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Erreichen

E.H.R.E.
Serie•Teil 1 / 4E.H.R.E.
Du musst nicht perfekt sein, um von Jesus zu reden. Die eigentliche Frage ist: Kreist dein Leben nur um dich – oder merken andere an dir, dass Gott wichtig ist?

Die eigentliche Bestimmung des Menschen

Es heißt im Buch des Propheten Maleachi: Ein Sohn ehrt den Vater, und ein Knecht ehrt seinen Herrn. Aber wo ist meine Ehre? Das fragt Gott das Volk Israel durch den Propheten Maleachi. Und damit legt Gott seinen Finger auf einen ganz wunden Punkt, auch in unserem Leben.
Denn Gott hat uns zu dem geschaffen, was hinter mir steht. Gott hat uns geschaffen, um ihn zu ehren. Das ist unsere Bestimmung. Deshalb sind wir auf dieser Erde unterwegs. So lesen wir es in Jesaja 43,7: Jeder, der mit meinem Namen genannt ist, man könnte auch sagen, der mit meinem Namen verbunden ist, den habe ich zu meiner Ehre geschaffen. Und ein paar Kapitel vorher ergänzt Gott in Jesaja 43: Dieses Volk, das ich mir gebildet habe, sie sollen meinen Ruhm erzählen.
Und auch wenn diese Sätze ursprünglich an das Volk Israel gerichtet waren, dann gelten sie mir ganz genauso. Denn wir als Christen sind auch Gottes Volk. Und auch wir haben eben eine Beziehung zu Gott. Ich laufe also als Christ über diese Erde, um Gott zu ehren. Es geht zuerst um ihn, und es geht nicht, wie ich es immer denke, zuerst um mich.
Wenn ich Christ werde, dann möchte Gott, dass ich aufhöre, um mich selbst zu kreisen, und dass ich anfange, mich um ihn zu drehen. Gott will mir die Sehnsucht schenken, wie wir es mal in Psalm 115 formuliert haben: Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, wegen deiner Gnade und wegen deiner Treue.
Gott will, dass ich begreife: Das Ziel meines Lebens ist, ihn zu lieben und ihn zu ehren. Ob ich esse oder trinke oder irgendetwas anderes tue, ich soll alles zur Ehre Gottes tun, sagt Paulus in 1. Korinther 10,31. Also heißt das: Wenn Menschen mein Alltagsleben sehen, dann sollen sie über Gott staunen. Sie sollen sagen: Hey, das ist so ein himmlischer Mitarbeiter, und wenn der so ist, wie er ist, dann möchte ich auch den himmlischen Chef kennenlernen.
Und dabei ist es eher ermutigend für Außenstehende, wenn sie sehen: Christen sind nicht Leute, die meinen, sie wären perfekt oder das irgendwie vorspielen. Sondern es sind ganz normale Menschen mit Fehlern, mit Schwächen, die auch mal ausrasten, die sich aber auch entschuldigen können.
Tut alles im Namen des Herrn Jesus, sagt Paulus einmal in Kolosser 3,17. Und damit meint er: Handle so, wie Jesus auch gehandelt hätte. Dann ehrst du ihn mit deinem Leben.
Und wenn ihr in den letzten Predigten da wart, dann wisst ihr: Das kann ich nicht aus eigener Kraft. Dazu brauche ich Gottes Kraft. Und ich muss das auch nicht aus eigener Kraft schaffen, sondern der Herr Jesus will mir seine Kraft geben. Und wenn ich das so bete, inspiriert von diesem Wort: Herr, lass mich zu deiner Ehre leben, dann wird Gott mir auch die Kraft dazu geben, dass dieser Wunsch, den ich habe, immer mehr Wirklichkeit wird.

Ehre als gemeinsamer Auftrag der Gemeinde

Und weil die Bibel Gottes Ehre so sehr zentral in den Mittelpunkt stellt, möchten wir das auch als Gemeinde tun.
Wir haben als Leitungskreis in dem Heft, in dem wir unsere Glaubensgrundsätze formuliert haben, auch die Ausrichtung der Gemeinde beschrieben. Dort steht über allem: Wir wollen mit unserem Leben Gott ehren. Das haben wir dann in dieser Grafik formuliert.
