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Wandeln nach dem Geist

Galater 5,25
Du willst frei sein – doch dein Körper zieht dich oft in die falsche Richtung. Die Frage ist: Lässt du Lust und Laune regieren oder Gottes Geist?

Einordnung in die Reihe der geistlichen Erneuerung

Herr Präsident! Wir sind ja immer noch beim Thema geistige Erneuerung, und ich wollte eigentlich heute zu dem letzten Punkt kommen, über das Gebet. Aber ich habe gemerkt, dass wir Römer 8 noch nicht fertig behandelt haben. Also wollen wir Römer Kapitel 8 wieder aufschlagen.
Es geht ja darum, dass wir hier über fünf Schritte zu geistlicher Erneuerung sprechen, oder über fünf Schritte auf dem Weg der Erneuerung. Das erste war Ablegen, also Sünde bekennen. Das zweite war, uns Christus neu weihen, unseren Leib hingeben. Das dritte war, uns dem Wort Gottes widmen. Und das vierte war, uns nach dem Heiligen Geist ausrichten.
Wir haben hier zwei Stellen auch letztes Mal schon betrachtet. Wir wollen sie beide wieder anschauen. Das eine war Galater 5,25, nur ein Vers, und dann Römer 8. Also halte den Finger in Römer 8, und wir lesen Galater 5,25 noch einmal ganz kurz. Dort heißt es in Galater 5,25: Wenn wir durch den Geist leben, sollen wir auch durch den Geist wandeln, oder eigentlich heißt es, uns ausrichten. So sollen wir uns auch durch den Geist ausrichten. Das heißt, nach Gott ausrichten nämlich. Wir sollen uns durch den Geist nach Gott ausrichten, nach den göttlichen Prinzipien ausrichten.
Und in Römer 8,5 lesen wir: Die, die nach dem Fleisch sind, sinnen auf das, was des Fleisches ist; aber die, die nach dem Geist sind, auf das, was des Geistes ist. Das heißt: Die, die nach dem Geist sind, die geistlich wandeln, die denken an die Dinge, die den Geist beschäftigen. Ihre Gedanken sind gerichtet. Sinnen heißt, dass man die Gedanken auf etwas richtet. Also ihre Gedanken sind gerichtet auf die Dinge Gottes, auf die jenseitigen Dinge, auf die Dinge, die dem Heiligen Geist wichtig sind.
Wir haben davon letztes Mal gesprochen. Also: der Vater, der Sohn, der Heilige Geist, das Reich Gottes, die Frucht des Geistes, einfach die Sache Gottes, das Evangelium, die Gemeinde, der Charakter Gottes, das himmlische Wesen, die himmlischen Bereiche. Das sind die Dinge, die den Heiligen Geist beschäftigen. Geistliche Veränderung, Charakterveränderung usw. Und der geistliche Mensch, oder der Mensch, der nach dem Geist wandelt, der sich nach dem Geist ausrichtet, der denkt an die Dinge, an die der Geist denkt, der Heilige Geist rund.
Und es heißt hier: In Galater 5 haben wir gelesen, durch den Geist lassen wir uns ausrichten. Das heißt, durch die Kraft des Geistes, mittels des Geistes. Das heißt, der Heilige Geist in uns will genau das erzielen, erwirken in uns, dass wir uns auf die Dinge konzentrieren, die dem Heiligen Geist wichtig sind. Das hat er uns so in uns hineingelegt durch die Wiedergeburt.
Und der Apostel Paulus führt jetzt im Römerbrief aus, was es heißt, nach dem Geist zu wandeln. Die Frage, die wir uns stellen müssen, ich möchte da wieder anknüpfen, ist: Nach welchem Prinzip wollen wir leben? Oder bei uns heißt es oft, man hört in der Familie oft den Satz: Wir leben nicht nach dem Lustprinzip. Wir leben nicht nach dem Lustprinzip. Wenn irgendjemand sagt: Ich habe keine Lust, dann heißt es: Wir leben nicht nach dem Lustprinzip. Das ist nicht unser Prinzip, nach dem wir leben. Das muss man öfters heranwachsenden Menschen sagen. Wir leben nicht nach diesem Prinzip, sondern wir leben nach dem Prinzip, das der Schöpfer sich mit uns ausgedacht hat.
Und der Schöpfer interessiert sich für uns. Er hat uns so geschaffen, dass wir Freude haben sollen und dass wir lernen sollen, uns nicht nach dem Fleisch zu richten, sondern nach dem, was Gott interessiert. Weil er weiß, das ist das Beste für unser Leben. Gott selber hat uns so geschaffen, und Gott selber gibt uns auch die Kraft dazu. Also müssen wir uns fragen: Nach welchem Prinzip wollen wir leben? Wollen wir uns nach dieser Welt ausrichten, nach der Zeit dieser Welt, nach dem Muster dieser Welt, nach dem Reich dieser Welt, nach dem Fürsten, der in der Luft herrscht? Oder wollen wir uns nach dem Reich Gottes ausrichten?
In Epheser 2 wird beschrieben, wie das früher war, als wir noch nicht wiedergeboren waren. Da haben wir uns genau nach der Zeit dieser Welt ausgerichtet, nach dem Fürsten, der in der Luft herrscht. In Epheser 2,2 steht das. Er sagt: Ihr wart tot in den Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst wandeltet, ausgerichtet nach der Zeit dieser Welt, nach dem Fürsten des Machtbereiches der Luft, dem Geist, der jetzt in den Kindern des Ungehorsams wirkt, unter denen auch wir alle einst unser Leben führten in den Lüsten unseres Fleisches, indem wir taten, was uns gut und lustig nach Lust war. Nicht Lust, Lust und Laune war das Lebensprinzip, oder?
Aber wir leben nicht mehr nach dem Lustprinzip. Früher war das so. Wir taten den Willen des Fleisches und des Denkens. Das war uns gerade das, was wir meinten, das ist jetzt gut oder das ist jetzt okay oder das will ich jetzt. Nach dem haben wir gelebt. Ja, wir waren von Natur Kinder des Zorns. Und jetzt ist das nicht mehr so. Wir müssen jetzt als Christen wählen, nach welchem Prinzip wir leben wollen.
Der Herr Jesus sagt: Achtet zuerst auf das Reich Gottes. Das ist ein anderes Prinzip: zuerst. Es geht also um Prioritäten. Da muss ich mich also mehr in die Prioritäten setzen. Also nicht nach dem Schema dieser Welt, sondern nach dem Schema Gottes. In Römer 12 spricht Paulus dann davon: Nicht nach dem Muster, nach dem Schema dieser Welt. Und das Gegenstück davon ist in Römer 6,17. Als wir zum Glauben kamen, hat Gott uns ein Muster übergeben, ein anderes Muster. Nicht nach dem Muster der Welt, sondern nach dem Muster des Wortes.
