutlich war, gab es da nur ein Todesurteil. Da gab es gar keine Rettung mehr. Das ist ein toller Unterschied im Neuen Testament, weil ich habe schon den Eindruck, dass ich, und vielleicht der eine oder andere von euch, das in seinem Leben irgendwann schon mal gemacht hat. Und das ist schon eine coole Botschaft des Neuen Testaments, dass alle Sünde, auch die, die im Alten Testament nicht vergeben werden konnte, durch das Blut Jesu vergeben werden kann. Aber das ist nur ein Nebenaspekt.
Opfer für das Volk und für den Einzelnen
3. Mose, Kapitel 4: Wenn man die ersten 21 Verse anschaut, dann sieht man hier, ich würde es einmal das große Sündopfer nennen. Es war der Fall, wenn der Hohepriester sündigt oder wenn das ganze Volk gesündigt hat. Das heißt, wenn das Volk Israel gemeinschaftlich insgesamt gemerkt hat: Wir haben gegen Gott gesündigt. Hier gab es ein großes Opfer, so ähnlich wie an diesem großen Versöhnungstag, an dem pauschal einmal im Jahr ein Sündopfer dargebracht wurde. Was hier ein ähnliches Opfer ist, vielleicht sogar noch ein bisschen wertvoller, wenn dem ganzen Volk die Sünde bewusst geworden ist. Darüber reden wir heute nicht, vielleicht ein andermal.
Dann geht es ab 3. Mose 4,22 bis 5,13 um das individuelle Sündopfer, das heißt wirklich, wenn jemand sündigt. Ich meine, es fängt an, wenn ein Fürst sündigt. Vielleicht betrifft uns das auch nicht so sehr, weil wir alle nicht so wirklich Fürsten sind. Und in Vers 27 steht dann, wenn jemand vom Volk des Landes aus Versehen sündigt. Also das betrifft uns dann sehr individuell, und das werden wir uns kurz angucken.
Dann geht es in 3. Mose, Kapitel 5, ab Vers 14 bis zum Ende des Kapitels, verstärkt um das Schuldopfer. Es ist ganz interessant, dass im Alten Testament eine Unterscheidung gemacht wird zwischen Sündopfer und Schuldopfer. Auch in der Aufzählung dieser Opfer wird das dann in Kapitel 6 und 7 so unterschieden: Sündopfer und Schuldopfer. Die erste Frage ist heute Morgen: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Sünde und Schuld? Vielleicht ein Beispiel für Schuld, vielleicht fangen wir damit an, weil es für uns einfacher ist.
Was Schuld bedeutet und warum sie ernst ist
Ich lese einmal 3. Mose 5,20. Da führt Gott einige Punkte einfach an. Das sind, denke ich, nur Beispiele, aber an den Beispielen können wir uns etwas vorstellen.
3. Mose 5,20:
Und der Herr redete zu Mose und sprach: Wenn jemand sündigt und Untreue gegen den Herrn begeht, indem er seinem Nächsten ein anvertrautes Gut ableugnet oder ein Darlehen oder etwas Geraubtes, oder wenn er von seinem Nächsten etwas erpresst hat, und wenn er Verlorenes gefunden hat und es ableugnet und falsch schwört über irgendetwas von allem, was ein Mensch tun mag, um sich daran zu versündigen, dann soll es geschehen, wenn er gesündigt und sich verschuldet hat, dass er das Geraubte zurückerstattet, das er geraubt hat, oder das Erpresste, das er erpresst hat, oder das Anvertraute, das ihm anvertraut worden ist, oder das Verlorene, das er gefunden hat, oder alles, worüber er falsch geschworen hat. Er soll es nach seiner vollen Summe erstatten und dessen Fünftel darüber hinzufügen. Wem es gehört, dem soll er es geben am Tag des Schuldopfers.
Also, was ist Schuld? Das ist für uns alle, glaube ich, sehr einsichtig. Was ist Schuld? Schuld ist im Alten Testament, ich sage es einmal ganz pauschal, wenn ich jemanden geschädigt habe. Ich stehe sozusagen in der Schuld von jemandem, weil ich ihm einen Schaden zugefügt habe. Das kann materiell sein, das kann natürlich auch nicht materiell sein.