Uns war es wichtig, nicht nur bei dieser zentralen Aussage zu bleiben, sondern wir wollten konkret werden. Was heißt es denn, dass wir als Gemeinde Gott ehren? Deshalb haben wir diesen Satz weitergeführt: Wir wollen Gott mit unserem Leben ehren, indem wir – und ihr seht jetzt diese vier verschiedenen großen Buchstaben – Menschen mit dem Evangelium erreichen, indem wir ihnen als Gemeinde eine geistliche Heimat bieten, indem wir ihnen helfen, in ihrer Beziehung zu Jesus zu reifen und die Beziehung zu Jesus zu vertiefen, und indem wir sie in die Mitarbeit einsetzen und sie anleiten, in einem nichtchristlichen Umfeld Jesus zu bezeugen.
Diese vier Begriffe – erreichen, Heimat, reifen und einsetzen – haben wir in diesem Akronym Ehre zusammengefasst, damit man sie sich besser merken kann. Dabei hat uns eine andere Gemeinde geholfen, die sich ähnliche Gedanken gemacht und das schon einmal so formuliert hatte.
Über diese vier Teilbereiche dieses Akronyms Ehre starten wir heute eine Predigtreihe, und sie wird dann die nächsten vier Sonntage gehen. Ich gehe mal davon aus, dass diejenigen, die im Kompasskurs waren, euch habe ich nichts Neues erzählt. Aber wenn man schon jahrelang in der Gemeinde unterwegs ist, dann kann es manchmal sein, dass man das zentrale Ziel aus den Augen verliert. Deshalb haben wir uns zu dieser Reihe entschlossen.
Paulus sagt ja auch in Philipper 3, euch häufiger dasselbe zu schreiben, und man könnte auch sagen: Dasselbe zu sagen, macht euch nur umso gewisser. Als Menschen brauchen wir manchmal auch die Wiederholung, damit manche Dinge unser Denken wirklich prägen können.
Also: Die erste Predigt dieser Reihe über Ehre beginnt mit dem Schlagwort erreichen. Dahinter steht die Sehnsucht: Wir wollen Gott mit unserem Leben ehren, indem wir Menschen mit dem Evangelium erreichen.
Bei diesem Ziel kommen wir natürlich an einem bestimmten Text nicht vorbei, und wollen es auch gar nicht. Das ist der Text in Matthäus 28,16-20. Ich werde diesen Text jedoch nur bis Vers 19a als Grundlage dieser Predigt nehmen. Ihr seht ihn hier:
Ab Vers 16 heißt es: Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa an den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder, einige aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

Zweifel, Anbetung und die Begegnung mit dem Auferstandenen

Also, hier begegnen wir elf Jüngern, nicht zwölf Jüngern. Judas war nicht mehr da; er hatte sich umgebracht, nachdem er den Herrn Jesus verraten hatte.
Die Jünger in diesem Text sehen den Herrn Jesus nicht zum ersten Mal nach der Auferstehung. Sie hatten ihn schon als den Auferstandenen erlebt. Und doch lesen wir hier in Vers 17 einen Satz, den man normalerweise dort nicht hineinschreiben würde. Da heißt es: Sie zweifelten. Sie zweifelten offensichtlich daran, ob dort wirklich Jesus als der Auferstandene vor ihnen stand, oder ob es vielleicht doch ein Geist war. Kann es sein, dass ich mich vielleicht täusche?
Es ist interessant, dass dieser Satz da drinsteht, im großen Finale. Mir persönlich macht dieser Satz sehr viel Mut, auch wenn er peinlich ist, weil er so menschlich ist. Vielleicht kämpfst du auch mit Zweifeln. Du fragst dich an manchen Stellen: Ist es wirklich wahr, was ich glaube? Lohnt es sich, dafür mein ganzes Leben einzusetzen?
Ich kann nur sagen: Willkommen im Club. Das waren die Fragen, die manche dieser Jünger auch beschäftigt haben, und teilweise beschäftigen sie auch uns. Der Jesus kennt keine Zweifel, er kennt meine Zweifel. Er kennt auch keine Zweifel, das ist wahr. Aber ich finde es faszinierend: Auch wenn es Zweifel in meinem Leben gibt, macht er keinen Bogen um mich. Er sagt nicht: Also, wenn ihr zweifelt, dann gehört ihr nicht zu mir. Dann werde ich die Mannschaft austauschen, dann habe ich genug andere Leute, die mir nachfolgen.
