Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein unerwarteter Beginn und die Freude am gemeinsamen Singen
Ich habe mir überlegt, was alles ausfallen könnte, ohne dass unser Gottesdienst ernsthaft gefährdet ist. Der Prediger könnte auch ausfallen. Das Wort Gottes kann nicht ausfallen, ebenso wenig die Gegenwart Jesu Christi.
Ich freue mich, dass Sie sich heute auf den Weg gemacht haben. Unsere Organistin ist erkrankt, und wir mussten kurzfristig improvisieren. Ich könnte mir denken, dass es noch viel schöner, lebendiger, frischer und auch natürlicher wird.
Wir wollen miteinander ein zusätzliches Lied singen, statt des Orgelvorspiels. Wir haben es gerade schon eingeübt. Meine Frau hat mit Ihnen gesungen: Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen, in diesem Heft 779.
Wir hören jetzt unseren Kinderchor: Ist jemand in Christus, dann ist er eine neue Schöpfung, eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, es ist alles neu geworden.
In dieser schönen, anbrechenden Maienzeit wollen wir miteinander singen: 501 Wie lieblich ist der Maien, 501.
Und Sie dürfen vorkommen. Die Kinder machen die Reihen frei, sie gehen hinüber an den Kindergottesdienst. Hier in der ersten Reihe sind genügend Plätze.
Schöpfung, Gebet und die Bitte um innere Erneuerung
Christen ist es ein gewisses Problem, dass viele keinen richtigen Bezug zur Schöpfung Gottes haben und ihr Glaubensleben nie in die Freude an den herrlichen Werken Gottes hineinführt. Das ist bei diesem Lied so schön. Man blickt hinaus, und dann wird das wieder aufgenommen, und auch das andere wird gesehen: Jetzt lasst doch die Sonne auch in mein finsteres Herz hineinscheinen, Verse 3 und 4.
Lasst uns beten: Du großer, mächtiger Gott und Herr, wie wunderbar hast du die Welt geschaffen! Und wir stehen staunend vor all der Schönheit, der Weite des Sternenhimmels, der Tiefe der Meere und der Wunder deiner Schöpfung. Wir haben dein Wirken auch in den zurückliegenden Tagen erfahren. Du hast uns Frieden geschenkt, unseren Tisch gedeckt und unsere Lebenskraft erhalten. Wir nehmen so viel als selbstverständlich und natürlich hin und sehen nicht deine Macht und Größe hinter all den Werken deiner Schöpfung.
Und da wollen wir, dass du hineingreifst, auch in die Krisen unseres Lebens, in die Nöte, in die Finsternis und in die Dunkelheit. Gib doch, dass heute Menschen durch dich befreit werden, das Leben entdecken und finden und dass du uns zu neuen Kreaturen machst. Darum bitten wir dich.
Und wir wollen jetzt einfach bei dir abladen, den Schutt und das Falsche der vergangenen Tage, damit du uns frei machst in deiner Vergebung. Wir beten in der Stille: Wen du, Herr, frei machst, der ist richtig frei.
Danke. Amen!
Ein Blick auf den Nahen Osten und die Hoffnung mitten im Konflikt
Und nun singen wir noch einmal aus diesem Liedheft, und zwar das Lied „Jesus, die Sonne, das strahlende Licht“, 813 in diesem Liedheft.
Wenn irgendwo dieses Heftlein fehlt, helfen Sie einander noch.
Wir haben heute einen besonderen Tag. Walter Wassermann erzählt uns nachher im grossen Saal, was da im Nahen Osten eigentlich ist. Vor ein paar Tagen hörte ich einen Reporter sagen, der eine prophetische Ankündigung gewagt hat. Er hat gesagt: Ich verspreche, in 50 Jahren werden alle lachen und sagen, der Konflikt im Nahen Osten ist vorbei, die Völker haben sich an einen Tisch gesetzt. So kann nur einer sprechen, der die heilsgeschichtlichen Linien Gottes nicht kennt.
Wir freuen uns besonders auf das Nachher, weil Walter Wassermann ausführlich darüber reden wird, über Israel, Araber, Islam im Nahen Osten. Ich habe ihn gebeten, uns jetzt ein kurzes Wort zu sagen. Er ist seit über vierzig Jahren im Nahen Osten als Bote Jesu tätig und deshalb herzlich willkommen. Wir freuen uns.