Und wir alle sehen das spontan ein: Das ist schlecht. Ich habe jemandem etwas weggenommen. Wir hätten Pause, der hat so eine schöne Bibelhülle. Er war Kaffee trinken, und hinterher ist die Bibelhülle weg. Und ich habe eine mehr. Vielleicht muss ich die Gemeinde wechseln, damit es nie auffällt, mit welcher Bibelhülle ich jetzt herumlaufe. Vielleicht habe ich auch mehrere Bibeln und kann es dann zu Hause verwenden. Und ich habe jemanden geschädigt.
Die meisten von uns sagen: Das ist nicht gut. Das ist Schuld. Ich bin ihm jetzt eine Bibelhülle schuldig, plus nach dem Alten Testament ein Fünftel vom Wert dazu. Und wenn ihr in der Gesellschaft herumfragen würdet, dann würdet ihr an diesem Punkt ein großes Einverständnis finden. Also eine relativ breite Mehrheit würde sagen: Ja, da hört meine Freiheit auf, wo jemand anderes wirklich zu Schaden kommt. Das würde ein gewisses Einverständnis finden.
Und wie gesagt, das bezieht sich natürlich auch auf nicht materielle Dinge. Wenn ich jemandem einfach, weil ich schlecht über ihn geredet habe, wirklich geschadet habe, weil er jetzt in den Augen anderer Leute irgendwie einen schlechten Ruf hat, dann ist das Schuld. Wenn ich mit jemandem in einem Gespräch so umgegangen bin, dass er einen Knacks gekriegt hat, und ich ihm wirklich Schaden zugefügt habe durch den Hass, die Ablehnung, die er irgendwie gespürt hat, dann ist das Schuld.
Wir kommen darauf zurück, wie man ein Fünftel davon darüber hinaus zurückerstatten kann. Aber das bezeichnet die Bibel als Schuld.
Sünde als innere Verschiebung
So, aber was ist Sünde? 3. Mose 5,1
Und wenn jemand sündigt, dadurch, dass er die Stimme des Fluches hört, und er war Zeuge, sei es, dass er es gesehen oder gewusst hat, wenn er es nicht anzeigt, so soll er seine Ungerechtigkeit tragen. Oder wenn jemand irgendetwas Unreines anrührt, sei es das Aas eines unreinen wilden Tieres oder das Aas eines unreinen Viehs oder das Aas eines unreinen kriechenden Tieres, und es ist ihm auch verborgen, so ist er unrein und schuldig usw.
Hier sagt Gott: Aber mein Maßstab, das, was ich schon schlimm finde, fängt nicht auf der Ebene an, wo jemand anderes konkret geschädigt wird. Mein Problem mit euch fängt da an, wo sich etwas bei euch negativ verändert, selbst wenn es in dem Augenblick noch gar nichts mit jemand anderem zu tun hat.
Ich sage ein Beispiel: Jemand erzählt dir etwas Negatives über einen Bruder oder eine Schwester. Oder über einen Kollegen. Und im ersten Augenblick ist deine Reaktion: Ich will das gar nicht hören. Vielleicht ist derjenige, über den es erzählt wird, dir sympathisch. Vielleicht hast du ein relativ gutes Bild von ihm und möchtest es dir gar nicht kaputt machen lassen. Und du hörst dir das an. Es wäre vielleicht auch extrem unhöflich, sich in dieser Situation nicht anzuhören. Es gibt verschiedene Situationen. Und innerlich ist deine erste Reaktion: Ich möchte mich davon nicht beeinflussen lassen.
Und ein paar Tage später merkst du, dass sich in deinem Denken, in deinem Empfinden dem gegenüber, über den es erzählt wurde, doch irgendwie etwas verändert hat. Du begegnest ihm ein Stück kritischer, vielleicht ohne dass er das merkt. Das ist erst einmal etwas, was nur in dir stattfindet. Das nennt die Bibel Sünde.
Wenn ich es den anderen dann spüren lasse und wenn er merkt, dass unser Verhältnis nicht mehr so unbelastet ist wie vorher, dann ist das Schuld. Da schädige ich ihn. Aber auch wenn das nur in mir ist und ich ein Stück abgewichen bin von dem Ideal innerlich, wie Gott eigentlich möchte, dass ich über den denke, dann ist diese Abweichung von dem Ideal Gottes in mir Sünde.