 Römer 6,17 steht da. Das ist die Gegenstelle sozusagen, der Gegenpol: Gott sei Dank, dass ihr Knechte der Sünde gewesen seid, aber von Herzen gehorsam geworden dem Muster der Lehre, dem ihr übergeben worden seid. Als wir gläubig geworden sind, als wir zum Glauben kamen, hat Gott gesagt: So, und jetzt übergebe ich euch die Bibel. Nicht: Jetzt gebe ich euch die Bibel. Nein, jetzt gebe ich dir die Bibel, dieses Muster. Ich übergebe dich dem Wort Gottes, das ist jetzt dein Lebensinhalt. Das ist jetzt das Buch, von dem du hier lebst, dem Muster der Lehre, dem ihr übergeben wurdet.
Also es geht um diese Ausrichtung. Wir gehen jetzt zurück zu Römer 8. Was hatten wir da gelesen in Römer 8? Wir hatten gelesen von dem Gesetz des Geistes des Lebens in Vers 2 und auf der anderen Seite dem Gesetz der Sünde und des Todes, auch in Vers 2: Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus machte mich frei vom Gesetz der Sünde und des Todes, sagt hier der Apostel.
Das Gesetz des Lebens, das ist ein neues Prinzip in mir, das ist eine neue Kraft in mir, das ist das Leben Jesu Christi. Und das steht dem anderen entgegen, das mich immer wieder hintendiert zur Sünde, dem Gesetz der Sünde und des Todes. Aber jetzt ist eben Kraft da. Seit der Wiedergeburt ist eine Kraft da, die größer ist, so dass ich nicht nach dem Gesetz der Sünde einfach alles überlassen und laufen lassen muss. Nein, jetzt ist Kraft da, jetzt ist die Auferstehung Jesu Christi, die Auferstehungskraft Jesu Christi.
Ich habe schon gesagt: Wenn wir über Erneuerung sprechen, der Schlüssel für die Erneuerung ist die Auferstehung. Das ist der Schlüssel für unsere geistlichen Siege. Ein auferstandener Herr. Behalte im Gedächtnis: Jesus Christus ist auferstanden.
Das hatten wir in Vers 4 und 5. Dann hatten wir: damit jetzt das Gerechte, dass die Rechtsforderung des Gesetzes in uns erfüllt würde, die wir nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Nach dem Geist wandeln heißt, nach der geistlichen Welt sich ausrichten, nach der Kraft, nach dem Herrn Jesus Christus, nach dem Auferstandenen, der jetzt in uns lebt, und nicht nach dem Fleisch.
Was war das Fleisch? Das haben wir auch letztes Mal. Ich wiederhole: Das Fleisch ist das Wesen des diesseitigen Menschen mit seinen diesseitigen Kräften und Launen und Lüsten und Stimmungen und Bedürfnissen und Tränen und so weiter. Das ist das Diesseitige. Das Wort Fleisch kann ja in der Bibel mehrmals verschiedene Gebrauche haben.
Fleisch kann einerseits ganz einfach heißen: der Mensch. Alles Fleisch heißt alle Menschen, und oft macht es uns sogar auch alle Tiere eingeschlossen. Gott wird alles Fleisch vernichten, das sagt er bei der Sintflut. Also da bedeutet Fleisch einfach alle Tiere und alle Menschen.
Dann bedeutet Fleisch an anderen Stellen einfach die Leiblichkeit. Was von dem Geist geboren ist, ist Geist, und was von Fleisch geboren ist, ist Fleisch. Das heißt die Begrenztheit des leiblichen Lebens, des diesseitigen Daseins. Und eben hier in Römer 6,4-8 und auch an anderen Stellen ist Fleisch hier das diesseitige Wesen des Menschen mit den diesseitigen Kräften, mit der Dynamik des diesseitigen Lebens.
Nach dem Fleisch leben heißt, ausgerichtet sein auf diesseitige Dinge. Auf das Fleisch vertrauen heißt, sich auf die diesseitigen Dinge verlassen. Und dann sagt er in Kapitel 7, Vers 5, das haben wir auch schon gesagt: Als wir im Fleisch waren, wirkten die Leidenschaften der Sünden usw. in unseren Gliedern. Das heißt, im Fleisch, das war der Lebensbereich, wo wir früher waren, das Lebenselement. Wir haben uns da, dass wir waren zu Hause im Diesseits. Jenseits hat uns nicht interessiert, war auch überhaupt gar keine Möglichkeit für uns, weil wir keine Kraft hatten, uns nach den jenseitigen Ideen auszurichten.
Im Fleisch sein heißt also wirklich, im diesseitigen Leben und in den diesseitigen Kräften und Lüsten und so weiter, Bedürfnissen zu stehen. Im Geist sein heißt, wir haben einen neuen Wohnbereich, einen neuen Ort, und dieser neue Ort heißt Jesus Christus, der Auferstandene. Und da kommen wir jetzt dann gleich hin.
Aber vorher noch Vers 5: Die, die nach dem Fleisch sind, sinnen auf das, was des Fleisches ist; die aber nach dem Geist sind, also die ausgerichtet sind nach dem Geist, auf das, was des Geistes ist. Die denken an die Dinge des Geistes.
Vers 6: Denn das Sinnen des Fleisches ist Tod. Also das Denken des Fleisches, worauf das Denken gerichtet ist, das ist Tod. Das heißt, das Ergebnis: Es führt zum Tode. Das Sinnen des Geistes aber Leben und Frieden. Es führt dorthin, und es ist das Ergebnis: Leben und Frieden. Dort kann sich Leben und Frieden offenbaren.
Also Gott hat den Menschen so geschaffen, dass er den Geist braucht, um wirklich zu funktionieren. Geist Gottes, um wirklich zu funktionieren. Es braucht Gott, um wirklich Mensch zu sein. Jemand hat im Buch geschrieben, Jan Thomas von den Fackelträgern: Es braucht Gott, um Mensch zu sein. Ohne Gott ist es nicht möglich, wirklich so Mensch zu sein, wie er sich das vorgestellt hat. Und die Praxis beweist es.
Der auferstandene Gottmensch Jesus Christus kommt in mich hinein, und jetzt ist alle Kraft vorhanden. Ich vermag alles in dem, der mich stärkt, Christus. Es ist da potenziell, es wäre da. Alle Kraft ist da. Nicht automatisch. Es braucht immer wieder die Einwilligung von mir. Ich muss die Einwilligung geben und sagen: Ja, Herr, und Nein zum Tod. Ja zum Herrn und Nein zum Ego.