Liebe Brüder und Schwestern, herzlichen Dank für die Einladung, hier einige Worte sagen zu dürfen.
Israel ist vor 50 Jahren gegründet worden. Deshalb hätte es das Recht, jetzt das Hall oder Jobel oder Erlassjahr zu feiern. Im Erlassjahr, das im dritten Buch Mose, Kapitel 25, beschrieben ist, können Sie lesen, dass alle Dinge in Ordnung kommen sollen. Alle, die als Sklaven verkauft worden sind, werden frei, und alles Land soll zum ursprünglichen Besitzer zurückkommen.
Israel ist weit entfernt vom Jubeljahr. Es steht noch mittendrin in schweren Auseinandersetzungen. Aber diese Auseinandersetzungen haben gewirkt wie die Pflugschar Gottes bei den Israelis und bei den Moslems. Und so dürfen wir sehen und bezeugen, dass heute immer mehr einzelne Juden zu Jesus kommen. Man sagt von 3000, andere sagen mehr, andere weniger, die sich in vielleicht 30 Hauskreisen oder Gemeinden versammeln.
Und bei den Moslems ist es ähnlich. Dort haben diese ganzen Erschütterungen, die der Nahe Osten durchmacht, bewirkt, dass manche fragend geworden sind oder frustriert vom Islam und Jesus gefunden haben. Das sind auch Dutzende und Hunderte oder, wenn man auf die arabische Welt blickt, einige Tausende. Und das ist die Botschaft, die wir haben: Wo früher alles verschlossen war, sind heute Herzen und Türen offen. Keine grosse Sache, einzelne.
Ich denke an Aschkelon. Dort lebt eine messianische Jüdin, die Jesus dienen will. Besonders unter den 60 Juden, die aus Russland eingewandert sind. Sie möchte eine Teestube aufmachen, um sie hereinzubringen und zu Jesus zu führen. Sie hat niemand und nichts, aber ihre Treue und Liebe und wie sie von Haus zu Haus geht, hat mich beeindruckt. Eine einzelne kleine Frau in Aschkelon braucht Ihre Fürbitte.
Oder ich denke an die Moslems in Nablus. Ich habe jetzt gerade gestern erfahren, dass einer unserer Mitarbeiter gebeten wurde, dort einem öffentlichen Gespräch beizuwohnen und Stellung zu nehmen. Als er ankam, war das die Universität der juristischen Abteilung des Islams, wo der Chef der Universität zwei Stunden lang einen Vortrag hielt, um zu beweisen, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben sei. Und dann sagt unser Mann: So, jetzt kriegen Sie auch zwei Stunden, um zu beweisen, ob das stimmt oder nicht.
Nun, er hatte natürlich früher schon in dieser Frage gearbeitet, und er hat versucht, zwei Stunden lang vor tausend Zuhörern zu sagen, dass Jesus tatsächlich gestorben ist und die Sünde der Welt weggetragen hat. Niemand hat ihn unterbrochen. Er konnte sagen, was er wollte, und ging hinaus. Er hatte nur keine Bücher und keine Schriften zur Verfügung, und das soll nachgeliefert werden.
So gibt es Aufbrüche. Wir wollen Jesus dafür danken, dass wir auch in der schwierigen Situation des Nahen Ostens viel Grund zum Danken und zum Jubeln haben. Deshalb ist das trotz allem ein Jubeljahr.
Das Siegen des Glaubens und die Spannung zwischen Welt und Auferstehung
Wir singen noch einmal ein Osterlied. Es geht um das Siegen, darum, dass wir über die vielen Hindernisse hinwegkommen: 114 Wach auf, mein Herz, die Nacht ist.
Zuerst den ersten und den dritten Vers, dann sage ich, wie wir weitersingen. Die Frauen jetzt Vers vier und die Männer dann Vers sieben. Frauen Vers vier, Männer Vers sieben.
