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JAHRESLOSUNG 2022 & Laodizea

Sendschreiben der Offenbarung des Johannes (einfach erklärt)
01.01.2022

Ein frohes neues Jahr wünsche ich dir. Dies ist ein christlicher Kanal, und wenn du möchtest, lade ich dich ein, zu Beginn dieses neuen Jahres eine provokative Frage an dich selbst zu stellen: Sind du und ich eigentlich christlich? Wissen wir noch, was das ausmacht? Und hat Jesus dazu etwas zu sagen?

Um Nachfolge zu verstehen, mach dich Hashtag Bibelfit. Ich bin Markus Voss, und hier machen wir drei Dinge. Wir tauchen tiefer in die Bibel ein. Wir überlegen, wie du und ich Jesus im modernen Alltag nachfolgen können. Außerdem beantworten wir taffe Fragen, die die Gesellschaft uns Christen stellt.

Zu alldem gibt es Dutzende kostenfreie Tools. Es gibt Hörbücher, Online-Kurse, Tageschallenges und praktische Alltagsgegenstände, die du dir auf der Website gratis mitnehmen kannst.

Zur Transparenz: Finanziert wird all das hier durch kleine monatliche Spenden von Menschen wie dir und mir aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist sehr hilfreich, weil dieses Projekt langsam Fahrt aufnimmt.

Einführung in die Videoreihe über die Sieben Sendschreiben der Offenbarung

Und damit willkommen zur neuen Videoreihe über die sieben Sendschreiben der Offenbarung. In sieben Videos schauen wir uns die sieben Sendschreiben der Offenbarung an, jeweils freitagnachmittags ein Video. Dabei erkläre ich jedes Sendschreiben am Urtext so bibeltreu wie möglich und zeige, was du und ich daraus lernen können und praktisch für unser Glaubensleben als Christen umsetzen können.

Zum Hintergrund: Das finale und letzte Buch der Bibel ist die sogenannte Offenbarung. Die Offenbarung besteht aus zwei großen Teilen. Kapitel 1 bis 3 enthalten die Einleitung, die Charakterisierung und eben diese Sendschreiben. Kapitel 4 bis 22 enthalten Prophezeiungen, die viel Bibelkenntnis voraussetzen. In ihnen geht es um die Zukunft, die letzten Jahre menschlicher Zivilisation, ein kommendes Friedensreich sowie das jüngste Gericht mit der Hölle und die Ewigkeit.

Die Sendschreiben sind kurze, prägnante Briefe, die der auferstandene Jesus diktiert hat. Sie sollten an christliche Gemeinden in der heutigen Türkei geschickt werden, von den beiden Metropolen Ephesus und Pergamon bis hin zu den kleineren Städten. Fast jedes dieser Sendschreiben enthält, dass Jesus die jeweilige Gemeinde für etwas lobt, für etwas kritisiert und ihnen eine Aufgabe gibt.

Historisch spricht einiges dafür, dass diese Sendschreiben als tatsächliche Briefe an die Leiter der sieben Gemeinden übergeben und dort öffentlich verlesen wurden.

Spannender ist jedoch, dass diese sieben Sendschreiben schnell und weit außerhalb der ursprünglichen sieben Gemeinden verteilt, regelmäßig gelesen und weiterverbreitet wurden. Zusammen mit dem allgemeinen, tiefgründigen Charakter der Offenbarung legt das nahe, dass es unter der Oberfläche um weitaus mehr geht als nur um Arbeitszeugnisse für türkische Frühkirchen.

Die sieben Sendschreiben als Spiegel für verschiedene Gemeindementalitäten

Im Laufe der Jahrhunderte gab es zahlreiche wertvolle und gute Auslegungen dieser Sendschreiben. Auch wenn es in Details Unterschiede gibt, sind sich viele kundige Exegeten einig, dass hier sieben verschiedene Gemeindementalitäten beschrieben werden. Vereinfacht gesagt handelt es sich um sieben Arten von Menschen, die sich selbst als Christen bezeichnen.

Das bedeutet, Jesus hält uns mit unseren gegenwärtigen Stärken, Schwächen und den Bereichen, an denen wir arbeiten sollten, einen immens wertvollen Spiegel vor. Dieser Spiegel soll dich und mich wachrütteln.

Insgesamt nimmt die Offenbarung kein Blatt vor den Mund. Deshalb sollten wir uns beim Lesen und Hören dieser sieben Sendschreiben ganz selbstkritisch fragen: Was findet Jesus an deinem Glaubensleben gut? Wo ist deine Beziehung zu Gott angreifbar? Und worauf kannst du in den kommenden Wochen besonders den Fokus legen?

