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63: So kannst auch du GUTE Glaubensgespräche führen! – mit Jerusha Präpst

Machbar - Der Podcast für Alltagsmissionare, Teil 63/63
14.04.2026
SERIE - Teil 63 / 63Machbar - Der Podcast für Alltagsmissionare
Welche Gesprächstaktiken helfen dir, wenn du über Jesus redest? Wie vermeidest du, Menschen als Missionsobjekte zu sehen? Was ist der Schlüssel zur Leidenschaft in der Alltagsmission? Über diese und mehr Fragen unterhält sich Moderator Christian Caspari in der neuen machbar-Folge mit Jerusha Präpst, die Alltagsmission und Straßenevangelisation liebt und bereits ein Jahr als Missionarin in Südkorea gelebt hat.

Einstieg in das Gespräch und erste Einordnung

Irusha, du warst ein Jahr in Südkorea in der Studentenmission oder mit der Studentenmission, in der Studentenmission. Was war so der grösste Kulturschock, den du da erlebt hast?

Der größte Kulturschock war die Direktheit oder Indirektheit. Also wir Deutschen sind extrem direkt, und die Südkoreaner sind extrem indirekt. Damit klarzukommen, das war schon herausfordernd. Man fühlt sich oft so ein bisschen wie der Idiot im Raum, weil alle wissen, was gemeint ist, und nur du stehst noch auf der Leitung. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran.

Nie wieder sprachlos, wenn es um deinen Glauben geht, klingt gut, oder? Heute bekommst du konkrete Taktiken, die du im Alltag anwenden kannst, ganz natürlich und respektvoll. Über Jesus reden, wie geht das?

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Machbar, der Podcast für Alltagsmissionare. Ich bin der Christian, und mit dabei ist heute Jerusha Präbst. Jerusha, schön, dass du mit dabei bist.

Danke, dass ich da sein darf.

Bei Machbar bekommst du Tipps, um deinen Nächsten einen Schritt näher zu Jesus zu führen. Und heute erfährst du, wie die Columbo-Taktik dir hilft, mit cleveren Fragen ins Gespräch zu kommen. Du erfährst auch, wie du Gespräche über Jesus Christus ganz natürlich anfangen kannst, ohne dass es irgendwie künstlich oder aufgesetzt wirkt. Und du erfährst, wie du eine Leidenschaft für Evangelisation entwickeln kannst, auch wenn du vielleicht eher so ein Typ bist, der mehr introvertiert ist oder denkst: Ich bin eh kein Evangelist.

Jerusha ist Texterin hier bei uns in der Stiftung, aber ihr müsst wissen: Sie liebt Apologetik, Kraftsport und vor allen Dingen eins, mit Menschen über Jesus zu reden. Egal ob auf der Strasse oder im Fitnessstudio oder in Südkorea, wo sie ein Jahr unterwegs war. Jerusha hat schon immer viel mit Andersgläubigen zu tun gehabt, andersgläubige Freunde gehabt und hat immer noch welche. Und für sie ist es etwas ganz Natürliches, über ihren Glauben zu reden. Genau deshalb ist sie heute hier, um uns zu zeigen, wie wir das auch lernen können.

Übrigens an euch, die ihr gerade zuhört: Vergesst nicht, uns zu abonnieren und bei YouTube einmal die Glocke zu aktivieren. Und wenn ihr Ideen habt bezüglich der Alltagsmission, schreibt es gerne. Oder wenn ihr auch gerne ein Insiderwissen haben wollt oder einen besonderen Gast hier im Podcast sehen wollt, könnt ihr gerne alles schreiben an machbar@heukebach.org. Wir freuen uns, zu antworten und euren Wünschen nachzukommen.

Warum begründeter Glaube für sie wichtig wurde

Jerusha, du liebst Apologetik, und für dich ist es irgendwie ganz normal, in deinem Alltag über den Glauben zu reden, begründet zu reden und auch mal kritische Fragen zu stellen. Gab es einen Moment, in dem du gemerkt hast: Wow, das ist genau mein Ding?

Ja, also ich bin christlich aufgewachsen und habe auch immer an Jesus geglaubt. Aber in den Teenagerjahren ist meine Beziehung zu Jesus total abgeflacht. Ich habe nicht mehr Bibel gelesen und so. Und dann kam ich irgendwann an einen Punkt, an dem ich festgestellt habe: Ich kann nicht mehr glauben, weil ich Gott nicht fühlen kann, ich kann ihn nicht sehen, ich kann ihn nicht hören.

Und da war es die Apologetik, die mich zurückgebracht hat, also gerade die Frage nach der Auferstehung: Hat Jesus wirklich gelebt, ist er wirklich gestorben, wurde er danach gesehen? Das hat mich so im Glauben verankert, dass ich festgestellt habe: Okay, weil es ein historisches Ereignis ist, kann ich glauben. Und das möchte ich Leuten gerne sagen.

Wie gesagt, ich war immer viel mit Leuten im Gespräch, und dann habe ich aber festgestellt, es gibt noch mehr Leute, die so denken wie ich. So hat es sich dann ergeben, dass ich viel darüber rede.

Wenn du das so sagst, kann ich es voll nachvollziehen. Aber widerspricht sich das denn nicht? Also wenn du sagst, jetzt kann ich glauben oder da kann ich glauben, und eigentlich sind es logische Argumente, die du vorbringst: Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Ich meine, wenn man jetzt nur sagt: Okay, die Bibel ist wahr, weil die Bibel sagt, dass sie wahr ist, dann sagt der Koran auch von sich selbst, dass er wahr ist. Und die Buddhisten würden auch sagen: Okay, das, was wir glauben, ist wahr. Das heißt, man muss sich überlegen, warum glaube ich das, was ich glaube?

Und da ist der christliche Glaube eben ganz entscheidend anders, weil du ein historisches Ereignis hast, wo du sagst, es gibt Fakten, die dafür sprechen oder Fakten, die dagegen sprechen. Und wenn man sich die ganzen Manuskripte und so anschaut, ist die Bibel unvergleichbar gut belegt.

Und von dem her kann ich sagen: Okay, wenn die Auferstehung, die im Neuen Testament beschrieben wird, wahr ist, dann kann ich auch alles andere glauben, was im Neuen Testament steht oder überhaupt in der Bibel. Und wenn dann Gott sagt: Okay, ich bin für dich gestorben, ich liebe dich, du bist Sünder, dann kann ich auch das glauben.

Und von dem her ist da für mich ein sehr, sehr enger Zusammenhang, dass man nicht nur, aber unter anderem aufgrund dieser historischen Fakten glauben kann. Und es gibt meinem Glauben eben Festigkeit. Denn wenn ich jetzt wieder irgendwie kritische Phasen habe, in denen ich sage: Boah, bilde ich mir das doch ein? Gibt es Gott wirklich? Was ist aber mit dem ganzen Leid oder sowas?, dann kann ich zurückgehen und sagen: Nein, du weißt, dass Ostern wahr ist. Und wenn das wahr ist, dann kannst du auch alles andere glauben, was Gott sagt, und ihm vertrauen, selbst wenn er keine Antworten gibt und so.

Also so im Sinne: Ich weiß, was ich glaube, und eine Art begründeter Glaube, nicht einfach: Okay, das kann ich gut nachvollziehen.

Ein Buch, das Gespräche strukturieren hilft

Jeruscha, du bist eine echte Leseratte. Also, ihr müsst es wissen: Bei Jeruscha an dem Schreibtisch stapeln sich immer die Bücher. Und ich war ja auch mal bei dir zu Hause, da hast du auch viele Bücher. Du liest sehr gerne.

Ein Buch, das dich in letzter Zeit besonders begeistert hat, hast du auch mitgebracht? Magst du kurz etwas dazu sagen?

Genau, das ist Tactics von Greg Koukl. In dem Buch geht es darum, Gesprächstaktiken für Glaubensgespräche zu entwickeln. Taktiken nicht in dem Sinne, wie manipuliere ich mein Gegenüber, sondern wie kann ich gute Glaubensgespräche führen, die zielgerichtet sind und eine gute Gesprächsatmosphäre hervorbringen. Das hat mich begeistert, eben weil ich so viel mit Leuten rede. Vieles davon wende ich schon an, anderes will ich noch mehr anwenden. Aber es hilft einfach, viel fokussierter im Gespräch zu sein und sich nicht in irgendwelchen sinnlosen Diskussionen zu verrennen.

Ja, sehr gut. Gibt es das nur auf Englisch?

Leider bisher nur auf Englisch. Falls ein Verlag das verlegen will, ich übersetze es euch gerne. Ich hoffe sehr, dass es noch auf Deutsch rauskommt, aber bisher gibt es es nur auf Englisch.

Okay, du bist begeistert. Sehr gut.

In dem Buch geht es auch unter anderem um eine Columbo-Taktik, nach dem Kultdetektiv Columbo. Was hat ein Detektiv mit Glaubensgesprächen zu tun? Das musst du uns ein bisschen erklären.

Ja, ich bin nicht aus der Generation, die Columbo selbst noch kennt. Ich kenne es tatsächlich nur von Greg Koukl. Aber Columbo ist wohl ein Detektiv aus einer TV-Serie. Er ermittelt so ganz vor sich hin, wirkt immer so ein bisschen wie ein Tolpatsch, wie nicht ganz der Hellste, und steht dann aber da so: Ja, eine Frage hätte ich da noch. Und bekommt dann durch unscheinbare Fragen Informationen oder überführt dadurch den Täter.

Genau, diese Taktik ist eben danach benannt, weil es darum geht, Fragen zu stellen. Es gibt verschiedene Fragen, die man stellen kann, die verschiedene Ergebnisse hervorbringen. Ja.

Fragen, die weiterführen, statt zu blockieren

Was macht für dich irgendwie den Unterschied? Warum ist Fragenstellen oft wirksamer, als selbst zu argumentieren? Weil wir gerne über uns selbst reden, also allgemein als Menschen. Ich glaube, jeder von uns liebt es, wenn uns jemand zuhört, und jeder von uns steht gerne so ein bisschen im Mittelpunkt und sagt gerne seine eigene Meinung und so. Und Fragen können uns leichter auf Fehler in unserer Denkweise hinweisen, auf eine Art und Weise, die nicht so bevormundend oder herablassend ist.

Wenn ich jetzt sage: Ja, da und da liegst du falsch, dann kann es verletzend sein. Du kannst irgendwie sehr defensiv werden, vielleicht wirst du aggressiv. Wenn ich dir aber Fragen stelle, bei denen du merkst: Boah, das passt überhaupt nicht mit dem zusammen, was ich bisher gedacht habe, dann muss es eine andere Antwort darauf geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass du offener wirst für weitere Fragen oder Gespräche oder dass du dich selbst noch mal intensiver mit dem Thema beschäftigst, ist einfach viel höher. Als wenn ich meine Behauptung loswerde und den anderen damit konfrontiere mit Aussagen und er dadurch eher konfrontiert oder auch abgebügelt wirkt.

Genau.

Okay. Ein anderes Konzept in dem Buch sind die sogenannten Suicide Tactics.

Ja, Suizid-Taktiken. Das musst du auch mal erklären. Was heißt das?

Also es sind Argumente, mit denen man sich quasi widerlegt, oder?

Genau, im Prinzip Argumente, die sich schon selbst widerlegen. Und es hängt mit der Columbo-Taktik zusammen. Deswegen will ich da kurz etwas dazu sagen.

Columbo-Taktik: Es geht darum, dass du Fragen stellst. Einerseits, um Informationen zu bekommen. Also zum Beispiel: Du sagst, ja, Jeruscha, ich glaube auch an Gott. Dann könnte ich fragen: Was meinst du mit „ich glaube auch an Gott“? Was hat das für eine Rolle für dein Leben? Oder: Was meinst du damit, ich glaube auch an Gott? Wer ist Gott denn für dich?

Und auf der anderen Seite ist es gut, um zu sagen: Warum glaubst du das denn? Also wie kommst du zu dieser Annahme? Dass du das belegen musst und ich jetzt nicht irgendwie widerlegen muss.

Und eben, um meinen eigenen Standpunkt zu verdeutlichen, wäre dann das Dritte, dass ich eben sage: Okay, hast du schon mal über diese oder jene Möglichkeit nachgedacht?

Auf der anderen Seite hast du dann Argumente, die so eine Frage eigentlich gar nicht brauchen, weil die Argumente selbst schon Suizid begehen, im Prinzip. Zum Beispiel sagen ganz viele Leute: Ja, es gibt ja überhaupt keine absolute Wahrheit, das ist alles relativ mit der Moral und so. Und wenn jetzt aber jemand dasteht und sagt: Ja, es gibt keine absolute Wahrheit, musst du eigentlich nicht lange herumdiskutieren, ob es das jetzt gibt oder nicht, sondern du kannst ihn einfach fragen: Ist das die absolute Wahrheit? Denn wenn du mir sagst, es gibt keine absolute Wahrheit, dann ist das genau auch ein absoluter Wahrheitsanspruch.

Und auf der anderen Seite gibt es auch so Suizidargumente, die zwar in der Theorie funktionieren, aber in der Praxis nicht. Also ich kann zwar in mein Tagebuch aufschreiben: Man sollte Menschen nicht für ihre anderen Ansichten verurteilen. Aber wenn du jetzt sagst: Okay, dies oder jenes ist eine Sünde, deswegen sollten Menschen nicht so leben, und ich sage dir dann: Ja, du sollst Menschen aber nicht für ihre Ansicht verurteilen, verurteile ich dich da mit deiner Ansicht.

Das sind so Sachen, wo man gar nicht lang herumdiskutieren muss, weil da einfach viel Kraft und Zeit verloren geht und man sich eher in irgendetwas verrennt. Dann ist es viel besser, darauf aufmerksam zu machen, dass man sagt: An sich ist da schon ein Logikproblem da.

Und vielen Leuten ist das, glaube ich, auch gar nicht bewusst, gerade bei diesem Argument, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Weil es klingt total gut, aber wenn man mal mehr darüber nachdenkt, ist es eigentlich ein total inhaltsleerer Slogan.

Wie man respektvoll bleibt und trotzdem klar spricht

Kommt dir das oft vor, oder wird das oft verwendet, dass du quasi diese Taktik anwenden kannst? Also werden oft solche Argumente gebracht, wo man eigentlich schon direkt mit widerlegen kann?

Es kommt immer auf das Gespräch an. In meinen persönlichen Beziehungen eher weniger. Da habe ich oft persönlichere Gespräche über einen Glauben, der eine Bedeutung hat, darüber, warum ich glaube, oder so. Wenn ich auf der Straße unterwegs bin und mit Leuten rede, dann eher.

Es hapert auch noch ein bisschen bei mir bei der Anwendung. Ich meine gerade das Fragenstellen, die verschiedenen Arten, das ist bei mir schon viel mehr drin. Ansonsten ist es viel einfach Übungssache, dass man sagt: Okay, wo kann ich mir jetzt eigentlich eine Antwort sparen, oder wo müsste der andere etwas beweisen oder nicht? Denn wir sind natürlich schnell dabei, gerade wenn man auch Apologetik liebt. Wir wollen den Glauben verteidigen, wir wollen Jesus verteidigen, wir wollen uns selbst erklären. Und deswegen ist das so.

Aber gerade so etwas wie absolute Wahrheit und solche Sachen kommt schon sehr oft in Gesprächen vor, gerade bei jüngeren Leuten.

Kannst du dich da an eine Begebenheit erinnern auf der Straße, wo genau dieses Argument kam?

An eine einzelne jetzt eigentlich nicht, weil ich mit sehr vielen Leuten auf der Straße geredet habe. Aber du hast es öfters.

Und was ist dann so die Reaktion immer, wenn du das quasi so widerlegst, dass du sagst: Ja, damit erhebst du ja auch eine absolute Wahrheit, wenn du so eine Aussage machst?

Es kommt sehr auf die Person an. Manche, wenn die Person grundsätzlich offen ist und wirklich Interesse an dem Thema hat, dann kommt so etwas wie: Das ist ein guter Gedanke. Oder: So habe ich das noch gar nicht gesehen. Viele ignorieren es auch erst mal, weil halt auch eine gewisse Zurückhaltung da ist, jetzt zu sagen: Okay, ich lag irgendwie falsch, oder so. Sondern man lenkt dann eher auf ein anderes Thema.

Das ist, glaube ich, aber eine grundsätzliche Zurückhaltung. Das ist, glaube ich, so etwas Allgemeines. Man gibt nicht so gerne zu, dass man Unrecht hat, oder so. Vielleicht geben es die Leute dann mit. Ich habe jetzt selten irgendwie negative Erfahrungen gemacht.