Bevor wir die zwei weiteren Verse singen, möchte ich noch einmal erklären, warum mir die Choräle so wichtig sind. Denn darin werden biblische Linien aufgenommen, und die ganze Kraft des Evangeliums kommt zum Tragen. In der Kraft der Auferstehung Jesu sollen wir das jetzt umsetzen in ein neues Leben. Es tut einem nur leid, was man da überschlagen hat, Vers 6: Der Löwe aus dem Stamm Juda, uraltes Prophetensymbol, schon zurückgehend ganz ins Alte Testament hinein. So soll die Kraft in deinem Leben heute sein.
Wir singen jetzt miteinander die Verse acht und neun: Scheu weder Teufel, Welt noch Tod noch gar der Hölle Rachen.
1. Johannes 5,1-5. Das ist Seite zweihundertachtundsechzig in Ihren Bibeln, in Ihren Reihen.
1. Johannes 5,1-5
Wir hatten gerade in dem Lied das Wort überwinden. Man könnte denken, dass manche jungen Leute bei der schnellen Entwicklung, die die Sprache in unserer Zeit macht, nicht mehr wissen, was überwinden ist. Das heißt siegen. Du sollst siegen. Und auch hier kommt dieses Wort vom Überwinden, von der sieghaften Kraft des Glaubens.
Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der verheißene Messias, der ist von Gott geboren. Das Kennzeichen der Christen ist, Christus als Gottes Sohn kennen und lieben. Und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.
Es ist ein ganz einfacher Test, ob unsere Liebe zu Gott stimmt, ob wir im Einklang mit den Ordnungen Gottes leben. Das ist nicht alttestamentlich, sondern neutestamentlich. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt. Und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt besiegt hat oder überwunden hat. Wer ist es aber, der diese Welt besiegt oder überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist.
Die Welt als Schöpfung, Bedrohung und Verführung
Wir haben als junge Leute gerne das Lied gesungen: Wie ist die Welt so groß und weit und voller Sonnenschein. In diesen Frühlingstagen, auch wenn es regnet, ist es doch immer wieder überwältigend schön, die Herrlichkeit der Schöpfung Gottes zu sehen. Was hat Gott da hingelegt an wunderbaren Geheimnissen seiner Schöpfung. Man steht staunend davor.
Welt, das ist aber auch ein faszinierendes Wort. Welt, wenn wir das Wort hören, an was denken Sie? An das Weltall, den Flug der Astronauten, die Welt der Kunst, die Welt der Technik, die Welt der Motoren? Oder an was denken Sie, wenn Sie Welt hören? Weltwirtschaftskrise, neue Weltordnung, Weltanschauung, Hunger der Welt, Überbevölkerung der Welt. Diese wunderbare Welt, die Gott geschaffen hat, kann ja Ängste auslösen, unheimliche Ängste, bedrängende Ängste.
Da macht man es sich manchmal ganz leicht und sagt: Die Politiker haben das alles nicht im Griff. Ja, sagen Sie, wer hat es denn eigentlich im Griff? Glauben Sie, die Wissenschaftler hätten das im Griff, die Forscher, die Techniker? Die wunderbare Welt Gottes, die ist gewaltig. Sie fasziniert uns immer wieder. Sie hat auf uns alle immer wieder einen zauberhaften Sog ausgeübt.
Ich will es mal erklären an dem Heerführer Alexander, wie der loszog, die Welt zu erobern. Es sind ja schon viele vor ihm gewesen, von den Pharaonen im Zweistromland, und dann kamen die Römer, und dann kamen die Mongolen. Und alle waren fasziniert: Die Welt muss man gewinnen. Das steckt uns allen im Blut. Wir wollen möglichst viel von der Welt haben.
Und dann kamen die Großen wie Napoleon, Hitler und Stalin. Wer hat eigentlich die Welt gewonnen, wer hat die Welt beherrscht? Die Welt hat alle über den Tisch gezogen, und alle waren am Ende die Besiegten.
Bei Welt denke ich aber auch an meine kleine Welt, in der ich lebe, meine Umwelt. Morgens, wenn ich aufwache, heißt es gleich: Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon aufgewacht? Dann fällt ja wieder alles über uns herein. Dann denken wir: Wie soll ich das jetzt heute alles bewältigen? Und wie kriege ich das denn hin? Da sind so viele Probleme, das sind Nöte. Und wie soll ich denn das schaffen, ich mit meiner kleinen Kraft? Ich sehe all die Schwierigkeiten meiner Welt. Wie soll ich denn das bewältigen?