Vers 7: Das Sinnen des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn es ist dem Gesetz Gottes nicht untertänig, denn es vermag das gar nicht. Also vom Fleisch her neigen wir nicht dazu, das zu tun, was Gott möchte. Das muss uns ganz klar sein.
Und dieses Fleisch ist nicht verschwunden mit der Wiedergeburt. Wir haben immer noch die Tendenz zum Bösen, zur Sünde, zur Bequemlichkeit, zum Diesseitigen, dass die diesseitigen Dinge uns sehr wichtig sind. Die Tendenz ist immer wieder stark da, dass diese diesseitigen Dinge das Wichtigste sind, sogar dann überhaupt in unserem Leben. Wir tendieren immer wieder dahin, weil wir noch in einem Körper leben, der mit diesem Diesseits verbunden ist, ganz klar. Deshalb gibt es einen Kampf, deshalb schreibt der Apostel Paulus das Ganze, deshalb müssen wir das Thema behandeln, deshalb behandeln wir es zu Recht.
Das Fleisch rebelliert gegen Gott. Das heißt, es ist etwas in uns, das einfach rebelliert und gegen Gottes Wunschvorstellungen ist, gegen das, was Gott eigentlich vorhat. Vers 7: Denn nämlich das Sinnen des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn es ist dem Gesetz Gottes nicht untertänig, denn es vermag das gar nicht. Es hat gar nicht die Kraft. Das Fleisch hat nicht die Kraft. Das heißt, ich aus meiner eigenen, von meinem eigenen menschlichen Wesen her, diesseitigem Wesen her, habe nicht die Kraft, Gottes Gesetz zu tun. Ich werde es erproben und schaffen, und dann schaffe ich es doch wieder und falle.
Und jetzt geht es weiter: Die, die im Fleisch sind, das sind also die Menschen, die dort ihren Wohnbereich, ihr Lebenselement haben, in dem Fall nicht wiedergeborene Menschen. Die, die im Fleisch sind, wie Römer 7,5 aussagt, die, die im Fleisch sind, vermögen nicht Gott zu gefallen. Wir waren früher im Fleisch. Wer jetzt gläubig geworden ist, der ist nicht mehr im Fleisch, sondern im Geist.
Vers 9: Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist. Also der Christ ist nicht im Fleisch, er wohnt nicht dort, das ist nicht sein Lebenselement, sondern er ist im Geist. Er wohnt zwar in einem Leib, das ist richtig, aber nicht in dem Wesen des Diesseitigen, wo man völlig dem Diesseitigen ausgeliefert ist, wo keine Kraft vorhanden ist.
Das ist für Christen manchmal schwierig. Ja, was ist jetzt der Unterschied zwischen Leib und Fleisch, sagt er. Was ist jetzt der Unterschied, erklär mir das? Das ist oft die Schwierigkeit. Nun, der Leib an sich ist nicht böse. Der Leib an sich ist von Gott geschaffen und ist etwas Gutes. Aber seit dem Sündenfall gibt es in uns eine Tendenz zur Sünde und zur Bequemlichkeit und zum Diesseits ganz stark und nicht zu Gott. Und das ist der Unterschied. Das Fleisch ist eben diese Dynamik, diese Kraft des diesseitigen Lebens. Aber das ist jetzt nicht mehr mein Element.
Der Christ ist nicht im Fleisch, sagt ja hier der Apostel. Hier im Fleisch sind, vermögen Gott nicht zu gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist. Also der Christ ist im Geist, der wiedergeborene Mensch, der Mensch, der sich bekehrt hat, von dem darf man sagen: Er ist im Geist. Er hat jetzt eine neue Welt, und diese Welt heißt Geist. Der Heilige Geist ist gemeint, und Christus Jesus, der Auferstandene, das ist gemeint.
Wie wir schon festgestellt haben: Obwohl ich jetzt im Geist bin, obwohl ich jetzt in Christus bin, kann ich leider noch immer freiwilligerweise nach dem Fleische leben. Das kann ich. Obwohl ich in Christus bin, obwohl ich mit Christus verbunden bin, kann ich mich entscheiden: Ich lebe jetzt, ich handle jetzt doch fleischlich. Ich handle jetzt doch nach den diesseitigen Lüsten und Trieben und Wünschen und sogar Kräften.
Der Gläubige wohnt im Himmel. Der Gläubige wohnt in der geistlichen Welt. Das steht in Epheser 2,6. Es steht auch hier: Er wohnt im Geist. Epheser 2,6: Mit Christus sind wir hineinversetzt worden in die geistliche Welt, in die Himmelswelt, und wir sind gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt. Epheser 1,3: Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem Segen in der Himmelswelt in Christus, mit jedem geistlichen Segen.
Gott hat uns an einen neuen Ort, eine neue Welt versetzt und hat uns alles gegeben, was nötig ist. Paulus nennt das hier einfach: im Geist. Ihr seid nicht im Fleisch, sondern ihr seid im Geist, wenn der Heilige Geist in euch wohnt. Ihr seid im Geist heißt es hier, unter der Voraussetzung, dass Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, ist dieser nicht sein Eigentum.
Also: Wann wohnt der Heilige Geist in uns? Dann, wenn Christus in uns kommt. Wenn ein Mensch Jesus Christus aufnimmt, dann nimmt er den Heiligen Geist auf. Und dann kommt der Heilige Geist in uns, und wir sind im Geist. Der Heilige Geist kommt in uns, und wir sind im Geist.
Und wie geht das? Wie kann der Heilige Geist in mich kommen, und ich bin dann trotzdem im Geist? Das ist vielleicht so, wie wenn man eine Tasse mit Wasser füllt und dann stellt man die Tasse ins Wasser, mit dem Wasser verbunden. Man nimmt eine Tasse, füllt sie mit Wasser, dann steht das Ganze im Becken voll Wasser. Dann ist das Wasser in der Tasse und das Wasser rundherum um die Tasse. Das neue Lebenselement der Tasse heißt dann Wasser. In der Tasse ist Wasser, und die Tasse ist im Wasser. Das ist ein bisschen ein schwacher Vergleich, aber es ist trotzdem so ähnlich gedacht.
Wir sind in Christus, das heißt, wir sind jetzt hineingesetzt in eine neue Welt. Und in dieser neuen Welt haben wir alles, was wir brauchen, und Christus ist in uns. Christus ist die Kraft in uns. In 1. Korinther 12,13 heißt es, dass bei der Wiedergeburt wir den Heiligen Geist trinken. Habt ihr das schon gelesen dort? 1. Korinther 12,13: Bei der Wiedergeburt trinken wir den Heiligen Geist, und zwar ein für alle Mal. Und wir werden in den Geist versetzt. Es ist genau das gleiche Bild von dem Wasser.