Das Buch betont, es geht nicht darum, Diskussionen zu gewinnen, sondern Menschen respektvoll zur Wahrheit zu führen. Wie schaffst du das ganz praktisch in Gesprächen? Kannst du uns da mit hineinnehmen?

Es ist auf jeden Fall ein Thema, das mir immer wieder schwerfällt, weil ich auch gerne diskutiere. Und wir Deutschen diskutieren ja auch gerne mal. Du kannst eine hitzige Diskussion haben und danach sagen beide Danke für das Gespräch, und man geht auseinander.

Was mir hilft, ist einerseits, wenn ich mit Leuten unterwegs bin, die da sensibler sind. Die holen mich dann auch auf den Boden zurück, oder die sagen mir danach: Hey, schau mal, da könntest du schauen, dass du das nächste Mal nicht ganz so intensiv rangehst.

Ansonsten sich wirklich das einfach vor Augen zu halten, dass man sagt: Okay, ich will jetzt mal mit den Leuten reden. Einmal beten: Jesus, hilf mir. Dann müssen wir wirklich auch mehr zuhören. Und ich glaube, ein großer Punkt ist tatsächlich das Fragenstellen und Zuhören. Denn wenn wir Fragen stellen und zuhören, dann sehen wir automatisch die andere Person und entwickeln mehr Interesse, die Person kennenzulernen.

Und es geht auch mehr darum, wirklich zu verstehen: Was glaubt die Person? Warum glaubt die Person das? Was sind Sachen, die sie vielleicht nicht bedacht hat? Wo kann man ansetzen? Während dem Gespräch auch immer im Gebet sein, dass man sagt: Herr Jesus, geh ja doch an der und der Stelle dieser Person noch irgendwie nach. Das hilft dann also im Großen und Ganzen.

Ich glaube, es ist eine grundsätzliche Herzenseinstellung, wo man einfach im Gebet dran sein muss. Und dann Fragen stellen und üben, sich ärgern, dass man es nicht gemacht hat, und beim nächsten Mal ein bisschen besser machen.

Eigene Fehler, Grenzen und Lernfelder

Es gab so eine Situation, wo du gedacht hast: Oh wow, was habe ich da gemacht? Das war ja total daneben von mir.

Ja, also an sich habe ich das immer wieder, dass ich mir danach denke: Boah, du hast viel zu viel geredet. Du hättest mir zuhören sollen.

Eine Begebenheit, die mir wirklich in Erinnerung geblieben ist: Da war ich in Amsterdam. Ich war in der Zeit bei der Steiger-Missionsschule und war da als Mitarbeiterin dabei. Und dann sind wir auch eine Woche nach Amsterdam gegangen und haben dort auf der Straße Outreach gemacht.

Ich war mit einem Freund unterwegs, und wir haben versucht, nach so einer kleinen Predigt mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Dabei sind wir mit einem Muslim ins Gespräch gekommen. Eigentlich war es aber kein Gespräch, sondern ein Streitgespräch. Ich habe mich dabei irgendwie so in irgendwelche Argumente verstrickt, und ich wusste eigentlich, es wäre besser, wenn ich jetzt einfach gehe und das beende. Aber irgendwie war ich da so stur und habe da eigentlich die ganze Zeit, die wir dort verbracht haben, glaube ich, eine Dreiviertelstunde einfach verschwendet.

Dann waren wir fertig mit dem Gespräch, und dann sind wir eigentlich auch als Gruppe schon aufgebrochen. Da war ich danach wirklich enttäuscht, weil ich mir dachte: Du weißt es eigentlich besser. Du hättest eigentlich nach fünf bis maximal zehn Minuten sagen müssen: Hey, okay, schönen Abend dir noch. Und dann einfach gehen.

Das ist ja auch die Herausforderung. Irgendwie hofft man ja, die Motivation ist ja an und für sich gut, Menschen irgendwie zu überzeugen. Aber da merkt man auch immer wieder: Das hat Grenzen. Gott muss an dem Herzen wirken. Du kannst Leute nicht argumentativ überzeugen zu glauben. Wenn jemand nicht will oder wenn auch jemand gar nicht unbedingt jetzt wirklich eine intellektuelle Hürde hat, sondern einfach nur diskutieren will und sich gar nicht irgendwie inhaltlich wirklich auseinandersetzen will, dann ist es wichtig, das zu spüren, das irgendwie herauszukriegen und sich auch von Gott führen zu lassen. Ja, das ist sicherlich herausfordernd.

Gibt es so einen Typ Mensch irgendwie, mit dem du dich besonders schwer tust? Also gerade wenn du Begegnungen hast, du sprichst davon, da kommt man gleich, glaube ich, auch noch ein bisschen drauf, auf der Straße zu sein. Da begegnet man ganz unterschiedlichen Menschen. Gibt es da so Leute, wo du sagst: Boah, nee, vom Typ her tue ich mich schon schwer?

Zwei Typen. Das eine sind tatsächlich Muslime. Ich habe Bekannte, die richtig gute Gespräche mit Muslimen führen können. Ich gehöre da irgendwie nicht dazu. Die Muslime, die ich treffe, sind entweder hardcore überzeugt und wollen gar nichts hören, oder sie sind so Namensmuslime, die eigentlich gar nicht selber wissen, was der Koran wirklich lehrt. Und ich kann dann halt eher von dem begrenzten Wissen, das ich habe, argumentieren: Hier, schon mal, der Koran widerspricht sich da oder widerspricht dem Christentum da und da. Und die basteln sich selber aber irgendwie so ihren Glauben zusammen, haben so einen Wischiwaschi-Muslim-Glauben. Da fällt es mir sehr, sehr schwierig, gute Gespräche zu haben.

Und das andere ist für mich so ein Frustrationspunkt, wenn Leute überzeugt Meinungen vertreten, bei denen sie nicht wirklich nachgedacht haben, aber auch kein Interesse haben, das zu hinterfragen. Das sind dann die Gespräche, die auch schneller enden. Aber bei den Leuten hoffe ich, dass Gott andere Leute hat, die mit denen reden, die da irgendwie besser durchdringen können.

Okay, cool. Was würdest du sagen, wo liegen deine Stärken so im Glaubensgespräch, und wo merkst du: Boah, da muss ich noch dazulernen?

Ich glaube grundsätzlich dieses Fragen beantworten und Fragen stellen, also Fragen stellen werde ich besser. Ich merke, dass Gott mir auf der Straße meistens wirklich die Leute schickt, die auch apologetische Fragen haben, die Interesse an diesem Thema haben. Und da habe ich dann auch einfach große Freude an dem Gespräch.

Wenn jetzt jemand Trauma in der Vergangenheit hat oder Fragen nach dem Leid stellt oder so, da kann ich nicht viel helfen, weil ich sehr behütet aufgewachsen bin. Aber wenn jetzt jemand da steht und sagt: Ja, klar, ich glaube, dass Jesus gestorben ist, ich glaube, dass er wirklich gelebt hat, aber na ja, die Auferstehung, da muss man sein Hirn schon ausschalten, um daran zu denken, dann kann ich da einhaken und sagen: Hey, schau mal, so und so sieht es aus, einfach von der Lage her, und dann auch mein Zeugnis reinzubringen.

Und ich erlebe es auch oft, dass Leute dann danach irgendwie sagen: Hey, danke, das war ein gutes Gespräch, das war ein interessantes Gespräch.

Wo ich definitiv noch mehr üben muss, ist Zuhören. Und wirklich zuhören, um zu verstehen. Weil ich immer sehr schnell dabei bin, im Kopf schon mal weiterzudenken: Okay, der hat jetzt das gesagt, okay, ich muss jetzt warten, bis er zu Ende geredet hat, und dann kann ich dieses Argument bringen. Aber wirklich zu sagen: Hey, okay, tritt mal einen Schritt zurück, atme mal durch und hör zu. Einfach nur, um zuzuhören. Und dann schau, wie das Gespräch weitergeht. Da muss ich noch üben, da will ich noch besser werden.

Hast du dann irgendwie so eine innere Handbremse schon mal, die weiß: Den Knopf muss ich drücken, damit ich...

So ein bisschen, ja. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, der jetzt sehr hirngesteuert ist, weil mich eben in meiner Jugend meine Emotionen im Glauben an die Wand gefahren haben. Und durch meine Rückgabe zu Jesus habe ich gelernt: Okay, setze dein Hirn mehr ein, um deinen Emotionen Einhalt zu gebieten.

Und von dem her ist dann bei mir schon immer so eine kleine Warndäucht im Kopf: Denk dran, nicht zu viel zu reden. Denk dran, Fragen zu stellen. Denk dran, zuzuhören. Und das hilft dann schon.

Weitere Hilfen aus dem Buch und aus der Praxis

Schön. Gibt's neben der Columbo-Taktik und den Suicide Tactics noch andere Tipps aus dem Buch, was du uns mitgebracht hast? Oder hast du da aus eigener Erfahrung etwas, wo du sagst: Boah, das fandest du selber einfach auch besonders hilfreich? Etwas, das du vielleicht auch von anderen gelernt hast?

Ja, das eine ist, sich nicht in Grund und Boden reden zu lassen. Manchmal erlebt man es, dass Leute einen mit Fragen bombardieren. Du fängst an, eine Frage zu beantworten, und dann kommt schon die nächste. Und danach bist du nach dem Gespräch irgendwie total platt, auch körperlich und geistlich erschöpft, und fragst dich: Okay, woran lag das jetzt?

Sich da nicht darauf einzulassen, stellt Greg Koukl in drei Stufen vor: Stop him, shame him, leave him. Also: halte ihn auf, beschäme ihn, lass ihn stehen. Bei den Worten, ob man jetzt jemanden beschämen will oder nicht, kann man diskutieren. Aber die Idee ist, dass man einhakt und sagt: Hey, du, das ist eine gute Frage. Aber dürfte ich erst mal die eine Frage beantworten, und dann kommen wir zur nächsten?

Wenn er darauf nicht eingeht, kommt man zu diesem, in Anführungsstrichen, beschämenden Part, dass man sagt: Hey, ich habe das Gefühl, du möchtest eigentlich gar keine Antwort von mir hören. Wie ist es denn? Möchtest du das oder nicht? Ansonsten können wir das auch einfach sein lassen.

Und wenn das immer noch nichts bringt, dann bringt man das Gespräch einfach zu einem Ende und sagt: Hey, wir kommen hier gerade nicht auf den grünen Zweig. Wir können ein andermal gerne weiterreden, aber für heute sollten wir es, glaube ich, einfach sein lassen. Es ist auch so dieses keine Perlen vor die Säue werfen und seine Kräfte auch irgendwie weise einteilen.

Ich fand diese drei Schritte richtig cool, auch in dieser Tonalität und Haltung. Wie du das wolltest, so muss ich mir das vorstellen: die Rutsche auf der Straße, im Gespräch mit Menschen, dass du diese drei Schritte auch gehst, wenn du da nicht weiterkommst. Weil das war ja jetzt respektvoll. Das war ja jetzt nicht beschämend oder diffamierend oder so. Also nicht: Mit dir macht es gar keinen Sinn zu reden, komm, lass es, hör auf, dreh dich weg, geh weg. So nicht, sondern schön diese Eins, zwei, drei.

Genau. Das Ziel ist ja immer an sich nicht, den anderen irgendwo herunterzumachen oder im Streit auseinanderzugehen. Der Wunsch ist ja, dass man sich nicht in Grund und Boden reden lässt. Und von daher reicht meistens das Erste auch, weil die meisten dann so sind: Oh ja, stimmt. Viele machen das eher unterbewusst.

Wenn das Erste nicht ausreicht und man einen Schritt weitergehen muss, dann ist oft schon eher so, dass vielleicht sogar eine böse Absicht dahintersteckt. Dass er eigentlich gar nicht die Antworten hören will, sondern dich einfach nur überrumpeln will, dich aus dem Gleichgewicht bringen will oder so. Das hatte ich so jetzt halt noch nicht. Also ich rede in der Regel mit sehr netten Menschen.

Ja, ein zweiter Punkt wäre: Das habe ich von einem Pastor, glaube ich, gelernt. Der hat das in der Predigt mal gesagt oder so: Beruf dich nicht auf deine Eigenautorität, sondern auf die Autorität von Jesus. Wenn dich jemand fragt: Ja, dies oder jenes, was glaubst du denn da? dann könnte ich sagen: Ja, okay, ich glaube, dies oder jenes ist eine Sünde oder so.

Ich kann aber auch sagen, ich vertrete da die gleiche Meinung wie Jesus. Weil Jesus selbst bei Nichtchristen in der Regel einen ziemlich hohen Stellenwert hat, wenn es um moralische Fragen geht, weil viele ihn respektieren. Und wenn du dann sagst: Okay, ich vertrete die gleiche Meinung wie er und die gleiche Ansicht wie er, dann ist es nicht so: Du bist irgendwie ein ... setzt ein Adjektiv ein ... Mensch, den ich nicht mag, der mich nicht respektiert, sondern: Ah okay, ja, was sagt denn Jesus dazu?

Dann kann man auch gleich auf eine tiefere Gesprächsebene gehen und sagen: Hey, schau mal, das ist jetzt nicht nur etwas, das ich mir ausgedacht habe oder was meine Kirche mir ausgedacht hat, sondern es ist aus der Bibel. Und nicht nur aus dem bösen Alten Testament, sondern Jesus hat das selber vertreten und so. Genau.

Und das Dritte, was hilft, ist, weniger christlichen Jargon zu verwenden. Das eine ist einfach die Verständlichkeit, gerade weil eben der geistliche Grundwasserspiegel so gesunken ist und viele Sachen einfach nicht mehr so klar sind. Also entweder, dass man Begriffe vermeidet oder dass man sie erklärt.

Wenn ich jetzt zum Beispiel mit jemandem über den Glauben rede, dann sage ich nicht: Du sollst nicht mehr sündigen oder unsere Sünde trennt uns von Gott. Sondern dann sage ich: Okay, entweder erkläre ich, es geht um die Auflehnung gegen Jesus, oder ich sage: Okay, Sünde, das bedeutet nämlich dieses oder jenes.

Genauso kann es auch hilfreich sein, dass du zum Beispiel nicht irgendwie von Jesus oder Jesus Christus redest, sondern von Jesus von Nazaret. Alles je nachdem, mit wem du redest und um was es geht. Manchmal kann es sehr gut und wichtig sein, auf diese Messiasrolle von Jesus einzugehen, auf seine Göttlichkeit einzugehen. Aber gerade wenn ich jetzt zum Beispiel über so Themen rede wie den historischen Jesus, dann kann es hilfreich sein, zum Beispiel zu sagen: Jesus von Nazaret. Dann ist klar, es ist nicht nur irgendeine christliche Figur, eine religiöse Figur, sondern es geht tatsächlich um eine historische Figur.

Genauso nicht zu sagen: Okay, die Evangelien sagen dieses oder jenes, sondern: die Biografien von Jesus. Da kann man vieles einfach anders beschreiben und so den Leuten zugänglicher machen.

Man muss aufpassen, jetzt frisst sich gleich das Mikro.

Wie man gut einsteigt und echte Beziehungen aufbaut

Was würdest du jemandem sagen, der denkt: Ja, das klingt ganz gut, aber ich weiß nicht, wie ich anfangen soll, also im Gespräch mit Menschen? Welche Taktik oder welches Prinzip aus dem Buch ist gerade für den Anfang am besten geeignet, oder von den beiden, die du jetzt noch zusätzlich genannt hast?

Ich glaube grundsätzlich: Fragen stellen. Denn beim Fragenstellen musst du nicht viel machen. Zum einen lernst du gleich mal die Grundhaltung kennen: Ich will zuhören und den anderen verstehen. Zum anderen bist du nicht wirklich gefordert, denn wenn du Fragen stellst, musst du nicht alle Antworten parat haben. Musst du sowieso nicht.

Aber es nimmt für dich auch noch einmal Druck weg, und du zeigst dem anderen, dass du Interesse hast. Das ist bei deinem Freund, bei deinem Arbeitskollegen, bei jemandem auf der Straße ganz egal, wer dein Gegenüber ist. Du kannst einfach sagen: Hey, was denkst du denn von diesem oder jenem Thema?

Manchmal hat man schon eine Basis, auf der man tiefer einsteigen kann. Es kann aber auch sein, dass der andere gerade irgendwie sagt: Boah, also ich hatte das mal ... Ein Bekannter von mir, ich kannte den da noch gar nicht gut, sein Kind hatte einen Autounfall. Fast wäre etwas passiert, es ist aber nichts passiert. Intensiver geworden ist es, weil ein oder zwei Wochen vorher sein anderes Kind auch schon so einen Beinaheunfall gehabt hat.