Viele kennen dieses Beispiel, nicht alle, aber viele kennen die Bergpredigt. Da ist auch dieses Beispiel: Wenn ich jetzt, auf Männer bezogen, eine Frau ansehe, sie zu begehren, habe ich schon die Ehe mit ihr gebrochen. Das ist ja ein Fall, wo noch niemand geschädigt worden ist. Sie ist nicht geschädigt worden, solange ich ihr das nicht gezeigt habe. Ihr Ehemann ist nicht geschädigt worden, weil ich ihm nichts weggenommen habe. Vielleicht kann ich sogar vermeiden, dass meine Frau geschädigt wird, indem ich relativ schnell das wieder aufräume. Trotzdem sagt Gott: Für ihn ist es schon Ehebruch.
Es ist etwas, was noch niemand anders gemerkt hat, was eigentlich erst einmal nur mich betrifft: mein Denken, mein Empfinden, meine Wünsche. Und ich kann euch was sagen: Wenn ihr mit dieser Frage zu euren Kollegen geht, in die Gesellschaft, werdet ihr nicht mehr so viel Übereinstimmung finden, dass das wirklich schlimm ist, wie beim ersten Punkt, wie wenn es um Schuld geht, oder? Wir werden sagen: Spinnst du? Ich meine, du hast nicht mal jemanden geschädigt, du hast bloß irgendwelchen Gedanken nachgegangen. Was soll daran so schlimm sein?
Hier am Anfang von 3. Mose 5, wo Beispiele für Sünde aufgezählt werden, geht es sehr stark um Dinge, die einfach von außen an mich herantreten und wo Gott sagt: Die verunreinigen mich. Warum? Wir sind nicht unbeeinflusst in dem, wie wir denken und empfinden, von dem, was wir sehen und womit wir uns beschäftigen, bewusst oder manchmal auch einfach so, ohne dass wir irgendetwas dafür können. Wir gehen einfach irgendwo vorbei, wir hören einfach ein Gespräch ein Stück mit und werden dadurch beeinflusst.
Und die Bibel sagt im Alten Testament: Wir werden oft negativ beeinflusst. Und die kleinen Veränderungen, die das in uns bewirkt, nennt die Bibel schon im Alten Testament Sünde. Es ändert unsere Einstellung Menschen gegenüber, das habe ich schon gesagt. Es ändert, du guckst irgendwelche Filme an, und es ändert ein bisschen, vielleicht ohne dass du das groß merkst, dein Empfinden für Gut und Böse. Meine Güte, wie viele Leute, die nicht verheiratet waren, hat jeder von euch schon miteinander ins Bett steigen gesehen im Film. Und ihr glaubt wirklich, das lässt euer Empfinden für gut und böse unbeeinflusst? Ich nicht. Also meines ist es nicht unbeeinflusst. Und das ist nur das klassische Beispiel. Es ist genauso Umgang mit Gewalt oder was immer, es gibt ja ganz viele Dinge.
Und Gott sagt: Das Stück, wo dein Empfinden weggerückt wird von dem, wie es eigentlich sein sollte und wie ich dich gemacht habe und wie ich empfinde, dieses Stück Abstand von dem, wie ich dich eigentlich gemacht habe, wie du vielleicht an dem Punkt vorher warst, das ist Sünde. Und wenn es sich dann so auswirkt, dass jemand anders dadurch geschädigt wird, dann wird es zu konkreter Schuld.
Und Gott findet Schuld schlimm, wie wir alle ein Stück weit Schuld schlimm finden, weil er hasst es, wenn wir Menschen schädigen und wenn Menschen, die er lieb hat, geschädigt werden. Aber Gott findet auch Sünde schlimm. Gott hat uns gemacht, er hat uns gemacht nach seinem Bild, und er findet es schlimm, wenn wir nicht mehr so sind wie er. Außerdem weiß Gott, wie oft aus Sünde, wie oft aus den Verschiebungen in unserem Denken und Empfinden konkrete Schuld entsteht, und darum hasst er schon die Sünde, nicht erst die Schuld.