 1. Korinther 12,13: Da heißt es: Gleichwie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes aber viele sind, so ist es auch mit dem Christus. Denn auch in einem Geist wurden wir alle in einen Leib getauft, seien wir Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und wir wurden alle in einem Geist getränkt. Eine genaue Bibelübersetzung wäre sehr gut, denn es heißt hier nicht „mit einem Geist getränkt“, sondern „in einem Geist hineingetränkt“. Hier ist ein Akkusativ, also eine Richtung. Wir wurden in etwas hineingegeben und gleichzeitig wurden wir getränkt.
Denn tränken heißt, jemandem etwas zu trinken geben. Wenn man ein Tier, eine Kuh, tränkt, dann heißt das, man gibt ihr etwas zu trinken. Aber jetzt stell dir vor, man nimmt die Kuh, gibt ihr etwas zu trinken und stellt die ganze Kuh ins Wasser. Dann ist die Kuh ins Wasser hineingetränkt. Versteht ihr das? Das heißt, die Kuh hat Wasser in sich aufnehmen dürfen und gleichzeitig steht sie jetzt auch noch im Wasser. So ist es gemeint.
Wir haben den Heiligen Geist getrunken, und wir sind jetzt im Geist drin. Das ist jetzt unser neues Lebenselement. Der Heilige Geist ist in uns, und wir sind im Geist. Wir leben von dem Heiligen Geist. Er ist in uns, und er ist um uns herum. Er ist unser Ganzes. Er ist das Neue. Er ist das, wo wir uns wohlfühlen. Der Fisch fühlt sich wohl im Wasser, und wir fühlen uns wohl im Heiligen Geist, wenn wir in der Sphäre des Geistes sind.
Und wenn das bei jemandem nicht der Fall ist, dann gehört er nicht zu Jesus Christus, dann ist er nicht das Eigentum Jesu Christi, und dann ist er nicht wiedergeboren, dann ist er noch verloren, sagt der Apostel hier, oder dann gehört er nicht Christus. Also ein Christ wohnt nicht mehr im Fleisch, aber er könnte sehr wohl nach dem Fleisch wandeln.
Und jetzt kommt Paulus zurück zum Thema Tod und Leben. Und bitte vergessen Sie nicht: Es geht hier um Tod und Leben, und das macht die ganze Sache so äußerst wichtig. Hier geht es um Sachen, die Tod und Leben betreffen, und nicht mehr physischen Tod, körperlichen Tod und körperliches Leben, sondern hier geht es um geistlichen Tod und Leben.
Wir haben das Thema Tod und Leben so gehabt. Ich gehe zurück: Vers 2, da war die Rede von einem Gesetz der Sünde und des Todes. Und da war die Rede von einem Gesetz des Geistes des Lebens. Da geht es um Tod und Leben. Vers 5 noch einmal, Vers 6 noch einmal: Das Sinnen des Fleisches ist Tod, das Sinnen des Geistes ist Leben. Jetzt kommen wir wieder zurück zum Thema Tod und Leben. Und es geht hier um Tod und Leben, deshalb ist die Sache äußerst wichtig.
Wenn Christus in euch ist, ist der Leib tot wegen der Sünde, andererseits der Geist Leben wegen der Gerechtigkeit. Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten erweckte, in euch wohnt, wird der, der Christus von den Toten erweckte, auch eure sterblichen Leiber lebend machen wegen seines in euch wohnenden Geistes.
Dann sind wir also, Brüder, Schuldner, nicht im Fleisch, um nach dem Fleisch zu leben. Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, seid ihr im Begriff zu sterben. Wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, werdet ihr leben.
Also es geht um Tod und Leben. Schauen wir uns die Verse an. Vers 10: Wenn Christus in euch ist, das ist ganz klar, wenn ihr wiedergeboren seid, wenn der Heilige Geist in euch ist und dadurch Christus in euch ist, was ist denn los? Dann ist der Leib zwar tot, der Geist aber Leben.
Also Christus, wenn Christus in euch ist, übrigens er sagt hier ganz, er geht hier vom Geist zu Christus so unvermittelt. Zuerst spricht er vom Geist in euch, und dann sagt er: Christus in euch. Das ist für Paulus kein Unterschied, denn der Geist von Christus ist Jesus Christus selber. Der Geist von Thomas ist Thomas, und der Geist von Claudia ist Claudia, und der Geist von Christus ist Christus, und der Geist Gottes ist Gott.
Also wenn Christus in uns ist, dieser Geist Jesu Christi, ist dasselbe wie der Heilige Geist. Diesen Geist hatte der Herr Jesus also, als er auf der Erde war. Dieser Geist hat ihm die Kraft gegeben, als er auf der Erde war. Und wir haben diesen Geist heute in uns, und er tut für uns heute, was er damals für den Herrn Jesus Christus getan hat. Dieser selbe Geist, er selber, der Auferstandene.
Also wenn Christus in euch ist, in uns ist, in euch sagt er, ist der Leib tot wegen der Sünde. Was heißt das? Einerseits sagt er, ist der Leib tot. Seit Adams Sünde an dem Tag, an dem du sündigst, wirst du sterben. Und Adam ist gestorben an dem Tag, an dem er gesündigt hat.
Ja, aber er hat doch noch gelebt. Ja, er hat schon noch gelebt, aber er war gleichzeitig auch schon tot. Denn das, was er gelebt hat, war eigentlich nur noch ein Prozess, ein Sterbeprozess. Ein langsamer Sterbeprozess ist vor sich gegangen, dem Tode verfallen. In Richtung Grab ist es gegangen. Das Todesurteil steht auch über ihm.
Und genauso ist es bei uns. Wenn jetzt jemand Christ wird, dann ist der Leib immer noch dasselbe, dem Tode verfallen, geht Richtung Tod, stirbt seit der Geburt an. Und ab dem Alter 24, habe ich schon mal erzählt, ab 24 Jahren stirbt man dann schneller. Aber am Anfang stirbt man langsamer, da wächst man noch, da baut sich noch alles auf, aber dann baut man ab. Und wir können praktisch sagen: Du bist ein toter Mann.
Warum ist der Leib tot? Wegen der Sünde, heißt es hier. Solange ich in diesem Leib lebe, habe ich mit Sünde zu tun, und die Sünde hat Herausforderungen gehabt. Der Kampf ist da, die Neigung ist da usw. Wegen der Sünde geht alles Richtung Tod. Nicht der Leib ist das Schlechte, nicht der Leib ist das Problem, die Sünde ist das Problem.
Und jetzt die zweite Seite: Andererseits, also einerseits ist der Leib tot wegen der Sünde, andererseits ist der Geist lebend wegen der Gerechtigkeit. Und jetzt wiederum genau in die Übersetzung: Es soll nicht heißen, ist der Geist lebendig, dass der Geist lebendig ist, das wissen wir sowieso. Es ist ja klar, dass der Geist lebendig ist. Aber es geht um etwas anderes.