Und dann habe ich halt gesagt: Hey, ich bete für dich, dass du und deine Frau, dass ihr einfach gut damit umgehen könnt. Er hat sich bedankt und ist dann noch einmal darauf eingegangen: Ja, man macht sich als Eltern da schon Sorgen. Und dann kann man da einfach einmal einhaken und sagen: Hey, darf ich so direkt fragen, was glaubst du denn, kommt nach dem Tod?

Ganz viele Leute sind da schon offen. Und dann kann man einfach nachfragen: Okay, dieses oder jenes, warum glaubst du das, warum glaubst du das nicht, wie kommst du zu der Annahme, was genau meinst du damit? Weil du dann eben auch lernst, den anderen besser zu verstehen, und dann nicht irgendwie versuchst, etwas von ihm zu widerlegen, was er eigentlich gar nicht glaubt, weil du ihn halt missverstanden hast.

Das setzt eigentlich alles voraus, dass ich wirklich Interesse habe an der Person, die mir gegenübersteht. Das ist so: Dann will ich das auch wirklich wissen, dann interessiert mich das auch, und dann führen die Fragen auch zu etwas. Ich glaube, das merkt auch das Gegenüber, wenn das einfach nur so taktische Fragen sind und du gar nicht wirklich Interesse an Antworten oder an ihm selber hast.

Die Rolle des Heiligen Geistes und das Gebet im Hintergrund

Bei all diesen Techniken und Taktiken, Fragestellungen, dem Sich-auf-Jesus-Berufen, dem Einbringen des historischen Jesus und den Begriffen wie „Wie rede ich?“ und so weiter: Welche Rolle spielt für dich der Heilige Geist dabei?

Also, wenn ich so mit dir rede, dann kannst du das und das und so und so und so machen. Das Buch ist super, tolle Taktiken im Gespräch, so Menscheninteresse und so. Welche Rolle spielt der Heilige Geist dabei?

Diese Taktiken sind letztlich alles nur Hilfsmittel. Wie du vorhin gesagt hast: Wenn der andere nicht offen ist, dann kann ich noch so toll und noch so taktisch reden, wie ich will. Es führt nur irgendwo hin, weil letztlich geht es ja immer ums Herz.

Also helfen diese Taktiken zum einen grundsätzlich für eine gute Gesprächsführung, aber auch Apologetik und so helfen dann, wenn der andere wirklich logische Barrieren hat, die er auch abbauen möchte. An sich sind wir aber immer vom Heiligen Geist abhängig, sowohl dass er beim anderen wirkt als auch dass er bei uns wirkt.

Ich meine, ich kann mir noch so sehr vornehmen, den anderen irgendwie mit guten Augen zu sehen. Ich kann es nur, wenn der Heilige Geist in mir wirkt. Und meine Worte können nur dann Samen sein, die auf einen guten, fruchtbaren Boden fallen, wenn der Heilige Geist durch mich wirkt.

Von dem her ist es so wichtig, alle solche Gespräche im Gebet vorzubereiten, über längere Zeit auch. Ich weiß nicht, wir hatten das auch schon im Podcast, haben, glaube ich, verschiedene Leute gesagt: Rede nicht mit Leuten über Gott, bevor du nicht mit Gott über diese Leute geredet hast. Und ich fand das richtig cool, dieses Zitat, weil es mir auch oft so geht oder ging. Es ist viel besser geworden in den letzten Jahren, aber ich habe viel zu viel alleine gemacht und irgendwie überlegt: Dies oder jenes, das will ich, das will ich, das will ich, die Leute will ich bei Jesus sehen. Und dabei vergesse ich, dass Gebet eine echte Wirkung hat.

Von dem her ist es mir dann sehr wichtig, dass ich schon vorher sage: Hey, okay, dann und dann will ich mich mit der und der Freundin treffen. Und dann davor schon zwei, drei Wochen lang immer wieder dafür bete. Und wenn dann der Abend da ist, sensibel sein für das Reden vom Heiligen Geist.

Ich sage: Okay, Herr Jesus, wenn du Gesprächsmöglichkeiten aufmachst, dann will ich da gehen. Und wenn sie nicht da sind, dann will ich sie nicht erzwingen. Und wenn das dann mal ein, zwei, drei, vier Treffen sind, wo man gute Gespräche hat, die aber nichts mit dem Glauben zu tun haben, dann ist das auch okay, weil es dann halt gerade einfach nicht dran ist und weil der Heilige Geist oft wirkt, ohne dass wir es wissen.

Also ich habe einen Freund aus Korea. Den kenne ich jetzt seit sieben, acht Jahren. Ich habe ihn online kennengelernt, noch bevor ich nach Korea gegangen bin, und seitdem habe ich für ihn gebetet und durfte auch sehr offen über meinen Glauben reden und so. Ich habe immer wieder gefragt: Hey, wie kann ich auch für dich beten? Da meinte er so: Ja, wenn du dafür betest, vielleicht klappt es ja, dass ich im Lotto gewinne. Ich sagte: Dafür werde ich definitiv nicht beten, aber ich sage dir auch warum.

Und dann, in den letzten ein, zwei Jahren, war er sehr im Stress und unter Leistungsdruck mit der Uni und Fragen über die Zukunft. Und ich habe immer wieder gesagt: Hey, bete doch, gib Gott die Chance, dass er dir hilft, frag ihn, was er für dein Leben will. Mein Kumpel hat immer gesagt: Ja, ich will es lieber noch ein bisschen alleine probieren.

Es hat mich total frustriert. Und letztes Jahr, gerade letztes Jahr, so die ganzen Sommermonate über, war ich total frustriert. Und dann, kurz vor Weihnachten, bekomme ich eine Karte von ihm, in der er mir schreibt, dass er sich jetzt ganz bewusst mehr Zeit nimmt für Jesus, dass er angefangen hat zu beten, dass er Gott fragt, was Gottes Plan für sein Leben ist und wer er ist, also Identitätsfragen und so. Ich sage: Ich glaube nicht, dass er schon wiedergeboren ist, aber das ist so ein Riesenschritt, und ich habe es nicht kommen sehen. Da waren null Anzeichen da.

Und das ist für mich auch total die Ermutigung, einfach zu sagen: Okay, ich will einfach treu Samen streuen oder, wie Greg das in seinem Buch auch nennt, ich will so Kieselsteine in den Schuh legen, die dich einfach so ein bisschen nerven, so ein bisschen pieksen, so ein bisschen auffallen. Und dann einfach Gott überlassen, was er wirkt. Und hoffentlich kriege ich es ein bisschen mit, und wenn nicht, dann vertraue ich ihm einfach, dass er am Wirken ist.

Schön. Also du hast auch schon solche Momente, wo du gemerkt hast: Boah, ich bete einfach für die Person und lass los, Gott muss da wirken, ich kann da jetzt weiter nichts machen. Und ein schönes Beispiel, wo du erlebt hast: Okay, Gott wirkt, toll.

Umgang mit emotionalen Einwänden und Verletzungen

Ja, die Taktiken im Buch helfen vor allem bei logischen Argumenten. Aber viele Menschen leben den Glauben nicht unbedingt aus rationalen Gründen, sondern aus emotionalen. Zum Beispiel, weil sie schlechte Erfahrungen mit der Kirche gemacht haben. Oder weil sie vielleicht gebetet haben, aber das Gefühl hatten: Gott hat mein Gebet nicht erhört. Ich habe nichts gespürt, nichts gemerkt, nichts gesehen.

Wie geht man mit solchen emotionalen Einwänden um? Das ist natürlich immer spezifisch, je nach Situation, Person und Einwand. Bei so etwas wie schlechten Erfahrungen mit der Kirche sind ja oft echte Verletzungen dahinter. Damit hatte ich bisher eigentlich nur theoretisch zu tun. Aber ich glaube, dass es dann einen viel seelsorglicheren Ansatz braucht. Man muss eher sagen: Ich verstehe, dass dich das verletzt hat. Und ich finde das auch nicht richtig. Jesus findet das auch nicht richtig.

Das kann man dann auch klar sagen: Hey, das ist auch nicht das christliche Modell. So sollte es nicht sein. Bei Fragen des Leids ist es einerseits möglich, Erklärungen zu geben, etwa mit Blick auf den freien Willen oder Ähnliches. Andererseits kann man auch sagen: Warum stellst du gerade diese Frage? Wie kann ich dir damit helfen?

Ich glaube, da ist Empathie einfach sehr wichtig. Und man sollte für die andere Person unterscheiden: Das sind Menschen, die versagt haben. Vielleicht sind sie wiedergeboren und haben versagt. Vielleicht sind sie aber auch nicht wiedergeboren, sondern nennen sich Christen. Gott ist aber anders. Ich glaube, es ist immer gut, darauf hinzuweisen: Gott ist anders. Lehne Gott nicht ab, weil Menschen versagt haben, sondern lerne Gott kennen. Lerne ihn kennen und erfahre, was er über dich sagt, über deine Identität.

Bete und gib ihm die Chance, sich dir zu zeigen. Klar, er hat sich uns in Jesus gezeigt. Aber Gott will ja auch unsere Gebete hören. Er will uns trösten. Er will Heilung schenken, auch von Traumata und Ähnlichem. Deshalb geht es darum, Menschen zu ermutigen, Gott persönlich kennenzulernen und sich nicht von Menschen davon abhalten zu lassen.

Freundschaften, Nähe und der Umgang mit Nichtchristen

Ja, sehr gut. Okay, ja, wenn dir der Podcast irgendwie weiterhilft und du sagst: Wow, cool, tolle Folge hier, dann teile sie doch gerne mit einem Freund oder einer Freundin, damit sie auch in ihrer Alltagsmission ausgerüstet werden.

Und wenn du die Prinzipien aus dem Buch, das du vorgestellt hast, was Jerusha uns vorgestellt hat, hier noch einmal nachlesen willst: Ich glaube, in unserem aktuellen Magazin, Jerusha, ist das Thema auch da. Da, wo Worte fehlen? Da, wo Worte fehlen, genau. Da haben wir die wichtigsten Punkte auch noch einmal in einem Artikel zusammengefasst. Den verlinken wir euch gerne in den Shownotes. Die Ausgabe könnt ihr kostenfrei bei uns bestellen.

Ja, viele Christen merken irgendwann: Ups, alle meine Freunde sind irgendwie Christen. Wie ist das bei dir? Hast du da bewusst darauf geachtet, Freundschaften auch mit Nichtchristen oder noch Nichtchristen zu pflegen, oder hat sich das einfach in deinem Leben ergeben?

Sowohl als auch. Also inzwischen muss ich tatsächlich bewusst investieren, um mich mit Nichtchristen anzufreunden, weil ich jetzt im Missionswerk arbeite. Ich bin in einer deutschsprachigen Gemeinde, in einer koreanischsprachigen Gemeinde, ich war bei Steiger in Köln mit dabei. Das heißt: lauter christliches Umfeld. Und auf einmal stand ich so da und dachte: Wo lerne ich jetzt eigentlich Nichtchristen kennen?

Früher war es anders. Meine Eltern sind wiedergeboren, und ich war in einer ganz, ganz kleinen Gemeinde mit 18 Leuten, wo jetzt nicht so wirklich Leute in meinem Alter waren. Von daher war ich von klein auf eigentlich immer von Nichtchristen umgeben, von der Grundschule an über die weiterführende Schule bis zur Uni und so weiter. In Korea hatte ich dann natürlich auch viel Kontakt zu nichtchristlichen Studenten an der Uni, auch weil ich einen Sprachkurs gemacht habe und so. Da war es sehr natürlich.

Jetzt muss ich eben mehr darauf achten, dass ich sage: Okay, wie lerne ich Leute kennen? Ich bin eine Weile extra in den Chor gegangen und habe da auch Mädels kennengelernt, mit denen ich jetzt gut befreundet bin, auch nachdem ich nicht mehr im Chor bin. Bei Steiger haben wir auch so die Idee: von der Straße ins Wohnzimmer. Also dass man sagt: Okay, das Ziel ist eigentlich, du kommst auf der Straße ins Gespräch, aber führst dann die Beziehung weiter. Du sagst: Hey, lass uns mal zum Kaffeetrinken treffen, komm mal zu einer Open-Mic-Night, lass uns mal zusammen Bibel lesen oder so. Und so dann irgendwie Beziehungen zu knüpfen.

Ja, ich bin noch am Lernen. Mir fällt es nicht so leicht, neue Leute kennenzulernen, also aus dem Nichts heraus.

Freundschaft und Evangelisation in Balance

Wie gehst du mit dieser Spannung um? Einerseits willst du deine Freundin zu Jesus führen, andererseits soll die Freundschaft auch irgendwie echt sein. Du hast Interesse an den Menschen und nicht daran, dass sie irgendwie wie ein Missionsprojekt wirken. Wie balancierst du das?

Das eine ist die eigene Einstellung, und das andere ist die Kommunikation dieser Einstellung. Meine eigene Einstellung ist nicht: Ich freue mich mit Leuten an, um ihnen das Evangelium zu erklären. Sondern ich freue mich mit Leuten an, weil ich sie sympathisch finde und weil ich sie liebe. Weil ich sie als Freunde wertschätze, erzähle ich ihnen das Evangelium, erzähle ich ihnen von Jesus. Weil ich selber erlebt habe, dass Jesus mich befreit hat, dass er mich erlöst hat und wie er jetzt mein Leben prägt und verändert, weiß ich, dass das das Beste ist, was jemandem jemals passieren kann. Weil ich meine Freunde wertschätze, versuche ich, mit ihnen über den Glauben zu reden. Und genau das ist dann auch die Kommunikation. Ich sage ihnen das.

Ich habe eine liebe Freundin aus China. Die habe ich im Studium kennengelernt, und wir haben dann später über zwei Jahre lang zusammen Bibel gelesen, online. Wir waren immer getrennt: Ich war in Deutschland, sie in China, dann ich in Korea und sie in Deutschland. Seid ihr euch quasi aus dem Weg gegangen, unbewusst. Das war wirklich wild. Aber wir haben sehr lange zusammen Bibel gelesen. Ich habe ihr immer wieder gesagt: Hey, auch wenn du das letztlich nie glaubst, du wirst meine Freundin bleiben. Und das hat sehr, sehr viel Druck weggenommen, weil sie dann auch die Freiheit hatte zu sagen: Okay, das interessiert mich, aber wenn ich jetzt nicht Christ werde, dann lässt sie mich nicht fallen oder so. Von dem her glaube ich, dass es sehr hilfreich ist, wenn man das einfach so kommuniziert.

Auch wenn ich jemanden neu kennenlerne, also das Gespräch hatte ich auch mit den Mädels aus dem Chor, ich kannte die noch gar nicht gut. Da waren sie bei mir zum Abendessen da. Ich habe natürlich auch gehofft, vielleicht können wir über Jesus reden oder so, oder nicht. Und es hat sich irgendwie nicht so ergeben. Erst ganz kurz vor Ende haben wir noch so ein bisschen über dieses Thema geredet. Dann meinte die eine von ihnen auch: Hey, ich fand es gut, dass du da nicht so mit der Tür ins Haus gefallen bist. In meiner Wohnung, du warst ja da, sieht man auch, dass mir der Glaube wichtig ist, und das hat schon gereicht. Dann konnte ich es aber auch erklären und sagen: Ja, das nächste Mal hätte ich dann wahrscheinlich schon drüber geredet, aber weil ich glaube, dass es wahr ist, weil ich glaube, dass es gut ist für euch, würde ich da in Zukunft auch gern mal mit euch drüber reden, wenn das für euch okay ist.

Ich habe es noch nie erlebt, oder fast noch nie, dass dann jemand sagt: Nee, das will ich nicht. Also ich habe schon Freunde über den Glauben verloren, das schon. Aber gerade jetzt in den letzten Jahren erlebe ich es nicht, dass Leute damit ein Problem haben. Damit ist einfach schon die Basis geschaffen. Ich presse jetzt nicht in jedes Gespräch irgendwie ein Gespräch über Jesus rein. Aber wenn sich dann später ein Anknüpfungspunkt findet, kann ich ganz einfach sagen: Ja, hey, was glaubst du denn, kommt nach dem Tod? Oder: Ja, hey, der Glaube, das und das habe ich mit Jesus erlebt, was tröstet dich denn eigentlich?