Wenn jemand gesagt hat, dass es weh tut, das wilde Tier in seiner Höhle, das Gott bis in seine Höhle hinein verfolgt. Wenn wir uns die Geschichte anschauen und wenn wir viele, viele Beispiele aus unserer Umgebung sehen, dann wissen wir, wohin Sünde führt, wohin diese kleinen Änderungen in unserem Denken und Empfinden letzten Endes führen. Und weil Gott es noch besser weiß als wir, hasst er Sünde.
Das war mein erster Punkt: Unterschied zwischen Sünde und Schuld, zwischen Sündopfer und Schuldopfer.
Die Abstufungen der Opfer und Gottes Blick auf unser Bewusstsein
Wenn wir das jetzt durchlesen würden, diese zwei Kapitel, was wir nicht tun, dann merken wir, dass es sehr verschiedenartige Opfer gibt. Gott legt großen Wert darauf, beim Sündopfer zu zeigen, dass man manchmal einen Widder opfern muss, dann einen Stier, dann ein Schaf oder eine Ziege, und manchmal reicht es sogar, eine Handvoll Mehl zu opfern.
Und dieser Unterschied bei den Opfertieren im Alten Testament, was bedeutet das? Oft ging es genau um dieselbe Sache. Es ging ganz selten um die Schwere der Schuld an dieser Stelle, sondern ich glaube, es geht um etwas anderes. Es geht darum, welches Sündenbewusstsein Gott von uns erwartet. Oder wie soll ich das sagen: welches Sündenbewusstsein Gott meint, von uns erwarten zu können.
Ich sage euch ein paar Beispiele. Dieses große Sündopfer, wenn das ganze Volk gesündigt hat, ich habe das vorhin schon gesagt, ist eigentlich in vielem sehr ähnlich wie der große Versöhnungstag, der einmal im Jahr stattfand. Bei diesem großen Sündopfer für das ganze Volk wurde ein Rind geschlachtet. Beim großen Versöhnungstag wurde letzten Endes männliches Kleinvieh geschlachtet. Hier in 3. Mose war bei dem großen Sündopfer also ein wertvolleres Opfer erwartet als beim großen Versöhnungstag. Warum?
Ja, der große Versöhnungstag, so stelle ich mir das jetzt vor, war etwas, was jedes Jahr einfach passiert ist. Es war erwartet, dass man in einem Jahr Gott dafür dankt und alle Sünden vor ihn bringt. Und Gott erwartet das, und Gott erwartet ein Sündenbewusstsein. Aber vielleicht waren die ganzen Sünden, für die man da Opfer brachte, irgendwie schon ein paar Monate her. Man tat das einmal im Jahr. Und Gott sagt: Wenn ihr konkret kommt, hier in 3. Mose 4, und ihr wisst, was ganz Konkretes, was jetzt passiert ist und wofür ihr jetzt ein Opfer bringen zu müssen meint, dann erwarte ich von euch ein größeres Sündenbewusstsein, als wenn ihr einen Rückblick auf ein Jahr haltet.
Beides war auf einem relativ hohen Niveau, aber es gibt eine gewisse Abstufung. Was Akutes erwartet Gott ein höheres Sündenbewusstsein, eine tiefere Betroffenheit, als bei etwas Prinzipiellem. Das ist nur ein Beispiel.
Wenn jemand persönlich ein Opfer bringt, dann war es bei Sünde das Höchste, was er bringen konnte, letzten Endes ein Schaf oder eine Ziege. Weibliche Tiere, Entschuldigung, das ist anders als bei Menschen: Weibliche Tiere im Alten Testament waren immer so ein bisschen weniger wert als die entsprechenden männlichen Tiere. Das hat etwas mit Landwirtschaft zu tun. Also das Höchste der Gefühle bei einem Sündopfer war ein Schaf oder eine Ziege.
Bei einem Schuldopfer musste man immer einen Widder bringen. Das heißt, Gott sagt: Wenn du jemanden geschädigt hast, wenn du Schuld auf dich geladen hast, erwarte ich prinzipiell ein höheres Sündenbewusstsein von dir, als wenn es irgendwie, wir haben das ja schon gesehen, ein bisschen schwierig einzusehen ist. Warum ist etwas, was nur in mir ist, so schlimm? Gott sagt: Ja, ich erwarte von euch auch, dass Schuld für euch schwerer wiegt als Sünde. Aber trotzdem erwarte ich von euch auch Sündenbewusstsein.