Die Frage, die sich dir stellt, lautet also: Was für ein Sendschreibentyp bist du?

Bevor wir starten, kannst du der Community hier kurz helfen, damit solche christlichen Inhalte in sozialen Medien nicht verborgen bleiben. Bist du gerade auf Instagram, dann doppeltippe doch mal rasch auf dein Handy. Auf YouTube kannst du das Video gerne liken. Indem du die Glocke unter diesem Video aktivierst, sendest du YouTube ein Signal. Dadurch zeigt die Plattform auch nichtchristlichen Nutzern mehr christliche Inhalte an, die sie ansprechen könnten.

Ist das nicht stark? Deshalb lass uns die Glocke gerne nutzen, solange wir können. Vielen Dank!

Das Sendschreiben an Laodizea: Die enttäuschendste Gemeinde

Und damit sind wir beim heutigen, letzten und finalen Sendschreiben an Laodizea. Laodizea ist die enttäuschendste Gemeinde von allen, weil – um das gleich vorwegzunehmen – das sind nämlich gar keine Christen.

Ein kurzer historischer Hintergrund, um das für dich anschaulicher zu machen: Du hast Laodizea vielleicht schon mal in der Bibel gehört. Du kennst es vielleicht aus dem Neuen Testament im Kolosserbrief, wo der Autor des Kolosserbriefs, der wahrscheinlich Paulus ist, über die christliche Minderheit in Laodizea schreibt: „Ihr sollt wissen, wie sehr ich um euch und um die Geschwister in Laodizea kämpfe.“ Gemeint ist geistlicher Kampf, Argumentation und Ähnliches. Und um viele andere, die ihn noch nicht persönlich gesehen haben.

Später grüßt er den Hauskreis von Laodizea am Schluss des Kolosserbriefs.

Was wissen wir über Laodizea? Die Sache ist die: Laodizea macht politisch jetzt nicht viel her. Das ist nicht Ephesus oder Pergamon oder so. Aber der Punkt ist: Laodizea ist extrem unglaublich wohlhabend. Du kennst das vielleicht in Deutschland von bestimmten Städten oder Gemeinden, die politisch jetzt nicht den großen Einfluss haben. Sie sind nicht Bonn oder Berlin, aber sie haben einen unglaublichen Reichtum, der sich dort befindet. Zum Beispiel in Deutschland im Main-Taunus-Kreis oder in Baden-Baden oder am Sternberger See. In Österreich kennst du das an Stanzach oder in Pfaffing. Und bei unseren eidgenössischen Zuschauern in der Schweiz kennt man das in Zug oder in Schwitz.

Ja, das heißt, in Laodizea gab es Arbeit, es gab Unternehmen, es gab Bildung, es war eine absolute Boomstadt.

Gleichzeitig ist es so – jetzt kommt, was kommen muss, und es tut mir leid, es ist wirklich so ein Muster in den Sendschreiben – dass die Stadt Laodizea von einem Erdbeben zerstört wurde im Jahr 60. Dann gibt es ein finanzielles Rettungspaket, das aus Rom geschickt wird. Dieses Paket ist sozusagen eine Finanzspritze zum Wiederaufbau. Doch diese wird abgelehnt. Sie wird von den Bewohnern von Laodizea abgelehnt.

Nochmal: Das ist etwas, was die Bewohner von Smyrna, die ja so etwas Ähnliches bekommen haben, niemals gemacht hätten. Die Bewohner von Laodizea haben einfach die Stadt aus ihren eigenen privaten Mitteln wieder aufgebaut. Sie hatten so viel Geld auf der hohen Kante, dass sie das einfach aus eigenem Ersparten gemacht haben. Die ganze Stadt wurde so wieder aufgebaut.

Wir heute können uns ja noch nicht mal eine Eigentumswohnung leisten, weil die Mieten so teuer sind und weil das überhaupt von den Löhnen nicht hinhaut. Und die haben einfach mal eine Stadt aus der Portokasse bezahlt. Krass!

Es gibt ein paar Quellen, die ungefähr acht Kilometer südlich von dort sind, aus der Stadt Hierapolis. Diese bringen warmes, verkalktes, aber warmes Thermalwasser durch ein unterirdisches Aquädukt nach Laodizea. Wenn es ankommt, ist es allerdings nur lauwarm. Und weil es so verkalkt ist, ist es eigentlich nicht zum Trinken gedacht. Es wird eher für Dinge des täglichen Gebrauchs genutzt: zum Baden, für Spülung, für Reinigung und so weiter.