Dann ist eine viel größere Freiheit und Freimütigkeit da, darüber zu reden, weil sie sozusagen schon vorgewarnt wurden und wissen: Okay, es kann sein, dass sie über so etwas redet. Und wenn sie es tut, dann tut sie es, weil sie ein Herzensanliegen für mich hat und nicht, weil sie mir irgendetwas aufdrängen will. Dann ist die Beziehung einfach so weit, dass sie das auch trägt und es nicht irgendwie einen Abbruch gibt.

Familie, Grenzen und Vertrauen im Alltag

Aber viele von unseren Hörern haben sicherlich Familienmitglieder, vielleicht den eigenen Partner, Kinder, Eltern oder nahe Verwandte, die nicht an Jesus glauben. Was würdest du ihnen raten? Wie kann man in der Familie über Jesus reden, ohne dass es zu Streit oder Distanz führt?

Das ist tatsächlich ein Thema, bei dem ich selbst noch nach einer Antwort suche. Nein, es ist wirklich so: Meine Eltern sind wiedergeboren, aber wir sind die Einzigen in der gesamten Verwandtschaft. Mein Bruder hat sich als Teenager gegen Gott entschieden. Darüber wird auch nicht gern gesprochen. Und meine gesamte Verwandtschaft, also alle von ihnen, sind antichristlich eingestellt. Es ist also wirklich etwas, worüber wir nicht reden können.

Maximal kann ich zum Geburtstag sagen: Hey, ich wünsche dir Gottes Segen. Aber ich weiß, mehr kann ich da schon gar nicht schreiben, weil ich sonst die Beziehung aufs Spiel setze. Von daher ist das wirklich schwierig.

Ich denke, das eine, was hilft, ist, dass man sich immer wieder ins Gedächtnis ruft: Es ist nicht deine Verantwortung, ob sie glauben oder nicht. Und bete, weil du nicht weißt, wie Gott am Wirken ist. Ich kann nichts anderes machen, als für meinen Bruder zu beten.

Ein Gebet, das ich immer wieder bete, bezieht sich auf den Pharao. Der Pharao hat Gott ja das Herz verhärtet, weil er so widerspenstig war. Deshalb sage ich: Gott, bitte verhärte sein Herz nicht, sondern mach sein Herz weich. Gib ihm ein neues Herz aus Fleisch, einen neuen Geist. Ich lege ihn in deine Hand, und mehr kann ich nicht machen.

Und dann langfristig zu denken, nicht zu sagen: Okay, jetzt bete ich einmal, und wenn nichts passiert, dann bin ich entmutigt. Sondern einfach zu sagen: Okay, Gott. Ich habe es erlebt, in meinem Bekanntenkreis, dass eine nach zwanzig Jahren zum Glauben zurückkam. Ich weiß, du kannst auch bei diesen Menschen, die mir so am Herzen liegen, wirken. Bitte tu das.

Mehr Antwort als das habe ich auch nicht.

Ja, danke. Es ist schon schmerzhaft, das mitzukriegen und dann irgendwie auch nichts machen zu können. Aber Gebet ist sicherlich ein Schlüssel da. Der Herr kann wirken.

Vertrauen ist ja die Grundlage auch für tiefere Gespräche im Miteinander. Wie baust du Vertrauen auf zu deinem Gegenüber, mit dem du ins Gespräch kommst? Gibt es da bestimmte Dinge, die du bewusst machst oder auch bewusst vermeidest?

Bewusst ist ein bisschen ein großer Begriff. Wenn ich jetzt sagen würde, ich mache dieses oder jenes bewusst oder mache es nicht, dann klingt es so nach Manipulation. So nach dem Motto: Wenn ich es so mache, dann kann ich Vertrauen aufbauen und dann kann ich sagen, was ich will oder so. Das finde ich ein bisschen schwierig.

Ich gehe die Freundschaft einfach an wie jede andere Freundschaft auch. Also egal, ob der andere jetzt ein Christ ist oder nicht Christ ist: Wie baut man eine gesunde Beziehung auf, in der Vertrauen entsteht? Okay, du bist ehrlich. Du redest über deine eigenen Schwächen. Du redest darüber, was du mit Gott erlebst. Du fragst, was der andere erlebt hat. Du betest für den anderen. Du sagst dem anderen auch, dass du für ihn betest. Du lässt Kritik zu. Du behältst Geheimnisse für dich selbst. Du lästerst nicht über andere.

Also, das zeigt ihnen, dass du eine vertrauenswürdige Person bist. Im Prinzip also so, wie ich jeden anderen auch behandeln würde. Das, was ich schätze, wenn ich sage: So und so sollte eine Person sein, damit ich ihr vertraue, dann versuche ich, so eine Person zu sein.

Gastfreundschaft und offene Türen

Gastfreundschaft ist ein wichtiger Schlüssel in der Alltagmission. Wir haben auch an dieser Stelle schon öfters darüber gesprochen. Wie lebst du das praktisch? Du lädst Menschen zu dir nach Hause ein, du hast ja eben von welchen gesprochen, mit denen du im Chor zusammen gesungen hast. Oder passiert das eher spontan?

Sowohl als auch. Also an sich sage ich: Mein Haus steht eigentlich immer offen. Wenn du irgendwo eine Nacht schlafen musst, sag mir Bescheid, dann kannst du kommen. Das hatte ich bisher noch nicht, aber meine Freunde können das gerne machen. Oder man schreibt gerade und sagt: Hey, willst du spontan vorbeikommen? Wir machen einen Filmabend oder so.

Ansonsten grundsätzlich einfach eine offene Haustür haben. Ich versuche einigermaßen regelmäßig mit Freunden einen Spieleabend zu machen. Bisher sind es nur Christen, die kommen, aber jeder ist willkommen, der kommen will. Jeder kann da gerne seine Freunde mitbringen. Einfach Gemeinschaft pflegen. Genauso kann man sagen: Hey, man macht einen Filmabend. Und ansonsten einfach mal zum Essen einladen.

Ich habe den Vorteil, und ich weiß, für viele Leute ist es eine Hürde, jemanden einzuladen: Mein Vorteil ist, ich koche sehr, sehr gerne. Es stimmt, es stimmt, und es ist lecker, ich habe es schon probiert. Aber wenn du das jetzt hier so sagst: Ich koche sehr gerne, und du kannst gerne zu mir kommen, das ist ein Podcast hier, also es kann sein, dass einige Leute schlafen. Ich bin im nächsten Berg Neustadt, kann ich bei dir schlafen hier wohl? Die Antwort ist ja, habe ich gar kein Problem.

Ja, also von dem her wirklich einfach mal zum Essen einladen. Beim Essen ergeben sich so gute Gespräche, und beim Essen bildet sich Freundschaft. Essen verbindet einfach, man hat auch ein bisschen mehr Zeit. Genauso kann man aber auch sagen: Hey, okay, die Person kenne ich jetzt noch gar nicht, willst du mal zum Kaffee vorbeikommen? Kaffee ist eine begrenzte Zeit, aber da einfach offen zu sein und zu sagen: Hey, meine Haustür steht offen. Wir können uns auch in einem Café treffen, wenn dir das lieber ist. Aber ansonsten komm gerne vorbei, ich koche gerne mal für dich. Auch einfach die Barriere niedrig halten.

Also ich habe jetzt keinen Saustall, aber bei mir ist auch nicht alles penibel, und das darf auch so sein. Wenn meine Freunde da sind, dann juckt es die überhaupt nicht, wenn da am Boden noch irgendwie was rumliegt, was ich halt noch nicht aufräumen konnte. Von dem her sich einfach selber nicht so einen Druck machen und überlegen: Wie kann ich jemand anderem dienen? Wie kann ich dem etwas Gutes tun?

Ich will jetzt in diesem Jahr im Sommer einfach mal ein Grillfest mit meinen ganzen Nachbarn machen, weil ich da nur ein paar kenne. Einfach dann eine Einladung rausschicken und sagen: Hey, wir wollen uns kennenlernen, jeder bringt ein bisschen was mit. Dann kannst du es so machen.

Und auf der anderen Seite: Wenn mich jetzt jemand einlädt, einfach zu denen mal hingehen und sagen: Ja klar, hey, komm, lass uns gemeinsam zu dem Event gehen. Und so einfach Gastfreundschaft. Das kam ja auch hier immer wieder im Podcast und in den Blogs und so. Es ist einfach, das Leben zu öffnen, Einblick zu gewähren, Leute zu sich einzuladen und genauso aber bereit zu sein, in ihr Leben hineinzuschauen und bei ihnen hinzugehen.

Druck loslassen und das Leben vom Ende her denken

Ja, du hast es gerade schon angesprochen. Manchmal fühlen wir uns so unter Druck, dass irgendwie alles perfekt sein muss: ein dickes Menü, alles picobello aufgeräumt, geputzt und sauber, alles durchgeplant. Aber das ist gar nicht nötig.

Klar, jetzt kann man das so sagen. Aber reicht das, um den Druck wegzunehmen, den ich mir da mache? Oder hast du dann noch irgendwie einen Tipp?

Es war in einem etwas anderen Kontext, aber ich habe mal etwas gelesen, und das hat eigentlich meine ganze Sicht auf mein Leben sehr, sehr geprägt. Und zwar war es irgendein Tumblr-Post online, und da hat jemand gesagt, es ging eigentlich ums Aussehen: Wenn du mal im Grab liegst, wenn du mal im Sarg liegst, dann werden deine Freunde nicht da stehen und sagen: „Boah, ich wünschte, der Christian hätte mehr Haare gehabt. Ich wünschte, er hätte keine Brille getragen.“ Du hattest mal viele, ja. Und genauso werden sie nicht dastehen und sagen: „Boah, ich wünschte, als die Ruscha uns zum Essen eingeladen hat, ihre Wohnung wäre dann besser aufgeräumt gewesen.“ Es ist eher unwahrscheinlich. Es ist unwahrscheinlich, ja.

Sondern sie werden sagen: „Hey, erinnerst du dich dran, die hat uns zum Essen eingeladen? Hey, die hat für uns gekocht. Boah, wir hatten so gute Gespräche bei dir auf der Terrasse. Boah, ich weiß noch, als du auf dem Balkon saßt und wir einfach nur einen Eistee getrunken haben und wir hatten das tiefste Gespräch überhaupt.“ Und sich das vor Augen zu führen, was wirklich von Bedeutung ist. Also das Leben vom Ende her denken, die Argumente sozusagen.

Und das andere ist so ein Thema von Gottesfurcht über Menschenfurcht. Ich glaube, dass wir oft viel zu sehr darauf geben, was Menschen von uns denken. Und das nehmen wir, und das sage ich auch gerne so direkt, als Ausrede.

Also ich kann voll verstehen, wenn man jetzt einen Elternteil hat oder wenn man Eltern hat, die Kinder haben, und du hast voll Stress und Chaos und denkst dir: „Boah, jetzt noch wen einladen?“ Aber auch da hast du Möglichkeiten, einfach auf kleiner Basis etwas zu machen. Du kannst auch einfach sagen: „Hey, komm vorbei, wir trinken einen Kaffee.“ Ein Kaffee ist schnell zubereitet. Du musst, wie gesagt, kein Fünf-Gänge-Menü da haben.

Und von dem her glaube ich, es ist so wichtig, dass wir es nicht als Ausrede benutzen, weil wir sagen: „Boah, es muss ja so groß und schwierig sein.“ Nein, muss es nicht. Mach es so einfach, wie es geht, so, dass es dir Spaß macht, dass du irgendwie eine Kleinigkeit dem anderen hinstellen kannst. Du kannst ein paar Fertigkekse hinstellen. Du kannst sagen: „Hey, komm doch vorbei, wir machen einen Filmabend, ich hole uns Fertigpizza.“ Die andere Person wird nicht sagen: „Boah, es wäre mir aber schon lieber, wenn du jetzt dann selber Pizza machen würdest.“

Ja, also von dem her zu sagen: Okay, ich übe mich in Gottesfurcht. Gott hat gesagt, wir sollen Beziehungen pflegen. Er hat gesagt, wir sollen Menschen lieben, wir sollen ihnen dienen, wir sollen in sie investieren und wir sollen sie mit Jesus bekannt machen, sofern möglich. Und das hat dann eine viel höhere Priorität als zu sagen: „Ja, aber die könnten jetzt schlecht über mich denken, weil meine CDs eingestaubt sind oder so.“

CDs? Du hast noch CDs?

Ich habe tatsächlich noch CDs. Ich höre sie nicht, aber ich habe noch welche.

Du sprichst gerade nach CDs?

Ja, ich habe jetzt an die Wohnung meiner Eltern gedacht, wo noch die CDs alle im Schrank stehen.

Ja, an die Wohnung meiner Eltern gedacht.

Dranbleiben, auch wenn Frucht ausbleibt

Jeruscha, gibt es jemanden, mit dem du schon lange befreundet bist und immer wieder über Jesus sprichst, aber die Person kommt einfach nicht zum Glauben?

Ja, also ja, ich habe...

Wie bleibst du da dran, ohne dass du frustriert bist und irgendwie dahin kommst, aufzugeben?

Ja, ich habe tatsächlich noch nie erlebt, dass jemand sein Leben Jesus gegeben hat, in den ich investiert habe. Das ist noch so ein Kindheitswunsch von mir, das miterleben zu dürfen. Von daher ist das für mich etwas Konstantes. Und es ist wirklich so: Man kann letztlich immer nur auf dasselbe zurückkommen, nämlich beten. Und Gott seinen Job machen lassen.

Wir sollten unseren Job tun. Unsere Verantwortung ist es, für die Menschen zu beten, ihnen zu dienen und von Jesus zu reden. Gottes Verantwortung ist es, die Menschen zu sich zu ziehen. Und die Verantwortung dieser Menschen ist es, sich von Gott ziehen zu lassen.

Dann ist es auch wichtig, an den Zeugnissen von anderen festzuhalten, dass Gott am Wirken ist, oder auch an den eigenen. Wie jetzt zum Beispiel mit meinem Freund aus Korea. Das hat mir so neuen Aufschwung gegeben für alle meine anderen Beziehungen, das dann auch mit Leuten zu teilen.

Deswegen ist es so wichtig, dass wir untereinander einfach erzählen, wenn etwas gut läuft, und uns gegenseitig ermutigen. Und auf der anderen Seite aber auch zu sagen: Hey, da und da läuft es nicht gut, kannst du bitte mitbeten?

Ich habe diese Freundin aus China. Da ist der Kontakt zwischendrin abgebrochen, dann war er wieder da. Gerade sind wir nicht in Kontakt. Und da habe ich ein paar Freunde, denen habe ich von ihr erzählt, auch einen Kumpel in Italien. Der fragt immer wieder, so alle paar Wochen, und sagt: Hey, wie sieht es denn aus mit ihr, wie kann ich denn für sie beten?

Und das wird immer wieder zur Ermutigung für mich und treibt mich immer wieder neu ins Gebet. Dann sage ich: Okay, wenn mein Kumpel, der sie nicht mal kennt, für sie betet, dann kann ich auch für sie beten. Und dann kann ich dranbleiben. Und wie gesagt, ich weiss ja nicht, was da passiert, wo ich es nicht sehen kann.

Boah, das finde ich auch richtig gut. Und vielleicht auch ein Aufruf an euch: Als Alltagsmissionar sage ich immer wieder, sind wir nicht alleine unterwegs. Und wenn du deine Anliegen für Menschen, für die du betest und an denen du dran bist, mit anderen teilst und die fragen dich danach, dann ist das total ermutigend. Das finde ich ein richtig gutes Beispiel.

Jerusha, gab es schon mal eine Freundschaft, in der Glaubensgespräche, die du mit der Person geführt hast, dazu geführt haben, dass die Beziehung schlechter geworden ist oder sogar abgebrochen ist? Du hast eben in so einem Nebensatz mal etwas erwähnt.

Ja, also ich meine, an sich habe ich schon immer mit Freunden über Glauben geredet. In der Schule hatte ich Freundschaften, in denen ich über Jesus geredet habe. Es ist inzwischen so lange her, dass ich nicht mehr sagen kann, ob ich beleidigend war oder ob meine Botschaft beleidigend war. Ich meine, wir wissen es ja: Das Evangelium ist ein Anstoß. Von daher kann es sein, dass es wirklich einfach auf verhärtete Herzen getroffen ist. Es kann natürlich auch sein, dass ich es wegen mangelnder Reife und so nicht gut kommuniziert habe, dass ich der Anstoß war. Das weiss ich jetzt nicht mehr.