Und dann gibt es innerhalb von Sünde diese Abstufung. Wie gesagt, das Höchste ist Schaf oder Ziege, und dann geht es ein Stück runter bis zu zwei Tauben, wenn man zu arm ist für ein Schaf oder für eine Ziege. Und dann, wenn man sogar zu arm ist für zwei Tauben, dann konnte man sogar nur Mehl darbringen, in dem Bewusstsein, dass irgendwo ja schon mal etwas geopfert worden ist. Wir kommen darauf zurück.
Und die Frage ist: Was heißt an dieser Stelle Armut? Ich glaube, Armut heißt an dieser Stelle symbolisch einfach, dass mein Bewusstsein für die Sünde nicht so groß ist, wie Gott es sich eigentlich wünscht. Wenn wir nicht mehr merken, wie weh Gott manches tut, was in unseren Gedanken drin ist und was in unseren Wünschen drin ist, dann sind wir in einer gewissen Weise arm vor Gott.
Aber wisst ihr, was das Coole ist? Gott sagt: Und wenn du, selbst wenn du nur ein ganz kleines Sündenbewusstsein hast, wenn du in dieser Beziehung wirklich arm bist vor Gott und mit diesem ganz kleinen Bewusstsein für Sünde trotzdem zu mir kommst und sagst, ich habe überhaupt ein Bewusstsein für Sünde, und bringst mit diesem bisschen Überzeugung deine Bitte um Vergebung und ein Bekenntnis, sagt Gott: Und ich werde ihm vergeben.
Irgendwie drückt Gott in dieser Abstufung in 3. Mose 4 und 5 aus: Eigentlich wünsche ich mir mehr, eigentlich wünsche ich mir tieferes Sündenbewusstsein. Aber selbst wenn nur wenig da ist, wenn es überhaupt da ist, dann werde ich es annehmen, und dann werde ich vergeben.
Ich fand es total schön, weil so ist unser Gott.
Ein konkreter Fall aus dem Alltag des Volkes
Okay, das war so ein paar, das war der zweite Teil, so ein paar Sätze zum Thema: Warum gibt es da so viele verschiedene Opfer?
Jetzt möchte ich aber mit euch doch noch einen Fall einfach durchlesen: 3. Mose 4,27. So als Einleitung quasi zu dem, wenn jemand aus dem Volk, also jemand ganz Normales wie du und ich, aus Versehen sündigt. Wie war das im Alten Testament?
Vers 27:
Und wenn jemand vom Volk des Landes aus Versehen sündigt, indem er eines von den Verboten des Herrn tut, die nicht getan werden sollen, und sich verschuldet, und seine Sünde ihm kundgetan worden ist, die er begangen hat, so soll er seine Opfergabe bringen, eine Ziege ohne Fehl, ein Weibchen, für seine Sünde, die er begangen hat. Und er soll seine Hand auf den Kopf des Sündopfers legen und das Sündopfer schlachten an dem Ort des Brandopfers. Und der Priester nehme von seinem Blut mit seinem Finger und tue es an die Hörner des Brandopferaltars, und all sein Blut soll er an den Fuß des Altars gießen. All sein Fett soll er abtrennen, so wie das Fett vom Friedensopfer abgetrennt wird, und der Priester soll es auf dem Altar räuchern zum lieblichen Geruch dem Herrn. So tue der Priester Sühne für ihn, und es wird ihm vergeben werden.
Ein paar Punkte dazu.
Erster Punkt:
Im Gegensatz zu den ersten Opfern, zumindest mal Brandopfern und Speisopfern, wo man einfach Gott etwas schenken wollte, steht nirgends, dass das Sündopfer freiwillig ist. Gott erwartet es, dass, wenn wir gesündigt haben, wenn uns Sünde bewusst wird, dass wir zu ihm kommen, dass wir es ihm bekennen, dass wir ihn um Vergebung bitten. Das ist nichts Freiwilliges im Alten Testament. Das ist etwas, was Gott einfach erwartet.
Zweiter Punkt:
Hier wird betont, wir haben das gelesen: Und er soll seine Hand auf den Kopf des Sündopfers legen und das Sündopfer schlachten an dem Ort des Brandopfers. Und Gott legt hier ganz viel Wert darauf, das Sündopfer mit dem Brandopfer zu vergleichen. Er sagt extra: An dem Ort des Brandopfers soll es gebracht werden.