Die Frage ist nicht, ob ich zweifle. Die Frage ist, wie gehe ich mit meinen Zweifeln um, wenn mir manche Geschichten der Bibel vielleicht so unglaublich vorkommen, vielleicht, und da wird es persönlicher, wenn ich Gottes Handeln in meinem Leben so gar nicht mehr verstehe. Dann mach es so, wie die Jünger es hier gemacht haben. Wir haben hier gelesen: Sie werfen sich vor Jesus nieder, sie beten ihn an.
Ich darf also mit meinen Zweifeln zu Jesus kommen. Ich darf ihm das sagen, was mir schwerfällt. Und ich wünsche es dir, dass du es wie die Jünger erlebst: Jesus tritt zu dir. So haben wir es hier gelesen. Und er redet mit dir. Er erinnert sie daran: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.
Wenn uns nicht klar ist, wer dieser Herr eigentlich ist, dem wir dienen, dann wird es uns sehr schwer fallen, Menschen für Jesus zu erreichen. Mensch, ich kenne mit Jesus nicht nur den Herrn, der diese Welt geschaffen hat. Sondern ich kenne den Herrn, der auch mich geschaffen hat und der mich liebt, wie niemand anders auf dieser Erde mich lieben kann. Er kam in diese Welt, er ging über diese Erde, er sprach mit Menschen, und er starb für mich. Er starb wie ein Verbrecher am Kreuz.
Aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende, zum Glück nicht. Jesus ist auferstanden. Letztendlich treffen wir uns heute Morgen auch deshalb. Der Tag der Auferstehung, das ist der Sonntag. Er hat den Tod besiegt. Jesus hat gezeigt: Ich bin stärker als der Tod. Auch wenn ich körperlich sterben muss, dann wird mich das nicht von Gott trennen. Im Gegenteil, ich weiß: Gott wird mich mit offenen Armen empfangen, weil meine Lebensschuld nicht mehr zwischen mir und Gott steht. Sie hat Jesus bei all denen weggenommen, die im Gebet zu ihm gekommen sind, die gesagt haben: Herr Jesus, ich bin ein Sünder, ich brauche deine Vergebung. Bitte vergib mir, nimm mich als dein Kind an, du sollst ab heute der Herr in meinem Leben sein.
Wenn ein Mensch so ein ähnliches Gebet aus einer tiefen Überzeugung heraus spricht, dann passiert das Größte, was auf dieser Erde passieren kann: Gott adoptiert mich dann aus der Familie Adams, die der ewigen Trennung von ihm in der Hölle entgegenwankt. Und Gott gibt mir seinen Geist. Ich gehöre dann zu ihm, ich gehöre zu Gottes Familie, zu seiner Gemeinde. Gott sagt zu mir: Du bist mein Kind.
Ich las letztens, oder ich sah letztens, einen Comic, da haben zwei Jungs miteinander geredet. Und dann fragt der eine Junge den anderen: Sag mal, gibt's in deiner Familie überhaupt jemand Berühmtes? Sehr abfällig. Und dann sagt der andere Junge: Ich weiß nicht, ich habe nur letztens gehört, wie mein Vater Gott seinen Vater nannte. Wow! Ich glaube, das muss man sich mal bewusst machen, was das heißt. Ich darf den lebendigen Gott meinen Vater nennen.
Ich kenne einen Herrn, so sagt er, Jesus, das hier, der alle Macht im Himmel und auf Erden hat. Er hat auch die Macht, Sünde zu vergeben. Bei ihm kommt mein Gewissen zur Ruhe. Ich kann vieles, was in meinem Leben passiert ist, nicht ungeschehen machen. Aber ich weiß: Gott wird meine Sünde nicht mehr erwähnen, wenn ich Vergebung habe und ihm gegenüber trete, weil Jesus dafür bezahlt hat mit seinem Leben.