Außerdem gibt es dort eine medizinische Fakultät und eine berühmte Augenklinik. So wie es heute in der Stadt Potsdam berühmte Augenkliniken gibt, gab es damals in Laodizea berühmte Kliniken, zu denen man gehen konnte, wenn man Probleme mit seinen Augen hatte. Teilweise lag das auch an natürlich vorkommenden Mineralien, die besonders hilfreich waren. Sie ermöglichten die Herstellung bestimmter Augensalben, die man gegen bestimmte Erkrankungen benutzen konnte.

Das ist praktisch.

Archäologen haben im Laufe der Zeit dort sogar drei frühchristliche Gemeinden gefunden. Es scheint also eine gewisse Verbreitung des Christentums dort gegeben zu haben.

Nur so als kleiner Fakt am Rande: Der berühmte Philosoph Cicero hat dort einmal gearbeitet.

Fehlendes Lob und die Bedeutung der Kritik an Laodizea

Wofür wird die Gemeinde in Laodizäa gelobt? Nun, das ist genau das Problem: Die Gemeinde in Laodizäa wird nicht gelobt. Es gibt kein Lob.

Das ist das einzige der sieben Sendschreiben, in dem die Gemeinde kein Lob erhält. Dieser Umstand fällt einem beim Lesen sofort auf.

Bevor wir darauf eingehen, was Jesus diesen Christen mit großem Nachdruck rät, ist es hilfreich, den Überblick zu behalten und tiefer einzutauchen.

Dafür kannst du dir sehr gern diese schöne Übersicht über die sieben Sendschreiben der Offenbarung kostenlos mitnehmen. Dort findest du eine kurze und einfache Erklärung der Offenbarung sowie eine Übersicht über alle sieben Sendschreiben.

Diese Übersicht eignet sich gut für den Hauskreis, Jugendstunden, den Katechismus, die Konfirmandenarbeit oder den Religionsunterricht.

Dank der Unterstützung vieler Menschen, die hier mitspenden – vielen Dank dafür – konnte ich diese Übersicht erstellen. Nun kann ich sie öffentlich und vor allem kostenfrei verschenken.

Also nimm sie dir gern über den Link unter diesem Video mit, solange es möglich ist.

Die scharfe Kritik Jesu an die Gemeinde Laodizea

Und damit kommen wir zur Kritik. Was kritisiert Jesus Christus eigentlich an den Christen in Laodizea – sofern es überhaupt Christen sind?

Die Gemeinde in Laodizea ist sozusagen die zehnfache Steigerung der Gemeinde von Sardis, die wir vor zwei Wochen betrachtet haben. Ich möchte dazu kurz ein paar Vorurteile ansprechen und bewusst ein negatives Klischee bedienen, das man gegenüber manchen Mega-Churches hat.

Persönlich habe ich keine Erfahrungen mit Mega-Churches, meine Verlobte hingegen hat gute Erfahrungen gemacht. Deshalb kann ich dazu nichts aus erster Hand sagen. Mega-Churches sind sehr große christliche Gemeinden, die teilweise mehr als zehntausend oder sogar zwanzigtausend Mitglieder haben. Diese sind oft auf verschiedene Gemeinden aufgeteilt, sogenannte Satellitengemeinden, in denen Gottesdienste mit mehreren tausend Teilnehmern stattfinden. Teilweise werden diese von sehr bekannten Pastoren geleitet.

Das negative Klischee oder Vorurteil, das ich aus zweiter Hand weitergebe, ist, dass manche Mega-Churches in Gefahr sind, in eine Art Marketing-Maschinerie zu geraten, hinter der wenig Substanz steckt. Die Frage, die ihr immer wieder gestellt habt, lautet: Gibt es in Mega-Churches wirklich die Lehre Jesu von Buße, Reue, Umkehr, Rechtfertigung und Heiligung? Wird dort wirklich gelehrt, sich allein an Jesus Christus für den Tag des jüngsten Gerichts festzuklammern?

Oder kann es sein – und ich betone, ich kann das nicht einschätzen –, dass manche Menschen in Mega-Churches vor allem die Events cool finden? Die großen Gottesdienste mit Licht, Musik und allem Drum und Dran ziehen vor allem junge Menschen an, die den „christlichen Lifestyle“ erleben wollen. Doch unter Umständen fehlt es an echtem Engagement, an echter Lehre, an Bibelstudium und an einer ausgefüllten Nachfolge im Privatleben. Es kann sein, dass es mehr um den Selbstzweck geht und nicht darum, die Bibel wirklich zu studieren.

