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Echte Schafe glauben – Teil 2

Jesu Leben und Lehre, Teil 537/697
06.03.2025Johannes 6,45
SERIE - Teil 537 / 697Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 536: Echte Schafe glauben – Teil 2.

Einführung in das Thema: Jesus als guter Hirte und die Schafe

Die Juden fragen Jesus, ob er der Messias sei. Jesus antwortet, dass sie ihm ohnehin nicht glauben, weil sie nicht zu seinen Schafen gehören. Dieses Motiv kennen wir bereits aus den Episoden 465 und 466.

In Johannes 10,2-5 heißt es: Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe; diesem öffnet der Türhüter. Die Schafe hören seine Stimme, und er ruft die eigenen Schafe mit Namen und führt sie heraus. Wenn er alle seine Schafe herausgebracht hat, geht er vor ihnen her. Die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. Einem Fremden aber folgen sie nicht, sondern fliehen vor ihm, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.

Die Schafe sind hier ein Bild für den gläubigen Überrest Israels. Sie hören und erkennen die Stimme ihres Hirten, also des Messias. Wer sich also schwer damit tut, Jesus als den Christus zu erkennen, zeigt damit, dass er selbst nicht zum Überrest gehört.

 Johannes 10,26: Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen.

Jesu Warnung und die Einladung an die Juden

Wie ich euch gesagt habe: Was Jesus hier formuliert, ist eine Warnung an seine Zuhörer. Sie denken, das Problem läge auf der Seite Jesu. Dieser Rabbi aus Nazaret drücke sich nicht klar genug aus, man wisse gar nicht, woran man bei ihm sei.

Das ist falsch! Der gute Hirte ruft. Er ruft all jene, die seine Stimme erkennen. Und das sind wiederum die Menschen, die bereits zum Vater gehören.

Lasst uns bei diesem Text bitte die Besonderheit der Situation nicht übersehen. Das passiert leicht bei Johannistexten, weil sie etwas bildhafter und, ich möchte sagen, philosophischer formuliert sind. Jesus spricht hier eine Einladung an Juden aus – und zwar eine Einladung dazu, ein Teil der Ekklesia des Messias zu werden.

Der gute Hirte ist dabei, eine neue Herde aus Juden und Heiden zusammenzustellen. Die Frage im Raum lautet: Wer von den Juden ist dabei? Wer ist ein Schaf in dieser neuen Herde? Die Antwort lautet: Wer auf den Ruf Jesu reagiert und wer, salopp gesprochen, vom Vater an den Sohn durchgereicht wird.

Deshalb heißt es in Johannes 6,37: „Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen. Und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen.“

Die Lehre Gottes und die Kinder Jerusalems

Und wenn Jesus diejenigen beschreibt, die der Vater ihm gibt und die zum Sohn kommen, dann sagt er in Johannes 6,45: „Es steht in den Propheten geschrieben: Sie werden alle von Gott gelehrt sein. Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.“

Vielleicht lohnt es sich, diese Stelle, die ich bereits in Episode 340 kurz angesprochen habe, noch einmal genauer zu betrachten. Das Zitat „Und sie werden alle von Gott gelehrt sein“ stammt aus Jesaja 54. Jesaja 54,13 lautet: „Und alle deine Kinder werden vom Herrn gelehrt sein, und der Friede deiner Kinder wird groß sein.“

Die Frage ist: Wer sind die „Kinder“ hier im Originaltext? Die Antwort lautet: Es sind die Kinder einer Stadt, genauer gesagt einer Stadt, die in Ehren kommt. Jesaja 54,11-12 sagt: „Du Elende, Sturmbewegte, Ungetröstete, siehe, ich lege deine Steine in Hartmörtel und lege deine Grundmauern mit Saphiren. Ich mache deine Zinnen aus Rubinen, deine Tore aus Karfunkeln und deine ganze Einfassung aus Edelsteinen.“