Das ist Evangelium, das sagen wir weiter. Meine Sünde ist so schlimm, dass sie mich auf ewig von Gott trennen würde. Und deshalb musste Jesus stellvertretend für mich sterben. Aber das Faszinierende ist: Er wollte für mich sterben, aus Liebe. Und er hat es gemacht. Und aus dieser scheinbaren Niederlage wurde der größte Sieg, den diese Welt jemals gesehen hat. Jesus ist leiblich von den Toten auferstanden, und er wartet jetzt im Himmel auf jeden, der zu ihm gehört.
Die Frage an dieser Stelle ist: Weißt du, ob du zu Jesus gehörst? Das ist die wichtigste Frage deines Lebens, denn daran entscheidet sich, wo du die Ewigkeit verbringst. Und wenn du noch nicht weißt, dass du zu Jesus gehörst, dann nutzt du das Angebot, nach dem Gottesdienst hier nach vorne zu kommen, mit jemandem zu beten, Jesus deine Sünden zu bringen. Das darfst du. Du darfst ihm dein Leben sagen, darfst ihn um Vergebung bitten. Da erkennst du die Mitarbeiter an den Schildern, die sie tragen werden, und darfst auf sie zugehen.

Der Auftrag, hinauszugehen und Menschen zu erreichen

Ich folge also einem Herrn, dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden. Und dieser Herr sagt: Geht hin, macht zu Jüngern und tauft sie. Das ist der Auftrag, den der Herr mir persönlich, aber auch uns als Gemeinde gibt. Das ist spannend.
Gott hängt keinen Lautsprecher an den Himmel. Er schickt in diesem Fall keine Engel, sondern Gott will mich gebrauchen, um die größte Nachricht aller Zeiten weiterzusagen. Es ist nicht meine Verantwortung, dass Menschen diese Nachricht glauben und gerettet werden. Das ist Gottes Verantwortung. Aber meine Verantwortung ist es, hinzugehen und es weiterzusagen.
Es ist auch interessant an dieser Stelle, dass der Herr Jesus hier nicht sagt: Wartet, bis die Menschen zu euch kommen. Nein, wartet nicht, sondern geht hin. Die Initiative soll von mir ausgehen. Und mit diesem Satz „Geht hin“ erinnere ich nicht zuerst euch daran: Hey Leute, ihr solltet hingehen. Sondern als ich diese Predigt schrieb, habe ich gedacht, ich erinnere in erster Linie mich daran. Denn das ist nicht so meine Stärke. Da bin ich nicht so der Held, der einfach irgendwelche Leute anredet.
Aber dahinter kann ich mich jetzt natürlich verstecken und sagen: Das ist nicht meine Stärke. Ich habe gedacht, ich sage das mir jetzt mal wirklich öffentlich. Wenn du für mich beten willst, dann darfst du das gerne tun, und du darfst mich auch fragen: Thomas, wie geht es dir damit? Ich möchte mich daran nicht gewöhnen, dass dieses Erreichen keinen Schwerpunkt in meinem Leben hat. Ich glaube, dass das sehr wichtig ist.
Und das Letzte, was der Herr Jesus hier ja sagt, eben im Matthäusevangelium, ist genau diese Sehnsucht, die er zum Ausdruck bringt: Ich möchte Menschen, die du erreichst. Das ist sein Auftrag. Jemand sagte mir letztens, der im Vertrieb arbeitet: Jede Firma steckt sehr, sehr viel Energie und Geld in den Vertrieb. Denn du kannst das beste Produkt haben, ein super Produkt. Wenn es ein Ladenhüter ist und du noch größere Lagerhallen bauen musst, nützt es dir gar nichts, und die Firma ist irgendwann pleite.
Und der Jesus macht es hier auch so. Er legt einen Schwerpunkt auf den Vertrieb, weil es die einzige Botschaft ist, die uns Menschen vor der ewigen Trennung von Gott rettet. Es gibt keine andere. Und deswegen sagt er: Der Vertrieb ist unheimlich wichtig.