Es ist leicht, auf andere zu zeigen. Deshalb dachte ich mir: Lassen wir die Mega-Churches mal beiseite und fangen wir einfach mal bei uns selbst an – bei dir und mir.

Die Frage nach echter Zugehörigkeit und Selbstbezeichnung

Weißt du, mal angenommen, du wärst jetzt ein tiefgläubiger orthodoxer Jude. Das wäre dir heilig, und du würdest es als deine Verantwortung gegenüber deiner Familie und deine Verpflichtung vor Gott sehen, deinen Glauben ernst zu nehmen, dich reinzuhalten und so zu leben.

Dann würde ich halt irgendwie ankommen, weißt du, der Westeuropäer. Ich würde nie in der Tora lesen, nie im Talmud lesen, den Sabbat nicht halten, verlobt mit einer Nichtjüdin sein, und am besten würde ich noch jeden Tag eine Rostbratwurst vom Schwein essen. Und dann würde ich auch behaupten, dass ich ein orthodoxer Jude wäre. Ich würde von dir verlangen, dass du mich gefälligst so behandelst, als wäre ich orthodoxer Jude, und dass du mich auch vor anderen einen orthodoxen Juden nennst. Das verlange ich von dir und fordere ich ein.

Wenn das so wäre, dann wäre das vollkommen daneben und auch maßlos respektlos. Und das ist ein wichtiger Punkt: Ich gehöre nicht einer Religion an, nur indem ich es behaupte oder mich selbst so bezeichne.

Was hat das jetzt mit dir und mir als Christen zu tun? Na ja, zur Klarstellung: Weißt du, das Wort „Kirche“ kann Meeres heißen. Einerseits kann das eine sichtbare Institution sein, ja, die Kirche, klar. Aber andererseits kann das Wort „Kirche“ auch die unsichtbare Gemeinschaft von Christen meinen.

Warum spielt das eine Rolle? Na ja, einmal, weil lange nicht alle Christen in der Institution Kirche sind. Es gibt eine Menge Christen, die keine Kirchensteuer zahlen, nicht bei großen Kirchen angemeldet sind oder Ähnliches, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Und zum anderen, weil leider keineswegs alle, die in der Institution Kirche sind, auch Christen sind. Das ist nun mal nicht so. Und das weißt du, weit davon entfernt.

Das heißt, es gibt eine Überlappung von Christen, die außerdem in der Kirche sind. Aber umgekehrt ist das keineswegs automatisch der Fall, definitiv nicht.

Jesus’ Urteil über die Gemeinde Laodizea: Weder kalt noch heiß

Und damit kommen wir zu diesem Sendschreiben. Jesus sagt nämlich: „Ich kenne deine Taten.“ Nun denkt man sich zunächst, ob damit die guten Taten gemeint sind, die in den Sendschreiben erwähnt werden. Dann folgt die Kritik: „Du bist weder kalt noch heiß.“ Man denkt: „Ach, wäre es doch nur kalt oder heiß.“ Beim Lesen fragt man sich: „Moment mal, ich dachte, wir Christen sollen heiß sein.“ Doch Jesus sagt: „Nein, ich finde es besser, wenn du entweder kalt oder heiß bist, aber nicht lauwarm.“

Nicht lauwarm! Jesus sagt, selbst kalt wäre ihm lieber als lauwarm. Dieses Wischiwaschi, dieses Mittelmaß, bei dem du möchtest, dass andere dich als Christ anerkennen, obwohl du keiner bist – das geht ihm viel, viel mehr gegen den Strich. Ich formuliere es jetzt mal flapsig: Es ist, als wärst du einfach gar nicht christlich.

Jesus sagt weiter: „Weil du lau bist, weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspucken aus meinem Mund.“ Hart, oder? Ein absolutes Gerichtswort. Jesus fährt fort: „Du sagst, ich bin reich und habe Überfluss.“ So wie die Christen in Laodizea – unglaublich wohlhabend, ähnlich wie die Menschen in Zug, Schwitz, Pfaffingen oder am Starnberger See. Sie haben Geld ohne Ende, mehr, als sie ausgeben können.