Und dann haben wir solch ein Wort heute hier im Gottesdienst. Ich verstehe, wenn Leute spotten und höhnen. Die haben allen Grund dazu. So großmäulig darf keiner reden! Unser Glaube ist der Sieg, der diese Welt überwunden hat.
Ja, seid ihr noch überhaupt ernst zu nehmen, ihr Apostel? Was erzählt ihr denn da? Ihr Christen, was wollt ihr denn? Wie kann ein sterblicher Mensch so etwas sagen? Ich möchte das einfach deshalb sagen, weil manche meinen, ich nehme Sie mit Ihren Zweifeln nicht ernst. Ich nehme Sie mit Ihren Zweifeln sehr ernst. Nur wissen Sie: Da, wo Sie oft mit Ihren Zweifeln einhaken, das ist vielleicht gar nicht der springende Punkt.
An so einem Wort muss man sagen: Die Christen sind verrückte Leute. Das geht doch überhaupt nicht. Das sind ja die schlimmsten Schwindler, die je über die Welt gelaufen sind, wenn dann einer aufsteht und sagen will: Unser Glaube ist der Sieg, der diese Welt in ihrer ganzen Ausdehnung mit all ihren Bedrohungen und Ängsten überwunden und besiegt hat. Wie kann man denn so reden?
Und gucken Sie doch mal die Christen ganz genau an. Wie war denn das schon mit diesen Christen, die damals am Ostermorgen ganz in der Nähe waren, die ersten Zeugen des auferstandenen Jesus? Da wird ja darauf angespielt mit diesem Wort, dass der Sieg Jesu durch die Auferstehung errungen wäre, über das, was uns in dieser Welt auch bedrängen mag.
Frust, Auferstehung und die tragende Hand Jesu
Wir finden sie wenige Tage später wieder zurückgekehrt an ihren Arbeitsplatz am See Genezareth. Dann werfen sie die Netze aus. Sie warten, bis es dunkel wird; man kann nur im Dunkeln richtig fischen. Sie werfen das Netz aus, dann ziehen sie es ein, und es ist leer. Dann werfen sie es wieder aus, und sie ziehen es wieder ein, und es ist wieder leer. Und dann werfen sie es wieder aus.
Ich weiß nicht, wie oft das in dieser Nacht ging. Es wird elf Uhr, es wird zwölf Uhr, der Mond steht am Himmel, es ist kalt, sie sind nass. Und als der Morgen dämmert, rudern sie langsam zum Ufer, frustriert, so wie wir: müde, abgekämpft, enttäuscht.
So ein Gegensatz, wie wir ihn tagtäglich in unserer Lebenserfahrung haben. Und dann steht plötzlich da in Johannes 21: Als es Morgen war, stand Jesus am Ufer. „Kindlein, habt ihr nichts zu essen?“ Und dann löst Jesus alle Nöte.
Wissen Sie, was unser Glaube ist, der die Welt überwindet? Mein Glaube ist ganz schwach. Wie eine rußige, flackernde Flamme, die am Verlöschen ist, so ist mein Glaube. Das Einzige, was meinen Glauben groß macht, ist, dass ich diese Hand Jesu packen darf, die Hand des auferstandenen Jesus, der mich nicht loslässt, der die Welt überwunden hat, der Sieger über Tod, Hölle, Teufel und alle Not ist. Der ist der Herr. Da ist unser Glaube der Sieg, der die Welt überwunden hat.
Da wird eine Spannung aufgerissen, das muss ich einmal erklären. Da wird eine Spannung sichtbar, ein Gegensatz. Welt, wir sprachen am Anfang davon: Das ist ja immer wieder auch diese Frühlingswelt, wenn wir verreisen, wenn wir uns freuen an der Welt. Ich habe das ernst gemeint: Sie sollten sich noch viel mehr freuen an der Schöpfung Gottes. Wir wollen ja dazu sagen, im herrlichen Flieder, in den Sträußen, was es ist, an Essen und Trinken, an Gaben, an der Lebenskraft, an den Kindern, die singen, an so unendlich vielem, was uns Gott gibt.