Wie wichtig sind mir Menschen, die noch nie das Evangelium gehört haben? Und wenn du sagst: Hey, eigentlich, also wenn ich mal ganz ehrlich sein darf und mir vorstelle, hier sitzt kein anderer, dann würde ich vielleicht sagen: Sie sind mir egal. Das ist doch super, wenn ich ehrlich bin, oder? Dann habe ich schon mal ein Gebetsanliegen, und dann kann ich beten: Herr Jesus, verändere du bitte meine Einstellung. Das kann ich ja selber nicht machen. Aber verändere meine Einstellung, dass sie mir nicht egal sind. Gib mir so ein inneres Drängen, dass ich wirklich von dir etwas weitersagen will.
Und ein erster Schritt dazu ist immer das Gebet. Am Infopunkt kannst du zum Beispiel so eine Gebetskarte bekommen, und auf der Rückseite kannst du Namen eintragen, für die du dann konkret beten kannst, dass Gott dir eine Gelegenheit gibt, Menschen für ihn zu erreichen. Und wenn du sagst, im Moment fällt mir niemand ein, dann nimm dir trotzdem so eine Karte mit und dann bete: Herr Jesus, du kannst es mir schenken, dass mir jemand einfällt.
Oder ich kann auch dafür beten, dass Menschen vorbereitet sind, zum Beispiel auf die Themenabende, die wir nächsten Frühjahr haben werden, mit dem Bert Abri, dass ich sage: Jesus, du kannst Leute vorbereiten, dass ich sie einladen kann und dass sie kommen. Es geht darum: Wie setze ich das um, „Geht hin“?
Manchmal kommt der Appetit auch beim Essen. Es ist sehr einfach, an der Kalenderaktion hier im Hallschlag teilzunehmen, die auch dieses Jahr im November wieder stattfindet. Wir werden diesen Kalender hier hinter mir verteilen, Leben in ganz verschiedenen Sprachen. Und wir haben festgestellt: Wenn Menschen ihre Muttersprache lesen, dann haben sie eine viel größere Bereitschaft, diese Texte zu lesen. Mit diesem Kalender bringen wir einen Missionar ins Haus, der das ganze Jahr zu ihnen redet. Und wenn sie einen Abreißkalender wollen, dann gibt es den auch in deutscher Sprache.
Es ist nur eigentlich eine kurze Zeit, die ich einsetze, einige Stunden, aber hier setze ich genau dieses Anliegen um, dass der Jesus mir hier sagt: Geht hin! Und wer dann auf den Geschmack gekommen ist und sagt: Schade, dass die Aktion schon vorbei ist, der kann gern an das Verteilerregal im Foyer gehen, sich einige Schriften mitnehmen und dann Menschen davon weitergeben, die Jesus noch nicht kennen.
Gott hat gesagt: Mein Wort kehrt nicht leer zurück. Also darf ich doch überlegen: Wie kann ich dieses Wort an den Mann oder an die Frau bringen? Auch der evangelistische Gottesdienst im November, der Impulsgottesdienst oder auch der Lobenchor der Kommendien in diesem einen Ziel: Menschen sollen zu Gott umkehren, sie sollen Jesus als ihren Retter kennenlernen. Sie sollen begreifen: Es gibt einen Gott, und ich kann ihn kennenlernen.
Das sind also mal so ganz konkrete Schritte, die ich tun kann. Ihr seht hier einen ganz kleinen Ausschnitt von dem, worum es auch am nächsten Sonntag gehen wird, also mal eine Übersicht von Diensten in der Gemeinde, wie gesagt ein ganz kleiner Ausschnitt. Hier seht ihr, wie wir versuchen, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, denn wir sind gestartet bei Ehre, wir sind heute bei Erreichen, das muss konkret werden.
Auch unsere sozialen Angebote wie Kleiderbasar, Adventsstand, Krabbelgruppe, Sprachoase, Mittagstisch, alle diese Dinge unterstützen das eine Ziel: Sie bauen Brücken zu Menschen. Natürlich versuchen wir, Menschen zu erreichen, ihnen zu dienen, ihnen zu helfen, ganz praktisch. Aber unser Wunsch ist doch, dass ihnen nicht nur äußerlich geholfen wird oder in irgendeiner Not geholfen wird, sondern dass ihnen grundsätzlich geholfen wird in der größten Not, die es gibt, und das ist die Sündennot. Das bietet der Herr Jesus an, und wir dürfen einfach Kontakt zu ihnen haben.