Doch Jesus sagt weiter: „Du erkennst nicht, du siehst es nicht, dass du in Wahrheit elend und erbärmlich bist.“ Das heißt: Bei den Dingen, die nicht wirklich wichtig sind, behauptest du, viel zu haben. Doch bei dem, worauf es wirklich ankommt, wie zum Beispiel Schätze im Himmel, hast du nichts. Du bist elend, erbärmlich, arm, blind und entblößt.

Diese Christen oder Menschen in Laodizea belügen sich selbst. Starker Tobak! Es tut weh, das zu lesen.

Die Bedeutung der Taten und der christliche Alltag

Und jetzt fragst du dich vielleicht: Von welchen Werken oder Taten ist am Anfang die Rede? Das könnten zum Beispiel alle möglichen organisatorischen Treffen sein – Komitees, Ausschüsse, Kirchgemeinderatssitzungen, Pfadfinderfreizeiten und Ähnliches. Aber dabei fehlt der Inhalt, zumindest der christliche Inhalt. Es ist nichts dabei, was man nicht bei jeder guten, wohlmeinenden weltlichen Organisation genauso oder manchmal sogar besser erleben könnte.

Das heißt, das Motto lautet nach dem Prinzip: „Wir machen Dinge, aber diese Dinge kannst du genauso gut als Nichtchrist unter Nichtchristen erleben. Das muss mit dem Christentum überhaupt nichts zu tun haben.“ Das ist etwas, was viele auch kritisch anmahnen, wenn es um den diakonischen Einsatz großer Kirchen geht.

Der diakonische Einsatz vieler großer Kirchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist stark ausgeprägt. Er zeigt sich vor allem in der Seelsorge, in der psychologischen Betreuung, in karitativen Anliegen, in kultureller Bildung, in der Erwachsenenbildung und vor allem hier in Deutschland in der Seniorenarbeit. Das ist wirklich ein großes Engagement, und das sollten wir alle ehrlich anerkennen.

Ich meine das wirklich im Ernst: Viele große Kirchen machen das einfach gut. Sie sind für viele Menschen seit Jahrzehnten eine tragende Säule. Die Frage ist nur – und das gebietet die Ehrlichkeit –, ob die Kirchen all diese Dinge machen sollten. Bitte verstehe mich richtig: Nicht ob dieser diakonische Einsatz grundsätzlich gemacht werden sollte. Das ist es nicht.

Die Frage ist vielmehr, ob es Gemeinden und Kirchen sein sollten, die sich das auf die Fahnen schreiben. Denn die Frage ist doch: Gibt es nicht andere, die das genauso gut oder vielleicht sogar besser könnten? Und das ist der Punkt.

Mal angenommen, es gäbe etwas, das nur christliche Gemeinden könnten. Wäre es dann nicht gut, wenn sie das täten, wenn niemand sonst es kann? Was könnte das sein? Vielleicht das Sprechen über die Buße, das Sprechen darüber, dass Jesus bald wiederkommt, dass es ein jüngstes Gericht gibt und dass jeder schuldige Mensch – ich weiß nicht, wie es dir geht, aber jeder, den ich kenne – für immer in die Hölle verurteilt werden wird.

Und dass es durch Jesus einen Ausweg aus der Hölle gibt. Mal angenommen, das stimmt, was Jesus zu diesen Dingen sagt. Meinst du nicht, das wäre wichtig? Und was ist der Punkt? Wenn das stimmt, was Jesus sagt, dann sollten wir alle Christen sein. Und wenn das nicht stimmt, dann sollte niemand Christ sein – auch du und ich nicht.

So wichtig karitative Sachen auch sind: Wenn das stimmt, dann ist das Evangelium die wichtigste Nachricht der Welt. Es gibt absolut nichts Wichtigeres, als Menschen Buße, Umkehr und das Evangelium zu predigen. Rein logisch betrachtet: Wenn das wirklich so ist, warum wollen wir als Kirchen dann hauptsächlich ein Seelsorgeverein sein? Warum wollen wir den Fokus darauf setzen, den Menschen die wenigen Jahre im Diesseits irgendwie besser zu machen, wenn es darum geht, das Leben im Jenseits überhaupt erst möglich zu machen?

Natürlich ist im Idealfall beides wichtig. Aber am Ende des Tages stellt sich die Frage: Was sind die Prioritäten? Was ist der Fokus? Wenn ich weiß, dass die 90-jährige Oma Winkelmann von nebenan im Wohnblock mit Corona auf direktem Weg in die ewige Verdammnis ist – in die echte, reale Hölle – und ich das weiß, womit tue ich ihr dann den größeren Gefallen?