Aber da gab es mindestens zwei Freundschaften, die mir spontan einfallen, die in die Brüche gegangen sind. Aber auch da versuche ich bis heute, wenn ich an diese Mädels denke, für sie zu beten. Das ist so, in Anführungsstrichen, die Drohung unter Christen: Ich bete für dich, ob du willst oder nicht. Du kannst mich nicht aufhalten.

Also selbst wenn ich für meinen schlimmsten Feind beten kann. Ich habe in der Regel keine Feinde, ich habe selten schlechte Erlebnisse mit Leuten. Aber auch so hatte ich letztes Jahr ein sehr, sehr ungutes Erlebnis mit jemandem. Da sage ich: Okay, ich mag die Person nicht, aber ich liebe sie, weil Jesus sie liebt. Und dann bete ich trotzdem für sie.

Und das ist es genauso mit Freundschaften, die in die Brüche gehen. Aber wie ich auch gesagt habe: Es sollte halt nicht die Norm sein. Es sollte die Botschaft sein, die Anstoß ist, und nicht wir.

Was hast du konkret daraus gelernt, was würdest du heute anders machen, zum Beispiel in Bezug auf die beiden aus deiner Gymnasialzeit?

Ich weiss nicht, ob ich sagen kann, dass ich daraus gelernt habe, was ich anders machen würde, weil es eben zu lange her ist und ich es nicht mehr weiss. Es war jetzt halt nicht so, dass wir damals über den Glauben geredet hätten und sie mir dann gesagt hätten: Ich will nichts mehr mit dir zu tun haben. Sondern wir hatten immer wieder Glaubensgespräche, und das war auch voll in Ordnung. Ich konnte viel über meinen Glauben teilen. Und bei beiden war es jeweils Jahre später.

Bei der einen hatte ich mal nachgefragt. Das war dann bestimmt, nachdem ich in Korea war, also bestimmt so fünf Jahre später oder so, nachdem ich sie das letzte Mal gesehen hatte. Dann habe ich sie mal angeschrieben: Hey, wie geht's dir denn? Und dann kam zurück: Hey, so und so sieht's aus, aufgrund dessen will ich nichts mehr mit dir zu tun haben.

Und die andere, da war es noch länger her, glaube ich. Die hat mir dann mal von sich aus geschrieben: Hey, unsere gemeinsamen Freunde haben gesagt, ich soll es dir persönlich sagen, ich will nichts mehr mit dir zu tun haben.

Von daher war es eben so, dass schon Jahre vergangen waren. Ich kann jetzt nicht sagen: Da weiss ich voll, daran lag es, und das habe ich daraus gelernt. Aber ich glaube, es hat mich schon gelehrt, dass ich vorsichtig sein will und dass ich sehr gut kommuniziere: Hey, ich glaube, dass dir das Evangelium ein sehr, sehr, sehr grosser Segen sein kann, und deswegen rede ich mit dir darüber. Wenn du eine andere Meinung hast, eine andere Überzeugung hast, dann respektiere ich dich trotzdem. Ich liebe dich, ich will dich nicht ablehnen. Ich kann aber nicht alles gutheissen, was du tust.

Gibt es nicht mal irgendwie ein Stufentreffen, was ansteht oder so?

Leider noch nicht. Ich hoffe sehr, dass es mal noch kommt. Dann kriegst du nochmal eine Gelegenheit.

Jeruscha, wenn du Zeit mit Nichtchristen verbringst, wie schützt du dich selbst davor, irgendwie Kompromisse einzugehen oder dich von ihrem Lebensstil beeinflussen zu lassen? Gerade wenn du sagst, das sind meine Freunde, mit denen verbringe ich viel Zeit. Man setzt sich mit der Denkweise auseinander. Wo zieht man da Grenzen? Oder hat das gar keinen Einfluss? Was würdest du da sagen, was sind da deine Learnings?

Ich muss sagen, für mich selbst ist die Frage nicht so relevant, aus zwei Gründen. Das eine ist, dass ich von Natur aus sehr stur sein kann. Und im Glauben kommt mir das sehr zugute, weil ich ein Ganz-oder-gar-nicht-Typ bin und gesagt habe: Okay, ich lebe für Jesus kompromisslos, was nicht ist, das ist nicht.

Und auf der anderen Seite hat Gott mich schon immer mit anständigen, nichtchristlichen Freunden beschenkt. Auch in der Schule war es so: Wir waren eine Freundesgruppe, die über verschiedene Klassenstufen hinweg ging, also war keiner von uns in der gleichen Klasse. Wir waren dann auch mal zusammen weg, dass man sagt, man geht zusammen mal ins Pub oder so. Ja, dann trinkt da jeder ein Getränk und dann gehst du nach Hause, und dann ist gut.

Ich hatte nie die Freunde, die irgendwie sagen: Boah, wir machen jetzt Vollparty und ziehen dich dann mit rein. Oder sie sind am Rauchen oder Kiffen oder sonst irgendwas. Von daher hatte ich eigentlich immer sehr, sehr liebe Freunde. Und wenn dann irgendwie mal etwas war, wo ich sage: Hey, das und das mache ich als Christ nicht, dann ist das ja okay, weil von Anfang an klar war, dass ich anders lebe als Nichtchristen. Und das stand auch nie zur Debatte.

Das ist etwas, was ich von meinen Eltern sehr früh gelernt habe. Als ich ein Kind war, haben sie gesagt: Mit Jesus zu leben heisst, anders zu leben als Nichtchristen. Und von daher bin ich halt in der Grundschule auch schon rumgelaufen und habe gesagt: Ja, wenn ich mal einen Freund habe, dann nur einen, den ich heirate. Und Sex vor der Ehe ist nicht. Und nein und nein, ihr dürft nicht von mir abschreiben, ich schreibe nicht von euch ab. Von dem her war es für mich eigentlich immer ziemlich leicht, keine Kompromisse einzugehen.

Klar, manchmal wirst du dadurch ein bisschen zum Aussenseiter. Aber gerade jetzt auch in den letzten Jahren: Je kompromissloser ich lebe, desto leichter wird es, kompromisslos zu leben, weil ich erlebe, was ich dadurch gewinne. Also es ist jetzt halt nicht so, dass Gott irgendwie voll viele Regeln aufstellt und du hältst dich dran und verlierst deine ganze Lebensfreude und alles, was Spass macht, und keiner will was mit dir zu tun haben. Sondern du gewinnst ja Lebensfreude. Deine Freude und der Friede werden ja umso tiefer, je kompromissloser du für Jesus lebst.

Von daher ist es dann auch relativ leicht zu sagen: Ja, okay, da und da bin ich halt nicht dabei. Und die Leute, die das nicht akzeptieren können, würden dann wahrscheinlich nicht in meinem Freundeskreis landen. Für die hätte Gott dann jemand anderes, der sie erreichen kann.

Gibt es jemanden in deinem Leben, Jerusha, mit dem du dich über deine Glaubensgespräche auch austauschen kannst, der dir vielleicht auch manchmal einen Rat gibt, eine Hilfestellung gibt oder dich vielleicht auch sogar mal herausfordert, also einen Christen?

Ja, ein paar. Ich habe relativ viele Freundschaften und auch einige sehr gute, tiefe Freunde. Die Herausforderung ist, dass die meisten von ihnen international sind. Ich habe ein paar Freunde, die im Ausland leben, mit denen tausche ich mich dann alle paar Wochen aus, wo dann auch wirklich ein tiefer geistlicher Austausch da ist. Da ist natürlich nicht so dieses Day-to-day.

Da habe ich aber Lisa, die auch hier arbeitet. Sie war auch schon bei unseren Strassen-Outreaches mit dabei. Und sie ist dann auch diejenige, die dann mal sagt: Hey, du, das nächste Gespräch sollst du vielleicht anders angehen lassen. Mit ihr habe ich einen sehr, sehr guten Austausch, und wir können uns gegenseitig herausfordern. Sie ist auch total on fire für Jesus und hat eine Leidenschaft für Evangelisation und so. Und da können wir uns sehr gegenseitig befeuern und dann auch gegenseitig zur Rechenschaft ziehen.

Jetzt habe ich gesagt: Okay, Lisa, ich will mein Gebetsleben noch intensivieren, das und das ist meine Idee. Zieh mich bitte zur Rechenschaft, frag hin und wieder mal nach, und wenn ich es nicht mache, gib mir einen Tritt in den Hintern. Weil ein liebevoller Tritt in den Hintern das Wertvollste ist, was dir im Glaubensleben passieren kann.

Von daher ist es mir schon immer sehr wichtig, da Leute zu haben, engere Freundschaften, und ansonsten aber auch erfahrenere Christen, ältere Christen, die mehr Lebenserfahrung haben, wo man dann zum Beispiel beim Mittagstisch sagt: Hey, lass mal über dieses oder jenes Thema reden. Da bekommt man dann mehr Perspektive. Es sind vielleicht nicht ganz so viele persönliche Beziehungen da, aber man bekommt Perspektive.

Türen im Alltag erkennen und nutzen

Wie öffnen sich in deinem Alltag irgendwie regelmässig Türen, um über den Glauben zu reden? Du hast ja eben aufgezeichnet, dass es gar nicht so leicht ist, in dem du hier arbeitest. Aber gibt es da bestimmte Orte oder bestimmte Zeiten, wo du mehr Möglichkeiten hast?

Ich würde jetzt nicht sagen, bestimmte Orte oder Zeiten, sondern eher in jeder Beziehung, die ich habe. Also, wenn du mich kennenlernst, dann erfährst du eher früher als später, dass ich Christ bin. Entweder du hockst bei mir im Wohnzimmer und dann habe ich da dieses gelbe Schild über dem Türrahmen, wo draufsteht: Aufsehen zu Jesus. Allein dadurch weiss schon mal jemand: Ah, okay, die nimmt das irgendwie ernster. Dann kannst du darüber ins Gespräch kommen.

Genauso, wenn ich jetzt jemanden Neues kennenlerne: Wenn du mich fragst, was arbeitest du?, dann habe ich drei Möglichkeiten zu antworten. Entweder ich sage: Ich bin Texterin. Punkt. Okay, nächstes Thema. Oder ich sage: Ja, ich bin Texterin in der Stiftung. Dann ist vielleicht schon so: Ah, okay, was denn für eine Stiftung? Oder Nummer drei, und das ist das, was ich wähle: Ich bin Texterin in der christlichen Stiftung. Und dann weiss die andere Person sofort: Ah, okay, da steckt mehr dahinter bei ihr.

Und dann hinterfragt die Person schon gar nicht so sehr, glaube ich, wenn ich dann später mal auf den Glauben zu sprechen komme, weil sie schon von Anfang an gehört hat: Ah, okay, die ist Christin. Und genauso einfach Gesprächsmöglichkeiten, die da sind, nutzen. Also zum einen einfach von sich selber erzählen: Was hast du am Wochenende gemacht? Ja, ich habe mich ausgeruht. Oder ich sage: Ja, am Wochenende, hey, da war ich in der Gemeinde. Übrigens, boah, ich habe da was gehört in der Predigt, das fand ich total spannend. Darf ich das mit dir teilen? Oder: Hey, letzte Woche habe ich was gelernt, nämlich dieses oder jenes. Oder ich sage: Letzte Woche habe ich beim Bibellesen gemerkt, dass mir dieses oder jenes wichtig geworden ist. Oder: Gott hat mir das und das gezeigt. Gott hat mir, also ich bin Gott dankbar für ...

Statt: Ich bin dankbar für diese kleinen Sachen. In einem Interview, das hatten wir in einem der ersten Magazine mal, da hat ein Kumpel von mir, den haben wir da interviewt, gesagt, er sagt immer einen Satz mehr. Und für mich ist es oft so ein Wort mehr, und das reicht schon aus. Dass es so eine Hook gibt und Interesse weckt. Genau, entweder Interesse wecken, dass die Person nachfragt: Hey, was meinst du denn damit? Oder: Ja klar, darfst du davon erzählen. Oder dass ich dann halt einfach später nachfragen kann, darauf eingehen kann.

Ich bin jetzt bei der Physiotherapie einmal in der Woche, langfristig, richtig cool, ich bin immer bei der gleichen. Und dann kann ich da halt auch sagen: Ja, ich arbeite das und das. Und dann kannst du nächstes Mal fragen: Ja, okay, was hast du denn für eine Erfahrung mit dem Bibellesen? Oder: Ach, du bist aus der und der Kirchengemeinde, oder so? Bist du da jetzt noch dabei? Was hat sich denn in deinem Glauben verändert? Oder so.

Also einfach immer ein bisschen aufmerksam sein, was für Anknüpfungspunkte sind denn da, und dann einfach niederschwellig anknüpfen. Und wenn die andere Person nicht darüber reden will, dann wird sie es dir schon sagen. Und dann sagst du: Hey, okay, alles klar. Entweder versuchst du es halt ein paar Wochen oder Monate später nochmal, oder du lässt es halt sein. Und dann ist es auch okay.

Von der Bubble raus und in echte Begegnungen hinein

Jetzt hast du gerade ein Beispiel gebracht, Physiotherapie. Da hast du dann wahrscheinlich mehrere Termine hintereinander und Anwendungen, was auch immer. Da kann man irgendwie auch ein bisschen Beziehung aufbauen oder in ein Glaubensgespräch kommen, wenn sich das ergibt.

Wie ist das mit Leuten, die man echt nicht oft sieht und nicht regelmässig sieht, wie die Kassiererin an der Kasse oder der Friseur oder, ich weiss nicht, redet man da auch?

Da muss ich sagen, da habe ich ehrlich gesagt gar keine Gespräche, weil das überhaupt nicht zu meinem Persönlichkeitstyp passt.

Du bist dann ganz stumm.

Ich bin dann sehr stumm, ja. Weil ich ein extrem beziehungsfokussierter Mensch bin.

Aber zu einem Friseur kann man ja auch eine Beziehung haben, wenn man da alle bei sich aufkisst.

Vermutlich theoretisch. Und ich gehe gar nicht hin. Ich war in meinem Leben zweimal beim Friseur.

Okay, gut, nimm mir ein anderes Beispiel. Was weiss ich, Nachbarn. Die Nachbarn, da bist du ja jetzt im Sommerfest.

Genau. Und da ist zum Beispiel auch: Ich habe meine Nachbarin vor der Tür kennengelernt, dann haben wir WhatsApp ausgetauscht, und dann schreibe ich halt mal so: Hey, wie geht's dir? Und dann sagt Sebastian, dann sage ich so: Hey.

Tut mir leid, dass dir gerade das schwerfällt, dessen das als Ermutigung. Dann trifft man sich mal zum Brunch oder so.

Aber jetzt komme ich gleich noch zu dem Dienst da auf der Strasse, das sind ja auch keine Beziehungen.

Ja, da ist aber direkt da, okay, das ist meine eine Chance, dem einen Stein in den Schuh zu legen, wo der andere aber schon redebereit ist. Ich weiss nicht, also sowas weiss ich mehr auch so im Bus, an der Bushaltestelle, beim Einkaufen oder so.

Ich selber bin der Typ Mensch, ich werde nicht gerne angesprochen von Leuten, und ich spreche nicht gerne Leute an. Du hast diese zwei Minuten an der Kasse irgendwie, wo du dem vielleicht was mitgeben kannst oder so, und da habe ich gar nicht irgendwie den Kopf dafür.

Auf der Strasse weiss ich: Okay, ich gehe jetzt konkret dahin, zum Beispiel mit einer bestimmten Frage, stelle die Frage, und dann weiss ich, ich werde ein paar Minuten bis eine Stunde, je nachdem wie offen die Person ist, ein Gespräch haben und kann dann vielleicht irgendwie Nummer austauschen.

Das kann man an der Kasse jetzt nicht machen, es sei denn, du hast einen extrem grossen, langen Einkauf. Und dann hat die Kassiererin aber meistens auch was anderes zu tun, als noch nebenbei einen Pläuschchen zu halten.

Okay, also dann habe ich das richtig verstanden: Du bist vor allen Dingen so beziehungsorientiert, und deine Gespräche sind so persönliche Begegnungen, die auch längerfristig angelegt sind, und One on one Präsenz, oder wie man das einmal nennen soll.

Ich habe aber jetzt auch immer wieder rausgehört, dass du auch digital unterwegs bist. Hast du auch so digitale Beziehungen oder rein digitale Beziehungen?

Sehr viele sogar. Also ich habe Freunde, ich sage mal so ein bisschen scherzhaft: Ich habe überall auf der Welt Freunde, ausser in Deutschland. Also ich habe schon ein paar Freunde in Deutschland, aber die meisten sind tatsächlich ... Also ich habe einen guten Freund, der ist Muslim, der wohnt in Marokko. Ich habe Freunde in China, in Korea, in Japan, in Amerika, in Kanada, Frankreich, Italien, keine Ahnung, überall. Das heisst, es läuft eigentlich alles digital.