Wenn du Menschen kennst, die wirklich eine Frage haben über das Evangelium, dann gibt es hier einen evangelistischen Bibelhauskreis im Hallschlag. Du darfst sie gerne dazu einladen. Das Hauptthema in diesem Hauskreis ist: Wie bekomme ich eine Beziehung zu Gott, und wie gehe ich die ersten Schritte mit ihm?
Und wer es sich schwer tut, mit Menschen über das Evangelium ins Gespräch zu kommen, dem empfehle ich die nächste GBS. Da geht es genau um dieses Thema. Da geht es darum: Wie kann ich Menschen das Evangelium weitersagen? Da wird der Nathanael dir die eine und andere Hilfe an die Hand geben.
Das Wichtigste ist aber, was ich vorhin in dieser Karte gezeigt habe: Bete um eine offene Tür. Gott kann Gelegenheiten schenken, und diese Gelegenheiten kannst du nicht machen. Mir ging das so letzte Woche. Da gab mir jemand einen Ordner in die Hand, drückte mir den Ordner in die Hand und sagte: Guck mal, in diesem Ordner, da habe ich einen Kurs besucht, wie kann ich Menschen das Evangelium weitersagen? Und hier vorne sind sogar die Verteilschriften drin, die wir damals eingesetzt haben.
Ich habe an den Kurs gedacht, den Nathanael macht. Okay, sage ich, ich nehme es mit für ihn. Sprach es und drückte den Knopf am Fahrstuhl. Der Fahrstuhl kam, es standen dort ungefähr sechs Leute drin. Und ich wusste genau, der Fahrstuhl geht nach oben und der Fahrstuhl kommt auch wieder runter, kann nicht gleich hier stehen bleiben. Da habe ich gedacht: Ach Quatsch, ich gehe jetzt einfach mal rein.
Ich stieg in den Fahrstuhl. Die Frau sagte: Und Sie studieren? Habe ich gesagt: Nein, warum? Na, weil Sie so einen dicken Ordner in der Hand haben. Ich sage: Den habe ich geschenkt bekommen. Und was steht da drin? Da steht die beste Nachricht drin, die es gibt, dass Gott Sie liebt und dass er eine Beziehung zu Ihnen will. Haben Sie da auch was Schriftliches für mich?
Sie hatte mir ja vorher gesagt, wir haben da Verteilschriften drin, sonst hätte ich es nicht gewusst. Dann habe ich sie aufgeklappt, habe ihr diese Verteilschrift gegeben, sie ging aus dem Fahrstuhl raus, alle gehörten zusammen, die Tür ging zu, und ich stand da und dachte: Was war jetzt das? Es war Gottes Gelegenheit.
Er kann Türen öffnen, und ich glaube, es ist einfach nur so, dass wir beten müssen, durch den Tag gehen dürfen und sagen dürfen: Herr, wo entdecke ich jetzt deine Handschrift? Ich bin gespannt darauf. Nicht, dass ich denke: Oh Hilfe, ich muss jetzt jemandem irgendetwas sagen. Ich folge dem Herrn nach, der gesagt hat: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Ich finde es klasse, dass viele von euch Bekannte und Freunde auch immer wieder zum Gottesdienst einladen, und ich bin mir bewusst, dass ihr sehr oft Nein hört. Ich möchte euch ermutigen: Bleibt dran, weil der Herr Jesus sagt: Geht hin!
Ihr seht auf dieser Folie auch noch die Stelle für jemanden, der diese verschiedenen Möglichkeiten, Menschen fürs Evangelium zu erreichen, miteinander verbindet. Da gibt es niemanden. Und wenn du den Eindruck hast, vielleicht könnte das meine Aufgabe sein, dann bete doch mal dafür und dann such das Gespräch mit einem Ältesten.
Ich kam von Ehre her. Erreichen hat ganz viel mit Ehre zu tun. Wenn Menschen für Jesus gerettet werden oder von Jesus vor der Hölle gerettet werden, dann hat das was mit Ehre zu tun. Das ist eine ganz entscheidende Wirkung des Kreuzes, aber nicht die einzige. Im Psalm 67, Vers 4 lesen wir: Die Völker sollen dich preisen. Und ähnlich heißt es auch in Jesaja 42, Vers 12: Dem Herrn sollen sie Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln verkündigen.