Aber auf einmal erkennen wir auch die Welt in ihrer unheimlichen Gestalt. Nämlich: Es ist eine Welt, die sich gegen Gott aufgebäumt hat und von Gott losgerissen hat. Von den ersten Tagen der Schöpfung an, unter dem führenden Einfluss der Menschen, unserer Führung, hat sich diese Welt von Gott losgerissen und behauptet sich ohne Gott und gegen Gott. Es ist ganz interessant, was die Bibel schon von den ersten Menschen sagt. Das geht noch hinter Noah zurück, hinter die Sintflut, zu den ersten Menschen.
Und wir Menschen, wir machen uns oft mit dieser Welt eine Festung gegen Gott. Wenn Gott zu uns redet und unser Gewissen aufwühlt, dann sagen wir: Wo ist denn Gott? Und wir wollen ihn ja nur da haben, in dieser sichtbaren Welt. Und Gott legt über diese sichtbare Welt das Sterben, das Vergehen. Diese Welt vergeht. Alles, was man sehen und betasten kann, vergeht, hat keinen Bestand und ist nicht bleibend.
Und diese Welt übt einen ungeheuren Terror aus. Sie wissen das, Sie haben das erlebt. Schon unsere jungen Leute merken das: In der Schulklasse fängt das an. Wenn du nicht mitmachst, dann machen wir heute so. Heute leben wir nach unseren Gesetzen, wir haben unsere Vorstellungen. Und wenn sie sagen: Aber Gott hat ganz andere Lebensordnungen, dann werden sie noch ausgelacht. Die Welt ist stark, die Welt unterjocht, die Welt will alles gleichschalten gegen Gott.
Diese schöne, herrlich geschaffene Welt bleibt eine Welt Gottes, eine von Gott geliebte Welt. Aber sie ist hineingerissen in Aufruhr gegen Gott. Und das ist zuerst so, dass dort Gesetze und Ordnungen gelten, die mit den Ordnungen Gottes im Streit liegen, zu allen Zeiten. In der Welt herrscht Sünde, in der Welt herrscht Gottlosigkeit, in der Welt herrscht Empörung gegen Gott.
Und Sie kennen auch die Welt von der ganz anderen Seite. Die Welt kann uns Druck ausüben und sagen: Du darfst da deinen Mund nicht aufmachen, von Christus reden, das will die Welt nicht hören. Das Dümmste, was man als Christ machen kann, ist das, was heute so viele machen, dass man sagt: Ich möchte mich als Christ an diese Welt anpassen oder mein Evangelium an die Welt anpassen. Damit rauben sie dem Evangelium seine Kraft. Denn da ist ein Terror. Da wird das nicht geduldet. Zu allem ist die Welt tolerant, zum größten Schmutz und größten Dreck, aber nicht zur Stimme der Wahrheit.
Und dann kommt die Welt noch anders: Sie will mich bezirzen, verführen. Die Lust der Welt, davon spricht die Bibel schon. Die Welt vergeht mit ihrer Lust. Das ist eigentlich das schlimmste Verführungsmittel. Alle Menschen, die von Gott weggezogen wurden, wurden von der Welt geködert mit der Lust. Nicht dass Gott gegen Lust ist, sondern nur: woran haben Sie Ihre Lust? Das ist die Frage. Haben Sie Ihre Lust am Herrn? Der würde geben, was Ihr Herz wünscht. Ist Ihr Leben nur erfüllt von vergänglicher Lust und von vergänglichen Dingen, oder haben Sie mehr? Wo Ihr Herz hängt?
Aber dann kommt es noch schlimmer. Die Welt kann uns unheimlich schockieren, und ich habe viele Menschen getroffen, die sagen: Ich will nicht mehr leben, die Welt ist mir unheimlich. Und sie sind nicht bloß lebenssatt, sondern sie haben die Welt von der grausamsten Seite erlebt.
Ich denke an einen Vater, den ich einmal hörte, wie er über dieses Wort hier sprach: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Und die Zuhörer wussten nicht, was ich wusste, dass wenige Wochen vorher dieser Vater etwas Schreckliches erlebt hatte.