Manche sind Freundschaften durch die Leute, die ich persönlich kennengelernt habe, und dann ging es halt digital weiter. Also entweder haben die halt eine Weile in Deutschland gelebt, sind dann wieder nach Hause gegangen, oder wir waren gemeinsam bei der Steiger Missionsschule, oder dann eben ich war in Korea, die waren auch in Korea, sind dann nach Hause oder sind jetzt noch in Korea oder so.

Und manche kenne ich tatsächlich auch nur online, habe sie auch noch nie getroffen, bin dann halt viel mehr mit Schreiben beschäftigt oder so.

Aber auch da kann man über den Glauben reden. Also mit meinem muslimischen Freund habe ich viel über Jesus geredet. Der ist auch total offen. Nicht so, dass er persönliches Interesse hat, aber dass er von mir erzählen kann und so. Auch da weiss ich nicht, was Gott für Samen sät. Von dem her muss das Medium da eigentlich nicht irgendwie dich aufhalten.

Also ich bin jetzt nicht in den sozialen Medien unterwegs, dass ich gross poste oder so. Ich like nur, weiss auch nicht, inwiefern das zielgerichtet ist. Ich glaube, es hat sicher seinen Stellenwert. Es kommen Leute durch Social Media und so zum Glauben. Im grossen und ganzen geht es aber wirklich um die persönliche Beziehung. Aber ob die dann persönlich stattfindet oder online, das ist dann halt nochmal eine andere Frage.

Grundsätzlich ist es natürlich leichter, wenn sie persönlich stattfindet. Aber die Frage ist immer: Inwiefern geht das? Weil dann musst du dich halt treffen, dann müssen beide Zeit haben, dann hat jeder seinen Terminplan, der sehr voll ist.

Insofern ist es natürlich leichter online, weil du antwortest halt dann, wenn du Zeit hast, oder hin und wieder telefonierst du mal alle paar Wochen oder so. Und dann kannst du auch gute, tiefe Beziehungen aufbauen.

Wie man aus der christlichen Blase herauskommt

Würdest du denn sagen, dass es einen Unterschied gibt zwischen digitalen und persönlichen Begegnungen? Worin liegt der?

Grundsätzlich, jetzt mal gar nicht unbedingt beim Evangelistischen, aber grundsätzlich ist es natürlich einfach so: Digital kannst du halt antworten, wann du willst. Das heißt aber auch, dass du nicht mehr so diese unmittelbare Beziehung zwischen dem Austausch und deinem Leben hast. Es ist eher etwas, das nebenherläuft, als jetzt mit meinen Arbeitskollegen, wo ich dann sage: Okay, lass uns nach der Arbeit noch irgendwie einen Kaffee trinken gehen oder so, und erzähl mir, wie dein Tag war. Das ist natürlich eine andere Art von Austausch.

Es kommt natürlich auch immer ein bisschen darauf an. Ich meine, klar: Mit jemandem persönlich auf der Couch zu sitzen und zu reden, ist etwas anderes, als ihm eine Nachricht zu schicken. Gerade beim Chatten hast du viel, viel mehr Raum für Missverständnisse. Es wird schnell aufwendig. Wenn du jetzt mit jemandem auch ein Glaubensgespräch führst, dann schreibst du dir so einen Paragraphen, und dann schreibt der andere so einen Paragraphen zurück. Dann ist natürlich auch eine gewisse Hürde da, schon allein in den Chat reinzugehen.

Es ist natürlich leichter, wenn der andere auf der Couch sitzt und du sagen kannst: Warte mal, was meinst du denn damit? Oder da kannst du halt auch leicht eine Stunde oder zwei reden. Ich hatte auch schon Glaubensgespräche, die gingen fünf Stunden lang oder so. Und danach ist alles gut, du gehst nach Hause, und gut ist. Wenn wir jetzt das gleiche Gespräch diese fünf Stunden lang getippt hätten, da wirst du wahnsinnig. Da wirst du wahnsinnig, ja.

Ja gut, man kann ja auch einen Videocall machen oder sowas.

Ja, das ist dann eben das andere. Wenn die Zeitverschiebung nicht zu groß ist.

Genau, oder wenn einer bereit ist, Opfer zu bringen. Also ich meine, theoretisch geht eigentlich auch das. Wenn es dir wichtig ist, wirst du Wege finden.

Ich weiß es selber, wie herausfordernd es ist, Alltagsmissionen zu leben und aus deiner eigenen Bubble rauszukommen. Viele unserer Zuhörer wissen es auch: Als Christen sind wir irgendwie oft in so einer christlichen Bubble eher drin. Was würdest du jemandem raten, der kaum Nichtchristen kennt? Wie kommt man da raus?

Ich denke, es gibt verschiedene Wege. Das eine ist: Wende dich an deine christlichen Freunde, die nichtchristliche Freunde haben. Sag: Hey, du hast doch viele nichtchristliche Freunde, magst du nicht mal einen Spieleabend mit mir machen und die mitbringen? Oder du lädst sie ein und ich darf auch kommen. So kann man es versuchen.

Ansonsten: Werde kreativ. Überleg, was du gerne machst, und such dir dann etwas, wo du das machen kannst. Für mich war das so: Ich liebe es zu singen. Ich singe auch gern mit Leuten zusammen. Dann hat mir eine Schwester aus der Gemeinde empfohlen: Hey, es gibt da einen Chor. Falls du gerne singst und gerne mit Nichtchristen zusammen bist. Sie hat es eigentlich als Spaß gemeint. Ich singe ja noch nicht mehr gern mit Nichtchristen zusammen. Ja, dann gehst du halt da hin.

Was habt ihr denn gesungen?

Alles Mögliche, also Pop, Disney, ein bisschen Jazz. Keine Volkslieder.

Nee, dankbarerweise nicht.

Und dann schaust du halt, dass du da reinkommst. Ansonsten glaube ich, dass ich da jetzt schon so ein bisschen in einer besonderen Position bin oder wir. Die meisten Christen hätten die Möglichkeit, Leute kennenzulernen, weil sie nicht in so einer krassen christlichen Bubble sind von christlicher Arbeit und nur christlicher Gemeinde und nur christlichen Nachbarn. Das war auch noch, als ich hierhergezogen bin: Ich habe ja hier in der WG gewohnt, das heißt, ich hatte nur christliche Nachbarn.

Du hast deine Möglichkeiten. Du hast in der Regel Nachbarn, mit denen du in Kontakt kommen kannst. Du hast in der Regel Arbeitskollegen, mit denen du in Kontakt kommen kannst. Vielleicht wohnst du noch bei deiner Family, dann kannst du sagen: Hey, dein Freundeskreis, wenn das Geschwisterkind zum Beispiel in einer ähnlichen Altersgruppe ist, ja, kann ich da mal hin? Oder wenn du jetzt halt eine Mama bist, dann unterhältst du dich halt mit den Müttern am Spielplatz oder so. Und so kann man dann eigentlich Leute kennenlernen.

Also ein bisschen schauen: Wo sind denn schon, wo schlummern schon potenzielle Freundschaften? Und ansonsten: Wo kann ich neue Leute kennenlernen?

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Der Anfang von Leidenschaft und Berufung

Jeruscha, erzähl mal: Wann hat es bei dir Klick gemacht? Also dieser Moment, in dem du dachtest: Ich will Menschen zu Jesus führen.

Ich weiß nicht, ob es diesen Moment genau in diesem Sinne gab, weil es mir eigentlich schon immer wichtig war. Ich habe zum ersten Mal wirklich verstanden, dass es Gott gibt und dass ich ihn ernst nehmen muss, als ich sechs war.

Und dann war ich in einer sehr guten, da erinnerst du dich noch dran.

Da erinnere ich mich noch dran, ja.

Das war an Weihnachten. Ich hatte ein echt unverschämtes Gebet gebetet: Gott, wenn es dich gibt, dann will ich dieses Kissen zu Weihnachten haben. Dann habe ich dieses Kissen zu Weihnachten bekommen, entgegen aller Erwartungen. Das hat mir schon die Augen geöffnet. So: Okay, es gibt Gott, und ich glaube, den muss ich ernst nehmen.

Und wie gesagt, dann war ich in einer sehr guten, bibeltreuen Gemeinde. Von klein auf habe ich geglaubt, und deswegen erinnere ich mich auch daran: In der Grundschule, ich war in der dritten, vierten Klasse, bin ich mit einer Freundin um den Platz gelaufen und habe mit ihr über Jesus geredet.

Von daher, das war eigentlich schon immer da. Und dann auch der Wunsch: Okay, ich glaube, dass das wahr ist, alle anderen sollen das wissen. Ich will Leute zu Jesus hinführen.

Aber es ist noch mal deutlich intensiver geworden in den letzten Jahren. Und ein ganz großer Punkt war: Ich bin zwar als Missionarin nach Korea gegangen, aber eigentlich war das danach, als ich bei der Steiger Missionsschule war. Dort habe ich Gott noch mal ganz neu kennengelernt, und zwar viel, viel intensiver. Und da hat er wirklich meine Liebe zur Evangelisation noch mal vertieft und so richtig angefacht, wie eine richtig heiße Glut daraus gemacht.

Seitdem ist es so richtig mein Anliegen zu sagen: Okay, ich will dafür leben. Ich will das nicht nur irgendwie nebenbei oder für ein Jahr, sondern ich will, dass das das Zentrum dessen ist, was ich 24 Stunden am Tag mache.

Was treibt dich dabei an? Warum investierst du da rein?

Weil ich weiß, dass es wahr ist, und weil ich weiß, dass es gut ist.

Seit meiner Rückkehr zu Jesus erlebe ich ja, was es bedeutet, Jesus zu kennen. Und das ist nicht nur so ein: Ja, ist ganz nett, ist ganz gut. Was man oft hört, ist so: Ja, es ist schön, wenn es für dich funktioniert. Es ist ja schön, wenn es dir guttut.

Aber es ist mehr als das. Es gibt keine tiefere Freude, es gibt keinen tieferen Frieden. Es gibt keine größere Herrlichkeit, als mit Jesus zu leben. Und davon bin ich immer wieder überwältigt. Dann will ich, dass das jeder weiß.

Und dann insbesondere, wenn ich die Person kenne. Wie gesagt, ich bin sehr emotionsgetrieben und sehr beziehungszentriert. Ich sage: Boah, natürlich, okay, ich liebe diese Person. Ja, ich kenne jemanden gar nicht so lange und investiere so viel Herz hinein. Aber so hat Gott mich einfach geschaffen.

Und dann kann ich gar nicht anders, als zu sagen: Du musst doch Jesus kennenlernen. Du musst wissen, was du verpasst. Du musst wissen, das ist die Wahrheit. Das ist nicht nur irgendein schönes Märchen oder so. Es ist die Wahrheit, und sie ist gültig für dich. Und sie wird dein Leben im besten Sinne vollkommen auf den Kopf stellen. Das musst du wissen.

Du bist begeistert.

Ja.

Vorbereitung, Training und geistliche Haltung

Wie bereitest du dich auf solche Glaubensgespräche vor?

Es gibt verschiedene Komponenten. Das eine ist Gebet, also die geistliche Komponente. Dabei sage ich: Mit wem will ich mich treffen? Mit wem möchte ich online oder auf andere Weise darüber reden? Und dann bete ich konkret für die Person, und zwar längerfristig immer wieder. Das können lange Gebete sein, es können aber auch kurze Gebete sein. Ich glaube, das muss oft gar nicht so umfangreich sein.

Ich bete auch immer wieder darum, dass Gott mir das richtige Herz schenkt. Also nicht nur für die andere Person, sondern auch für mich selbst. Dass ich sage: Ich möchte Gelegenheiten gut wahrnehmen, ich möchte mehr zuhören als reden, ich möchte Fragen stellen, bitte schenk du mir die richtigen Worte und so.

Und jetzt habe ich den Faden verloren, weil ich noch einen zweiten Punkt hatte. Genau, der zweite Punkt ist, sich inhaltlich vorzubereiten. Dass man zum Beispiel bei Apologetik einfach ein bisschen die Basics draufhat. Oder wenn ich sage: Boah, das war jetzt eine Frage in einem Gespräch, die konnte ich überhaupt nicht beantworten, dann gehe ich die danach durch und sage mir: Ja, okay, wenn mich das nächste Mal jemand das fragt, was könnte ich denn dann sagen?

Und dann spiele ich im Kopf einfach ein bisschen Gespräche durch. Ja, okay, was sagt der andere dann vielleicht? Das sind imaginäre Gespräche, aber sie helfen mir, mich vorzubereiten. Genau, einfach Training.

Also, ich bin jetzt nicht so diejenige, die sich hinsetzt und irgendwie etwas aufschreibt oder einen Kurs macht oder so. Das taugt mir gar nicht. Aber ich führe sowieso ständig Selbstgespräche, mein Hirn ist immer so 24/7 an, und dann kann ich das ja auch irgendwie in etwas Gutes investieren.

Hier schläfst du nicht.

Doch, aber ich träume ja auch. Nein, mein Hirn, ich habe ADHS, mein Hirn ist die meiste Zeit meines Lebens sehr aktiv. Und von dem her ist das einfach etwas, das ich in etwas Gutes investieren kann. Dann höre ich zum Beispiel Podcasts oder lese Bücher oder gehe im Kopf Gespräche durch. Okay, was würde ich auf diese oder jene Frage antworten? Oder wenn in einem Film zum Beispiel irgendetwas vorkommt, eine Frage wie: Wie kann Gott dies oder jenes zulassen? Oder: Ja gut, über das Christentum weiß ja jeder Bescheid. Okay, wie würde ich denn darauf reagieren, wenn das jetzt jemand in einem Gespräch sagen würde, wo ich dabei bin?

Oder ein Podcast: Ja okay, Moment, wie würde ich denn an seiner Stelle antworten?

Ich mag auch die Videos von Stuart und Cliff Knechtle total gerne. Die machen Apologetik am Campus. Da dann auch einfach mal zu überlegen: Okay, wenn mir jetzt jemand diese Frage stellen würde, wie würde ich denn darauf antworten?

Und es hilft einfach, vorbereitet zu sein. Einerseits zu wissen: Okay, das sind Defizite, da weiß ich eigentlich gar nicht, was ich glaube oder warum ich glaube, was ich glaube. Und zum anderen hilft es dir, es im Kopf schon mal so vorzuformulieren: Okay, würde mein Gegenüber das verstehen, wenn ich es so erkläre? Brauche ich da vielleicht eine andere Wortwahl? Muss ich da vielleicht noch Begriffe erklären oder so?

Und es gibt dir halt auch eine gewisse Ruhe und Freimütigkeit, wenn diese Fragen dann kommen, dass du dann sagen kannst: Okay, ich habe schon mal darüber nachgedacht, hier ist tatsächlich auch eine Antwort darauf. Ja, cool.

Vom Anfang bis zur bewussten Praxis

Was war für dich denn am Anfang am schwersten, als du mit persönlicher Evangelisation angefangen hast, und was hat sich mittlerweile auch verändert?

Also, das Interessante ist: Ich habe persönliche Evangelisation betrieben, bevor ich wusste, dass sie existiert. Ich war in Korea, die geborene Alltagsmissionarin.

Okay, du warst in Korea mit dieser Studentenmission, und meine Aufgabe war eigentlich direkte Evangelisation am Campus. Aus verschiedenen Gründen fiel mir das unfassbar schwer. Am Ende habe ich mich eigentlich gefragt: Boah, bist du nicht eine totale Versagerin? Was sollte das hier alles?

Dann habe ich aber rückblickend geschaut und war so: Hm, ich habe doch mit ziemlich vielen Leuten über den Glauben geredet. Dann kam ich hierher, und ihr habt mir erzählt: Übrigens, es gibt sowas, das nennt sich Alltagsmission, und das sollte jeder Christ machen. Das ist persönliche Evangelisation. Und persönliche Evangelisation heißt einfach, in der persönlichen Beziehung über Jesus zu reden. Und ich war so: Ha, das mache ich seit Jahren.

Mir hat es da gar nicht so getaugt, direkte Evangelisation auf dem Campus zu machen. Aber schon da hatte ich total viele Beziehungen, in denen ich das schon gemacht habe. Das war die Einleitung, jetzt habe ich deine Frage vergessen.

Meine Frage war, was fiel dir anfangs am schwersten in der persönlichen Evangelisation, und wie hat sich das so entwickelt?