Wenn also ein Mensch Christ wird, also Jesus als seinen Christus, als seinen Retter kennenlernt, dann wird Gottes Ehre größer. Wieder einer, in dessen Leben man sehen kann: Der Herr Jesus ist am Wirken. Wieder einer, der diesen freiwilligen Tod aus Liebe des Herrn Jesus weitererzählt und damit seine Zuhörer über Gottes Größe staunen lässt. Wenn Gott ein Leben verändert, dann möchte er auch, dass ich ihn dafür ehre.
Und das Anliegen, in andere Länder zu gehen und von Jesus zu erzählen, ist nicht nur, dass Menschen gerettet werden, auch wenn das natürlich ein ganz wichtiges Ziel ist. Es geht auch darum, dass immer mehr Menschen Gott ehren. Es ist ein sehr starkes Prinzip, das die Bibel uns zeigt. Ich habe auch noch an Psalm 96 gedacht, da heißt es: Ihr Völkerstämme, gebt dem Herrn die Ehre seines Namens, sagt unter den Nationen: Der Herr ist König. Das ist Mission. Sagt unter den Nationen: Der Herr ist König.
Und an diesem Auftrag, Gott in dieser Welt zu ehren, beteiligen wir uns auch als Gemeinde, indem wir Missionare unterstützen. Das ist auch ein ganz wesentlicher Teil von Erreichen. Missionare sind Menschen mit der Mission, den Gott aus Jesaja 45 zu verkündigen. Ein sehr spannender Vers, den ich dort fand, da heißt es: Einen gerechten und rettenden Gott gibt es außer mir nicht. Sag Gott selber: Wendet euch zu mir und lasst euch retten, alle ihr Enden der Erde, denn ich bin Gott und keiner sonst. Das ist die Botschaft, die wir dort lesen in Jesaja 45.
Übrigens ist es nicht Gottes Strategie: Erreiche mal deine Nachbarschaft, und dann, wenn du die Nachbarschaft erreicht hast, dann kannst du dich mit Weltmission beschäftigen. In Apostelgeschichte 1, Vers 8, das ist ja so der ganz entscheidende Vers, da heißt es nicht, ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, also zu Hause, und wenn ihr den Auftrag dort erfüllt habt, dann geht nach Samaria, und wenn das erfüllt ist, dann geht bis an die Enden der Erde. Nein, es geht hier um eine Parallelstruktur. Die Nachbarschaft in Jerusalem wird gleichzeitig erreicht wie Samaria, wird gleichzeitig erreicht wie die Enden der Erde.
Wobei man natürlich im Blick auf Missionare selber sagen muss: Wer nicht damit beschäftigt ist, seine Nachbarschaft zu erreichen, der wird auch nicht plötzlich durch einen Flash zum Missionar, wenn er in Afrika aus dem Flugzeug steigt. Ihr seht hinten an der Missionswand die meisten unserer Missionare, einige davon sind buchstäblich in geheimer Mission unterwegs. Von denen wirst du nur bei vertraulichen Treffen der Gemeinde erfahren, die siehst du nicht an der Missionswand da hinten.
Wichtig ist, dass wir als Gemeinde uns nicht nur um uns selbst drehen, dass wir auf der einen Seite das Erreichen vor Augen haben, dann aber auch diesen Text aus Matthäus 28 und dass wir wissen, wir haben durch den Befehl des Herrn Jesus auch eine Verantwortung, Christen zu unterstützen, die bereit sind, in anderen Ländern, in anderen Kulturen das Evangelium weiterzusagen.
Natürlich gilt das Geht hin zunächst mal mir selbst. Das heißt nicht: Schickt den anderen. Und natürlich kann man es auch nicht so machen, ich las es von einem Pastor, der seiner Gemeinde sagte: Also wenn ihr unsere Missionare nicht unterstützt, dann bete ich dafür, dass er eure Kinder schickt. Ja, und dann, dann wurde es wirklich spannend. Warum denn nicht? Geht hin, warum sollen es denn immer die anderen sein?