Der Geist, den Gott uns gegeben hat, ist Leben. Er ist mein Leben, er ist für mich Leben. Wer ist das Leben? Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wer Christus hat, der hat das Leben. Wer den Sohn hat, hat das Leben. Wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.
Für einen Christen ist jetzt dieser auferstandene Christus, der jetzt durch den Geist in mir wohnt, Leben. Das Leben ist Jesus Christus. Du bist wiedergeboren und du sagst: Ich habe Jesus Christus. Und dazu habe ich noch das ewige Leben. Falsch! Ich habe Jesus Christus, und deshalb habe ich das ewige Leben, weil Jesus Christus das ewige Leben ist. Wir haben nicht zwei Sachen, Christus und das ewige Leben. Wir haben nur Christus, und in Christus haben wir das Leben.
Und nur solange Jesus Christus in mir lebt, habe ich ewiges Leben. Manche sagen: Das kann doch nicht sein, das ewige Leben, das ich bei der Wiedergeburt bekommen habe, das ist ewig. Folglich habe ich jetzt für mich keine Angst mehr, kein Problem mehr, ich werde sowieso nicht mehr verloren gehen, weil ich das ewige Leben habe. Das ist einerseits richtig, aber das muss man richtig verstehen.
Ich habe in Jesus Christus das Leben. Solange ich Jesus Christus habe, wenn ich Jesus Christus verwerfen würde oder mich abwenden würde, dann würde ich mich vom Leben abwenden, denn er ist das Leben in Person. Das ist wie beim Rebstock und der Rebe. Das Leben der Rebe besteht darin, dass sie am Stock ist oder im Stock drinnen ist, so weingeschraubt. Da drinnen ist sie, ist die Rebe, und deshalb fließt Leben, deshalb ist Saft vorhanden. Würde die Rebe getrennt vom Weinstock, dann würde man feststellen, dass sehr schnell das Ganze verdorrt. Denn das Leben ist nicht in der Rebe, das Leben ist im Stock.
Und in uns, das neue Leben, das wir bekommen haben bei der Wiedergeburt, das ist nicht, weil wir uns bekehrt haben. Das liegt nicht in der Bekehrung, nein, es liegt in Christus, diesem neuen Leben, zu dem wir uns bekehrt haben. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir uns das vor Augen halten: Christus ist unser Leben, nicht die Bekehrung ist unser Leben, nicht ein Bekehrungserlebnis ist unser Leben. Christus ist unser Leben. Das ist das, woran wir hängen und was unser ganzes Heil ist. Würden wir ihn fallen lassen, würden wir alles fallen lassen.
Der Geist ist unser Leben, und wenn dieses Leben in uns frisch und lebendig bleiben soll, muss es in Beziehung mit Jesus Christus stehen bleiben. Es geht um Erneuerung. Und geistliche Erneuerung kann nur geschehen, wenn ich ständig erneuert werde, indem ich ständig in Verbindung mit dem bleibe, der das Leben ist, die Person. Das sagt hier der Apostel.
Also wenn Christus in euch ist, ist der Leib tot wegen der Sünde, andererseits der Geist Leben. Und wenn ich den Geist betrübe, dann betrübe ich das Leben. Wenn ich den Geist dämpfe, dann dämpfe ich das Leben, und zwar das neue Leben, das Gott mir gegeben hat. Ich verliere es noch nicht, klar, aber ich dämpfe es. Und jetzt muss ich eine Beziehung pflegen, eine Beziehung aufrechterhalten mit dem, der das Leben ist, mit dem Geist Gottes, mit Christus. Von ihm ist das geistliche Leben abhängig. Und deshalb muss ich in Harmonie mit der geistlichen Welt leben.
Und da heißt es: wegen Gerechtigkeit. Also der Geist ist Leben wegen der Gerechtigkeit. Was heißt das? Na, weil er mich gerechtfertigt hat. Christus hat mich gerechtfertigt. Er hat mich gerecht gesprochen, er hat an meiner Stelle die Schuld übernommen und hat mir seine Gerechtigkeit zugesprochen. Jetzt bin ich so gerecht gemacht, wie er gerecht ist.
Was heißt gerecht? Gerecht heißt recht, so wie Gott sich das vorstellt, richtig. Wir denken bei Gerechtigkeit schon an Gericht und denken nur an die Gerechtigkeit, also an eine juristische Gerechtigkeit. Das ist nicht allein das. Gerechtigkeit in der Bibel ist: Er ist Gott wohlgefällig. Noah war gerecht, heißt es. Noah war gerecht. Nicht so, dass er zu seinem Sohn sagt: Du kriegst einen Apfel, du kriegst einen Apfel, du kriegst einen Apfel, das ist gerecht. Nicht in dem Sinne, sondern gerecht heißt hier: Er war so, wie es Gott wohlgefällig war. Er war richtig, und es ist sein Leben. Er führte ein rechtes Leben.
Und wegen dieser Gerechtigkeit, die Christus uns erwirkt hat, wegen dieser Gerechtigkeit haben wir den Geist bekommen, und mit dem Geist das Leben. Und man könnte auch noch hinzufügen: wegen der Gerechtigkeit in Bezug auf die Zukunft, damit wir auch in der Zukunft Gerechte bleiben und Gerechte sein werden in der Ewigkeit und dass sich Gerechtigkeit auswirkt. Deshalb sind wir im Geist, und deshalb haben wir den Heiligen Geist, der unser Leben ist.
Vers 11: Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten erweckte, in euch wohnt, wird der, der Christus von den Toten erweckte, auch eure sterblichen Leiber lebend machen wegen seines in euch wohnenden Geistes. Also wenn der Geist dessen, der Jesus von den Toten erweckte, das ist der Geist Gottes, wenn der jetzt in euch wohnt, dieser Geist war derselbe Geist, der Christus von den Toten erweckte, dann wird dieser selbe Geist jetzt auch in euch wirksam sein und eines Tages eure Leiber, die jetzt dem Tode verfallen sind, sterbliche Leiber, lebendig machen.
Eure Entrückung gibt es für die Gläubigen nicht. Für die Gläubigen gibt es keine Auferstehung, deshalb werden sie einfach lebendig gemacht, werden verwandelt ins Leben, vom Leben verschlungen. Die anderen werden auferstehen, die Gestorbenen werden auferstehen, aus dem Tod auferweckt und dann zum Leben verwandelt, zu lebendigen, also zu andersartigen Leibern. Aber die Leiber werden verwendet für den neuen Leib.