Einmal am Mittwoch zum Kaffeeklatsch vorbeikommen? Oder ihr mit viel Liebe, Feingefühl und Ehrlichkeit das Evangelium zu predigen und ihr zu helfen, wiedergeboren zu werden und der Hölle zu entkommen? Rein logisch, oder?

Verstehst du, was ich meine? Ich glaube, die meisten werden mir hier zustimmen. Denn das ist eine wichtige Erkenntnis, die den zwölf Aposteln sehr bald geschenkt wurde, als sie die gesamte Gemeinde zu einem Meeting – würden wir heute sagen – zusammengerufen haben.

Sie sagten: „Es kann nicht angehen, dass wir Apostel Lebensmittel verteilen müssen, statt Gottes Botschaft zu verkünden.“ Damit ist eindeutig klar – auch im Vers danach –, dass Lebensmittel verteilen gut ist und weiter gemacht wurde. Aber es ist überhaupt nicht vergleichbar mit dem Evangelisieren, also anderen Menschen von Jesus weiterzuerzählen.

Die zentrale Frage: Sind wir überhaupt Christen?

Und das Sendschreiben an Laodizea – hier stellt sich die Frage: Sind wir überhaupt Christen? Jesus sieht diese Gemeinde in Laodizea als nackt an. Alles, womit sie meint, sich auszuzeichnen, ist im Grunde nackt und wertlos.

Sind wir überhaupt Christen? Am Ende ist das wirklich die entscheidende Frage. Wenn jemand die grundlegenden neutestamentlichen Inhalte aus dem Fenster wirft, ist er dann noch Christ? Ist jemand noch Christ, wenn er einen Artikel nach dem anderen aus dem apostolischen Glaubensbekenntnis streicht? Ist jemand wirklich noch Christ, wenn er die biblischen Grundlagen des Christentums leugnet – wie sie im Hebräerbrief genannt werden: die Taufe, das Wirken Gottes, die Auferstehung der Toten und das Jüngste Gericht, wie es im Neuen Testament beschrieben ist?

Vielleicht denkst du jetzt: Nein, natürlich ist dann jemand kein Christ mehr. Nun ja, darüber haben wir hier schon einmal gesprochen. Sag das nicht so einfach!

Es gibt eine renommierte Studie, die kurz vor Corona vom zweitgrößten Marktforschungsinstitut der Welt durchgeführt wurde. Sie hat Folgendes zutage gebracht: Von sieben Menschen in Deutschland, die sich selbst als Christen bezeichnen, glaubt nur einer an das Jüngste Gericht und die Hölle. Von fünf Menschen, die sich selbst als Christen bezeichnen, glauben zwei an ein Leben nach dem Tod. Mehr als einer von dreien glaubt nicht einmal daran, dass es überhaupt einen Gott gibt – nicht einmal daran, dass es den biblisch-christlichen Gott gibt, sondern irgendeinen Gott.

Also frage dich selbst: Was willst du dazu noch sagen? Auf welcher Grundlage bezeichnen sich manche von uns dann noch als Christen?

Es tut mir leid, wenn ich so harsch klinge. Die Sache ist ganz grundsätzlich: Jesus sagt „Folge mir nach!“ Und wir Christen sind diese Nachfolger von Jesus. Das heißt, was Jesus sagt, ist für uns gültig und bindend. Deshalb geht es darum, wie du Nachfolge verstehen kannst.

Ziel der Arbeit: Die nächste Generation im Glauben stärken

Was ich hier auf Social Media gemeinsam mit dir erreichen möchte, ist der nächsten Generation der Christenheit zu helfen – der wichtigsten Generation. Ich will ihnen helfen, Nachfolge zu verstehen, damit in unserer wischiwaschi Kultur die bibeltreuen Grundlagen glasklar bleiben.

Ich möchte ihnen helfen, Nachfolge zu leben. Das heißt, die biblische Botschaft zu übersetzen und auf biblischer Grundlage die Alltagsherausforderungen der nächsten Generation zu beantworten. Außerdem will ich ihnen helfen, Nachfolge zu verteidigen.

Vielleicht hast du es auch schon beobachtet: Die Lage ist angespannter geworden. Bestimmte säkulare Zeitungen und Medien bringen jedes Jahr die gleichen drei bibelfeindlichen Artikel heraus. Daran haben wir uns als Christen irgendwie schmerzhaft gewöhnt. Doch mit welcher Schärfe und Selbstverständlichkeit manche bibeltreuen Christen in den letzten zwei Jahren angegangen und bibeltreue Gruppen diffamiert wurden, ist neu. Vor allem die Selbstverständlichkeit dabei – viele von euch haben das geschrieben, und ich stimme euch zu – ist kein gutes Vorzeichen.