Wenn jemand hingeht und sein Leben investiert, damit Menschen von Jesus erfahren, dann braucht er Unterstützung. Zunächst einmal im Gebet, und das gehört für uns auch zu Erreichen. Ich kann Gottes Missionsanliegen im Gebet unterstützen, indem ich zum Beispiel die Gebetsbriefe der Missionare lese, indem ich für ihre Anliegen bete oder in den Gemeindeinfos steht da auch eine ganze Menge drin.
Für Soldaten ist es ein ganz dummes Gefühl zu wissen: Wir sind von der Versorgung abgeschnitten. Wenn wir jetzt angegriffen werden, haben wir keine Versorgung mehr, weder Essen noch irgendeine Munition. So muss sich ein Missionar fühlen, für den man nicht mehr betet. Das ist unsere Verantwortung.
Erreichen heißt für uns aber auch, wir beteiligen uns an den Kosten, die Missionare haben, denn Mission kostet Geld. Und das heißt auch für uns, dass wir versuchen, sie logistisch zu unterstützen oder den Kontakt auch zu ihnen halten, wo immer und wie immer es geht. Das ist heutzutage viel einfacher geworden als früher.
Wenn du denkst, da möchte ich mithelfen, dann sitzt von mir aus gesehen links ganz hinten der Rainer, der leitet den Arbeitskreis Missionen. Dann darfst du gerne auf ihn zukommen, weil sie sich aktiv dafür einsetzen, dass unsere Missionare den Kontakt zur Heimatgemeinde halten und dass sie immer wieder wachgehalten werden.
Erreichen, und das wirst du aber auch an der Missionswand da hinten sehen, heißt für uns auch, das Missionswerk Evangelium für alle zu unterstützen. Da geht es vor allen Dingen zunächst mal um logistische, aber auch um finanzielle Unterstützung. Evangelium für alle hat das Ziel, neue Gemeinden in Deutschland zu gründen. Unsere Tochtergemeinde in Nürtingen ist so ein Projekt. Das sind nicht wir alleine, die da dran sind, sondern das ist genauso Evangelium für alle.
Michael ist zu 50 bei diesem Missionswerk angestellt, und er versucht, Christen auch auf dem Weg mit Jesus zu ermutigen und auch Menschen zu erreichen durch Themenabende, wie Beat Abri sie bei uns macht.
Also, wir haben heute Morgen begonnen, darüber nachzudenken, wie können wir als Gemeinde zu Gottes Ehre leben. Konkreter Schritt ist: Wir wollen Menschen mit dem Evangelium erreichen, dass sie zu Jesus umkehren und dass Gott dadurch Ehre bekommt. Wir haben verstanden, es ist dem Herrn Jesus sehr wichtig, wir sollen hingehen. Und einige Möglichkeiten, die wir als Gemeinde bieten, die einen gewissen Rahmen hier haben, die habe ich versucht zu zeigen.
Klar geworden ist auch: Der sogenannte Missionsbefehl, wie unser Text eben auch heißt, beginnt ab Vers 18. Wenn ich nicht begriffen habe, wer Jesus ist und von ihm fasziniert bin, dann werde ich vielleicht aus Pflicht hingehen, aber nicht wirklich aus Freude und schon gar nicht aus Überzeugung. Und wenn du Jesus nicht kennst, dann kannst du natürlich nicht hingehen. Was solltest du sagen? Dann gilt dir noch einmal die Einladung: Du kannst nach dem Gottesdienst hier nach vorne kommen, mit Christen beten, du kannst deinen Sündenmüll loswerden.
Und von jedem, der schon Christ ist, möchte Gott, ich soll hingehen in mein Umfeld oder vielleicht sogar in ein anderes Land, nicht weil ich muss, sondern weil ich den Herrn Jesus liebe und weil er mir auch die Liebe zu den Menschen geschenkt hat oder schenken will, die ihn noch nicht kennen. Dafür darf ich beten. Das ist der erste Schritt. Und gleichzeitig kann ich mich dann fragen, sehr praktisch: Was heißt es jetzt eigentlich für mich ganz persönlich, Erreichen, das Erste von Ehre, Gehen? Wie setze ich das in meinem Leben um?
Amen.