Das klingt zunächst vielleicht merkwürdig: Kinder einer Stadt? Doch Paulus hilft uns weiter, wenn er Jesaja 54 im Galaterbrief zitiert. Galater 4,26-27 sagt: „Das Jerusalem droben aber ist frei, und das ist unsere Mutter; denn es steht geschrieben.“ Und das ist nun Jesaja 54,1: „Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, brich in Jubel aus und rufe laut, du, die du keine Geburtswehen leidest! Denn viele sind die Kinder der Einsamen, mehr als die derjenigen, die einen Mann hat.“

Das himmlische Jerusalem als Bild für die Gläubigen

Es geht um den Teil, in dem Paulus sagt: „Das Jerusalem droben aber ist frei, und das ist unsere Mutter.“ Mit den Kindern aus Jesaja 54 sind wir gemeint, die wir Teil des neuen Bundes sind und zur Herde Christi gehören.

Eine Stadt kann Kinder bekommen, weil Jerusalem als Stadt im Alten Testament gleichzeitig bildhaft für ein Prinzip steht, das sich im neuen Bund erfüllt. Jerusalem als Stadt ist der Ort, an dem man Gott begegnen konnte. Dort stand der Tempel, dort fanden die Feste statt, und dort ging man hin, um zu opfern.

 Jesaja 54 beschreibt, wie das Jerusalem des alten Bundes, also die Stadt aus Steinen, im neuen Bund ein konzeptionelles Gegenstück findet. Der alte Bund ist in vielerlei Hinsicht ein irdisches Vorbild für eine geistliche Realität, die sich im neuen Bund erfüllt. So steht die Stadt Jerusalem für das himmlische Jerusalem, das Paulus in Galater 4,26 das „Jerusalem droben“ nennt.

„Droben“ oder „himmlisch“ bedeutet, dass es eben nicht irdisch ist. Den Gläubigen des neuen Bundes kann man zusprechen, was in Hebräer 12,22 steht: „Sondern ihr seid gekommen zum Berg Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem.“ Mit der Bekehrung sind sie in das himmlische Jerusalem eingezogen.

Dabei ist zu beachten: Nicht in eine Stadt, sondern in das, wofür diese Stadt steht. So wie Jerusalem auf der Erde der Ort war, an dem man Gott begegnen konnte, ist das himmlische Jerusalem eine Bezeichnung für die Qualität der Beziehung, die wir durch das Kreuz und die Auferstehung Jesu im neuen Bund als Gläubige zu Gott haben.

Das, was ich eben über Jerusalem sagte, kann man genauso über den Berg Zion sagen, der ein Synonym für die Stadt Jerusalem ist.

Die Verheißung des Neuen Bundes und die Bedeutung der Schafe

Nun verstehen wir, wie eine Stadt Kinder bekommt. Jesaja 54 ist eine Verheißung auf den Neuen Bund. Deshalb spricht das Kapitel von Gott als dem Erlöser Israels, von einem ewigen Friedensbund und davon, dass kein Gegner diese Stadt jemals einnehmen kann, weil sie auf Gerechtigkeit gegründet ist.

Eine Stadt kann Kinder bekommen, wenn sie konzeptionell für die absolut außergewöhnliche Beziehung zu Gott steht, in die man durch den Glauben an Jesus eintritt. Die Kinder sind dabei die Einwohner. Die Kinder des himmlischen Jerusalems sind die Gläubigen des neuen Bundes.

Nun verstehen wir auch Johannes 6,45: „Es steht in den Propheten geschrieben: Und sie werden alle von Gott gelehrt sein. Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.“

Diejenigen, die vom Vater gehört und gelernt haben und zu Jesus kommen, sind anfänglich der Überrest Israels. Wer auf die Stimme des Vaters hört und von ihm lernt, ist jemand, der Buße tut und gerecht lebt. Es handelt sich um gottvatergläubige Israeliten, bei denen der Vater selbst dafür sorgt, dass sie die Stimme des Messias erkennen.

Deshalb kann Jesus im Umkehrschluss im Blick auf die Juden, die ihn trotz aller Beweise ständig hinterfragen, sagen: „Johannes 10,26: Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe.“

Schlusswort und Segenswunsch

Was könntest du jetzt tun? Freue dich über deinen Wohnsitz im neuen Jerusalem, also über deine Beziehung zu Gott.

Das war's für heute. Du suchst das Skript? Es ist in der App und auf www.frogwords.de.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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