Ja, von dem her kann ich jetzt gar nicht sagen, dass es so einen Anfang gab, wo mir etwas schwerfiel, weil ich es, wie gesagt, schon gemacht habe, bevor ich wirklich wusste, dass es das gibt.

Ja, du bist sehr beziehungsorientiert, und da hast du es einfach mit einfließen lassen.

Genau. Von dem her ist es für mich eigentlich das Natürlichste überhaupt, über Jesus zu reden. Was sich aber verändert hat, ist, dass ich es jetzt viel, viel bewusster mache. Dass ich sage: Okay, das ist auch mein Ziel, ich bete jetzt konkret dafür.

Davor, also auch in Korea, war es eigentlich eher so: Ich nutze halt jede Möglichkeit, die es gibt, um über Jesus zu reden. Und jetzt ist es vielmehr so, dass ich sage: Okay, ich suche nach Gelegenheiten. Ich versuche herauszufinden, was die Person konkret bewegt, und nicht einfach nur meinen Inhalt, den ich weitergeben will, hinzuklatschen, sondern noch mehr Wert auf dieses Kennenlernen und darauf zu legen, Interesse zu entwickeln.

Ich glaube, das hat sich entwickelt.

Berufung, Gaben und der Blankoscheck an Jesus

Manche denken ja: „Ich bin kein geborener Evangelist, und ich habe auch nicht die Geistesgabe des Evangelisten.“ Was würdest du dazu sagen?

Auf mich oder allgemein?

Allgemein. Wenn dir so etwas jemand sagt.

Dann würde ich sagen: Das ist vollkommen irrelevant in Bezug auf deine Alltagsmission.

Der Evangelist hat sicher eine bestimmte Begabung für Evangelisation an sich. Dass ihm Evangelisation besonders leichtfällt, dass er leicht in Gespräche kommt und so. Vielleicht hat er auch viel Wissen, sodass er Menschen wirklich näher zu Jesus hinbringen kann. An sich ist es aber auch die Aufgabe des Evangelisten, die Gläubigen genau dafür auszurüsten, zur Zurüstung der Gemeinde.

Das heißt: Du musst gar kein Evangelist sein, um zu evangelisieren. Der Missionsbefehl von Jesus gilt für jeden einzelnen Christen. Genauso wie: „Seid sanftmütig“ oder „Lasst die Sonne nicht untergehen über eurem Zorn“. Das richtet sich an jeden einzelnen Christen. Und du kannst nicht sagen: „Ja, ich habe jetzt aber nicht die Geistesgabe der Sanftmut, also darf ich zornig sein.“ Die Geistesgabe der Sanftmut gibt es natürlich auch nicht.

Stimmt natürlich, stimmt natürlich.

Ja, oder in einer frühen Podcast-Folge von dir und Jochen hat einer von euch mal gesagt, von wegen: „Ich habe nicht die Gabe zum Toilettenputzen, deswegen muss ich es nicht machen“, oder: „Ich habe nicht die Gabe, großzügig zu sein, also darf ich geizig sein.“ Das fand ich sehr eindringlich.

Von dem her: Evangelisieren heißt ja eigentlich nur, über Jesus reden, über das reden, was er getan hat. Und das sollte etwas sein, was aus unserem Herzen herauskommt. Wir sollten voll davon sein. Es sollte für uns eigentlich keine Überwindung sein, über das zu reden, was das Beste ist, was uns jemals passiert ist.

Von dem her: Ich verstehe es, wenn jemand sagt, ich fühle mich unsicher. Aber an Unsicherheiten kannst du erstens dafür beten, und zweitens kannst du daran arbeiten. Du kannst lernen, beziehungsfähig zu sein, du kannst lernen, sprachfähig zu sein.

Die Frage ist: Kommen sie ihrem Auftrag nach? Und ich glaube, bei vielen ist das Problem gar nicht mal unbedingt die Sprachfähigkeit oder Beziehungsfähigkeit, sondern eher die Frage der Identität. Nehmen sie für sich diese Berufung an, dass sie konkret dazu berufen sind, zu evangelisieren, und eben nicht nur ein Billy Graham oder sonst irgendjemand.

Ein Trainingsweg für den Alltag

In deinen letzten Sätzen hast du mir jetzt eine richtige Steilvorlage für eine Werbeeinlage gegeben, nämlich für Grove. Es geht um bedeutungsvolle Beziehung, es geht darum, sprachfähig zu werden, es geht darum, gute Fragen zu stellen. Was hast du noch gesagt? Du hast noch gerade irgendeine Identität, Identität, wer bin ich in Christus, genau. Was hat das damit zu tun?

All das sind Themen, die du bei Grow findest. Grow ist das Trainingsprogramm zur Alltagsmission von Heukebach, und du findest es auf heukebach.org. Da kannst du dich gleich sofort anmelden, da kriegst du einen kostenfreien Zugang und kannst dir eine Lektion anschauen. Die kannst du selber machen, du kannst sie aber auch in einer Gruppe machen mit Leuten, wo du denkst: Boah, das wäre richtig cool, wenn wir das als Hauskreis, als Kleingruppe machen. Sehr empfehlenswert.

Okay, also das müsste jetzt einfach sein. Ich muss einmal ganz kurz noch dazu einhaken, weil was ich richtig cool finde bei Grow ist, dass es nicht einfach irgendwie so ein Kurs ist. Ich bin überhaupt kein Typ für Kurse, sondern es sind ja diese einzelnen Lektionen, und du kannst dir dieses eine Thema raussuchen, das für dich wichtig ist.

Also wenn du sagst: Hey, Identität, ich habe schon mal grundsätzlich verstanden, dass ich es brauche, aber ich weiss nicht, wie ich die Beziehungen bilde, dann machst du die Lektion dazu. Und wenn du eine zur Menschenfurcht brauchst, dann machst du die zur Menschenfurcht. Von dem her: Mach die Folgen, nein, mach die Lektionen.

Oder eben, wir haben noch ein Thema, zum Beispiel Gottes Wirken und meine Verantwortung. Ja, das ist auch so ein Thema, okay.

Strassen-Evangelisation und kreative Zugänge

Iruscha, zurück zu dir. Du bist doch auf der Straße. Wir haben gerade öfter darüber gesprochen. Du machst das relativ regelmäßig. Das ist eher die konfrontative Evangelisationsmethode: wildfremde Leute ansprechen, auf sie zugehen, sagen: Hallo, kann ich mit dir reden? Und dann über den Glauben sprechen. Anders als in der Alltagsmission ist das für viele Christen unvorstellbar: einfach wildfremde Leute anquatschen. Wie bist du dazu gekommen?

Ja, also ich kann erstens verstehen, dass das für viele sehr fremd ist, weil ich eigentlich auch überhaupt nicht der Typ dafür bin. Ich liebe es zwar, neue Leute kennenzulernen, aber ich rede nicht gerne mit Leuten, die ich nicht kenne. Ich denke, der Anfang dazu war, als ich mit der Studentenmission erst in Deutschland und dann in Korea in Berührung gekommen bin. Da sind wir natürlich auch am Campus rausgegangen. Für mich war das aber immer eine riesige Überwindung, auf Leute zuzugehen.

Das kam dann tatsächlich durch die Steigermission. Die Steigermission hat als Zielgruppe junge Erwachsene in Großstädten, die nicht von sich aus in die Kirche gehen würden. Das heißt, man versucht zu überlegen: Okay, wenn sie nicht zu uns kommen, müssen wir zu ihnen gehen. Wie erreichen wir sie denn dann?

Da ist gerade das Thema Kreativität riesengroß. Also Musik, Tanz, Kunst und solche Dinge. Wenn wir viele Leute sind, so wie in Amsterdam, da waren wir 150 Leute, dann kannst du auch mal eine Tanzeinlage mit 150 Leuten machen. Oder du ziehst mit Pauken und Trompeten durch die Stadt und kommst dann ins Gespräch. Wenn du weniger Leute hast, sind es natürlich ein bisschen andere Sachen. Dann machen wir zum Beispiel Kunstinstallationen oder kreative Fragen oder so.

Das hat mir total geholfen, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, weil ich festgestellt habe: Zum einen habe ich einen Aufhängepunkt, wie ich mit Leuten ins Gespräch kommen kann. Und zum anderen sind Leute auf diese Art und Weise total offen, über ihren Glauben zu reden. Klar, du hast immer auch Leute, die sagen: Nee, kein Interesse. Aber im Großen und Ganzen ist es so, dass ich, wenn ich rausgehe, eigentlich jedes Mal mindestens ein gutes Gespräch habe. Ich habe oft wirklich Gespräche, die eine halbe oder dreiviertel Stunde lang gehen, ohne dass man sich im Kreis dreht.

Da haben wir auch verschiedene Hilfsmittel, und die haben es mir viel einfacher gemacht. Ich glaube, das würde es auch vielen anderen Leuten einfacher machen, das zu machen. Zum Beispiel ganz praktisch: Wir haben dann so ein Schild, auf dem eine Frage draufsteht, und dann sind Zettel hingeklebt. Je nachdem, wir gehen immer zu zweit raus, und je nachdem, was für ein Typ Mensch du bist, schreibst du da eine Frage hin. Es gibt Leute, die schreiben dann: Was ist Liebe? Was ist Hoffnung? Was ist der Sinn im Leben? Oder sowas.

Ich persönlich mag die direkteren Fragen. Ich frage dann: Was kommt nach dem Tod? Und dann gehe ich hin und sage: Hey, darf ich dich einen Moment stören? Wir haben eine Frage: Was ist denn deine Antwort? Schreib gerne auf, egal was es ist. Und dann sind die Leute schon mal so: Ha, okay, da hat jemand Interesse an mir. Ah okay, das ist kein Stand von Zeugen Jehovas oder so, die mir irgendwas in die Hand drücken wollen. Und dann kommen sie mit den Leuten ins Gespräch, und das funktioniert total gut.

Das ist der eine Punkt. Was ich aber auch sagen muss: Es ist nicht etwas für jeden. Ich glaube schon, dass mehr Leute es könnten, sowieso mit Gottes Hilfe. Aber ich glaube auch, dass viel mehr Leute es machen könnten, wenn sie die für sie passende Art finden. Es muss aber nicht jeder machen. Ich glaube gerade auch, dass das etwas ist, wo du sagst: Das geht vielleicht mehr in Richtung Evangelisation, die mehr in einem Evangelisten liegt. Ich glaube, dass Gott mir die Gabe der Evangelisation geschenkt hat.

Ich merke das auch. Ich liebe hier meine Arbeit, die ja wortwörtlich darin besteht, Christen für die Evangelisation auszurüsten. Mir fällt das relativ leicht, aber das fällt nicht jedem leicht, und das ist auch in Ordnung. Ich glaube aber, dass man es zumindest mal probieren sollte, weil du kein Evangelist sein musst, um es zu machen. Und es ist, wie gesagt, auch eine richtig gute Gelegenheit, um Leute kennenzulernen. Und damit gehen wir jetzt über in die persönliche Evangelisation.

Begegnungen auf der Strasse und was ein gutes Gespräch ausmacht

Gibt es ein Gespräch auf der Straße, an das du besondere Erinnerungen hast, Begegnungen?

Ich glaube eher Begegnungen und jetzt nicht mehr so sehr die Gesprächsinhalte oder so. Aber vor ein oder zwei Jahren waren wir am Valentinstag in Köln. Da hatte ich ein richtig interessantes Gespräch mit zwei Jungs, einer war ein Sikh und einer war Jude. Und wir hatten die Frage: Was ist Liebe?

Der eine hat eigentlich irgendeine richtig kindische, richtig unlustige, schlechte Antwort aufgeschrieben. Und wir haben dann aber einfach nachgefragt: Ja, warum denn? Und darüber sind wir in so ein tiefes Gespräch gekommen, das so lange ging. Am Ende meinte der jüdische junge Mann: Ich glaube, jetzt möchte ich mich noch mal mehr mit der Tora beschäftigen, was da wirklich drinsteht. Und das fand ich richtig stark.

Und jetzt, vergleichsweise vor kurzem, vor ein paar Wochen oder so, waren wir auch unterwegs. Meine Freundin war mit dabei, und uns hat jemand angesprochen. Ich wusste innerlich irgendwie sofort: Oh nein, mit dem kann ich nicht reden, da kommt nichts Gutes bei raus. Und sie kam dann aber mit ihm ins Gespräch, und das war jetzt auch nicht so krass gut. Aber dadurch standen wir an der Ecke, und ich hatte so ein Schild, und lauter Leute kamen auf mich zu: Ja, was hast du denn da? Boah, darf ich da auch dran schreiben? Und ich hatte da auch richtig gute Gespräche, die zum Teil auch richtig lange gingen.

Da war ein junger Mann. Unsere Frage war, glaube ich: Wofür lebst du? Und der war wohl am Anfang schon mal da, als noch mehr Leute da waren, ist gegangen und ist später wiedergekommen. Dann stand er da und fragte: Ja, darf ich dann fragen, was denn deine Antwort darauf ist? Und dann habe ich ein bisschen erklärt, dann hat er nachgefragt, und dann habe ich noch ein bisschen erklärt. Und er hat noch mehr gefragt. Ich hatte so eine Ruhe: Okay, gerade muss ich nicht fragen, gerade darf ich einfach antworten.

Ich durfte mit dem bestimmt so eine halbe Stunde reden, einfach nur über meine Hoffnung, die ich in Jesus habe. Und das war so bewegend, das war so ein schönes Erlebnis. Das ist mir sehr in Erinnerung geblieben.

Ich habe nicht mitgezählt, aber du hast jetzt in unserem Gespräch bisher sehr oft gesagt: ein gutes Gespräch. Das war ein gutes Gespräch. Woran machst du fest, was ein gutes Gespräch ist in diesem Sinn?

Ich würde sagen, zum einen daran, dass ich nicht das Gefühl habe, mein Gegenüber würde mir gerade lieber entwischen und steht nur noch da, weil er höflich ist, sondern der andere zeigt Interesse und fragt selber nach. Man kommt in einen Dialog.

Genau, man kommt in einen Dialog. Also das eine ist natürlich total wertvoll, wenn ich Fragen stellen kann und ich merke, der andere fängt an, nachzudenken. Gerade so etwas wie: Das ist eine voll gute Frage, da habe ich so noch nie drüber nachgedacht. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Person danach noch darüber nachdenkt. Vielleicht fängt sie an zu beten oder in der Bibel zu lesen oder so.

Und das andere ist aber wirklich der Aspekt des Dialogs, wenn die Person fragt: Ja, okay, und was glaubst du denn? Da helfen uns diese Fragen auf den Schildern auch total, weil die Leute dann so oft ein bisschen erzählen und dann sagen: Ja, warum macht ihr das eigentlich? Oder: Ja, was ist denn deine Antwort darauf? Und dann kann ich einfach Wahrheit teilen. Ich kann entweder von meinem Zeugnis erzählen, was ich mit Jesus erlebt habe, wie er mich zu sich geholt hat, wie er mich gerettet hat. Oder ich kann über apologetische Sachen etwas sagen, ich kann Wahrheiten aus der Bibel weitergeben.

Und das, würde ich sagen, ist dann ein gutes Gespräch, wenn die andere Person am Ende auch geht und sagt: Danke, das war ein gutes Gespräch. Oder: Danke, da will ich noch mal drüber nachdenken.

Persönliche Vorlieben und die Frage nach dem passenden Weg

Erusha, kleines Gedankenexperiment: Stell dir vor, du müsstest dich entscheiden, entweder darfst du nur noch auf die Straße gehen, konfrontativ mit deinem Schild, und mit Leuten ins Gespräch kommen, oder Alltagsmission leben. Was würdest du machen?

Das ist sehr leicht: Alltagsmission. Weil ich da sowieso ähnliche Gespräche habe wie die, die ich auf der Straße habe. Also ich glaube, für mich ist es jetzt nicht so, dass das Besondere, auf der Straße zu sein und mit Leuten zu reden, so stark im Vordergrund steht. Ich schätze die Art von Gesprächen, die ich da habe, und diese Art von Gesprächen kann ich aber auch potenziell mit Freunden haben.

Also klar, bei Freunden geht es oft in eine etwas andere Richtung. Wenn ich mich mit denen zum Abendessen treffe, sitze ich selten da und denke: Okay, ich habe jetzt sicher mein Schild. Was kommt denn nach dem Tod? Und dann redest du eine Dreiviertelstunde darüber. Sondern da ist eher ein kürzerer Austausch, vielleicht über verschiedene Themen oder so. Aber an sich kann ich auch mit Freunden reden. Ich habe auch mit Freunden schon sehr lange über apologetische Fragen gesprochen, und da fühle ich mich auch viel besser.