Was war das Brandopfer? Das Brandopfer war: Ich lege meine Hand auf den Kopf eines Opfers, das ich Gott darbringe, das ich ganz verbrenne, wo ich sage: Gott, mein ganzes Leben soll dir gehören. Beim Friedensopfer haben wir gesehen: Man legt seine Hand auf den Kopf eines Opfers, man schlachtet dieses Opfer, man gibt gewisse Teile Gott, und den ganzen Rest isst man selber auf.
Was ist also das Gemeinsame zwischen Sünd- und Brandopfer? Das Gemeinsame ist: Ich kriege gar nichts von dem Opfer. Das Sündopfer wird zwar nicht ganz verbrannt, sondern von den Priestern gegessen, aber ich kriege als Opfernder überhaupt nichts davon. Genau wie beim Brandopfer gehört letzten Endes das ganze Opfer Gott und dem Heiligtum.
Was drückt es aus? Im Brandopfer drücke ich aus, dass mein ganzes Leben Gott gehören soll. Im Sündopfer drücke ich aus, dass mein ganzes Leben Gott verfallen ist. Nochmal: Im Brandopfer drücke ich aus, dass ich einfach so begeistert bin von Gott, dass ich mein ganzes Leben Gott geben will. Im Sündopfer drücke ich aus, dass ich verstanden habe, dass ich eigentlich den Tod verdient habe und dass ich, wenn Gott mich überhaupt am Leben lässt, eigentlich mein ganzes Leben für Gott leben muss, schon aus Dankbarkeit für diese Vergebung.
Ein Mann kommt oder eine Frau kommt und bringt hier in diesem Fall eine Ziege und legt die Hände auf den Kopf dieser Ziege und schlachtet dieses Tier. Und dieses Tier wird weggenommen, und ein kleiner Teil wird verbrannt, und ein größerer Teil ist einfach weg für das Heiligtum.
Und das, was jemand ausgedrückt hat im Alten Testament, ist: Ich komme mit meiner Sünde, und ich weiß, ich habe eigentlich verdient, dafür umgebracht zu werden, das Todesurteil zu erdulden. Aber wenn Gott mich am Leben lässt, dann soll mein ganzes Leben für das Heiligtum sein. So wie diese Ziege von den Menschen, die im Heiligtum Gottes leben und arbeiten, gegessen wird, so soll mein ganzes Leben für das Heiligtum Gottes sein. Aus Dankbarkeit dafür, dass er mich überhaupt am Leben gelassen hat, dafür, dass er mich gerettet hat vor der Verdammnis.
Das war das, was er an Opfern im Alten Testament ausgedrückt hat: Mein Leben ist Gott verfallen, ich habe kein eigenes Anrecht mehr auf mein Leben. Ich bin vom Strick, ich bin vom elektrischen Stuhl, ich bin vom Kreuz, welche Todesart du dir immer aussuchen würdest, gerettet worden durch Begnadigung, und die einzig vernünftige Antwort ist, dass mein Leben dem gehört, der mich begnadigt hat.
Und es hat schon Parallelen zu uns, oder?
Das Opfertier stirbt hier an der Stelle des Opfernden. Und der Priester nehme von seinem Blut mit seinem Finger und tu es an die Hörner des Brandopferaltars. Ja, es gibt ein Opfer, das Kraft hat. Und all sein Blut soll er an den Fuß des Altars gießen. Irgendwie ein nettes kleines Detail, was sich unterscheidet vom Brandopfer und vom Friedensopfer. Dem Brandopfer und Friedensopfer wurde das Blut an die Wand des Altars gesprengt. Wenn irgendjemand vorbeikam, sah er das Blut und sagte: Wow, jemand hat Gott freiwillig Opfer gebracht. Beim Sündopfer wird nichts an die Wand des Altars gesprengt, es wird an dem Fuß des Altars ausgegossen. Es ist etwas Demütigendes.