Wir waren zusammen bei einem Dienst in Nordhessen, und sein 14-jähriger Sohn war noch so fröhlich dabei. Wenige Wochen später war der Junge ins Freibad gegangen, abends halb zehn. Der Junge ist nicht da. Der Vater fragt: Wo ist er denn? Der war doch sonst immer pünktlich. Er geht zum Freibad, vielleicht ist er noch irgendwo bei Freunden. Vor dem Freibad, auf der Straße, sieht er Blaulicht, und viele Menschen und Autos stehen dort. Er denkt natürlich nichts. Der war ja mit dem Fahrrad unterwegs und war ja zum Freibad gegangen. Aber im Freibad ist er nicht.
Dann geht er hinaus, dann hört er, dass draußen ein Sportwagen verunglückt ist. Und da sei ein junger Kerl drin gesessen, aber mit so maßlosen Geschwindigkeiten. Amerikaner war der gefahren. Der hatte junge Leute eingeladen und sie ums Freibad herumgefahren, auf der großen Landstraße außen. Die jungen Leute waren begeistert, jeder wollte mal mitfahren. Da hat sich der Wagen überschlagen und hat dem jungen Kerl alles abgerissen. Bis zum Gürtel war nichts mehr da. Ich habe meinen Sohn an der Badehose nur noch erkannt.
Da stand dieser Mann da und sprach über dieses Wort: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Selbst die schlimmsten Leiden und Schrecken dieser Welt, alle unheimlichen Erlebnisse, von denen manchmal Menschen sagen: Warum ist Gott da, der das zulässt? Alles, was die Welt mir an Schrecken antun kann, ist aufgehoben im Sieg des auferstandenen Jesus, der mich trägt durch diese kurze Zeit meines irdischen Lebens, bis ich ihn schauen darf von Angesicht zu Angesicht.
Die Kraft des Auferstandenen im Alltag und in der Verfolgung
Ich habe vorhin gesagt, die Choräle sind so großartig. Wenn Sie solche Choräle in der Bibel anschauen, was da manchmal drinsteht! Wir haben das neulich gesungen: Tobe, Welt, und springe. Du kannst mir Angst machen, wie du willst, ich stehe hier und singe in ganz sicherer Ruh. Gottes Macht hält mich in Acht, Erd und Abgrund muss verstummen, ob sie noch so brummen. Bin doch geborgen in dir, was sollte noch geschehen können? Krieg und Kriegsgeschrei, Unrecht und Gewalt in der Welt. Ihr habt Angst, so hat es doch Jesus angekündigt. Angst, die dir die Luft zum Atmen raubt, aber sei getrost, sei mutig: Ich habe diese Welt überwunden. Christus hat gesiegt, er ist stärker als alles, was mich bedrängen und bewegen mag. Leg deine Hand in die starke Hand Jesu!
Jetzt eine Frage an Sie: Wo stehst du jetzt? Wo stehst du jetzt?
Die Paulusbriefe, die haben ja manchmal hinten solche Randbemerkungen, so kleine Notizen. Da geht es um den liegen gelassenen Mantel oder um Probleme beim Essen, mit dem Magen, beim Timotheus oder sowas, Speiseratschläge. Da kommt zweimal ein Gruß eines treuen Mitarbeiters von Paulus. Es war ein Mann, der dem Paulus viele Lasten abnahm, und das ist schön, wenn man solche Freunde zur Seite hat. Er hieß Demas.
Aber dann gibt es in einem Paulusbrief eine kurze Sache, und man spürt direkt, wie Paulus das mit einer ganz großen Traurigkeit geschrieben hat: Demas hat mich verlassen und diese Welt liebgewonnen.
Dann war das bei diesen ersten Christen auch schon so eine Spannung wie bei uns: Soll ich Jesus nachfolgen, oder soll ich mit der großen Masse Menschen leben, so wie es eben diese Welt ist? Geld machen, Karriere, Ehre, Ruhm. Was ist man? Das ist ja nicht böse, aber meine Berufung verlieren, die Gott in mein Leben hineingegeben hat? Diese Welt will binden, gefangen nehmen, und wer das spürt, das spüren Sie am besten. Sie sind in einen täglichen Kampf hineingestellt: Was will Jesus von mir, und was wollen die Menschen von mir, und was will die Welt von mir? Wo werde ich hineingebunden in eine Welt, die doch vergeht?