Also, wie gesagt: Ich spreche mit fremden Leuten, weil ich will, dass sie das Evangelium hören. Aber wenn ich es vermeiden kann, mit fremden Leuten zu reden, dann mache ich das gerne.

Bist du da lieber alleine unterwegs oder mit Freunden?

Definitiv mit Freunden. Also wir sind eigentlich immer eine kleine Gruppe. Je nachdem, wie viele mitkommen, aber wir schauen eigentlich immer, dass man mindestens zu zweit rausgeht, und das gibt mir auch Kraft. Wie gesagt, ich fühle mich nicht so wohl dabei, Leute anzusprechen, die ich nicht kenne. Und dann ist es einfach gut, noch jemanden dabei zu haben. Es gibt dir einfach Kraft, wenn noch jemand dabei ist.

Es ist auch voll gut, weil manchmal bist du mit jemandem tiefer im Gespräch, und dann redet dein Kollege nicht mit. Aber dann kann er seitlich dastehen und für das Gespräch beten. Oder andersherum. Du kannst auch sagen: Boah, also ich hatte es auch schon, dass ich gesagt habe: Boah, ich habe heute eigentlich überhaupt keine Kraft, oder ich habe voll Kopfschmerzen, oder ich bin geistlich irgendwie gar nicht da. Okay, Jesus, ich gehe trotzdem zu dem Outreach, weil ich merke, du willst, dass ich hingehe, aber ich habe gar nicht die Kraft, das zu machen.

Und ich durfte dann so oft erleben, dass Gott mir irgendwie zeigt: Hey, es ist okay, diese Person wird reden, und ich will, dass du einfach da stehst und für das Gespräch betest. Und das ist total wertvoll.

Und das andere ist eben auch so die Komponente, dass man sich danach Feedback geben kann. Dass man dem anderen auch sagen kann: Hey, das und das hast du voll gut gemacht, behalte das bei. Oder dass der andere einem halt sagen kann: Hey, da und da, das war nicht so gut, das wäre anders besser gewesen, üb noch mal. Genau.

Kultur, Wahrnehmung und der Blick auf Unterschiede

Du warst ja in Südkorea. Was hast du da über Alltagsmission gelernt, das du hier in Deutschland anders machst oder beibehalten hast?

Also, wie gesagt, nicht so konkret, dass ich sage: Ich habe es gelernt, weil ich diese Unterscheidung noch nicht so kannte. Aber ich glaube, allgemein habe ich aus meiner Zeit in Korea gelernt: Ich habe ja ganz am Anfang schon gesagt, dass sie dort sehr, sehr indirekte Menschen sind und wir sehr, sehr direkt. Das hat mir mehr Bewusstsein dafür gegeben, dass Menschen unterschiedlich ticken und man sie mehr verstehen muss.

Du kannst jetzt sagen: Ja, okay, warum sagen sie dir denn nicht einfach, was sie meinen? Und du kannst sie dafür verurteilen. Aber das Spannende ist gerade bei diesem Kulturunterschied: Das Herz dahinter ist das Gleiche. Denn ich sage: Weil ich dich respektiere, sage ich dir klipp und klar, was mein Problem mit dir ist. Dann kannst du das Problem irgendwie beheben, und wir können eine gute Beziehung haben. Ich rede nicht lange drum herum, und ich rede nicht erst mit anderen darüber.

Die Koreaner sagen: Weil ich dich respektiere, will ich dich nicht verletzen. Deshalb sage ich dir nicht direkt ins Gesicht, was du falsch gemacht hast, sondern ich rede ein bisschen drumherum. Wir nähern uns dem Thema langsam, und dann kann ich dir behutsam sagen: Schau mal, da und da hast du zum Beispiel einen Fehler gemacht.

Von daher ist das, glaube ich, schon etwas, was ich aus der Zeit gelernt habe: mehr zu hinterfragen, warum eine Person so ist, die jetzt anders ist als ich, und was ich ihr eher Positives unterstellen kann statt Negatives. Und ich glaube, das ist in der Alltagsmission auch sehr wertvoll. Es hilft auch, einfach mehr Verständnis dafür zu haben, dass es unterschiedliche Kulturen gibt.

Ich meine, klar, in Korea war es ganz offensichtlich: Hier ist eine Deutsche in Korea, oder sie redet dann mit jemandem aus Indien, aus Amerika, aus China oder aus Malaysia, oder wo auch immer die alle herkamen. Da ist eine unterschiedliche Kultur da. Du drückst dich bei manchen Sachen unterschiedlich aus, und ein anderes Vorwissen ist da.

Und genauso ist es hier ja auch. Meine Nachbarin hat eine andere Kultur als ich, selbst wenn sie Deutsche ist. Vielleicht ist sie in einem nichtchristlichen Kontext groß geworden oder in einem toxisch-christlichen Kontext. Und dann kommt vielleicht noch dazu, dass die Familie genauso tickt. Oder jemand kommt aus dem und dem Gemeindekontext und hat Unterschiedliches erlebt.

Das hilft, glaube ich, dabei, behutsamer ranzugehen. Und es kommt auch wieder zurück zum Interesse zeigen: Warum ist jemand so, wie er ist? Warum denkt er so, wie er denkt? Und wie kann ich da mit dem Evangelium dran anknüpfen?

Leidenschaft entwickeln und Gott den Blankoscheck geben

Was würdest du jemandem sagen, der denkt: Ja, ich würde gerne auch viel leidenschaftlicher evangelisieren, mehr so in der Art wie die Ruscha, also mit einer Leidenschaft. Aber ich weiss nicht, wie ich das entwickeln kann. Was hat dir persönlich am meisten geholfen? Du hast ja auch gesagt, dass du eher ein introvertierter Typ bist, oder?

Ja, ich bin auch sehr extrovertiert. Beides, okay. Ich bin beides, ja.

Mein Tipp ist: Bete immer wieder ein Gebet. Wie du das genau formulierst, ist dir überlassen. Meine Formulierung ist: Meine Antwort ist ja, was ist deine Frage?

Moment, was? Sie soll beten?

Ja, genau. Und zwar eine Art Gebet. Wie du es formulierst, ist dir überlassen. Ich bete in der Art: Herr Jesus, meine Antwort ist ja, was ist deine Frage?

Ach so. Ich habe das aus einer Predigt. Da wurde eine Geschichte erzählt. Ich weiss nicht, ob sie wahr ist oder nicht. Ein Pastor predigt, steht danach noch an der Tür, und ein Mann kommt auf ihn zu: Pastor, danke für die Predigt, die war so gut, die hat mich so ermutigt. Meine Antwort ist ja, was ist Ihre Frage?

Der Pastor ist noch total verwirrt. Was will er jetzt von mir? Keine Ahnung. Ja, ja, schönen Tag.

Und die Woche drauf predigt der Pastor, der Typ kommt wieder: Danke, Pastor, es war so gut. Meine Antwort ist ja, was ist Ihre Frage?

Und so geht es ein paar Wochen. Irgendwann steht der Pastor da und sagt: Hey, komm, lass uns mal reden. Worum geht es dir da?

Dann erklärt der Mann: Ja, ich habe mein Leben total in den Sand gesetzt, war richtig am Ende, aber Jesus hat mich gerettet. Und deswegen habe ich gesagt: Okay, ich will mein Leben ihm kompromisslos hingeben. Meine Antwort ist ja. Ich wollte, dass du das schon mal weisst, egal, was deine Frage ist. Also: Was ist deine Frage?

Kannst du um drei Uhr nachts jemanden abholen? Ja, klar.

Kannst du das Klo im Gemeindehaus putzen? Ja, klar, mache ich.

Und das ist, glaube ich, ein sehr, sehr gutes Gebet. Und das ist, glaube ich, auch der Schlüssel für Leidenschaft, dass ich sage: Okay, meine Antwort ist ja. Jesus, was ist deine Frage?

Willst du, keine Ahnung, fünf, zehn, fünfzehn Prozent spenden? Ja, klar.

Willst du die Person, obwohl du sie nicht gut kennst, zum Essen einladen? Ja, klar, mache ich gerne.

Willst du mit der Person über mich reden? Ja, klar, mache ich gerne.

Willst du sechshundert Kilometer weit ziehen, um einen neuen Job anzufangen? Ja, klar. Wenn du mich da haben willst, dann mache ich das gerne.

Also im Prinzip zu sagen: Jesus, du hast einen Blankoscheck für mein Leben. Ich hinterfrage nicht, was du willst. Ich sage: Du willst, dass ich dir gehorche, ich will, dass ich dir gehorche. Also zeig mir bitte einfach möglichst klar deinen Willen, und dann gehorche ich ohne grosse Diskussion.

Und das ist für mich wirklich mein persönlicher Schlüssel für Leidenschaft, weil ich dann nach Gottes Plan lebe. Und Gottes Plan ist der beste Plan, den es gibt. Wir wissen aus der Bibel, und das ist für mich auch wieder so ein Punkt, wo sich der Kreis schliesst mit der Apologetik: Wir wissen aus der Bibel, Gott ist allwissend. Er ist weise. Er weiss, was für dich am besten ist. Er ist allmächtig. Er kann tun, was für dich am besten ist. Und er ist absolut liebevoll. Er will, was für dich am besten ist. Und er verspricht dir sogar, zu tun, was für dich am besten ist: 1. Korinther 8,28.

Wenn er weiss, was am besten ist, tun kann, was am besten ist, tun will, was am besten ist, und sogar verspricht, das zu tun, dann kann ich mich ihm ja absolut und vollkommen unterordnen.

Und da ist wieder mein Zirkelschluss: Weil ich weiss, dass die Auferstehung wahr ist, kann ich genau das über Jesus glauben.

Und ich erlebe das auch so: Wenn ich Jesus mein Leben kompromisslos hinlege, dann lebe ich das beste Leben, das ich haben kann. Und das führt automatisch zur Leidenschaft, weil du sagst: Wovon das Herz voll ist, davon fliesst der Mund über. Wenn dein Herz von Jesus voll ist, von Liebe zu ihm, von Liebe zu seinem Wort, von Begeisterung über das, was er sagt, was er getan hat, wie er sich offenbart, dann kannst du gar nicht anders, als darüber zu reden.

Und deswegen, ich glaube, das ist wirklich der Schlüssel. Das ist das, was ich ihm ans Herz legen würde.

Das erste Mal, dieses Gebet zu beten, ist richtig gruselig, weil es Implikationen hat. Das ist kein Gebet, das man mal so larifari vor sich hin sagt. Es ist ein Blankoscheck.

Genau, es ist ein Blankoscheck. Und das erste Mal ist es richtig schwer, das zu beten. Aber es wird mit jedem Mal leichter, weil du in der Zwischenzeit ja immer wieder erlebst, wie treu Gott ist und wie er sich offenbart.

Und deswegen würde ich sagen: Das ist, so wie ich es in meinem Leben herausgefunden habe, für mich der einzige Weg zur Leidenschaft. Es ist so wie dieses biblische Gebet oder diese biblische Aussage: Hier bin ich, Herr, sende mich. Also diese grundsätzliche Bereitschaft: Ich bin hier, sag, was ich machen soll.

Ja, vielen Dank.

Drei letzte Fragen: Bücher, Herausforderung und ein praktischer Schritt

Jerusha, willkommen zu unseren drei letzten Fragen. Welches Buch kannst du empfehlen?

Also natürlich Tactics von Greg Koukl. Auch von Ben Stewart: Rest and War. Ben Stewart ist ein Pastor aus Amerika, und er hat ein Buch darüber geschrieben, einerseits wie wir in Gott ruhen können und andererseits, wie wir unsere Sünde bekämpfen können.

Ich habe das Buch letztes Jahr von einer Freundin zum Geburtstag geschenkt bekommen, und es hat mich so krass geprägt. Während ich es gelesen habe, habe ich gemerkt, dass geistliche Kämpfe stattgefunden haben und dass Gott echt viel Sünde in meinem Leben zerbrochen hat und in vielen Bereichen wirklich Freiheit geschenkt hat.

Dann würde ich grundsätzlich Biografien von verfolgten Christen empfehlen, in Nordkorea gerade und in China, zum Beispiel Kenneth Bae oder Bruder Yun. Das schenkt so eine gute Perspektive: Was ist wirklich wichtig? Wie komme ich dahin, Gott so einen Blankoscheck zu schreiben? Denn die Geschwister dort wissen, es gibt nicht die Möglichkeit von so einem Larifari-Glauben. Wenn ich Jesus bekenne, dann kann mich das mein Leben kosten. Das heißt, sie treffen eine sehr, sehr bewusste Entscheidung. Und ich glaube, das hilft uns auch, sehr viel bewusster an unserem Glauben zu leben und die Sache ganz zu machen.

Dazu passt auch von David Platt Keine Kompromisse. David Platt kann man natürlich hinterfragen, mit der Kontroverse in seiner Gemeinde und so, aber das Buch hat mich auch sehr, sehr geprägt. Ich will es auch noch mal lesen, es ist ein paar Jahre her, dass ich es gelesen habe, aber das geht definitiv auch in die Richtung. Gibt es auch einen Kurs dazu? Den habe ich nicht gemacht.

Und dann noch ein Buch, es gibt es leider auch nur auf Englisch, von Frank Turek und seinem Sohn: Hollywood Heroes: How Your Favorite Movies Reveal God. Das fand ich ganz spannend, und ich glaube, es ist gerade cool für Leute, die gerne Filme schauen, gerne so Marvel-Filme auch schauen oder deren Freunde sowas gerne schauen.

In dem Buch geht es darum, wie solche sehr, sehr erfolgreichen Geschichten aus diesen ganzen Hollywood-Filmen uns eigentlich auf Gott hinweisen. Weil es letztlich immer wieder die große Geschichte ist, die erzählt wird: nämlich dass wir verloren sind, dass wir einen Retter brauchen, dass wir einen übernatürlichen Retter brauchen, der sich vielleicht sogar in der Geschichte auch noch selbst opfert, der mit Liebe und mit Wahrheit kämpft. Deswegen fand ich das Buch auch sehr, sehr gut und würde es auch sehr empfehlen.

Cool. Was ist so deine eigene größte Herausforderung bei dem Thema Gesprächsführung in der Alltagsmission?

Zuhören. Zuhören.

Welchen Tipp hast du für unsere Hörer, den sie gleich diese Woche umsetzen können?

Gib Jesus einen Blankoscheck.

Oh, das ist ganz groß.

Es ist groß, aber ich glaube, es ist der Schlüssel. Und es ist nur beim ersten Mal groß. Und dann bleibt die Bedeutung zwar groß, aber der Schritt wird kleiner.

Sehr schön. Jeruscha, vielen Dank, dass du hier warst im Podcast und uns auch offene Einblicke gegeben hast, auch in deinen Erfahrungen, in dein Leben. Ja, ich glaube, viele Hörer nehmen da heute richtig was mit, von der Columbo-Taktik bis über deine ganz eigenen praktischen Tipps, wie man Freundschaften mit Nichtchristen pflegt, und auch Leidenschaft. Das habe ich wirklich rausgespürt: deine Leidenschaft für Menschen und dafür, sich ganz in den Dienst eines guten Herrn zu stellen und auch zu erleben, das ist das Beste, was man machen kann, wenn man einen Blankoscheck unterschreibt und sagt: Herr, hier bin ich.

Ja, sehr gut, vielen Dank, dass du uns damit reingenommen hast.

Ja, falls du noch tiefer einsteigen willst: In unserem aktuellen Magazin zur Alltagsmission haben wir, wie eben angesprochen, da wo die Worte fehlen, die wichtigsten Prinzipien aus dem Buch noch einmal zusammengefasst. Den Link findest du in den Shownotes, bestell dir das Magazin gerne kostenfrei.

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Und ja, ich sage einfach an dieser Stelle Tschüss, bis zum nächsten Mal!

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Buchempfehlungen von Jerusha Präpst:

  • Tactics von Greg Koukl - Hier kaufen
  • Rest & War: Rhythms of a Well-Fought Life von Ben Stuart - Hier kaufen
  • Gefangen in Nordkorea von Kenneth Bae - Hier kaufen
  • Heavenly Man. Die atemberaubende Geschichte von Bruder Yun von Paul Hattaway - Hier kaufen
  • Hollywood Heroes – how your favorite movies reveal God von Frank Turek & Zach Turek - Hier kaufen
  • Keine Kompromisse von David Platt - Hier kaufen

Stiftung Missionswerk Werner Heukelbach

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