Also wenn der Geist Gottes, der Jesus auferweckt hat, in euch wohnt, dann wird er das mit eurem Leib auch tun. Warum oder inwiefern, aufgrund wovon wird er das jetzt tun? Was sagt der Text? Wegen seines in euch wohnenden Geistes. Also weil der Heilige Geist in uns wohnt, haben wir die Garantie, dass er uns den Leib eines Tages verwandeln wird ins Leben, das auch den Leib hinüberbringt in die Erlösung, in die Erlösung.
Wir sind ja schon errettet, aber der Leib nicht. Das gibt uns die vielen Probleme, die wir haben. Hätten wir einen erlösten Leib, hätten wir kein Problem mit irgendwelcher Lust, die wir nicht haben sollten, mit Bequemlichkeit, mit Aufstehen in der Früh usw. Aber jetzt haben wir zu arbeiten. Weil der Geist in uns wohnt, also in der Wohnung des Heiligen Geistes, ist die Garantie dafür, dass er uns auferwecken wird beziehungsweise verwandeln wird an jenem Tag.
Und unsere zukünftige Verwandlung und Lebendigmachung geschieht aufgrund des Besitzes des Heiligen Geistes und des Bleibens, des verbunden Bleibens mit dem Heiligen Geist. Zweierlei: wegen des in euch wohnenden Geistes, weil der einmal reinkam und weil er jetzt immer noch in euch wohnt. Deshalb haben wir die Garantie. Also die Garantie für deine zukünftige Leibesauferweckung ist, dass du heute mit dem Heiligen Geist verknüpft bist, verbunden bist. Das ist unsere Garantie. Wir sind einmal, er ist einmal gekommen, bei der Bekehrung kommt der Heilige Geist, und jetzt bleibt er. Und jetzt sollen wir dazu schauen, dass wir in Verbindung mit Christus bleiben. Bleibt in mir, sagt er, bleibt in Verbindung mit mir.
Vers 12: Was ist die Konsequenz all dessen? Darum, oder dann natürlich, und dann sind wir also, Brüder, wir sind also Schuldner, nicht dem Fleisch. Dann sind wir also Schuldner, nicht dem Fleisch. Interessant, wie das hier im Griechischen steht. Im Griechischen heißt es zuerst: Dann sind wir also Schuldner. Da denkst du dir sofort: Wem schulde ich denn jetzt etwas? Wem bin ich was schuldig? Bei Gott bin ich etwas schuldig, dem Herrn Jesus bin ich etwas schuldig jetzt. Wir schulden es ihm, unseren Leib zu geben.
Warum? Weil der Heilige Geist jetzt in unserem Leib wohnt, weil der Heilige Geist jetzt hereingekommen ist in diesen Körper, in diesen schwachen Körper. Deshalb bin ich jetzt schuldig, ihm diesen Körper zur Verfügung zu stellen. Und genau dann sagt er Kapitel 12 zu. Er hat eine Klammer, Kapitel 9 bis 11 ist eine Klammer, und dann setzt er fort. In Kapitel 12,1 setzt er genau da an und sagt, hinweisend auf die Erbarmung Gottes, rufe ich euch auf, eure Leiber als Opfer darzubieten, dazu Gott zu weihen. Komm jetzt mit deinem Leib und weihe ihn als lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer.
Also wir schulden es jetzt ihm, ihm den Leib zu geben. Und das fällt uns schwer. Mir fällt es sehr schwer, ihm den Leib zu geben. Oft denke ich mir: Nein, ich möchte ihn pflegen und hegen und versorgen und alles Mögliche tun. Aber Gott sei Dank ist es jetzt überhaupt nicht dran. Es ist dran, etwas anderes. Und da muss ich entscheiden: Soll ich ihn dem Leib behalten oder soll ich ihn ihm geben?
Wir schulden nicht dem Fleisch etwas, sagt er hier. Darum also, Brüder, sind wir Schuldner nicht dem Fleisch. Wir schulden es nicht dem Fleisch, irgendetwas. Wir sind dem gar nichts mehr schuldig. Wir sind schuldenfrei, was das Fleisch betrifft. Wer für das Diesseits und die Kräfte des Diesseits lebt, also für den Leib lebt, der lebt gefährlich, sagt er jetzt. Denn wir sind Schuldner nicht dem Fleisch, um nach dem Fleisch zu leben. Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, seid ihr im Begriff zu sterben. Das ist Gefahr, dann ginge es Richtung Tod, wenn ich das tun würde. Wenn ich alles laufen lassen würde, wenn ich den Leib herrschen lassen würde, dann ginge es Richtung Tod.
Wer für den Leib lebt, wer nach Lust und Laune beim Sieg lebt, der ist im Begriff zu sterben. Und deshalb ist diese Stelle so wichtig, weil es hier um Tod und Leben geht. Und hier meint er nicht physisches Leben, physisches Sterben. Er sagt nicht: Wer nach dem Fleisch lebt, der wird physisch einmal sterben. Ja, was, und die, die nicht nach dem Fleisch leben, sterben auch, oder? Das ist nicht genau so. Es geht um ein anderes Sterben, es geht um ein geistliches Sterben.
Also wenn dieser Leib eines Tages zum ewigen Leben auferweckt werden soll, dann darf ich jetzt diesem Leib den Herrn Jesus darbieten und darf nicht mehr nach Lust und Laune des Leibes leben. Wenn dieser Leib für die Ewigkeit geschaffen ist, weil der Heilige Geist drin wohnt und dieser Leib jetzt eines Tages auferweckt wird, dann darf ich jetzt nicht nach dem Fleisch leben, das heißt nach Lust und Laune dieses Diesseitslebens. Ich darf es nicht, und ich muss mir das einprägen, das darf ich nie vergessen: Mein Leben ist nicht mehr nach dem Lust- und Laune-Gesetz dieses Leibes und was damit verbunden ist.
Ist es nicht etwas, was uns jeden Tag beschäftigt? Jeden Tag ist das das Thema. Was mache ich denn? Oder was muss ich denn? Schon wieder muss ich das denn? Und man murrt, oder man murrt nicht, aber man ärgert sich doch innerlich oder so. Und es ist kalt, mach mir endlich das Fenster zu, es ist kalt. Und dann streitet man: Nein, es ist heiß da gerade. Nein, es ist kalt, wenn man im Auto fährt. Ich lasse mich gleich von meinem Leib beherrschen. Der Leib sagt: Es ist kalt. Jetzt streite ich, weil mein Leib kalt ist. Wer regiert? Der Leib regiert. Natürlich.
Wenn dieser Leib eines Tages zu ewigem Leben auferstehen soll, dann darf ich diesen Leib jetzt nicht für die Sünde gebrauchen und nicht nach den Lust- und Launen umgehen. Warum nicht? Warum denn nicht? Die Bibel sagt es an drei Stellen, weil Lust zu Verderben führt. Leben nach Lust und Laune führt zum Verderben, und der Schöpfer weiß das, und der Schöpfer sagt uns das und sagt: Pass auf, das führt zum Verderben.