Aber was schön ist: Hier steht es bei all diesen Opfern, bei dieser Aufzählung, wenn wir 3. Mose 4 und 3. Mose 5 durchgehen würden, am Ende von Vers 31: Und es wird ihm vergeben werden. Dann ist es das Gleiche für ein Schaf, Ende von Vers 35: Und es wird ihm vergeben werden. Ich habe bestimmt etwas vergessen, aber Kapitel 5, Vers 10 beispielsweise, wenn die Tauben dargebracht werden, für jemand, der zu arm ist für ein Schaf oder für eine Ziege: Und es wird ihm vergeben werden. Vers 13: Wenn jemand nur eine Handvoll Mehl darbringen kann, weil er sonst nichts hat, und so tut der Priester Sühne für ihn wegen seiner Sünde, die er begangen hat, in einem von diesen, und es wird ihm vergeben werden.
Vergebung, Dankbarkeit und die bleibende Bedeutung des Opfers
Wisst ihr, Gott möchte, dass wir mit unserer Sünde zu ihm kommen. Er möchte, dass wir unsere Sünde bekennen. Er möchte, dass wir möglichst viel Bewusstsein dafür haben, wie schlimm Sünde in den Augen Gottes ist. Und er möchte uns vergeben.
Er möchte, dass wir wirklich mit diesem Wissen nach Hause gehen, so wie damals der Israelit mit dem Wissen nach Hause ging: Mir ist vergeben.
Ja, wir wissen aus dem Neuen Testament, dass das Blut von Schafen und Böcken niemals Sünden wegnehmen kann. Aber Gott möchte ein Bewusstsein für Sünde. Er möchte nicht, dass wir leichtfertig darüber hinweggehen. Er möchte aber auch nicht, dass wir uns ständig damit quälen. Er möchte, dass wir immer wieder mit unserem Bewusstsein für Sünde zu ihm kommen. Und er möchte, dass das Einfluss auf unser Leben hat, dass wir wirklich verstanden haben, was Vergebung ist.
Und ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich weiß nicht, was für ein Bewusstsein von Sünde du in deinem Leben hast und was für ein Bewusstsein davon, was für eine Befreiung es ist, Vergebung zu bekommen.
Mit Schuld in deinem Leben ist es so: Wir haben gelesen, dass man ein Schuldopfer bringen sollte, um auszudrücken, dass man sich seiner Schuld bewusst ist. Und dann sollte man seine Schuld zurückbezahlen und noch zwanzig Prozent draufzahlen. Ich meine, das empfinden wir als gerecht. Wer kann über die zwanzig Prozent streiten? Vielleicht würdest du fünfzehn Prozent gerechter finden oder fünfzig, ich weiß es nicht genau. Aber es ist schon gerecht, wenn du jetzt meiner Frau die Bibelhülle geklaut hast. Und du gibst sie nach zwei Jahren zurück und sagst: Na ja, tut mir leid, da hast du sie wieder. Dann hat man schon den Eindruck: Na ja, so eine gewisse Leihgebühr für zwei Jahre wäre irgendwie schon angebracht, oder?
Aber ich habe das vorhin schon angedeutet: Wie ist es, wenn du jemanden nicht materiell geschädigt hast? Hast du mit jemandem in deiner Jugend ein Verhältnis angefangen? Und irgendwann wurde dir sehr klar, dass das nicht passt, und du hast das aufgelöst. Und wenn du ehrlich bist, weißt du, dass es ihm einen gewissen Knacks gegeben hat in seinem Leben, in seinem weiteren Leben. Und jetzt sagt Gott: Jetzt bezahl das mal zurück, und zwanzig Prozent mehr. Wie würdest du das machen? Gar nicht. Es gibt Sachen, die können wir nicht zurückbezahlen.
Und ich finde es gewaltig, das zu wissen: dass Gott das Sündopfer für uns zur Verfügung gestellt hat und dass Gott das Schuldopfer für uns zur Verfügung gestellt hat. Wisst ihr, da kommt dieser Mann, der so arm ist, dass er nur eine Handvoll Mehl bringen kann. Und das ist eigentlich das schönste Symbol in dieser ganzen Abhandlung über das Sündopfer: Er hat so wenig Empfinden für Sünde, und er hat so wenig, womit er für seine Sünde bezahlen kann.