Was kannst du tun? Nun, ich will dir sagen, was ich tun will. Wenn Gott es will, werde ich nach unserer Hochzeit in diesem Frühsommer ein neues Buch schreiben, das erklärt, worum es im Christentum geht – und worum nicht. Wer die letzten Bücher kennt, weiß, dass noch einiges mehr dahintersteckt, denn immer eine Menge Begleitmaterial zur praktischen Umsetzung wird zeitgleich veröffentlicht.

Aber so viel schon mal vorweg: Wenn die Spender-Community weiter so wächst wie in diesem Jahr – tausendfachen Dank euch dafür – dann werden wir dieses neue Buch ebenfalls als E-Book und Hörbuch produzieren. Wir können es dann kostenfrei tausendfach in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschenken.

Und wie beim letzten Mal halte ich dich in den Videos darüber auf dem Laufenden. Drücke gern die Glocke unter diesem Video, dann bekommst du die Infos live mit. Wie beim letzten Mal werde ich das Buch allen, die hier mitspenden oder mitgespendet haben, zuerst zur Verfügung stellen. Als kleines Dankeschön für all deine Mithilfe – das ist das Allermindeste.

In jedem Fall tausend Dank für deine und eure Gebete.

Jesu Rat an die Christen in Laodizea: Neubeginn und Umkehr

Was rät Jesus jetzt den Christen in Laodizea? In Kurzfassung: Fang ganz neu an, mach Tabula rasa, mach reinen Tisch, beginne komplett von vorn!

Jesus sagt zu den Christen in Laodizea: Ich rate dir, von mir, Jesus, Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst – also tatsächlich reich.

Ich rate dir, weiße Kleider zu kaufen, damit du dich bekleiden kannst und die Schande deiner Blöße, deiner Nacktheit, nicht offenbar wird – also damit du nicht mehr nackt bist.

Und jetzt wird es natürlich ein bisschen ironisch: Jesus sagt, „Salbe deine Augen!“ Du erinnerst dich an die Augenklinik und an die Salben, die hergestellt werden – Laodizea war bekannt für Augensalbe.

Die Christen in Laodizea dachten: Wir haben die beste Augenklinik, wir haben die beste Augensalbe, wir können schon alles sehen.

Jesus sagt jedoch: Ihr könnt gar nichts, ihr seid blind und ihr benutzt völlig falsche Mittel für Dinge, um die es gar nicht geht.

Was würde Jesus den Menschen in deiner Stadt sagen?

An die Christen in Laodizea sagt er weiter: „Alle, die ich lieb habe, die überführe und die züchtige ich.“ Das klingt hart, oder?

Er schreibt weiter: „So sei nun eifrig!“ Also gib dir Mühe, sei nicht so lauwarm, sei nicht wie ein lauwarmer Schluck Wasser, sondern häng dich mal ein bisschen rein.

Zeig mal ein bisschen, zeig mal ein bisschen Leidenschaft und Spannkraft. Sei eifrig und tue Buße.

Da müssen wir anfangen, beim Urschleim, bei Adam und Eva. Es muss wirklich damit beginnen, dass du dir im Spiegel von Gottes Geboten wirklich in die Augen schaust.

Dass du dich selbst als das siehst, was Gott an dir sieht.

Und wenn du nicht wiedergeboren bist und wirklich weißt, dass deine Sünden dir nicht vergeben worden sind – und wenn du, by the way, nicht weißt, was wiedergeboren bedeutet – dann bist du nicht wiedergeboren. Das ist einfach so.

Dann ist es so, dass wir unsere Sünden mit uns durch den Tod nehmen und eines Tages mit unseren Sünden vor dem Thron Gottes stehen. Und das ist nicht sinnvoll.

Tue das nicht, sondern du brauchst jemanden, der in der Lage ist, dir deine Sünden wegzunehmen. Und das kann Jesus tun.

Deswegen sagt er danach auch: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ Ja, ich klopfe an, so wie Jesus anklopft.

Das habe ich in einem eigenen Video zusammengefasst, in dem es um das Thema geht, was nach dem Tod passiert, wie du Christ werden kannst und wie du wiedergeboren werden kannst.

Das wird dir auf YouTube am Ende dieses Videos angezeigt. Du kannst auch gerne die Glocke hier unter diesem Video drücken, dann wird dir das ebenfalls angezeigt.