Ich nenne drei Stellen. Galater 6,8, das ist die eine Stelle. Galater 6,8: Da heißt es: Wer auf sein eigenes Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten. Wer auf das Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten. Weil alles klappt.
 Epheser 4,22, es sind die wichtigen Stellen, es muss alles zentral stehen. Epheser 4,22: abzulegen, was die frühere Lebensführung betrifft, den alten Menschen, der dabei ist, zugrunde zu gehen infolge der betrügerischen Lüste. Warum geht er zugrunde? Wegen der betrügerischen Lüste geht er zugrunde. Wenn man nach denen lebt, dann geht der Mensch daran zugrunde.
Und weiter: 2. Petrus 1,4, am Ende des Verses. Da heißt es, ihr sollt Teilhaber der göttlichen Natur werden, nachdem ihr der Verdorbenheit in der Welt entflohen seid, der Verdorbenheit, die in der Lust besteht. Ich weiß nicht, wie das bei euch übersetzt ist, aber so ähnlich soll es sein: Nachdem ihr entflohen seid der Verdorbenheit in der Welt, nämlich in Lust. Das ist 2. Petrus 1,4.
Ihr seid der Verdorbenheit, die in der Welt ist, entflohen, und zwar einer Verdorbenheit, die bestand in Lust. Also diese Verdorbenheit geschieht gerade deshalb wegen der Lust, weil die Menschen nach dem Lust- und Laune-Prinzip leben, und dadurch richten sie sich innerlich zugrunde. Für die Ewigkeit zu kommen.
Ein Leben nach Lust und Laune ist ein gefährliches Leben, und der Christ muss das wissen. Der Ungläubige sollte es auch wissen. Aber jetzt geht es um uns Gläubige, damit wir lernen: Aha, der Leib muss also hart behandelt werden, darf nicht gepflegt und gehegt und verwöhnt werden und alles tun, was dem Leib gefällt. Hauptsache, der Leib hat seine Freude. Nein.
Das Gleiche sagt Römer 8,6. Das Sinnen des Fleisches ist Tod. Das, worauf es hinzieht, das Ende ist Tod. Auch in Kapitel 6 schon. Er hat das Thema immer wieder. Er gleitet das Thema immer wieder auf. In Kapitel 6, dort heißt es am Ende von Kapitel 6, Vers 21: Was hattet ihr damals für Frucht, Dinge, über die ihr euch schämt? Denn das Ende derjenigen Dinge ist der Tod. Das ist der entscheidende Punkt und der zweite geistliche Punkt.
Gut, zurück zu Römer 8,13. Römer 8,13. Also in Vers 12 hat er gesagt, wir sind nicht mehr Schuldner, nicht mehr dem Fleisch. Dem Fleisch schulden wir gar nichts, nach dem Fleisch zu leben.
Vers 13: Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, seid ihr im Begriff zu sterben. Nicht als Strafe, sondern als automatische Folge, nicht als Strafe, sondern als natürliches Ergebnis. Wenn ich mich ins Auto setze und das Auto ist in Bewegung und ich begebe mich auf den Weg nach Lienheim, wo werde ich ankommen? Das ist ganz logisch. Das ist ein natürliches Ergebnis. Wenn mein Auto eine gewisse Geschwindigkeit fährt, nicht null, die Geschwindigkeit ist nicht null, etwas größer als null, und jetzt setze ich mich ins Auto und sitze auf dem Weg nach Lienheim, das Ergebnis wird sein: Lienheim.
Und wenn ich mich setze und geistlich hinsetze und sage: Ich lebe nach dem Fleisch, was wird das Ergebnis sein? Das kann nur Verderben sein. Das ist eine natürliche Folge, nicht eine Bestrafung. Das ist ganz natürliche Folge, denn das Fleisch lebt dem Verderben entgegen. Wann dieser Zeitpunkt eingetreten ist, das wissen wir nicht, das können wir nicht sagen. Aber es gibt Menschen, es gibt Christen, es gibt Menschen, die Christen waren, die einmal dem Herrn Jesus Christus wirklich das Leben übergeben haben. Und dann haben sie sich letztendlich aber aus irgendeinem Grund entschieden, sie leben nur noch nach dem Fleisch. Und dann gibt es irgendwann einen Punkt, wo ein Endpunkt erreicht ist. Aber er kann sich ja wieder bekehren, weiß nun Herr. Aber trotzdem, es ist hier eine ernste Sache, es geht hier um Leben und Tod, und bei manchen ist es dann zu spät.
Aber jetzt zu den Gläubigen zurück: Wenn ihr nach dem Fleisch lebt, seid ihr im Begriff zu sterben. Wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, werdet ihr leben. Wenn ihr die Handlungen des Leibes tötet, die Geschäfte des Leibes, sagt Luther, sehr interessant, wird selbst der Leib, der treibt Geschäfte, Handlungen. Wieso sind die böse?
Das Problem ist Unabhängigkeit. Der Leib ist ein Unabhängigkeitskämpfer. Er will Unabhängigkeit von Gott. Ich will nicht von Gott abhängig sein. Das ist das Ziel des Leibes. Der Leib will absolut unabhängig handeln, der will nach dem diesseitigen Leben, der will sich nach dem Diesseits ausrichten, und der ist krank. Der will schlafen, wenn er arbeiten soll. Der will Lust empfinden, wenn er verzichten soll. Der will essen, wenn er fasten soll.
Probieren wir mal am Tag fasten, was wird der Leib machen? Der will essen. Aber wir wollen fasten, jetzt haben wir ein Problem, oder? Der Leib will essen, wir wollen fasten. Was machen? Jetzt kann ich sagen, ich gebe dem Leib nach, komm, du kriegst dein Essen. Oder ich sage: Nein, jetzt wird gefastet. Hilfe ist nicht. Der Leib will nicht beherrscht sein, der möchte frei haben. Wir dürfen nicht frei gehen, wir dürfen keinen Tag Urlaub gehen, keinen Tag frei. Du kriegst keine Reitersperre, du kriegst keine Osterferien, du kriegst nie frei. Du bist dein Knecht und dein Sklave, und du wirst und wirst bleiben. Wenn wir so tun, sind wir die glücklichsten Menschen. Wenn wir sagen: Also gut, Leib, beherrsche nicht, dann geht es nicht.
 1. Korinther 9,27: Was macht Paulus mit seinem Leib? Ich lese Vers 26, oder nein, ich lese Vers 24: Wisst ihr nicht, dass alle, die in der Rennbahn laufen, alle laufen, aber einer den Preis bekommt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. Jeder Wettkämpfer übt in allem Selbstbeherrschung, Selbstbeherrschung steht hier. Nun tun jene es, nämlich die Athleten, damit sie einen vergänglichen Kranz bekommen, vergänglichen Lorbeerkranz oder so etwas, aber wir, damit wir einen unvergänglichen bekommen.