Und Gott sagt: Ich nehme dieses Mehl. Und der Priester soll es opfern auf dem Altar. Da steht in Kapitel 5, Vers 12: Und er soll es zu dem Priester bringen, und der Priester nehme davon seine Handvoll, zum Gedächtnis, und räuchere es auf dem Altar, auf den Feueropfern des Herrn.
Jemand kommt mit dieser Handvoll Mehl, mit seinem Bewusstsein: Ich habe gesündigt. Ich habe eigentlich nichts, um dafür zu bezahlen. Und dann sagt Gott: Weißt du, auf dem Altar ist schon ein Opfer. Da ist schon ein Opfer verbrannt worden für dich. Und ich nehme einfach dein bisschen Mehl und räuchere es darauf, einfach als Erinnerung daran, dass du anerkannt hast, dass du ein Opfer brauchst. Ein Opfer brauchst, das du nicht hast. Und ich nehme dieses Mehl und verbrenne es auf den Feueropfern, die schon auf dem Altar sind.
Und an vielen Stellen, wenn ich wenig Bewusstsein für Sünde habe oder wenn ich das Bewusstsein habe, dass ich Gott eigentlich nichts dafür zu bringen habe, dann ist das Einzige, was ich ihm bringen könnte, irgendwie mein ewiges Leben. Und Gott sagt: Ich vergebe dir, weil du gekommen bist. Und es ist schon ein Opfer auf dem Altar. Gewaltig!
Das ist einer der Gründe, warum ich sonntags in der ersten Stunde bin und Gott anbete, weil da schon ein Opfer auf dem Altar ist. Und dann komme ich zu Gott mit Schuld, mit Schuld, die mir bewusst ist, aus meiner Vergangenheit oder meiner Gegenwart. Und ich weiß, ich kann es eigentlich nicht gut machen. Ich kann es nicht zurückbezahlen. Ich kann keine zwanzig Prozent drauflegen. Wie soll ich das machen?
Und dann zu wissen: Jesus ist mein Schuldopfer geworden. Jesus hat gesagt: Ich nehme diese Schuld, und ich werde dafür geradestehen. Und Leute, ich weiß nicht, wie er das in jedem Fall macht. Ich weiß nicht, wo ich dir Schaden zugefügt habe, wie er das wieder gut macht. Aber er hat gesagt: Wenn du kommst, bin ich ein Schuldopfer für dich geworden. Ich habe ein Schuldopfer für dich gebracht. Und für deine Schuld, auch für deine immaterielle Schuld, die du nicht wiedergutmachen kannst, übernehme ich die Verantwortung. Ich werde dafür sorgen, dass es in irgendeiner Weise dem zurückgezahlt wird und gutgemacht wird, den du geschädigt hast.
Und das finde ich schön. Ich glaube, Jesus ist unser Schuldopfer geworden. Und manchmal, wenn uns so etwas in den Gedanken kommt, sollten wir im Gebet symbolisch unsere Hand auf dieses Opfer Jesu legen und sagen: Ich weiß, ich habe mich an jemandem verschuldet, und ich kann es einfach nicht wiedergutmachen. Das steht über meinen Möglichkeiten. Danke, dass du das nimmst, dass du dafür bezahlt hast, das Schuldopfer an sich, an Gott, und dass du die Verantwortung übernimmst für meine Schuld, dass du meinen Schuldbrief nimmst, nicht nur Gott gegenüber, sondern auch diesem Menschen gegenüber. Dass ich es in deine Hand geben kann, dass du mein Schuldopfer geworden bist und der, der es zurückbezahlt. Ich finde es gewaltig.
Gott erwartet von uns, dass wir Sünde ernst nehmen. Gott erwartet von uns das Recht, dass wir Schuld ernst nehmen. Aber ich finde es so gewaltig, dass schon ein Opfer auf dem Altar ist, dass er für unsere Sünde bezahlt hat. Und ich finde es so gewaltig, dass er die Verantwortung für all meine Schulden Menschen gegenüber auf sich genommen hat und Gott gegenüber auch.
Wir sollten uns von Sünden nicht quälen lassen, aber wir sollten sie nicht vergessen, damit wir unsere Dankbarkeit nicht vergessen.
Vielen Dank an Gerald Dippell, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen! Ein empfehlenswertes Buch des Autors über das Leben von Paulus ist bei CLV erschienen: Paulus persönlich