Jesus als der, der Gemeinschaft sucht

Die Offenbarung ist das einzige Buch der Bibel, in dem Jesus sich selbst Schritt für Schritt beschreibt und charakterisiert.

In Offenbarung 2 beschreibt Jesus sich als denjenigen, der zwischen den Gemeinden, also zwischen und unter den Gruppen von Christen, umhergeht. Weiter heißt es, dass Jesus sagt: Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, dann werde ich zu ihm hineingehen und mit ihm das Mahl essen. Das bedeutet, es wird Gemeinschaft zwischen ihm und der Person geben.

Deshalb ist es wichtig zu verstehen, dass Jesus gern in dein Herz kommen möchte. Der Punkt ist aber, dass die Türklinke zu deinem Herzen innen ist. Wie bei vielen Wohnungs- und Haustüren ist die Türklinke oft nicht offen, sondern ein Knauf, den man entweder mit einem Schlüssel oder von innen öffnen kann – in diesem Fall nur von innen. Das werden wir uns in einem der nächsten Videos genauer anschauen.

Die Bibel sagt nämlich auch, dass manche Menschen, die in der Hölle sind, dort bleiben wollen. Früher dachte ich immer, niemand, der in der Hölle ist, will dort sein. Aber so ist es nicht. Die Bibel hat eine ganz andere, viel klarere und teilweise auch härtere Darstellung der Hölle als das, was wir uns umgangssprachlich oder kulturell manchmal einreden.

Deshalb werden wir demnächst eine eigene Videoreihe über die Hölle machen. Wer die Glocke drückt, bekommt diese Videoreihe dann angezeigt.

Und das ist der Punkt: Jesus sagt, wenn jemand seine Stimme hört und die Tür öffnet, dann wird er zu ihm hineingehen, und sie werden gemeinsam das Mahl essen und Gemeinschaft haben. Wenn nicht, dann nicht. Niemand wird dich gegen deinen Willen in den Himmel zwingen.

Das ist etwas, das man unbedingt begreifen muss: Es ist eine freiwillige Entscheidung. Möchtest du, dass Gott dir vollständige Gerechtigkeit widerfahren lässt für alles, was du in deinem Leben getan hast? Oder möchtest du lieber Gnade?

Ich nehme Gnade – ich hoffe, du auch.

Die Bedeutung der Jahreslosung und die Einladung Jesu

Und genau darum geht es in der Jahreslosung. Die Jahreslosung ist ein Bibelvers, der ganz bewusst ausgewählt wurde, um über das Jahr zu stehen – als Orientierung und Leitspruch.

Das Negative an der Jahreslosung für dieses Jahr, die lautet: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“, ist, dass dies auch eine Umkehrung bedeutet. Wenn jemand nicht zu Jesus kommt, dann kann und wird Jesus diese Person abweisen. Jesus wird niemanden zwingen, gegen seinen Willen die Ewigkeit mit ihm zu verbringen.

Darüber müssen wir sprechen, und genau das werden wir in diesem Jahr auch in der Videoreihe über die Hölle intensiv tun.

Das Positive daran ist aber, und das ist auch das Fazit dieser Sendschreiben: Am Ende des Tages geht es um Jesus. Alles kommt letztlich auf ihn zurück. Du kommst an Jesus nicht vorbei.

Nicht an den Jesus der Gesellschaft, nicht an den Jesus unserer Fantasie, nicht an den Jesus unserer Emotionen oder an Poesiealbumsprüche, sondern an den echten, realen, historischen Jesus, den du im Neuen Testament findest.

Und wer zu diesem Jesus kommen will, den wird er nicht abweisen. Egal, was du in deinem Leben verbockt hast, egal, was du getan hast – es gibt immer eine Möglichkeit zur Umkehr.

Deshalb steht in so vielen Sendschreiben, dass Buße zu tun, Reue zu zeigen und wirklich und ehrlich umkehren zu wollen, so wichtig ist. Du musst es nur tun. Jesus ist da, klopft an die Tür deines Herzens und wird dich mit offenen Armen empfangen.

Abschluss und Dank

In diesem Sinne ganz herzlichen Dank für deine Geduld und dafür, dass du bei dieser Videoreihe über die sieben Cent dabei warst.

Es hat mir großen Spaß gemacht, das Ganze zu gestalten. Ich danke herzlich allen, die hinter den Kulissen mitgeholfen haben, sowie allen Spendern, die das ermöglicht haben.

Wir sehen uns im nächsten Video. Danke für alles und ein frohes neues Jahr!