Ich laufe daher so, nicht wie ein Ungewisser, ich führe den Faustkampf so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt oder der die Luft schlägt, also der Boxer, der die Luft boxt, nicht so, sondern ich behandle meinen Leib mit Gewalt, ich mache ihn zu meinem Knecht, um nicht, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst verworfen zu bleiben. Also Paulus sagt, er geht hart mit seinem Leib um. Er ist aber kein Asket und er genießt auch einmal das Essen. Er genießt auch die schönen Werke, aber das hat alles seinen Platz. Es gibt Zeiten, wo man sagen muss: Nein, nicht! Manchmal gibt es Zeiten, wo das Kamm ist. Wir müssen essen, sonst wird der Leib völlig fern. Also wir müssen ihn erhalten, aber in einer Weise, wo wir trotzdem Herr bleiben, wo wir Chef bleiben über dem Leib.
Wenn wir es erlauben, dass der Leib selbständig ist, dann wird er fordern und fordern und wird zum Tod gehen. Wir gehen zurück zu Römer 8. Übrigens fällt mir gerade noch eine Stelle ein, die dazwischen, so dazwischen noch: Römer 13 am Ende, Römer 13 am Ende ist auch davon die Rede. Vers 14: Zieht den Herrn Jesus Christus an und trifft nicht Vorkehrungen für die Lust des Fleisches.
Also er schreibt hier von der Art und Weise, wie Gläubige leben sollen, und zum Schluss eben: Zieht den Herrn Jesus an und trifft nicht Vorkehrungen für die Lust des Fleisches. Lebt nicht so, dass Lust wach wird, und das können wir steuern. Also der Leib soll nicht dominieren, wir sollen beherrschen, der Heilige Geist soll in uns die Herrschaft haben, der Herr Jesus Christus.
Wir leben deshalb auch nicht von den Gefühlen und Empfindungen her, vom Leib her, eben Launen. Launen, das hängt auch mit Stimmungen und Gefühlen zusammen. Wir leben nicht davon. Und manche verstehen die Führung des Geistes ein bisschen falsch. Der Heilige Geist tritt mit uns nicht in Verbindung über unsere leiblichen Empfindungen. Das ist nicht der Weg, den der Heilige Geist vorgibt. Es sind nicht Gefühle, über die der Heilige Geist wirkt. Der Heilige Geist wirkt über das Denken. Das lesen wir an sehr vielen Stellen.
Und weil der Heilige Geist über das Denken wirkt, müssen wir uns im Denken erneuern. Wir können ja auch falsch denken. Und deshalb in Römer 12, und nach der Klammer gehe ich weiter zurück und erinnere wieder: Römer 12,2: Erneuert euch, lasst euch Erneuerung durch Veränderung eures Sinnes, sagt er in der Fülle. Aber eigentlich steht Denken da im Gebet. Der Sinn im Englischen ist klar: mind. Erneuerung des Denkens ist das Problem, ein Denken.
 Epheser 4 noch zum Schluss, Epheser 4,17 und 18. Das sind zum Teil Wiederholungen, aber es ist sehr wichtig. Früher, oder habt ihr gesagt, ihr wandeltet in der Nichtigkeit eures Denkens. Das ist Epheser 4,17. Wir heilen die Wandlung in der Nichtigkeit eures Denkens am Ende von Vers 17, deren Denken verfinstert ist und die dem Leben Gottes entfremdet sind. Wo ist das Problem? Nicht die Gefühle. Das Denken ist verfinstert, das Denken ist abgestimmt in Bezug auf den Gegenüber Gott.
Und dann heißt es dann in Römer 8, um das auch abzurunden, Römer 8,14: Denn so viele von Gottes Geist geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Also wenn ihr nach dem Fleisch wählt, seid ihr im Begriff zu sterben. Wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, durch den Geist nämlich, durch die Kraft des Geistes, durch die Motivation des Geistes, durch das Wirken, durch die Anleitung des Geistes, der ja ein Heiligungsprogramm mit uns hat, wenn ihr durch den Geist und mit der Hilfe des Geistes und auch den Geist ausgerichtet ein Heiligungsprogramm sozusagen über euch ergehen lasst, werdet ihr leben. Geistlich leben, dann wird das Leben gefördert, das geistliche Leben.
Denn so viele, die vom Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Söhne heißen reife Kinder, nicht nur Kinder Gottes. Söhne heißen reife, erwachsene Kinder. Hier sind die männlichen gemeint, aber wir wissen ja, im Geistlichen sind die Frauen immer in den Söhnen einbegriffen. Dann seien sie reife Söhne Gottes, die er leiten kann. So viele, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Wir müssen hier in einem Angstverhältnis stehen zu Gott, sondern ihr seid Söhne, ihr seid solche, die zu Gott Vater rufen. Und er kann das Gedeihen, das geistliche Leben, gedeihen lassen.
Also das ist dem Apostel sehr wichtig, und ich weiß, die Sprache ist nicht die, die wir gewohnt sind, aber wir sollen diese Sprache, so wie es da steht, uns zu eigen machen. Wir müssen so, dass die Wörter, die Begriffe, die Gott verwendet, die müssen wir so auch akzeptieren und lernen. Dann sehen wir auch die Zusammenhänge.
Wir wollen aufstehen und beten.
Vater, wir möchten dir danken für die große Gnade. Danke, dass du uns Menschen erschaffen hast und dass wir nur wirklich funktionieren, wenn wir in absoluter Abhängigkeit von dir stehen. Und danke, Herr, dass du uns auch die Kraft gegeben hast, nicht nach den Lüsten des Leibes zu leben, nicht davon unser ganzes Leben prägen zu lassen. Herr, ich danke dir für den Leib, dass er ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Gib uns die Gnade, ihm richtig umzugehen, mit ihm, dass wir ihn so pflegen, dass nicht die Lüste des Fleisches wach werden.
Und Herr, wir danken dir, dass wir nach dir, nach der ewigen Welt ausgerichtet leben dürfen. Danke, Herr, dass hier die Freude ist und hier das Leben ist, wenn wir in Christus bleiben, in diesem neuen Wesen, das uns lebt. Danke, dass uns derartiges sinnvolles Leben wird. Ich bitte dich, Herr, dass du uns Gnade schenkst, dass du uns erinnerst im Alltag, erinnerst zu beten, erinnerst die Abhängigkeit zu suchen und nicht wie die Welt zu denken, einfach unabhängig nur. Wir beten, Herr, dass du uns leitest. Segne du auch den Sonntag heute, segne unser Zusammensein, unser Auseinandergehen. Amen.