Wir leben als Christen mitten in der Welt, und mit beiden Füßen stehen wir in der Welt, aber wir sollen nicht von der Welt sein, nicht von der Art dieser Welt. Da geht es an mit den Lebensordnungen Gottes. Es fällt uns manchmal so schwer, den Weg mit Jesus zu gehen. Wie kann ich dann in den Versuchungen und in den Ängsten gewinnen?
Die Welt ist wie ein Chamäleon, sie kann ihr Äußeres verändern, mal so, mal so. Und plötzlich ist unser Leben noch hineingebunden in diese irdischen Abläufe, und wir haben diese Linien nicht mehr im Blick. Blick auf Jesus, denn auferstanden ist alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt.
Wie kann man denn siegen, woher hat man denn die Kraft? Keiner von uns hat die Kraft. In jeder Versuchung sind wir hoffnungslos unterlegen. Wir lassen uns so leicht blenden durch die irdischen Dinge, unsere Augen verführen uns, und es gibt in unserem Leben so viele törichte Entscheidungen, weil wir nur vom Äußeren urteilen, weil wir sie nicht geistlich beurteilen.
Darum ist es so wichtig, dass wir neugeborene Leute sind. Jetzt hatten wir es ein paarmal nach diesen Ostertagen mit dieser Neugeburt. Wie wird man neugeboren? Durch den Heiligen Geist, nicht in der Taufe. Es geht nicht mit dem Wasser. Viele Leute sind getauft, aber nicht neugeboren. Neugeboren sind sie nur, wenn der Geist Gottes ihr ganzes Wesen verändert hat, wenn der Geist Gottes überhaupt bei ihnen Raum hat, sodass ihr Denken, ihr Empfinden, ihr Wesen anders wird, neu wird, sodass der Geist Gottes sie durchdringt.
Neugeboren. Da hat ja Jesus mit dem Professor der Schriftauslegung, mit Nikodemus, in der Nacht lange gesprochen, weil das ein Thema ist, um das man ringen muss. Bist du neugeboren, von neuem, ein neuer Mensch, durch Gottes Geist ein veränderter Mensch, sodass sich die Welt nicht mehr locken kann mit ihren Versuchungen, mit ihrem Druck?
Das ist heute anders. Wir leben heute in einer Ordnung, wo man eben nicht mehr so nach den Worten Gottes lebt. Du lebe du nur mit Blick auf den auferstandenen Jesus. Überwinde die Welt, besiege die Welt! Lass dich doch nicht wegen ein paar irdischer Dinge abhalten, das Ziel zu gewinnen! Fang jetzt mit dem großartigen Siegen an! Jetzt siegen Sie mal, wenn die Versuchungen kommen. Und packen Sie Ihr Leben, das Gott Ihnen gibt, damit Sie darin etwas für sein Gottesreich machen, für seine Gottesherrschaft, etwas Bleibendes, Großes, das Sie sich nicht von vergänglichen Genüssen treiben lassen.
Im Hebräerbrief ist das so groß beschrieben, dass das das Entscheidende war, bei Abraham oder bei Mose. Der wollte nicht zeitliche Genüsse haben, er wollte nicht den Reichtum Ägyptens haben. Er achtete das als Schaden, er wollte lieber Schmach leiden im Volk Gottes, aber er wollte diesem Ruf Gottes folgen.
Ist es nicht erschreckend, wie weit wir vom Evangelium weggekommen sind, mit unseren Lebenszielen, und das verloren haben, diesen Glauben, von dem wir zunächst gesagt haben: So kann ja gar keiner sprechen. Doch, so muss man sprechen. Unser Glaube, das ist eigentlich nur so wie eine Türklinke. Unser Glaube ist nur das: Ich fasse nur die Hand Jesu, mehr ist mein Glaube nicht. Aber da erlebe ich diese überwindende Kraft, die meinem Leben solche Weite, solche Stärke gibt, damit ich etwas Großes tun kann, weil der Auferstandene durch mich hindurch wirkt.
Zeugnisse aus Äthiopien und die Wirklichkeit des Sieges im Leiden
Wir hatten in den letzten Tagen zwei Kirchenführer aus Äthiopien hier. Und die haben das wieder so erzählt. Das ist ja faszinierend. Ich hatte Ihnen früher schon erzählt, wie vor knapp 70 Jahren überhaupt erst die ersten Missionare nach Äthiopien einreisen durften. Und dann waren sie nur wenige Jahre dort.
Es gab nur 40 Gläubige im Süden, in der Provinz Woleita. Dann ist Mussolini 1936 einmarschiert und hat alle Christen blutig verfolgt. Und dann hat er diese Christen dort unten in der Südprovinz gefangen genommen, diese italienische Armee, und hat sie auspeitschen lassen, mit 40 Peitschenschlägen auf dem Rücken, auf dem Marktplatz hingelegt, so erzählten mir die Äthiopier. Das Blut lief herunter.
Dann sagten sie: So, jetzt sperren wir dich ins Gefängnis. Und dann sagt der eine nur: Tu das nur, wenn ich im Gefängnis ankomme, dann ist mein Herr Jesus auch schon da.
Und das gibt eine ganz reiche Zeit. Dort standen Tausende von Menschen herum. Was ist das? Was ist das für eine Kraft und was für eine Macht? Als nach dem Krieg die ersten Missionare zurückkamen, waren aus den 40 Christen, die ins Gefängnis gekommen sind, 10 geworden, ohne dass ein Missionar da war. Und in 17 Jahren kommunistischem Terror, wo Tausende von Äthiopiern jetzt als Christen im Gefängnis waren, ist genau das Gleiche noch einmal passiert.
Weil unser Glaube, dieser packende, auferstandene Jesus, eine solch wunderbare, erfahrbare Macht ist, dass er als der Auferstandene durch dich und durch die Welt überwindet. Was ist es bei ihm? Ist es Angst, ist es Sorgennot, ist es Krankheitsnot? Ich las von einem jungen Mann mit Multiple Sklerose. Die Mutter liest ihm jeden Abend einen Abschnitt aus der Bibel vor, und der junge Mann sagt: Wo, Mutter, wo ist das denn wahr, wenn ich das tragen muss mit meinen jungen Jahren? Nach acht Jahren liest sie weiter, und sie kommt an eine Stelle vom Frieden Gottes. Dann sagt er: Amen. Und der Mutter laufen die Tränen herunter, weil da einer den Sieg Jesu begriffen hat über das, was uns bedrängt.
Sind es Versuchungen bei uns, törichte Dinge, wo wir diese Welt lieb gewinnen und darüber unsere ewige Heimat verlieren? Sie sollen in diesem Glauben stehen, und der auferstandene Jesus will das bei Ihnen tun. Er segnet Sie dazu. Amen!
Schlussgebet, Vaterunser und Segen
Und nun singen wir noch einmal vom Osterlied 112: Auf, auf, mein Herz, mit Freuden! Wir singen die Verse 3 bis 6.
Herr Jesus Christus, wir schämen uns, weil unser Glaube sich so schnell umwerfen lässt von jedem Schrecken, von jeder Anfechtung, von jeder Versuchung. Und da musst du uns so festmachen in deinem Sieg, dass wir wirklich den Tod verspotten können und die Welt mit ihren Angeboten. Und dass wir fröhlich unsere Straße ziehen auf deine große Ewigkeit.
Denn wir wissen nicht, wann du uns heimholst. Hilf uns, Herr, dass wir jeden Tag und jede Stunde nutzen, in deinem Dienst, auch in den ganz praktischen Bezügen, in denen wir leben, in deinem Auftrag. Dass wir deine Kinder sind und uns nicht anpassen an diese Welt und ihre ganze Art, sondern dass wir alles, was du uns gibst, gefangen nehmen unter deinen Gehorsam. Auch die Gaben, die du uns schenkst, auch die äußere Versorgung, auch den Wohlstand und das Geld. Herr, bewahre uns davor, dass wir nicht abhängig werden von den Dingen.
Und gib uns heute auch einen weiten Blick hinein in dein Reich, das du baust, auch gerade dort im Nahen Osten, und dass wir teilhaben an deiner Heilsgeschichte, wie du dein herrliches Werk vollenden wirst.
Lasst uns gemeinsam beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigen.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Nehmen Sie noch einmal bitte einen Augenblick Platz um den Segen des Herrn.
Herr, segne uns und behüte uns.
Herr, lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Herr, erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns deinen Frieden.

